Ausgabe 
27.11.1911 Zweites Blatt
 
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eichert,

ftertnm her öffentlichen Arbeiten Wirts. Geh. Oberregierungsrat Eugen Ossenberg zu Berlin.

Dos Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- ntüligen: dem Mitglied der Eisenbapndrrektion Kassel, Ober- regierungsrat Dr. Karl Grün berg zu Kassel, bisher bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M.

Das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Mitglied der Eisenbahndirektion Mainz Re gierungs- und Baurat Wilh. B a r z e n zu Mainz.

Aus Anlaß des diesjährigen Allerhöchsten Geburtsfestes roan> den au hessische Beamte und Bedienstete der Staatseiserrbahn- verwaltung 45 Erinnerungszeichen für vierzigjährige 'Dienstzeit und 135 Erinnerungszeichen für fünfundzwanzigjährige Dienst­zeit verliehen.

Aus Stabt unb Land.

Gießen, 27. November 1911.

* WohnungSpflege durch Frauen. Auf dem Gebiete der WohnungSpflege entfaltet die Verwaltung des Kreises WormS eine lebhafte Tätigkeit. Das geht daraus hervor, daß man seit mehreren Jahren in diesem Kreise eine KreiSwohnungSinspektorin angestellt hat, die nament­lich in den Landgemeinden das Feld ihrer Tätigkeit erblickt. Fräulein Dr. Marie Kröhne, die dies Amt bekleidet, ha! in zwei umfassenden Jahresberichten ihre Erfahrungen nieder­gelegt und den Nachweis geliefert, daß gerade auf dem Ge­biete deS Wohnungswesens die Mitwirkung der Frau sehr erwünscht ist. Die KreiswohnungSmspektion deS Kreises Worms wendet sich hauptsächlich an die Frauen und sucht durch Aufklärung und Beratung auf mißliche Zustände bessernd einzuwirken, sowie durch gütliches Zureden polizei­liche Maßnahmen zu verhüten. Da Wohnungspflege und Gesundheitspflege Nachbargebiete sind, so richtet sich ihre Tätig­keit auch auf die Belehrung über Krankenpflege, Säug­lingspflege, , Ernährung und Krankenpflege. Fräulein Dr. Kröhne wird auf Veranlasiung der hiesigen Frauen­vereine, der Ortskrankenkasie und der beiden Bau- genoffenschaften nächsten Montag im großen Hörsaale der Universität überdie Tätigkeit der Frau in Wohnungs­aufsicht und Wohnungspflege" einen Vortrag halten. Ihre Ausführungen werden gewiß olle interessieren, die in unserer Stadt ans dem Gebiete der Wohlfahrtspflege und des Armen­wesens arbeiten, vor allem auch die Arbeiterbevölkerung. Um diesen Vortrag einem möglichst großen Kreise zugänglich zu machen, findet er unentgeltlich statt.

**AlldeutscherVerband. DiehresigeOrtsgruppe wird Montag, 4. Dezember, in Steins Garten eine öffent­liche Versammlung abhalten, in der der Marokko­vertrag und seine Bedeutung für das deutsche Volk be­sprochen werden wird

