Ausgabe 
23.12.1911 Viertes Blatt
 
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ttt. 502

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Blatt |6L Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheften

Samstag, 25. Dezember (9U

Äoianontfrurf und tkrieg betBtübt'V^ei Unipenuiil Buch- unb öutnbrudet* 9L Lange, öteim.

Gebähten, drpebmon unb Tmcferei: Bdmk* ftrngr 7. (h »eb nen unb Benag

Ret>«fnen.täe# 111. ieL-tlbuHnjrteertbteieifc

*

cn.ilnchc Flotte bei bidct

30 0 0 Menschen. Mitte

Unter anderen roiren and) fünf Frauen an Bord, eine

£mn Ter O

Noch schlin iner erging es dem Admiralsschiff

gen Llellen. xnäud tvn

lieaendcö Käserchen oder andere- Insekt misnehmend und eiligst verschlingend Ni

mil dem fpryen

kam

der Holland- In'geiaml verlor bte englische Flotte bei dieser Katastrophe in einer 91*1*1 roobl etrvo .r *

ging der grösste Teil ber Mannschaft unter. Am WrihnackstSmorgen war ber nütlänbiithc Strand mit £cidxn und Dvackstücken übersät.

Ander ityrr eignen In.eressen buben Ein Rausch, den d. r Lstiuer gel genilich mit betmbrmflt, ein Aerger über leine Tochter und

Jeder Kaofmann führtPerlka

hr*/>«

urhmeckt krirtlp-kafffelhnllch. Keine HOlien, daher einfachste Zabereitang (nar überbrflhea Q.

vüchcrtisch.

Ludwig Thoma, Ter Sittibcr Roman Buch'

vermischte».

Der Untergang einer en »li schen Flotte am Deihnachtsiag 1811. Cine schcnierliche Wnlmockst-nackst nxu die Der hundert Fahren, die 9? cht, brr dem heiligen Abend deS Fahre- 1811 folgte Wohl daS größte S.cunglück, da- in den lc|tin Iahrdunderirn b.-f.innt wurde, ereignete nd> bamil8: die Strandung englijdxr Sdntfe an der Küste Jütlands und an

auch Sttxrzverlosung, ist schlechterdings unerfindlich. Vir tinä doch feine Italiener' Nun lallen Verlosungen der Besteuerung and. ni, so heißt es, Tombolas aber nicht Müssen ixnr dem fremden Ginbttnflling dauernde Freistatt gewähren'? Te».' ivävE roirflid) arg! Unb noch ärger wäre es, rwnn man eine dnittchc Lckstrzvrrlosung" etwa besteuern wollte, während doch die h ernte »Tombola", die gar 'nichts andere- ist, steuerfrei ist.

kf. Tie Bilanzen unb die lSrosiucibie Tie Aus­dünstungen der wioiistabi, die einnial in nrofecn etnubmoflen oer- id iebenei Art, worunter ber Roi lenruh eine uroheJ-olle h*teh, und ferner in mancherlei Mulen bestellen, sind nichi nut für die mensch­liche ökluiibbeu schädlich, sondern auch Uh die Pstanzeiiwell. In CitldiaücH, Die durch eine besonders lebba'te nabnftiuiqfrii aus- geieichnel sind, schwemmt der.Heuen ziemlich beträditlidie Mengen von minerahldien Salzen uno teerigen Stoffen herab, unter Denen fid) auch Sauren in verbäUnisniästig arosienMengen zeigen Ter Regen in Stabten, wo wenig Iabiilen stnb, ist viel reiner, aber doch noch längst nicht so hei von deraitigen Beimischnngen wie ein Regen auf dem Lande. In diesen Unteisch eben prägt sich deutlich die Beschaffenheit der Lun au-, da fie vom Regen gteichiam «e- ivafd en wird. In einer willenschattlidien Bereiuiqung tür Vanb- ipirildia't in England sind setzt, nach bem ,§io4mos , neue Unter- suchungen belchtieben worden, die sich auf die Bebiiiberung des 1'flan*enrouct)le9 durch die 1 erunreinigungen der ffirobfiaöiluh be­ziehen. Tie Studien bestanden teils in Versuchen nut der Zucht von Bstanzen in Töpfen, teil9 in Beobachtungen in Märten und Barts Es stellte sich heraus, daß die Wirkung der Lustoeiunremig- unqen von manmqiacher ^Irt stnb. Vor allem weiden die Boren DerVflamen dadurch verstopft, namentlich wenn fie in Kertiefunaen liegen, wie bei den Koniferen. Außerdem leidet aber auch Die Zu- sammenietzung des Bodens. Tie folgen rönnen verfchiedeii lern und bis zum völligen Al sterben der b eronchle gel en. Auch die iibeilebenden iceiDcii zum mindesten fduoer geschädigt, wenn die Verunreinigung der Luft einen erheblichen Mrad erreicht. Beson­ders bemerkenswert ist noch die tfrnuttehinq, daß Oer durch Die Luft verunreinigte Regen sowohl den Ertrag wie den EiweiSgehalt deS MrafeS Her.-bsetzt, dagegen seinen FalergeHalt verrnehn, so bau sein Wert alo uutter lehr vermindert wird.

