viertes Blatt
Ibl- Jahrgang
llr. 284
<r1d>rtrti tLgNch mti Ausnahme des tenniagi.
nach Abzug von
Bufammem
wert
7 0)
N?
Ar»
Akuter Tuberkulose Lungenentzündung
1 KD 1(1) 1
ES starben an:
Altersschwäche Blutvergiftung
Für Feinschmecker!
Men hübe sich vor täuschenden .quilintiVr minderwertigen Nachahmungen!
»träte führt von ber West-Anlage direkt durch bis cur neuen lutherischen Johanneskircke, deshalb ist ebenfalls ber ')lame Lutherstraßc sehr -u empfehlen.
Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrockte Kranke kommen. ,
Höchste Auszeidinungenr
KglSädisSlaalspreis der Internat Hygiene Ausstellung
Dresden 1911
H?5 *ALEI
Die „•Icfceitt KamtttendlLNer*' reccben bem ,6n<ftflcr' viermal wöchentlich deig-tegt, daß „Krclsblon für ötn Krch Gletzr»' »wennal »ochenilich. Die .,land»irtschaftllche» Lett- fragen“ erscheinen monatlich zwennat.
Samstag, 2. Dezember 19U
•Utehcnibnirf anl vevtag bet vrüblfch« UnterrfuArt * Buch- and Siembructccct
JL 8 engt, Gcetzen.
4 Ortsfremden 6,60 7v.
RI rtbe c Erwachsene: tm vom
L 8ebe>iSjahr: 2.—15. Jahr:
1 — —
1(1) - -
1(1) -
1 - —
1(1) -
2(1) - -
Redaktion Ervedltion and Trurfrtri: Sckul- strotze 7 ErvediNon and Verlag bl» •UOaftisrve^lU. rel..Adr^AnzelgeriLletzen.
Goldene Medaille
Ostdeutsche Ausstellung Posen 1911
jährlich viele Taufcnbc i m Prozeßbetrieb ber Parteien ausaibt, ohne dafür irgend welchen Ersatz zu be- kommen, indem einmal die Pauschsätze für Auslagen (»chreibgebühren und Porto) so nichtig bemessen sind, daß sie den wirklichen Auslagen meistens nicht einmal annähernd gleich kommen, zum anderen aber für die ß u» stellungSkosten, welche oftmals bedeutend höher sind, als die Prozeßgcbührcn überhaupt, kein Ersatz statlsindet Hier müßte unbedingt Wandel, geschossen werden; das wäre aber nur möglich durch eine Aenderung ber Reichs- ges ehe. _ . , , , a
Wollte man schließlich sich dazu verstehen, so tote es bei der Justiz bereits geschehen und in der Zukunft noch in ausgedehnterem Maße geschehen wird — auch in den übrigen Zweigen der »taatsverwal.ung — Arbeiten, welche seither von oberen Beamten zu crlcbigen waren, aus mittlere Beamten zu übertragen, so würde damit eine bedeutende Ersparnis an Beamten nach obenhin verbunden sein. ________
Heer und Flotte.
Tie neuen Ma wer der cnglnrtien Flotte.
Tie aufsehenerregenden Personalveränderungen im englischen Marineministerium und im Oberkominando der britischen Flotte len ft die Aufmerksamkeit aus die Persönlichkeit der neuen Männer, öie Winston Churchill berufen hat, um die in ber, Marine zutage getretenen Mängel zu Überwinden. Tie wichtigste Veränderung ist natürlich der Rücktritt des bisherigen ersten Seelords 3ir Arthur Wilson und die^Berufung des bisherigen Ober- Befehlshabers der Heimatslotte 3 i r Francis Bridgeman, ans diesen verantwortungsvollen Posten. Bridgeman ist 1848 geboren, also 63 Jahre alt, während sein Vorgänger an der schwelle des 70. Lebensjahres stand Er trat 1862 in die Marine ein, wurde 1873 Leutnant, 1890 Kapitän, 1907 Vizeadmiral und endlich im April 1911 Mmiral. Er war 1904 gveiter Befehlshaber des Kanalgeschwaders, führte 1907 den Befehl über die Flotte im Mittelmeer und war 1909 schon einmal Oberbcfehlslwber der Heimatslotte. Anläßlich der großen Flotten- revuc bor König Eduard vor vier Jahren wurde er geadelt. Bridgeman, der sehr viel praktische Erfahrung im FloUendienst hat, gilt als ein großes Organisationstalent und als ein Mann von fortschrittlichem Geist.
