Aus Stadt und Land.
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von dein Ausschüsse abgeschlossen, die Bch
Deutsches Reich.
Die „Norddeutsche .Mlgemcine Zeitung" schreibt: Zu der in der Presse verbreiteten Nachricht, daß das Stempelsteuer- a m t 'die Stiftung des von dem Kaiser für den Sitzungssaal des Rathauses bestimmten K a i s e r b i l d e s als s ch e n k u'n g s- st euerpflichti g angesehen habe, können wir mitteilcn, daß die Oberzolldircktion in Berlin nach näherer Prüfung der Begleitumstände sich für die Steuerfreiheit jener Schenkung ausgesprochen hat und der zuständige Finanzminister dieser Auffassung beigetreten ist.
Bei den Gemeinderatsersatz Wahlen in Mülhausen ergab sich für die sozialdemokratische Liste eine starke Mehrheit. Die acht sozialdemokratischen Kandidaten wurden gewählt.
Im Großherzogtum Oldenburg fanden die Landtagswahlen erstmalig nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht statt. In den meisten Wahlkreisen findet Nachwahl statt. Bisher wurden gewählt: Drei Pertreter der Rechten, drei Nationalliberale, zwei Liberale, fünf Pertreter des Zentrums und fünf Sozialdemokraten,
Heer und Flotte.
©in Unfall in der russischen Marine. Aus Ne- dal wird gemeldet: Bei «dichtem Nebel ist der Torpedobootszerstörer „Djäjatelny" mit einem anderen Torpedobootszerstörer zusammengestoßen. Er wurde mit einem Leck im rechten Vorderteil in den Hafen geschleppt
Das MilitärVerordnungsblatt veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, nach dem für die Besatzungen der bei milr- tarlschen Unternehmungen vor und auf den Inseln Ponape und D s ch o 7 a d s ch beteiligten Schiffe „Emden" .„Nürnberg", „Cormoran", „Planet" und „Titania" das Jahr 1911 als Kriegsiahr zu gelten hat.
träge cinkassiert und den Ausstellern übergeben. Die Ausstellung des zu verkaufenden Obstes bot auch dem Laien einen prachtvollen Anblick. In dem großen Saale war das Obst in 478 Nummern gruppiert und zum Verkaufe ausgestellt. Prachtvolle Exemplare von Goldparmänen, Nemetten in allen Sorten, Mecklenburger, Celline, Schöner von Boskop, Herrn- apfel, Borsdorfer usw. waren ausgelcgt. Auch die Birnen nahmen einen großen Raum der Ausslellung ein. In jedem Abteil lagen Zettel, die den Namen der Obstsorte, deS Züchters und den Preis der Ware angaben. Der Erfolg blieb nicht aus: die 175 Zentner ausgestellten Aepfel sind sämtlich daS Pfund zu 15 bis 30 Pfg. je nach Güte und Wert der Sorte verkauft worden; auch die Birnen erzielten einen Preis von 7—15 Pfg. das Pfund. Die Nachfrage überstieg das Angebot bedeutend und eS werden immer noch weitere Verkäufe vermittelt. Das Ergebnis der Veranstaltung hat bewiesen, daß in unserer obstreichen Gegend eine solche Einrichtung wirklich notwendig war. — Tie Zwetschenernte ist fast beendet. In den letzten Tagen wurden für den Zentner Zwetschen 6 und 7 Mk. bezahlt, während im Anfang der Ernte kaum 3,50 Alk. geboten wurden. Planche Grundbesitzer haben im Anfang für diesen geringen Preis ihre ganze Ernte losgeschlagen.
Ausland.
Die Einnahmen des Vereinigten Königreichs von G r o ß- britannien und Irland betrugen an dem am 30. September des zu Ende gegangenen Quartal 34 220 049 Pfund Sterling, was eine Abnahme gegen das Vorjahr von 7 320 7 70 Pfund Sterling bedeutet. An dem Minderertrage sind die indirekten Steuern mit 3 311000 Pfd. St. beteiligt, während die Einkommensteuer 3 834 000 Pfd. St. weniger ergab. Tie Mindereinnahme in den letzten 6 Monaten belief lichaus 25895275 Pfd. Sterling, hiervon entfallen auf die indirekten Steuern 2 145 000 Pfund Sterling und auf die Eintommenüeuer 20 885 000 Pfund Sterling.