Tombola. Namentlich um bte WeihnachtHeit findet so manche Festlichfeit statt, mit ber eine faß. Tombola verbunden ist. Tast daS eine Scherzverlosung ist, weist nicht jeder, ber davon lieft, unb mancher erjährt es erst staunend, wenn die Sach vor sich gebt Tas italienische Dort ist desselben Stammes wie das französische tomber, das bekanntlichfallen" bedeutet, denn italie­nisch heißt das tombolare, unb tombola ist daS Glücksrad, bann die Verlosung. Deshalb man nicht Verlosung dafür sogt oder

ÄUlUllll'VVA Ul tlUtl VlAlUl IVl'UI (UUU U V U U W I II I Ul l IL X'ltLlt .

Tezembrr hatte bie engliidx Flotte, bre 230 Segel scknffe umsastte,

die Ostsee verlassen. Dreißig Schiffe davon sollten Kriegsmaterial schmuck von 3gnatui8 Taschner. Verlag von Ulbert Langen in nach England bringen, die üjngcn gehörten zur Handelsflotte.N.ünckien Uufr in Tb ' ia erzabii un' bi« G »ck n cha nndl

(Ein kleiner IDalöfdnig.

Tiefe StiNe umgibt uns auf dem einsamen Spaziergana am Rande des Walde-, dessen Bäume ihre Steile und Zweige kohl unb traurig in bte frostige Winterlust strecken: hier und bi ist noch ein welkes Blatt hängen geblieben, an die entidmmnbene Tracht des Derbstes erinnernd. Sein Laut stört daS proste Scknoci- sten, denn bte Besitzer all der Vogelstünmen, tnr ini sprüht>ahr unb Sommer hier langen und jubilierten, sind langst davon- «zogen nach sonnigeren Gefilden, haben uns all die Deinen änger verlassen? Gleichsam al- Antwort ertönt plötzlich neben uns ein Helle- an den fitinaricnidilag erinnerndes Liebchen und »iS wir freudig erstaunt uns nach bem Sänger umseh.n, erblicken nur auf der Spitze eines Strauches dicht am Wege ein höchst poisier- licues Kerlchen, daS unbetÜnuiKrt um den Winter lustig sein Stack-

tomnien noch andere Zaunkönige herbei, schliesst ich sind ihrer seckis, acht ober noch mehr emträdjtiglid) versammelt, sie drucken sich alle dicht unb warm zusammen, basNest der Zaunkönige" völlig au5- füllcnd Ter Zaunkönig gehört zu den wenigen einheiinisckwn Vögeln, die sich ein Winterl-auS als gemeinsckurtliche Sdilcfftatte bauen, das meistens sehr gefchützt in einem dichten Strauch, unter einem Strohdach ober in der ööb.ung eines Baumes angelegt ist. Grvl'e Eintracht herrscht den ganzen Winter durch zwilchen den winzigen Königen, bis im beginnenden Frühjahr die Kampfe unb Licbesipiele um bte Weibchen beginnen; dann wirb die KönigS- aesellschaft gesprengt, unb jeder erobert sich nun fein eigenes Reich, bas zwar klein ist. aber in bem er keinen Nebenbuhler duldet

