Ausgabe 
2.10.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

erein

IORA

9

benuk0, der

lachtet

) beglK

in

ch uni 1*

Inhaber: Carl Herbert

ft in ä'ten

;z 'sämtliche PUtze sivä numeriert).

m Plätzen.

sreins und des Saal-* angerechnet Für ment auf 8 Konzerte

IV. Platz 12.- Mk.

potheken

y Leinen

toter ton Hermann Steingoetter btn3.CHobctl9U, icttbd 8 Ubr: ag,Abonn.-BorWW

»t Neuanmeldunw? lv*/tt

Frankfurt a.M. (V, ****&&

lasen. Kon2m

WvemBten

£6rZbur8(8optaa| rchhamte?7ThoDie. tienor,

'«215

L°"°- i*w

in 3 Auszügen«»- S?» ffl'Ä wcli'AboiM'Borstellnng Geschwister von Goethe.

-strade Mk 3.- a- . 150 , L- tz Studentenkarten < 1-Mk.

ir Einzelpreise statt

161. Jahrgang

Zweiter Blatt

Nr. 231

Erscheint IS-Nch mit Ausnahme deS Sonntags.

Die ^«ietzener ZamlNendlStter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für Den Kreis «letzen" groeimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:«-UK112. Tel.-Ad ru AnzeigerDießen.

Montag, 2. Sttober 19U

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Gegen die Lebenrmittetteuerung.

Tin preußischer ministerieller Runderlaß vom 26. Sep­tember ordnet an: _

In dem Runderlaß des Mmnters für LanDwirffchaft, Do­mänen und Forsten an d.e Landwirtschaftskammern vom 11. AuguU dieses Jahres, in welchem die durch die anhaltende Dürre dieses Sommers der Landwirtschaft und dem gesamten Volke drohenden Gefahren besprochen und Maßnahmen zur Abhilfe empfohlen wurden, ist bereits auf die in diesem Jahre außergewöhnlich Kjbe Spannung zwischen den amtlich ermittelten Preisen für Sd) ro eine auf den Schlachtvieh markten und den Preisen für Schweinfleisch im Kleinhandel hin- gewiesen worden. Wie zu erwarten war, hat diese Feststellung in Fleischerkreisen lebhafte Erregung und zum Teil auch offenen Widerspruch hervorgerufen. So hat die Berliner Fleischcr- innung die Verwertung der amtlichen Preisnalistik für Vergleiche als unzulässig bezeichnet, weil die gegenwärtig übliche Methode der Feifftellung der Fleischpreise im Kleinhandel unrichtige Er­gebnisse liefere. Tie Innung hat hierbei übersehen, daß die Feststellung der Kleinhandelspreise in den vergleichsweise an­geführten Jahren 1909 und 1911 nach gleichen GrunDsätzcn erfolgt ist, etwaige Mängel der Ermittlung also deren Ergebnisse in gleicher Richtung hätten beeinflussen müssen. Von der Ent­wicklung der Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen geben daher die Ergebnisse der amtlichen Statistik ohne Zweifel ein zutreffendes Bild. Diese Ergebnisse zeigen aber mit Deutlichkeit, daß das für die Volksernährung mehr und mehr an Bedeutung gewinnende und namentlich für die Bedürfnisse der unbemittel­teren Volksklassen wichtige Schweinefleisch auf dem Wege von der Erzeugungsstatte zum Verbraucher in außer­gewöhnlichem Maße verteuert wird. Tiefes Miß­verhältnis zwischen Schweinepreisen und Schweinesleischprcisen wird auch neuerdings in der Tageszeitung fast aller politischen Parieirichtungcn gebührend beleuchtet, wobei dringend Abhilfe ver­langt wird. Selbstverständlich kann cs nicht Ausgabe des Staates sein, unmittelbar einzugreifen; hier müssen die Kommunen ein» treten.

