Ausgabe 
21.12.1911 Zweites Blatt
 
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7. Augenarzt Dr. Crzellitzer (Berlin): 1 St. Methodik der graphischen Darstellung der Vertvandtschaft mit be­sonderer Berücksichtigung von Familien-Karten und Fcv- inilic^-Stammbüchern. Der Kurs findet Dienstag und Mitt- woch von 9 bis 1 Uhr und 4 bis 7 Uhr in der Minik statt, Donnerstag von 9 bis 11 Uhr in dem großen Hörsaal der Universität, Ludwigstraße. II. Plan des Kongresses: Die formelle Eröffnung des Kongresses findet am Don­nerstag, den 11. April, um lU/g Uhr im großen Hörsaal der Universität nach Schluß des Kursus statt.. Die Sitzun­gen finden im gleichen Saal täglich von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr statt. Der Schluß erfolgt am Samstag, den 13. April. Vorträge: I. Methodik und Ver- erbungsregeln: Dr. Stephan Kekule von Stra- donitz (Groß-Lichterfelde): Fehler in der genealogischen Methode bei der Untersuchung von Vererbungsfragen; Dr. med. Römer, Anstaltsarzt (Jllenau): Ueber Heredi­tätsforschung; Dr. W. Betz (Mainz): Statistische Theorie der Vererbung; Dr. A. v. d. V eld en (Weimar): Eine erweiterte Form der Ahnentafel für Zwecke der Vererbungsforschung; Dr. med. F. Hammer (Stuttgart): Die Mendelsche Ver­erbung beim Menschen; II. Normale und geniale Anlagen. Geh. Rat Pros. Dr. W. O st w a l d (Groß-Bothen b. Leipzig): Ueber Geniologie: Dr. W. Betz (Mainz): Der Durchschnittsmensch; III. Ab norme Anlagen a.) körper­liche: Dr. Crzellitzer, Augenarzt (Berlin): Die Ver­erbung von Augenleiden; b) geistige: Prof. Dr. Danne- mann (Gießen): Die Fürsorgeerzrehung vom Standpunkt der Rassenhygiene; Oberarzt Dr. Tannenberger (God­delau): Familiäre Microcephalie; Privatdozent Dr. Ber­liner (Gießen): Abnorme Anlage und Erziehung; Dr. Emil Oberholzer ('Breitenau b. Schaffhausen): Ueber die Frage der Sterilisierung von Geisteskranken aus so­zialen und rassenhygienischen Gründen; IV. Kriminelle Anlagen: Dr. Kurella, Nervenarzt in Bonn: Ueber kriminelle Anlagen; V. Erforschung bestimmter Fa­milien: Prof. Dr. Strohmayer (Jena): Morphologie der Habsburger; Otto Forst (Wien): Ahnenverlust und na­tionale Gruppen auf der ^Ahnentafel des Erzherzogs Franz Ferdinand. VI. Vererbungsleh re und Sozio­logie: Sanitätsrat Dr. Weinberg (Stuttgart): Heredi­tätsforschung und Soziologie: Dr. Armin Tille (Dres­den): Genealogie und Sozialwissenschaft; Privatgelehrter Macco (Steglitz b. Berlin): Bringt materielles oder soziales Aufstergen den Geschlechtern in rassenhygienischer Beziehung Gefahren?; Prof. Dr. Otto K. Roller (Karls­ruhe i. B.): Lebensdauer der Geschlechter (genera) in städti­schen Gemeinwesen; VII. Vererbung und Züchtung: Prof. Dr. Gis evins (Gießen): Erfahrungen über Tier­züchtung; VIII. Regeneration: Ein Vertreter der Eugenics Education Society: The Eugenic Movement in Great 'Britain; Prof. Dr. Sommer (Gießen): Regene­ration und Renaissance. Begrüßung: I. der Kursteil­nehmer am Montag, den 8. April, abends um r/s9 Uhr, im Saal des Hotel Schütz, Bahnhofstraße; II. der Kongreßteil­nehmer am Mittwoch, den 10. April, abends 7^9 Uhr, im Hotel Großherzog. Donnerstag, den 11. April, abends um i/29 Uhr, gesellige Zusammenkunft der Kurs- und Kongreß­mitglieder bei Prof. Sommer, Frankfurter Straße 97. Freitag abend i/29 Uhr gesellige Zusammenkunft im Hotel Großherzog. Samstag nachmittag Ausflug in die Um­gebung von Gießen. Die Einschreibgebühr für Kurs und Kongreß zusammen beträgt 25 Mk. einschließlich des Kongreßberichtes, für Kurs oder Kongreß allein je 15 Mk. Der Kurs dient zur systematischen Einführung in die bei dem Kongreß behandelten Fragen. Anmeldungen an Harrn Prof. Sommer-Gießen.

