Ausgabe 
20.12.1911 Viertes Blatt
 
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Gießen, den 15. Dezember 1911.

Für den Grubenvorstand: Justizrat Grünewald, Rechtsanwalt.

Der Zweigverein vom Roten Kreuz.

Wiener, LandgerichtSrat.

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Bitte.

In diesen Wintertagen kehren wieder so viele frierende Wanderer in der Herberge zur Heimat ein, denen Kleider, Strümpfe und Schuhe fehlen. Wenn diese an den Türen geschenkt werden, werden sie erfahrungsgemäß meist verkauft und in Schnaps umgesetzt. Daruin bitten wir, getragene Sachen an unseren Hausvater, Herrn Loh, Hinter der West-Anlage 11, senden zu wollen, der für zweck­entsprechende Verwendung sorgen wird. Auch Gaben an Geld zur Ausrichtung einer Weihnachts-Bescherung werden mit Dank ent­gegengenommen. Die Sachen werden auf Wunsch auf telephonische oder schriftliche Mitteilung hin abgeholt.

Der Vorstand der Herberge zur Heimat.

Der Krieg zwischen Italien und der Türkei, der seit Wochen die Gemüter bewegt, hat das Deutsche Rote Kreuz entsprechend seiner humanitären Aufgabe veranlaßt, der Italienischen Gesellschaft vom Roten Kreuz und der Ottomanischen Gesellschaft vom Roten Halbmond seine Hilfe für die Pflege der Verwundeten und Kranken anzubieten.

Vonseiten Italiens ist dieser Antrag mit der Begründung dankend abgelehnt worden, daß da? Italienische Rote Kreuz aus eigenen Kräften den Anforderungen dieses Kampfes zu genügen imstande sei.

Der Türkische Rote Halbmond dagegen heißt d'c Hilfe des Roten Kreuzes sehr willkommen. Der Rote Halbmond, eine nach den Grundsätzen der Genfer Konvention zu wirken entschlossene Gesellschaft, befindet sich im ersten Stadium seiner Entwicklung und wird voraussichtlich eine nachdrückliche Wirksamkeit vorerst nicht entfalten können. Einrichtungen zur Behandlung von Verwundeten und Kranken nach den Vorschriften unserer jetzigen Wissen- schäft sind nur in spärlichem Umfange vorhanden; es fehlt an Instrumenten, Arzneien und Verbandmaterial ebenso wie an Personal, das solche Hilfsmittel sachgemäß zu verwenden versteht. Das Deutsche Rote Kreuz unterzieht sich seiner Aufgabe, zu helfen, um so lieber, als nicht bloß auß den Reihen seiner Angehörigen, sondern auch aus vielen anderen Kreisen des Deutschen Volkes die Stimmen sich mehren, die zu einem Hilfsunternehmen drängen, und eine große Anzahl angesehene und mit den Verhältnissen Tripolltaniens wohl vertrauter Männer auch ihrerseits für tunlichst nachhaltige Unterstützung der in KriegSnot befindlichen Türken und Araber eintreten wollen.

An das deutsche Volk richten wir daher die dringende Bitte, Gaben für den beregten Zweck, vor allem Geldspenden an die hierfür bekannt zu gebenden Sammelstellen abzuführen. Jeder, auch noch so kleine Beitrag wird um so willkommener fein, je rascher er dargeboten wird.

Jas ZcntrMmtee der JeuWeu Lemae am Roten Kreuz.

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Zdierchen Ist eine Kunst die nicht jeder versteht. Sie erfordert viel Ueberlegung und vor allem ein liebe­volles Sichversenken in Gedanken und Sinn des Empfängers. Wie manche Gabe, die aus warmem Herzen gespendet wurde, erntete nicht den gehofften Dank, weil sie den Wünschen und Bedürfnissen d"S Beschenkten nicht entsprach. Jede Dame aber wird Freude und Dank zeigen, wenn sie auf dem Weihnachtstische die köstlichen

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Bezugnehmend aus vorstehenden Aufruf bitten wir zur Förderung detz humamtaren Werkes die Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen um gütige Anwendung von Geldspenden, über die demnächst öffentlich quittiert werden wird und die von der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers und dem Unterzeichneten zur Weiterbeförderung entgegengenommen werden. Dl5/W

Gießen, den 14. Dezember 1911.

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