Eine wirksame Betät igung der städtischen Ver­waltungen auf diesem Gebiete erscheint um so dringender, als die lange Türre dieses Jahres eine Anzahl anderer notwendiger Nahrungsmittel, darunter das wichtigste Nahrungsmittel der un­bemittelteren Bevölkerungsklassen, die Kartoffel, teils schon ui bedauerlichem Maße verteuert hat, teils zu verteuern droht. Taher wird in denjenigen Städten, in denen ein Bedürfnis hierzu besteht, auf die Gemeindeverwaltungen, soweit sie nicht von selbst jchon Schritte getan haben, dahin einzuwirlen fein, daß Maßnahmen zur Verbilligung der Lebensrnittel, insbesondere aber der Fttischversorgung, getrosten werden.

ES wird sich im wesentlichen darum handeln, daß zweck- mäßigcrwcisc durch besonders zu bildende Ausschüsse mit den Fleischern über eine den Viehpreisen angemessene F e st - setzung der 51 ei) d)b reife verhandelt wird. Sollten diese Erörterungen keinen Erfolg haben und die Behörden zu der Uebcr»cuguno gelangen, daß die Fleischpreisc zu hoch sind, so muß dringend empfohlen werden, die unmittelbare Ver­sorgung bet Bevölkerung mit Fleisch durch von den Städttn cinzurichtendc Verkaufsstellen in Angriff zu nehmen, wie solches während der vor zwei Jahren herrschenden Fleisch- teucrung mehrfach mit Erfolg geschehen ist. Tes weiteren tarne die Frage der billigeren Beschaffung von See­fischen und ihrer Abgabe an die Bevölkerung auf besonders einzurichtenden städtischen Fischrnärkten in Betracht. Eine Reihe von Städten ist bekanntlich schon in dieser Richtung mit Erfolg tätig gewesen. Endlich würde noch zu prüsen sein, ob nicht auch durch den regelmäßigen Bezug von anderen Nahrungsmitteln des Massenverbrauchs, beispielsweise von Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Kohlarten, eine Verbilligung der täg­lichen Lebenshaltung der städtischen Bevölkerung erreicht werden kann. Um eine solche Wirksamkeit zu erleichtern, hat das Staats- miniftexium in seiner Sitzung vom IG. d. M. bereits beschlossen, Gemeinden und gemeinnützigen Organisationen, die Lebensmittel dieser Art zu oder unter den Selbstkosten verteilen, bei dem Bezüge besondere Frachtermäßigungen zu gewähren. Aus diese Sondervergüiisttgung ist besonders aufmerksam zu machen.

Natürlich hat dieser preußische Erlaß auch für uns in Hessen großes Interesse.

stützen, die Frauen tcilnchmen zu lassen an den gewerblichen Be- rufen, soweit ihr der Beruf im Hause nicht offen steht.

Hierauf wandte sich der Kongreß dem zurzeit besonders be­deutsamen Thema der

Brot- und Fleischnot zu. Prof. Tr. G. Nuhland (Berlin) vertritt folgenden Leitiav: Tie wirkliche Ursache der periodischen Brot- und Fleischnot ist dieT es o r g a n i s atio n", dieAnarchi e" unserer M ä r f t c. Teshalb kann 'Abhilfe für diese schweren Mißstände nur durch Organisation unserer Märkte gesucht und gesunden werden."

Der Redner führte u. a. aus: Wenn wir Millionen von freien nicht organisierten Landwirten, von Müllern, Bäckern un£> Schlach­tern ohne jcDc zusammenfassende Organisation planlos die Brot- und Fleischversorgung des Volkes überlassen, so muß ein gi> wattiges Durcheinander, eine schier unglaubliche Unoronung, eine Anarchie int Markte eintreten. Zur Beteiligung dieses bedenklichen Uebels gibt eS nur ein Mittel, nämlich: wir müssen an Stelle des irrtümlichenselbstherrlichen Individuums" dieorganische Auffassung des Kulturmenschen" treten lassen. Tas hat schon Die, kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 gewollt. Tie Aus führung dieser Botschaft ist nun leider wieder auf ganz andere Wege geraten. Die richtige Auffassung dieser Botschaft bietet für unsere heutige Welt deshalb so große Schwierigkeiten, weil unserm gegenwärtigen Volkebewußtsein die uralteorganische Auffasiung des ^Kulturmenschen" leider verloren gegangen ist. Man sieht heule in denLebenscrscheinimgen der Völker" keine große Einheit, sondern glaubt, das Lebensproblem des Volkes als eine Fülle von Spezialfragen auflösen und behandeln zu können. Man ist deshalb nur zu weit von der Einsicht entfernt, daß die Lösung all unserer wirtschaftspolitischen Fragen im Grunoc die Lösung von^Problemen unserer gesamten modernen Ideenwelt ist, die mit der Frage, was der Mensch fei, umschlossen werden. In der praktisch politischen Behandlung auch der periodischen Brot- und Fleischiiöle gibt es deshalb nur ein Entweder oder. Entweder man erkennt den heute herrschenden großen Irrtum, dann handelt es sich um eine Neugestaltung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ober man er­kennt diesen großen Irrtum Noch immer nicht, dann muß sich die Not noch weiter verschärfen, bis endlich die rechte Einsicht lomnit. Welche dieser beiden Eventualitäten heute schon gegeben ist, weiß der Redner nicht zu sagen; was er aber bestimmt tagen könne, faßt er in folgende Sätze zusammen:

