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Samstag, 25. Dezember (9(1
Roianenfbvucf unb Bettet der Brühl ch« Uncxrfuätl - «nb EtetnbtudcccL
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tte ..Oletzener Joralllenblätter* re erb en bem ,91n<eifler* otennal reddienlltd) betgdegt. bal „Krclsblatl für bea Kreis Liehen- ireetmal wöchentlich. Tte „randwirilchaftllchen Seit« fragen*' erscheinen monatlich troeunoL
Ausland«
Tie russische NcieysD u i.» a nahm im
Deutsche» Nesch.
Das Tronprnuiiiuc x> o । »,i a r । uj a 11 a m f gibt folgend .n Bericht aus: Tas Befinden der Äronimnieffin und des Prinzen ist a,idaucrnd gut.
Ten „Münchener 'jteucflcn Nachrichten" zufolge, hinterliest der verstorbene Verleger Knorr zugunsten der Pens io ns- an st alt der deutschen Journalisten und Schrift- ftcller, des Landesverbandes der baycrisd-en Presse und des Münchner ^onrnaliucn.Vereins zu karitativen Zwecken inSge- scunt 45 000 Mk.
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Glebeu, LS. Tez. Tlorttbendil. Sink beutigen, Ll'ocben- markte loncie: Butter pr. Pst». 1,40—1.45 Ü.f, Hlchnereier 1 Et. u—12 Höfe pt. Et. 6—d ttg, Käfemalle 2 Et. 5—6 t.lg.„ Tauben pr Tr. u,ho—1,00 Wit, pübuer pr. Et l,oO—1,60 VJM., ahnen pr. Etiid 0,80—1,80 W<fw Luten pr. Et. 1,80—2,20 WIL todnle bai Pfd 80—90 Pfg^ Lchfenneisch pr. Pld. 82—00 Vg„ RiuDsleifch pr. Xhutö 84—86 Uuhslcifch 70 Pfg^ Echweine-
.eijo) pc. Uunb G4—86 halbheikt) pr. Pfd. 76—8u . Ig,,
vaiinnelueifch pr. -Jb. 60—esu Plg» harioiidit pr. luO hg, 7.00 L'i4 tijüu Wit», Weißkraul bat Etuck 15 bis öu tfg^ Zwiebeln per Zlr. lu,Ou—12,00 WiL, litld) bas xüer 22 vig., wep-el per Zlr. 15 bis 20 Wit, -lüfje 100 Etuck 00—4)0 t’g^ per .^lr. 0—ou -iL Pinien da» Pfund 15—25 i-fg. L.arktzeit von 8—2 Uhr.
Aus dcm baye.ijchcn Wahlkampf.
Die Münch.'n -r „3.nLrunuparIamcmari|d)c Korrespondenz" gibt das Abkommen über die Schaffung eines Blocks der Liberalen in Bayern bekannt. Tanach *jabcn die Sozialdemokraten, Liberalen und Ältbayerischcn Bauernbündler für die bayerischen Landtagswahlen einen gemeinsamen Vertrag geschlossen. Diese drei Parteien ivollen 23 Zentrumsmandate erobern und wie folgt verteilen: Den Sozialdemokraten München-Land, Miesbach, Augsburg 2, Mempten I, Würzburg I, Speyer, den Liberalen Regen, Lindau, Kempten II, Memmingen, Sonthofen, fliegen i, Bamberg, Ebermannsstadt, Hof, Homburg, Germersheim, ^Innrocter, den Ältbayerischcn Bau ec n- bündlern Traunstein, Ebersberg, Deggendorf, Vilshofen, fliegen (Erstes Mandat).
wege die Regierungsvorlage betrenenb den Ankauf der Warschau-Wiener Bahn zum 14. Januar 1912 in allen drei gelungen mü allen Stimmen gegen die der Polen und einiger Loziatdi.morrali.il an uno witv ,ar Dai Uiuuui d2,2 Milliviien fliubel an. Sie Ooligationsschuld wird aus Rechnung der Krone übernommen.