Mit dem Weibchen zusammen baut nun der Zaunkönig das Nest, nadibcm er meisten- fdwn vorher aus Spielerei einige Nester angelegt hat, die aber nie fertig werben. TaS Nest ist nun ein sehr tünstlicher, mit grosser Sorgfalt ausgeführter Bau. Auf einer dicken, soliden Unterlage von trockenen Blättern unb kleinen Zweigen wirb ein eiförmiger Napf aus Moos, Öanren unb Wur­zeln aufgebaut, der, in ber mannigfachsten Weise verwebt unb ver­kittet, austerordentlich fest unb faltbar ist. Der Napf wird mit einem kuppel förmigen Tach versehen und stellt dann eine große Kugel aus Moos und Blättern dar, die an der einen Seite ein kreisrundes glattes Einschlupsloch austveist. In daS mit feinen F-ederchen reich ausg^lsterte Innere legt das Weibchen sechs bis acht niedliche meiste Eier nut blutroten Tupfen, die von den Eltern abivechiclnd in dreizehn Tagen ausgebrütet werden. Mit allerlei Fliegen, Spinnen und Insekten werden die kleinen sröirfge grostgezogen; sie sind febon nach wenigen Wochen erwachsen und treiben sich nun in (Manchen, an Flußufern in Gesträuch und Wurzelwerl, an Zäunen unb Reffighaustn umher, überall die nütz­liche Tätigkeit des Insekt enpertilgenS ausübenb. Do Gelegenheit twrHänden ist sum Turchsck>lupfen unb Durchkrieckvn, da finden sie sich ein und fühlen sich wohl, ganz einerlei ob ber Derbst und der Winter gekommen ist; denn an den vorhandenen vuppen ber Ober» winternden Insekten finden sie überall Nahrung genug und ihrem scharfen Ange entgeht kein noch so winziges Beutetier und wenn es noch so sehr unter Rinde unb Bork versteckt sitzt. -Laber kommt es auch, dast der kleine Zaunkönig immer luftig unb munter ist, unb sein Liedchen im Schnee ebenso vergnügt erschallen latzt, wie ihr grünen Sommerszeit. c 5

ein Sehnsucht nad' Warme führt ibn zui_ Maid unb zu tu ml wieder bereuten Fehltritt hieran- rnninaelt sich da- Un.lück, daS den Sohn des Bauern zum Mörder, ibn selbst |um herab« gefomm nen Trinker macht Schuld unb Unschuld m hier in ein- beschlossen. Au- männlicher Derbheit und männlidiei Güte heran- ist hier ein Menschentum geschaffen, dessen Anblick auch fccr» greift.

v hristaller, Selene. Heilige Liebe. Eine ®c* schickste aus Assisi- alten Tagen. 372 Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel L»elene Christaller erzählt un5 die wichtigste Vericdc auS b-.in Leben F-ranz von Assisi- unb ber hl. Clara; uxc sie ini. nimentrafen und beide aufeinander wirkten; wie Clara in irdischer Liede sich ju Fran-i-kuS hingezogen fulMt, unb wie im Hingang mit ihm diese in einehimmlische Liebe" um gewandelt nnd>.

Ein Geichnwder von grösteren unb kleineren firiegbidniien,St. Dauern, der al- Fünsziger nach langer, glfl(tiu1xi Glw Diuoer George" mit 98 Kanonen unb 752 Mann,Tefence" mit 94 Ka»! wirb Cr südl. sich schmerzlich »reinfamt, zumal seine envadiienen noncii unb 600 Mann, drei andere gröbere unb mehrere kleinere f

pfeift, uns au- seinen beweglichen dunslen Augen furchtlos .^»cg-schisir begleiteten ienc Flotte,'ne'zu befckiützen Ta erhob onbluftnb ®ar bro lig nimmt «ich der winzige Sänger au5, ber ild, am Margen b.S 21 T zemder ein heiliger Sturm, zu den kleinsten Dertrctnn umerer Bogel well gehört, denn er ist. ,ni Laufe deS Tagec immer mehr junaljm Zunächst strandete noiü nidjt einmal anen Ringer lang; 8 3<iiliniclcr ist daS Vochst-Tcfener". man tzapvie die Mauen unb hoffte so durch bie ntQB feinet JroriXTd. Sein rostbraumo Waiiisleiii Ul aut bei .SrlciditiViing des 6dn s die Maiiusdiast zu raten. Aber immer Oberseite mit tninfien Cucrbonbcrii geziert, wahrend die Brust njrdjtcrlidicr lobte b.r Sturm, bte See erhob sich immer höher, tote die ganze Untenctte Heller ist mit ihren grauen und rot- Oie Brandleen stürzten ulN*t daS ge irändele Schiff, da- jit Dm liehen Barnen 'Los FornndK an dem kleinen Kerl ist aber dllcrfn Uahrzengen n.börir und dem Stürm nicht Trotz zu bieten ber kurze, ebenfalls mit Oiuerbandern verzier e schwänz, der ganz oermockue, so baß sich bei SchisfSrumpf nach und noch auflostr gegcn alles Verkommen nicht in der fforperDerlangcTuitg gehauen 'j2ur cul Mcnickten b-Jii der gan>n Besatzung kamen lebrnb roirb, lonbern keck unb herausfordernd steil emporsteht und beim bavvn Unter anderen wir en auch iunf Frau, n an Bord, eine Gelange lebhaft auf unb ab gewippt roirb. la nur noch näher davon roar die Okittin i in es LsiizierS, deren Solm ebenfalls

