Sechstes Blatt
M- Jahrgang
nt. 250
Gießener Anzeiger
Eifchtinl tllgklch mit Ausnahme W konntag».
Seneral-Anzeiger für Oberhesien
Die „«Iraner LamINendlätter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da» „Krebblett für de> Krell •ie|te“ zweimal »Scherultch. Die ^and»irtlchafttlche> Leit- frage»" erfchemen monatlich zweimal.
Samstag, 50. September 19U
ftoumonlbrurf and Drvldg der Brühl^chv» Unwersttäi» - Buch- und €teinbmdctek
9L Lang», •leben,
flebofhen. •jveblrten und Tnidetth BAut
ftratze 7. ürpedilion und Verlag:
RebaftiorceeBUt. Let-Adr.' SlnzeigerEiehe»
Kirche und Schule.
Kirchenpol.tischeS auS tzesseit.
Dir erhallen folgende Zuschri-l von einem Gastlichen: Am 18. d. SÄ. tagte im Hotel Itronenhof zu Frankfurt eine gut besuchte Versammlung derjenigen hessischen Geistlichen, die den bekannten liberalen Protest gegen da-? preußische Spruchkollcgium und gegen die Absetzung bcö Pfarrers Iatho unterschrieben Habern. Zu den ursprünglich 87 Unterzeichnern waren inzwischen noch 9 binzugekomincn und außerdem wurde bekannt, daß auf Aufforderung dcS hcn Miltelp..rlci angeh.rigen r n .
in Egelsbach sich noch weitere 28 hessische Pfarrer zu- stimmend zum Inhalte genannten Protestes geäußert hatten. Diese 124 „Protestanten" repräsentieren mehr al. ein Viertel aller aktiven hessischen Pfarrer. Ihnen stehen gegenüber 169 Unterzeichner der positiven Geg-'nerktärung. Dazwischen stehen noch 155 aktive hessische Pfarrer, bu biS jetzt eine neutrale und abwartende Haltung beobachte, haben. Das ist so der außer itaje Aufriß der kirchenpoliti scheu Lage in Hessen, denn über die Stellung der Nicht geistlichen lassen sich feine zuverlässigen Zahlen angaben machen. Gegenstand der obengenannten Versammlung war nun gegenteilige persönliche Aussprache über die burm den Fall Iatho und ben Streit um die Gießener theo logische Fakultät beleuchtete kirch.iche Lage der Gegen wart, Klarstellung der Aufgaben, die diese Lage den bewußt liberalen Pfarrern in Hessen für die Zukunft stellt und Verständigung über die Mittel und Wege zur praktische.: Lösung dieser vlufgabcn. Dieser Zweck wurde durch ein einleitendes, auf klarer evangelischer GlaubenLauffassung und praktischer persönlicher und amtlicher Lebenserfahrung mit wissenschaftlicher Gründlichkeit ausgebautes, gedanken reiches Rejerat des Pfarrers Freundlieb von Vilbel und durch eine mehr als dreistündige lebhafte und an- regende Debatte, an der sich fast alle in der liberalen Bewegung maßgebenden hessischen Pfarrer beteiligten, aujö beste und harmonischste erreicht. v5 wurde hier zu weck fuhren, das im einzelnen lucter auszusüyren. Betont mürbe von allen, daß neue Zeiten mit neuen wissenschaftliche« Erkenntnissen und Erkenntnismethoden auch neue theologische Erkenntnismethoden und neue Formen der lirch- lichen Verkündigung des alten Evangeliums Icsu Christi nötig machen, wenn die Mirdjc nicht bloß den von modernem Denken und Wissen noch unberührten Kreisen unseres Volkes sondern auch denen dienen will, die mitten im Strome modernen Lebens und Denkens drin stehen und in ihrem Glauben an
die von der Kirche verkündigten alten biblischen Wahrheiten Schifsbruch gelitten haben. Während die Lrthodoxie im starren Festhallen an ben altüberlieferten Formen und Formeln des religiösen und lirchlichen Lebens sich mehr und mehr den engen und sektieri.chen Kreisen der Gc- meinschast verschreibt und immer mehr auf die Bahnen katholischer ttirchtickrkeck und Frömmigkeit gerät, toolten wir dem ganzen Volke, auch den 'Modern gor i ci)l et en und gerade diesen dienen und goldene Brücken schlagen für alle, die bte Heimat ihrer Seele suck-en und nicht finden können. Nicht negativ und zerstörend, sondern pockliv und aufbauend ist diese kirchliche Arbeit, die die modernwissen fchaftliche Theologie leisten will. Sie will das alte Gold ewiger biblischer Wahrheit von allen Schlacken zeitgeschichtlicher Bedingtheit und