161. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 50
Erscheint tß-sich mtt th*tafrne M Senntegt.
Di» „Gießenee Zm>Me»dlSttcr" «erben bem 8n$ftfler* otermal roöchentlicb beiqelegt, da- ^Krrisblott fix be« Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die .,r<md«irtschaftlichen freit« frage»" erscheinen monatlich zweimal.
Fraacn von feine- firrfili*en Newalt dreinreden. Die nationalliberalc Partei hat eine vierzigjährige, rühmliche
Landkreis Gietzen.
fl Reiskirchen, 26. Febr. Heute oLend tvransLak- tetc Pfarrer Gombel im Saale de? Prerb. Gundrum gu- qimftrn des Nottenvereins eine Abendunt er Haltung. Nachdem der Gesangverein einige sehr schöne Lieder borge- trogen hatte, wurde von den vor- und diesjährigen Konfirmanden „Die vier Jahreszeiten" und „Die Zubereitung bet Bootes" sehr hübsch zum Vortrag gebrach! Ein nrcht endenwollender Beifall belohnte die Darsteller. Nachdem Pfarrer Gombel die meisten der Sbeindruckbilder, womit der ganze Saal.geschmückt war, beschrieben hatte, schloß der erste Teil mit einem Hoch auf den Kaiser. Der zweite Teil de? Abends bestund in einer Bildernerlosuna, bei der "ehr- fchime Steinbruckbllder zur Verteilung gelangten
— Londorf, 27. Febr. Gestern nachmittag fand hier der Vertretertag zum Gesangwettstreite statt. Der festgebende ' Verein begrüßte die Gäste durch einen Chor. Da in diesem Jahre eine ganze Menge GesangSwettstreite abgehalten werden, ist die Beteiligung nicht groß. ES haben sich acht Vereine gemeldet. Wesentliche Aenderungen an den Bedingungen wurden nicht mehr vorgenommen. Allgemeine Bewunderung erregte ein von der Frecherrlich von Rabenau- scheu Familie gestifteter Ehrenpreis: Eine große silberne Bowle mit Unterlaß und entsprechender Widmung. Der Dirigent deS Vereins, Musiklehrer Kasten aus Gießen, teilte noch mit, daß es ihm gelungen sei, Preisrichter zu gewinnen, deren Gewissenhaftigkeit er voll und ganz garantieren könne.
Kreis Lauterbach.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 28. Februar 1511.
•• Zur Aufführung des „JudaS MakkabauS" wird uns mitgeteilt, daß Frl. Klara Lion dermaßen unter Indisposition — Heiserkeit — gelitten hot, daß sie sicherlich noch in letzter Stunde abgesagt haben würde, wenn nicht mit Rücksicht auf daS besondere Arrangement deS Werkes die Beschaffung eines Ersatzes auSgeschloffen gewesen wäre.
•• Bom Kolosseum schreibt man unS: Am 3. März findet im Kolosseum ein einmaliges Gastspiel deS EabaretS „Alle? gestohlen" statt. Den Künstlern geht ein ausgezeichneter Ruf voraus, man hat eß hier mit einer erstklassigen Veranstaltung zu tun. Jeder Darsteller ist ein origineller Brett'l-Tyv für sich, so daß der Abend abwechselunqS- reich zu werden verspricht. Hofschauspieler ß. Holler wird konferieren.
Di« Agitation im Wahlkreis Siehe» Srünberg-Nidda.
ReichStagSa'og. Stresemann in Sieben.
