Ausgabe 
19.12.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 298

Streites E!ott

161. Zahrgang

(irtcbetni-Nch mit HuSnobme bei Sonntags,

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Eenera!-Anzeiger für Oberhe^en

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Die Zinkenwarder hochscefiicher.

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lOÜO k" je nach Cualitäl, wobei

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der Vorwoche ii»

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Dienstag, (9. Dezember (9(1

Sfohirwntbnid und Verlag der Br übliche» UntocNilä»4»Buch- unb Ctembnicfettu

3L Lange, Äiefcen.

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TieUfjenet LomtliendläNer- werden dem ,tin<eiaere viermal wöchentlich betqeleqt, bal Krdsblon für teil Kreis Sieften" zweimal wöchentlich. Tieranöwlnlchaftllchka 3ttt» trage»" erjchemen monatlich jweunaL

Letzen 203 ( 204' (- '/ 203 ( + (- 201 I- 205 (+ 200 (4- 201 (+ 199 (- 203 ( 207 ( 202 (

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() gegenüber folgt:

Roggen

Li.r ttitijcher Lag in Oer turlischen Kammer.

Konstantinopel, 18. Tez. Tie .Kammer ver- handeckc den Antrag be5 iiCbgcotbiicicn Fend, daß mir 9tüd- sicht auf Len Regierung sentwurf beircfeine 0 b» andernng b t r Berjassung, welchen Entwurf die Kammer alier Wahrscheinli^keit nach ablchnen wurde, der Senat aujgesordcrl werde, den 'unitel 3o der Berfa)sung 5-4 interpretieren, um fcpzustellen, ob ein Jtabtncd, das jeinen Ao s chied gegeben t at, wieder ernannt werden sollte. Lüwmst die Megryeit diesen Antrag bc.amphe, wurde er doch mit 90 gegen 78 etimmen aus die Tagesordnung gesetzt.

Die Kammer setzte ferner den Tüiirag der Albanesen, worin die Sage in uibanim auscinand.rgesetzt und die Turchfuyrnng i-cr ver,prochenen oxcjornicn oenangt wird, aus die Tagesordnung, wooci cr^t wwd, bad im ^aLc ber yu iJ.^ng der ftaiumer die ^-etLmtwortung |ür die cocufueii Lin.rr.cndcn ur^ign..se aogc.ei-nt wrroe. Basr: (.wera.e UnteniC; brachte einen Antrag ein, aus rocu>cin I

Redaktion. GrpebHwn unb Trucfertt: Schul­str e 7. G roeb t;an unb Berlaq: 6L

Sicbafnon. 1 12. Tel.-Adr- Anzeiger>vke»eiu

Es heuten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttag in Mark vro das Siebr (+) bezw. Leniger SUamment ()

ucrvorgehen soll, daß d.r Vroßwostr gegen das kvnstitunr- nelle incgtme sei. 2..S der Pra,tdent und die Iungmrlen die Gcr»i|iu:g ocS A.trags nieq. zu lassen wollen, ent st cd! großer Lärm. Ter Abg He io ar Zungturke, hebt einen Stuhl auf, um den Adg Zeinelabeddin (»idceale Cntcntc , der f i dj auf ign gestürzt hat, uaniit z u 1 reifen <S cn.jufit eine allgemeine Verwirrung.mtliche Abgeordnete erheben stch von ihren Sitzen uno erörtern den Borfall. Ter Präsident hebt oie Li^ung auf.

Die^urtti oer liberalen Entente bcfdUicut, von dem Präjiuent^.i Die Aitwenoung der ^eschaitvoronung gegen oeit irbg. tzedar und die Zuutsiung der- Verlesung Leo rin- träges xiavii zu verlangen. Tcr Präsident verweigert die yuiQiiunfl bei Verlesung. Da die ^unglurken beschließen, oer oit-ung sernzubl.'iiun, ist die Fortsetzung der Sitzung unmvg.ich. L6ie verlautet, enll-alt der Eintrag BaSn den Text ucr Berichte <xiib Pascha-, der seinerzeit von dem ge- tuc|cncn Lultau Aboul ^anub auigeforbert würbe, sich über den Antrag ZLmail Kemal auf lariederherstellung ber L^cr- jai.ung zu äußern, bic Meinung ausgesprochen naben soll, bau bic Türkei für eine Veriassung ungeeignet fei

Vüchettifch.

