Ausgabe 
26.4.1911 Erstes Blatt
 
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Anfragen im englischen Unterhaus

Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten.

vorhanden sei.

Unsere Getreideeinsuhr aus Rußland

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2 750 613

1882 766 Tonnen

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Weizeneinfuhr aus Rußland beigetragen.

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Aus Rabat wird unterm 24. April gemeldet, daß aus Mekines eingetroffenen Briefen zufolge Mulap El Zin, der Bruder Mulay Hasids, dort zum Sultan proklamiert wurde.

Die Deutschen in Fez.

In Fe- sind von Deutschen eingeschlossen: Die aus vier Mitgliedern bestehende Familie des Konsuls Dr. V a s s e l, der Tragoman Dr. T r ö b st e r, Herr Löhr, zwei Herren Schultheis und der Vertreter der Gebrüder Mannesmann Hoffmann.

Eine französische Proklamation an die Marokkaner.

getücien. Uni) uieueuyt bade iüj iiwezug aus den Drill, mit den lateinischen Namen beim vstauzeniunDiickjeii Unterrtcht sogar mitgeschimpst. Ich gehe eine Wette cm, nach zwanzig Jahren wi'sen die beiden noch ungciähr ebenso vielebotanische Namen" wie ich. Uttd dann lönnen sie immer noch ganze Männer sein.

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Das Herbarium.

Man schreibt derD. Tageszig ": Abteil einer Berliner

Vorortbahn, in dem Leute mte Lu Heringe in der Tonne sitzen, geduldig und stumm und enggeprcstt, besinden sich auch zwei Schüler auf 14 bis 15 Jahre sck-ätze ich stc. Dte kennen stch und fangen an, sich zu unterhalten.

die Ferien gut zerbracht, und viel Ausfluge?

"O, man hat ja leine Zeit. Man bat soviel wieder durch­zugeben, daß es einem spater nicht über den Kops weggcht. Nicht einmal mein Herbarium habe ich ordnen tonnen."

So, hast du auch ein Herbarium? Ich habe auch eins . . .

^Wieviel Pflanzen?",

Tas kann ich nicht sagen . . /

,^>ch habe vierhundert/ . . .. .. .

\a so ähnlich wirds bei mir auch sein. Aber ne sind nicht geordnet. Ich kann auch nicht viel pressen, bur zu klern ein­gerichtet. Sechs bis sieben Pflatizen im Monat, mehr kann ich nicht ernlegen. Und dann oie lateinischen Narneti . . .'

Ach, pas ist überhaupt Unsinn. Ich möchte wissen, warum man"sück gerade mit den Namen Herumplagen muß, als ob die deutschen nicht zureichten. Manchmal denke ich geradezu, das ist nur, daß man uns drillen kann."

Run ja, bei uns Hal man gesagt, das wäre, weil es sur manche Pflanzen deutsche Namen gar nicht gibt, und sur andere fünf oder sechs, so kennte lid) doch kein Mmsch aus.

,Tas sind ein paar, bei denen es so ist. Ader wir busseln von allen die lateinischen Namen. Und von einer ganzen Menge Pflanzen in der Umgegend finöct man un Lehrbuch weder einen deutschen iiow einen lateinischen Namen."

Kannst ja fragen in der Stunde!" ... .

Tas hält' auch einen Zweck! Tie Lehrer wissens auch nicht Sie sagen, sie roollen nachsehen, und dann am andern Tag Haden sie die ganze Sache natürlich vergessen, ^as gehl regelmäßig so." f ,

'3eib schon. Wer den ^rosi har man dabei doch, nach Pflanzen, die nicht im Lehrbuch stehen, wird man auch Nicht gefragt. Tie gibts einfach nicht. Um die braucht man sich nicht zu kürnmeni." w

Wenn mans so ansiehr freilich'. Wer ich hab doch mein Herbarium nicht wegen der Schule und der Prüsung angelegt!"

Ich auch nicht. Vielleicht kann ich dir einige bestimmen." 3a, komm' einmal zu mir!" .

