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3.6.1911 Erstes Blatt
 
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Geiste Christi reden:

Ach, hier ist alles Stcrnb unb' Nacht, Die Wahn unb Sünde trübe macht;

Ach, hier ist alles Not und Tod, Geht uns nicht auf dein Morgenrot.

Das Morgenrot bet bessern Welt, Das tote ein Hauch vom Himmel fällt^ Als Gottes Macht und Gottes Lust Durchblitzt die kranke Menschenbrust.^

ab als zu. Man muß ein Buch, nrie den RomanGrete Lenz", von einem so erfahrenen Kenner unseres Volkslebens^ ime es Heinrich Sohnrey ist, lesen, um die Gefahr, bte die großstädtische Kultur dem persönlichen Leben bringt, zu erkennen. Noch weniger hat sich durch die Kultur das Glücksempsinden des einzelnen Menschen gesteigert. Goethe: reiste 1786 mit der Postchaise nach Italien, Ludwig Richter! legte 1824 den Weg nach Rom über den Brenner und! Verona größtenteils zu Fuß zurück, ob jedoch die Menschen, die heute mit dem Luxuszuge nach derewigen Stadt" reisen, die Wunderwelt des Südens mit demselben Entzücken schauen wie diese beiden, ist zum minbesten zweifelhaft. Gegen die schweren Hemmungen, des Lebens, gegen Krank­heit, Alter, Tod, Leid schützt die Technik so wenig, wie eine Festungsanlage aus der Zeit Vaubans gegen die mo­dernen Ricsengeschütze. Deshalb wird die Menschheit immer noch den Trost und den Frieden suchen, die Kraft und den Antrieb begehren, die in den Männern lebten, die am Psingstfeste zu Jerusalem mit anderen Zungen redeten, und wird mit Ernst Moritz Arndt zu dem Geiste Gottes unb

Deutsches Keidt

Die Blätter melden aus Köln: Die Haupwerhändlung im Verfahren gegen den Pfarrer Jatho im Spruchkollegium wurde aus den 23. Juni festgesetzt.

Tageskalender. Samstag, 3. Juni: Wohltätig, iskonzert der Regimentskaveüe zum Besten des Invaliden.

Ausland.

In Rvm fand" am Freitag vormittag die feierliche Grund­steinlegung für die deutsche evangelische Kirche in Gegenwart des Botschafters v. I a g o w , des bayerischen Ge­sandten Frhrn. von und zu der Tann-Rathsamhausen, des Konsuls Schnitzler des Fürsten Bülow und zahlreicher Mitglieder der deutschen Kolonie statt.

Das Zuchtpolizeigericht in Paris verurteilte RoUet und M a i m o n wegen Spionage zu zwei Jahren Gefängnis und 1000 Franks Geldstrafe. Palliez zu drei Monaten Gefängnis.

Der französische Senat beriet über die Anfragen, betr. die Anwendung des Altersversorgungsgesetzes. Der Minister für Arbeit und soziale Fürsorge Bonconr erklärte, ein so bedeutendes Gesetz müsse mit Maß angewandt werden. Der Minister bat die republikanische Mehrl)eit, nicht ihr eigenes Werk zu verleugnen und der Regierung, die mit der Slnwendung des Gesetzes betraut sei, das Vertrauen auszusprechen. Der Senat nahm mit 225 gegen zwei Stimmen die Tagesordnung Combes an, die der Regierung das Vertrauen ausspricht, daß sie das Alters­versorgungsgesetz zur Anwendung bringen und Vorschläge über diejenigen Äenderungen machen werde, die die Erfahrung als notwendig erweisen loerde.

Tie Tclegraphenverwaltungen von England und Bel­gien haben beschlossen, eine neue Fernsprecheinrichtung zwischen den beiden Staaten herzustellen.

Wie das Reutersche Bureau erfährt, nahm die britische Reichslonferenz eine Entschließung an, daß die Londoner

Dom Uaiserpaar.

