Ausgabe 
20.12.1911 Drittes Blatt
 
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Nr. 299

Stiftes Blaft 161. Jahrgang

Erscheint tLßNch tnti BuSnohm» U« Bonntagl d . A* *' W

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hegen erscheinen awnatlid) jrocimeL wCIlCrOl*Anzeiger ff*r Gderhes^en

Mittwoch, 20. Dezember 1911

RetartonShrvd anb verlas bei Prübilden UntweefuÄtt - ft.id>* unb öir.nbnufecti, Ä- fliege, E etz en.

Rebahten. Irvebtnon unb Tn ' r 6d)td» (trabe 7 irveOuion undi'e. .< Ml t>L ReOaftum e»vlll. ieL-Vlbi-21ii4tigftiMieiab

Derfälfdiungen des Kaffees.

Mit 93#rfä(fd)unqcn bc8 SlaffceS, die in neuerer Zeit viel­fach wahrqenominen sind, beschäftigt sich ein Rundcrlaff deS preu&ifrfien Ministers deS Innern, in welchem nuSncjübrt wird:

Häutiger werben geröstete Samen von Hülsenf rückten. die den ,'hifieeboftnen in der Gröffe, im Aussehen und in der Form ähnlich sind. Lern gebrannten, ungemuhlenen .'Taffee tug^eyf. 25e< drei untersuchten Proben ivar die Menge der sugrfet Sani n von Hülsenfrüchten verschieden groß, und zwar bestand oie eine Probe zu etwa einem Viertel, die zweite Probe zur Häme. die dritte Probe sogar zu zwei Dritteln ouj drescr fremden Be misch.ing. Solche Mischung'-n dürfen leinesiculs un Kaffee" in den Verkehr gebracht werden. Tic £egumuuicn''amcn stellen ein dein Kaffee i rem artiges Naturcrzeugnis dar, da 3 tnr'em zwar äußerlich ähnlich, dessen Zusammensetzung und Bcschaifen- heit dagegen von derjenigen der Kaffeebohnen durchaus verschieden ist. Bor allem sind die Leguminosensamen frei von dem in den Kaffeebohnen enthaltenen Coffein, aus welftes besonders die an­regenden physiologischen Wirkungen berm $ muffe des Kaffee, getränte zurückzusühren sind, so baff sclwn aus diesem Grunde die Beimischung unter den Begriff der LebensmiNrifälscknmg fällt.

Andere Verfälschungen des Kaffees erfolgen beim Handel mit Kaffee in gemahlenem Zustande. Insbesondere wird darüber ge Nagt, daff Kaffee Ersatzstoffe oder Gemische dieser mit gemahlenem Bohnenkaffee unter täiiidtenbcn Phantasiebezeichnungen als Ka s feeMischungen oder mit einer ganz unzureichenden Dcfta- ration ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung in den Per!, i r gebracht werden. Die Bcrcck.ligung dieser Klagen ist durch bic Prüfung der Aufschriften auf den Packungen einer grossen Zahl derartiger Surrogate erwiesen. So wurden in letzter Zeit in sogenannten Bruchlaffeemischungen bis zu 30 t». H. Surrogate sestgcstcllt, und zwar vonvieaend Zichorie, EichZn, Rr»ggen, Nüven, Feigen und Mais. Einige Probrm enthielten neben verschiedenen Surrogaten auch noch bi-3 zu 10 v. H. Steine, die in'der Farbe den Surrogaten glichen und infolgedessen nicht ohne weiteres wahrnehmbar waren. Diese Zusatze luutben natürlich beim Versauf wie auf der Packung vollständig verschwiegen, von einem einzigen Fall abgesehen, in dem die Düte einen roten Zettel enthielt mit der DeklarationPerlkaffeemischung mit Leguminose glasiert".