Im Kun st verein wird für die Feiertage eine neue Ausstellung eingerichtet, die nur von drei Künstlern, O. Grill-Wien, L. Majewski-München und G. Jahn-DreSden mit größeren Sammlungen beschickt wird. Da diese Samm­lungen überall mit Erfolg ausgestellt waren, werden sie gewiß auch hier allgemeines Interesse finden.

- Der Mittelrhein-KreiS der deutschen Turnerschaft feiert im Jahre 1912 sein 30. Kreisfest vom 8. bis 6. August in Aschaffenburg. Wie man un8 von dort schreibt, sind die vorbereitenden Ausschüsse bereits gebildet und alle Kreise der Bürgerjchaft bringen dem Feste regstes Interests entgegen.

Landkreis Gieren.

-- Hattenrod, 20. Dez. Dieser Tage fand die Versteigerung der Massengrundstücke der die­sigen Feldbereinigungsgesellschaft statt. Zur Versteigerung kamen etwa 17 Hektar Land mit einem Boni­tierungswert von 34 500 Mk., wofür die Feldbereinigungs- gesellschast den Betrag von 104 000 Mk. erzielte. Die Kosten für die Ausführung der Bereinigung sind nunmehr gedeckt und es bleibt noch ein schönes Sümmchen übrig.

Kreis Alsfeld.

:|: Alsfeld, 19. Dez. Stadtvorstandssitzung. Der Vorsitzende gab bekannt, daß in dem R e ch t s st r e i t der H e s s e n - Nassauischen land - und forstwirtschaftlichen Be­rufsgenossenschaft gegen die Stadt Alsfeld wegen Schadensersatz am Oberlandesgericht die Klage in der Berufungsinstanz, ebenso wie auch in der ersten Instanz, ab­gewiesen worden sei. Wiederherstellung des Rat­hauses: Der von der Bauleitung nachträglich vorgelegte Ver­trag mit Schreinermeifter Weitzel, dem ein Teil dec Schrciner- arbeiten zugewiesen worden war, wurde ohne Aussprache ge­nehmigt. Kanalisierung eines ofsenen Gra­bens an der Volkmar st raße: Auf die genannte Straße, die demnächst eröffnet werden soll und an welcher der Neubau der zwölsklassigen Volksschule steht, stößt ein offener Graben, der in hygienischer Hinsicht zu beanstanden ist, da er übelriechende Abwässer führt. Es wurde daher beschlossen, den Graben in feinem unteren Teil auf eine Länge von etwa 35 Meter in einen geschloffenen Rohrkanal um­zuwandeln. Anderweite Organisation des Nachtwachedienstes: Ter Vorsitzende schlägt dazu vor, die fetzt ireigewordcne 6. Nachtwächter stelle nicht wieder zu besetzen, fonbem der Frage einer anderweitigen Organisation des gesamten Sicherheitsdienstes näher zu treten und zu prüfen, ob nicht eine Mitwirkung der Wach- und Scbließgeselllcha,t zu dem städtischen Sicherheitsdienst möglich sei. In letzter Linie sei zu erwägen, tb nicht die Organisation einer besonderen Schutzmannschast in die Wege zu leiten sei. Die Versammlung beschloß demgemäß, die Angelegenheit der Finanzkommission zur näheren Prüfung zu überweisen. Zu der im nächsten Frühiahr erscheinenden Hessen-Nummer der Leipziger Illustrierten Zeitung" wurde ein Zuschuß von 50 M k. bewilligt, wofür die Stadt Alsfeld mit mehreren Bildern in der Nummer berücksichtigt wird. Mehrere Gesuche um Ermäßigung des Wassergeldes wurden abgelehnt, da die Einschätzung für das laufende Rechnungsjahr rechtskräftig abgeschlosien ist. Die Gesuche werden bei der nächstjährigen Einschätzung zur Prü­fung gelangen. In nichtöfsentliaM Sitzung wurden die Ge­suche des , städtischen Vorarbeiters Hill und des Gehilfen Görke am städtischen Bauamt um Gehaltserhöhung genehmigt.

