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25.11.1911 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

161. Jahrgang

Nr. 278

trltbetrri täglich mtt Uulnabme bei Eormtag*.

tieflelieaei ZamillendILNef roerben bem .UnieiQpr' oiennol roodientltdb beigelegi. ba« Mrelibian Hh btn Kreis Oletzev" iroeimal wcxdenit'ch. Tieranbwitllchalill-ei, Lett- (ragte* erscheinen monaiiid} troeunaL

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

Samstag, 25. November 1911

9toianon*brud und Verlag her Brü blichen Unroerfuät«» Buch- und SteinbrurfertL

9L Lange, Giesen.

Redaktion. örorbmon und Tnirferet: 6*u(« ftrob< 7. Eroed non und Benag: M-

SiebafttonifcaWl 12. Tel.-'.'lbr.:BiungerGiesen,

Vie Reichrtagrwahlcn.

lieber die Wahlvorbereitungen zu den bevor- gehenden Reichstag-Wahlen uitb den Gang der Dcchlhand- lung hat auf der letzten Bürgermeisterversammlung des ktrerses Gießen in Lich Krcisanitsgehilfe Len; nad)ftct)cnbc Ausführungen gemacht, die wir wegen ihres hohen allge­meinen Interesses ausführlich toiebergeben:

Denn beute der PiinktReichstagswahlen" auf her Tages- rdnung steht, so ist selbstverständlich nicht beibsichtigt, das Jefeii in feinem gefdm'cn Umfang hier zu n?überholen, sondern

1 icn nur einzelne Punkte herauSgegriffen werden, über Fr vielleicht bei einem oder hem anderen von Ihnen Iweifel ^^rn, die zu beheben wünschenswert ist TaS Dah

Ph Deutschen Reichstag kann man in drei Teile zerlegen, neun 'tdj in die Bestimmungen über 1. das Vorbereitungogcschäst, "t die Wahlhandlung, 3. daS Verfahren nach der Wahl. Uni ntterefiicrcn hier nur die beiden ersten Punkte und zwar zunächst re W ihloorbcreihingen. Was die Ausstellung der D ä h '-efcb über die Landstände bezüglich der Wahlberechtigung die Aelimmungen gemein, daß der Wähler 25 Jahre all und im ?< ib der bürgerlichen Ehrenrechte sein must, nicht unter Vor Kundschaft i*bct Itnratrl stehen und nicht konkurs sein darf Zbtnfo ist die Bestimmung gemeinsam, daß der Wähler in den eyten 12 Monaten vor der Wadi keine Armenunterstützung aus 'sifiitlikhen Mitteln bezogen haben darf. Dagegen fehlt im Reichs ^gswahlgesep die Bestimmung, dast der Wähler von einem br­ummten Zeitpunkt ab zur Steuer veranlagt fein must und mit ".ei Steu.erzahlung nicht im Rückstand fein darf. Hieraus ist ifo bei Ausstellung der Wählerliste keine Rücksicht zu nehmen '. di auch bei der Reichstagswahl nicht erforderlich, daß der Hetrejieude drei Jahre im Großherzogtum wohnt und ein Zahl <e hessische Staatsangehörigkeit besitzt, sondern es genügt, wenn *r an einem Cric. innerhalb des Wahlbezirks seinen Wohnsitz jät Wahlberechtigte mit mehreren Wohnsitzen sind an den meh tren Wohnsitzen in die Wählerlisten aufzunehmen, wählen können 'h nur an einem Crt. .Qellncr^bic in entern Badeorte für bk Mdoison in Stellung treten, Saisonarbeiter, Feldarbeit er, die tif Woche hindurch außerhalb ihres Wohiwrtcs arbeiten, den i fcnnlag aber am Wohnorte zubringen, sind am Crtc ihrer Be- fdiaftigung wahlberechtigt und deshalb auch in die Wählerliste I hifses Ortes einzutragen. Wechselt ein Wähler nach der Auf- jfllung der Wahllisten den Wohnort, so b:c bt er in dem Orte, I ui desse.i Wählerliste er eingetragen ist, bis zur Stichwahl wahl- k ötrettiigi.