Die von dem nativ nolliberalen Herrin in Steins »> arten au Gießen für Montag abend etnberuiene Rsentliche Wäh! c r v er sam ml u ng, m der ber 9todjdtng5- wbaeordne.e Tr. Stresemann über: „U n fer e 91 u t gabe n in bet 3ufunft für den Mittelstand und die Pri- »atbeamten" sprach, war von Anl/ängern aller Parteien zahl-
9 Uan schreibt uns: Eine Wählerversammlung für bic Kandidatur D r. Werner findet für Gießen am Donnerstag 2. März, im Gate Leib (früheres Kolon cum., abends qi-, nhr statt Außer beni Kandidaten wird noch der Stadtverordnete Rwvel-öagen sprechen. Bei dem regen Interesse, baa auch in Gießen der Kandidatur Dr. Werner entgegengebracht wird, ist ein zahlreicher Besuch zu erwarten.
time nationaüiberalc Erwiderung.
Dom nationallibcralen Wahlbureau wird uns ge- schrieben^^ des freisinnigen Wahlbureaus, für
die der ParGisctockär Kuhlmann zeichnet, ist behauptet word.-n, es fei irgendwo gesagt, Herr Pro'. Güemus habe das Programm d-s Bundes der Landwirte unterschrieben. Demgegenüber stelle ich seit daß der erwähnte Öen in der Polemik gegen Mich in der g^rirtrnmluna in öcinljaar vom 19. er. ausdrücklich behauptet har ein Vertrauensmann des Bundes habe ihm erklärt, die UnterAeichnung sei durch Derrn Pro' Gisevius erwlgt und auf meinen Protest erwiderte, er werde w lange seinem Gewährsmann glauben bis unser Kandidat chrn iclbit das Gegenteil erkläre. Wenn iept Derr Kuhlmann einen schlecht massierten Rückzug an- ttitt so sollte er doch durch Verschleierung büritr Vorgänge nicht einer Entstellung der Tatsachen sich schuldig machen.
gez. Ackermann.
*
Herr Krumm schreibt un- „zum letzten Mal":
Von mir wird nicht bestritten, daß unserseits ein Antrag auf Besteuerung der Nachlässe von 2000 Mk. an arnmärt» »L-
ftdU wurde. Bestritten wird aber, daß 2 °-o von bietet -summe erhoben werden tollten, wie Derr Dr. Werner behauptete, ton- bern die Wahrheit ist ein Prozent-- 2 0 M k., pro Jabi 67 Psg. durchschnittlich, gegen 10.8 0 M k. Ertparnis an Pe troleum- und Salzzoll. Derr Dr. Werner bat eben 100°^ mehr .bewiesen", als wie wir torberten; er nimmt au« dem ersten sozialdemokratischen Antrag betr. Nachlaß b e st e u e r u n g die 2000 Mk., und bann aus dem zweiten Antrag betr. E r b a n f a l l st e u e r die 2 °/o, — mischt beides hübsch durckeinatider und liefert dann »en „Beweis", daß die arme Witwe nicht 2 0 M k. — wie ich tage, lonbcnt 40 Mk au zahlen hätte. Mit dieser Methode, da hat Derr Dr. Werner reckt, kann er alles beweisen unb ton Mensch wird ihm in diesem „Gdisteskampfe" gewachsen sein. .
Daß der Durchschnitt von 30 Jahren bei Der erbungen durchweg gerechnet wird, ist bekannt unb bebarf Ictner Erläuterung. Nack dem Stattsti'chen Jahrbuch fürs Deutsche Reick 11909, Seite 325 kommen auf den Kopf der Bevölkerung 0 94 Ml Salzsteuer, ergibt pro sünikövsige Familie 4.70 M f >Da die ärmeren Leute gewöhnlich die meisten Binder haben, sind sie in Wirklichkeit mxb viel höher belaßet) Ick zweifle nicht daran, daß Derr Tr. Werner auch diese Zckfer noch aus der Welt „beweisen" wird, nur genügt sie vorläufig
Ver in Gießen im „Geisteskantpse" „unten' ober „oben lnnkomnck, darüber können wir uns nach devi 10. März noch einmal unterhalten. ____________ Krumm
Dienstag, 28. Zedmar M
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersilalS - Buch- und <5tetnbru<ereu R. Lange, S'cßen.