Zu den französisch-spanischen Verhandlungen meldet der „Temps", dast Spanior den französischen Vorschlag ablehnte, nach dcm eS die vom Sultan unter Mitwirkung Frankreichs erlassenen Ersetze in seiner Zone amonom aiuvaihcn könnte. Spanien verlangte eine solche Unabhangigkeü, dost seine Zone geradezu in ein Annexionsgebiet umgewandelt werde.
itt Ho.mö-e.jabrit Th. ^rück, Gießen Ecke Schlag
afrikanische Becken an ckließen will. £b der neue Reichs- tag, der, wie der alte, d.n neuen Kolonialgewinn nur als einen durch die fran öfi eben - Monqo^eiclliu af:cn g.schmä- Icrren, recht fragwürdigen Besitz anschen dürfte, dem neuen KolonialselretQi die crforbcrlidicn Millionen bcivilhgcn wird, fleht noch sehr dahin. Und ebenso ist eS äußerst .Nvcijclhaft, ob Herr Tr. Solf der Mann ist, deutsches Kapital für Reil-Kamerun zu interessieren, wie es sein Vorgänger T e r n b u r g namentlich si. Südwestafrika tat.
jedenfalls hat Tr. Solf während seines jepigen Aufenthaltes in Tcutschland den Eindruck gewonnen, daß er seiner neuen Würde gewachsen ist Ader eine dankbare Ausgabe hat er sich damit nicht gestellt. Tenn waö er auch für unsere älteren Kolonien tun mag, seine Gegner werden ihm nur zu leicht Vorhalten können, dast eS sich dabei um das Verdienst feine: Vorsänger handle. Und wenn er für Neu-Kameruu Geld uno immer wieder Geld fordert, ohne dem Reichstag eine flicniabilirätöbcrcdjnung vor- legen zu können, die dieser für pupillarisch sicher hält, so dürste der neue Kolonialstaatssekretär sich nur zu bald aus der Wilbelmsrraße zurücksehnen nach den glücklichen Eilanden von Samoa.
Berlin, 22. Dez. Ter Kaiser ernannte den mü der Wahr«-.Hüning dec Geschäfte des Staatssekretärs des R.ichS- loloniatamts bclrauLn Gouverneur von Samoa Tr. Soli unter Verleihung des Eharaklers Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz zum Staatssekretär des RcichStolonialamts.
Znc Aufklärung: Wenn von Gießener Möbeln gesprochen wird, so Hal das ebenso seine Berechtigung, als wenn man vonTarmitadter Möbelnspricht!,2LaS smdTarmitädtcrMöbel?" Loch nicht etwa inTarmsiadl nochEntwürfenTarmitadterNünstler angefcrtigte Möb:l, sondern metuenS nur von Berlin und anderwärts bezogene Stücke die nur in Darmstadt verkauft werden. LcShalv orientieren Sie sich bei bekannten, seit langen Fahren besuchenden Zirmen und kaufen Sie da, wo Innen die Gewißheit tadelloser Lrescrung unter reeller Garantie gesichert ist.
Em großer Teil meiner Möbel wird in meinen Schreiner- werkstältcn tüchtig nach den Gesetzen der Handwcrkcrlunst . itgeitcUt. Sämtliche Polsierioaren werden i.uc fac^;ei.;.j in meinen eigenen Poiiteriocrl-tättcn ausgeführt.
Pieuie Ausstellung auf der Hess. LanoeSanS tellung Darm iaüt 19u8 (Hünülcrfolonie auf der Mat o.- nach Entwürfen von Prot Citrid) und anderen wur^e den
w U nberf rorett Wirt: „Die haben mich ,u sprechen verlingt?" — Fremder: ^Allerdings, ich must mich über Ihre unverschämte Rechnung beichweren! Zn meinem Reisehandbuch ist Ihr Gasthof all besonders gut und preiswert empiohlen worden!" — Wirt: „Run, was wollen Sie dann von mir? La beschweren Sie sich doch bei dem Herausgeber dcS Reisehandbuchs!"