Zweifel sind auch darüber entstanden, ob die Einsicht der ^Wählerlisten Leuten zu gestatten ist, die am Orte selbst nicht nchlluredmnt find, z. B. Abgesandten einer Partei, die Ab- fd riiten der Liste fertigen wollen. Nach § 2 des Wahlreglements in die Wählerliste zu jedermanns Einsicht offen z u legen, und Tr. Fischer legt dies in seinem Ä'ommentar zum ll)ahlgeietz dahin aus, dast auch Nichtwahlberechtiaten, ta sogar ? rauen und .Hindern die Einsicht zu gestatten sei. Natürlich wird uh aber der Bürgermeister bei Nichtwahlberechtiaten erst vor IUDificrn, aus welchem Grund die Einsicht gewünscht wird. Ver- uigert werden must die Einsicht nach Ablauf der Olfenlegungs ' M.

Etwas wa« hier wohl am meisten interessiert, ist nun die igfiagc, wer eigentlich die Kosten deS Schristverkehrs, der Er luttdung des Wahlergebnisses ufro. zu tragen hat. Es heistt in | 16 des. Wahlgesetzes:Die >h>ftcn für die Druckformulare |j den Wachlvrotokollen und für die Ermittelung des Wahlergeb- tziües IN den Wahlkreisen werden von den Bundesstaaten, alle Ihrigen flohen des Dahlversabrens werden von den Gemeinden getrjQ'-n Viele Bürgermeister senden nun ihre Briefe unter Iber BezeichnungReichSdic istsache". Das ist natürlich utuu« jiffig, denn eineReichsdienstsache" kann nur von einer Reichs­behörde oder a n eine Reichsbehörde gehen. Tast die Berichte der Herren Bürgermeister an daS Kreisamt ober an den Wahl- bmmiilär auf Ge m ei n d c ko st en geben müssen, geht aus bem Dortlaut bes § 16 hervor. Tas einzige, worüber man Zweifelhaft fein kann, ist, was unter benKosten der Ermittelung des Wahl- eraebnisfes zu verstehen ist. Zn bem Kommentar zum Wahl- I He* p--i Dr. Fischer ist biert bibm erläutert, bau von ben i5unb staaten zu tragen sind: Tie durch die Ernennung d s Vad.l. uiminars, Berufung der Beuitzer, Zuztehung^eineS Proto- _ kall'ührers, Miete eines Lokals, Einforderung von Stimmzetteln, Emreubung des Wahlergebnisses, ferner die durch die Sefannt- nudjungen entstehenden Kosten. AuS der beigesügten ^.rw.nung

auf die Paragraphen deS Reglements geht hervor, dast sich dies alles auf die .Handlungen deS Wahlkornmisiärs und nicht etwa der Wahlvorsteher bezieht. Der Staat trägt aifo nur die Kosten der Einreachung des Wahlergebnisse- durch den Wahlkommissar an daS Staatsministerium und den Reichskanzler, sowie überhaupt alle Kosten, die dem Dadlkommissär erwachsen, nicht aber z. B. die Kosten dar telegraphischen, telephonischen oder schriftlichen Uebermiticlnng deS Wahlergebnisses von den Wahlvorstehern an die Wahllommissäre. sondern diese sind durch die Gemeinden zu tragen. Wenn seither auch die Post in ein­zelnen Fällen die Sendungen der Wahlvorsteher mit der Aufschii t Reichsdienstsache" befördert hat, so Tann dies nur auf einer Unkenntnis der Bestimmungen bei den Postanstalten beruhen.