** Konzertvcrein. Der nächste Solistenabend (Sonntag, 3. Dezember in der Aula der Universität, das letzte Konzert vor Weihnachten) wird von zwei hervor- sragenden Künstlern bestritten werden, Frederic Lamond (Berlin) und Joseph Szigeti (Budapest), von denen der erstere hier wohlbetanirt und hochgeschätzt ist, während der jugendliche ungarische Geiger für Gießen eine Neuerschei- nung sein dürfte. Lamond ist, wie die Wiener allg. Zei­tung sich"kürzlich ausdrückte,unter den gereiften Pianisten der Gegenwart unbedingt einer der Interessantesten," gerade als Beelhoveninterpret einer der Allerersten. Einige bio­graphische Notizen über seinen Werdegang dürften auch den interessieren, der Lamond bereits kennt. Geboren 1868 in Glasgow wurde L. zunächst durch, seinen älteren Bruder in Klavier-, Violin-, Oooe- und Orgelspiel unterrichtet. Von 18801882 war er als Organist in Glasgow beschäftigt, ging sodann nach Deutschland und zwar nach Frankfurt am Main, wo er bei Max Schwarz, Fritz Bass er mann und Anton Urspruch studierte: 1884 nahm er an dem Kurse Hans von Bülow's teil, ging 1885 zu Franz Liszt nach Weimar und begleitete den großen Meister nach Rom und London. Erft int Jahre 1893, na.chj reiflichen Vorstudien, trat er in Berlin mit ganz erstaunlichem Erfolge auf, be­sonders als Interpret Beethovenscher Klavierkonzerte, so­wohl in den Konzerten des philharmonischen Orchesters, als auch der Königl. Kapelle. Diese Konzerte haben seinen großen Ruf als Beethovenspieler begründet. Die Bedeu­tung Lamonds liegt weniger in der Herausbildung äußer­licher Virtuosencfsekte, als in dem heiligan Ernst und der 'hoheitsvollen Größe seiner Auffassung. Gleich Beethoven interpretiert Lamond Brahmssche, nicht zuletzt auch Cho- pinsche Klaviermusik. Daß Lamond gerade die Waldstein­sonate, sowie Chopins erste Klaviersonate mit dem Trauer­marsch im Mittelsatz gewählt hat, wird Musikfveunde besonders erfreuen; die zwei Werke werden unter der Hand eines solchen Künstlers in ihrer monumentalen Größe wieder erstehen.

*DaS malerische Gießen", so nennt sich eine Kunstmappe, die dieser Tage in Elwerts Kunstverlag, Marburg, erscheint. Karl Armbrust, ein Kasseler Maler, bekannt durch seine farbigen Kunstblätter in Elwerts Bilderserie Hessische Kunst", sowie durch seine MappeAlt-Marburg", hat nun auch Gießen als Feld seiner Tätigkeit auserkoren. Daß Gießen in der Welt alsmalerische Stadt" bekannt ist, wird selbst der glühendste Lokalpalriot nicht zu behaupten wagen. Um so erfreulicher ist es, daß ein Künstler auf das hinweist, was wir in Gießen mehr als viele andere Städte an malerischen Straßenblldern haben. Denn Gießen bietet mehr, als mancher glaubt. Erst jetzt werden viele einen Blick für die geschlossenen Straßenanlagen der Altstadt bekommen, wenn sie die Mäusburg, die Schulstraße, die Kirchüraße, Walltorstraßc nach Armbrusts Rezept zu betrachten gelernt haben. Helfe jeder, das malerische Gießen bekannt machen! Wer hat nicht Freunde und Verwandte draußen, die sich gern an Gießen und seine Burgen erinnern! In Gießen selbst dürfte die Mappe auf keinem Weihnachtstische fehlen. Jeder, wird an Bildern, wieAnsicht vom Gleiberg", Gleiberg und Vetzberg",Botanischer Garten",Kirchstraße", Schiffenberg" selbst seine helle Freude haben. Ein befferes Werbemittel kann sich der Verkehrsverein nicht wünschen, als eine möglichst große Verbreitung der Gießener Bildermappe.

** Ausbildung freiwilliger Krankenträ- iger. Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz hat das Ministerium für Schulau ge- legenheiten ersucht, den Bestrebungen des Vereins durch Empfehlungen bei den Kreisschulinspektoren, Schul­vorständen und Lehrern eine wohlwollende Förderung cm geben n zu lassen. Die im Laufe der letzten 40 Jahre ein» geführten zahlreichen Verbesserungen eines gedeihlichen Zu sammenwirkens mit dem Heeressanitätsdienst, die mit den Fortschritten der medizinischen Wissenschaft wachsenden An­forderungen an die Ausbildung des Pflegpersonals, das in steigender Anzahl von der Heeresverwaltung für den Kriegs Ml in Anspruch genommen wird, haben die Pflichten des

Roten Kreuzes nach und nach bedeutend erweitert. Leider hat der Landesverein, was seine Ausbreitung betrifft, da­mit nicht gleichen Schritt gehalten, vielmehr ist die be­dauerliche Tatsache .zu verzeichnen, daß er heute 12 Zweig- vereine weniger zählt als 1871. Wenn der Verein bei Lösung seiner Aufaabe nicht zurückbleiben will hinter an­deren Verbänden des Roten Kreuzes, die seil dem letzten Kriege an ihrer Ausgestaltung eifrig und mit Erfolg gear­beitet haben, so muß er alle Kräfte anspannen, um das bis­her in dieser Hinsicht Versäumte nachzuholen. Die Lehrer­schaft ist neben der Geistlichkeit wohl am meisten dazu geeignet, das Verständnis für das Rote Kreuz besonders auf deut Lande zu verbreiten und womöglich Zweigvereine ins Leben zu rufen.