meuschlicher Beschränitheit reinigen und in moder ne Formen prägen, daß auch die Menschen von heute feinen Wert erkennen und schätzen lernen. Sie wiZ keinen Altgläubigen stören, aber vielen Suchenden und Zweifelnden helfen, auf dem Wege zu Gott. Da auch die heutigen orthodoxen Theologen den In- spiralionsbegriff der alten Orthodoxie fallen gelassen und sich die Methode und Ergebnisse der moorrnen historisch- kritischen Bivelsorjchung m weitgehendem Maße zu eigen gemacht haben, da auch sie an den BekermtniSschristen ihre Abstriche und Umbculuiigcn sich erlauben, ist es umso wo niger verständlich, daß )ie immer und auch in ihrer letzten Gegenerllämng wieder bei nicht unterrichteten Laien den Eindruck zu erwecken suchen, als ob sie allein fest au dem Boden der Bibel und allen DekenntniSschristen fmii- den und die Unterzeichner oes liberalen Protestes ba- neben. Um bieser von uns als unwahr und kränkend empfundenen und die Gerncinden irresuhrenden Taktik unserer positiven Gegner zu begegnen, wurde eine Kommission bestimmt, die die Verosfentlickping einer ent- sprechenden turnen Erklärung und eines ausiühiiichee gehaltenen Flugblattes vorbereiteu soll. Auch mit ben m letzter Zeit in der Presse erfolgten Angriffen und Anwürfen soll gebührens abgerechnet werden. Ferner wurde das Beoauern darüber ausgesprochen, daß die „Tarnt städtcr Zeitung", die von allen Pfarrämtern gehalten ivet- den mug, mit Berufung auf ihre ^Neutralität Dic^ Aufnahme des liberalen Protestes gegen Die Absetzung Zathos ablehnte, aber nack)her unbeschadet die.er „Neutralität" die positive Gegenertlarung ailsnahm. Aber all die Leinen und kleinlichen Schikanen, über die man zu klagen Haire, vermochten den Ton freudiger Zuvor,ich:, der dura- Du Versammlung ging, nicht zu bampieii. Man reichte sw, umso entschlossener die vano zu gemeinsamer iui e.i chafi- ich-theologischer und prattiich-lirchiicher ucbiu. titch^.i- poLüi|cljer Einsicht entschloß man |ia), nicht eine neue 'irchenpoli.iiche ^onbergruppc zu bilden, sondern yanu ui ^anb zu gehen mit Dein deutschen Protestantenveretn uno Hit der in Hessen bestehenden „Freien landeskitchl. Ber- nnigung".
tö. Versammlung Seutsqcr Natuifors^cr und ricrztc.
~ Karlsruhe, 29. Sc.tembcr.
Ter deutsche Naturforscher- und Aerztetag becnec.c h.^ck eine llgcmcineii Versammlungen mit einer Gc > a in t i i v u n g ui icc Technischen >pvchscvule, in der Winkler Tübingen, u-.r ^ftopibaitaröe, Cinthooeu beiden über neuere crg.biii u .us bim Gebiete dec tierischen Clclirizitat uild Braus .
ibec die EiUiichung der Necoenbaynen sprach.n. Ferner iüiu... Dcitece Abteilung:’iiBungen itatt.
Pros. Schlesinger .Straßburg) sprach über „Neueres au'- er schulärztlichen Tätigkeit", wobei er die ..n .ci.mig i"-i; Schulärzten auch für bic höheren Schuten forderu und dann iut al.c
Schulen freiwikliae oder besoldete Schulpslegerinnen und die Einrichtung von StbulpDlifiinifcn.
Tr. Fran; Frankfurt a. M.) sprach über „Lrt-gedäcbo niB bei Fischen und seine Bedeutung für die Wanderungen der Fische", und Bergest 'Königsberg- über „Erzlagcrsiaucn und Eruptivgesteine".
Tr. Salle (Berlin) berichtete über
„Einfluß hoher Sommertemperaturen aus die Funktionen deS MagenI".
' Tierversuche haben bemerkenswerte Ergebnisse gehabt.
Der reguläre Eiweißabbau wird gehemmt, die Mechanik de' sZylorueschlusicS und Cennung wird verändert, durch d.e verringerte ctur ganz sehlende freie Salesäure werden im Darm Bedingungen für die Entwicklung einer vom nermalen abwcichciiben Baktcrientlora geschaffen' Tie sestgcsiellte Znius nienz tcB Mag n alles in wohl nur eine Teilersckeinung deS allgcnicmen Dar nicderliegens der Magendarmsunktioncn und hauptsächlich aus Wasserrerluste zurückzuiühren: daneben kommt auch eine funk handle Störung der sekretorischen Nerven in Betracht. Für die Vraxls ergibt sich die Notwendigkeit verminderter Nahrungsziimhr bei gleichzeitiger reichlicher Aas>crzufuhr.
