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25.11.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 278

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General-Anzeiger für Oberhefjen

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Die Schlemmer!

baß das Wasser durch den Schlot in den Schiffs- embrang. Bold darauf erlosch die Beleuchtung an Tie nachfolgenden 'furchtbaren Szenen spielten

derart, törper Bord.

sich in tiefster Finsternis ab. Wenige Leute konnten sich in einem Rettungsboot bergen und kamen nach übermenschlichen Bemühungen tn die Räbe deS HafenS Reoigna, wo sie durch den Leuchtdompfer ,2trol* gerettet wurden.

her findet im

Ein junger Mann galant und nett Stopft seine Irma ins Jackett Und zieht dann zum Konditor hin Wo all die lockern Sachen sind, Wo auch der Kaffee delikat

Mit Werner Breuer Surrogat.

Samstag, 25. November 19U

Roianorrihrud iml Verlay an 6t 0 bHcfcei UntxrftiÄi« 6«ufh imt -strtnfrvudtttt.

£?ccr und Flotte.

Siu Unterfeeboot mtt Schnellieuergeschötzeu.

London, 25. Noo."Daily Telegraph" meldet: TaS erste Unterseeboot, das mit kleinen Schnellfeuer­geschützen ausgerüstet ist, führte eine Anzahl sehr inter» essanter Schießübungen auf der Höhe von Barrow m Furneß aus Während das Fahrzeug in See war, hob sich der Teckel einer Luke automatisch, das Geschütz

Die Verstattung der fremdes Gesandtschastrwachen in Peking.

Peking, 24.Nov. DieGesand t en der fremden Mächte einigten sich in einer Besprechung, daß es ratsam sei, die Gesandtschaftswachen dahin zu verstärken, daß jede ein­zelne Wache bis 300 Mann stark ist.

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lam in Position und es wurden mehrere Schüsse abge­feuert. Dann verschwand bad Geschütz und der Deckel siel wieder auf die Luke zurück.

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HebafTten. ®rpc6tnon «nd Trutfrvet: Schul- ftraet 1 trpebmon und ikrta<| &L 1Ubatv.on.e--M» i 11 ieL-Äbu iQ<r<6ieeeiv

jtrcuier in dem Augenblick zurückzurufen, wo die fran­zösische Lämmer in die Erörterung des dcu'sch-franzö ischcn Vertrags eintretc. Ter Präsident der Kommt sion, Te­sch an el, schloß sich dieser Meinung an, und erklärte, er habe mit dem Minister deS A.ußern sich über den Wunsch der Kommis,ion unterhalten und werde von neuem darauf rurückkommen Er sei der An icht, daß die Verhandlungen über diesen Gegenstand sehr heikel seien und ebensoviel Vorsicht wie Höflichkeit erforderten.

Tw Mtk|nn ^OlrRblitter* «erben dem etermol rooebenfhd) beia-ieat das Krrisblan ftr de» Kreit Otetze,' «rpewnel »odunihdt Tie .^«odwinichoNllcheU tett- frefltB- erscheinen «snoUrch troeimal

Gestrandete Dampfer.

Triest, 24. Nov. Der italienische Dampfer .Romagna^ ist in der Nacht bei Revigno infolge SirokkosturmeS ge­sunken. Von den 70 Insassen sind 60 ertrunken. Ter Rest wurde von dem Dampfer deS österreichischen Lloyd .Tirol" gerettet.

Triest, 24. Noo. Der gesunkene Dampfer .Romagna" gehört der Firma San so na Forli in Ravenna. Die Katastrophe ereignete üch um 31/, Uhr nachts. Sie soll weniger infolge deS Sturmes, als dadurch heibeigeführt worden sein, daß sich eine Reisladung auf die Schiffs feite verschob und das Schiff zum Kentern brachte. Aus dem Dampfer befanden sich 21 Mann Besatzung und 49 Passa­giere. Zehn der Geretteten verließen den Dampfer auf einem Rettungsboot und wurden um 7 Uhr 40 Mm. morgens in der Nähe von Orfera von dem Lloyddompfer .Tirol" auf. genommen. Die Dampfer .Palagosa" und.Ritter BilinSli" find nach der Unfallstelle abgegangen.