Der Zug hielt und die beiden ,liegen aus. Brave deutsche Jungen! Wer so altkluge Gespräche führen sie wie reife Männer. Der iiue meinte sogar, die Parteilichkeit würde, man nie ganz aus der Schule binauibringen. <so -oftklug. Hatten sie über das, was ihnen nicht paßte, geschimpft mir wäre es lieber

(Lerne .... 365 284 381171 2750613

Unsere Gesamteinfuhr von Getreide aus Rußland ist somit von 1661230 Tonnen im Jahre 1890 auf 1882 766 Tonnen im Jahre 1900 und 5 016 981 Tonnen im Jahre 1910 gestiegen. Das ist, wenn man die Jahre 1900 und 1910 vergleicht, ente Zunahme von 167 Prozent. Dabei ist aber die Einfuhr von Roggen um rund 476 000 Tonnen = 57 Prozent zurückgegangen und die Einfuhr von Weizen und Gerste um 1220 700 und 2 369 400 Tonnen = 439 und 621 Prozent gestiegen. Eine ziemlich stetige und natürliche Entwicklung hat nur die Einfuhr von Hafer genommen. Die sprunghafte Aufwärtsbewegung der Weizen- und Gerste-Einfuhr und der Rückgang der Roggen-Einfuhr sind verschiedenen Einflüssen zuzuschreiben. Unsere Landwirte, namentlich im Osten, geben den Roggen und Hafer an das Ausland ab und führen als Ersatz russische Futtergerste em. In Weizen sind wir stark auf die ausländische Zufuhr ange­wiesen, und die Einfuhr von russischem Weizen nach Deutschland hat dabei umso mehr zunehincn können, als die Steigerung uni er er Roggenaussuhr mit einer Vermehrung des Anbaues von Roggen in Deutschland, und zwar teilweise auf Kosten der einheimischen Weizenproduktion, verbunden war. Uebrigens hat in den letzten Jahren auch unsere Weizenausfuhr zugenommen, und diese Zu­nahme hat wiederum eine stärkere Zufuhr von ausländischem Weizen nach dem deutschen Markte notwendig gemacht. Auch der Umstand, daß Nordamerika nicht mehr so viel Weizen für den Weltmarkt übrig hat ime früher, hat zur Vermehrung unserer

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Ein neuerpreußischerSchulerlaß. Der preu­ßische U n t c r r i ch t s m i n i st e r hat an sämtliche Königliche Re­gierungen einen Erlaß gerichtet, in dem er den bibattischen Materialismus bekämpft und vor einem kleinlichen Zer­pflücken des Lesestoffs warnt. Er betont die Notwendig­keit selbständiger Leistungen der Kinder und fordert eine erhebliche Einschränkung der L e h r p l an stos f e. Gegenüber dem Memorieren von Liedern und Sprüchen soll die religiöse Erziehung in den Vordergrund treten. Tie Fertig­keit in Schrift-Deutsch wird neuerdings betont und es wird verlangt, außer den üblichen Aufsätzen täglich m jedem Unter­richtsfach, falls es angängig ist, eine Niederschrift des durch- gearbeiteten Stoffes anfertigen zu lassen.

Zur Bildung eines Wilhelm Raabe-Bundes ergeht soeben ein Aufruf. Ter Bund soll in engan Anschlüsse an die zu Braunschweig (der Heimatstadt des verstorbenen Tichters) im Entstehen begriffene Raabe-Gesellschaft arbeiten und nicht nur das Gedenlen Raabes wach halten nebst der Sorge für rin wür­diges Tenlrnal, sondern auch diejenigen Erscheinungen des Schritt- tum« der Kunst und der Wissenschaft fördern und dem Volke näher bringen, die im Geiste Wilhelm Raabes geschaffen sind. Man will solche Werke, wie die Raabes, an öffentlichen Bibliotheken über- weiie.n, Vorträge und Veröffentlichungen im Tienst des Bundes veranstalten, einen Raabe-Kalender ausgeben und dergleichen mehr. Meldungen nimmt Otto Elster in Berlm-Friedenau, Stubenrauch- ftraEe 67, entgegen. Hierzu bemerkt die Post: Bei aller Liebe zum Lebenswerte des Heimgegangenen Wilhelm Raabe iroir schätzen ihn allein für die deutsche Kultur wesentlich höher, ai5 vielleicht ein Tutzend Geister des Tages, die emsig die Werbetrommel für sich rühren lassen) möchten wir bekennen, daß uns dieser Ausruf nur eine halbe Hreude bereitet. Tie Verästelung all der Be­strebungen, die im Grunde auf die Dieberhochführung eines Schrift­schatzes im Geiste unseres Volkstums abzielen und uns frei machen wollen von der Beeinflussung und Beherrschung unserer Kultur durch undeutsches Wesen die Verästelung dieser Bestrebungen nimmt allmählich eine beängstigende Ausdehnung an. Niemand ist mehr in der Lage, all diese Willensrichtungen zu überblicken, und ein Zusammenwirken der im Grunde Gleichgesinnten, baß einmal das ganze Problem ersaßt würde, erscheint immer schwieriger. Vier tui sich nun also ein neuer Bund auf, und er klammert >ich