Vermischte».
ff. Hinter Klo st c r in a u c r n. Von bem ehemaligen Minister des Innern EonstanS will ein Panier Blatt folgende reizende Klostergeschichte haben, die im Jabre 1880 spielt. LamalS wurde gerad: das erste Gesetz über die Aufhebung und Einziehung von Klöstern erlassen, und b*t Prünkicn der LeoartnncntS crlnclten den Befehl, die Ausführung des Gesetzes unverzüglich zu vcianlasjen Ter Präfekt des T-epartemeni» Maine et Loire sandte EonstanS folgenden Bericht über die Bcicküaanahme eine! Klosters zu: Tv.> Kloster war völlig vereinsamt, und nur ein Greis im Alter von ungefähr 90 Jahren war von den Mönchen zurückgclassen nwrden. Tränen rollten über seine Wangen, all er mir klagte. „Herr Präfekt, madjen Sic mit mir, waS Sie wollen. Aber beben tat Cie, ich habe keine Familie und mein nicht, wo ich mein Leben beschliktzeu soll. Wenn Sie mich vor dee Türe setzen, bin ich dcm Hungertvde preiSpepeben." Ich beruhigte ihn und gab ihm die Zusicherung, dast ich für ihn ein Heun finden würde. Ter Greis dankte mir und wollte hodxtrfreut mü mir daS Kloster verlassen, all er plötzlich die Frage an mich richtete: „Aber sagen Sie mir, Herr Präfekt. waS haben wir denn Philipp angetan, dast er uni so behandelt'?" — „Philipp? Welchem Philipp?' — „Öbct bem König Louis Philipp . . ." Die Revolution von 1848, der StaulS- ürelch, das zweite Kaiserreich, der Krieg von 1870, die flteveluiwn und der Aufstand der Kommune roaren spurlos an dem Kloster vorbei gegangen, und nickstl hatte die Stille und Einsainkeu der von alter Welt abgeschlossenen Mönche gestört.
kf. Ter Humor bet chinesischen Artillerie. Troy ihrer modernen Gefchütze und Ihrer curopäddbfn Vebrcr Icheuien die Ehlnelen In der Artillerie noch recht wenig bewaiideit zu lein- 2ord Beielforb, der durch seine Floltenieden befamue Admiral, erzählt von den Kanonieren del .hlinnilisctzen Reiches" ein bezeichnendes Erlebnis aus dem Fahre 1904. Zn Chanahai 'ührte man ihm eine chinesische Batterie vor. ®e|d)üqübiiihKH luurDcn angestellt und u. a. erhielten die Kanoniere den Be'eht zum Üadeu. Auf eine höchst merkwürdige Weise ging die Ladimq vor sich und es hätts ntcbt viel daran gefehlt, so wäre das ganze moderne Geschütz bei der Adleuerung des Cchusies in Die liull geflogen. Rechtzeitig rief Lord Beresford noch dazreiswen: ,vaUrn cic ein, ober eine Exp'asion edolgtl* Ein chinesischer Csilziec antroocieie ganz gelnsseii: ,0! vielleicht 1 Beim letztenmal sind aüerdmgS durch eine Explosion 14 Mann getötet worben, aber manchmal geht el auch gut* Kurze Zeit baranf besichligte Vorb Beressorb em Fort und bort fiel ihm desonberS bie etgenlüinlichc Aiisslellung von lüns ^--schützen aus. Ti« waren in einer time hmtereiiianber ausgesiellt, teilweise In die Erde gegraben, aber so. daß die Geschützniimdvnqen nach dem Innern bei oon« zeigten Aber auch wenn bi« Rohre nach autzen gebrehl worben ivären, würde ein Ernltsall recht bedenkliche Folgen für tut Berlccbmcr geze tigt haben: denn unweigerlich wären die Bebienimgsmaim- jchast-n bet oorbeten Geschütze von ben Hinteren übet ben Paulen geschossen worben. Als Horb Beressorb einen hohen Mcmbarin baraui aufmerksam machte, erwiberte biefer nach langem Dladj- benfen : .Ta« mag sein; ober bal Wesenttiche ist boch, bau daS Geichast bie flieihen bei Feinbes trifft, wenn babet auch einige vor unseren Leuten getötet werben.
Die o»rh* A p p 7 t P ",n<1 Ton 12 thr mittag bl» 12 Ihr »Übenden H C 1 L IC nacht» nur lür dringende Fälle »kher amutreffea : D
Sonntag, den 24. Dezember:
Dr. Meyerhofi, fcdd-Aula^e (5eabaa Mcolan»), Dr. Fioch, Alterweg <A
Am 1. Feiertag, 25. Dezbr.:
Dr. Geyer, Seltersweg64. — Dr. Schliephake, Goethebtr. 44.