Tie .Wiener Freie Preße" meldet aus Triest: Die Katastrophe deS Dampfers .Romagna", bei der von 70 Mann Besatzung 57 umkamen, ereignete sich durch fehler­hafte Beladung. Tie ReiSsacke, mit denen der Dampfer beloben war, lagen zu sehr aus einer Seite. Bei dem heftigen Sturm in der vergangenen Nacht begann das Waffer in den Dampfer einzudringen. Trotzdem die Matrosen unermüdlich arbeiteten, um das Gleichgewicht des Schiffes wieder herzu­stellen, neigte sich der Tampfer nach zwei Stunden schließlich

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Zweites Blatt ,bi. Jahrgang

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mnfl von trefft uab b- der Dorna»» Otxbo. ßff alt brechend von.

Cnglanö mischt sich in den fkanzöflsch-Ipanisch^n handel.

Nach dem PariserPetit Journal" hat die englische 9k- [ aierung neue anmaßende Schritte unternommen Sie will die Rechte Spanien- schützen, da ur sorgen, bas; Tanger eine internationale Stabt bleibe unb Spanien ben fRuden dafür steifen, daß es sich weigere, von seinem rocftafriTa- vischen Besitz etwas an Teutscplanb abzutreten Sir Gren tat also Gelegenheit, am näthitcn Montag auch über biefv Singe sich auszusprechen:

Paris, 24. Nov DasPetit Journal" wlll aus burchaus fid tret Quelle erfahren haben: Englanb habe ber fron- , - s. ichen Regierung nicht nur seine Ber st immun,; Darüber ausgesprochen, baß diese ihm nicht au? c genem 2n.rifb tt.* b.iben erläuternden Briefe zum sranjösisch-beu.sch n Abkommen übermiitelt habe, es habe diese Mitte.lung nach ($r '.nlnng seiner Zustimmung zu diesem 9lMommrn verlangt Diese Zustimmung fei nur in bedingter Form und tatcgorifcben Bör­se halten .rsolgt Engtanb wolle in keiner Weise - ulassen, baß die Spanien durch den Geheimvertrag von 1904 an >fr Mittelm.erfüfte und an der allantisäntn Küste zuerkannten Rechte von Frankreich in Frage gestellt werden England verlangt, daß Tanger eine internationale Stabt bleibe und vollständige Gemeindeautonomie dem Sultan »nd demzufolge auch dem französischen Protektorat gegenüber »enjeß. England fordert ferner, daß eS gemeinsam mit - ^rnnkkrich die Einzelheiten des einzufuhrenden Regimes zu prüfen inb su allen künftigen polizeilichen unb muni- .ipalen Verwaltungseinrichtungen in Tanger eine Einwilligung zu geben habe. England sei ber Aw 'icki, baß ber sranzöusch-englisch spanisch Vertrag von 1907 durch I pie Abtretung eines Gebietsteile- längs der Gren e von Spanisch Guinea verlebt worden sei. England werde feinen ös.entlichcn Einspruch erheben, sondern sich mit vertraulichen Einwanden bc- f.tnügcn, doch habe die englische Regierung das Ma- triber Kabinett verständigt, daß sie ihr sor volles Veto gegen bie Abtretung ber Küste von spanisch-Guinea und der !Jnsel Fernando-Po an Deutschland ober Fronkr ich e> nie gen und über die Aus- t.'chterhaltung d s im französisch-deutschen Abkommen von 1911 i| bestimmten Status ouo wach n werbe.

Dasselbe Blatt berichtet: Tie Mabriber Regierung 11 In en schloss.n, nicht bei, klein st en Teil ber spanischen |; Einfluß!tone in Marokko abzutreten, dagegen sei r [;e berät, Frankreich Entschädigungen im Hinterlande der Sous- l| frone $u gewähren

Die Franzosen werben von den Schwierigkeiten, die I* Hnutttd) England machen soll, nicht gerade erbaut fein. Es I s Heinen über das englische Vorgehen schon einige Einzel' I I, iten durchgesickert zu sein, denn ber ehemalige Minister des I '.leufjcrn Hanotaux schreibt in einer französtfchen Zeit I schrist:

Für die Entente corbiale werden bie französisch-spanischen Unterhandlungen <incn Grundstein hüben. Entweder wird England kin alles maritimes Mißtrauen bei Seite lassen und von Spa- nen den Wünschen Frankreichs enlsprechendc Zugeständnisse ct- icn, ober tih wird seine eigenen ausschließlichen Interessen Ix den Vordergrund stellen und sich so in Widerspruch zur Entente kardiale sey n. Tann loirb man wissen, was man von England zu halten hat: Die Aufrechterhaltung eine-; spanischen Zone in Tanger und die Verhinderung oder Verzögerung des BaueS von Schienenwegen heißt uns des e i n - zig en mageren Vorteils jener Politikberauben, velche unS Egypten, Neufundland, Tripolis, den fron g o und ein gutes StückMarokko gekostet hat. Lenn dies das Ergebnis der Politik von 1902 und 1904 ist, txinn ist diese Politik gerichtet.

