Die „«iefeener Lamilienblätler" werden dem
.Anzeiger' viermal ivöchentlich beigclcgt, das
oEreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal
wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Nr. 150 Zweiter Blatt sbs. Jahrgang
Erscheint füglich mit Ausnahme des Sonntags. 9
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Donnerstag, 29. Juni Ms
Rotationsdruck intb Verlag der Vrübl'schen UnwersirälS - Buch- imb StcinbrudertL R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Tnidcrti: bchuk- straße 7. Erpedilion und Verlag: fcn® 5L
Redaktion: fc® 112. ZcL-9lbr,- AnzeigerGießen»
Professor vr. viermer über den preußisch-hessischen Gemeinschaftzvettrag.
R. B. Darmstadt, 2& Juni.
In einer anßerordentlict) zahlreichen Versammlung, der neben höheren Beamte,r, Juristen, Kaufleuten auch mehrere Landtagsabgeordnetc sowie Finanzministet Braun bei wohnten, hielt der Professor der Aationalökonomre Prof. Dr. Biermcr heute abend einen Vortrag über den p r e u ß i s ch h e s s i f ch e n Eisenbahn Gemein- s ch a f l s v e r t r a g. Ter Vortrag fand auf Einladung des Rationalliberalen unb des Jungliberalen Vereins statt Prof. Tr. Biermcr führte folgendes au»:
(2'5 ist ein politischer Verein, der mich ausgesordcrt, meine Ansichten über die hessische Eisenbahniragc zu cntroidcln Ich nehme iropbcin an, das; das nicht etwa bedeuten soll, daß man aiinimmt, man könne dem in Frage lammenden Problem cartci- politisch gerecht werden. Denn sonn hätten sie nicht einen Rational- ofüiiomen, der. allerdings neben anderm 'eit zwanzig Jahren Vorlesungen über Eisenbahiivolitit hält, sondern einen Parteipolitiker zitieren müssen. Tic Eiienbahnfrage Hal glücklicherweise mn dem Parlciwescn nicht das mindeste zu tun. Wenn trotzdem neucrbing-i der Versuch gemacht wird, die Revision des Gemeinschastsoerlrages zur Fraktionssache zu machen, so wird sich sehr bald Herausstellen, das; das ein Versuch am untauglichen £bjeh in. Ich soll meine Ansichten gerade in der Stabt vertreten, aus der die hestigsten Angrisse mit stark persönlichem Beigeschmack gegen mich geinacktt worden sind, und nur um deswillen, weil ich den Bersuci» gemacht habe, gewisse Publikationen, die viel Staub ausgewirbelt haben, als das zu charakterisieren, was sie nach meiner festen UcßerjcuguiKj sind, als paneibesangene und übertriebene Kamps schritten. Weim es unter meinen Zuhörern solche gibt, die da glauben, ich würde diese Gelegeicheit dazu bcmipen, gegen gern tsse persönliche Anzapiungen, die mir so gleichgültig intd wie das Zopsbanb des Kaisers von iShina, auf die >ch deswegen auch nicht mit einer Silbe reagiert hatte, anfztitreten, so muh ich zu meinem Bedauern diese Erwartung cntläuiajcn. Für mich scheidet, ebenso wie das voliltsche, auch das verionliche Moment aus. 'Jiur das eine will ich hervor heben: Man hat es für nötig gehalten, mich daran zu erinnern, das; ich Großherzoglich Ije'slschcr Professor sei, ich also auf hessischer und nicht auf preußischer Seite in diesem Streit zu stehen habe Wäre diese Auftastung richtig, so wäre doch wohl zunächst die Vorfrage zu beantworten. weiches in denn der Hessische Standpunkt? Ich kenne ihn vorläufig nicht, wenigstens nicht den qcgenmärtigen Ter frühere ist irciiid) allgemein bekannt und deckt sich mit Dem meinigen, insoweit wenigtlens die hessische Staatsregierung in Frage kommt. Tie Stellung des 2 arm