Die 6chLler- und ^cj.. .ertnncnfalcnber für xv. - hran wltrn cu5 dem Herlage r v-, vQ)u«ciii'dtg in 2c.br eib*;: Dringen ro:: gcroaiu! einen nie '^-yuier und Malerinnen recht i.-uereisLnien uns krr reichen Inheut und werden ^arum auch in ac un nneber c * tüuitonunene Zugabe auf den Veihnach-.'.üch gern* eiuv genommen werben.

Königsberg Tanzig eiettin Poien Breslau 4erlm iUiogöeburg Haue Leipzig Xicsben Jamburg pannooer Köln örank'url a. M. iLiaiuibcim Ettabburg München

<4 3) 201.30 ( 0.75),

176 178'/,

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176 182«;

IVO 188 181

187 183

187 190

200 209

Lin Lrlatz 0:$ Kaisers über öas post- und Telegraphenwlsen.

DaS Amtsblatt bcs R e 1 u) >.» p o ,t a m t S veröffentlicht folgenden an den Reichskanzler gerichteten allerhöchsten Erlaß:

AuS dem nur borge.e^en Bericht über die Entwicklung bi>3 Rcich^oost- und TelegrapheuwesenS in den Jahren IbOu bis 1910 habe ick nut Bcsricoigung ersehen, daß innerhalb dieser weit- oerzweigten Benvaltung wiederum unverkennbare Fort­schritte erzielt worden sind. In besonderem Maße güt giescs von ber Auegeslaltuiig des Fernsprechwesens und der Funlentelcgraphie. Letztere hat in lurzer Zeit eine be­achten Sw.. ie Stufe der Holltommenheit erreicht, nachdem cs ge- iungen ist, bic ihren Fortschritt hemmenden vornehmlich auS oer Verschiedenheit der Lhlleme herrüi»renden Besa;runkung.'n aut dem '^ege internationaler Vereinbarungen, sowie durch Grün­dung der deutschen Le.riebSgesellschaft sur drahtlose Telegraphie zu beseitigen und dem freien LLcubewerb bic Wege zu öffnen.

Richt minder erfreulich sind die Ergebnisse deä in der Bc richlSzcit zur Einsühruug gelangten P 0 st ü b e r w e i s u n g S - ujtb Lcheckverkehrö, die Fortschritte im Änsdau der Ver- rebrecinrichtungen innerhalb der bcuiid)cn Zchutzgebietc, die Verbesserung Der Fahrplane und des Schifismaterials auf den Reillisposidampserlinien durch die Herstellung einer direkten Ver­bindung mit Südamerika.

l.it lebhafter Genugtuung erfüllt mich ferner die in der Berichtöperiooe durchgeiührte Aufbesserung der Besol­dungen. Ich eradne es für eine besonders anerkennenswerte Leistung der Verwaltung, daß trotz der durch jene Maßnahmen tebnigten erheblichen Steigerung ber Ausgaben eine nachhaltige Schmälerung der dem tiieid)e zuiließenden Reineinnahmen ver­mieden un> im letzten Zähre der Berichlszeit sogar ein Ueberschnß von enter zuvor nicht erreichten Höhe erzielt worden ist. Zch ermächtige eie, dem Staatssekretär des ReichSpostamtes und den Beamten feiner Verwaltung für ihre treue und erfolgreiche Pflichterfüllung meinen Tank auszusprechen.