** Jugendpflege. 'Der Rhein-Mainische Ver­band für V olksbildnng veranstaltete Mitte November eine Fachversammlung" zur Beratung der Fragen, die mit der Er­ziehung und Fortbildung der nicht mehr schulpflichtigen Jugend zusammenhängcn. Vertteten waren außer den ständig mit dem Verband in Fühlung stehenden Bildung'sorganisationen der Mittel- rbeinkreis der deutschen Tuvnerschaft und mehrere ihm zugehörige Ganverbände und Einzelvereine, der Frankfurter VereinFugeno­wohl", die evangelische Jugendhelfervereinigung, für Hessen, der evang. Wattburgverein in Offenbach a. M., der katholische Lehrer- mnenverein, der jüdische VereinMontefiore", der Jugendbil­dungsausschuß der Sozialdemokratischen Partei und anbere Ver­eine. Bei aller Verschiedenheit der politischen und religiösen Stellung der an der Beratung beteiligten Personen stellte sich doch als gemeinsam heraus das pädagogische Ziel: Heranbildung tüchtiger, charakterfester und ideal gesinnter Persönlichkeiten, und eine große Anzahl rein prattischer Vereinsbedürfnisse, wie Redner­vermittlung, Lehrmittel, Beratung bei Aufstellung von Pro­grammen, Handbibliothek und Archiv für Jugendbildner, Haft­pflichtversicherung usw. 'Der Berichterstatter, Pft. Mster-Höchst am Main, sowie alle Redner waren darin einig, daß der Rhein- Mainische Verband für Volksbildung die geeignete Stelle sei, an der sich die verschiedensten Bestrebungen, zunächst zu praktischen Zwecken, vereinigen können. Ins Auge gefaßt wurden zugleich weitere vom Verband einzuberufende Tagungen, in denen die verschiedenen Richtungen ihre pädagogischen Anschauungen und Erfahrungen werden austauschen können.

** Vortrag für Damen. Man schreibt uns: Madame Lola Bernhard, eine erfahrene Lebenskünst­lerin, hält am Dienstag, 28. November, in Steins Garten einen wissenschaftlichen Vortrag für Damen mit praktischen Vorführungen. Es werden in diesem Vortrage'.alle Gebiete berührt, die unsere heutige Damenwelt beschäftigen. Ge­sundheit, Schönheit, Mode, Grazie usw. werden von der Rednerin ausführlich behandelt, und die Zuhörerinnen-wer­den über alles Wissenswerte Aufklärung erhalten.

Kreis Friedberg.