Redaktion, Ervedition und Druckerei: Sckstck- ftraße 7. Expedition und Verlag: «Ebl. Redaktiome^Wlir. Tel.-Sldr^An,eig«Vleben.
Vergangenheit hinter sich- Sie hat sich m allen nationalen und wirtsckaitlichen Fragen als Freund des Volks gezeigt Sie rod auch noch weiter Mitarbeiten an der Lösung der das deutsche Volk bewegenden Atlsgaben. Wer dazu bte vand bieten rotll, der wähle Profesior Gisevius, der mit fernem Programm aus dem» Boden der nationalliberalen Partei steht. Langanbaucrn- der Beifall folgte den trefflichen Ausführungen des Redners.
Als erster Redner meldete sich in der Aussprache nun Rechts- anwalt Dr Spobr, der als Anhänger der foNtchrlttlicken Volkspartei zu der Rede des Abgeordneten etrefenumn stellmtg nahm Er erklärte siel' mit den Ausführungen des Redners, ans denen ein wahrhaft liberaler Geist spreche, vollkommen cm* verstanden, und nach feiner Ansicht to her ganze Mena dazu angetan, nickt bic .Kandidatur des Prosenors Dr Gi.emus zu kinpwNen, sondern die des Plärrers Karell. ^dmnlub bat er Abg. Stresemann, zu den Fragen des Impfzwanges und de-. Kurpfulckergcictzcs sich zu äußern und ick!an ferne Austuhrungeii unter ftarfem Beifall eines großeti Testes der Versammlung. Der christlichsioziale Arbeüerselretär Rasfenbeutl benutzte die Redefreiheit zu einem heftigen Angriff geyen die national liberale Partei und suchte zu beweisen, da« die sozialen Taten der Nativnalllberalen un Widerspruch standen zu den Porten des Redners Er machte ihnen hauptsächlich rum BorrouN, datz es nickt von liberalem Geist zeuge, wenn sie den f.1rbeiter 1 erretaren fernen Sitz in den Arbeitskantmern zugestehen wollten, und da,; es ihnen unmöglich sei, eine selbständige freie Politik L'tniuplagen, da sie ganz abhängig seien von den ^postindustriellen des Wesens. ?n>g Dr Stresemann nahm zur Entgegnung sofort das -Wort und an Dand eines einwandfreien Materials gelang es ihm leicht, feinen Vorredner zu widerlegen. -Luc Rede des ^ultisratt' Dr. Grünewald, die oft von großem Bcitall imterbrock>en wurde, (>atte den Zweck, nackzuweisen, daß die heinickrcn Jiatumah liberalen nickt mit einem Mann wie Dr. Stresemann, zu benen Programm auch er sich bekenne, zu vergleichen inen, und daß ihr Verhalten und das des Reichstagssimdidaten Proteiior -tr Gisevius, da sie mit dem Bund der Landwirte paktterten und immer noch unter dem Einfluß der Wormser Ecke standen, nicht die Zustimmung eines iortsckrittlichen und liberalen Mannes finden könnten.' Mit der Stellung, deS Redners zur Frage der Privatbeamtenversicherung erklärte sich ^ustizrat Dr. Grünewald im großen und ganzen einverstanden.__
In seiner Erwiderung legte nun Abg. Dr. £>tr e) enta 11 n klipp und Var feil, daß von einem Paktieren des Prosesiors Gtie- nius mit dem Bund." der Landwirte nickt die Rede sein könne, da sich Professor Gisevius für direkte St euer nbennsiigung, ausgesprochen habe ün gestrengen Gegensatz zum Bund der Landwirte der nur für indirekte Steuern zu haben ict und keinen in diesem Punkt Andersdenkenden in seiner Mitte tailbr In leinen weiteren Dlssiichrungen stellte Dr. Stresemann der Wormier tlccke bic Flensburger Ecke entgegen, wo der "Freisinn vand in Vanö mit dem Bund der Landwirte gegen die National liberalen vor- ginge und stellte bic volle Uebereinssimmung des Prcpci'ors Gisevius Mit ihm in allen Fragen fest. Wenn oliv,, wie Di. Spobr und Dr. Grünewald behaupten, die gaiiie Veriammlung mit seinen Ausführungen einverstanden sei, dann rnüiic sie aum mit dem Programm des Professors Dr. Gisevn^ um» bamtt dem der nationalliberalen Partei einveast-anden sem. profesior L u l c 1), wies am Schluß bic Auefübrungen bes Herrn ^rnlkizrat- Dr. Gninewald, als ob die nationalliberale Partei die Guiigung des gesamten Liberalismus in Gießen verhiiidert hätte, zurück, ebenso die Behauptung, daß die Anschauungen des Abg. L-r. Streieinaml mit dein Programm des Proieiivrs Dr. cvilcvlws in Widerspruch stehe. Er sckstoß um 1211 Uhr mit entern -. ock auf das deutsche Vaterland die Versanimluug.