an einen verehrungswürdigen Dichter und an dessen Art, zu

Casablanca, 25. April. El Mrani schickte Sendboten an die Stämme, um sie unter Androhung schwerer Strafe auf­zufordern, den Aufstand zu beenden. General Moinier erhielt den Befehl, andiebenachbartenStämmeProkla- matioiicn z u erlassen, um ihnen den Vormarsch der schon- ischen Kontingente und der fcanzösischeii Truppen anzuzeigcn. Er soll crllärcn, Frankreich beabsichtige nicht, neue Land st recken z u besetzen, sondern nur, die Truppen zu unterstützen, damit sie den bedrohten srernben Kolonien erfolgreich Seilte leisten und die Ordnung unter der Oberhoheit des Sultans wiederherstellen könne. Frankreich würde sich jeder weiteren Brand- chatzung und jeden weiteren Gewalttätigkeiten, die von der einge­borenen Behörde den. Stämmen z'ugcsngt werden, widersetzen. Wenn die Stämme den Ausstand beendeten, mürben die französischen grup­pen nicht weiter vorrückm. Im entgegengesetzten Falle würden sie gezwungen sein, das Land zur Ruhe zu bringe» und die An­stifter des Aufstandes schwer zu bestrafen. Tie Stämme werden ausgesordert werden, an El Mrani, General Moinier oder an den i K onn Al .. s i töte zu schicken, die ermächtigt sind, namens der Stämme Veivttichtungeu einzugehen.

Paris, 25. April. Im Ministerium eingegangene Meldungen aus Tanger besagen: Sche r i f E1 Mrani versprach dem General Moinier tatkräftige Unter­st ützun g. Major B r ß m o n d war am 20. April in Tar- laid Hasid und hat nur noch Geld bis zum 25. April. Die Führer der Scherarda sollen kampfesmüde sein, aber der 3000 Krieger zählende Stamm ist sehr tampfeslustig. Tie Gegend von Gharb ist unruhig. Drei Kaids dieses Gebiets forderten ihre Stämme auf, Kontingente zur Harka zu liefern. Tic Aufrührer wollen die Verproviantierung der Mahakla des Scherardagebiets verhindern.

Mehrere Generalräte nahmen in ihrer gestrigen Eröffnungssitzung Beschlußantrüge an, in denen sie den in Marokko kämpfenden Offizieren und Sol­daten ihre Bewundern na anssprachen und dem Wunsch Ausdruck gaben, daß den in Fez eingeschlosscnen franzöiischen Jnstrulreuren rasche Hilfe geleistet werde, und Frankreich seine zivilisatorische Ausgabe in Nordafrita er­füllen möge.

A l g i e r, 25. April. Um die in der S ch a uj a b e ft n d- lichen Teile der Division in Drau zu ersetzen, wird die Tivision in Algier zlvei Bataillone Zuaven, ein Bataillon Schützen und eine Pionicrkompagnic, die eine Brücke über den Mulujasluß bauen soll, nach der marokkani­schen Grenze senden.

Hier geht das Gerücht, daß der Redakteur Houel vom Journal" von den Ausrührern gefangen ge­halten und mißhandelt werde. Houel hatte Tanger aitsangs April verlassen, um sich nach Fez zu begeben. Nachdem er sich einige Zeit bei der Truppe BWmond aus- gehalten hatte, war er nach Altassar gekommen und von dort mit der Absicht ausgebrochen, zu den Beni Mter zu gehen.