Bei der Wahlhandlung selbst können 36 Beisitzer zugezogen werden ES empfiehlt sich hier, möglichst die volle Zahl, alfo 6 zu nehmen, damit abgewechselt werden kann. Bon diesen Beisitzern soll einer Fährer der Gegenliste fein. Tic Gegenliste darf demnach nicht von dem Protokollsübrer ge­führt werden, der sie auch nicht zu unterschreiben bat Hat daS reiSamt infolge Verhinderung des Bürgermeisters einen anderen Wahlvorsteher ernannt, z. B ein GemeinderatSmitglicd, und der Bürgermeister kann später doch als Vorsteher amtieren, so ist dies nur möglich, wenn das KreiSamt die Ernennung des Gk- mcinderatSmitglicdeS vorher durch eine Bekanntmachung zuruck- genommen bat. In solchen .Fällen muh also vorher Bericht erstattet werden.

AIS Protokollführer können die nicht fungieren, die ein unmittelbare» StaatSamt bekleiden. AIS unmittelbare Staats­beamte sind auch die Postagenten anzusehen. Die Lehrer sind dagegen keine unmittelbaren Staatsbeamten, können also Protokollführer sein.

Daß in die Gegenliste nicht die Namen der Wähler, sondern nur die Namen der Kandidaten auszunehmen sind, ist bekannt. In dieser Gegenliste find die Stimmzettel der Nummer nach aufjuübrcn. Tie blosse Angabe: X erhielt so und soviel Stimmen genügt nicht. Die Wahl selbst ist öffent­lich, d. h. eine Ausweisung and dem Wahllokal ist nicht deshakb zulässig, weil der Anwesende nicht in dem Bezirk wahlberechtigt ist oder weil er sich nicht legitimieren kann oder weil er sich dem Dohlvorstande dadurch lästig macht, daß er ihn auf bei ihm vorgekommcme Verstöße gegen die Dahl- Vorschriften aufmerksam macht. Dient ein« Privatwohnung als Wahllokal, so ist fie für die Dauer der Wahl öffentlich. Wer sich unangemessen beträgt, kann jedoch durch den Wahlvorsteher auSgewiesen werden.

Klage wurde bei der letzten ReichStagSwahl darüber geführt, daß in einem Ort der Pii neidiener sich direkt in der Msonde- rungsvorrichtung ausgestellt hatte, so dast es ihm möglich war, die Stimmabgabe zu kontrollieren. Daß bic3 Ungültigkeit der Wahl in bem ganzen Wahlkreis zur Folge haben kann, bedarf keiner Frage.

Ter W a h 1 s ch k u st unterscheidet fick insofern von dem der LcmdtagSwahl, als bei der LandtagSwahl jeder noch wählen darf, der sich um 7 Uhr im Wahllokal bciinbct Bei der Reichstagswahl dürfen aber nur Stimmzettel b i s 7 Uhr abgegeben werden Wer also um 7 Uhr zwar im Wahllokal ist, aber einen Umschlag noch nicht abgegeben hat, kann nicht mehr roat len. Selbst wenn alle Wähler deS Bezirks vor 7 Uhr gewählt haben, kann die (Ermittelung des Ergebnisses nicht vor 7 U h r stattfinden

Eine Bestimmung, gegen die auch noch sehr oft gefehlt wird, ist die, daß die Wählerliste, die bei der Wahl als Grund­lage gedient bat, von dem gesamten Wahlvorstand zu unterschreiben ist. ,

WaS nun die U eher m ittel u n g deS Wahlergeb« nisfeS betrifft, so ist auf jeden Fall der Benutzung des F.m- sorechers der Vorzug zu geben, da Ferngespräche den Telegrammen oorgefren. Ta außerdem noch am Wahltag abcib das Ergebnis durch den Dahlkommissär an das Staatsministerium und den Reichskanzler weiter gegeben werden muß, so kann ben Herren Bürgermeistern nur cvnpfohlen werden, ihre Ergebnisse sofort nach Feststellung telephonisch an den Wahkkommmär weiter zu geben. Keinesfalls genügt eS, wenn daS Ergebnis einer 3 itung mitgeteilt wird, worauf ia schon verschiedentlich in ben Bekannt­machungen hingewiesen worden ist. Der Wahicommissär muß ber erste sein, der das Ergebnis erhält.