tiine Erwiderung der Nationallibercsten.
Die Agitationsarbeit der nationalliberalen Partei auf dein Lande wird, so lautet ein parteiamtlicher Bericht der Nationalliberalen, der uns zugeht, mit Eifer und steigendem Erfolg weiterbetrieben. Nachdem am Fveitag die östliche Grenze des ^Wahlkreises bereist war, fanden am Samstag und Sonntag in der Südecke insgesamt 15 Versammlungen statt. Die ün sogen, nassen Grund, von Kohden bis Eichelsdorf, äbgehaltenen Versammlungen bestätigten wiederum die Erfahrung, daß auf dem Lande der Freisinn nur sehr bescheidene Erfolge zu erzielen vermag. Alle Versammlungen erfreuten sich eines sehr guten Besuchs, der durchweg weit starker war, als bei der letzten Wahlkampagne. So waren - .B. in Gettenau mehr Zuhörer abgegeben waren. Fn einzelnen Orten kam es auch zu erlchienen als bei her vorigen Wahl überhaupt Stimmen Diskussionen mit Vertretern anderer Parteien, die aber allesamt nickt viel Freude an ihrer Polemik erleben durften. Itcberhoupt macht sich bei den anderen Parteien, in der Erkenntnis der wachsenden Erfolge der nationalliberalen Agitation, nun das Bestreben geltend, eine schärfere Note in den bisher ruhig verlauseueu Kampf hineinzutragen, demgegenüber hält aber die Leitung nach wie vor daran fest, möglichst Zusammenstöße zu vermeiden, um bte Gegen- sätze nicht zu verschärfen und nimmt davon Abstand, ihre Redner in gegnerische Versanimlungen zu seuden. Für die laufende und ‘fommenbe Woche find eine AnzahlReichs- taasabgeordneter als Redner gewonnen. So werden außer Dr Stresemanu, her in Gießen sprach, noch die Herren Tr. W e b e r , P a a s ch e , H a g e m a n n und O s a n n zugunsten her Kandidatur Gisevius in den Wahlkampf ein-
Prousisor 2ulet) begrüßte namens des Partcckorltanbcs Du »Erschienen.n unb betonte, baß Der Wahlkampf bis letzt ruhig unb tzachlick verlaufen sei. Dabei dürfe bic erfreuliche Tatlache test- , taeftdir trerb'-n, baß bas politische Intereiie allgemein ah lehr "tgc bezeichnet werben müsse, wie bies die lwhe Beiuckszisicr der öäh'nt'mamwlimien beweise. Der nationallihcralc Reicks stagskanoi>i' Piofesso Gisevius, besfen Wunsck es lci_, moglichit Erollen Lrten ivcs Wahllrciies zu sprechen, sei infolge bicicr überaus ämgefirrngten T.ntiqfcii (cibcr nicht in der Lage anuxsenb fern 7U können Dafür aber werbe ber Reichstagsabgeprbnete -tr. fetrefemann über bic politische Sage mit besonberer Berucksichttgung Ker Aufgaben in ber Zukimst sprechen.