London, 25. April. Archer Shee fragte im eng­lischen Unterhaus an, wieviel britische Staats­angehörige in Fez lebten und welche Schritte biejtk gienmg zum Schutz der britischen Interessen in bicicm .teile von Marokko zu ergreifen gedenke. Mc. Äinon Wood er­widerte, in Fez lebten abgesehen von Personen maurijcher Hoi' kunft 10 britische Staatsangehörige, darunter tethc* Frauen und zwei Kinder. Tie britische R e a i e r u n g b ea b ) i d) t i g e t c i n c r l c i aktive M aßnahmen. Sie sei der Ansicht, daß die unter französischer Aussicht getroffenen Maßregeln *cn britischen Staatsangehörigen den nötigen Schutz gewährleisten würden. Besondere Maßnahmen zum Schutze der britischen Interessen in diesem Teile von Marokko erscheinen ihm nicht erforderlich. Ferner fragte Shee an, ob beabsichtigt sei, mit den anderen Regierungen zusam men i uarbeiten, falls es sich als nötig crroeiien sollte, eine große Truppenrnacht zu entsenden, um Marokko zur Ruhe zu bringen. Me. Kinou Wood erklärte hieraus, daß kein Ansatz vorhanden sei, einen folcbcn Vorschlag zu ermäßen. Dann fragte 91 em n an t, ob der Minister des Auswärtigen «ir Edward Grey irgendwelche Vorstellungen zu machen beabsichtige, woraus Me Wood entgegnete, daß zu Vorstellungen keine Notwendtgkett

Die Belagerung von $e$.

Die bevorstehenden Entscheidungen in Marokko be­schäftigen alle Welt. Natürlich sind auch die Engländer an dem Ausgang nicht wenig interessiert. Im englischen Unter­haus ließ dte Regierung auf mehrere Anfragen erklären, wieviel englische Landsleute tu der eingeschlossenen Stadt bedroht seien. Es muß überraschen, daß der Regierung«- Vertreter zugleich mehrfach die ruhige und sorg­lose Versicherung abgab, England brauche zum Schutze seiner Staatsangehörigen nichts zu tun; Frankreichs Vorgehen werde genügen. Das läßt wohl darauf schließen, daß zwischen Paris und London vorher ein Meinungsaustausch stattgefunden hat, wobei England irgendwelche Gegenleistungen zugesprochcn wor­den sein mögen. In Berlin regt sich amtlich noch gar nichts Die Franzosen haben im Aufstandsgebiet an die marokkanischen Stämme eine interessante Proklamation ge­richtet, in der sie betonen, das französische Vorgehen sei nicht darauf gerichtet, Landstrccken zu besetzen, und wenn die Aufständischen die Waffen niederlegten, würden die Truppen sich zurückziehen. Der Erfolg dieser Aufforde­rung wird nicht groß feilt, sondern durch die schnell han­delnden französischen Truppenführer wohl gar nicht ab- getoartet werden. Frankreich sucht sich eben auf alle Weise den schönen Schein zu erhalten. Um später desto sicherer mit seinen Entschädigungs- und Ersatzansprüchen heraus­zurücken.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Die Aufständischen zurückgeschlagen.

Tanger, 25. April. Aus Fez wird vom 18. April gemeldet: Der Tag ist ruhig verlausen. Der Maghsen zog auf Anraten des Großwesirs Glaui seine Einwilligung in die von den Uled Djamad geforderte Absetzung ihres Kaids . Vagdadi zurück. Tiefer Stamm verharrt daher in seiner i feindseligen Haltung. Eine große Menge von Lebensmit­teln, Mehl, Vieh und Kohlen, sind in die Stadt hineinge- lommen, ebenso 800 Hayamas, die dem Maghsen ihre Hilfe

hat, so lesen wir in derDeutschen volkswirtsch. Korresp.", im Lause der letzten zwei Jahrzehnte, besonders aber seit Einführung unseres Zolltarifs, eine bedeutsame Wandlung erfahren. Ruß­land baut mehr Roggen als alle übrigen Länder der Erde und hat bis vor wenigen Jahren auch am meisten Roggen ausgcführi. Diese Ausfuhr ging zum weitaus größten Teil nach Deutschland, und Roggen spielte daher in unserem Getteideimport aus Rutz land die Hauptrolle. Heute steht Deutschland an der Stütze der Roggenexportländer; unsere Ausfuhr von Roggen ist seit einigen Jahren regelmäßig großer als unsere Roggeneinfuhr und namentlich auch größer als der russische Roggenexport. In den drei Jahren 1890, 1900 und 1910 haben wir aus Rußland erhalten « Tonnen): 189U 1900 1910

Roggen , . . . 750 461 834 328 Weizen .... 370823 278196 pater 174 662 389 071

wirten. Tas nt an |ici) gut; Denn oura) feinen ^onöertult gelangt mancher innerlich doch auch zu roeiicrcn Erkenntnissen: die *-*udl* wasser finden ja alle nur über die Bereinigung zum K?aa) hinweg in Den Strom. Aber die Schatt utg oer mehr örtlichen Gruppe in Braunschweig würde unseres Erachtens genügen. Tie in Be­tracht kommenden Kräfte werden sonft zu vielfach gebunden und die an sich edle Absicht kommt durch lauter einzelne Verwaltungs­lasten und verstreute Geldopfer für verstreute Zwecke leicht um einen wirklichen Erfolg.