£urren 5 ber Tinen, dir durch wZentlich leichtere ^anßbeui.igunßen im Dorteil, mit Vorliebe igre kleineren - ifd;c naui Hamburg und Murna bringen, ooer mit der Vahn cinfenbcit

Zrt>. oem wird und muß die brutfdie Hoch'ecscgelsischerci sich in geringem Umfang wohl am Leben erhalten, aber ihre gn.cn .»en von früher s.nd cnogaliig vorüber. Der herr,cht; nur Fi a.damo,ern i|t es utoglii.), schnelle fahrplanm^ige Reisen unbeirrt durch Wind und cec nut guten Fungcu zu verbinden, und die großen cscesischzu- suhren l/eranzulchaffen, die das Datenand urau..)t unb hoffenUich in immer stärkerem Matze brauchen wird.

<9crtd?t»faaL

Berlin, 18. Tez. Zm Beleidigungsprozeß des Roman­schriftstellers Karl Man wider den Generalsekretär der grib.-n lüewerkschaften, Leb 1 uS, wurde vom Landgericht Berlin alS Beruiuiigsinsianz das frcifyrcdxnbc Urteil deS SchösicngerichiS Eharlotienburg vom 12. April 1910 aufgehoben. Lebius wurde zu 100 Mark Geldstrafe, im NichicintreibungSsalle zn 20 Tagen Gefängnis und zur Tragung ber Kosten verurteilt

'b r a g, 18. Tez. TaS Lberland^gencht verhandelte alS Veruiungsinslanz die Klage des Königs von Sachsen gegen den chemalieen Kammersüngec Burrian. ES verurieilte Burrran zur vollen Konventionalstrafe von 30 000 Mark, vier Prozent Zinsen und zu den Kosten. Tas erstinstanzliche Urteil, wogegen beide Parteien Berufung eingelegt halt n, lautete gegen Burrian auf Zahlung der välfte tnr Konventionalstrafe und fünf Prozent Zinsen. Gegen die neuerliche Verurteilung legte Burrians Vertreter Berufung an den Cberftcn Gerichtshof in Wien ein.

Tie grunitmbcia)te Hamburg,che «oinsel, der Finken- fvärder, ist feit vielen Generationen der S.ammsitz zai-l- reicher F4 chersamilien, die schon vor einem Z'hrhunderi in ber südlichen Rordfee ihrem Gewerbe nacyginge.i uhd da­mals sogar englische und holländische Häsen mit fr da,en Seefischen besorgten. Die fjinicnmarber, nur gewohnt in den Sommermonaten zu fischen, Herb.t und Raiter aui;u- liegen, sahen sich bann plötzlich mcajtigeu 5ionkurrenten gegenüber, die bas ganze Zahr mit r rem n vorzügliche Fänge machten>>art fifa^n," hieä e-> nun, um zu leben, und diese W1 n 1 c r f i j et) c 1 e t hat von 18.- - dis 1906 an 80 Fahrzeugen bad Leben gekostei, waijrenb in 50 Jahren vor biefer Periode kaum ein Dutzend ßcuiicbcn

L3eltn,arktpretfe: Weizen: Berlin Tez.

Mai 214.75 (- U.4O); Budavc': viprtl 19J.05 (- 1.85); Lioer- vool Marz 165.40 (+ L65); tarU Tezbr. 207.10 (4- 2.40); ^acaqo 4ez. 145.25 (4- I.20). Roa neu: Berlin Tez. 1^1.75

( 0.75), - ai 194^0 ( 0.25). Haler: Berlin Te<. 186.50 t- 1.00-, Mai 190.00 (4- 0,50). outtergerne: cif pambtirg schwun.

147.0a (+ UJ>U), Tez. 144.7s <+ c.tu). _ica5: 2'breb Zan.-Maij i30.<zj ( ü.it), La ilata Apnl-Mn 124.< (-f- 1J;U) Mk.

Grlrcide-D-ochcnbcricht

der PreiSb7 bc; Leutfchcn LanvwirtschaftSratS

vom 12. bi- 18. Dezember 1911.