Rcickstagsabg. Dr. S t r c s e m a n n kennzeichnete bann m mahezu iweiftünbigen ^luSsühruuqen bie Stellung der Natwnal- kiberalcn zu den pviitischeu, sozialen unb wirtiaiaitlidKn tragen, fct führte aus: Die für 1912 zu erwartenden Neuwahlen werten ßchon letzt ihre Schallen voraus. Schon hat hd) im Gegcnfatz u früher bes getarnten Bürgertums eine lebhafte politiia.? Ll^ tregung bemächtigt. Hebet 100 .Qanbibaten finb bereits aufgritcllL nnb bic einzelnen Parteien bemühen sich eifrig, ihren Auimatich Ung Werk zu setzen. Auch in nickstpolitischeu Kleiien erwägt man ,mit beinahe fieberhafter Erregung bic ^rage nach bet mvglick.'n !Zusammensetzung bes neuen Reichstags. Wir ftchcn un erst n ihessischen Wahlkreis vor einer Nachwahl. Die seither stattge- funbenen Nachwahlen haben gezeigt, baß bas deutsche Volk immer mehr non konservativen Anschauungen abfommt. Der Äeriuck, die Attt-ünger beibet Wcktansckaunngen zu gemein)amer JIrbcU zu meremiaen, mißglückte, da bie konservative Partei tem 'liberalen Gedanken keine Gleichberechtigung sucrlannte. Zn ber ^Ausführung btescs Gebankens scheute man nickt bavor mrud, Den .verbicnstvollen Kanzler Fürsten Bülow zu Fall m bringen^ Aber ,nickt einseitige Parteiinteressen bütfen unsere Richtlinien abgeben, sionbern bas Wohl bes Vaterlandes muß uns leckem Das hat b'c nationalliberalc Partei jebetzeck beherzigt unb ihre Ent,chmbunp in diesem Sinne abgegeben. Sie zählt ihre Anhänger rn alhn. rfDreifm unb Schichten bet Bevölkerung, unb darin hegt ihre IStärfc, daß sie die Interessen der entminen Gruppen gegen .einander abwägt, aber auch ihre Schwache, denn s« zahlt behütend weingkt Mandate, als ihr der Ssimmenzahl nach äuFamen. Den Namen national müsse sic solange unterstreichen, als das Ziel her Sozialdemokratie darauf ausgeht, bte Grundpfeiler uniete. Staaiswcfens, Heer unb Flotte, zu untetgraben. Ein starkes Heu und eine narfc Flotte sichern urt|erc Weltmachtstellirng, u' dw wir AmcingcEommcn lind, es finb tone Utoincn Diese Ansicht Wird inbefien beute schon von bc.m sozialDemokraten Kolb 'N den zialissischeu Monatsheften vertreten; ähnlich sprechen ,ick Bern- .stein 5ck'pvcl unb lLalroer aus. Ebenso vetkechtt ist es, die Kolonial nplitif zu bekämpfen. Wenn dies von bet LanbWirtfchaft geschah', so wäre bas zu begreifen, denn sic hat vorläufig getnigen -luBcn iocon, ber Arbeitet aber ist direkt mtcrtffiert. Den Iwlag-iihstQi -Beweis liefert Die Textilindustrie Sie ist zurzeck nock m avlnm ■ iTlanc vom Ausland abhängig unb wäre m bem Augenblick lahm •qeleat in bem Nordamerika bte Ausfuhr von Baumwolle ver- . Mietet' Allerbings ist cs nötig, burck Anlagm von Eifenbahwm ™nb altgcmeinr roitti<6aftlid>e KrfSltefimtg bte ertrag?,
fähia zu machen, wie dies burch beit verdienstvollen ^taat- fSräär Wernburg angebahnt worben ist, ber in b« ^rwallung >echt faufmäuniidicn Geist hmemgetragen hat, dessen legensreiche »Folgen Ü^^t^sch^z^g sickzwei Gegensätzecmander
