jährlichen Pachtpreis von 12000 Mk. ab-uschließen. ($’r Angebot, das sechs hiesige Weinhändler eingelegt hatten, zogen diese heute zurück.
Ueberreichung -er Meiste briese.
Gießen, 1. Oktober
Gestern vormittag sand im Gewerbehause die Überreichung der Meisterbriefe au 62 Prüflinge statt. Anwesend waren u. a. Regierungsrat Wclcker-Gießen und Gewerberat Falk-Mainz der Vorsitzende der Hessischen Handwerkskammer. Ter Vorlitzend-. der Prüsunaskommission, Baumeister Traber, sprach über den Wert der Meisterprüfung für die Hebung des Handwerks Neben der praktischen WerkstattauSbUdung sei auch eine theoretische Bil düng erforderlich, die genaue Kenntnisse über die Ärbeitsverhält nisse usw. gewahre, den Handwerker leistungsfähiger mache und im wirtschaitlichen Kampfe mit Erfolg kröne. Tas Ergebnis der Prüfungen werde stets besser, obwohl die 'Mnforberuncjen sich Schritt für Schritt gesteigert hätten. So seien die Prütungsergebnissc auch diesmal gut bis sehr gut gewesen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Grotzherzog. Baumeister Traber sprach dann die 62 Kandidaten, die 25 verschiedenen Berufen angehören und ihren Wohnsitz in 31 Orten Oberhessens haben, zu Meistern. Regierungsrat Welcker sprach namens der Regierung und der Prooinzialdirektion. Unter Hinweis ans die Worte: „Rast ich, dann rost ick", ermahnt er die Jungmeister zur Weiterbildung und zum Vonoärtsstrebcn.
Gewerberat Falk Mainz beglückwünschte die Meister und wies sie aus ihre Pflicht zur Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk hin.
Ter Vertreter der Handelskammer Gießen beglückwünschte ebenfalls die Jungmeister Prof. Tr. K r a u s m ü l l e r , der Vorsitzende des LrtsgewerbevereinS Gießen, forderte sie aus, sich den gewerblichen Körperschaften anzuschließen. Namens der Altmeister rief Stadtv. Petri den JuiUWicistern em „Glück aus" zu Stadtv. Huhn ermahnte sie zu einer geordneten Geschästs- führung. Tarauf ersolgte die Ueberreichung der Meisterbriefe durch Stadtv. Huhn und Bauunternehmer Keßler-Annerod, den Handschlag erteilen Gewerbelehrer Bildhauer Barthel und Schreiner- meister W. Müller. Ten Tank der Jungmeister sprach Malermeister Schmidt-Gießen aus. Mit Tankesworten an alle Teilnehmer schloß Bauineistcr Traber die Handlung. Um 12 Uhr fand im Cafä Ebel ein Festessen statt.
Die Namen der 62 Jung in ei st er sind: Schuhmacher: Adolf Schütz-Butzbach, Jak. .strausgrill-Niederweisel, Jul. König- Bad-Nauheim, Kon. Ratz Gamdach, Ludwig Hill-Gießen. Schneider: Jak. Kurtz-Lauterbach, Dönges Bleichenbach, Hemr. Rausch Maar. Buchbinder: Gg. Häuser ^Gießen Sattler: H. Köhler-Hungen. Maler und Weißbinder: Gustav Schmidt-Gießen. Spengler und Installateure: O. Pfesser-Grünb'erg, Ernst Mam-Gießen. Installateur: Hch. Pirr-Großen-Linden. Spengler: Heinrich Teis-Nicder- Florstadt. Friseure: E. Stuhenstein-Gießen, Gg. Helfcnbein Lauterbach, Rud. Leim-Alsfeld. Schriftsetzer: Bernhard Munk-Gießen. Buchdrucker: E. Kloos-Nidda Bäcker: O. Reuter Gießen, August Noll-Gießen, W. Ulrich Dorheim W. Schmidt Büdingen, E Nagel-Büdingen. Schornsteinfeger: H. Büttner-Nieder-Weisel. Dackofenbauer: Gg. Martinst- Gießen. Bildhauer: M. Berle-Gießen. Maurer: Joh Balser-Bettenhausen. Zimmerer: K. Müller-Gießen, F. Meu- ser Büdingen, Joh. Bogel-Gelnhaar. Schreiner: W. Petter Kloppenheimer, uLdw. Schepp-Hausen, L. Hof-Bersrod, K. Müller- Alsfeld, W. Bender-Gießen, W. L- Arnold-Beuern. Steinmetzen: P. Müller-Treis a. b. Lumba. Glaser: K. Gaul Büdingen. Metzger: H. Buschmann-Ober-Rosbach, K. Christ- Homberg a. b. Ohm, K. Duchardt-Alsfeld, Aug. Lein-Büdingen, Julius Aulmanu-Gießen, Joh. Duck-ardt Lauterbach, Wilh Reiß-Gießen, M. Wcglwrn-Gießen, Wilhelm Methsessel- Budingen, Ludw. Schmidt-Büdingen, Joh. Schnell-Lauterbach, Aug. Best-Nauheim, Wilh. Hartinann-Stockbeim, Christ. Albert- Büdingen. Schlosser: Franz Bourgois-Gießen, Adam Kircher- Gießen, Daniel Schäfer-Grimberg. Schmiede: Hch. Meidt- Lang-Göns, R. Wittich-Nieder Gemünden, Ludw. Weinmann-Holzhausen v. b. Höhe, Kupferschmiede: Hartmann Falken- hainec-Msfeld.
Provinzial-Ausschust -er Provinz Obcrhesfcn.
L. Gießen, 30. Sept.
Anwesend: Provinzialbirektor Tr. Usinger, als Vorsitzender, fünf ordentliche und zwei Ersatzmitglieber. Beginn 9 Uhr, Ende 12 Uhr 30 Minuten.
1 M* läge des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Lrtsarmenverband Butzbach wegen Unterstützung des I. B. Ter Handwerksbursche I. B. war von dem Monteur der Berliner Akkumulatorensabrik, die Arbeiten für die Stadt Butzbach aussübrt, als Taglöhner angenommen worden, blieb acht Tage in Stellung und verließ sie dann wieder. In Gießen musste er ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Als der Ortsarmenverband Gießen Ersatz ferner Auslagen forderte lehiste dies Butzbach ab, weil Butzbach nicht der Wohnsitz des ltnterstützten gewesen sei, der Dienstherr nicht seinen Wohnsitz in Butzbach gehabt habe und der Anspruch auf Ersatz bei der Krankenkasse geltend zu macken sei. Gießen führte demgegenüber aus, daß die beiden ersten Punkte gemäß der Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimatswesen nicht in Betracht kämen. Eine Krankenkasse sei als zahlungspflichtig nicht anzusprechen, weil das Arbeitsverhältnis keine drei Wochen gedauert habe. Ter Provinzial-AuSschuß gab heute der Klage statt und verurteilre Butzbach zur Zahlung der Pslegekosten nebst 4 Prozent Zinsen sowie der Kosten des Verfahrens und einer Verhandlungsgebühr von 5 Mark an die Provinzialkasse.
2. Das GesuchdesWilhelmSchneiderzuButzbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirt- schast wurde von dem Vertreter des Gesuchstellers vor Beginn der Verl)anblung zurückgezogen.
3. Hilfsbedürftigkeit des Th. H. von Offenbach. Th. H. kam, nachdem er sich einige Tage in R. herum» getrieben unb auch dort den Gottesdienst besucht hatte, eines Tages zu dem dortigen Pfarrer, erklärte, er sei wegen seiner Trunksucht entweder dem Irren- oder dem Zuchthaus verfallen und bat um Hilfe. Ter Pfarrer wies ihn nach einer Trinkerheilstätte und verbürgte sich dieser gegenüber, unt die Ausnahme nicht aufzuhalten, zur Zahlung des Pflegegeldes. Ta H. landarm war, veranlaßte der Pfarrer den Ortsarmenverband, die Pflege- kosten bei dem Landarmenverband Sch. zu liquibieren, der aber die Ucbcrnahmc ablehnle, weil er bestritt, daß Kosten für Unter bringung in einer Trinker Heilstätte Armenpslegekosten seien. Tie weiter beanspruchten Kosten für Anschaffung von Kleidern seien deshalb nicht zu erleben, weil die Hilfsbedürftigkeit nicht in einer für die zuständige Armenbehörde erkennbaren Weise hervvrgetreten sei. Gegen den Beschluß des Kreisausschusses Sck., des Vertreters des Landarmenverbandes, verfolgte die Bürgermeisterei R. Beschwerde. Ter Provinzial-Ausschuß wies beute diese Beschwerde als unbegründet kostenpflichtig ab.