Berlin, 2. Juni. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser empfing im Beisein des Unterstaatssckretärs des Auswärtigen Amtes, Zimmermann, den neu Ernannten hes­sischen außerordentlichen Gesandten Frhrn. v. Biegeleben zur Entgegennahme seines Beglaubi­gungsschreibens.

Pasewalk, 2. Juni. Die Kaiserin traf um 10 Uhr 50 Min. hier ein, begab sich in der Uniform ihres Kürassierregiments nach dem Marktplatz zur Regi­me n t s f e i e r. Der Regimentskommandeur hielt eine An­sprache, in welcher er der Kaiserin für ihren Besuch dankte und mit einem Kaiserhoch schloß. Nach der Parade ritt die Kaiserin an der Sp itz^e der Standarten­eskadron zum Kommandeurhause zurück.

Die Kaiserin ist, so wird aus Potsdam gemeldet, aus Pasewalk am Freitag abend kurz nach 7 Uhr wieder in Potsdam eingetroffen und begab sich später in das Kabinettshaus zum Besuche des erkrankten Prinzen Joachim.

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F,ujt mit Kfts.

Zins Staöt und Lcrnd.

Gießen, 3. Juni 1911.

Pfingsten.

Es bedarf keiner großen Beweisführung, wenn man dem Menschen unserer Tage klar machen will, daß der menschliche Geist in den letzten 100 Jahren Staunenswertes auf allen Gebieten geleistet hat. Auf dem Gebiete der Technik sind in rascher Folge Wunderdinge geschehen. Es leben jetzt noch Menschen, die in ihrer Kindheit nichts von einer Eisenbahn wußten. Am 21. April 1827 legte das erste Dampfschiff, ein holländisches Boot, auf der Berg­fahrt in Mainz an. Ein pfälzischer Schriftsteller hat um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert den Luftballon Pariser Gaukelei" genannt, für die der Deutsche zu ernst sei. Unsere moderne Städtekultur übertrifft bei weitem die des Mittelalters, die man denke an die Bauwerke, die sie geschaffen hat von besonderer Kraft und Fein­heit war.

Diese Errungenschaften verleiten manchen modernen Menschen dazu, den Wert der Technik und Kultur gewaltig zu überschätzen und der Kraft der Religion zu mißtrauen. Glaube, Gottseligkeit, Buße, Lebenserneuerung sind ihm Worte aus einer Sprache, die er nicht miehr versteht. Vollends mit der Tatsache, die dem Psingstfeste zu Grunde liegt, mit der Ausgießung des heiligen Geistes weiß er nichts anzu­fangen. Nun mag man sich zu dem Berichte der Bibel über dieses Geschehnis stellen wie man will, das wird jeder unbefangene Historiker zugeben, daß jene Vorgänge auf dem Psingstfeste zu Jerusalem der Ausgangspunkt eines neuen Lebens gewesen sind. Eine kleine Gruppe von Menschen schließt sich zusammen, um unter ungeheueren Schwierig­keiten und Gefahren die Sache Jesu Christi auszubreiten. Sie gehen, wie man nach dem damaligen Stande der geo­graphischen Erkenntnis sagte,bis an das Ende der Erde" und gründen allenthalben christliche Gemeinden. Paulus, dem wir die Schilderung des eigentümlichen Geisteslebens der ältesten Christenheit verdanken, entfaltete eine weltum­fassende Wirksamkeit, er schreibt Trostworte, die nachwirken bis auf unsere Zeit, er setzt sich mit den höchsten Problemen des Lebens auseinander. Um das Jahr 1000 ist die Christia- nisierung des Abendlandes vollendet; das Leben aus Gott, der Geist aus Gott, wie er am deutlichsten in Jesus in die Erscheinung getreten ist, erfüllt Millionen von Herzen.