1. Erst durch eine Neuorganisation der Gesellschaft und Eingliederung jeder Einzelwirtschaft als ein der sozialen Ge­meinschaftdienendes" Organ, unter Beibehaltung des Privat­eigentums an den Produktionsmitteln, durchnationale Syn­dikate auf öffentlich-rechtlicher Grundlage" wird man endlich zu klaren und zuverlässigen Ziffern über Vorrat und Bedarf innere halb der nationalen Volkswirtschaft kommen, auf denen sich bann endlich auch stetige mittlere Brot- und. Fleischpreise er­heben können.

2. Turch diese moderne Organisation der Gesellschaft, die alle höchst bedauerlichen Klassenkämpfe für immer verschwinden läßt, wird an der Stelle unseres heutigenirrigen" Jndck vidualegoismus derideale Individualismus." wieder zur vollen Entfaltung kommen.

3. Die praktische Durchführung dieser gewaltigen Reform hat eine groß angelegte nationale Schulreform int Sinne der bekannten Reden Fichtes an die deutsche Nation auf der ganzen Linie unserer Schuleinrichtungen zur unerläßlichen Voraus­setzung, wobei Staat und Gemeinde, Kirche und Familie freudig Zusammenarbeiten müssen, um dem großen kulturellen Fort­schritt der Wiederkehr einer Periode des allgemeinen Gemein­schaftsbewußtseins zu erreichen. (Beifall.)

In der Aussprache wandte sich der oberösterreichische Bauern­führ er Binzens Till (Bruck a. Vüir) scharf gegen die Preis­treibereien auf dem Getreidemarkt und verbreitete sich dann über die Technik der Brotfabrikation, wobei er ausführte, daß die mangelnde Technik des Bäckergewerbes vielfach zu der Brot not beigetragen habe. «.Beifall und Wider sprach.) Er verlangt schließ­lich die Ausschaltung des Gctreidehandels. Wir brauchen keinen Getreidehandel, der die Preise willkürlich bestimmt. Tie Be­stimmung der Getreidepreise müsse gesetzlich den Parlamenten überlassen werden. (Beifall und Unruhe.)

Landtagsabgeorditeter Hübsch (Nürnberg) erwidert, daß die unrichtigen Preisfestsetzungen doch nur zeitweise in die Erschei­nung treten und nur so lange in Geltung bleiben können, als die Fälschung nicht erkannt ist. Nach den Ausführungen des Prof. RuhlanD würden Angebot und Nachfrage überhaupt keine Rolle spielen, davon könne aber feine Rede sein. Wir können, so fuhr der Sprecher fort, ihm nur soweit folgen, daß wir eine zeitweste unrichtige Preisfestsetzung durch falsche Preßberichte für möglich hatten. Wir haben alle Ursache, hier Abhilfe zu verlangen. Wir lind also damit einverstanden, daß die Staatsregierungen ihre tige Heerruser von Bayreuth, Herr Hofopernsänger Geiße- Winkel, gehört zu den beliebtesten Mitgliedern der Wies­badener Hofoper und feiert dort durch die Pracht seines phänomenalen Baritons glänzende Triumphe. Seit langem gehört er auch zu den gesuchtesten Solisten des Konzertsaales; in diesem Winter hat sich Frankfurt seine Mitwirkung in den Museumslonzerten sowie dem Cecilienvereine unter Mengelderg gesichert, gewiß ein Beweis, wie sehr er geschätzt wird.