berantreten, um d n Kleinen zu bewundern, ruft er uns mit cr- jr.^tt auf dein Schiff io. r Ter Offizier benb dm Slna'-cn an

ftaunlid) starker Stimme ein (autcS:Zerr, zerr, zerr" entgegen eill Drackstück unb ivarf im inS Meer binmi-5, in ber doffnimg,

dabei sträubt er die Federn auf dem Kops und sieh, ouS, als ob fT werde io lel»enb von den Wellen anS lianb getragen roerben.

er uns mit Gewalt fortjagen wollte; cr ist offenbar sehr ärgerlich. Die vosjnnng irog auch nicht Tie Eltern aber, die sich dann dass unr ihn stören, denn dieS cher ist sein Reich unb er ist darin, setzst ün Pinken scstgeoi.nd. n hatten, würben als Leichen and König. Auf sein Geschrei kommt ein anb-ter Zaunkönig heraage- Varb gespürt Nech ichlin'mer erging es bem AdmiralsschiffSt. flogen, unb nun kümmern sich b ibc nicht m hr um den n^nigiei ig n c^corgc', diS mit seinen 752 Mann strand.ste, von beiten kein ein» Menschen, sie husckLN inS G büsch und durch.'r echen u ib durch >ig(r gerettet wurde Zwölf Stunden lang kämpfte die Mnnn- flettern es mit einer ganz wunderbaren Geichicklickckeil und Sck»ucl- schäft unter um'dnhdicn Dualen mit den übermächtigen Dellen, ligkrit, hier ein Spinnch^n, dort eine Puppe, ein im Wffiterschlns Vom Land. an3 iah m in machtlos zu, ivic ein Knäuel lx.m licnenbeö Käferchen ober anderes Insekt mit dem spitzen Schnabel einigen £iunb:rt Mensch n durch eine einzige mächtige Sturz- mffnehmenb und eiligst verschlingenb. Nackidcin der Strauch gründ-! a'elle bi großen rouib Mehrere wundert Menschen sprangen in lid) diirckrsucht ist, geht unter luftigem Rufen zum nächsten unb bte Dellen, in ber XDoffnutg, daS User zu errnchen. keinem glückte so durchfliegt und durchkriecht der äutjerft bewegliche, immer ntun-, w Schiicstlich nahm bie ivdtcnbc See die letzten auf. Bon den tcre Zaunkönig sein Reich, bis bei sinkender Sonne die Dunkelheit 1'00 Mann beib.r Scknrc waren nur etwa rin Dutzend gerettet, feiner emsigen Tätigkeit ein Ziel setzt. _ Yon den übrigen Schiffen hatten bie meisten bie Küste £>ol»

Bei Eintritt der Dunkelheit zieht cr sich in seine Burg zurück, lands erreicht; allein nt ch dort tobte ber Sturm. Ein Linien- ein groheS, kugel rund's Nest mit seitlichem Eingang, das^weich mtt| schiss ,,.<?cro" ging mil Mann und Maus unter, von einem anderen Baaren und Febern auSgepolstert ist und in dem ihm Frost und Kriegsschiff retteten sich zwölf Mann, von ber FregatteManila" türm nichts anhaben können. Aber er bleibt nickst allein; bald ging ber grösste Teil der Mannschaft unter. Am DeihnachtSmargen

Frauen-LeuiUeton.

Weibliche Feuerwehren!