ft übte i Ministeriums zu den früheren Anstürmen gegen den Gemeinnbastsverlrag ist klar umschrieben Ich habe sie 'beinahe in wörtlichen Zitaten in meiner Ihnen ja wohl bekannten Broschüre ivicbergcgebcn Tort sind auch gewissenhaft alle Pariament-.'ftimmeu aus allen Parteilagern gc sammelt und ungekürzt reproduziert worden. Beinahe die tbäLlc meiner Schrift wird auogcfüllt mit hessischen Parlameutsverhand hingen, Auszügen ans aniilidieu Tonkschriflen n. bergt. Cb sich inzwischen die Spaltung ber hessischen Slaalsregierung geänberi hat, weiß ich nicht Mag bem aber sein, wie es wolle, ich bestreite auf das entschiedenste, daß ich als Lehrer ber^ Rational^ Ökonomie verpflichtet bin, in nationalolonomischen Fragen den offiziellen hessischen Standpunkt einzunehmen, denn ich kenne weder eine Großherwglich hesiifche, noch eine Königlich preußische Wisfcn schäft. Ich habe vielmehr nur zu untersuchen, was nach meiner gewinenhaftcu Ueberzeugung nn Recht ist, die Anltäger oder die Verteidigung. Ich habe fernerhin zu prüfen, welche Aussichten und Folgen ernsthafte Bestrebungen haben können, die anr eine Revision des Gemeinschaftsvertrages von 1896 hindrängen Letztere Untersuchung seht allerdings ein erhebliches Maß von politischer Einsicht voraus und kann ohne Einblick in die treibenden Kräfte des Staatsgetriebes mit annähernder Sicherheft uberhaubt nicht burdjgefübri werden, zumal ja alles noch im Stadium der Voi- bereuiingcn sich befindet, und diese Vorbereitungen wahrsdjeinlich eine jahrelange Arbeit beanspruchen luerbcn.
So wie idi die mir gestellte, ebenso ehrenvolle wie schwierige Aufgabe anffafic, so erscheint sie mii gegenwärtig zngeipitzt wie eine Privatklage „Hessen contra Preußen". Ter Klageantrag lautet: Revision des Gemeinschastsoertrags. In der Klage begründung wird namentlich folgendes au »geführt: 1 Ter hci- sftche Besitzstand ist in bem GcmeinfcharrSvertrag zu gering bemessen und deswegen die hessische Teilungsziffer zu gering ver- anjdilagt. 2. Ter Verkehr ui Hessen seit Abschluß des Vertrags ist unverhältnismäßig start gestiegen. Infolgedessen Ut eine —-eri- steigerung der hesfisMen Ekicnbahnen, die in der ^.eilun^jmer nidit jiint Ausdruck gelangt, eingetreten In einem guten -teil ut diese Verkehrssteigerung daraus zurückzuführen, bas; Prcuveu vor dem Vertrag VerlehrSiimleitungen vvrgenommen hat, nach dem Ver trage aber den natürlichen Verkehr ans die heiiilchcn Limen zttrückgedracht und sie damit überleitet hat, io daßzur tDältigung des augeschwollenen Verkehrs der hessische -Staat un• verhältnismäßige Ausgaben aufgebürbet bekam, zu denen der Ueberfchußanieil in einem tinverrräglichen MiyverstandniS lieht
'Aar lieht, Kiageputtki 2 und 1 liehen in engitem jniammcr. hang, denn die behaupteten Vcrkchisumleitungen 'ollen zuern den Ertrag ber hessischen Bahnen künstlich geschmälert, als ne aber aufhörten, eine Werteihöhting herbetgeführt haben, von der Dellen nur 'Nachteile, Preußen nur Vorteile zog.
Tas ist in großen Zügen, wie .rltgeinem.anerkannt wird, ber Kernpunkt bes ganzen Streites. Von preußilcher -seite werden materielle und formelle Einwände gemacht Vunkt^l und - werden ui ausführlicher Begründung als nach keiner Leite hm itich haltig erklärt, die Revision des Vertrags aber auch ab glichen davon tür formell unzuläfng erklärt, weil das in Rede itehende Zertrags- verhältnis unkündbar sei.