Zum Schlüsse fei noch daraus ausmerkfam gemacht, daß es sich in allen Zw^feis'ällen empfiehlt, Rückfrage bet dem Kreisaint za halten, schon allein vus dem Grunde, um Reklamationen gegen eine Wahl und damit unnötige Arbeit zu vermeiden

vermischte».

kf. Die größte Kanone bei .2 e (t in 3 0 h l e n. Di* Vereinigten Staaten hoben zur Veitetdianng de« Ponamalanat« em I6wl!taeo Rielcngefwüy henuheQt, da« fie mit Stotz die größte Kanone der Welt neunen. E» bat eine Uängr von 16 Meter, wiegt iciMt 1-0 Tonnen und Ichlendert ein Geschoß. daS über 1 Tonno n'ie.t. tienemuariia ist bat o'e d)f=n noch tu Netvyork und il ninß och durch die Hände von 60JO Meuiche» gehen ehe e« an leinen Bestitntnnngsort an der pacmdKn Mündung deS Panamak.inal« auf,quellt tv rd OS tvird nicht auf einer VCrtte innnttert, loudern auf emei Vorrichtung, durch die e« zum Gebrauche gehoben und dann wieder versenkt werden kann, und dielen Het'ewert soll 1-5 i-uo Dollar® losten! Das t^c choß de« Rieleuge chüi,e« löst >3 enali'che Meilen weit fliegen (also über 86 Kilometer). Etwa 260 Kilogramm rauchloses Pulver ift zum Abfchießen nötig. Die corenglabunq befiehl anS etwa 65 Ku. de5 neuen cptengüofle« luuuit, oeiieu Exvlofion^kiait anbeioibeuthdi groß sein soll. Tie lebendige «rast, die das sttegende rneschai, in sich birgt, soll so grast sein,- daß eS bei mutleien Entsernunren eine etahlplatte von 1 Meter Ticke durchschlagen kau". Ire Aufangsgefchwmdigkeit soll über 7uO Meter betragen. Wollte man dar Weimar, fenheebt in oie L'ufi abschießeu, so tonnte man damit eine Höhe von etwa uou Meter er>eichen.

Spielplan öes ©ieftener Staöttljiatcrs.

Direktion: Hermann Steingoetter.

Dienstag, 8K. Nov., abends H Uhr tv. Tten«iags-?lbounement* PorsteUiiuaf: .Was ihr wollt.' Ende nach 10'/, Uhr. Mittwoch, ben 29. November, abends 7 Uhr: (Sa'ispicl der Großh vo'oper w Darmstadt: .Die In ügen Weiber von Windsor." Ende neuen iO Ubr oreitag, den 1 Dezember, ai euds h Uhr (H. slreitag«- Abomiemeui-Poruelluugi: .Die Haubenlerche." Ende lo1/, Uhr. samslaa, den 2. Dezember, nadumitagd 8'/, Ubr, bet Polkspreisen: itinder-BorUellunq (unter Mitwirkung her Uaoellc de« ^nfanteite- NeaimeuiS hoher Wilhelm Nr. 116): .Häufet und toretel.* Dube nach ., Ubr. Eonutag, den 3. Dezember, nachmittag« 8X Uhr, bei (leinen Preisen: .Tlencr«.' Ende 6'/, Ubr. Abend« 1% Uhr, bei k.einen Preisen : .Polnische Wiltfchast " Ende l0'/, Uhr.

Voranzeige: Dienstag den ö. Dezember, abenbfl 8 Uhr >außer Abounementi: Gansvtel der Königlich Säckgisaien Vof- schausvielerm Charlotte Baus: ,MrS. Tot." L'ufilpicl in 8 Akten van W. Couiiuerset Manghatn

flut echt mit ul« Warte brrn ^ililitr - bernÄ«uim<Dtn be* Lcolilcha» I)et|al)uiil.