-l- Butzbach, 24. Nov. (Gemeinderatssitzung.) Zunächst wurden die Verzeichniffe über die Ausstände und nieder­zuschlagenden Posten für die Stadt und das Elektrizitätswerk aus Dem Rechnungsjahr 1910 genehmigt. Alsdann wurde das Schrei­ben der landwirtschaftlichen Haupt-Geiwssensck>afi Friedberg vom 4. November 1911 verlesen, nach dessen Inhalt die Genossen- schäft zurzeit noch mit der Bahnoerwaltung der ButzbachLicher Eisenbahn wegen der Geleisanschlußfrage verhandle und nach Lösung dieser Vorftagc mit der Bürgermeisterei wegen Ueber- lassung von Gelände für das Lagerhaus weiter verhandle. An der vom Kreisamt Friedberg auf Montag, 27. November, anberaumten Sitzung, betreffend Beratung des Ortsbauplans der Stadt Butzbach, sollen sämtliche Mitglieder des Stadtvorstandes, und nicht nur der Bauausschuß, teilnehmen. Gemeinderat Heil empfahl dem Gemeinderat den Antrag der Wasserwerkskommission wegen Abänderung des Ortsstatuts über Erhebung von W a s s e r g e l d, und den Tarif zur Genehmigung. Nach Ver­lesung des Tarifs schließt sich Heyd den Ausführungen des Ge­meinderats Heil an. 'Der Tarif lautet: Klasse I. Einzelne Personen, die ein eigenes Einkommen haben, jedoch keinen eigenen Haushalt führen und in einer selbständigen Stellung befindlich sind, zahlen, falls sie ein Jahreseinkommen von 9001500 Mk. haben, 50 Psg. für den Monat, von 15003000 Mk. 1 Mk. über 3000 Mk. die Hälfte der Klasse, welcher sie alsHcrushaltnngs- vorstand dem Einkommen nach angehören würden. Masse II. Einwohner mit einem Einkommen unter 750 Mk. zahlen 50 Psg. im Monat. Klasse III. von 750 bis 1100 Mk. 80Pfg. Klasse IV. von 1100 bis 1500 Mk. 1 Mk. Klasse V. mm ,1500 bis 2000 Mk. 1,50 Mk. Klasse VI. von 2000 bis 2600 Mk. 1,75 Mk. Klasse VII. von 2600 bis 2900 Mk. 2 Mk. Klasse VIII. von 2900 bis 3599 Mark 2,25 Mk. Klasse IX. von 3600 bis 4999 Mk. 2,50 Mk. Klasse X. von 5000 bis 10 000 Mk. 3 Mk. Klasse XI. von 10 000 bis 14 999 Mk. 3,50 Mk. Klasse XII. von über 15 000 Mk. 4 Mk. Oppenheimer ist der Ansicht, daß einzelne Personen ge- bührensrei sein müßten. Dr. Vogt führt Beispiele an, wonach dieses eine Ungerechtigkeit sei. Oppenheimer schlägt einen neuen Taris vor. Hierauf wurde der Kommissionsantrag mit großer Mehrheit angenommen. Heyd verliest das Protokoll der technischen Kommission über das Abänderungsprojekt zur Kläranlage, und erläutert den Standpunkt der Kommission. 'Da die Diaphragma- Pumpe zu klein sei, habe die Kulturinspektion Friedberg auch die Anschaffung einer neuen größeren Pumpe empfohlen. Tie Kom­mission stelle, weil es sich um eine Ausgabe von mehreren 1000 Mk. handle, den Antrag, das von Großh. Külturinspektion misgearbeitete Abänderungsprojekt zur Klärbeckenanlage einer Autorität vor­zulegen. Dr. Vogt schließt sich dem Anträge der Kommission an. Oppenheimer schlägt Ingenieur Dr. Heyd in Darmstadt vor, womit der Gemeinderat einverstanden ist. Hierauf beantragt Heyd Abänderung der Kanalsatzungen des Ottsbaustatuts unb Ausarbei­tung der neuen Satzungen durch die technische Kommission. Dr. Vogt stimmt dem Anträge zu und beantragt, daß auch der Ent­wurf der neuen Satzung dem Ingenieur Dr. Heyd zur Begut­achtung vorgelegt tverben müßte. Dem Anträge wurde zugestimmt Beigeordneten Heil beantragt, die Bürgermeisterei solle bei der Militärbehörde vorstellig werden, daß von den Soldaten keine festen Körper, Lumpen, alte Drillichjacken usw. in die Abortanlage ge­worfen würden. Bezüglich Llnfstellung allgemeiner Richtlinien für die ständigen Kommissionen schlägt Oppenheimer vor, daß 1. den ständigen Kommissionen die Berechtigung erteilt werde, 2 bis 3 Bürger zu den Sitzungen zuzuziehen: 2. jeder Kommission Bau-, Wasser- und technischen Kommission ein .Betrag von 50 Mk. für Publikation und Information zur Verfügung gestellt werde. Beide Anträge werden angenommen. Der seitherige Hilfs­schütze Johannes Binger wurde einstimmig als Feldschütz ange­nommen. Oppenheimer berichtete über seinen Antrag, betreffend Maßnahme gegen die Leb ens m i t te l teu e r u n g, und be­dauert, daß der Bürgermeister eine Sitzung nicht früher anbe­raumt habe. In anderen Städten sei diese e-acfe von der Bürger­meisterei aus in die Hand genommen worden. Nun hätten die meisten Leute ihren Bedarf an Kartoffeln gedeckt. Bürgermeister Flach verliest hierauf das Schreiben des Detaillistenvereins welches entschieden gegen die Ausführungen der Stadlräte Oppen- yeinier und Heyd in der Stadtratssitzung vom 20. Oktober be­züglich der Teuerungsoerhältnisse gerichtet war. Es entspreche durchaus nicht den Tatsachen, daß die Preise der Kartoffeln durch die Händler verteuert werden. Oppenheimer macht hierzu gegen­teilige Bemerkungen, indem er sagt, das Interesse mehrerer lausend Bürger stelw ihm näher als das von 5060 Tetaillisten. Tie Preise des Schweinefleisches seien hier gegen andere Slädke zu hoch Heil ist der Ansicht, daß man sich nicht zu viel in die Geschäfte einmischcn soll. Dr. Vogt ist gegenteiliger Ansichr Oppenheimer beantragt Bildung einer Kommission, die mit den Metzgern megen Herabsetzung der Fleischpreise unterhaiideln soll, Nachdem noch Bürgermeister Flach, Tröster und Heyd gesprochen, wird der Antrag Oppenheimer angenommen. Heyd tritt nochmals den Ausfüb rungen des Detaillistenvereins entgegen. Aut Vorschlag Oppen Heimers luerben zur Kommission gewählt: Bürgermeister Flach, Heil und Grauer. Dr. Vogt macht darauf aufmerksam, daß cVv Kommission vor der Verhandlung mit den Metzgern erst genügend