Ich kann nach meinen eingehenden Ausmhrungcn in meiner Broschüre, die von rechtskundiger Seite bisher, io vtcl^ ick wett;, feinen Widerspruch erfahren haben, über die juntti’d-; evrage kurz Hinweggehen. Tie ll n t ü nb b a r f.c i t b c ö Vertrage s liebt in Haren Worten im Vertrage fclbir. iie zu konzentrieren, war meines Erachtens ein Fehler. Unkündbare Verträge der^Art macht man .iberhaupi nicht, weil sie bei bem ichwächeren Leit, zumal, wenn er sicn als solcher fühlt, das Ge'ühl der viiisioiigkett hinterläßt, das drückend fein muß Wer hat aber aur der llnfünb- barkeitsklausel bestanden / Es war niemand anders als Leuen selbst Sdcücii wollte verhindern, daß die unerauicklichen Eilenbahn zustande der früheren Ludn igsbabnen wicdcrkehrten, imb hat deshalb auf eine dauernde Regelung der Gemeinfa atisverh..iltni''e gedrängt.
fragt lick' nun, ob dieser Fehler sich wieder gut machen labt- Im Wege einer grundlegenden Revision zweuellos mau, denn leib': wenn die preußische Regierung wolle, würde das vreuiziiche Parlament nicht zustimmen. Im preußuchen Abgeordneteiihaus hat sich keine einzige Stimme zu Gnuften einer ’olchen Gventual. tat erhoben Wohl aber haben Vertreter ber Mehrheitsvarteien die Bereitwilligteit angedeutet, ber Frage ber bei ber ie t 11 g en K;i n b i g it u g cic natürlich rechtlich jederzeit gegeben tu, nafi.r znireten. Tentbar ist es, daiz auch die preitßische Regierung, verärgert wie sie fei, sich damit abfinbet. Tie folgen eines solchen Schrittes von hessischer Seite habe bereits vor Monaten aus-
cinaubcrgckpt. Sie gleichen einem verwegenen Sprung ins Tunkte unb könnten von geradezu verhängnisvollen Wirkungen sein, denn veuen würbe nicht mehr auf dem Status quo ante zurückversetzt. bi ei die frühere Ludwigsbahn als Torso rurückerlnelt, und hatte, ganz abgesehen davon, daß höchstgefährlta e Fremdkörper, wie die Moni Weserbahn und manch andere Konkurrenzbahn, die in Gießen, Friedberg unb Frankfurt emmimbcn, bestehen blieben, die außer' ordentlich »ckwierige Lrganisationsfrage eines eignen großen staatsbahnbesitzes, für die alle und jebe verivaitungstechnische Vorausictzungen fenlen, zu lösen. Wer hat ben Mut, dem Heimchen Staat zu jold)cn Experimenten zu raten?
Preußen leugnet zwar nicht, tafo es Vorteile aus den Ber- eütbavungen mit dessen gezogen hat. Ganz natürlich! Sonst hätte es niemals in den Vertrag cingcroilligi. Aber es behauptet andersefts, auch Hessen habe große Vorteile gehabt unb habe fit noch. Tie Vorteile seien auf bei einen Seite wichtige finanzielle, aui ber anderen Seite allgemein volkswirtschaftliche, Verkehrs unb sozialpolitische. Gänzlich unrentable Bahnen wären burch die Gemeinschaft verlustlos geworben, die zahlreichen Webenbahnen, die allen Landesteilen neue Absatzgebiete erschienen hatten, wären ohne die preußüche Hilfe nicht oder nur mit unerträglichen Opfern durchzuseyen gewesen. Tie VerkeHrsgele^enHeiten wären an Zahl, einfacht, der Pcrionentransvort, was namcniltd) die Einführung neuer vierter Wagenklaifen aribetrftft, habe sich enorm verbellen und DerbiHißt und die soziale Lage der zahllosen Lahnangestellten, was Arbeitszeit, Lohn uiid Gehälter anbcirii’t, sei uberrai'chenb gehoben worden. Wer wird es wagen, diese Einwendungen, die lieh jederzeit glatt durch annlid e .'»ahlen belegen la en, als bloße Spiegeljechtcrei zu bezeichnen! Id: novelliere an oie '.‘leiteten unter uns. Wit sind zwar ein lurzlebeitdes und gedachtnie >ck iviches Geschlecht, aber so viel wird doch jeder zugeben, daß er die (riien- bahnzüständc vor 189(5, und namentlich die in den 70er Jahren, unmöglich zunicksehncn rann. Tas wäre ein enormer Rückschritt! (Lcbh. Zustimmung.)