4. Beschwerde des Ludwig Treut zu Büdingen wegen Verweigerung der Gemeinbenutzungen T., der ledig ist, besitzt ein Haus, in dem er wahrst und in dem seine Stiefmutter das Einsitzrecht l)at. Er wird von ibr geger einen bestimnsten B.strag verköstigt. Nun verlangt er, daß ihm gleich seiner Stiefmutter, die bereits Gemeindenutzung (LooshoU bezieht, solche gleichfalls gewährt werde, mit der Begründung, daß er einen eigenen Haushalt führe. Ter Kreisausschuß des Kreises Büdingen kam auf Grund der angestellten Erhebungen jedoch dem Ergebnis, daß dies nickt der Fall sei und wies die Beschwerde des T. ab.. Ebenso entschied heute der Provinzial Ausschuß in der Rekursinstanz. T. hat die Kosten des Verfahrens einschließlich der Anwaltskosten der Gegenseite, sowie eine Ver handlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasse zu zahlen
Sport.
— Fußball. Gestern nahmen in Gießen die Verbands Meisterschaftsspiele ihren Anfang. Sportverein Merkur-Mann chaft spielte gegen Ballspielklub Gießen. Merkur hat schwer zi lämpseu. da B.-C. sehr scharf spielt, doch Merkur war zweimal
nfolgreick, während B.-C. leer ausgeht Nächsten Sonntag treffen ich auf dem Treib Merkur und Marburger B. f. B. LI.
Nachweisung über den Stand der Maul- und ttlauen- scuche in Hessen vom 23 bis 29. September 1911.
Kreis:
Am 23. Sept, waren verseucht:
Boni zd. bis 26. Sept, lind neu verseucht:
Boni 2d. bis 29. Sepi ist die Seurtn erloschen in
rarinstadl .
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Tubenhofen, Haufen, Dietesheim
Klein-Stein- beim, Ham- sladt
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Gießen . . .
EttingSkmufen. Cbcr- Hörgern, Eberstabt, Betten bansen, Obbornhofen, Utphe, Bellersheim
'llskeld . . .
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Büdingen. .
Berstadt, Heuchelheim, Echzell, Raniiadt
Bingenheim
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Friedberg .
Wambach, Helfender,ien, Münzen berg, Wobn- had), Büdesheim, Melbach, Wnci'el, Bönstadt, Tiais-Münzen- beia, Rockenberg, Beienheim, Rendel, SUem-üavl'en
Ober-Wöll- uadt, Dom ^lssenbeim, Dorbenn, Osjenheun
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Bingen . . .
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Wroleheim, Genstugen, Ockenheim
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Oppenheim
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Wo uns. . .
Mörstadt, Eich, Pfeddersheim
1 1
—
Gerichtssaal.
Darmstadt, 30. Sept. Ter 37 jährige Taglöhner Georg Heilbronn aus Neu-Isenburg, der in der Nacht vom 17. zum 18. Juli d. I. in der Gemarkung Forst Dreicich bei'Sprendlingen seine Frau getötet hatte, wurde heute vvm Schwurgericht wegen Totschlags zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Heilbronn hat das Urteil anerkannt.
Dresden, 1. Oft. Wegen Untreue und Unterschlagung wurde der R e ch t s a n w a l t und Notar, der frühere Staatsanwalt Dr. jur. Ludwig Hermann Thieme zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis sowie zwei Jahren Ehrverlust verurteilt.
Lin folgenschwerer vammdruch in 2Irfanfas.
Mehrere hundert Menschen umgekommen.