Ruppertenrod, 19. Dez. Ein prachtvolles Riet cor wurde hier am Sonntag abend gegen 5 Uhr be­

merkt. Die Erscheinung trat am östlichen Himmel auf. Das Meteor sprühte gleich einem Feuerwerk auf und flog nach Nordwesten, einen langen Feuerschweif hinter sich lassend. Ein Teil löste sich von dem Sternregen ab und fuhr als leinerer Leuchtkörpec nach Süden zu. Manche Beobachter der eigenartigen Himmelserscheinung wollen auch ein donner­ähnliches Nollen gehört haben.

x Ober-Ohmen, 20. Dez. Ein hiesiger FuhrwerkS- resitzer kam mit seinem Wagen voll Leute von Mücke. Kurz vor Ruppertenrod löste sich der Vorder- von dem Hinter­wagen. Tas Pferd sprang mit der Wagenschere die hohe Straßenböschung hinunter, der Fuhrmann ihm nach. Er ver­mochte eS aber nicht festzuhalten, e§ ging durch. Die Wagen­schere brach und da8 Schillscheit schlug dem Pferde wider die Beine. Im rasenden Tempo sauste da§ wild gemachte Pferd durch die Straßen Ruppertenrods dem Heimwege entlang. Ein Mann, der die Straße kam, hielt es fest. Die Jnsasien des Wagens kamen mit kleinen Hautabschürfungen und dem Schrecken davon; das Pferd aber zog sich eine tiefe Fleisch­wunde zu.

Hessen-Nassau.

sj Marburg, 20. Dez. Zu der durch die Blätter gehenden Meldung von der Verhaftung eines Schul­dieners schreibt der Direktor der Anstalt: ,(Segen den Schuldiener der höheren Mädchenschule wurde von einem im 10. Lebensjahre stehenden Kinde die Beschuldigung erhoben, er habe sich ihm in unerlaubter Weise genähert, von einem Eingriff in die intimen Rechte des Kindes ist nicht die Rede. Als der bis dahin gut bezeugte und sich seit Jahren als pflichttreu erwiesene Mann morgens gerade beim Kommen der Kinder dem Untersuchungsrichter vocgeführt werden sollte, ergriff er die Flucht, et stellte sich aber am Abend von selbst und wird nun in Untersuchungshaft gehalten. Die Aussage deS Kindes bedarf sorgsamster Prüfung. Den Stadt­verordneten ist eine Vorlage zugegangen, nach welcher die Reinigung der Straßen von der Stadt über­nommen werden soll.

Hk. Frankfurt a. M., 20. Dez. Anläßlich der Ju­biläumsfeier des Vereins für Geographie und Statistik zu Frankfurt a. M. wurde der erste Vorsitzende desselben, Hofrat Dr. rnnd. Bernhard Hagen, von der Marburger philosophischen Fakultät zum Dr. ph il. hon. causa er­nannt. Hofrat Hagen, bekannt durch seine Expeditionen und anthropologischen Forschungen, begründete 190 ldie Frankfurter Anthropologische Gesellschaft und 1904 das städtische Museum für Völkerkunde daselbst, das er jetzt noch (im Ehrenamt) verwaltet.

Luftschiffahrt.

Der Sturm im Luftschifflager vor Tripolis.