Tr Franzen (Heidelberg) sprach über „Bildung und Vergärung von amciicnlaurc; ein Beitrag zur Mcniunid der alko- hoUichen Gärwig".
Tr. HanS Kampssmever (Karlsruhes stellvertretender Vorsivetlder der Teutsä-en Garienstadlgesellschast und GcschäilS- führet b.S badischen LandeswohnungSreie.nS, bericht te über „Tie deutsche Gartcnstadtbewegung und ihre Bedeutung für die Volksgesundheit".
Zn der Abteilung „Dbgiene" sprach Tr. H. V a u l l. Arzt und städtischer Schularzt in Karlsruhe, übet „Neue Gesichtspunkte lür das Frauenturnen". Tas deutsche Turnen wurzelt in der orntschen Volksseele. WenigitenS das Männerturnen. TaS Frauen turnen hat den cknschlutz an bic deutsche Volksieclc noch iiidit recht gesunden. Tas bedeutiamue Hindernis war die Herrschalt des ttotsettS und die Bceiniluimng durch das Männeckurncn, „kraftvolle Schönheit iür das männliche, anmutsvolle Schönheit für das weibliche Geschlecht".
A. v. Szily (Freiburg i. 9r.) berichtete über die Ergebnisse seiner Uiueriud)un-3Cii über vhhfiologiiche Tegcneratwn im Verlause der normalen Entwicklung.
Zn der Gesamtlitzung der medizinischen Hauptgrupve hielt Pros. Bi edel (Wien einen Vortrag über „Innere <5 e freuen". Tao korreserat crslattc.c Pros. Moraviez (Freiburg i. Br.).
21 u» Stadt und Land.
Q) i c ben, SU. ceptcmber 1911.
— Zur Auszahlung der Beamt en gehälter. In letzter Zeit wurde die Beobachtung gemacht, baß den Beamten bei Auszahlung der Gehälter übcciuicgcnb Papiergeld eingchändigt wurde. In einem Fall, wo ein Beamter bei Empfang seines Gehaltes statt deS Papiergeldes Llunzen zn erhalten wünschte, wurde ihm bebautet, baß die öffentlichen Kasten neuerdmgS angewiesen seien, bei Auszahlung der Gehälter tunlichsl ReichLbanknotcn unb NeichSkassenschelne zu venvenbeii, ba baS ÜicichLfchatzanit im Inlercste bcS Schlitzes bcS GolbbcstnnbeS ber Neichsbank ersucht habe, bei dem großen Wert, welcher ber Erhaltung und Stärkung beS Dolbschatzeö beiznnlesten ist, mehr wie bisher bei Zahlungen Papiergeld zu verwenden. Tie» habe besonders zu geschehen bei Zahlungen an Beamte, weil in beten HanShalt vielfach Ausgaben uorLunen, die vorzngSweise mit Papiergeld beglichen werben können. Ta nun bie Annahme dcS Papiergeldes als gesetzliches ZahlungSunttel nicht verweigert werben kann, bleibt ben Beamten nichts anderes übrig, als bas Papiergeld anznnchinen, um abtt direkt von der Zahlungö- stelle zur SicichSbank zu gehen und sich die Scheine in Münzen imuvcchscln zn lasten, beim diese dürfen bie Annahme bcS Papiergeldes ebenfalls nicht oeiweigern.
•• FortbilbungSschul e. Ter Unterricht in bet hiesigen FortdilbungSschule beginnt nächsten M o >itag. An bicsem Tage haben alleForlbildungSschnlpflichtigen nachni. 4 Uhr im Schnlhause der Stabt-Knabenschule zu erfchemcn.
•• Born Oberammergauer PafsionSspiel. Man schreibt und: Ingenieur Vaal ans Mainz veranstaltet, wie ichon mitgctcilt würbe, am Biittwoch, 4., und TonnciSlog. 5. Okt. b. I., un Saale dcS Hotel Einhorn ProjektionS- o o t f ü hru n ge n, Ltigmalaufnahinen ber Dberanimergmicr Paisions!pielk. Tie Borjührnngen fanden bereits in einigen Städten statt, wo sie starken Beifall gefnnden. Tie Prestk, die diese ProjektionLdaruellnng als einzig und ,Dkcl ierwerke der Lichtbndlinnf bezeichnete, war voll des LobeS. Die künstlerisch hervorragend follonerten Bilder sind genau in den Criijinalfarben der Kostüme und Tekorallonen hergeslelll wie in Cl'craminergaii.