lelephon 4.

Annahme- kegelmöhi u. LutzM

Abermals ein Erdbeben in Süddeutschland.

Freiburg, 27. Nov. Heute früh wurde in der Rhein- ebene abermals ein Erdstoß wahrgenommen, der von leich­tem Getöse begleitet war.

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Unterlagen verschafft werden müßten. Oppenheimer versprach dafür Sorge tragen zu wollen. Die Anbringung einiger elektrischer Straßenlampen an dem Gambacher Weg und der Hockweisler Straße wurde genehmigt. Das Gesuch der Lehrer der hiesigen Stadtschule, um Befreiung von der gesetzlict)en Bestimmung, be treffend Losholzbezug, wurde genehmigt. Dem sozialdemokratischen. Wahlverein, Filiale Butzbach, soll die laildwirtschaftliche Halle zur Abhaltung einer Versammlung am 3. Dezember 1911 über­lassen werden, weil er hier einen Saal nicht ermieten tonnte wegen der Befürchtung des Militäroerbots. Die Ackerverpachtung bezüglich der Grundstücke des Armenfonds, welche in der tzK- martung Niederweisel liegen, wurde genehmigt. Zur Eindeckung der Kleebergerstraße mit Steinkleinschlag soll mit der Brauerei Melchior vereinbart werden, den Steinkleinschlag, den die Stadt stellt, kostenlos anzufahren. Tröster macht Mitteilung über die Pumpanlage des ftädtischeii Wasserwerks und empfiehlt die An schaffuiig einer neuen Pumpe. Dieser Gegenstand soll in nächster Sitzung beraten werden. Grauer beantragt Anschaffung von 15 Wassermessern. Der Antrag wird genehmigt. Braubach hält die Anbringung eines Venttls an die Wasserleitung im Keller des Forsthauses, weil solches nicht vorhanden sei, für iwttocnbig. 'Dem Antrag soll entsprochen werden. Oppenheimer rügt, daß die letzte Feuerwehrübung am Nachmittag abgehalten worden sei, wodurch die Leute geschädigt würden.

Kleine Cageschronik.

'Das Dienstmädchen, das in Olmütz seine Schwester mit einem mir Arsenik bestreuten Kuchen zu vergiften suchte utid dadurch die zwei Kinder des Dienstherren ihrer Schwester tötete, steht im Verdacht, auch seine Eltern ermordet! zu haben. Der Vater war auf einige tausend Kronen versichert Im März starb der bis dahin vollkommen gesunde Mann nach kurzer Krankheit und wenige Monate später auch die Mutter.