Am 2. Feiertag, 26. Dezbr.:
Dr. H.iein, ust-Anlage 87.
Sanitäterat Dr. Zineaer, Goethestraeee 10.
gasje,
sGicstener Ltraskammcr.
Giesten, 22. De». Gewerbsmästiger Güterhanbel.
Ter Gütcrhänbler M. S. von Wüstwillenrod Halle mü einem Landwirt aus G u n z c n a u d.i einem Notar in Fulda einen Vertrag abgeschlossen, inhaltlich dessen er in Gemeinschaft mit einem zweiten Guterhänbler etmächtigt war, den ganzen Besitz bcs Landwirts, darunter 41 Grunoitücke, mü AuS.iapme eines Bettes zu vcräustern. Betde Güterhändler garamierlcn einen Erlös von 18 ÖUU Mark. Einen e.waigen Mindererlös rnust.e.r fic aus eigner Tasche zulegen, doch sollte ba'ur ein etwaiger Mehrerlös ihmn gehören. cpcwerbsmäst:ge G.UcrhänoIer iina in Hessen ücrpihcpiil, von jedem Erwcrb eines Grund^ücts dein zustuiwigcn KreiSamt Anzeige zu machen, i.c-j aber hat 3. im aoiluguioen Falte nicht gvian und in deshalb vom Lchönengericht m Lauleibach zu lüu Mk. Gclbitrase verurteilt word-n. Gegen dieses Urteil hat sowohl der Amtsanwalt als auch der Angettagle Berusung angelegt. Ter AmtSanwalt war der Ansicht, dag der flngctlagtc weg.n Ueberlrctung in 41 Fällen beitraii werben müsse, weil für jetkv e.nzelne Grundstück Anzeigepilutzt bestehe, ^et An- gellag.e begehrte Frettpre^-ung, weil ui dcm nolariel.en Vertrag nur eine VollmaQüserleilung und kein Kaus ctühatten iet Tas GcriüU war der Ansicht, dast in dem Vertrag ein verstecktet Kauf liege. ES wies beide Leruiungen als unb.gründet zuruck, so bau cs ba Der Verurteilung zu löO Mk. G^Dgraje jcm B.wenden behält.
Ein Streit mit der StandeSherrschäft.
Tie G.mcinde Landen Hausen hat vor 63 Jahren mü den Freiherrn von Riede sei einen Vergleich aogcicyionen, nach Dein das WaliXi^emum der Standesherrscha't anerkannt, den G.meindcbewoh.iern aber ein jäprli^er B.;ug von Holz sog. ^apruol) zugcsia-.r: wurde. Ncueroings Hal nun o.e Frci- hcrclichc For..vcciuattung iac O.e Abiahrt Dieicj Zahr^sh.l.e^.- b?- Himniie Lage oorgesu/aeben, deren pii^ieinpaltung cus Forst- itOKl bcirrafr roiro. Tie Gemeinde aber iah in dieser An- i
sächlich ha. dort jcd.r sein Zayrholz an Dem Tage hcimgesahrcn, an dem tö ihm pastre. Zum Protest fuhr nach einer (ikmcuUk- ra.Sjibung der Bürgerniciuer an einem verbotenen Tag. in Den Wals, raurb. ange^cigt und vom Fcldgeriäst zu Lauterbach zu einer Mart Geldnruie terur.e.It. Ec beru t «ich aber aui^dcn aögeschloss.nen Verg.eicv uiu ve^angt Freisprechung Ta- Gericht etllärte. Die zivürechl^ichc Frage, oj d.c Ge.n uldc zur ^)ol uosuhr unemg.schrunU bere^ligi s.i voet s.ch 'or^voi.zau...en Mabtlahuien D.r B.horDe in dem ermähmcii al.cn
lassen ni-H’e, könne oah.nze,.ellt btcujcn. -e: Angettagt. ho^c r.iuA bcewillig, lonDer.i in ül.ii guten Giuubc.i an c..i ,h.. w r..ich oder no^> vcrme.n.tich zu .e^?nves R.'-. ^a/aaue.t. -as U.t::* Durch uno b:r ^ngeüag^e lU.jjQpco-yca.
Der n:ur Kolon alftaotsfetretär.