Aus Lissabon wird amtlich gemeldet: Die P o l i z e i v o n O p v r t o verhaftete in der Nacht zum Samstag eine große Zahl von klerikalen und reaktionär gesinnten Persönlichkeiten, die in eine .Verschwörung zum Zwecke des Umsturzes verwickelt sind. Die Negierung ergriff energische Maßregeln und ließ die Verhafteten auf zwei Kriegsschiffe transportieren, die sie hierher bringen sollen.
Das schwedische Ministerium Lin dm an ist zurückgetreten.
Aus Bonakry (Senegambien) wird gemeldet: Die Pahuins griffen in ben ersten Tagen des September eine französische Kolonie in der Nähe von Ekodovo an der Grenze zwischen Kamerun und Gabon an. Zwei Offiziere und 31 Schützen wurden verwundet; zwei Schützen sind gefallen.
Vie Wirren in Persien.
Teheran, 30. Sept. Zwischen den Regierungstruppen und den TruppenSalaredDaulehs hat abermals ein Zusammenstoß stattgefunden. Die Bachtiaren Bagadurs und Mochtaschems schlugen die Kurden Nasnaalikhans, die 200 Tote und Verwundete zählen und zwei Geschütze verloren. Tausend der besten Reiter der Regierungstruppen verfolgen Salar ed Dauleh.
Hessen-Nassau.
— Nodheiin a. d. Bieber, 1. Okt. Der Turnerein hielt heute nachmittag sein Abturnen, verbunden
Kreis Büdingen.
tt. Büdingen, 28. Sept. Am 27. und 28. Sep- tember fand im Saale des Hotels „Fülslenhof" der vom bic- ligen Obstbauverem geplante Obst markt statt. Der leitende Gedanke des Unternehmens war, die Obstproduzenten an- zueifern, nur wirklich gutes und brauchbares Obst zu züchten und nach Sorten emzuernten, damit den Obstkonsumenten Gelegenheit gegeben wird, gutes, preisivürdiges Obst zu erhalten, denn was nützt dem Käufer das beste Obst, wenn alle Sorten durcheinander m den Keller gebracht und dort ungleich reif und bald faul und unbrauchbar werden. Ferner soll den Obstzüchtern Gelegenheit gegeben werden, das ge. erntete Obst zu einem entsprechenden Preis zu verwerten. Der Verkauf war von dem Ausschuß für die Aussteller so leicht un d^ bequem wie nur möglich eingerichtet worden: sämtlie-
* * Landesuniversität. Ter neue Rektor Prof. Dr. König hat gestern die Rektoratsgeschäfte übernommen.
* * Ordensverleihung. Der GroßherSvg hat dem Magazinvorstand bei der Firma E. Merck, Karl Müller in Darmstadt, das Ritierkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen.
* * In Audienz empfangen wurde vom Großherzog Rektor H e r t f eh von Schotten und Kreisrat Dr. Kranzbühler von Schotten.
" Eisenbahn - Personalien. Der Telegraphist Müsch aus Osterfeld i. Kohlenrevier wurde unter Beförderung zum Eisenbahn-Telegraphen-Assistenten nach Gießen, — der Eisenbahn-Praktikant Henne aus Offenbach a. M. nach G r ü n b e r g versetzt.
* * Erledigt sind: Zwei Leh r erstellen an der evang. Schule zu Lampertheim; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Beuern.
** Uebertragen wurde die Leitung der Straßen- nenbaubehörde für den südlichen Odenwald dem Kreis- bauinspekror Baurat Theiß zu Erbach nebenamtlich bis auf weiteres. (
** Von der Gendarmerie. Der Großherzog hat verliehen den Charakter als Leutnant vom 1. Oktober ab dem seitherigen Kreis-Obermachtmeister Jak. Beck im Gendarmeriekorps; die Krone zum Silbernen Kreuz des Ber- dienstordens Philipps des Großmütigen zum 1. Oktober dem seitherigen Wachtmeister Anton Kupka im .Gendarmeriekorps.