Lilis Enkel Vor einigen Tagen feierte, wie die Reue Züricher Zeitung berichtet, Baron Ferdinand v. Türckheim, ein Enkel von Lili Schonemann (Goethes Lili), in Montreux feinen 101. Geburtstag. Ter rüstige Greis, Der von einem größeren, Kreis lebhaft gefeiert wurde, erfreute seine Gäste durch den Vor­trag zweier Klaoiertompositionen von Chopin, mit dem er übrigens eine Zeitverbindmig, die uns fast wie ein Märchen klingt Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts in Pans freund­schaftlich verkehrt hat. Baron Ferdinand v. türckheim wurde Qm 31. Mär; 1811 als Sproß einer alten. Elsässers amilte in Straßburg geboren. Seiner Großmutter, die sich 1778 mit dem Frciherrn Bernhard Friedrich v. Türckheim vermählte, und 1817 starb, verdankt er anmutige Kindheitserinnerungen und bewahrt ihr ein pietätvolles Andenken. Zum Paten hatte er den General Rapp, wohl die edelste Gestalt unter den Generalen Napoleons 1. 2er junge Türckheim befaß jedoch keinerlei milckärifche Neigungen. Seine Liebe gehörte der Musik. Schon als Knabe erregte er durch sein Klavierwiel Aussehen. 3m Jahre 1843 verehelicht: er )t(f) mit Leonore von Schultheß-Rechberg aus Zürich, einer geistig regen, gemütvollen und srohgeskimmleu Frau, bereit ehrwürdige, seine Züge heute iwd) die Spuren früherer Schönheit tragen. jEte ist 1819 geboren und har nunmehr 68 Jahre in glücklichstem Einvernehmen mit ihrem Gatten zusammengelebt. Bis zum Teutsch-Framösischem Kriege wohnte das Ehepaar in Straßburg, wo Herr v. Türckheim verichiedene Ehrenämter bekleidete. Als die deutschen Truvpcn 1870 Die Stadt belagerten, leistete er m ber Fürsorge für die in den Kellern wohnenden Familien und in der Pflege der Bertmmdeten treffliche Dienste. Nach dem Friedensfchluß nahm er erst in Cannes, dann in der französischen Schwei.; Tomizil. Einer festen Bcrufsstellung entbehrend, schuf sich Baron Türckheim die Tätigkeit, die seiner Neigung ent'prach. Lange Zeit beschäftigte er sich mit bibliidjcn und religiousgeschichi lieben Studien, deren Früchte er in ;wei, von ihm selbst in fünf Sprachen redigierten Werken nieberlegtc

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schaft. In S t u 11 i a r t wurde in Anwesenheit des Konias- yaarcs und der itglieber dec Königlichen Familie un großen Saale des Königsbaues eine Theaterausstellung eröffnet.

anboten.

Am 19. April griffen die Uled Djamad in einer Siärle von 2000 Mann die Stadt im Norden an, wurden jedoch naip anhaltendem Gewehr- und Artillerie- feuer z u r ü ck g e s ch l a g e n. Tic Truppen des Maghsen hatten unbedeutende Verluste. Die europäischen Konsuln be- schlossen in gemeinsamer Beratung, ihren Staatsangehö­rigen zu raten, Fez zu verlassen, sobald der Weg nach Tanger frei fei. Von der Truppe Brämond sind Brieje vom 22. April eingetrofsen Boisset brach am 21. dlpri von Sukel Arbo auf und rückte im Norden von Sebu vor. Er griff mehrere Abteilungen Aufrührer an, die er mit Artillerieseuer zerstreute. Es bestätigt sich, daß die Zrmmurs in Mekines eingerückt sind. Muiay el Zin wurde zum Sultan aus gerufen. Tie Zemmurs griffen auch Mellah an, das widerstand. , _

Tanger, 25. April. DerScherisWazan reist aus Wunsch des Sultans und der sranzösischen Gesandtschaft heute nacht nach Fez ab, um zu versuchen, durch seinen Ein­fluß die Aufständischen zur Unterwerfung zu veranlassen.

fir# 97 Erster Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, 26. apnl WU

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ES General-Anzeiger für Oberhessen

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