Dieses Leben, diesen Geist brauchen auch wir. Zwar über eine Christenheit, die sich sperrt gegen Kultur und Bildung, wird die Weltgeschichte zur Tagesordnung über­gehen, aber auch der Allermodernste wird nicht behaupten, daß die Kultur das Menschengeschlecht wesentlich besser, liebevoller und versöhnlicher gemacht habe. Unsere Straf­anstalten sind überfüllt, die Roheitsverbrechen nehmen eher

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Spuren prähistorischen Götterglau­bens im Alten Testament weist Hermann Gun­kel, der Gießener Theologe und Relrgionshistoriker, in seinem soeben bei Vandenhoeck u. Ruprecht in Göttingen erscheinenden BucheDie Urgeschichte und die Patriarchen" (Schriften des Alten Testaments in Auswahl übersetzt und für die Gegenwart erklärt, I, 1.) in Bestandteilen der Jakob- sage nach, die urzeitliche Züge enthält, welche schon zur Zeit der schriftlichen Fixierung der bis dahin mündlich überlieferten Geschichten nicht mehr verstanden und daher anders gedeutet wurden.

Jakob hatte in Bethel im Traum die Himmelsleiter erblickt, an der die Engel auf und nieder stiegen.Den Stein", so führt Gunkel aus,auf dem die himmlische Letter gestanden hat, behandelt Jakob nun als einen hei­ligen: er stellt ihn alsMassebe" auf und begießt ihn mit Del. Dieser Stein ist das eigentliche Heiligtum von Bethel. Steirwerehrung ist im Orient bei Phöniziern, Baby­loniern, Syriern, Arabern (Kaaba), Aegyptern (Obelisken) heimisch und auch dem ältesten Israel wohlbekannt. Masseben, d. h. mehr oder weniger kunstvoll behauene und senkrecht aufgestellte Felsblöcke, stammten in Kanaan aus vorgeschicht­licher Religion und standen wohl in jedem wohl ausge­statteten Heiligtum. Die älteste Anschauung ist dabei, daß der Stein gottbeseelt sei, eine Anschauung, die auch für Israel durch den Namen dieses SteinesBethel"Gottes­haus" belegt ist. Der für die Steinverehrung bezeichnende

Seerechtsdcklaration ratifiziert werden soll. Der Ver­treter Australiens enthielt sich der Abstimmung.

2lus London wird berichtet: Mc. Gowen,derPremier- Minister von N e u s ü d w a l e s , ist in Begleitung des Unter­schatzsekretärs H o l l im a n und des beratenden Ingenieurs bei der Regierung von Neusüdwales, Davids, nach Deutschland abgefahren, um die deutschen Untergrundbahnen und Tunnels zu studieren. Die Reise wird Köln, Bonn, Wies­baden, Koblenz, Essen (Ruhr), Berlin und Hamburg berühren. Die Teilnehmer an der Studienreise werden am 11. d. M. wieder in London eintreffen.

Nach einem bei der Hamburg-Amerika-Linie eingegangenen Telegramm ist Expräsident Diaz am 31. Mai in Vera Cruz an Bord des DampfersPpiranga" gegangen. In seiner Begleitung befinden sich seine Gemahlin, sein Sohn mit Familie und einige Herren des Gefolges, insgesamt 22 Personen. Die Truppen erwiesen ihm militärische Ehrenbezeugungen. Die Be­völkerung bereitete ihm begeisterte Kundgebungen. DieDpi- ranga" verließ am 1. Juni Vera Cruz. Diaz begibt sich voraus­sichtlich nach Le Havre.

Brauch, die Steine zu falben, ursprünglich als Speisung des im Steine hausenden Gottes gedacht, ist gleichfalls in der Bethel-Geschichte bezeugt. Stuf späterer, entwickel­terer Stufe geht dann der Gedanke vom Wohnen der Gott­heit in diesen Steinen allmählich verloren. Schon die alte Sage versteht den ursprünglich so engen Zusammenhang von Stein und Gott nicht mehr und begründet ihn durch eine Geschichte, wonach der Stein zur Erinnerung an eine göttliche Offenbarung oder ein anderes Ereignis aufgestellt worden ist; auch hat sie die Salbung nicht mehr als ein der Gottheit des Steins dargebrachtes Opfer, sondern nur als Ritus der Einweihung verstanden.