Tas weiche, volle Organ des Herrn Julius Schül» ler aus Frankfurt ist für die Partie des Gurnemanz wie geschaffen. Er hat sie zu wiederholten Malen mit so großem Erfolge gesungen, daß es ihm u. a. ein Engagement für die Liszt-Zentenarsoier in Heidelberg eintrug.

Tas letzte Konzert ist in seiner Eigenart ebenfalls eine Neuigkeit für Gießen. Der Dessosssche Frauenchor aus Frankfurt, eine Bereinigung von gegen 100 auserwähl- ten, musikalisch geschulten Stimmen wird unter der Lei­tung von Frl. Gretchen Dessosf eine Blütenlese herr- lichper Ehöre der klassischen wie modernen Musik in der Stadtkirche zu Gehör bringen.

Tie Kammermusilabende werden von unserem bewähr­ten Trioensemble, Prof. G. Trautmann, A. Rebner und C. Hegar, veranstaltet, deren vollendetes Zusammen­spiel die Hörer bis jetzt noch jedesmal begeistert hat. In dem für Kammermuiik ganz besonders geeigneten Mlubjaal werden die Vorzüge dieser wundervollen Gat­tung der Musik sicherlich zu restloser Geltung kommen.

Tie Durchführung eines derartigen Programms er­fordert ganz erhebliche Opfer und kann nur in der Zu­versicht auf allseitige Förderung geschehen. Darum hoffen wir, daß sie uns aus allen kreisen ebenso zuteil wird, wie die von uns mit lebhafter Freude begrüßte Würdi­gung und Unterstützung unserer Tätigkeit in einer der letzten Stadtverordneten-Versammlungen.

Internationaler MttelftanSrkongretz.

~ München, 30. Sept.

Ter 3. Internationale Mittelstandsiöngreß beendete heute seine Beratungen. An erster Stelle stand das wichtige und durch tas wachsende Interesse der Frauenwelt für die 1-artdwerkliche Betätigung aftuelle Thema:

Tie Frau im Handwerk".

Fräulein Tr. Gertrud Scharf (Charlottenburg) stellte dazu folgende Forderung auf: Wo und soweit der Grundsatz der Gewerbcireiheit durch das Gesetz Anerkennung gefunden hat, muß die Frau den Mann im gewerblichen Leben gleichberechtigt gegen» überstehen. Soweit dieser Grundsatz als Ausfluß einer Mittel- standspolitik zu Gunsten des Handwerks Einschränkung erfahren hat, ist auch die Hwrdwerkerin unter die schützenden Normen zu stellen, damit die von Frauen betriebenen Handwerke nicht voll­ständig der Heimarbeit weichen. Im einzelnen ist zunächst Rege­lung oed weiblichen Lehrlingswesens, Einführung der Pflicht­fortbildungsschule für Mädchen, Förderung der Organisation und des Bildungswesens für selbständige Handwerkerinnen zu fordern. (Lebhafter Beifall.)

An der Aussprache dazu beteiligte sich auch der ^Ver­treter der preußischen Regierung, Ministerialdirektor v. See­feld (Berlin). Wenn besoitders die Frauenarbeit im Handwerk proklamiert werde, so könne er das nicht mit Begeisterung mitmachen. Ucberall dort, wo die Frau in bisher dem Manne offen gelassene Gebiete eintritt, verringere sie sich selbst die Aussicht auf ihren natürlichen Berus der Hausfrau und Mutter. Deswegen möchte er den Schluß ziehen, wir wollten heute auch auf diesem Gebiet fein allzu rasches Tempo fordern, aber alle Bestrebungen unter- vorgegangen, ist eines der stärksten Talente unter seinen Facygenossen. Gediegene Technik, temperamentvolle Inter­pretation und bestrickende Kantilene haben ihm überall außerordentliche Erfolge gesichert.