In den letzten 48 Stunden ist in ganz England ein starker Temperaturwechsel eingetreten. In den nördlichen Graf­schaften herrschen Frost und Schneestürme, teilweise ist das Thermometer auf sechs Grad unter Null gesunken.

Die JnselSpitzbergen konnte in der Nacht Mm 24. No­vember zum erstenmal auf telegraphischem Wege mit der Welt in Verbindung treten.

Aus Serajewo wird gemeldet: Die Stadt Visokv brenn t seit Freitag morgen 3 Uhr. Es sind bereits 300 Häuser niedergebrannt.

Lin Nachspiel zum Schapiro-Prozeh.

Der Beleidigungsprozeß des Beigeordneten Berndt in Mainz und der Mainzer Polizeiassistenttn Fran Dr. Scha- Piro^ gegen den Verleger desMainzer Neuesten Anzeigers Heinrich Hirsch wird nunmehr noch ein weiteres Nachspiel haben, da der Beigeordnete Berndt gegen Hirsch und den ver­antwortlichen Redakteur desNeuesten Anzeiger", Steiger­wald, erneut Strafantrag wegen Beleidigung gestellt hat. Die Beleidigungen sind in einer Reihe von Artikeln desNeuesten Anzeiger" enthalten, die nach der Verurteilung erschienen und worin die gleichen Beleidigungen wiederholt wurden, die der An­geklagte in der Verhandlung als grundlos und unbeweisbar zurück­zunehmen sich bereit erklärt hatte. Weiter soll aber Hirsch den Beigeordneten Berndt .in Privatgesprächen unter Vor­zeigung von Briefphotographien schwer beleidigt haben. Wie der Frkf. G.-Anz." hierzu erfährt, handelt es sich bei den Bries-- photographien um solche, in denen der Beigeordnete Berndt einer Dame ein Heiratsversprechen gemacht hat unter der Be­dingung, daß sie zum evangelischen Glauben übertrete. Im Schapiro-Prozeß hatte Berndt auf das Bestimmteste behauptet, daß ein solches Versprechen nicht existiere. Auch der Gerichts­vorsitzende bat sich darüber nicht geäußert, ttotzdem ihm der Brief vorgelegen haben soll.

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4345

7600

3600

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58.0060.00

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le. Frankfurt a.M. Vieh Hof ^Marktbericht vom 27. Nov.

Auftrieb: 1023 Rinder, darunter 312 Ochsen, 34 Bullen, 677 Kühe und Färsen, 245 Kälber, 310 Schafe, 2537 Schweine.

Tendenz: Rinder lebhaft, flaute ab, kein lleberftanb, Kälber gedrückt, geräumt, Schafe flott, geräumt, Schweine flott, verbleibt lleberftanb. ~

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 47 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) Jnnge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.

Vollfleischige, jüngere..........

F ärsen, K ü h e.

Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Voltfteijchige ausgemästete Kühe höchstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen . ..... ältere ausgemästete Kühe ....... Kalber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber ....

Geringere Alast- und gute Saugkälber . . . Schafe.

Märkte.

K3 c. Frankfurt a. M., 27. Nov. (Orig.-Telegr. desKietz. Anz."l Amtliche Notierungen der heutigen Fruch t marftpreiie. Weizen (hiesiger) Mk. 21.1021.20, Kurhesstscher Mk. 21.1021.20, Welterauer Mk. 00.0000.00. Roggen lhiesiger) Mk. 18.9019.10, Gerste (Wetteraner) Mk. 21.75 bis Mk. 22.75, Gerste, Franken, Psälzer, Ried Alk. 21.7522.75, Hafer Mk. 18.7519.00, Mais Mk. 17.3517.45, A eizemnehl 0 Mk. 30.5030.75, Weizenmehl I Alk. 28.5028.75, Weizenmehl III Alk. 25.5025.75, Roggen- mehl 0 Mk. 26.5027.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 25.5026.00,

5-Ziehung 5. Kl. 22;

Ziehung vom 25. Kc tadie Gewinne über 24 Nummern in E Die Gewinne fallen a A , beider e Gewflhr.)

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fc Frankfurt a. M., 27. Nov. lOrig.-Telegr. desGieß.