Tagtäglich

wird tmS bestätigt, von welch wohltumder Wir­kung ScottS Emulsion für zahnende Kinder ift Und die Erklärung dafür? ScottS Emulsion enthält in der feinftat Form die zur Bildung gesunder, kräftiger Zähnchen uöligm Aufbaustoffe, stärkt aber auch gleichzeitig den jugendlichen Körper in nachhaltiger Weise, so daß er die Muhen des Zahnens imbcmer!t über­windet. Selbst die AUcrNeinsten nehmen

ontn-

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gern und vertragen sie gut.

Scotti Emulsion mttb von nnl «ulfchltchllg im grotzen verfaoN, und zwar Bl, loi, nu» ober ®luh. fonbttn nur U Dctlitfltiun Lnguialsiotchkn t»

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rv. n 6. H., ijranflurt a. TL

'ftanbtnu: fftlnlln m/bUfnal-VebtTtTon l»0 0. prtma eib>ntn r

'lortalaurrv Kult *>. uiitetpbo.bborin'durr' ^lalron 1». »ulD. ltu-*au*

arr arab. «bumon pulu. iP. Öaflrt lÄ/i. Sllobol HA Hittpt UUGWti1»t ttaiuitUm mit fluni-, ÜRaaOU- nnb iwuuUkiwSI lt 1 Xropltn.

Bei fippetitSosigkeit

Dr. Hommels Haematogen

20jähr|ger Erfolg!

Warnung! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommel. D7,

Fraucn-Lcuillcton.

!. Bon Weibnachten ab banal i, also ständig geheiztes 3

warmes,

Zimmer-Orangen.

Ein kleines Orangenbäumckren im xstbaufemtcr einer Blumen- h»nd.ung erregt immer in hohem Grade btc '.!urmcrnamrnl_ ber Varianten und g. währt auch in der Tat mit feinem bim Felg atnen Laub und den goldig schimmernden Fruchten.einen i.br hubfeben, r.-wutcltcn Anblick. Mauck>cr Biumcnrreund wunfchte sich dann i>'h int stillen tiefen reizenden Zimmerachmuck, gibt aber meistens dun Wunsche keine weitere Folge, wer! er in bem fangen ift, die flulhir und Pflege eines Wicken Bäumchens mache 07vs e Schwierigkeiten, dazu sei ein Warmhau.' .n^ug rmd lonst noch vieles. Fn Wirklichkeit ist es mm durchaus nickt der Fall, d^e Ziickn £>cr Orange ist im Gcgenlell sehr ein lack, man kann ohne Schwierigkeit das niedliche Bäumchen im 3immer ziehen und 3um Blüh.:: und Frücktetragcn bringen. ___

i?at man sich eine gute Pflanze vorn Gartner erworrnn, txmn setzt man den Topf auf daS ^nsterbrett eines zwar lonrngen, aber nacht übernuir.tq geheizten ZtrnmerS, denn zu hohe Lernveratur iievt d.e Crange nicht Hat das Bäumchen beim Ein ko ul ichon ivnidyte, dinn bleib n diese, ebenso wie das scköne grüne Laub, den ^nzen Binter srisch an den Zweigen, wenn man die Pstanze riwu behan­delt. Dazu ist aber nur die genaue Innehaltung wlgender .«tegei notwendig. Tic Orange darf im Winter zwar nicht ganz trocken fhb.ii. aber unter feinen Umständen naß, sie soll nur unmer dann b tgohen werden, wenn die Erde im Topf fast ganz trocken geworden if, cho wahrend des ganzen Winters nur wenige Male in großen Aviichenräumen. Erst später zum Frühjahr, wenn neue Triebe Ix mm en. muß man häufiger gießen, aber naß Mri "bie Pstanze aum dqnn nicht gehalten werden. Tie beste Topferde besteht zur einen Hälfte auS 'l^iftbectcrbe, zur anderen auS Lehmerde und grobem Sand, dem etwa» grobe Holzkohle zugefetzt werden kann Bei ledern wilden Wetter öffnet man das Fenster, um der Pflanzernme-^un jazurühren, die sie sehr liebt. Sobald im Mai keine Nachtfröste mehr i v ituarten sind, stellt man die Bäumchen drautzen aus das Blumenbrett oder auf den Balkon.

