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größter Beliebtheit und hat sich auch weit darüber hinaus den Ruf einer vorzüglichen Pianistin gegründet, nachdem sie mit keinem Geringeren, als Professor Henri Martean in den
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Nheinlanden, m Köln, Leipzig, Berlin tind anderen Mnsik- centren, gelegentlich einer Konzerttournee auch in Holland, große Triumphe gefeiert hat.
Landkreis Gieren.
---- Wies eck, 31. Ott. Heute abend findet hier int Saale des Gastwirts Ziegler eine von der nationalliberalen Partei veranstaltete W ä h l e r v e r s a m m - l u n g statt, in der deren Kandidat, Fabrikant Adolf Kling- spor und Professor Luley sprechen werden.
U Reiskirchen, 30. Oft. Am 1. November verläßt Lehrer Schaf, nachdem er ein Jahr die obere Schulklasse geleitet hat, unseren Ort, um die Lehrerstelle in Groß-Gmupen zu besetzen. In der kurzen Zeit seines Hierseins hat er die Gunst und Liebe seiner Schüler und der ganzen hiesigen Einwohnerschaft erworben. Den Gesangverein „Harmonie*, deut Herr Schaf als Dirigent vorslaud, brachte er zu hoher Blüte. — Auch unser Ort beabsichtigt, sich an das oberhessische Elektrizitätswerk anzuschliegen. — Soeben ist man hier mit der Bahn Hof Serio eitern ng beschäftigt. Die Güterhalle ist soweit fertiggestellt. Es werden noch zwei Warte- räluue, einer für ine 1. und 2. Klasse und der andere für die 3. und 4. Klasse, erbaut. Die Arbeiten iverden iir Sommer n. I. fertig werden.
Kreis Alsfeld.
§ Flensungen, 29. Olt. „jn der Freitag nacht wurden einem hiesigen Einwohner in seinem yauSßaricn einige Wäsche- gegen st ä n d e g e it oh l e n. Bon den Dieben hat man leine Spur. Möge dieser Fall zur Warnung dienen, seine Wchche abends, an einen sicheren Ort zu verbringen.
Kreis Schotten. \
O Laub ach, 30. Okt. Das gestern Nachmittag von der Konzert- und Vortragsvereinigung veranstaltete 1. Konzert, ein Liederabend der Konierllängerin Frau Werner-Jensen
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war die Hebung uclanitt geworden, und so stand an beiden Gelte« des Bahnkörpers eine dichtgedrängte Zuschauermengc. Tie Eisen.bahnkolonne stellte sofort ihre Azetylenleuchter auf, die den Dahn- körper hell erleuchteten, und alsbald rückten die Kolonnen mit ihren Tragbahren zum Aufsuchm der Verletzten aus. Tie Art der Verletzung war auf angesteckten Täfelchen erkenntlich.^ Unter sachkundiger Leitung hatten die Sanitäter alsbald die schwere der Fälle erkannt, und von ihren geübten Händen waren bald alle möglichen Verbände angelegt. Das ging so rasch, daß schon 15 Minuten nach Eintreffen die meisten Verletzten in den Krankenwagen untergebracht waren. Hier wurden die Tragbahren an Riemen, Seilen usw. schwebend befestigt. Besonders interessierte das neue System der städtischen freiwilligen Kolonne, durch das alles Schaukeln und Stoßen während der Fahrt verhütet werden soll. Die Kolonnenmitglieder besichtigten den Eisenbahnlazarettwagen. Durch die Leiter der Uebung, Eisenbahndirektor Zimmer- mann, Regierungsrat Stäbler und Landgerichtsrat Wiener, sand dann die Prüfung der Verbände und der Unterbringung der Verletzten in den beiden Krankenwagen statt. Sanitätsrat Tr. Käs und Landgerichtsrat Wiener hieltm die Kritik ab, die int wesentlichen die rasche und geschickte Arbeit der Leute hervorhob. Um 10 Uhr verließ der Hilsszug die Station Großen-Buiea, um etwa Voll Uhr wieder in Gießen einzutreffen. Hier erfolgte noch als Schlußakt das Ausladen der Verletzten. Die Uebung, an der etwa 70 ausgebildete Sanitätsleute teilnahmen, war in allen Teilen wohlgelungen. c ,
** Etwas, daS billiger wird. Während zahlreiche Verbrauchsgegenstände im Preise steigen, haben die Metallfadenlampen eine Preisermäßigung erfahren. Der Preis einer 25 kerzigen Metallfadenlampe, 220 Volt, betrug früher 3,50 Mk., der jetzige Preis beträgt 2,50 Mk. Eine 32 kerzige kostete früher 3,50 Mk., jetzt 2,50 Mk., eine 50 kerzige kostete früher 3,00 Mk., jetzt 2,50 Mk. Hierzu käme noch eine Steuer von 40 Pf. für jede Lampe. Obige Preise sind für Lampen, die eine Spannung, wie sie für die Stadt Gießen in Frage kommt, haben. Auch für die Ueberlandzentrale, die eine Licht- . spannung von 120 Bolt besitzt, sind die Preise für Metallfadenlampen ebenfalls ermäßigt worden. Die Lampen 16, 32 und 50 Kerzen kosteten früher 2,00 Mk., jetzt 1,50 Mk. für das Stück ohne Steuer.