Bei Austin in Arkansas barst am Samstag ein Damm, wobei über eine Million Gallonen Wasser (etwa 4* Millionen Liter) das Tal überfluteten und beit Ort zerstörten. Mehrere tausenb, nach anberen Nachrichten mehrere hundert Menschen kamen um. Wir erhielten seither folgende Nachrichten darüber:
Austin (Arkansas), 30. Sept. Hier barst ein Mühlen- dämm, ungeheure Wassermengen überschwemmten den Ort und zerstörten sämtl'iche 3 0 0 Häuser bis auf sechs, lieber 2000 Menschen f a:\ c n in den Trümmern u nt, die in Brand gerieten.
Neuyork, 30. Sept. Aus Pittsburg wird gemeldet, baß der M u h l e n d a m m am Stapelplatz einer Bauholzgesell- schaft in A u st i n (Arkansas) geborsten ist. 3 00 bis 500 Menschen sollen umgekommen und fast sämtliche Häuser f o r t g e s ch w e m m t sein.
N e u y o r k, 1. Oktover. Aus allen Richtungen sinb Hilfs- züge nach Austin abgegangen. Ter hochgelegene Mühlen- bantni ist am Nachmittag plötzlich geborsten, woraus sich Millionen Gallonen Wasser, bic bort aufgespeichert waren, auf ben unterhalb bes Tales gelegenen Ort Austin niederwälzten Sämtliche Häuser bis aus sechs wurden mit den Bewohnern weggeschwemmt ober zerstört. Die Trümmerhaufen sind zum Teil in Brand geraten. Viele Bewohner retteten sich auf die Hügel, doch wird die Zahl der Ertrunkenen aus-mehrere Hunderte geschätzt. 60 Leichen, in der Mehrzahl Frauen unb Kinder, sind bereits geborgen. Nach einigen Schätzungen wird die Zahl der Toten sogar mit 1500 angegeben.
Neuhork, 1. Okt. Tie Zahl der bei der Dammbruchkatastrophe in Austin (Arkansas) ums Leben gekommenen Per?.i"t wird nunmehr auf 500 geschätzt.
Börsen-Wochcnbericht.
= Frankfurt a. M., 29. Sept.
Nachdem der Marokkohandel endlich seiner Erledigung entgegen geht, nachdem die Börsen-Engagements mit großen Opfern gereinigt sind, unb bic Hanptsorgen um den Geldmarkt und die Erledigung des schwierigen Quartalsultimo glücklich überstanden sind, wird die Börse in eine neue Aufregung versetzt durch den Konflikt, der zwischen Italien und derTürkei wegen Tripo lis entstanden ist. Trotzdem inzwischen der Krieg erklärt worden ist, darf man hoffen, daß die Aufrollung der ganzen Orientfrage vermieden wird. Die Börse ist derart geschwächt und nervös geworden, daß schon die Möglichkeit eines kriegerischen Konfliktes größere Verstimmung hervorgerufen hat. Tie deutschen Börsen konnten sich dem verstimmenden Einfluß der politischen Meldungen umsoweniger entziehen, als auch die Auslandsbörsen vorwiegend in erregter und schwacher Haltung verkehrten. Besondere Aufmerksamkeit verdiente der N e u y o r k e r M a r k t durch seine wilden Preisschwankungen. Tie dortigen Kliguen — es müssen die kräftigsten Hände sein — nutzen ben Markt zugunsten ihrer Tasche weiblich aus. Selten vorher wurde mit Schwindelnachrichten über die Trustbewegung, die Jndustrielage^nber drohende Streikbeweg- ungen und dergleichen ein frivoleres Spiel getrieben, als in diesen Tagen. Daß die europäischen Börsen jenen amerikanischen Quertreibereien bis zu einem gewissen Grade preisgegeben sind, kann .licht wundernehmen. Im allgemeinen beobachtet man den Neu- iwrker Vorgängen gegenüber Zurückhaltung, wie überhaupt das Geschäft äußerst ruhig war. Tie Ultimoliguidation nahm .inen glatten Verlauf; Schiebungsgeld war zu 6'.. Prozent erhältlich, aber zu diesem Satz war Geld genügend vorhanden, bic uaute banque hatte Vorkehrungen getroffen, um der großen Aufgabe nxfx gewachsen zu zeigen. Einige Bedenken erweckten die Vorgänge auf dem Tevisenmarkt. Während