Tic Ernennung des Prinzen Louis von Battenberg zum zweiteti Seelord ist gleichfalls von nicht zu unter- schätzender Bedeutung für die Zukunft der britischen Flotte. Ter Prinz, ber als ältester Lohn des Prinzen Alexander von Hessen in 0) ratz in Oesterreich 1854 geboren wurde, gehört seit seinem 20. Lebensjahre der englischen Marine an. Als Schisfsleutnant zeichnete er sich 1882 im ägnptischen Kriege aus. 1908 bis 1910 führte er den Oberbefehl über die atlantische Flotte. Ter Prinz hat verschiedene wichtige marinetechnische Erfindungen gemacht, und hat auch als Tirektor des Nachrichtenbureaus der Marine fungiert.
Ter neue dritte Seelord, Kapitän Pakenham, ist fünfzig Jahre alt, gehört also durchaus der neuen Generation von Flotten- offizicren an, die nur auf modernen Panzerschiffen gedient haben. Er dürfte seine Ernennung hauptsächlich seiner Teilnahme am russisch-javanischen 3ccfriege verdanken, den er an Bord des Flaggschiffes des Admirals Togo mitmachte und in dessen Verlauf er auch an der großen Seeschlacht bei Tfuschima teilnahm. Nach dem Kriege wurde ihm vom Kaiser von Japan der „Orden der ausgehenden Sonne" verlieben. Pakenham hat mehr praktische Erfahrung im Seekriege, als irgend ein anderer britischer Seeoffizier.
Vizeadmiral 3ir George Callaghan, der die «teile Bridgemans als Oberbefehlshaber der Heimatslotte erhält, ist seit 1865 im Flottendienst. 1894 bis 1897 war er Marineratgeber des Generalinspekteurs der Befestigungen. Er hat auch das fünfte Kreuzergeschwader kommandiert und war zuletzt Befehlshaber der 2. Tiviiion der Heimatflotte.
1
1
Salem Ale ikum Salem gold (Goldmundstück)
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesjen
Eingesandt.
Für Form und Inhalt aller unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlet Verantwortung.)
Gießen. Im Gießener Anzeiger vom 28. November b.I. steht eine Bekanntmachung ber Bürgermeisterei, welche jeben aufmerksamen Leser mit Verwunderung erfüllen wirb. Es handelt sich um das für die Alicestraße beschlossene neue Orts- Ü a tu r. Ganz außergewöhnliche Umstände müssen doch vorliegen, eine alte Straße mit solchen Ausnahme -Bestimmungen zu bedenken, und es wäre interessant, näheres zu erfahren, da in öffentlicher Sitzung mäst darüber verhandelt wurde. Bis auf 4 kleinere Gärten ist die Straße ausgebaut und enthält eine ganze Reihe von Gewerbebetriebe Bierlager mit Eiskeller ei, Baumaterialienlager, Korfettfabrik, Esfigfabrik, Kolonialwarengroß- Handlung, großes .Kohlenlager, Zigarrenfabrik triro. . Tanach bleibt es für den Uncingeroeibten ein Rätsel, warum man jetzt mit Ausnahmebestimmungen die Rechte der Grundüaentümer schmälern will Solche Gesetze verdienen roohl Berücksichtigung bei Anlage von neuen Straßen, jedoch nicht bei längst ausgebauten. Tie Bepflanzung der Wieseckuser vermag allein der ganzen Alice- straße nickt den Charakter eines Villenviertels zu geben, es kann sich aber nach der allgemein gültigen Bauordnung das jetzige Straßenbild auck nickt verschlechtern, selbst wenn hier und da im Laufe der Zeit noch Hintergebäude ersteben sollten. Es wird gegenwärtig io viel von Verschandelung gesprochen, die die zuständige Stelle hätte vermeiden können, diese brauchte icdoch sür die Alieestraße nickt wachgerufen zu werden, da darin alle berechtigten Interessen durch bereits beitebcnbe Bepimmun^en genügend gewahrt bleiben.
Eine Mühlgässerin schlägt folgende deutsche wohlklingende Namen für die jetzige Mühlgaise vor. Ein Teil dieses Straßenzuges ist in den früheren Körnersgarten gefallen. Einer unserer großen Freibeitsdickter war Marl Theodor Körner, geb. 1791, gestorben 1813, deshalb K ö r n e r st r a ß e. Tann noch einen Vorrchlag, ber wo bl anzunehmen wäre. Tie
nach dem Absetzen
Biocjtin
XenJO äfte.