Die Stürme, die am Sonnabend in der Umgebung von Tripolis wüteten, haben den Italienern einen schweren Verlust zugefügt: das mit vieler Mühe errichtete Luft­schifflager bei Tripolis mit allen seinen Baracken und Ballonhüllen ist vollkommen vernichtet, der Lenk­ballon beschädigt, der große Fesselballon, dem die Italiener so wesentliche Erfolge verdanken, von der Winds­braut entführt und zerstört, und zwei Farmansche Ein­decker zerschmettert. Den größten Teil des Tages über herrschte prächtiges Wetter, das dann mit überraschender Schnelligkeit umschlug und sich zu einem furchtbaren Sturm verwandelte. In oer Stampa berichtet ein Kriegskorrespon­dent, daß man wenige Minuten später kaum noch etwas sehen konnte, die aufgewirbelten Sandmassen blendeten die Augen. ,,Jch befand mich bei Ausbruch des Orkans auf der Straße und mußte stehen bleiben, um nicht von den ge­waltigen Windstößen zu Boden geschleudert zu werden. Von allen Seiten tönte das Krachen zersplitterter und zer­schmetterter Fenster, die erst kürzlich aufgehängten elek­trischen Bogenlampen wurden von der Windsbraut er­faßt und berabgeschleudert."

Die schlimmste Verwüstung aber traf das Lager der Luftschiffer. In der kürzlich errichteten großen Luftschiff- Halle hatte man die Hülle des Lenkballons bereits aus­gebreitet: am Sonntagmorcsen sollte der Ballon mit Gas gefüllt werden. Dem plötzlichen Ansturm des Zyklons ge­genüber waren die Soldaten machtlos, und zähneknirschend mußten sie ansehen, wie das Werk wochenlanger müh­seliger Arbeit vernichtet wurde. Im Augenblick waren Die stählernen Pfeiler krumm gedrückt, gesprengt, aus der Erde gerissen und fortgeschleudert. Nicht besser erging es den Flugmaschinenschuppen, von denen der eine völlig ver­nichtet wurde. Zwei neue Farmanmaschinen waren damit widerstandslos der Wut der Würde prersgegeben und zer- fchmetterten. Der schlimmste Verlust aber traf die Italiener im Hafen. Hier hatte man den Drachenballon an einem abgetakelten türkischen Schiffe festgemacht. Der Sturm packte den Ballontörper, zersprengte die haltenden Draht­seile wie Zwirnsfaden, im nächsten Augenblick stieg das entfesselte Luftschiff empor und wurde von dem heulenden Orkan landeinwärts fortgerissen. Am nächsten Tage fand man hinter der Oase in der Nähe von Henni die zer­fetzten traurigen Reste.

München, 21. Dez. Der Flieger Oberingenieur Hirth hat seinen Etrich-Rumpler-EindeckerTaube", auf dem er den Kathreiner-Preis von 50 000 Mk. im Fluge über 702 Kilometer von München nach Berlin gewann, dem Deutschen Museum für Meisterwerke der Technik ge­schenkt.

vermischtes.

kf. Wonach heigi Der o> r o g i* Das naskalte Wetter, das bei uns schon leit einiger Zeit l)erv|d)t, macht einen guten, ijeiüeu Grog, zur rechten Zeit genossen, be|onDets schätzenswert. Wenn auch beute jeder weiß, was Grog ist und wie er zubereitet wird, so dürile doch über Den Ursprung seines Namens wenig be­kannt sein. Er geht aus Den englischen Admiral Vernon um Die Mine des 18. Zahrhunderts zurück, der, um der Trunken­heit unter leinen Matrosen zu steuern, Den Beieht erließ, Den Whisky mit kochendem Wasser zu vermischen. Selbstverständlich riet dieser Erlaß allgemeinen llniuillen hervor, und man suchte, in Er­mangelung einer anderen Gelegenheit, Rache zu nehmen, sich über Den Admiral aut alle mögliche Art und Areije lustig zu machen. Bei stürmischem Weiler pflegte Dieser einen llebeirod uns Grogram, D. h. stell gummierter palbseiDe, zutragen, und nach Diesem Grogram coat bekam er den Spitznamen ,aller Grog*. Dieser Spitzname übertrug sich aus das Getränk, nut dem Die Matrosen fiel) im- freiwillig begnügen mußten, Das sie aber balD schätzen lernten.