sonst in Zeiten teuren Geldstandes fremde Wechsel schwach liegen, weil man all gemein bestrebt ist, über Auslandsguthaben zu verfügen, bekunde, er Devisenmarkt eine feste Haltung, so daß man mit Tiskont nhöhungen glaubt rechnen zu müssen. Was die Kursbewegung Letrifft, so wurden von der Abschwächung besonders der Türken und Jtalienermarkt betroffen. Daneben auch der Markt er ö st erreicht sch-ungarischenWerte. Matt lagen auch ■ ie Aktien der Deutschen Bank wegen ihrer Wirtschafts Interessen am Balkan. Bei der Teutschen Bank spricht noch mit, aß sie den zweiten Teil der Türkenanleihe von 1911 zu über nehmen hat. Schwach lagen auch Montanpapiere, besonders Zarpener und Pariser Abgaben und Gelsenkirchener im Zusammen Hang mit der geplanten Kapitalserhöhung. Am Bahnen markt nurden Amerikaner willig aufgenommen und dadurch den heftigen Schwankungen Neuyorks entzogen. Stärker gedruckt lagen Schau tungbahn auf Betriebsstörungen bei der Gesellschaft. Schiff tahrtsaktien hielten sich gut auf die Erhöhung der Frachs raten um 10 Prozent, und die gebesserten Aussichten unserer
großen Gesellsckaften. In Industrie papieren fanden nur icringc Umsätze statt bei vorwiegend nachgebenden Kursen Gummi- jicter konnten sich von ihrem scharfen Rückgang etwas erholen, heimische und fremde Fonds neigten meist zur Schwäche.
Privat-Tislvnto 4n/ie Prozent.
Kleine dagesdfronit
In Dortmund wurde bei Arbeiter Jakubowskv, der in der Nacht zum 15. Januor^bei Dorsten den ZdesselHeizer Hobec .'imordete und beraubte, am Samstag früh hingen (biet.
Tas Befinden des mit dem Korvettenkapitän Engelhard abgestürzten FlugsckMers Sedlmayr besserte jich heute nacht bedeutend. Die Verletzungen sind, wie sich inzwischen ergeben bat, nur üußerli d>.
Die Maschinenfabrik Chr. Mansfeld in Leipzig stiftete anläßlich ihres 50jährigen GeschäslSjubiläums 5 00 0 0 M k. z u W o h l f a h r t s e i n r i ch l u n g e n für daS Personal.
In Prag wurden die LebenScrinncrungen der Frau T o s c l l i beschlagnahmt.
In 5 t r a ß b u r g irlsaß) ist der Justizrat Notar K a l) s c r- 3 ö b er n nach Unterschlagung von 50 000 Mark flüchtig geworden, als er kurz bevor verhafttt werden sollte.
QanfccL
** Schiffsliste für billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 Wramm : „Kronprinzessui Gecilie" ab Bremen 3. Oktober, „Kaiser Wil- Helm der Große" ab Bremen 10. Oktober, „Cincinnati" ab Ham ■ bürg 12. Oktober, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 17. Oktober, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 19. Oktober, „Prinz Flie rich Wilhelm" ab Bremen 21. Okt, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 24. Okt., „Kronprinzessin Eccilic" ab Bremen 31. Oki , 24. Oltobcr, „Eronprinzessin Gecilie" ab Bremen 31. Oktober (Postschluß nach Ankunst der Frühzüge). Alle diese Scknffe außer „Cincinnati" sind Schnelldampfer oder solche, bic für- eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Befürderuiigsgelegen- heit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Lcitvermerk wie „direkter Weg" ober „über Bremen ober Hamburg" zu versehen Tie Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten, Trucksachen usw und gilt nur für Briese nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Kanada.
Märkte.
F. C. Frankfurt a. M., 1. Okt. TeS jüdischen Versühnungs- <estes wegen wird der H a u v t v i e h in a r k t von Montag, den 2. Oktober, auf Dienstag, 3. Oktober, verlegt.
Spielplan der vereinigten Zranksurter Stadttheater.
Gpernhau».