Weibliche ReckstSanwälte wirken bereits seit Jahren ni Frankreich unb in Amerika; eine Neine Gemeinde in den Sud üaaten ber Union hat eine Frau zum Bürgermeister erhoben, auch weid lickte Schutzleute find keine Seltenheit mehr; tn der Gemeinde Eagle Eountv in Gahrabo ist eine Frau vor einiger Zeit sogar in aller Form Richter ^eword^r Wahrend hier mehr den Forderungen der modernen errauenbemegung enhbroavn wurde, ist von jeher in allen Fällen, wo es stch elementare Nöle za mildern, Kranke und Berwui^ete Ptlegen unb zu trösten, bie Frau an ihrem natürUchen Vlave Bor ben Schrecken des Krieges weicht weder die berusSmatziae Kranken Pflegerin noch bie verwöhnte Tarne ?umf. E- ist daher gar md4 so überraschend unb verblüffend, zu börtn, entschließen, ihren Mitmenschen in i5euersgefahr stehen, be sonders, wenn es fick um Gegenden_lmnbelt^,b<men selbst bie primitivste Feuerwehr fehlt. Zn rustischen -orlrrn, ,wo ..der rote Lahn" eine ber größten Plagen ber BauernichaN ist, baden sich viele Gutsherren schon längst die Organisation einer kleinen Feuerwehr angelegen fein lassen. Aber auch Frauen "nd damit auf ben Plan getreten. Die Tochter des rruherrn 3Mtrbau- ministers, Mana Mexeiewna Jermolowa. Tann a!5 bie Iw- nierin ber weilsttchen jeuernxbr bezeichnet werden. U ber ihr Dirken erzählt sie selbst:Vor etwa fetto fahren tw^, aJ5 ich in dem Bezirke von Ruz lebte, überzeugte ich mich, mb e schwer sei, Leute zu finden, daß e-5 aber Frauen gab, dn nch gern der Arbeit ber Feuerwehr widmeten. St mehrere Gruppen zu bilden, die sich allmählich itt iwei^sten Feuerwehrorgamsationen mit vier Abteilungen juiammendHoi nr Nur im Winter trenne ich mich von meinen 1?lTbcit?gcnonai, bann ist auch weniger zu tun, denn bie rechte Zeit ber tftumciyibrn im russischen Txnfr sind bie Sommermonate. Sc wenig Die Dauern auch für eine systematische Abwehr der vorbereitet sind, so wissen fie doch ganz genau 1» unten Leiden, Ob ihnen Personen zu Hilfe eilen, bte mit.der Sache vertrmll sind, ober so'che, bie sich nur als Retter aus,vielen wollen- Ln jedem Brand in Petersburg suche ich teilzunehmen, um bte iieuer- löschmethvden, ihre Bedingungen unb ihre Wirkungen grun^ lich in her DroiffS zu studieren. Dreies U6t sich baba Ionen,

wo- in der bäuerlichen Feuerwehr, wenn auch in einfacherer Form, gut angewandt werben kann. Nach meinen Erfahrunaen liegt kein Grund vor, die Frauen von dieser wichtigen Arbeit au-zuschalten"

In ber Stadt Annibale in Neusüd Wales gibt eS eine weib­liche Feuerwehrabteilung, die sich dort bei Bränden schon wieder­holt ausgezeichnet bat Sie besteht aus etwa 20 jungen Mädchen, bie unter sich eine zumHauptmann" gewählt haben. Sie be­treiben ihre Hebungen an und mit ben Geraten ber städtischen Derufsseuerwehr unb sind, wenn c3 nötig wirb, recht gut im­stande, bie männlichen Sehrleute zu unterstützen. Vorzüglich geübt sink» sie ium RettungSwers mittels Leine und Sprungtuch

Ferner hat sich eine ausfchliestllch aus Frauen bestehende Feuerwehrtruppe, wie,Le Journal deS Sapeurs-Vomoiers" mit- teilt, unlängst m Durton-upon-Trent in England gebildet. Sie bar 18 Mitglieder unb wird von einer Frau Roger Green, die lid) ^Kapitän" nennen lägt, befehligt. Tie kleine Truppe übt fleißig unb bat bereits durch ihre ersten Manöver, die sie der Ceficntlidrfeil ooriübrie, indem sie zu einem Schelnbrande mtt Tampffpntze der beigeeilt tarn und u. a. Rettung von Menschen­leben rorführte, gemgt, was sie leisten kann. Tie ftlcibunfl Vieser Truppe erinnert an bas herrschende weibliche Badekostüm, ba;u kommen ein Brandgürtel und der Helm.