Ten seltenen Genuß, das Cello als Soloinstrument zu hören, wird uns Herr Hofkonzertmeister Professor Wille aus Dresden bereiten, einer der hervorragendsten Ver­treter seines Instruments; seinem Spiel rühmt man wunder­bare Technik und makellose Schönheit des Tones nach.

Ter Hundertjahrfeier von Franz Liszts Ge­burtstag gilt das 1. Chor- und Orchesterkonzert im Stadt­theater. Tie Faustsymphonie, vielleicht das großartigste seiner orchestralen Werke und der hier noch nicht ge­hörte 13. Psalm bilden die Hauptnummern, bei denen der rühmlichst bekannte Heldentenor Ejnar Forch- Hammer die Soli übernehmen wird.

Mir ganz besonderem Interesse dürfte dem Symphonie­konzert der Meininger Hofkapelle unter ihrem neuen Dirigenten, Herrn Hosrat Professor Tr. Reger entgegen­gesehen werderr. Sie wartet mit einem auserlesenen Pro­gramme auf.

Langjährigen Wünschen sott die Aufführung der Par- zivalszenen (Richard -Wagner- Abend) willfahren. Wir wollen allen Den Vielen, Die das Weihefestspiel nicyt in Bayreuth selbst hören können, einen Einblicr in die letzte und erhabenste Offenbarung Wagners verschaffen. Tabei sei bemerit, daß die Schutzfrist des Parzwal erst im Januar 1914 abläuft, so daß das Wert nichi schon 1913, wie irriger­weise vielfach angenommen wird, au^er^aLb Bayreuths aus- gefüljrt werden Dar-. Bezüglich Der mit.uirlenDen Solisten )ei erwähnt, daß Der neue Heldentenor der Frankfurter Oper, Herr Hurt, der erklärte Liebling des Publikums ist. Seine frische, wohllautende (Stimme loste türzlich in der Rotte des Manrico eine Derartige Begeisterung aus. Daß, wie Der Rezensent bemerit, Die ^:ute Die Operngläser zu Hilfe nehmen mußten, um sich zu' überzeugen, Dag es wirtlich Herr Hutt unD nicht Caruso war. Ter wuch-

Gieheim Anzeiger

General-Anzeiger für Cberheffen

politische Tagesschau.

Tie Neichöeinnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren haben nach Der nunmehr vorliegenden ttebersicht im Au­gust d. I. die Lumme von 138,7 Trillionen Mk. erreicht ge^en^l4^Mittioneii^m^lugtist^910^o^a^eine^u^

Vie Veranstaltungen der Aonzert-Vereins im Winter tM12.

Der Konzertverein veröffentlicht in der heutigen Num- tr.cr fein Winterprogramm und empfiehlt es Der Beachtung aller Aritsiksreunde. Auch in diesem Jahre finden wieder 10 Konzerte statt, und zwar 3 Chor- und Orchesterkonzerte, 1 Symphonielouzert, 3 Solisten- und 3 Kammermusik- abenco. Ort, Tag und Zeit Der einzelnen Aufführungen, Abonnements- unD Einzelpreise sind aus der Anzeige er­sichtlich, während jede andere Auskunft Herr Ernst Ch allier dereitwilttgst erteilt.

Wie seither ist der Verein bestrebt gewesen, Künstler allerersten Ranges zur Mitwirkung zu gewinnen, und es ist ihm gelungen, eine Reihe von Solisten zu verpflichten, die zu Den glänzendsten Erscheinungen, selbst in Musik­zentren, wie Berlin, Hamburg und Leipzig, zählen und Dort Triumphe über Triumphe feiern.

Das Auftreten Lamonos wirD sicherlich mit leb­haftem Interesse begrüßt. Sein über alle Maßen herr­liches Spiel und Die abgeklärte Kunst seines Vortrages Stellen uns Stunden ungetrübtesten Genusses in Aussicht.

