16V Jahrgang
Drittes Blatt
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Erscheint ti-llch mit Ausnahme deS Sonntags.
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Deutscher Rundflug Ml (oom y. Juni bis 7. Juli).
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Uebersichtskarle für den deutschen Rundflug 1911 um den „®. A.-Preis der Lüste". (Proiektierle Ttrecke.!
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D^e ^Oietzeaer Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger* gj^Eal wöchentlich beigelegt, dar „Aret,blatt fir den Brei, Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirlschaftlichen Selk fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Dienstag, 25. April I9fl
Rotationsdruck und Vertag der Brühpfch« NnwersitätS - Buch- und Sieindruckerei.
R. Lange, Ließen.
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheflen
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* Ter wilde Lahn. In Rumburg spielte das Töchterchen eines Einwohners aus der Wiese, als plötzlich ein stattlicher Hahn aus die Kleine zugelaufen kam und sich wütend auf das Kind stürzte. Mit seinem Schnabel versetzte das Tier ilnn chließlich einen solchen Hieb jn den Kops, daß der Schnabel n der Hirnschale stecken blieb und abbrach. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, wo es erst durch eine Operation gelang, den Schnabel aus dem Kopfe herauszuj.icbcn. Ob das Kind nut dem Leben davonkonrmen wird, ist noch sehr fraglich.
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Von Hannover nascht 'Münster oder Wesel werden die Schwierigkeiten bereits größer. Wenn über Bückeburg und Münden nördlich vom Teutoburger Wald geflogen wird, sind Lei Osnabrück nur die Ausläufer dieses Gebirges zu überwinden, unangenehmer für die Flieger wird die daran anschließende Waloreaion bis noch Münster sein, die nur schwer zu umgehen ist. Vielleicht findet der Flug noch Uber Münster'bis nach Wesel hrnaus seine Fortsetzung. Möglicherweise findet aber auch mit der siebenten Etappe der Flug über Wesel seine Fortsetzung, da das Lippetal nach Wesel ein geeignetes Flugterrain und einen zuverlässigen Wegweifer "bildet. Diese Streckenführung wäre wegen ihrer Einfachheit vielleicht der im Plan vorgesehenen
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 24. April. Mrig.-Telegr. des „Mreß. Ung/) Amtliche Notierungen der heutigen Frucht Marktpreise. Weizen Vtk. 20.50—00.00, Kurhess. Mk. 20.50—20.60, nordd. 00 -Ulf., La Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 16.20 bis Mk.00.00, Gerste (Wetterauer)Mk.l8.00—10.00, Werste Franken Pialzec Ried Alk. 18.50—19.50, Kleie Mk. 00.00—00.00, Hafer Mk. 17.25 bis Mk. 18.00, Mais Mk. 13.60—14.00, Weizenmehl 0 Mk. 29.50 big 00.00, 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Mk. 22LÜ bis Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, Roggenmehl 0 Mk. 22.50—23.00, 1. Qualität Mk. 00.00—00.00, 2. Qual. Mk. 00 00 bis 00.00, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Alk. 9.00, Weizen schale Mk. 9.25—9.50, Roggenkleie Alk. 9.00 bis Mk. 9.50, Malzkeime Ttf. 00.00—00.J0, Raps Mk. 23.00 - 00.00, Biertreber 12.00-1260. Alles per 100 Kg. ab hier.
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London, 21. Avril. Tine Depesche aus Glasgow besagt, daß die e n g l i s ch - scho t t i sch e Bereinigung der Schmicdcciscnfabrikanten sich aufzulösen droht- da die schottischen Fabrikanten sich entschlossen haben, den frei- händigen Verkauf wieder aufzunehmen. . Tct scharfe wntmentale Wettbewerb und die Unterbietung auf dem heimlichen Markt machten den Fabrikanten unmöglich, die Preise der Bcremigung aufrecht zu erhalten. Die Händler ernGßigtcn beute den Pr«s um weitere fünf Schilling für die Tonne.
Die Flugstrecke.
Die für den Deutschen Rundflug 1911 um ben „B Z.-Preis der Lüfte" ausgewählte Strecke ist teils durch die Beteiligungswünsche verschiedener Städte, teils durch die Einbeziehung des Fluges Kiel—Hamburg—Berlin und des ,,Ueberharzfluges" gegeben und vorläufig festgelegt worden. Diese Strecke ist nicht unerheblich schwieriger als die seinerzeit für Den europäischen Rundflug in Aussicht genommene deutsche Strecke, da Bei einer Gesamtlänge von fast 2000 km nicht weniger als annähernd der vierte Teil über gebirgiges Terrain führt.