** Von der Bäderbahn. Die Zahl der Züge auf )er „Bäderbahn" Bad-Nauheim—Wiesbaden, deren Benutzung auch im abgelaufenen Sommer sich wieder erheblich gesteigert hat, bleibt bis zum 1. November unverändert. Von diesem Tage ab fallen die Züge ab Wiesbaden 11 Uhr vormittags und 11.20 Uhr abends aus, owie die Züge ab Bad-Nauheim 1.04 Uhr nachmittags und ab Homburg v. d. H. 10.01 Uhr nachmittags. Während gegen den Wegfall der späten Abenozüge nichts zu agen ist, haben Interessenten in Oberhessen und dem Oberlaunus vor allem gegen das Nichtverkehren der beiden Mittagsgegenzüge Beschwerde erhoben und hoffen, daß die ,Eisenbahnvermalkung sie auch im Winter verkehren läßt. Die Berliner Bäder-Gegenzüge Wiesbaden ab 9.08 vormittags bezw. Wiesbaden an 6.59 abends fallen schon am 1. Oktober aus, denn zu diesem Zeitpunkt kann der Bäderverkehr als beendet gelten.) Sie werden bereits am 1. März nächsten Jahres wieder in den Fahrplan eingestellt, um den ersten Badegästen gute Reisegelegenheit zu ver,chafsen. Für nächsten Sommer ist eine Vermehrung der Bäderbahnzüge in .Aussicht genommen.
•• Zur Milttär-Turnanstalt wurden für ben Winterkursus 1911/12 kommandiert als Hilfslehrer Oberleutnant Fitting vom Jnf.-Regt. 117, zur Ausbildung die Leutnants Sartorius vom Jnf.-Regt. 117 und Klopp vom Jnf.-Regt. 168.
Landkreis Gießen.
-ra Hungen, 2. Okt. Wachtmeister Kupka, der seit mehreren Jahren hier stationiert ist und auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken kann, ist mit dem 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand verletzt worden. Als sein Nachfolger wurde Wachtmeister Kessel aus Ulrichstein hierher versetzt.
Dr. Gutfleisch, würdigen nachstehende Ausführungen in dem Jahresbericht:
Nur mit schwerem Herzen und durch die Notwendigkeit gezwungen, hat der Vorstand seine Zustimmung zu dem Austritt feines hochverdienten Vorsitzenden erteilt, welcher dem Vorstand leit Inkrafttreten der Anwaltsordmmg, also volle 32 Jahre lang, angehörte. Unser hochverehrter seitheriger Vorsitzender hat sich ui btc)cm über ein Menschenalter erstreckenden Zeitraum in ganz hervorragender und hingehender Weise an den Geschäften des Vorstandes beteiligt. Er hat es dabei fertig gebracht, trotz seiner umfangreichen Berufstätigkeit und seinen vielfachen Ehrenämtern, die er alle in gleicher Weise im öffentlichen Interesse mit glänzendem Erfolg bekleidete, in dieser langen Zeit keine Sitzung des Vorstandes zu versäumen, bis ihm vom Februar l. Js. an die Teilnahme an der Tätigkeit des Vorstandes infolge Er- I van hing unmöglich wurde. Solange Gutfleisch dem Vorstande angchörte, hat er sich als Mitglied, als Schriftführer, stellvertretender Vorsitzender und seit dem Januar 1907 als Vorsitzender große Verdienste um ben Vorstand und die Kammer erworben. Er war in vielen Angelegenheiten, die das allgemeine Standes- interesse betrafen, Berichterstatter, ebenso war er in einer Reihe ehrengerichtlicher Sachen Referent und Vorsitzender. Bei allen vielen Tätigkeiten, sowie auch da, wo es galt, das Standes- interesse gegenüber der Justizverwaltung zu vertreten, hat unser bcreljrter seitheriger Vorsitzender mit dem ihm eigenen Geschick und Takt, ifotoie mit seinem versöhnlichen und verbindlichen Wesen die erforderliche Entschiedenheit und Strenge, gleichzeitig aber auch, wo es angezeigt war, weitgehendes Wohlwollen und große Milbe verbunden. — Seiner persönlichen Vermittelung als Migtlied und Vorsitzender des Vorstandes ist es zu danken, daß gar manche Streitigkeit zwischen Kollegen sowie manche Differenz zwischen Mitgliedern der Kammer und deren Auftraggebern, die zu großen Weiterungen führen konnten, zur Befriedigung aller Beteiligten beigelegt wurden.