Die anmutige, jugendliche Pianistin, Frl. Wynne PY1 e aus Texas (zurzeit in Berlin, eine Schülerin Leschetyzlys, ist von Dem letzten Krvnbauerkoiizert her durch ihre trefflichen Leistungen noch in bester Erinnerung.

lieber Gesangslräfte wie Frau Cahnbley-Hinken, Felix Senins und Frau Klara Senius-Erler fiuD Lobeswvrte nicht nötig. Frau Cahnbley-Hinken hat kürzlich bei der Ba ch fei e r cn Eisen ach mit Den blenden- ben Eigenschaften ihres lieblichen Mezzosoprans und ihrem echten Belcanto Hörer und Kritik entzückt. Der Lieder- unb Duettenabeitd des Sängerpaares Senins, Deren große Kunst Die Kritik allenthalben rühmt, wird uns mit manchem Kabinettstückchen gebiegener Vortrag.lunst begannt machen.

Der junge uitß-irifcic Geiger Josef Szigeti ans Budapest, wie See;i Geyer aus Der Schule Hubays her-

nähme um 24,4 Millionen M k. ober 21 v. H. statt- gesunden hat. In den bisbcr verflossenen 5 Monaten des Etatsjahres 1911 haben sich die Einnahmen auf 703 Mil­lionen Mk. belaufen, während der entsprechende Anteil am Anschläge nur 618 Trillionen Mk. beträgt, so daß sich bis­her ein Ueberschuh von 85 Millionen Mk. er­geben hat. Tie Voss. Ztg., der wir diese Angaben ent­nehmen, meint, baß kaum anzunehmen ist, bie Steigerung werde in den noch ausstehenden acht Monaten dieselbe bleiben wie bisher.

Am meisten beteiligt sind an dem bisherigen günstigen Ergebnis bie Zölle, Die in Den 5 Monaten be­reits 324,1 Millionen Mark ergeben haben, während der Anteil dieser Zeit am Etatssoll nur 266,0 Millionen Mk. beträgt. Auch bie Branntweinverbrauchsab­gabe übertrifft mit einer Einnahme von 82,3 Millionen Mark die anfchlägige Summe erheblich, um 14/2 Mil­lionen Mk. Ferner hat bie Börsen st euer einschl. des Talonstempels einen wesentlichen lleberschuß ergeben, in­dem bisher 37,8 Millionen Mk. eingekommen sind gegen 26,9 Millionen Mart Anteil am Etatsanschlag. Sonst tritt noch durch eine verhältnismäßig sehr hohe Einnahme der Kraftfahrzeug st empel hervor, der bereits 1,94 Mil­lionen Mk. eingebracht hat und vielleicht schon im ersten Halbjahr den ganzen Etatsanschlag von 2,35 Millionen Mk. erreichen wirb.

Tie übrigen Einnahmequellen zeigen meist eine geringe Abweichung von den Beträgen, die der Etatsanschlag Voraus­sicht, sowert nicht, wie bei der Zuckersteuer, Dem Lotterie­losstempel und Dem Tantiemestempel, Die Einnahmen von Der Jahreszeit oDer auDeien UmstänDen abhängig finD. Enttäuscht haben bisher bie Brau st euer, Die um mehr als 2i/Ä Millionen Mk. hinter Dem Anteil am Etats­anschlag zurückgeblieben ist, ferner bie Salz st euer mit einer Minbereiimahme von über 1% Millionen Mk. unD Der Grundstücksüdertragungsstempel, ber einen etwa ebenso hohen Ausfall zeigt. Tie übrigen neuen und neuesten Steuern werden wohl jetzt Die Durch Den Etats- anschlag meist wesentlich herabgesetzten Beträge erreichen. Beachtenswert ist Der ungewöhnlich hohe Betrag, Den Die Erbschaftssteuer im letzten Monat mit mehr als 48/4 Millionen Mk. erreicht hat; er liegt um l1/» Millionen Mark über Dein Monatsanteil am Etatsanschlag.

Berlin, 30. Sept. Tie Zolleinnahme Des Reiches vom 1. April dis zum 31. August 1911 ergaben gegen Das Vorjahr ein Pt ehr von 66 Millionen Mark. Tiefer Mehrbetrag fließt vor­aussichtlich größtenteils dem zur Durchführung Der W i t- mcn- unD Waisenversorgung bestimmten FonDs zu.