Für dcn Fortgang der örnti-arbcitcu in Argentinien war die Witterung in der abgelansenen Woche meist recht ungünstig, und bic Ablader haben ihre Forderungen infolgedessen weiter erhöht. Zm Anschlutz daran stellte sich auch kanadischer Weizen teurer, ebenso meldeten die amerikanischen Märkte festere Ten dcnz, zumal drüben über den Stand der Wintersaaten gelingt wird. Temgemäst behielt auch im beutfeben Geircidehaudel vn festere Stimmung da-3 Uebergcwicht, aber die Unterncbmungelust hielt sich angesichts der nahen Fest».age ui ziemlich engen Grenzen Weizen konnte seinen Preiostand im allgemeinen gut behaupten, teilweise liehen sich bei mäßigem Angebot sogar höhere Preise durchsetzen, auch macht sich fortgesetzt Nachfrage nach gutem Kleber- Weizen bemerkbar. Für Lieferung sind keine fonbcrlid)en Ber- änberungen festzustellen Zm 9teggimgcfd)üft drückte anfangs stärkeres Angebot seitens Schlesiens aus die Stimmung, auch der Umstand, da» von Argentinien Noggen-Osserlen zu ver- hältnismätzig niedrigen Preisen vorlagen, trug anfangs zur Al>- lchwächung bei. Tast es sich bei dem argentinischen Angebot um größere Mengen handelt, ist indes kaum anzunehmen, da hr. Roggenanbau in Süd-Amerika nur eine ganz unteraeordnele Nolle spielt; von 183/t MiNionen tieftar, die sich 1909 unter .'hdtiir befanden, waren nur etwa 11000 Hektar mit Roggen bestellt Während die B-erliner Mühlen mit Käufen zurückhieltcn, zeigte sich in Westdeutschland reger Begehr, zumal dort fortgesetzt Ab­satz nach tzolland bestehl. Auch an der Küste hält die Nachfrage für Erportzwecke an. Bemerkenswerte PrciSveränderungen sind feit ber letzten Woche nicht eingetreten Für Daser werden 00m Jnlande weiter hohe Preise gefordert, die aber hier schwer zu er­zielen sind. Rußland ist für diesen Artikel sehr fest, auch Ar­gentinien hat seine Forderungen erhöbt und vereinzelt frühere Kontrakte, zuruckgekautt. Für russische Gerste bleibt die Situation weiter fest, es güt dies namentlich für greifbare unb fällige Ware. T<rS Angebot für spatere Abladung ist gleichfalls knapp, doch halten Käufer mit Anschaffungen vorläufig zurück. Ter Verkehr in MaiS hielt sich bei wenig veränderten Preisen in engen Grenzen.

Kuverts mit Firma

Oie Ereignisse in China.

In China geht es noch drunter und drüber. Man spricht jetzt davon, allerdings nur gerüchtweise, daß Ja­pan und Rutzland, nach einer anderen Meldung auch Cttg° land, die Absicht (/ätten, zu vermitteln. Inzwischen tobt der Bürgerkrieg weiter:

T 0 t i 0 , 16. Tez. Tas Ministerium des Aeutzern er- Härte die Blälierruetdung für verfrüht, datz England undJapan übercinlamen, eine gemeinsameZnter- veution in Ehina zu unternehmen. Nichtsdesto­weniger wird hier ein solcher Schritt erwartet. Ein Blatt erklärt, falls die vorgeschlagcnen Friedensbedingungen ab­gelehnt werden sollten, würden die beiden Mächte ent* !cheidende Maßnahmen ergreifen.

Peking, 18. Tez. Vie Mandjchugarnison von üintschau ergab fidj. Tie Aufständischen in Schansi sind demoralisiert und fLoljen vor den rtaiserlichen.

Schanghai, 18. Tez. Tangshaoyi, der Frie- densdelegierte VuanschikaiS, ist von Peking hier cingetroifen, von einer grotzen Anzahl Personen, darunter von dem englischen, ru,sischen unb amerikaniichen Konsul, sowie von den offiziellen Vertretern der Aufständischen empfangen. Tangsoaoyi wird mit dem Friedensdelegierten der Lus ständischen Wutingsang morgen zusammeniresfen.