Ter Vorstand wird die taktvolle Leitung und den erfahrenen Rat seines nun ausgeschiebenen Vorsitzenden schmerzlich vermissen und erachten wir uns für verpflichtet, dem hochverehrten Kollegen auch an dieser Stelle nochmals unseren wärmsten Dank auszusprechen für alles, was er uns in seiner langjährigen Tätigkeit gewährt hat.
.Möge er von seiner zurzeit in wesentlicher Besserung begriffenen Krankheit recht bald wieder vollständig genesen und es uns vergönnt sein, ihn in den Versammlungen der Kammer wieder in voller Gesundheit begrüßen zu können.
Die Einnahmen der Kammer betrugen 5219.80 Mk., die Ausgaben (einschließlich 900 Mk. Einlage in die Sparkas e Gießen) 5005.73 Mk. Das Vermögen der Kammer beträgt 6257.81 Mk. Armensachen wurden int Jahre 1910 von hes, - schen Anwälten vertreten am Oberlandesgericht 90, an den Landgerichten Darmstadt 350, Gießen 132 und Mainz 385.
Aus Hessen.
Groß-Felda, 1. Okt. (W äh l er v e r s a m ml u n g.) Ter Wahlausschuß für die Kandidatur Korell-Angenrod hielt heute hier im Gasthaus zur Traube unter dem Vorsitz des Beigeordneten Mölzing seine erste Wahlerversammlung ab. Es hatten sich hierzu etwa 80 Personen aus Groß-Felda und den Nachbarorten eingesunden. In zweistündigem Vortrag berichtete Herr Korell über seine unb seiner Parteifreunbc (Hess. Bauernbund) Tätigkeit im vergangenen Landtag unb gab dann einen Ausblick über die Aufgaben, die der künftige Landtag zu erfüllen habe.
Die Landtagswahlen. Die nationalliberale Partei in Offenbach beabsichtigt, wie uns von dort geschrieben wird, den Syndikus der Handelskammer, Dr. Josef .Eratz zu den bevorstehenden Landtagswahlen als Kandidat aufzustellen. Die sozialdenwkratische Partei, deren Kandidat der Beigeordnete Leonhard Eißnert ist, ist als erste in den Wahlkampf mit der Verbreitung eines Flugblattes eingetreten, das in scharfer Weise gegen das neue Wahlgesetz Stellung nimmt.
größte Aufmerksamkeit solchen falschen PreßnachrichtLn zuwendcn Und hier nach dem Rechten sehen uni) Besserung schaffen.
Profchor Brobnitz -Halle): Ruhland wirb mit seinen Ausführungen außer in agrarischen Kreisen nirgends Gegenliebe finden. Er bat uns ein romantisches Land gezeigt, in dem Löwe und Schaf friedlich zrisaminengehen, aber irgend welche Abhilse- vvrschläge hat er nicht gemacht. Diese hätte man aber erwarten müssen zu einer Zeit, wo Brot- und Fleischnot mit nie geahnter Heftigkeit an unsere Tore 'pochen. Rrihland vertröste die Bevölkerung auf später. Charakteristisch sei es, baß er noch in ben letzten Tagen in einer Kommissionssitzung des Internationalen Verbandes zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes erklärt habe, die soziale Revolution gehe ja doch schon los, die Wiener Kiawalle seien der Anfang davon. Gestern sei vom Internationalen Mittelstandskongreß die Beseitigung der Konsumvereine und der Warenhäuser geforbert worden: heute vertröste man bie hungernden Millionen auf später, das sei keine praktische Mittelstandspolitik, bas könne er als Mann der Wissenschaft nicht mitmachen. (Beifall und Widerspruch.),
Zum letzten ,Punkt der Tagesordnung
Güterzertrümmernng sprach Bezirksamtsassessor Dr. Schmelzte (München). Auch hierzu entspann sich eine Llussprache. Mit den üblichen Dankes- unb Schlußreden erreichte dann bie Tagung ihr Ende.