Die französische Negierung veröffentlicht den Wortlaut des französisch-englischen Abkommens von 1901. £b es sich hierzu durch die englischen Forderungen veranlaßt sieht, steht dahin:

Paris, 24 Nov. (Agence Havas.) Der Text der rnglisch-französischen Deklaration über Aegypten | unb Marokko vom 8. April 1904 lautet:

Artikel 1: Im Falle, daß eine der beiden Regierungen sich durch die G e w a l t der Umstände gelungen sehen würde, ihre Politik gegenüber Aegypten oder Marokko zu ändern, sollen dir Berpfuchtungen, welche sie gegeneinander in den Artikeln 4, 6 ' unb 7 der heutigen Deklaration eingegangen sind, unberührt bleiben.

Artikel 2: Die englische Regierung bcabliähgi tüt den 1 Augenblick nicht, den Mächten eine Abändening der Kapitulationen unb der Gerichtsverfassung in Aegnpten vorzuschlagrn. Sollte die etglihfic R.cheruna sich veranlaßt sehen, in Aegnpten in dieser Sr.niid t Reformen in» Auge zu fassen, die dadin zielen, die ergyptische G seygebung der ber anderen zivilisierten Läirder äbn» ff zu gestalten, so würde die französische Regierung es nicht atlehnen, di.- Vorschläge zu prüfen, aber unter ber Bedingung, daß die britische Regierung sich dazu versteht, die Von'chläge V! prüfen, welch- die französische Regierung ihr machen könnte, um in M a r o k k o Reformen d.-r gleichen Art einzuführen.

Artikel 3: Die beiden Regierungen kommen überein, daß Wein bestimmter Teil des marokkanischen Gebietes, 1 bet an Melilla, Eouta unb die anderen Prefidos angrenzt, an |- bem jage, an welchem der Sultan aushören sollte, feine Au­torität darüber auszuüben, an die spanische Einfluß- jne fallen soll, und daß die Verwaltung der Küstc^von Me- % 'Jia bis >u dem Höhenzug lllli rechten IIkr deS^Sebu aus- [- <1 irrid-. Spanien üb rlassen wird. Jedoch soll Spanien von - tcrnhcrcin feine Zustimmung zu den Bestimnuurgen der Ar- i '?. 1 _#nb '« Lei l utigen Tvllaration geben und sich verpilichten, 'i- auszuführen. Außerdem wird Spanien sich verpflichten, die U unter seine Autorität gestellten ober in feiner Einflußsphäre befindlichen Gebiete nicht zu veräußern, weder im ganzen noch Ul weise.

Artikel 4: Wenn Spanien auf die Aufforderung den Bestim- L saungen d.s vorhergehenden Artikels znzustimmen, glauben sollte, F ii'b iernbaltcn zu müssen, würde das Abkommen zwischen Frankreich unb Großbritannien, tri? aus der Deklaration hcrvorgeht, nichts- I beritoireniger unverzüglich anwendbar sein.

Artikel 5: In dem Falle, das. di? Zustimmung ber anbeic n Mächte zu dem geheimen Projekte, das tn Artikel 1 der Deklaration erwähnt wird, nicht erlangt werden sollte, wirb bie französische Regierung fick der Rückzahlung ber garantierten prtvi legierten und unifijiertm Schuld und zwar al pari tront 15. Juli 12H0 ab nicht widersepen.

Kreuzer Vetliu Dir Agadir unb daS sranjöst'che Ehrgefühl.

Paris, 24. Nov. Bei dem Zusammentritt des Aus- 'Dusses Ausnzärttger Angelegenheiten brachten mehrere | ^Atglieber wieder Bemerkungen über bie Anwesenheit 5 KreuzersBerlin" vor Agadir vor und L ^^^fen darauf hin, daß Deutschland wohl daran täte, den

Die Erste l) lrpc StänKcfammcr.