Dir sehen au5 vorstehendem, daß ber Berns der Frau nickt, nrie es früher hieß, nur im Haufe liegt, sondern daß es doch Qkbiete gibt, in denen sie helfend und fördernd bem Manne zur Sei« stehen kann.

Ein Friuenstaat in Fapan.

An den von den Dogen des Stillen Ozeans bespülten lonni- (ren lüften Japans, wnurb von dem Treiben des modernen Vandel'verkehrS, blüht noch beute eine ansehnliche Kolonie, in ber die Führerschaft in allen Tin gen des Lebens und ber Familie unbedingt ber Fiau anyehsrt unb wv ber Mann eS als feftft-- verständlich betrachtet, nck -chweigend der Ober dem chatt ferner beneren Hälfte untennorbnen.

Vies Paradies des Frauen rechtes liegt tn dem Ber irr Schtma, bte Kolonne ber iogen.Meermädcken". Tie kleinen Japa­nerinnen, die hier alsHerren der Schöpfung- walten,, ver­danken ihren poetischen Namen ihrem Berufe, denn ihre tag.iche $Ubeü ist eS, Än das Stea buxab zu tauchen und der bunflea

Tiefe Perlen und andere Kostbarkeiten «u entreißen. Mer biefef kleine Frauenstaat erteilt der Frau nickst nur die en-'ödende Gewalt in allen häuslichen Tingen, sondern legt auch - Frau und nur ihr allein die Pflicht ber Arbeit auf. 2:t Banner verrichten nur häusliche Treuste, ihr Antt ist e5 zu kochen, rin* lufeujen unb daS Haus in Ordnung zu halten, und im übrigen leisten fie ben Ernährerinnen der Familie kleine Hilfe. Tie seltsame Kolonie kann dabei auf ein ehrwürdiges Alter rurück« blicken, denn feit mehr als einem Jahrtausend ist es in ber Bucht von Schima Sitte, daß dieMeermädchen" im Dauer ihrem Berufe nachgehen und ihre Angehörigen erhalten Wird einem Ehepaar ein Mädchen geboren, so eilen alle Srnnanbini unb Bekannten deS Tories zum fröhlichen Jubelfeste herbei, ine Geburt eines Jbiaben aber begrüßen lange Gelichter unb etn dumpfes, trauriges Schweige^. Schon im frühen Kindesalter beginnt die Vorbereitung ber kleinen Msermadcheii tu ihrem spateren Beruf. Mit vier oder fünf Jahren lernen die Kinder: schwimmen und tauchen, und wenn sie 13 ober 14 geworden sind, gelten fie als erwachsen und treten als vollgültige Mit« gliebet in bie Kolonie dieser Berlfischerinnen ein. Bis zu ihr ent 40. Jahre geht die Meermaid dann ihrem Berufe narb: wenn sie bann aber auf die Tonchardeit verzichtet, so geschieht eS nickst au? Altersschwäche. Gewöhnlich ist bie 40 jährige bereits vielfache Großmutter unb widmei sich nun der Erziehung ber Heranwachsenden Enkel, denn selbst die Heranbildung der Binder ist in dieser i'eltiamen Kolonie nicht denmännli'hen Hausfrauen" überlassen, sondern seit alterS her der weisen uno vielerfahrc-n'^r Großmama. Tie stete Arbeit in freier Natur bat au- H 'en Perlfischerinnen mit der Zeit einen auffallend 'nzen uno funben Menschenschlag geoildet. Für daS An n eine# Hab- chens ist weder ihr Vermögen noch ihr Befftzium entscheidend, sondern täte Geschicklichkeit im Tauchen Tie Taucherin, *'r richtet eine amerikanische Zeitschrift, bleibt K ein bis zwei Mt« nuten unter Doffer.

Tie Arbeit beschränkt sich auf die Mvrgrnstund-n, rm 8 Uhe zieht gewöhnlich bie Scknr zur Meeresküste. 71 --er i<e*r der kälteste Winter bringt feine Unterbrechung ber Titiykeil, unb so »ergeht im Kreislauf ber Zahre nicht ein Tcg, wo eine* dieser Mädchen oder Frauen nicht zwei, drei, meistens aber via Stundeq ün Dass er oeronngt.