mit Stiftungsfest und Rekrutenabschied im Benoer'schen Saale ab. Die Krosdorser Kapelle spielte zu Konzert und Tanz auf. Der Turnverein zählt jetzt 100 zahlende Mitglieder; im Winterhalbjahr wird die Gesangsriege ihre Hebungen wieder aufnehmen.
b. Battenberg, 1. Okt. Für die geplante Eder- b rücke wurde der hiesigen Gemcinöe i/6 der auf 65- bis 70 000 Mk. veranschlagten Kosten ans Kreismittetn als Zu- chuß gewährt. Die Deckung soll aus den vorläufig zur ver- mehrten Schuldentilgung verwendeten Ueberschüsfcn des Jahres 1910 erfolgen.
FC. Wiesbaden, 29. Sept. In der heutigen Stadt- verordnetensitzimg gaben die Stadtverordneten dem Magistrat die Genehmigung, den Vertrag nm occ Pschorr-Brauerei in München zwecks Verpachtung ocs Ratskellers für den
dienen, 2. Oktober 1911.
Die hessische Anwaltskammer
hält am Smnstag, 7. aJit, in wc ainz ff)re Jahresversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen außer den geschätt- Uchen Angelegenheiten Beratungen über die Abänderung der Anwaltsordnung und der hessischen Gebührenordnung iain/?ienr -32‘ Vorstanoes für das Geschäftsjahr
erwähnt, daß die Zahl der Anwälte am Ansang des Geschaftsiahres 243 betrug. Es schieben davon aus 9, S^^ .^walte neu zugingen. Somit waren am Ende des Geschäftsjahres 2o0 Anwälte vorhanden. Davon wohnten 102 ui der Provinz Starkenburg, 61 in Oberliessen (in freßen 26, Meld 5, Bad-Nauheim 4, Bübingen 3, Butz- vach 2 'tzttedberg 7, Grimberg 2, Hungen 1, Homberg 1, ~a^bach 3ftibba2, Ortenberg 2, Schotten 1 und Vilbel 1) und 87 in Rheinhessen. Am 22. Sept, legte der Vorsitzende Geh Justizrat Dr. Gutfleisch, sein Amt nieder und trat gleichzeitig aus dem Vorstand aus. Da der stellvertretende Vorsitzende, Geh. ^ustizrat Massot, verstorben ist führt Justizrat Metz-Gießen einstweilen die Geschäfte des Vor- -----------------
lifeenoen. Die .Wirksamkeit des seitherigen Vorsitzenden, I Verkäufe wurden
Kreis Lauterbach.
au ter bad), 30. Sept. In der heutigen Kreis- ausschußsitzung wurde der Einspruck) gegen die Beigeordnetenwahl in Herbstein verhandelt. Die Wahl sand am 26. Juli b. I. statt unb es wurde der Molkereibesitzer Joseph Kübel mit 187 Stimmen gegen ben seitherigen Beigeordneten, Fabrikant Theodor Ruhl zum Beigeordneten gewählt, letzterer erfjictt 103 Stimmen. Die Wahl wurde von der Partei Ruhl angefochten mit der Begründung, daß auf Kübelscher Seite vor der Wahl durch umfangreiche Biergelage Wahlbeeinfluisungen zu Gunsten des Kandidaten Kübel ftattgefimben hätten. Zu der heutigen Verhandlung ivaren etwa 50 Zeugen geladen. Tie Partei Ruhl wurde durch Rechtsanwalt Scheer, Laulerback) und bie Partei Kübel durch Justizrat Reh, Alsfeld, verrretcn. Tie Beweisaufnahme ergab, baß auf beiden Seiten unb lange vor ber Wahl eine Menge Freibier gespendet wurde, auch durch sonstige Aeußerungen sind die Wähler angegangen worben, für einen bemannten Kandidaten zu wählen. Kübel, auf dessen Seite das meiste Freibier gespendet wurde, stellte jede persönliche Beteiligung in Abrcoe, die Viergelage seien ohne sein Zutun veranstaltet Horden. Das Urteil lautet dahin: Der Reklamation des Friedr. Kilian Ruhl unb Genossen in Herbstein gegen die Beigeordneten- chahl daselbst, wird unter Verurteilung der Gemeinde