Belommt man im Herbst vorn Gärtner eine Pstanze, ixe twoj ttine Früchte trägt, aber schon die kleinen Blütenknoiven Hngt, dann gehandelt man sie zunächst so wie die fruchttragende Rstanze. Bon Weihnachten ab bringt man fie aber bann in ein warmes, also ständig geheiztes Zimmer und besprengt ne ifrer öfter mit lauwarmem Wasser. Dadurch erreicht man, datz i fd> die hübschen, weißen, rosa überhauchten Blüten, die einen Herr« l lchen Tun auSströmen, schon in den Wintermonaten ausbilden und üen Baum schmücken, während sie sonst bei der gewöhnlichen Be­handlung im kalten S immer erst im Mai oder 3uni zum Barschem

kommen. Der fick keine Orangenbäumchen kaufen will, kann sie sich mich selbst ziehen, indem er einfach einige Apfelsinen kerne ein- pslanzt, aus denen fast immer junge Pflanzen erwachsen: diese Stämmchen müssen aber nach dem zweiten Jahr veredelt werden Tie für die Kultur im Zimmer am besten geeigneten Crangcartcn sind die gewöhnliche Apfelsine tEitrus Aurannum sinensis' und dann die Zwergorange, die als Strauch tnm höchstens einem Meter Höhe emporwächst. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß die Früchte der im Zimmer gezogenen £rangcbäume niemals süß und genießbar werden D. St*.

Ti Das neue Frauen paradi eS ist, wie wir kürzlich berichteten, Kalifornien, wo die Frauen t»r kurzem mit einer ah'oluten Mehrheit von 3000 Stimmen das Reckt selbst zu wählen zugesproch^n bekommen haben Trotz der außerordenlichen Er­bitterung, mit der der Wahlkampf gerührt wurde, wies er doch eimge beirre Bilder auf. Ein besonders drolliger Borfall^ hat sich in Los Angeles ereignet, wo den Frauen auS Gründen 'offen!» lieber Sicherheit verboten worden war, in den Versammlungen zu reden Aber die sindigen Sümpfennnen wußten sich zu helfen: sie ersckiencn in gunter Anzahl in dem Versammlungslokal und da sie nickt reden dursten, so fangen sie eben ihren Sermon herunter Der brave Sicherheitsbeamte war über den Vorsall so verblüsft, daß er die Sängerinnen ruhig gewähren ließ. In wenigen Staaten imd augenblicklich so viel Frauen in bedeutende Stellungen eingerückt, rote in Kalifornien. Mehr als 30 sind es, bie in den einflußreichsten Aemtern des Staates besckänigt werden, t'ier und in den gesetzgebenden Körperschaften tätig, eine ist Krei°nckter, eine andere logar Mitglied des Appellationsgericktes, eine ganze Reihe ist im Unterrichtswesen beschäftigt, eine ist Grafschaftskommisiar, und sogar die Stellung eines Rechwungs- revisors in Pueblo, der zweitgrößten Stadt d-es Staates, wird von einer Frau bekleidet. Einige bemt^ken-werte Fälle haben sich nun bereits bei der RecktS'prechung, die von den Frauen ausgeübt mürbe, lugetragen. Zn San Franzisko handelte es sich für ein aus Frauen zuiammengesetztes Gericht darum, ein Fräulein Ridey ab $uurt eilen, die an geklagt war, eine Fenstersckeibe durch einen Steinrvurf zertrümmert zu haben. Kaum hatte dos hohe Genckt von der Anllogcichrift Kenntnis genommen, so erklärte es in schöner Einmütigkeit, daß die Anklage ganz unmöglich sei, eine Frau sei überhaupt nicht fähig, ein Ziel mit einem Wurfgeschoß ju erreichen, und also könne Fräulein Ridei; auch nicht die Fenster­scheibe mit dem Stein eingeworfen haben. Während^d>eS in San Franzisko vor sich ging, ereignete sich ein noch krasserer Fall in Los Angeles. Tort war ein junger Mann, ein Motorradrahrer, wegen lleperschreimng der zulässigen Leschwmdigkeü zur Ver­