Ich habe die Broschürenlfteratur ber letzten Jahrzehnte, bic Drciieerörterungen in den Hessischen Tageszeitungen und in der Frft Ztg., sowie die ParlamentsvcrHaudliiugen der Landstäude aus der Zeit vor der (iiicnbaljngemcinidinft burdiüubicn und mich überzeugt, bau es eine hesiiickjc (iiicnbahnfragc so lauge gibt, als wir eine hessische Lubwigsbahn haben. Immer wieder tauchen die Klagen aut über Zersplitterung in unterem Eisenbahnwesen, über die Rüclud tslofigteit der großen Privatgeiellichastcn, bic als Staat im Staat verschrien sind, übei oie iinanztellcn Opfer, die die Ludwigsbahn ohne entsprechende Gegenleistungen deut Fiskus ameuegt. über bic unerfreulichen Zustande bes Betriebsmaterials unb bic gcrabcui unglaublichen Lohn unb Befoldungsoerhällnisse, Arbeitszeiten ufiv. ber Angestellten. Und längst vor der Eisen- lahngciueinschaft wurde in Äon unb Schrift ber Gedanke bc> lämvit, dan der Heffische Staat and) bann ohnmächtig bleibe, IDcnn er ohne tatkräftige Hilfe Preußens fid) zur Verstaatlichungs al neu entschlösse Veiwaltungsroi unb svezialdireitoreu haben 'ich ui laugen Tcnk- und Flugschriften gegen biefe Vorwürfe verteidigen müssen. Auch bezugltdi der Bc . ebssicherheit haveric es Tie von der hessischen Regierung uubegrii'licherwcisc wnzessionierte .onlurrenzöahn der jtaatlidjen Rain Heclarbahn, die Riedbahn, die nach ihrem Unterbau für den SchnellWgsvcrre^r gar nicht eingerichtet war, wurde trotzdem von der Ludwigsbahndirektiou dazu benutzt. Richt viel bciicr iianb es mit den ober hessischen Bahnen. Von dem Bankhanie Irrlanger u. Söhne und bem inmnationalen Eisenbahnkönig Baron Hirsch mit riesenhaften Gewinnen gegründet, waren die Strecken Gießen—Fulda und Gießen—Gc.uhaui'en in ganz uuguläiiglia;em, geradezu miserablem Zustand beschasi'cu. Und als die Regierung die gän$lidi unrentablen Linien, für Die sie eine <!’ .vrozentige Zinsgarantic gewährt hatte, während Die Rente noch nicht J. j Prozent betrug, zu einem Preise, ber noch viel zu hcdi war, ankaustc, mußte ite gewaltige Summen hinein stecken, um den Bahn kör vor unb bic Betriebsmittel zu erneuern unb zu verbessern. Trotzdem brachte cs der Staat im beiten Jahre zu einer Höchstrente von 0,8 Proz. Tas Tciolate nnb Leisttiiigsunsuhige dieser Bahnen Hatjes aud) unter ber Gemcini'chastsverwaltung notwendig gemacht, Jahr für Jahr neue Summen in biefe Bahnstrecken zu investieren. Tie Rcbctibahucn aber, bic aus volkswirtschaftlichen Grünben von allen Seiten verlangt worben sind, hessische Staat nur mit gewaltigen Opiern für die Steuerzahler ertaufm können. Ta