Landkrcis Gitßcn.
△ ®ro6cn-Sniöcii, 2J. ^pL Mrt ber Renovierung unseres ersten Pfarrhauses befaßte sich dieser Tage der Genuinde- unö Kirchenvorstand. Tcr
-
|tabt als Bcr.re.er deS Denkinalfchutzc-. Tbcrlon^cklotiairai
Deite sich ba.nm, ob ba? alle Ccb iaoe renuourt iveroen über uj em vce^bau erdichtet loerucn soll, das ^c- bauDe aus oem 15. Zahryunoert stamm., ick eG cinc-5 ucl dLii.cn Deo ..b..g.s, llcocr Du uriprunglu^c Xiebcuiung des Vau.c-er».o i.l man |ta) niüji roa-t einig; in ocr Ucverlu.uruug yäjt eS, es sei cm irmfier gcux.en, Bauleuee oL.-cu.vi u, i.- ) i ur p. nag. ich e.nc Hal.e g.toi len, uocr der bamt c..i t-cconhauä L..u>tCi »vutoc. ^au.aL xicl^m uno Teiuni..» P-o o- |l
dahin ans, daß dor v.'acaLcr Des . iu,.s vtu .....-n Lur
öeii solle, Da oaS c ein - i vorisn:inendes Ban- Dciui.ul sei. Tcr ^cmeiaDeia. b. -i...j.e u.. ;.ii.i.. jur uie iHcnru i rung iulIj uDer di? 5m .4 iu m
I nrti.Cii toi..o .. oii ci.i -»>- u*a v-.i-.-ci Wu.Dwii. c.n •nugul.i„ez -,-ä -o.....- <• -
uta,. geiflp.. Da u.eru gen - - u..^ —.
m..|Mnoe.i wr^-uv......... ..... .. — -■- 1...... v.u-i.i-
ein.eiiuiig ick lehr |u icd): unD jer untere -.lOu qt -oc. Hansi, ni i be.o~: iw-i
Kreis Büdingen.
er Bergheim. 29. Sept. In ber Nacht vom 26. auf 26. d. 9)118. wurden einem Frankstirter Sandsteinbruchs- besitzer hier unterhalb Berghenn ein Baurn 91 epfel ad» gemacht. Man ist dem Täler auf der Spur. Auch wurden am 26. früh hier drei Bäume Zivetschen, die durch Auffuchen der Grenze der Gemeinde zuftelen und versteigert werden fällten, vor der Versteigerung abgemacht. Wie c6 heißt, hat sie der frühere Besitzer der Bäume wieder ab- gemacht.
-s- Nidda, 29. Sept. Gestern wurde hier in der Nidda die Leiche eines neugeborenen Kindel gesunden. AuS diesem Anlaste weilten heute die Staatsanwalt- chast an« Gießen sowie KielSaizt Tr. Wießnec von Büdingen und KreiSassislenzart Tr. Schenk au8 Gedern hier. Tie Sektion der kleinen Leiche soll ergeben haben, daß das Kmd nach der Gebnrt gelebt und einige Tage un Wasser gelegen habe. Ein weiteres Ergebnis der gerichtlichen Unlersuchnng ist nicht bekannt geworden.
Kreiö Friedberg.
=» Bad-Nau heim, 28. Sept. Bis zum 28. September snid 33 798 Kurgä sic angenommen, wovon an genanntem Tage noch 2636 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 28. September 448 662 abgegeben.
Hessen-Nassau.
F. E. Limburg a. D. L, 2v. Sept Die hiesige Han- lelSlammer beschloß in ihrer gestrigen Sitzung sich |iir Den Ban der Nebenbahn A l S s e l d -N i c b e r a u l a als Voll - bahn auSzusprcchcn im Zmeresse des Nassauisck)en LanbeS unö Gewerbes.