Auch im Ringen Jakobs mitGott" sieht Gunkel ein Zeugnis uralten vorisraelitischen Dämonenglaubens, lieber die Art diesesGottes" sagt er: Er ist ein den Menschen feindliches Wesen, das hier an der Furt des Jabbok am Wege lauert, den arglosen Wanderer überfällt und auf Leben und Tod mit ihm ringt. Vielleicht dürfen mir uns vorstellen, daß er der Flußgott ist und dem Jakob zürnt, well er seine Furt überschreitet. Die Kraft des Gottes haben wir uns größer als die der gewöhnlichen Menschenkinder, aber doch auch nicht allzugroß zu denken: durch Jakobs gewaltigen Schlag wird er gebändigt. Zu einer wilden Mordlust paßt seine lichtscheue Art: er muß mit der Nacht verschwinden. Sein Name wird von den ältesten Quellen nicht genannt. Jahve ist dieser Gott jeden­falls nicht; Jahve ist ja der Gott, der Jakob liebt und ihm hilft. Diese Gottesfigur ist ein bedeutsamer Beitrag für unser Wissen über die vorisraelitische, durch den Jahve- Glauben zurückgedrängte Religion."

Nach Diefer Seite hat Professor Gunkel noch zahlreiche ähnliche Spuren vorgeschichtlichen Seelenlebens im 1. Mose aufgedeckt.

Die scharfsinnige Durchforschung und Erklärung der Genesis, tote sie Gunkel hier bietet, muß ihr die verlorene Teilnahme des Gebildeten roiebergetoinnen, er lernt das Buch jetzt eigentlich erst kennen und findet zugleich Schätze der Poesie darin, an denen er bislang vorübergegangen ist.

ehrenhaften Burschen oder Knaben, hüllt ihn ganz in grünes Laub und schmückt ihn wohl auch noch mit einer Blumenkrone. Dann führt man das Laubmännchen, den Pfingstbutz, Pfingst- qnack, Latttchkönig oder wie diese wichtige Person je nach den verschiedenen Gegenden genannt wird unter bem hellen Jubel des ganzen Ortes im Dorfe herum. Wir können hier nicht näher auf all diese volkstümlichen Bräuche eingehen, jedenfalls Huben wir sie aber aufzufassen als Rest" des altgermanischen Wald- imb Feldkultus, aus denen noch deutlich erkennbar ist, mit welcher Freude unsere Vorfahren den lebenspendenden, segenbringendcn Frühling begrüßten.

Aus dem Finaiizausschutz der hessischen Zweiten Kammer.

R.B. Darmstadt, 2. Juni. DerFin anz auss chuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag unter Vorsitz des Abg. Dr. Osann eine gemeinsame Sitzung mit der Regierung ab, für welche Finanzminister Braun, Geheimerat Wilbrand, Geh. Oberforstrat Joseph, Oberfinanzrat Rohde und Oberbaurat Kilian erschienen waren. Den Hauptgegenstand der Beratung bildete die Re­gierungsvorlage, betr. den Verkauf des Boxheim er Hofes bei Lampertheim. In dem Gesetzentwurf ersucht die Regierung um die Ermächtigung nach, das Hofgut ,-Box- heimer Hof" in der Gemarkung Bürstadt, das etroa 124 ha umfaßt, für den Preis von 300 000 Mark an den jetzigen Pächter, Herrn Schudt, zu verkaufen. Dagegen ist von einem früheren Kaufliebhaber, dessen Vorfahren auf dem Gute ansässig waren und der vor längerer Zit einen Kauf­preis von 330000 Mark geboten hatte, Einspruch erhoben worden. In der heutigen Ausschußsitzung wurde nun von der Regierung auf das Vorteilhafte des Kaufangebotes hin- getoiefen und dabei betont, daß für die Erhaltung des Gutes in fiskalischem Besitz keinerlei volkswirtschaftliche Gründe vorliegen. Dagegen wurden von mehreren Ausschußmit­gliedern finanzielle und juristische Bedenken geltend gemacht und auf die möglicherweise eintretenden Folgen hingewiesen. Die endgültige Beschlußfassung darüber wurde aber nach längerer Verhandlung vertagt.