kam ber Gemcinschaftsvcrtrag unb enthob uns aller weiteren Sorgen. Für 25 Millionen wurden oicic der Wann- der Sache nach mit Verlust arbcucnben Zubrfnzer- bahnen in tabclloicii Zustand in Betrieb gesetz:. Frcilicki hatte der Hessische Staat für die MaDitaliummcn auijutommen, und nur 1 .. Prozent mürbe der 'Beteiligung-: ;iner zngcrechnct Man sagt, das sei viel zu wenig, aber einmal werden ja die neuen preußischen Rebenbahnen nicht anders bchaiiDelt unb zum anberen mußte Heuen heilfroh sein, daß das größte Staaksbahnnctz der Welt diese Bähnchen seinem Be'.riebskoiizern cinoerkibte unb an Den verhältnismäßig' geringen Generalunkosten partizipieren ließ. Tie Eriveiterungs und Erneucrungsbauten wnroen logai mit 3 Prozent, feit dem lausenden Jahre mit 4 Prozent berechnet. Tie Elieiibahugemcinichaft schul alio eine Ziiisgarantle von über 2 Prozent und machte alle Bahnen, große und kleine, rentabel,
Reckarbabn und von dem einzigen großen Privatbahnnes nur bic hessische Ludwigsbahn, Die dem Staat aber Garantickostcii verursachte, war. Ick, bin der festen Ucberzcugung, oaß die hesfifchen Redenoahnen audi heute noch nicht im Turchichititi 1 Prozent Rente abwerfen. Tie oberhefsii'chcn Vollvahnen haben 'ich aller- dtngs unter einzelstaatticher uno Gemeinschaitsvcrwaltuiig in ihrer Rente jidicrlidi verbessert, ich bczweiftc aber, daß sie idion heute die Kapitalzinseu auibringen
Tic zahlreichen Ankläger des Gemeinschastsoertrags, die unter der Führung ehemaliger Ludwigsbahninterc''senkcii stehen, eremrli- fizieren immer wieder an ihrem verzogenen Lieblingskindc, der Ludwigsbahn. Eine solche Beweisführung ist Durchaus irrcührend.
schüfsen über bic Turckischnitlrente trugen, wirb eben iveii c macht Durdi bic Tefizitrentc ber anderen Bahnen de.- he'U'chcn
gthoben werben kann Unb wie wäre es denn geworden, wenn die Gemeinichajt nicht zustande gekommen wäre? >?ter gibt es ;roet Möglichkeiten: Hessen hatte die hessische Ludwigsbahn ':1b- tzändig, d. h. ohne Preußen, angekauit, oder aber es hatte dtePrioat- bal'.n bestehen la’’en und sein bisheriges Staotsbahnnei., das zerstückelt und uneuiheitlid) war, auszubauen versucht. Im ernerenFalle hätte man unter Beibehaltung ber Konkurrenzverhaltnu'c, Die bei Der gcograDbifdien Lage Hessens unerträgliche waren, Ricjcufummcn für bau- Rctabliliemcnl oci ,
fluibeiierujigen ausgeben mü"en, mummen, die :..u. .< i:ncni grr-s.en Teil die mäd ngc Gemeinschaft trag: I..i kpten F . / man zu den unrentablen Bahnen — nut Ausnahme de. Main- Reckarbad:'. waren das alle — noch neue l u; jungen müssen.