Nachdem jetzt im R'oi'runasblal. bie Deröf'entlichung ber vom Großherzoa za M .t .ili b.*rn b:r Ersten & immer er­nannten berussstänbischen Vertreter unb ber b iden M t glieber ber Hochschulen erfolgt i't, ist nun auch bie Erste stänbekammer in ihrer burch daZ neue Wahlgeietz vorgeschriebenen Zusammen'etz ing rolls.äntig 'cmorbcn. Die Erste Kammer besteht nunmehr aus 3 8 Mitglie - bern unb zwar 16 standeSherrlichen Vertretern, ferner bem Senior ber sreihcrrlichen Familie Riebesel zu Ei'en- bach, Erbmarschall Fr'r Lubwig Riebesel beit b. den von bem im Gros'hcrzogtum g'nügend mit Grundsigen.um angesessenen Abel gewählten Milgtt.b rn MoritzFrhr. Riebesel zu Eifenbach-Darmstabt unb Fr,r. Wambolt v. Umftabt in Birkei.au i. £., bem evang. Prä aten D. Dr. Flöring, bem Bischof Tr. Kirstein in Mainz, ver­treten burch Tomkapi.ular Tr Bendix, bem Vertreter des Kanzlers ber Landesuniversität, Geh Justizral^Prof. Tr Schmidt- Gießen, bem Senatsmi glieb ber Technischen Hochschule, Geh. Baurat Alex Koch-Darmftadt, bem Kom­merzienrat Tr. Franz Damberger-Miinz (Vertreter für Hanbel unb Industrie), Geheimerat Wild a a s sVer- tretet der Landwir schatt , Gewcrberat Fall Mainz (Ver­treter des Handwerke), unb endlich folgenden zwölf vom Großherzog auf Lebenszeit ernannten Mi gliedern: Geh. Kommerzienrat, Reichstaasabg F r h r. H e t) l z u H e r r n s- heim in Wormä, Geh. Rat Prof. Dr. Kittler in Tarm- stabt, Rechteanwalt unb Notar Justizrat Dr. Klein­schmidt in 1 arm|labt, Geh. Kommerzienrat Tr. Merck in Darmstadt, Fabrikant Dr. Gast eil in Mainz, Bank- birektor P a r c u s in Darmstadt, Geh. Kommerzienrat Stroh in Offenbach, Geh Kommerzi.'nra' G a i l in E-ießen,^ Geh. Kommerzienrat Tr. Strecker in M-amz, Geh Kom­merzienrat V a l ck e n b e r g in Worms, Landgerichtspräsi- bent Dr. Hangen in Mainz unb als jüngst beruf nes Mit- glieb Oberbürgermeister Tr Göttelmann in Mainz.

Zahlt man zu ben 16 stanbeSherrlichen, also den sog. geborenen Mttgliebern noch den Senior ber freiherrlichen Familie Riebesel, so stehen den 17 von Geburt in ber Ersten Kammer sitzenben Mitgliedern (zu benen später noch die beiden Prinzen des Gro'rherzoglichen Hauses hinzukommen werden) 21 teils durch ihre Stellung, teils durch B.'rusnng des Großherzogs ber ersten Kammer angehörenbe M.t- glieber gegenüber. Tie zwölf letztgenannten sinb bie .aus­gezeichneten Staa sbürger", bie ber Großherzog nach ber Verfassung auf Lebenszeit zu ernennen hat, wahrend die übrigen stets auf drei Jahre für bie Tauer einer Landtags- Periode berufen werben. Unter den nicht stanbesherrlichen Mitgliebem befinden sich neben drei hervorrag'nden Ju­risten neun Großinbustrielle. Dem Wohnsitz nach sind Ma nz und Tarmstadt>mit je sieben M taliedern vertreten, Worms und Gießen mit je zwei, Offenbach mit einem Mttglicd.

Zum ersten Präfidenten der Ersten Kammer, ben be­kanntlich der Groscherzog ernennt, bürste voraussichtlich roieber Graf v. Schlitz, genannt v. Görtz, ernannt wer­den. Zweiter Präsident war während ber Dorren Tagung der Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich, britter Präsibent Frhr. Heyl zu Herrnsheim.

Gras Komura t.

Ein Telegramm aus Tokio melbet baS Ableben de- lapanischen ÄaatSmannes Grafen Komura Die Bedeu­tung deS Grafen Komura für baS japanische Reich unb besten auswärtige Politik erhellt schon daraus, das; er in einer so bewegten unb für bie Zukunft Japans entschei- benben Periobe, wie es bie von 1901 bis 1906 war, an bet Spitze ber ausivärtigen Geschäfte stand.