CmgefauOt*

iFiir öorm und Inhalt aller uiuet vw,cr Rubrik stehenden Artikel ubeiniinint Die ReDalltoit Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Watzenborn-Steinberg, 20. Dez. Im Lause dieses Racbwmmers und Herbstes wurden bei der alten Schule

Ochsen.

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VoUsieischige Schweine über 27, Zentner

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Lebendgewicht........ 467,-177,

ßleijchige -Schweine unter 80 kg t'ebenD-

Prets pro 10U chb. r-eo.ud- ö 9i4.(j3 ac.vichc ccn-biSDon-bi#

Märkte.

F.C. Wiesbaden. V iehh os -Mark tb e ri cht vom 20. Dez. Auftrieb: Rinder 106 (Ochsen 26, Kühe 80, Bullen 0), Kälber 468, Schafe 27, Schweine 532.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine rege.

M ai u ec. vetnste Majttalver....... 6264 104-106

Mittlere Mag- uno beste Saugkälber . 57üj 97-100

Durch- schnittsprei; pro 100 tzsiuid veoenö« schla n;« fceivl y:

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 5053 8993

Junge, steischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästets ...... 4950 8890

Mcwig genährte junge und gut ge­nährte ältere.........4549

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlachtwertes . . ... ... 4548

Lollsleischige, jüngere......4043

var, en. Kuh-.

Wetdemastjchaie........3940

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'bollfleischige Schweine vis zu 2 Zentner xeuenogeiüidjt.......48^-49%

'Lolchetscr-ige «chweine über 2 Zentner

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hier an Schulhof und Abortgebäude teils Reparaturen, teils Neubauten vorgenommen. U. a. wurde um den Schulhof eine Mauer aufgeführt, die stellenweise 4 Meter hoch ist. Diese Mauer ist unten 90 Zentimeter dick, oben etwa 50 Zentimeter. Der Grund und Boden in dieser Gegend ist etwas glitschig, was unsere Herren Dorsväter sicherlich wissen, oder hätten wissen müssen. Kaum war die Mauer fertiggestellt, da zweifelten schon sachverständige Männer an ihr. Wie lange wird sie stehen? So und ähnliche Fragen hörte man. Diese Leute haben leider nur zu recht gehabt. Bald nach Vollendung der Mauer zeigten sich erst kleinere, dann immer breitere Risse. Am vorigen Sams­tag, die Konfirmanden gehen gerade nach Hause, st ü r z t_e sie donnernd zusammen. Um ein Haar wäre ein Junge verschüt­tet worden. Sie ist schlafen gegangen, aber sie muß wieder auf­erstehen und das kostet Geld, viel Geld. Ich möchte einmal hier die Frage aufwerfen, wer hat denn die Gemeiudearbeiteu zu beaufsichtigen? Haben wir nicht die Herren alle gewählt, daß sie für das Wohl der Gemeinde Sorge tragen sollen? Wohl war ein Bauführer da, aber der Mann kann doch nicht all? Tage dasitzen, vor allen Dingen wußte dieser Herr nicht, wie der Untergrund beschaffen war. Die Gemeinderatsmitglieder ganz allein tragen die Verantwortung. Wenn der Steuerzettel schon eine so schöne Höhe erreicht hat, wie bei uns, bann sollte man doch möglichst sparsam im Gemeindehaushalte sein, und zur Sparsam­keit gehört auch, daß so kostspielige Arbeiten wie die Aufführung obiger Mauer nur einmal ausgeführt werden.

Ein Bürger.

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'dollfleilchige ausgemästete Harfen höchst. Schlachtwertes........46-51 8190

Lollliepchlge ausgemästete Kühe höchst. Schlachtwertes vis zu l Jahren. . 4043

Allere ausgeniastete Kühe unD wenig gut entwickelte lungere Kühe uuD (tariert 3539 6672

Mapig genährte Kühe unD Järjen . . 3034

Biichettisch.