Von ministerieller Seite ist bic Jr.ciu he'N'che Kammer barauf hingewieien worden, daß bic heuijch. Ltaaiskaiie von 1884 bis 1896 3- i Millionen Uark an Garantie umm: u, aho un Zahresburchschnitt 400000 Mark bat zuzahlen müssen. Ter damalige Minister berechnete einen 'Jk njciimn von 34 000 ’.. ?.!, Preußen iiai eine andere Rechnung ausgestellt und sogar e.ncn Verlust von 120000 Mark berechnet. Tas letztere ist nach meiit.r
Aniicht richtiger. Man wendet an, man hätte bod» 15 Millionen Schulden tilgen können Aber aus welchen Mitteln? Tock» nicht aus den Eiiendabnüberid:!'>en, ionbern aus Summen, die in die Staotskasic fließen, ans den Mitteln nir den Verkauf brr Main Weser Balm Ter Ueberichuß von 4'. Millionen ist zur Sdjulbni- dcckiing permanbi worden, ferner aus llcbcrroeiiungrn nach ber Frankenstrinscknm Klausel, btc ben cinjelftnaten zukamen. ^Schluß solgt.)____________________________
Lustlchiffahrt.
Starr oder unstarr?
Zu nner Zeil, da Maximilian Harden in feinet „Zukunft' alle Vorwürfe gegen bas starre Snftem der Zeppeltuschen Luftschiffe erneuert hat, durfte cs von Interesse sein, das Urteil eines Fachmannes aber bic großen unstarren Luftschiffe zu hören Ter T. Rundschau wird unter dem Titel „Ein Fiasko der großen Unstarren" geschrieben:
Monaielang konnte man sich in Berlin unb Umgegenb an dem Schauspiel erfreuen. Das das Siemens-Schuckert- Luftschiff auf seinen ruhigen unb majestätischen Flügen bot: daß es „unstarr' *ei, iah mau bem prallen Riesenfahrzrug gar nicht an Tic anfänglidi an btcicr Stelle geäußerte Befurdituiig, das Luftschiff werde bei seiner nach unten gleich einer Beil schneide geitfäriieii Form -u wenig Tradicuwirlung entwickeln, zu lacht „durchfallen", soll sich nidu benahrbeilet haben, — Dir Siemens Schütten sei rein dynamisch, alio durch Trachenwirtung infolge Schrägstellung, unb nicht durdi Gasauftrieb, an 800 Mtr empor- gekommen Aber einen anberen Mangel, der gleichzeitig auf tue Grenzen des unstarren Systems überhaupt verweist, mußte man Tcftftellen: bei voller Fahrt genügt ber innere lieber* druck allein nicht mehr, um bic Hülle prall zu erhalten, sondern die Vorderspitze Der Hülle wird vorn Gegen- iiinbe eingebeult, bekommt eine „Teile", unb damit sind Geschwindigkeit unb Stcucriäbigfeit geiährbet. In bei Tat sah man das Siemens Schlickert Luttschisf in der letzten Zat nur mit einem Paar Motoren, also mit 3 von feinen 6 Luftschrauben, arbeiten, uni nicht die volle Krast zu entwickeln Wie es heißt, hat das Fahrzeug am vergangenen Freitag feine letzte Fahrt gemacht unb wird in feiner Kivfljn Form nicht mehr weiter versucht, fondern abgetakelt werden. Wir verliehen die schmerzliche Enttauidmng seiner Erbauei. bic dieses ausgesprochene Schncllschifs vorzüglich burd)Tonltrmrrl haben und nun bodi nicht bie äußerste Geschwindigkeit cinlegen dürfen: aber das M i l l i o n e n o v s e r ber SiemenS-Schuckert'Werkc ist lrotzdem nickjt umfonft gewesen Tie Erfahrungen, bic man mit diesem unstarren Leviathan gemadjt hat, kommen bod) der Ranen, cic Dafür dankbar fein kann, zugute, und bilden hoffeiitlidi auch die Grundlage zur Weiterarbeit auf ber Siemcndfd>en Wcr't selber.
Lustschiffhalle Teutschlauds, d>c allen Anforderungen entspricht Platz ba:., an lich schon ein tedjnisches Wunderwerk, das nicht unnütz errichtet ist. lind uiii leicht nimmt diese Halle über für; ober lang ein neues Modelt eines Siemens Schustert LuftichtueS auf, bas die ersten Mängel des fetzigen nicht mehr enthaft und das Prinzip zum Siege führt.