Wenngleich diese Misckmngen nicht gesundl-eilsschädlick sein mögen, sofent es sich um den Zusatz gcröüctcT Samen gefundheitS unschädlicher Hülsenfrüchte hand.lt, so ist doch zu beaciüen, daff ipciicll die Luvin. nsam.n auch wirtsame Alkaloide enthalten, die, falls sie nickt vorher sorgfältig entfernt werden, unter Umständen tfesundlieitsschädlicke Wirkungen ausüben könnten.

D e mit der Kontrolle beS 'JlahrunnömittcIocrfchrS de. trauten Stellen, insbesondere die 91ahrimn6mittclunterfud)img6» ämter, merben daher angewiesin, den Kaffeesälschungen erhöhte 'Aufmerksamkeit zuzuwenden.

(Tabaferntc und dabafbcfteucrung.

Die Statistik der Tabakernte und Tabakbesteuerung im deut­schen Zollgebiete für daS Erntejahr 1910 (1. Juli 1910 bis 30. Juni 1911) nebst Angaben über den Tab-ifanbau im Jahre 1911 ergibt, nach der amtlidnn Berliner Korresp., folgendes:

Mit Tabak bebaut unb abgeerntet wurden im Grntnahr 1910 im ganzen lu 404 ha gegen 16 185 ha im Jahre 1909 '1908: 14 52ö ha, 1907: 15 405 ha). An dem Rückgänge (781ha sind Imupisächlich Baden ( 575 ha) und Bayerns 188 ha beteiligt.

Die Tabakernte fiel im ganzen etwas reichlicher aus als die vorjährige: sie war auch hinsichtlich der Beschaffenheit der Tabak-- Hättet durchschnittlich besser. Im ganzen wurden 28 854 Tonnen bad:reifen Tabaks geerntet gegen 28 178 Tonnen im Jahre 1909 (1908: 34 409 t, 1907: 28 839 t). Bon 1 ha der ab geernteten Fläche wurden durchschnittlich 18,7 dz Tabak gewonnen (1909: 17,4 dz, 1908: 23,7 dz, 1907: 18,7 de).

Für die labalerntc des Jahre« 1910 wurden von den Pflan­zern fast durchweg Hohe Preise erzielt. Als Gesamtdurchschnitts preis wurden 74,5 Mark für 1 dz dachreifen Tabak ermittelt gegen 66,7 Mark im Vorjahr (1908: 62,9 Mark, 1907: 57,7 Mk.!.

An Tabaksteuer (abzüglich der Erlasse) wurden vereinnahmt 12,5 Millionen Mark 1909: 13,2 Millionen '.Warf, eim'ckli-srlick 1007 787 Mark R achsteuer), an Tabak-Gcwichtzoll 68,6 Millionen

Mark 1909: 69,4 Millionen Mark, rinlchlietzlm 941 l Nachzoll, an Drrrzollzu - ag 42,0 Mitt.'nen Mari 1909 : 29,0 '..Millionen Mark D.e 5bgäbe r. . Tnbatersatzitomn betrug 101 482 Mar' 1909 : 88692 Mar.

Rach Abzug der gti.i -en Zoll und Gleuervergürungen nir <ni#ßr:j ;rten Tabak 92"918 P.r.: - v.r'. n- in» ertrag a;\ Tabafzatt unb »atafitcun a^chl-.. .. t . . *.ar... r.- ihmer 122L Millionen ?'?ar' I9"9; 111,1üiiift. >, 7, d. l. 1,88 Marl 1909: 1,72 Marl auf d a L V' L w Bevo:lcru:>.

Der Verbrauch an febr.I itian.-i'-ium .iüb.cbat j > d'ne­unter Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr aus 1,47 kg 19i \ 1,35 kg) pro Kopf

Nack dem vorläufigen Nackwe. ü.-er den Tabakanbau 1911 wurden insgesamt 17 021 ha 1910: 15 101 ha1' mit Tal bepflanzt.