Der erste Teil des Fluges führt allerdings über die gänzlich flache norddeutsche Tiefebene von Berlin nach Magdeburg, Hamburg und
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Kiel. Die Etappe von Magdeburg nach Hamburg ist mit 242 km vorläufig die längste des ganzen Fluges, bietet dafür aber keinerlei Terrainschwierigkeiten und ist in be^ug auf die Orientierung insofern einfach, weil über den größten Teil des Weges die Elbe einen zuverlässigen Wegweiser bildet. Es läßt sich der Weg' aber auch erheblich abkürzen, wenn die Flieger die Strecke über Stendal—Satz- wedel—Lüneburg wählen.
Der Rückweg von Kiel als dem am nördlichsten ge- legeneit Punkt über Lübeck und Schwerin führt durch landschaftlich reizvolle Gegenden, durch das Seengebiet der holsteinischen Schweiz, das mit seinem Waldbestand die Flieger zu größter Aufmerksamkeit anspornen wird.
Die fünfte Etappe von Schwerin nach Hannover erfordert bei der Ueberqucrung der zwischen Ludwigslust und der Elbniedcrung gelegenen mecklenburgischen Forsten und der geringen Zugänglichkeit des Landgürtels zu beiden Seiten des Flusses große Vorsicht der Flieger. Der Flug durch den hannoverschen Teil dieser Strecke stellt besonders an die OrientierunHsgabe der Flieger große Anforderungen, selbst, wenn $>te Streckenbezeichnung sehr eingehend durchgeführt wird.
über Recklinghausen—Alsum vorzuzieben, die auf dem Ruckflug von Köln ohnedies passiert werden muß. Von Wesel aus würde die Strecke rheinaufwärts keinerlei Schwierigkeiten bieten.
Köln ist nach einem Ruhetage der Ausgangspunkt für eine mit 225 km recht lange Etappe, die über Aachen, an Rheydt vorbei, über Krefeld und Duisburg ins Rheintal zurückführt und dann das Zentrum des Industriegebietes nördlich umgeht. Eine Berücksichtigung der Industriestädte erschien wegen der damit für die Flieger verbundenen Gefahren nicht ratsam, und wenn auch der Weg über Recklinghausen und Lünen bis zum östlich von Dortmund belegenen Landungsplatz nicht gerade das Ideal einer Flugstrecke ist, so sind dort doch die Anhäufungen von Starkstrom-Anlagen und Hüttenwerken mit ihren Riesen- schloten so groß wie im Gewirr der Eisenbahnanlagen des Industrie-Zentrums.
Mit der neunten Etappe von Dortmund nach> Kasse beginnen die Schwierigkeiten des Gebirgsterrains, die sich nach Nord hausen fortsetzen und mit dem Flug über den Harz ihren Abschluß finden. Je größer hier die Schwierigkeiten, desto geringer ist die Länge der Strecken; in Anbetracht dieses Ausgleiches dürfte es den in Dortmund noch beteiligten Fliegern auch möglich sein, diese Schwierigleiten zu überwinden, um von Halberstadt aus die letzte, zwölfte, Etappe nachs Berlin, dem Ziel des deutschen Rund- fluges, auszuführen.
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♦ Der Wiederaufbau des abgebrannten Rathauses von Sckaerbcck soll sofort in Angriff genonune# werden, und zwar nack den nod) vorhandenen Plänen des vev- storbenen Erbauer» Hans I s e n d y k. Man hofft, das Gkbäube nock vor Ende des Jahves unter Dach zu bringen. Tie $cr- icherungsemschädigung beträgt 1 140 000 Frank, der Verlust der Stadtgemeinde beziffert sich annäbemb auf die gleiche ^summe. 'ic im Rathause aufbewahrten, nicht sehr erheblichen Barsummen und Wertpapiere wurden in dem vom Feuer nur äußerlich be» chädigten Geldschranke unversehrt aufgefunden. Von dem Brand- tister fehlt noch iede zuverlässige Svur. Ein Feuerwehrmann ras bei Beginn des Brandes einen fremden Menschen auf der Treppe, ohne jedoch dessen Persönlichkeit sestzustellen. Der Gemeinderat setzte auf die Ergreifung der Urheber dar Brandstiftung im Rathause 10000 Franks Belohnung aus.
♦ Beim '2111« trag einer unsinnigen Wette ertrunken ist der Fensterputzer Fritz Müller in Berlin, bar mit einem Freunde um 5 Mark gewettet hatte, daß er schnell« als sein Freund von der Zannowitz-Brücke nach der Waisen- Brücke schwimmen würde. M. sprang auch von der Iannowitz- Brücke in die Spree, schlug dabei aber mit dem Kopf auf den unten vorstehenden Tcü eines Strompfeilers auf. Ein breiter Blutstreifen ließ erkennen, daß der junge Mann schwer verletzt war. Er schwamm trotzdem noch eine kurze Strecke: dann ging er unter, bevor von der Sterndampfer-Station ein Boot WSgemacht werden konnte. Seine Leiche ist noch nicht aufgefunden
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