Herbstein in vie Kosten des Verfahrens stattgegeben unb die Wahl für ungültig er Härt. — Eine weitere Verhandlung beschäftigte sich mit dem Einspruch gegen die Beigeordnetenwahl in Heisters. Bei der am 20. März vorgenontmenen Wahl erzielten Beigeordneter Th. Tietz und Landwirt Heinr. Seibert Stimmengleichheit. In der Stichwahl am 19. Mai erhielt Beigeordneter Tietz 9, Seibert 12 Stimmen; letzterer war somit gewählt. Anhänger der Partei Tietz erhoben hiergegen Einspruch, roeib ein Wähler von Seibcrtscher Seite am Tage ber ersten Wahl seine Steuer nicht beim Gemeinderechner bezahlt, sondern nur beim Bürgermeister hinterlegt hatte, da der Rechner nicht zu Hause war. Dessen Stimme sei formt ungültig unb dem Seibert abzuschreiben, so daß der seitherige Beigeordnete Dietz mit 1 Stimme Mehrheit aw gewählt zu betrachten sei. Die Reklamanten hatten sich Rechtsanwalt Scheer, Lauterbach, als Vertreter angenommen. Dn Einspruch wurde unter Verurteilung der Reklamanten in die Kosten des Verfahrens unb Zahlung einer Vcrhanblungsgebühr von o Mark in bie Kreiskasse, als unbegründet zurückae- wiesen, a
Kreis Friedberg.
x Bad-Nauheim, 29. Sept. Die sich dem Ende nahende Saison steht jetzt im Zeichen der Abschieds- o e ra n st a ltu n g e n. Mehrere Hotels haben schon Abschieds- cssen veranstaltet. Gestern abend gab Konzertmeister Jean Szanto, das beliebte Mitglied unserer Kurkapelle, sein A b s ch i e d s k o n z e r t. Der junge Künstler nimmt eine Stelle als Lehrer am Konservatoriinn in Ofenpest an. Auch andere Mitglieder des Orchesters scheiden mit dem 1. Oktober aus. Der größere Teil spielt noch bis zum 15. Oktober, dem offiziellen Saisoiischluß. Die üblichen Terrassenkonzerte müffen bei dem schlechten Wetter jetzt meist im Konzerthaus ab- gehalten werden. Verlassen hat uns schon das Kurtheater, das neben der Kapelle in der Saison am meisten zur Unterhaltung der Kurgäste beitrug. Der Schluß der Spielzeit brachte, ivie in den Vorjahren, auch iviebec einige Darbietungen ernsten Inhalts, u. a. Ibsens „Nora" und Sudermanns „Heimatff Nlit Rücksicht auf die leidenden Kurgäste müffen in der Hochsaison Operetten und Lustspiele im Vordergrund des SpielplanZ stehen. Als Abschiedsvorstellung gab Direktor Steingoetter „Der Herr Senator". Tie aus allen Teilen Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und der Schweiz anwesenden Teilnehmer des hier tagenden Kurorte-Kongresse- wohnten auf Einladung der Kurverivaltung der Vorstellung bei und zollten den Einzclleistungen des Gießener Stadttheaters lebhafte Anerkennung.
Starkenburg und Nheinhessen.
rm. Darmstadt, 1. Okt. Kommerzienrat I. Glückert, der dem von der Künstlerkolonie auSgegangcnen Darillstädter Stil in der Viöbelbranche durch seine vornehmen Ausführungen auch im AuSlande zu großem Ansehen oerhalf, ist gestern im Alter von ca. 60 Jahren gestorben, nachdem er vor wenigen Tagen aus der Schweiz zurückgekehrt war, wo cr durch einen Fall verunglückte.
rm. Lampertheim, 1. Okt. Im Altrhein bei Lampertheim wurde am Freitag die Leiche eines anscheinend in den mittleren Jahren stehenden Mannes aufgefundcu, dessen Gesicht wahrichcinlich infolge von Verwundungen voll- ständig unkenntlich war. Rian vermutet, daß em Verbrechen vorliegt.