Das Urteil im prozci, Hirsch.
vom Mainzer „Neuesten Anzeiger" tourbc, wie bereu» mit- gcieilt, heute vormittag wegen Seleibigung bet Bciueord ucien Der Stabt Mainz Bernbt unb ber Polizeiassisteru.n Frau Schapiro zn 6 onatcn Gefängnis und Prägung bei Kosten verurteilt. Ferner wird ben betben llriuai- llagern Die Befugnis ausgesprochen, den enischcidendcn Teil des Urteils Durch einmaliges Emmckeii in ben lokalen Teil des „Neuesten Anzeigers" unb in ben Anzeigenteil Nr übrigen Mainzer Blätter, sowie bic „Frankfurter Zeitung", den „F-rankfurier Generalanzeiger", sowie des „Wie babeucr Tageblatts" binnen zwei Wochen nach der tkrtuubung be- tanni zu machen. Zn der Begründung des Urteils führte der Vorsitzcude folgendes anS:
Tcr Angeklagte hat in einer Reihe von Znlungsaltikr.ti in bem von ihm heiauogeacbenen „Mainzer Neucslen Anzci a", die er zum Teil selbst versaßt, von anderen aber Kenntnis halte unb sie aufnahm, uno m Denen die Polizeiassisientm Frc^ Scda- p»ro unb ber Tezernent bc: slädtischeii Polijeuoesens, d ,c* rt» neter Berndt, ichau angegriffen Zn bieiai Arnkcln nnto der Assistennn vorgcivorfen, dub ue ihre Amtsbesugnifse .iberidjxett<, Sutunid)nüffclei treibe, sie stelle die ganze Stabt Mainz unter Korurolle, mißkredinere bie ganze Polizei, bnnae uiiit-a.lbioe Mädchen unb ganze Familien ins Unglück uiü> schädige w .»te Stabt Mainz unö ihren guten Ruf. 2cm Beigeordneten Berndt nrirb vorgeworsen, er sei taub gegen alle Beschwerde,» wider die Polizeiamflentin gewesen, er habe Das Ergebnis der UwerhMjung unter Mibbrauch seiner Amtsgewalt gefälscht, et sei kein geeigneter Vertreter für daS Sittenwesen unierer Stott nugen seines Vorlebens. Adgesel-en von zwei Jallcu. in denen bic VolizeiassistentiN (bei ben beiden Lock spivel fäll en- »war nicht ungescvllch, aber ungeschickt oorgeganaen > st, Hal sich keine ber ausgestellten Bebaupwngen bemeilcn lassen. Ü-- liegen somit keine Latsachcii vor, die geeignet sind, Die bcibcn Nebenkläger in ber öl'entlichen Meinung heradzuiep n Neben diesen unwahren Tatiachen ju beitrajcn nach | 186 Jt. Str. G B. „nicht erweislich wahre Tatsachen") liegen eine ganze Anzahl von tßcrbalmjurien vor. Be» dein 2Uigeragten, ocr in frivoler boshafter Weife da- Privatleben dcS Nebenklägers Berndt in die Verhanolung ; o g, hat sclbit keinen Anspruch auf ben Sdniß des & 193 Wahrung berechtigter Interessen) gemacht, davon kann nr- lürlich keine Rede sein. Taß es ihm nur darum -u tun ro?r, das ihm verhaßte Institut der Polizeiassittentin zu jiürzen, geht namentlich daraus hervor, daß er iit boshafter uno jn- lunlcn frivoler Seife bas Privatleben beS Beigwrdnct ,i Berndt kritisiert Hai. Es liegt bei der
I iraien ist. WaS .
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Diente. Tenn vor Derr. .n der Aiukck im
Vlnuiger" war keine Erregun, in der Bevölkerung vorhanden, fonDcrn erst durch diese sei eine Bcunruhigiurg in das Volk ge- iragen worden.
Feriirr ici durch bie ganze Aktion eine Lockerung ber Tisziplin bei der Polizei ein getreten, und Die Ehre uno o i e ly e i u n b b c i t der beiden Nebenkläger idiioer <..- idiucigt worsen Zugute g.ijaiten werden kann dnn Anget.'agicn, ua» er durch Die Antworten, Die er am seine Anfragen erhalten, erregt war, unD da» er an bic Wahrhckl bcS th.n äugetragema geglaubt hat. Es konnte nach Lage uct Tinge nur auf eine <jrci- hc.täitrafe erkannt wer Den unD zwar auf eine Gesängnis-iraie ^on sechs Monaten. Tcr Angeklagte hat weiter Die Mount zu nagen und Das Urteil in d.n oueujuunmen Biuticrn am icuie stoi.crt veröffentlichen zu la cn ^.ie Nmnincni c : „Ncu.uen unzeigcrs", in .enen die beleibigcnbcn Grafel ent hauen sind, iouue alle oa-u ocnusten Formen uno Plauen sind einzuziehen uno zu vernichten.
zer Angeklagte wird gegen daS Utteu Berufung a c
Märkte.
OUcf.eu, SO. Sept - lirli. erlebt Aus brullgeni'? c 'e • inatlie lo ;eie; . uiier vr. Pto. 1,2 —U5 - I, i uLneteier J -.t. 9—i*i > äse vr. St. •>—a Käsematle rr. Et &—6
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