gegenüber, die durch bic Wörter Industriestaat ^er Agrarstaat -gekennzeicknet finb: aur ber einen -^eitc bie Soztolbemoktatie ,mit ihrer Forderung nach Freihandel, NM ber anbeten Seite der >Bunb bet’ Landwirte mit beni Ruf nach Dvchschutzzollen. Die natio- -nariibcrale Partei hält hier bte Mitte, unb die letzten -5 Jahre ■haben bewiesen, daß sie Recht hat. Sic geht von her allem .richtigen Anficht aus, daß, wenn ein Glied leidet der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen ist. L>te weil;, oatz nur auf 'dem Boden eines gemäßigten/Schutzzolles allen L>tanden^ Rechnung getragen wird und daß cs gerade un Interesse dn: aweiter ,lchast und des Handwerkers gelegen ist, den Landwirt fonfuiren^- jrähiq zu erhalten. Ebenso wäre cs ein schwerer fehlet, die 'Grenze für bic Viehcinfuhr zu offnen, da uns nach emigen fahren foas Ausland bic Preise biftierte unb bann m btt -tat eme »Fleischnot eintreten müßte. Unter ber mbuftriellen Eickwickelmig font her Mittelstand schwer gelitten, unb cs i|t öaehe beö Uaatä, inach Krusten zu helfen. Die dahingehenben Otoetze sinb von den 'Natwnalliberaleii unterstützt morden. Es ilt in dielet H u- ,sicht auch nur zu begrüßen, baß ber Haniabunb den als gegluckt janzuiehenben Vcrsu'ck gemadit hat, 3I^liu’tiie unb /vereinigen. Inbeisen barf bie Staats Hilfe nicht nbetich atzt werden. Gesetze allein können nicht glücklich machen, -tic ■bnöar- , angestellten in .Handel, Industrie und Gewerbe erwarten tu. bem ,-von der Regierung vorgelegten Privatbcamtengesetz,^^^das diesen iHerbst zur Durckbcrarung kommen loll, eine Beiscrstetlung und .Sicherung ihrer Lage, unb es ist nur zu hohen, daß ihr 2bunid) Vni Erfüllung geht. Was Dcutsdiland in der Sache ber <vur- Üorgegesctze für bic Arbeiter — immer aber gegen bic stimmen Iber Sozialbenwkraten — geleistet hat, daran reicht kern änderet /Staat auch nur im entferntesten heran. Tas Leutfchc Reich ^verausgabt hierfür jährlich 750 Millionen Mark, unb wenn 2>ic Mtersgtcnzc auf bas 65. Lebensjahr hctabgeietzt wurde, 10 ►wären cs nahezu 1000 Millionen. Was tun die üielgcrulmitcn ^republikanischen Staaten, die nordamerikanischc Union unb iyro.nl» »reich dafür? Es wäre nun ein Akt bet Billigkeit gewesen, wenn /bie Oermögenberen Klassen, wie bies butch bie Erbschaftssteuer Ureblant wat, zur Deckung ber Rcichsschulbcn beigetragen hätten. >Indcm man aber zur Äbwcnbung bicicr sehr gerechten Steuer falle möglichen Sdieingründc ins Feld führte, machte bic fonier »vativ klerikale Mehrheit bes Reichstags diese wirtschaftliche Frage izu einncr hochpolitisdwn, die ben Sturz bes Reichskanzlers zur /Folge Halle. Indessen wirb biete Steuer wieberkchrcn, denn /nur bic richtige 9Ibroägung biretter unb inbiretter Steuern in *h?r einzig gangbare Weg zur Sanierung unserer ReichSsinanzcn. 1 Was die geistige Seite bes Liberalismus anbetrifft, so ist