Märkte.
5.0. Wiesbaden. T- ie hh oi-Rt ark tberi cht vom 28. Juni. Auttrieb: Rinder VU (Ochsen 29, Kühe 61, Bullen UO), Kälber 212, Schafe J, Schweine 404.
Tendenz. Rinder schleppend, Kälber, Schale ruhig. Preis
pro 100 15 id. tebtno« ntuiidli
Ochsen. vcn-ocSvon-btt
l:onfleifd)ige, au5gemäfie(c, löchsten
Schlachtwerles, höchstens 6 Jahre alt 48—50 87—90 49 88
Junge, fleischige, nicht aiuSgcnuvie und allere au$geinu|teh 46—18 84—87 47 85
llngejochte ... 50—52 00—95 61 02
Bull en.
Vollfleiichige, auSgeivachjene, höchsten
Schlachtwerles 45—47 82—85 46 83
Lolis.eischige, jimgere 41—14 77—80 42 78
c ar। eii, Stühe.
Lollsleljchige ausgeinaslete Färsen höchst. Schlachtiverles 48—52 36—91 50 88
Lollileiichige aiiögeinäslele Kiche höchst.
SdjlQdjtiöerieö bis < Iahrur. . 41—44 78—80 42 79
Acttere auSgcniäfiete Kühe uno wenig gut entwidelte lungere Mühe u. yätfen 35—40 73—77 37 75
Kalber.
Jeinsie Ü.'iaft(aloec 64—66 106-110 65 108
'J-’iallere Atasl- uuö beste Saugkälber . 58—62 06-103 60 101
Geringere Mast- und gute Saugkälber 53—57 80—95 55 92
Geringere Saugkälber 46—49 76—81 47 75
S dj a fe.
Leideniastjchaie 48—00 86—00 43 86
Schweine.
Lollsleischige Schweine bis zu 2 Zentner r.evenDgewicht 47—48 62—63 48 62
ioUfleifchige Schweine über 2 Zentner teteiiögewicht 47—49 62—63 48 62
Lollflcischige Schweine über 2'/, Zentnec rlcdeiidgewicht 45-46'/, 58-59*/2 45',—58',', fleischige Schweine uMer 80 kg Lebendgewicht 467.-47 60—62 46",—81
Uebersland: Rinder Ucberstand, Kälber, Schafe und Schweine langsam geräumt.
kg. Kirchhain, 28. Juni. Tnrch bie fast beciibete Heuernte L atte sich' bei heutige Fohlenmarkr eines guten Besuches zu cureuen nnb cs winde auch eine ganze Anzahl Verkäufe ab- gcjchloncii. Mil bem l’larlt war eine Pramne'-img uerbunben nnb erhielten Die Eigentümer der besten Fohlen namhafte Geldprämien.
Limburg a. v. Lahu, 28. Juni. Frnch tmarkc. c urch- schnlttspreis pro Malter. toter Weizen lnas'a.uscher) 17,00 ck'ik., weißer Weizen (angebautc , leuidforte- 16^-0 Morn 12,90 ®/t, Gettte. <uaergerfte 00,0a M.7, iiangezue 00,00 Mk.. vafee l’it. 9,00, Erbsen 0,00 Älk, Kartoffeln 6,00—7,00 9ML
Spielplan der tturhanr-Theaterr Sad Nauheim.
Direftion: Hermann Stertigoetter.
Montag den 3. Juli: .Sei . taub bei Sabinerinncn/ Mittwoch den u. Juli .Fräulein Jofeile — meine Frau/ Freitag den 7. Juli: .Tie geschiedene Fran.' Sonntag ben 9. Juli: „Glaube unb Heimat."
Sanatorium Lindenfels
zwischen D rm^adt—Heidelberg, 4-M in hoch herri. gelegen. <66°,‘
nnb Schweine Durch- ld)nittyprc!$ \ ro luu iltuii) CcCtiW» schlr ut» fct ul ü.