Tschifu, 18. Tez. Heute nachi nahmen Polizei­truppen und ein Teil der loyalen Truppen den ?)amen deS TaotaiS ein. Ter Chef der Re- volutionsverwaltung wurde in ihre Gewalt gebracht. Drei Kriegsschiffe der Aufständischen sind nach Schanghai abgegangen.

Lin Ha«;t!agcr im Sitzungs'aal Oes Parlaments.

Ein eigenartiges parlamentariickes Verhalten haben einige Mgeordnete des bosniichcn Landtags an den Tag gelegt. Tie WienerMene Freie Presse"' meidet darüber aus Ser ajewo:

Tie 'Abgeordneten Arnauwwifch uno K-ran.hamcdow.tsä; er­hoben 'm Buogeiausscl)utz deS oosnischen Landtages gegen daS gemeinsame Finanzministerium und gegen eins eine Br­am ic desselben den Vorwurf, daß sie bei der önenllichen Feilbietung des Lalzmonopols ungerechtferttgi sich bereichert hätten. Infolge der Beschuldigungen sprach oa» Plenum des Lanoiages iwec die beiden Abgeordneten die üusschliebung von einer Plenarsitzung aus. Tie Gemaß­regelten temonuricrten, indem sie den Landtags f aal nicht verliehen und erklärten, dast sie 24 Stunden im Saale bleiben würden. Ste haben bereits ihr Nachtlager im Sitz­ungssaal ausgeschlagen. Ihre Parteigenossen leinen ihnen Gesellschaft.

war.

ES währte geraume Zeit, bevor die ungeheuer konser­vativen Seesischer die kotrstruktioen Mängel ihrer Fahr­zeuge begriffen, und auf energlsck-es Betrewen deS Tcut- lenivärder so viel zu banken haben, wurde 1906 vis 1909 die gesamte Flotte umgebaut, zu welchen Arbeiten das Reich sehr loescntliche Zuschüsse leistete. Der Erfolg schien tolossal, beim bic Verluste gingen sofort bedeutend zurück unb waren im Begriff aufzuhören, als dir Mordsee eines sturnr- büftercn Dezcmo.'rtageS gleich 9 Kutter auf einmal zuIan Klapperoeen" schickte. Niemand weist von ihrem Unter­gang, mögen sie von haushoher See begraben sein ober in ber rasenden Brandung ber unheimlichen Sande von Hornsriff ihre kahlen Masten zum letzten Male gen Hipimel gereckt haben.

Tiefer Schlag hat selbst die waghalsigsten unter den Lecfischern nachd'ntlich gemacht, die sri.che Unverzagtheit verschwand und heute haben nvohl die meisten kein rechtes -Bertrauen mehr zur Wintersischerci. Solange der 5^» c r i n g allwintertich in die Elbe tarn, hatten viele einen gefahr­losen unb einträglichen Fang gehabt, seit 1903 waren diese Sckwärme plötzlich ohne ersicytlick-en Grmid ausgebiieven unb erst im vergangenen Winter Haden sie sich Wieser ein­gestellt. Es wurden seitens des SeesnchereivereinS alle möglichen Erhebungen nach Mitteln angcftellt, die geeignet I währen, den drohenden Berfall des ganzen Geiverves auf­zuhalten. Durch Bernntleluiig ber Hamburgischen Fischeici- ochördc erhielt und erhält noch heute jeder tüchiige unb gut empfohlene Fintenwärter ein zinsfreies Tar- 1 ehn aus Reichsmitteln in halber Höhe der An- fchaffungskosten beim 9teubau oder Kauf eines Fahrzeugs.

Tic heutigen Finkenwärder Fischerfahrzeuge, 82 an der Zahl, weisen zwei verschiedene SchisfSformen bei gleicher Takelage auf; der alte Ewer hat einen runden flachen Äug, ein schmales, niedriges unb platres Heck, an dem hinter das Ruder mit mächtiger Pimie sitzt. Der moderne [ Kutter ist groster, hat graben Vordersteven, scharfen teil* I förmigen Bug, mehr Freibord, ein gut ausgezogeneS I Heck, das nicht so leicht von achterlichcii Seen uverrannt I werden kann.