Jur Vereinfachung der hessischen Staatsoertoaltung
Don einem Beamten erhalten toir aus die von uns in Nr 281 veröffentlichte Zuschrift folgende Erwiderung, die wir gleichfalls zur Erörterung stellen und tm Interesse der 3amc gerne auf nehmen:
Unter dieser Ueberschrift erschien; in Nr. 281 des Gießener Anzeigers ein Artikel, der nicht unwidersprochen bleiben darf. Der Artikelschreiber verlangt „die A n to en- düng der Stenographie in der Staats- und Justizverwaltung" und meint, daß damit eine „rationelle Kürzung der fachlichen Ausgaben" herbeigeführt werde. Ter Artikelschreiber ist sicherlick) kein Fachmann, d. h. kein Angehöriger der Staats- und Justiz- Verwaltung: seine Ansicht geht vollkommen fehl. Es muß unbedingt zugegeben werden, daß die Stenographie, mag he angewendet werden wo und wie sie wolle, außerordentliche Vorteile bringt und es ist Tatsache, daß Kaufleute, Großindustrielle und Rechtsanwälte fck)on seit Jahren diese tun ft in ihren Betrieben mit Nutzen verwerten.
Im Staatsdienst und insbesondere bei der Justiz kann aber die Stenographie keine bedeutenden Vorteile bringen, am allerrocnigflcit könnte deren Einführung ein e Kürzung der sachlichen Ausgaben im Gefolge haben. Ter weitaus größte Teil der hessischen Jnstiz- beamten ist schon seit lange stenographie'' mdig und wendet b'.ese Schrift auch an wo immer es angängig erscheint. Nur bieten sich diese Gelegenheiten nicht häufig und nicht in einer Weise, daß davon die Allgemeinheit einen Nutzen Hal, oder gar eine Ersparnis an Zeit und Geld Antritt Tie Gerichtsakten können nicht in steno- faphischen Zeichen geführt werden, schon aus dem cin- chen Grunde, weil dadurch die Parteien nicht mehr m Stande wären, von dem ihnen zustehenden Recht ber llteneinfidjt Gebrauch zu machen. Tie Protokolle in »em Zivilpro^eß können ebenfalls nicht ftenogra Mert werden, roeil — man denke nur an die Zeugen Protokolle — dieselben nach der Sitzung doch wieder in Kurrentschrift übertragen werden müßten, was doppelte leit erfordert Ein weiterer sehr beachtenswerter Miß- । stand wäre der, daß« keinerlei Garantie dafür geboten toäre, daß auch wirklich die llcbcrtragung s o genau zustande kommt, als die Aussage der Zeugen gelautet hat. Der Beamte kann sich bewußt oder unbewußt irren, und allein schon durch bie falsche Wiedergabe eines einzigen Worten kann ber Sinn der Aussage entstellt bezw. in oas Gegen .eil umgewandelt werden Freilich, bie Dauer einer Litzung würde wesentlich verkürzt werden, bliebe aber ohne Einfluß auf die Höhe der Gerichts- und Anwaltsgebühren.
i Im Strafprvzeßverfahren werden die Zeugen Protokolle überhaupt nicht Wort für Wort niedergeschrie- t>en, sondern diese werden nach der Sitzung auf Grund wichtiger Notizen abgefaßt. Aus diesem Grunde hat die Megierung bis jetzt auch nicht die Erluubnis dazu gegeben [ 4 und wird sie wohl auch nicht geben —, daß dort, too, I steuographiekundige Gerichtsschreiber den Sitzungen bei» I wohnen, die Protokolle stenographisch abgefaftt werden.
Im übrigen Gerichtsverfahren kann die Stenographie überhaupt nickt in ersprießlicher Weise zur Geltung kommen. Die einzige Möglichkeit der Anwendung der Stenographie bliebe noch dem Richter bei Abfassung von Urteilen oder * Seschlüssen. Aber auch hier wäre die Uebertragung durch I einen stenoaraphiekundigeu Schreibgehilfen wieder notroen - big, denn Derartige Schriftstücke können nur in Kurrent
I fchrift den Akten einverleibt werden.
Tic hessische Regierung ist übrigens schon seit einiger I Zeit bemüht, Erhebungen über Verwertbarkeit der Steno- I qrapl)tc in Verbindung mit Schreib- oder Diktiermaschine I anzustetten: ob diese ein günstiges Resultat erzielt haben, ist I dis jetzt nicht bekannt geworden.
Also — von der Einführung ber Stenographie bei ber ^Justiz kann eine Ersparnis an sachlichen Ausgaben nicht k krhosft werden, wohl aber ließe sich bei ber Justiz auf I anderen Gebieten sehr viel sparen.