lieber die Vorstellung, betr. die Bahn Bensheim Lind enfels wurde die Beschlußfassung ebenfalls ausge­setzt und zwar in Rücksicht auf die zurzeit noch schwebenden Verhandlungen über das Bahnbauprojekt. Die Vorstellung der Gemeinde Birkenau um Errichtung einer Haltestelle wurde abgelehnt, die Vorstellung der Gemeinde Horn­bach, betreffs der Bahnlinie WeinheimFürth an­genommen.

Bezüglich der Vorstellung der Bürgermeisterei Bretzen­heim um Errichtung einer Güterladestelle wurde noch kein endgültiger Beschluß gefaßt, doch sind Verhandlungen im Gange, wonach dem Wunsch dieser Gemeinde Rechnung ge­tragen werden dürfte. Die Vorstellung des Gütervorstehers Stumpf in Worms wurde abgelehnt, lieber den Antrag Dr. Osann, betr. Wasserschäden, den Antrag Buch, betr. Reliktenversorgung der Voltsschullehrer, den Antrag Fin­ger, betr. Landwirtschaftslehrer, sowie über die Vorstellung der deutschen Militäranwärter, betr. die Vermehrung ihrer Stellen und einige andere Vorstellungen soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses beraten roeroen, die auf Mittwoch, 14. Juni, anberaumt worden ist.

Salonik, 2. Juni. Die Verhandlungen wegen der Freilassung Richters dürften noch einige Tage in Anspruch nehmen. Die Höhe des Lösegeldes ist noch unbekannt, da man noch keine Fühlung mit den Räubern hat. Auch die prinzipielle Frage, ob die türkische Regierung das Lösegeld trägt, ist noch unentschieden. Indessen verlautet an zuständiger Stelle, daß die Regierung bereit sei, das Löse­geld zu tragen. Inzwischen wurde Die Verfolgung der Räuber im Interesse Richters ganz abgebrochen.

dank. Abends 8 Uhr in Siems Garten.

Dienstag, *> Juni: Milltärkonzert auf der Liebigshohe. Nackinitlag 5 Uhr.

Kinematograph: Neuer Spielplcur, Biograph: Neuer Spielplan..

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Neue Forstassessoren. Die Forstreferendare Karl Eichenauer auS Ober-Ohmen, Walter LuciuS ans Alt- Nhese (Mecklenburg-Schwerin), Ludw. Nikolaus aus Hausen bei Gießen und Herrn. Rühl auS Schotten wurden zu Forst, assessoren ernannt.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Phil. Grall auS Erbach i. O., unter Zurücknahme des Dekrets für Rüstelsheim, eine Lehrersiclle an der Gemeindeschule zu Bensheim. Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Gan-Heppenheim. Die evang. Schnlstelle zu Feldkrücken; mit ihr ist Organisten- und Vorlesedienst verbunden; dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Köddingen; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.

Kun st verein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist am 1. unb 2. Feiertag geöffnet.