Sport

Fuff ball. Tic 5d)üierinaun|<6aft de» hieüaen Cvorr- vereinS von 19i-0 (vielte am Sam tag gegen die akute Mann­schaft der Vereins für Be>vegungs|piek au' dessen . (arc und ge­wann mit 4 3 Toren Am Souutag fpiclte bte 3dudirinaniiid)n,i des Giedener SpoilvereinS von Ivo > in Wetzlar gegen die cr:c Mannschaft de- dorn.en Balljoelklubs. Trotzdem br fiieffen der reetne lerteiülger und der Wlitteifturiuer ersetzt werden mufften blieb das Spiel gleickmätzig uertei't und nur knapp mit 1Toic mufften sie sich dem Gegner beuaeu. , idn man in betracht, das, Wetzlar in den öiesjähngen Pteiskerschaftsipieleii zurzeit an erüer Sielle stein, io kann man dieies Ergebnis für die jugendliche "siebener Mamsichan als einen amen tiriolg bezeichnen.

Eingcsattdt.

,Für Form und Znbalt allrt unter Dieier Rubrik stehcndrii ,hti übernimmt dir Redaktion dem Publikum gegenüber leinerlc* Verantwortung.'

(Hießen, 19. Dez.

Kaufet am Platze! jahraus, jahrein erfdMllt dieser berechtigte Ruf der C/ieffener Gin'chr tSwelt an ihr itbüracr, inSbefoniXTre Mitbürgerinnen. Cb aber dieser Nus Erfolg hat, muff billigerweise be weifelt werden, die Zahl derer, bcsonders der kauskräirigen Kreise, die ihre Einkäufe in cuiöroartigen Cie- schäften unb Versattdhauseni l^e orgt, wird wohl eher glöffcr, wie kleiner. Eine besonders schone Blüte h'iher igen BurgarsinueS unb Lokalvatriolismus leisteten sich vor einiger Zeit einige billige Tarnen. Unter dem Vorgeben, eine dieser Damen fei die Frau eines hiesigen Gesckustsmannes, besuchten sie ein Engrosgeschäft in Franlfurt, um als BorstandSdamen des D.neinS für 3är.g^ lingvVflege daselbst größere 'Üoftcn Wäsche zu kaufen. Natürlich, eS gibt ja in ganz Gieffen lein einziges Geschäft, wo man Erst­lingswäsche gut, ridftig unb vorwillxsit kaufen konnte, das kann man doch nur in Frankfurt. Tieselben Tarnen, n.»eld>e ihren Bürger sinn dadurch betätigen, Sammlungen für gute Zlvccke zu viranstalten, auch hierbei das Geld hiesiger Geschäftsleute gerne nehmen, sind dann so freundlich, bieied hier gesammelte G.lb zu Einkäufen in Frankfurt zu verwenden.

Lich, 18. Dez. Wie die am 28. Februar für die Stadt Lick erlassene Pol i.jrtDcro rbnun g bestimmt, ist das Aus schuld telnvon Tevpichen atfro. au5 ixm Fenstern nach der Slraffeir feite ausdrücklich verboten. 'Die Passanten, deren Weg vormittags tr.ird) die Oberstadt führt, können die Beobachtung macken, ime dieser Erlaff nicht befolgt wird Wenn nun von bau betr. Organe dafür gesorgt werben wollte, baff diese Verordnung n-cht nur auf dem Papier besteht, häkle dieses Eingesandt mit go ziemendem Dank seinen Ztoeck erfüllt. B- Z.

niärtte.

Kartofsclmarkt-Bcricht vom 18. Dezember 1911. Berl in ' Note Tober k 4.UU. andere rote Sorten ü'lk. 8.103.20' 'Dlagimm bonum Mk. 8.503.75, weihe runde Mk. 3 15-3.25 Breslau: Rote Taber Mk. 2.903 0 , andere rote Lorten 2.90 bi5 3.00, Magnum bonum Mk. '.203.50, iveiffe runde Mk. 2,h0 3.20. Liegnitz : Rote Taber "Stf. 3.20 - 0.00, andere rote Sorten Mk. 2.703.10, Magnum bonum Mt. 3.23.55, roriffc runde 2.803.30. Leipzig: 9lole Taber Mk. 0.00, andere rote Sorten 320-0.00, Plagmini bonnm 3.550 00, weifferunde Mk 3 30Oon, Köln: Rote Taber '31 f. 0.00 bis O.oO, andere rote Sorten