So würden z. B. durch Besetzung der Gerichtsschreiber- I stellen bei den Kollegialgerichten durch Amtsgerichts- | ich reib er (an Stelle der akademischen Gerichtsschreiber) I lährlich mindestens 15 000 Mark erspart werden. Hierzu I darf bemer kt werden, datz Hessen der einzige deutsche Staat Ifft, der diese Stellen mit Akademikern besetzt. Weiter ■ könnten nennenswerte Ersparnisse erzielt werden durch Ein- [ nebung von Land- und AmtsrichtersteNen, zumal die Land- I zerichte durch bie Erweiterung der Zuständigkeit ber Amts- | Rendite und die Amtsrichter durch bie stattgehabte lieber* I tragung einer großen Anzahl seither richterlicher Geschäfte i auf die Gerichtsschreiber bedeutend entlastet worden sind r mb demnächst durch bie in sichere Aussicht genommene ■ Uebertragung einer Menge weiterer seither richterlicher I Arbeiten auf die Gerichtsschreiber noch mehr entlastet wer- Iden. Auch die A m t s a n w a 11 s ch a f t e n könnten eine 1 Umgestaltung erfahren derart, daß diejenigen, welche sich | am Sitze eines Landgerichts befinden, aufgehoben und mit I der Staatsanwaltschaft verbunden würden.
Durch Einführung der englischen Arbeitszeit . hn gesamten -Ltaatsbetriebe^ ließen sich ebenfalls all i ähr - 1 lief) viele Tausende an Heizungs- und Beleuchtungskosten I sparen. ,T .,
Und nun noch ein Punkt, ber nicht unerwähnt bleiben ■ darf. Hat man denn sckstin daran gedacht, daß der Ltaat
jenidie
Blinddarinentzündung 1 (1)
Verunglückung 2 (1)
TbymuS-
Vergrößerung______1
Summa: 8 (4)
vückeNisch.
Reisebesckreibungcn. Tie Fahrt beS Kapitäns Eoof mit feinen Begleitern, dem berühmten Naturforscher Joseph Bank-, dem Tr Solanber und anderen Gelehrten nack ber bi." haben so gut wie unbekannten 3übfee, die am 26. AuguU 1768 in Plv- mouth begann und am 12. Juni 1771 in Teal unweit Dover endete, bot heu Zeitgenossen der kühnen Reisenden so unenbhd) viel Neues, daß ihre Beschreibung gleich bei der Herausgabe im Jahre 1773 ein berühmtes Buch warö AlS bann Cook felber sechs Jahre später, am 14. Februar 1779, aus Hawaii das Opier seines Forschungödranges ward, kam biroo Tagebuck seiner ersten Weltumsegelung mit ihren mannigfaltigen Abenteuern und Ge> ahren, höchst intereffanten topographischen und ethnographischen Schilderungen erst reckt in allgemeine Ausnahme: der Name des Verfassers in aller Leute Mund. Daher kann man auch die neue Ausgabe mit ihrem interessanten Bildermaterial, die bei gediegener Ausstattung zu billigem Preise die Sammlung „Miihur- geschicktliche Dokumente" der Schwabacherschen Berlaasbuckhanb lung in Stuttgart würdig und verheißungsvoll sortsetzt, als ein höchst lesenswertes und der Änschafsung für wiederholte Lektüre würdiges Buck empfehlen.
— Ti e deutsche Revolution. (1848.) Von Prof. Tr. E. Brandenburg. (Wissenschaft und Bildung Bb. 74.) Verlag von Quelle & Mever in Leipzig. 1911. Ter Verfasser beginnt bei der allgemeinen Ursache der Revolution, bie er bis zu der großen französischen Revolution tm Ausgange des 18. Jahrhunderts zunickversolgt, schildert bas vorrnärzliche Teutschlanb und die darin wirkenden Kräfte, den Ausbruch und den Sieg vor Revolution, den Versuch der Reicksgründung durch bas Frankfurter Parlament, sein 3cheiteni und die daran sich anschließen- ven Bersassungskämpse der deutschen Einzelstaaten. Das letzte Kapitel über die Bedeutung der Revolution für die wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Fragen ist besonders interessant, weil hier zahlreiche Verbindungslinien zur Gegemvart führen. wöchenll. Ueberfld)t der Todesfälle L d. 51adt Gietzen.
46. Woche. Vom 12. bis 1«. November 1911.
2tnwohnerzal)l: angenommen zu 31,300 linkt. 1600 Mann Militär ) SterblichkeitSzisfer: 18,30 e/ee.