** «Ortsgruppe Gießen des Hessischen Ver­eins für Luftschiffahrt. Arn Donnerstag abenbi waren die Mitglieder des neu begründeten Luftschiffahtts- vereins im Großherzog von Hessen versammelt. Als Vor­sitzender des bereits aus 31 Mitgliedern bestehenden Vereins wurde einstimmig Professor Dr. Sievers gewählt. Der Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung der Luft­schiffahrt unb zwar durch Veranstaltung von Ballonfahrten zu wissenschaftlichen und sportlichen Zwecken, durch Ab­haltung von Vorträgen. Die nächste Ballonfahrt, wozu sich bereits zwei Mitfahrer gemeldet haben (ein dritter Platz ist noch frei) erfolgt während der Anwesenheit des Groß­herzogspaares in Gießen und man hofft, daß der Groß­herzog einer Einladung, der Abfahrt beizuwohnen, ent­sprechen wird. Lehrer Schmidt berichtete in der Ver­sammlung eingehend über die Eindrücke und Erlebnisse der ersten Fahrt und zeigt eine photographische Aufnahme von Gießen aus ber Vogelschau. Das Bild wird vergrößert werden. Der Vorsitzende, Professor Dr. Sievers, clHärte, daß der Verein es stets ablehnen werde, sich an Wettfahrten zu beteiligen. Man werde unter allen Umständen daran festhalten, daß nur bei gutem Wetter und nach Einholung der Wetterprognose gefahren wird.

Einen eigenartigen Betrugsversuch verübten vor einigen Tagen zwei 16jährige Burschen von hier. Sie begaben sich in ein HauS ber Frankfurter Straße unb brachten vor, sie seien Dachbecker unb von ihrem Meister beauftragt, bas Dach zu reparieren. Nachbem sie eine Zeitlang auf dem Dache gewirtschaftet hatten, begaben sie sich zur Ehefrau dr? Hausbesitzers unb verlangten den Arbeitslohn, der ihnen aber nicht auSgezahlt würbe. Es stellte sich bann später heran«,, daß bie Burschen baS Dach demoliert unb einen größeren Schaben angerichtet hatten. Beide Burschen haben auch eine Baubude am Seltersberg erbrochen und daraus Schuhe und sonstige Wertsachen gestohlen.

Landkreis Gießen.

-i- Londorf, 3. Juni. Die letzten Vorbereitungen zu unserem Jubiläumsfeste sind im Gange. Wenn ber Himmel ein freundliches Gesicht zeigt, verspricht das Fest eines der schönsten zu werden, die hier gefeiert wurden. Die Preise zum Gesangs wett st reit sind bis zum ersten Feiertag /im Schaufenster des Kaufmanns I. Jonas au^ gestellt. U. a. hat der Großherzog einen Pokal und Führ, von Rabenau eine Bowle gestiftet. Die hiesigen Gastwirt« haben zwei Pokale gestiftet.

Kreis Büdingen.

= Bingenheim, 2. Juni. Der GroßHerzog Hai dem hiesigen Gemeindeeinnehmer, staatlichen Untererheber uni Kirchenrechner Karl Vogt das Allgemeine Ehrenzeichen mil der Inschrift ,Für langjährige treue Dienste" verliehen.

Kreis Lauterbach.

Willo fs, 2. Juni. Bei der heute hier borgenomme> neu Bürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürger- meister, Johannes Weber II., mit 44 Stimmen wieoer- gewählt. Der Gegenkandidat, Johs. Hahn, erhielt viel Stimmen. .Von 70 Stimmberechtigten machten nur 48 von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Kreis Schotten.

st. Schotten, 1. Juni. In der heutigen öffeutlicheRi Gemeinoeratssitzung faßte der Staotvorstand nadb lebhaften Erörterungen, an denen sich Kreisamtmann Du Probst und die Herren Engel, Wendeberg und Mehrintz. beteiligten, den ein stimmigen Beschluß, daß die Stadl Schotten sich der Ueberlandzentrale Wölfers­heim anschließt.

Kreis Friedberg.

L. Bad-Nauheim, 2. Juni. Zuot dritten Mole fett wenigen Wochen ist die Maul- und Klauenseuche ausge-

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