'. o.-oO.üi), Tininum lo«,um Mk. 1.5 3. 0, wrii e runde 2 -k. O.O.1*1, i eld'lcsi.. ige rote I.'O0.0,. Plaidt: andere rote Sorten '. 4.- Magnum bvamn 1 f. 3 6<i. ' eld» stei'ckige rote t. 3.6 . 2.'.' ogd u r Hot» S oder lk. 0.00, weiffe runde Mt. 3.10 3 23. u'-rlbleüi . ,e rote Mk. 3.253. 0. »emo en a. Hb : Magiium lonun .50Oj 0, c-tl'sleisckige

rote ' if. 4.000.10 T o i t,n u n ö : 'lar.ini n bonum J.j< J., weihe runde Tit 3.00 bi« ", ' eldfleischige rote .70-3.90 oaarlouii: Rote Taber Mk. ''.00, andere roe Soiten 4.S\ ' .ag.ium bonum ". o 0.00, iveihe runde 4.00, O^elbsle»sch>ge rote 1.< -ü - u.. < "JUIet h r .">0 Rg.)

F.C WteSdaveu. t> ie h b o »Marktderi ch t vo n 18. Te*.

«ftrteb linder 106 iLchsen. 7, Kühe 49,lutlc« 0), Kälber 72 Scha'e i'1, Sch«ve,ne >.

Tendenz: Jimöer. Kälber. Schaft und Schweine icge Uebcrjianb. Rmder, Halber, Schate und Schiveme geräumt.

Uret» Durch-

pro 10" .1Idmittluret» "5 * ' pro 100 L'htttb

C *1 en. rcu-tilooiwU **

2 dlisleischige, anSaemäsfete. ! -ckften

kcklack t'> erte.- 15<trteii3 6 3ahre all 5053 8993 61 91

' unac. i eiscksige, nickt aulgcmauetc unb

allere auSgemü lets 4950 3890 49 89

auia penabrie junge und gut ge­

nährte altere . . . 4549 8188 47 84

Bull e n.

PoNsleiichige, aurgeivachsene, höch'len

Schlackt,verte« 4548 7578 46 76

Pollfleischige, jüngere. 4043 6671 41 68

rar en. ft ü h ?.

1 ollfteifchlge autgemäitete «Zarsen öch^t.

Schlacntwerte» . ......4661 819J 48 85

1 oliheilu ige ansgemästete Rübe höchst.

Schlachtwerre- bis zu 7 Zähren . . 4043 7477 41 75

.'iiici'i uiivaeinaitcie ftuye unbuenig gut

entiuideüe jüngere Hube und raricu 3539 0072 37 69

Diubig ucnaUvte Hube unb järien . 8084 59 05 82 62

hüt u ec.

^einfte Lckstkälver 62C4 101-106 33 105

Mittlere Mag- und teste Saugkälber . 576 < 97-10- 5S 9s

^einigere 'JJiau* unb gute Saugkälber 4 >55 8190 52 85

wer innere c-auglulber 4448 7480 4>» 77

schade.

L!eidemastsckafe 89-40 7678 39 77

c. dj io e i n e.

'1 ollsleftchlge Schiveiue bii zu 2 Zentner

Lebendgewicht 48'/,-49)» 6263 49 62

<oU|ieiln)tge Schivetne über 2 Zentner

Lebendgewicht .... . 48'/,-49'/, 5263 49 62

L-oUjlcischige Schweine über 27, Zentner

. . . »46)4-47' 1 '>-61 47 GO

ssieischige odjioeine unter 80 kg Lebend­

gewicht 477,-48% 6162 48 61

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