in erster Linie eine unteren Lebensintcrefsen besser gerecht ipetbcnhe Bertrctting zu wünschen. Nicht ein kleiner bevorzugter Bruck- kann es sein, nicht nur aus ben Reihen bes Adels, sondern «aus allen Kreisen bes Bürgertums müssen bic Männer hervor- igeben. die uns im Ausland vertreten sollen. Eine Temokrati riicnmq des 5?ecrcs und der Flotte ist durchaus Wünschenswert. /Der stand unb das religiöse Bekenntnis bürten keinen Hemmschuh hüben, nur bic Tüchtigkeit fei der Maßstab für bic Bewr- i’berunq. In Glaubenssackcn gelte die weiteste Freiheit, dafür lasie sich der Staat in allen ben zu feinem Bestehen nötigen
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
X Lauterbach, 26. Febr. Am vergangenen Freitag fand hier im Konfirmandensaal die diesfährige Synode >es Dekanats Lauterbach statt. Im Gottesdienst, welcher der Tagung vorausging, predigte Pfarrer Wahl-Queck über 2. K'or. 4, Vers 5—7. Sodann erstattete Dekan Schmidt den Jahresbericht des Dekanatsausschusses über das Jahr 1910. Folgendes sei daraus hervorgehoben: Geboren wurden 643 Kinder, 62 weniger als im Vorjahr. Ehen wurden 185 geschlossen, 18 weniger als im Vorjahr und 46 weniger gegen 190R. Austritte aus der Landeskirche und Kon- essionswcchsel fanden nicht statt. Kirchen- und Abend- mahlsbesuch hat kaum eine Veränderung gegen 1909 erfahren. Was bic Werte der Wohltätigkeit anlangt, so gingen an allgemeinen Kirchenkollekten, Gaben für die Ortsarmen und für fonstige kirchliche Zwecke insgesamt ein 25 159 Mk. gegen 1909 ein Mehr von 2625 Mk. Geklagt wurde über das sich immer mehr entwickelnde Bereinswesen, das schädigend auf die Sonntagsheiligung und den Besuch des Gottesdienstes einwirkt. Im Dekanat bestehen 6 Kirchengesangvereine, in Altenschlirf, Krainfeld, Engelrod, Lanzen- hain, Lauterbach und Schlitz; 2 Posaunenchöre, in Stockhausen und Wallenrod. — Pfarrer Lenz hielt sodann einen Vortrag über: „Stellung zu den Sekten und verwandter Bestrebungen unserer Zeit mit besonderer Berucksichttgung der Verhältnisse des Dekanats". Aus den weiteren Verhandlungen ilt erwähnenswert der Beschluß, eine Dekanats- krankenschweiter für den oberen Vogelsberg im Eltsabeihen- stift zu Darmstadt ausbilden zu lassen. Zum Leiter des Dckanatserziehungsvcreins wurde anstelle des nach Rhein- Hessen verzogenen Pfarrers Türck Pfarrer Schäfer-Harters-» Haufen gewählt. Im Blick auf hie großen Kosten, welche bie Prüfung her Kirchenrechnungen zurzeit mit fich bringt, wurde beschlossen, Großh. Konsistorium zu bitten, bic Prüfung her Rechnungen aller tirchlichen Fonds, einer von der Kirckenbchörbe bestimmten Rechnungsbehörde zu übertragen. Mit dem Gesang von „Ach bleib mit deiner Gnade" Motz bie Synode.
Kreis Schotten.
= Ulrichstein, 27. Jedr. Die Zahl der Teil^ nehmerinnen an dem Lehrgang der Kreis-.HaushaltungS- und Kochr'chule i|i nunmehr doch auf 16 gestiegen.