Die farbigen Kun st gaben, veröffentlicht vom Bunde der Freunde für Volkskunst", die im Stuttgarter Verlag von Richard Keutel erschienen sind, haben wir vor einigen Tagen schon erwähnt. Wilhelm Stein hausen gesellt sich seinem Geistesverwandten Ludwig Richter zu mit Landschaften voll tief­religiösen Stimmungsgehalts.Tagebuchblätter" werden sie be^ nannt künstlerisch vollendete Urkunden sind es eines reichen und reifen Innenlebens. Weiterhin ist Eugen Burnand, der Darsteller der Gleichnisse Jesu, vertreten mit einem packenden historischen Gemälde, meisterhaft entworfenen Genrebildern |um) ergreifenden Darstellungen aus der biblischen Geschichte. Endlich noch ein Meister der schlichten Idylle und schwäbischer Heimat­kunst: Theodor Schüz. Was er zu geben hat, wärmt und leuchtet wie der freundliche Sonnenschein der Dorfsonntage, die er mit Vorliebe geschildert hat. Jedes Blatt ist hergestellt mit den trefflichsten Mitteln moderner Reproduktionstechnik; jedes Album gediegen-vornehm ausgestattet.

Oskar Klein-Hattingen, Geschichte des deutschen Liberalismus, Band 2, geheftet 6,50 Mk., gebunden 8 Mk Fort- ichritt (Duchverlag derHilfe") Berlin-Schöneberg. Nun liegt auch, von vielen lange erwartet, der zweite Band des Geschichte wertes über den deutschen Liberalismus fertig vor. Wie der erste Band, ist auch be_r zweite reich an Material und Jdeengängen, denen man sich freilich nicht immer wird anschließen können. Sein Verfasser hat die Verbreitung und Wirkung dieses Buches nicht mehr erlebt; er ist einem ganz plötzlichen Tode erlegen. Nun muß das fertige Werk für seinen Fleiß und für seine Ge­sinnung zeugen. Der erste Band, unterbaut durch eine philo­sophische und staatsrechtliche Einleitung, verfolgte die Schicksale und Erfolge des deutschen Liberalismus bis zur Reichsgründung: hier witd der Faden wieder aufgenommen. Das Buch setzt gleich kräftig ein mit den Epochen der Bismarckschen Politik: Kultur­kampf, Ausbau der liberalen Grundgesetze, Kampf gegen die Sozial d emo kralle, Abkehr vom Liberalismus zur wirtschaftlichLN Reak­tion. Der Geist des großen Staatsmannes, jein wechselvolles Spiel mit den parlamentarischen Parteien und Mehrheiten gibt jenen ersten Seiten des Buches den mächtigen Atem. Nicht gerade verständnisvoll und oft sehr unschön sind die Worte, mit denen der Verfasser mitunter Bismarck charakterisiert:Giftzüngig wie er ist," heißt es von ihm u. a. auf Seite 427, und beimVergleiche mit Eugen Richter werden gegen Bismarck mißtönende Ausorüäe geschleudert. Der große Staatsmann wird nicht kleiner dadurch, sondern wächst. Allmählich treten neben den Kanzler seine Helfer: Falk, Delbrück, Camphausen und die Führer Der Opposition^ Virchow, Hänel, Bamberger, Rickert, vor allem aber Eugen Richter. In kräftigen, oft einseitig gefärbten Bildern umzeichnet Klein die seelische und politische Art der Führer. Seine Sympathien gehen sichtlich zu denen, die am weitesten links standen, und er beurteil, die Benningsen, Miquel, Forckenbeck weniger liebevoll. Das hat Pfarrer Naumann selbst, der dem verstorbenen Verfasser einen Aufsatz widmete, in dem Nachwort selbst anerkannt.

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i^ermgere Mast- und gute Saugkälber 4j55 8190

geringere fcaugtalber......4448

Airehttche Nachrichten.

^siaeiutju^ ttet.gio-iÄgememde.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage)., Samstag, den 23. Dezember 1911:

Vorabend: 4.30 llyr.

Al o t g e n 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbatausgang: 5.20 Uhr.

IsraeimsH( Uellgumsgesellschafk.

Gottesdienst.

Sabbat^eier am 23. Dezember 1911:

Freitag abend 4.05 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

camstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-Knsgang 5.20 Uhr.

WochenaotteSDienii: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr.

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