Montag, den 2. Oktober*): ,Taimhauser.* Tien-Ztag, den 3. Oktober: „Die Zaubeislöte." Mittwoch, den 4. Oktober: Erstes Gastsviel von Enrico Earnso: ,2a Bo hörne." Donnerstag, den 5. Oktober: «Fräulein Teufel * Freitag, den tz. Oktober: ,Carmen.^ Samstag, den 7. Oktober: »Die Jüdin * Sonntag, den 8. Oktober, nachmittags 3'/, Uhr: ,Tie Fledermaus.' Abends 7 Uhr: „Der Troubadour.^ Bloutag, den 9. Oktober, abends 7*/._. Uhr: „Undine." Dienstag, den 10. Oktober: .Fräulein Teufel." Lstiliwoch, den 11. Oktober: 1. Abonnements-Konzert.
Schauspielhaus.
Montag, den 2. Oltobcr"): „Ein greiser Paris." Hierauf: „Fraucntrenc." Zum Schluß: „Bildschnitzer." Dienstag, den 3. Oktober: „Der Richter von Zalamea." Alittwoch, den 4. Okt.: „Vertauschte Seelen." Donnerstag, den 5. Oktober: „Wallensteins Lager. Tie Ptecolomim." Freitag, den 6. Oktober: „Wallensteins Tod." Samstag, den 7. Oktober: „Ter Bibliothekar." Sonntag, den 8. Oktober, nachmittags 3% Uhr : „Flachsmann als Erzieher." Abends 7 Uhr: „LumpazwagabunduS." Montag, den 9. Oktober; „Vertauschte Seelen." Dienstag, den 10. Oktober: „Vertauschte Seelen." Alittwoch, den 11. Oktober: „Die Ratten."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
wöchentl. tteberficht der Todesfälle i. d. Stadt Sichen.
38. Woche. Vom 17. bis 23. September 1911. Einwohnerzahl: angenommen zu 31,300 (inkl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkeitszisfer: 31,60 0(on,
nach Abzug von 7 Ortsireniden 20,00 °/<w.
Kinder
Es ft arbeit an: äufanuuetu
Erwachsene:
IM
vom
1. Lebensjahr:
2.—15. Jahr:
Bronchitis
1
1
—
—
Schlaqsluß
2(1)
2(1)
—
—
Gehirnhaut-
Entzündung
1(1)
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—
——
Vungcnentjünbung
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—-
—
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Krebs
1
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—
Viagengcschwür
1(1)
—
1(1)
—
Ohreneiterung
1
—
—
1
Selbstmord
1
1
——
—
Verimglüdung
Kl)
1(1)
—
—
thelenkrheiimatismus
1
1
—
—
Blutvergiftimg
1 (1)
1(1)
—
—
Altersschivache______
1
1
—
—
Summa: 19(7) 12(5) 4(1) 3(1)
Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte ftranfe kommen.
Letzte 21 cicbrichten*
Ter Krieg.
Keine Landung bei Prevesa.
Rom, 1. Okt. Tie Agencia Stefani erklärt das Gerüchk von einer Landung der Italiener bei Prevesa für absolut falsch. Tic Unrichtigkeit der Meldung ergebe sich schon aus dem Zirkular, das der italienische Minister des Aeußern di San Giuliano am 26. September an die italienischen C^efaubtt schäften und Konsulate der Balkanländer gerichtet habe Folglich seien alle Meldungen von einer italienischen Landung in Europa, die etwa noch in Umlauf gesetzt werden könnten, ebenso, talsch. Tagegen bleibe Prevesa die Basis für die Offensive der Operationen Der türkischen Torpedoboote gegen den Küstenhandel Italiens.
Kein Bombardement.
Konstantinopel, 1. Okt. Ter Mali von Janina meldet von gestern: Zwei italienische Panzer bombardierten aus der Ferne hjc türkischen Torpedoboote im Hasen von Re< sch ad ec, wobei ein Torpedoboot beschädigt wurde. Es schiffte seine Mannschaft aus. Tic italienischen Schiffe liefen sodann in ben Hafen ein, feuerten gegen bie Stabt und beschädigten cinge Gebäude leicht. Endlich näherten sie sich den Torpedo^ booten, die sie in dc^ Grund bohrten, worauf sie den Hafen wieder verließen. Tic italienische Flotte lief auch in den Hafen von Turto ein und nahm b,ort den Hafcnkapitän und drei Larkenführer gefangen._________________________________________
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