Schon ehe er Minister befl Aeußern wurde, hatte er, so entnehmen wir derVo s. Ztg ", wichtige biplomatischll Aufgaben zu erfüllen gehabt, so im Jahre 1834 bei Be­ginn des chinestich-iapanischen Krieges in feiner Eigen­schaft aks Geschäftsträger Japans in Peking. Während der Ot'tupakion der von Japan eroberten Liaotung-Halbinsel (von der bie Japaner später burch den gemeinsamen Truck Englands, Frankreichs unb Teutschlanbs verdrängt wur­den unb bie ihnen bann im Kriege gegen Rußlanb enbgül- tig roieber zufiell, roar Komura Zivilgouverneitr bicje« Gebietes. Hiernach bekleidete er eine Zeitlang ben Posten des Direktors ber politischen Abteilung im Ministerium bes Aeußern, um sobann als Gesanbter unb bevollmächtig­ter Minister nach Korea zu gehen. Im Jahre 1896 würbe er Minister-Stellvertreter im Auswärtigen Amt, im. Jahre ' 1898 Gesanbter in Washington unb im Jahre 1900 ver­tauschte er den Posten in Washington mit bem in Peters­burg Peking, Soul, Washington unb Petersburg - lauter Etappen, bie den Beweis liefern, welcher Wertschätzung sich Komura als Diplomat bei feinen) Landsleuten erfreute. Im Juli 1901 trat er als Minister des Aeußern in das Kabinett Katfura ein. Das Bündnis mit England ist einer der leuchtendsten Erfolge in ber diplomatischen Lausbahn KomuraS. Er stand an der Spitze des Auswärtigen Amtes auch während des Krieges gegen Rußland und trat zusam­men mit dem ganzen Kabinett Katsura wenige Wochen nach dem Friedensschluß zurück angesichts der Unzufriedenheit, die sich in Japan wegen ber als unzureichend erachteten Friedensbebingungen ßeüenb machte. Der Rücktritt er­folgte im Januar 1906. Das Ministerium Katsura würbe von einem Kabinett Saionsi abgelöst. Doch schon im Som­mer 19(8 machte Saionji einem neuen Ministerium Kat­sura Platz, worin Graf Komura wiederum' das Porteseuille der auswärtigen Angelegenheiten übernahm. Bis vor we­nigen Monaten roar Komura seitdem im' Amt. Der jüngst« Kabinettswechsel brachte an Stelle des Katsura-Kabinetts wieder ein Saionji-Kabinett, dem Komura nicht mehr an- gehörte.

Der italienisch-tvrkiiche Krieg.

Tripolis, 24. Nov. (Aaenzia Stefani.) Außer ben gewöhnlichen kleinen Gefechten, in denen bie Araber 20 Tote und acht Verwundete, die Italiener drei Leicht­verwundete hatten, ist nichts neues zu melden. Der G h i b l i w i n d hielt den ganzen Tag an unb verhinberte ein ^uffteigen ber Flugzeuge und Drachenballons Bei Durchsuchung ber £afe fanden die Italiener unterirdisch versteckt Waffen und Munition.

Aus M a s s a u a wird gemeldet: Tie KriegsschiffeC a - labria" undP uglia" sind aus Akabah zurückaekehrt, wo sie Äanonenschüsfe auf verdächtiges Terrain abgaben, die Dörfer aber schonten

Die Aaenzia Stefani bringt nachstehende Veröffent­lichung : Tic von Konstantinopel aus verbreitete Meldung, daß italienische Flugschisfe Bomben auf das Hospital in Ainzara fallen ließen, wird von Tripolis als vollkommen unzutreffend bezeichnet. In Amzara sind überhaupt keine derartigen türkischen Anstalten, weder private noch mili­tärische, vorhanden. Tie italienischen Flugschiffe und ein Drachenballon ermittelten ein Feldlager, das aus Zel­ten von ber von ben Türken oerroenbeten Form bestand und keinerleiZeichenberNeutralität trug. Tas Vorhandensein eines türkischen Lagers wurde bereits von italienischen Kundschaftern angezeigt, die von keinen Kran­kenhäusern berichteten. Temzufolge ist bie Existenz von Hospitälern vollkommen ausgeschlossen.

Werner Breuer*

ourrogat

Feinster Kaffee-Znaatz.

Fabrik: Cöia - Rodenkirchen.