Seitdem am 3. November Herr v Lindequist die Leitung LeS Kvkonialamts niedergekegt haue, weil er von Herrn v. Bethmann-Holliveg und Herrn v. Kiderlen Wächter bei ben Marokko- bezw. Kvngoverhaitdlungen übergangen worden war, und man trotz seines Widerstandes qegen das recht fraawürdige Abkommen mit Frankreich btc Verteidigung dieses Abkommens im Reichstage von ihm verlangte/war daS ReichSkolonialamt verivaist, tvenn auch der tVouvcr- neur von Samoa, Dr. o i i, der ühjahr d. I. auf Urlaub in Deut.chland weilte, imertmisttsch mit feiner Leitung betraut war Obgleich Tr. Solf sein möglichstes getan hatte, um sich Herrn v. B.,hmann als Nachfolger Linde- quists iu empfehlen, so stand boch lange nickt je Fr, ob sich dieses Interimistikum in ein Tesinilivum wandeln wurde. Man glaubte vielmehr, das; der G ouverneur von Mtairtla, Frhr. v. Rechenberg, in das ReichSkolonialamt ein* ziehen würde. Nun macht das Wolsssche Telegraphenburean dem Fragespiel Solf oder Rechenberg ein .Ende, indem e5 die Mitteilung verbreitet: Ter G'ouDcrneur von Samoa, Dr. Solf, ist, wie wir hören, als Staatssekretär des Alcide kolonialamts in Aussicht genommen. Wenn aber das Welis- sche Telegraphenbureau ettvas hört, dann stimmt die Lad e, und somit haben wir in Tr. Solf ben neuen Kolonial- ftaatSsekretär zu erblicken, dessen Ernennung wohl nicht lange mehr aitf sich warten lassen wird.
Dr. Wilhelm Solf ist am ■>. CFtobcr 1862 in Berlin geboren, steht also jefct im 50. Lebensjahre. Er studierte zu- nächst Sprad)wissensd)ast am orientalischen Seminar und ging dann na chlur-em Aufenthalt in London nach Kalkutta, wo er indische Sprachforschungen trieb und zwei Jahre lang im dortigen deutschen Konsulat beschäftigt wurde. Dann studierte er Jura, war als Referendar im Gerid)tS- bienfte beschäftigt und trat als Assessor in die damalige Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes ein, von wo aus er (1898) als kaiserlicher Richter nad) Tar-eS-Salam (Ostafrila, geschickt wurde, eine Tätigkeit, bie er ein Jaljr darauf mit der eines Präsibenten des Munizipalrats aus Samoa vertauschte. Hier bewährte er sich während bei damaligen Wirren so, basz, al- Samoa durch den Vertrag mit England (2. Dezember 1899) in deutschen Besitz überging, er uim ersten Gouverneur der Inselgruppe ernannt wurde. Bolle zwölf Jahre hat er also in Apia seines namentlich in der Anfangszeit recht sd)lviertgen Amtes gewaltet.
In der Beurteilung seiner dortigen Tätigkeit gehen die Meinungen auseinander. Jedenfalls must es ihm als Verdienst angercdpici werden, baß er das samoanische Königtum abjdjaiite unb dafür eine Art Selbstverwaltung ein- führte. Auch wirisd)afllid) ist Samoa unter feinem Gouvernement müdilig vorwärts gekommen. Ist bod) biese Inselgruppe neben Togo bas einzige Schutzgebiet, bas feinen Reichszuschnst mehr criocbcrt, fonbern mit Hilsc einer Einnahme von 949 814 Mk. feine Ausgaben selbst bestreitet. DaS will bei ber Kleinheit her samoanischen Verhältnisse immerhin etwas bedeuten. Trotzbcm wollten in ben letzten Jahren bie Ang risse bcutscher samoanischer Pflanzer gegen Dr. Solf nicht fchweigen. Man machte ihm vor allem zum Vorwurf, baß er baj auf Samoa recht bcbentcnbe EngUinber- tum begünstige, baß er nicht genügend gegen das Unwesen der Mischehen (Hwi,d)en Weißen und Samoanerinnen) em- jchrcite, und daß er, statt die Samoaner zur Arbeit anzuhalten, chinesische Arbeiter ins Land eingeführt habe, die strasgcfetziich unb rechtlich ben Weißen glcichgestel.t worben wären. Wenn biese Vorwürfe mirilid) in vollem Um Fange begrünbet wären, wenn also bie Geiahr vorläge, wie sie allbcutjd)e Blätter nur zu oft an bic Wanb malen, baß Samoa schließlich anglisiert würbe unb sich bort ein Rassen- mischmasd) breit machte, so hätte man Tr. Solf zweifellos sd)on lange von seinem Posten abberufen. Man muß also im Neichskolonialamt ber Ueberzeugung gewesen fein, baß Dr. Solf trotz ber Schwierigkeit dec )amoani)d)en Bercält- nisse nicht über daS Maß des unumgänglich notwendigen an Konzessionen hinausgegangen sei. Wenigstens zeigte schon ber Umstand, baß ec Hei ber biesjährigen Frühjalirs parabe bem Kaiser ben samoanischen Lderhäuptling unia- lese, ben el)emaligen König, voistellen bürste, baß man in ben leitenben Kreisen mit bem Gouvernement Dr. Solss auf Samoa burchaus zufrieben war.