Tie Hauptsache war für die Fischerei der Finkenwärder I in der Nordsee von altersher der Fang von Plattfischen, I Schollen, Zungen unb St einbutt, welche in bic I Bünn, die durchlöcherte Fischabieilung im Numps, gesetzt, I sich mehrere Tage lebendig halten, solange bas Fahrzeug I segelt unb dadurch stets frisches Seeivasser durch ihr G>i> I sängms strömt. Früher benutzte man allgemein die Baum- [ karre, ein Grundschleppnetz, daS aus einem langen starken [ Runbhloz mit daransitzenbem Netzbeutel bestand. Tie Spiere wurden durch eiserne Gleitschienen etwa fusthoch über dem I Grund gehalten, und an ihr war die obere Kante ber schmalen Sacköffnung befestigt, während bie untere, aus | dickumwickelter Trosse besrchenb, im Bogen lose über den I Lanb glitt und da alles aufsammelte, was sie vorsano. I Hinten lief der Sack spitz zu und war dort zugebunden. I Der schwere Baum war sehr unhandlich beim AuSsef.en I unb Einholen des Gerätes, leistete beun Schleppen er I heblichen 'Widerstand und ist darum jetzt säst uoerall (nur I die rlrabbensischer benutzen ihn noch) durch zwei dicke eisen- I beschlagene Bretter, die sog. Scheerbretter, ersetzt, die bc I beutend handlicher unb leid)tcr zwischen fick) den Netzse.. I führen. Durch den Zug ber beiden Schleppleinen (ans i Ltahldraht) und je vier kurze, aber ungleich lange Ketten I sttopps am Brett, streben diese schräg auseinander, sie »scheeren", Ivie ber Seemann sagt, und halten babinV ben Netzbeutel offen. Ta die Drener und damit bic obere MNetzfimm etwas höher sind, als der Baum, werben auch »mehr Rundsische gefangen, die sofort geschlachtet uno F -wischen mitgeführten Gis schichten verpackt werben.

Dem Elb Hering wird mit dem Hamen, ber Auster mit dem Schleppnetz, dem Stör mit -umpel- ganien nachgestellt. Einige Kutter fischen auu) mit Lur dcutcltoaabe, einem Netz sack ohne).'crbrecccr, der von einem Motorbeiboot quer zum verankerten Schi' mL -iv-ct bis 1500 Meter langen Leinen ausgefahren mtrb. heißt, bie Jolle fährt in großem Bogen bie Lange bc: ersten Leine aus, wirft den Sack über Boro und bringt die zweite zurück. Nun springt eine Motorwinde an, o.c beide Leinen ziemlich schnell aufwickelt. <pte nähern jici) immer mehr ber Graden, fahren babei über den u>r...;i> hin, unb vor ihnen flüchtet bie bumme Scholle, ani.a^ das tleine Hindernis zu überspringen, der Mitte zu, wo iic schließlny rettungslos in den oia. gerä- - e in -t-....e- mart allgemein übliche Fangart faiin nur mit S.ü)io^ct- boDten betrieben werden. Sie liefert (nur Tagc^aroeu, ergiebige unb infolge ber kurzen Zuge jenr viele, ganz unverletzte Schollen, wogegen dura) da-- stundeiNange Lressen in der Kurte die meisten fleinc )3:net -r.gcn a.i haut und Fwssen erleiden, die in der Bünn leuy- Bcrau- laffung zum späteren Eingehen werden.

Der ^i)werpunkt der Finkenward-r Fischerei liegt aljo ini Plattfischfang und in den guten Prenen, die s.e sur die lebend in die Hand des Käufers übergehende ü.-ure ttzielt. Ta durch das brackige Elowasicr n-ihrend^ ber engen Stromreise nach Hamburg ymars aber c-.c Ft, e ynell erwarten ober gar gerben, jo i.i der er mehr als das doppelte oes Preises der Cl.- i.uie o> trägt, auch oft recht Ulusortja> Tnzu kommt der xo n =