antwortung gezogen worden. Tie Gerichtsprozedur nahm nun freilich einen langsameren Gang, ja sie gestaltete sich so schwierig, daß die Frauen sich trennen mußten, bevor sie ihr Urteil geiprochen hatten. Treimal versuchten sie ihren Wahrspruch abzugeben und dreimal mißlang cs, und so wird man wohl gezwungen sein, die ganze Angelegenheit, da die Frauen ja durchaus zu keiner Einigung kommen können, einem mit Männern besetzten Gerichte zu über­weisen. _ .

Tf. Frau enbriefe an Ea sanova. In Mailand er­scheint dm nächst ein Buch, das allen Kennern Ealanovas, deS grofen Ton JuanS des 18. Jahrhunderts, eine Menge neues Material über die Abenteurer zugänglich machen wird. Aldo 'r at-a hat nämlich in Tur in Böhmen in den Archiven 'des Grafen Daldstein Eafanovas Briefwechsel burdigearbeittt und daraus eine Menge Briefe au-gewählt, die die zahllosen Frauen, Mädchen, Tänzerinnen, Gräfinnen, zu denen Eakanova mehr oder minder flare Bcziehungen Iiatte, an ihren Geliebten geschrieben haben. Wer Eaianovas LebenScrinnerungen kennt, erfährt auS diesen Briesen eine Menge Berichtigungen der Darstellung EasanooaS und bekommt einen tiefen Einblick in die Psychologie der Frauen des 18. Jahrhunderts AIS ein Beispiel mögen die Briefe der IQanon Balletts erwähnt werden, über die ein Auftab derStampa" berichtet. Nach ber berühmten Fluckt aus den Bteidäckn-rn in Venedig hatte Gaiancm Paris aufgesuckt und im Hause ber Ballettis, Der Schauspieler der italieniichen Komödie, deren Tochter, die 17 jährige Ma non, kennen gelernt. Es gelang ihm, sie ihrem Verlobten abspenstig zu machen, er versprach, sie zu heiraten, dachte ledoch nickt daran, sein Wort zu halten wie immer in solcher Lage Vier Jahre lang hat nun Manon in größter Treue an ihm gehangen, wie aus ihren Briefen hervorgeht. Denn er sich ihrer zu entledigen trachtet und sie der Treulosigkeit bezichtigt, erklär« sie ihm in den glühendsten Worten, daß sie nur ihn liebe und ewig h-ben werde. Währenddessen aber wellt Casanova in Holland und knüpft Beziehungen äu Esther, der Tochter des reichen Bankiers, an. An einem DrihnachtStage erhält er von Manon oie Nachricht, daß sie sich verheiraten werde, und rstötzlich ist Casanova wieder anderen Sinnes: er gerät in einen Zustand höchster Wut, droht seinen Nebenbuhler umzubringen und verfällt in ein heftiges Fieber, 48 Stunden später aber weiß er sich bereits mit Esther »u trösten. Diese Beziehungen hat Casanova in seinen Lebens­erinnerungen nun wahrscheinlich nicht richtig bargcftcllr Aldo, Rava hat -war alle Briese Manons aufaefun^cn, es fehlt jebodj ter letzte Brief Manons, von dem Caianova berichtet. Rava nimmt, wahrscheinlich mit Recht, an, Casanova habe in seine« Erinnerungen diesen Bnet einfach erfunden, um zu verschleiern, weswegen er die Beziehungen zu Manon Ballew abbrach