Lhnc Frage bebentet bie Berusiing Tr. Solss zum Kolonialstaatssekretär einen großen Sprung für ihn. Unb so sehr wir ihm diesen in Anbetracht der Verdienste, bic er sich unzweifelhaft um Samoa erworben, auch gönnen, so können wir uns doch eines leisen Zweifels nickt erwehren, ob sich nicht Dr. Solf mit ber Ueoernahine bcs flicici. kolonialamtes zu viel aufbürbet Wer zwoif Jahre l^ng an den glücklidten Gestaden der Südsee gelebt Hal und sic- nur mit den sarnoani chcn Verhältnissen befc?,..f igle, bring, höchstenfalls einige theoretische Kenntnisse für unsere Koä> nialpolitil mit. Den alle unsere Kolonien umia senden Blick gilt es sich erst anzucignen, soll er, sich nicht von irgcndwcld)en itolonialftiumuiigcii su Maßnahmen jon- icißen lassen, die in speziellen Fällen rechts großen Su aden anrichien tonnen. Nun soll Zwar Tr. Sois cm Mann fein, ber ganz genau weiß, was ec will, so bfiü er s c... von ben Hintertreppenleu^en des Reichslolonialamts wo. i nidit so leicht ein X für ein U vormachen lassen wirb, v. soll ihm auch eine große Arbeitskraft eigen fein, aver immerhin wirb es einige Zeit bauern, ehe er sich völl.g in sein neues Amt eingearbeitet hat.
Eine gewisse Schonzeit hat ber oeu.sche Reichstag einem Neuen 5taatS|efreiär nie V2r,agt. Ader für Heren ä: Solf liegen heute die Vcr. n-ntifFe in biLjer^ V- ’.c. mißlicher, als für jeden feiner Vorgänger. Denn feiner harrt neben ber Föroerung der übrigen Kolonien oie gro;;. Aufgabe, bas neiigewonncue Kougogeoici au Kamerun unb an uiifCU ganzes iia.ic.iau-- t.olvn.aiw.r. schaftssystem anzuglieber n. Tas erfordert nicht nur kolonialen Wenbeiet unb Organisationstalent, d'-- eijor.':r. auch große Gelbmittel, wann man i?lc Lchtairraiu heil in Neu-Kamerun erfolgreiai bc^.i . i, bie austcocknen unb Kamerun mir-eis» eer :
durch E'.,cnbaynbauiCti unb yafciiaui an j.i-j iiuu--
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Tcr sircitigc Fußpfad.
Die M. V Eb.-frau von Climbach war vvm diesigen Fcldgcricht »u einer geringen Geldstrafe verurteilt worden, weil sie trotz des Verbotes des Gi uiitümerl über dessen G'runhfrüd geganr.-n ist. Sie beruß sich daraus, daß es sich um einen all- gern in begangenen Fußpfad bandle, den zu benutzen, jie und die Familie ihres Ehemannes schon seit langen Jahren berechtigt fei. Auch in diesem Falle wird aul demselben Grunde wie in dcm oorb.rgehenden daS Urteil aufgehoben und die Angeklagte freigesprochen.
Zweite; Blatt itg. Zahrgcmg
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesjen
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