** Um eine Steuerfreiheit der Polizeihunde und der bei den Gefangenanstalten verwendeten Wachhunde herbeizuführen, haben einige Polizeiverwaltungen eine 2lbänderung des Hundesteuergesetzes vom 12. August 1899 beantragt. Das Ministerium des Innern ist in Uebereinstimmung mit Ministerium der Finanzen der Ansicht, daß diese wünschenswerte Steuerfreiheit der fraglichen Hunde nicht durch eine Aenderung der Gesetz- j gebung, sondern dadurch erreicht werden soll, daß die \ Staatshundesteuerbeiträge für diese Hunde aus der Staats^I lasse ersetzt und als Polizeikosten und Kosten der betr.l Gesängnisanstalten verrechnet werden. In gleicher Weise j wäre die Gemeindehundesteuer von den Gemeinden den 6etc. Behörden oder Beamten zurückzuerstatten.
**DerLaubfall erschwert in den stark ansteigenden Straßen den Betrieb der Straßenbahn ungemein. Die auf die Schienen fallenden Blätter bilden dort eine glatte, zähe Masse, die die Reibung der Näder aus den Schienen empfindlich beeinträchtigt, so daß mancher Wagen nur durch fortgesetztes Sandstreuen sich vorwärts bewegen kann. Heute kam es hierdurch z. B. zwischen 7 und 8 Uhr früh in der Licher Straße zu erheblichen Störungen und Verspätungen im Straßenbahnbetrieb.
•• Konzerte. Dcr Konzert verein veranstaltet Sonntag, den 5. November, in der neuen Aula der Universität (nicht im Klubsaal!) als zweites Konzert einen Lieder- und Klavierabend und hat dafür die hier von früheren Konzerten her wohlbekannte ipid geschätzte Sopranistin Frau Tilly Eahnbley-Hinken, gewonnen, deren glockenreiner Sopran und von edelstem Empfinden getragene Gesangskunst hier, wie aller Orten, die Hörer begeistern dürfte. Tie Künstlerin war in den Jahren 1909 und 1910 für nicht weniger als sechs große Musikseste engagiert (u. a. Königsberg, Saarbrücken, München, Bach-Fest in Duisburg) und gilt gegenwärtig auch als eine der allerbesten Liedersängerinnen. Auf thrcn Wurffch hat Herr Professor Trautmann die Begleitung der Lieder übernommen. An Stelle der leider erkrankten Wynne Pyle-Berlin ist Fran Ellen Saatweber- Sch lieper ans Barmen gewonnen worden, eine treffliche Pianistin, bei welcher die Kritik glänzende Technik, gesangvollen Anschlag und starkes ursprüngliches Temperament allenthalben hervorgehoben hat. Sie erfreut sich in ihrer Hemmt
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Leeren zu pflücken. Es sind neue Truppens end una en Nnter- vogs. lieber die bisherigen italienischen Streitkräfte schreibt -er römische Mitarbeiter der „Franks. Ztg.":
Bekanntlich waren zunächst auf den Kriegsschauplatz' zwei kriegsstarke Divisionen gesandt worden, die sich aber sofort als ungcnügenD erwiesen hpben. Von den beiden Divisionen steht die erste unter Peeori in bet Stadt Tripolis, die zweite unter Briceola in B e n g h a s i. An eine gemeinsame Aktion dieser beiden Hauptteile ist bei der großen Entfernung von etwa 500 Kilometer zwischen Tripolis und Benghasi nicht zu denken. Jede Division muß deshalb ihre eigenen Reserven haben. Die italienische Bor Postenkette um Tripolis umfaßt zwischen dem Fort Gargaresch im Westen und der Oase Schara Schat int Osten einen Umkreis von 10 Kilometer mit einem Maximalradius von 4 Kilometer zwischen Tripolis und der Oase Schara Schat. Diese Stellung wird an der Außenlinie von vier Infanterie-Regimentern, dem 40. auf dem westlichen Abschnitt, dem 84. und 6. auf,dem mittleren und dem 11. Bersaglieri-Regiment auf dem östlichen, einge- iwmmen. während das 82. Infanterie-Regiment als Reserve in der Stadt steht. Diese fünf Regimenter sind also auf eine sehr lange Front verteilt, so daß bei einem Angriff auf einen Flügel geraume Zeit vergeht, bis Verstärkung eintrifft. Das hat auch der Kampf vom 2 3. Oktober gelehrt. Die arabische Reiterei machte zunächst einen Scheinangriff auf den italienischen linken Flügel und wandte sich, sobald Verstärkung kam, auf den italienischen rechten Flügel, der unterdes Truppen abgegeben hatte und dadurch sehr geschwächt war. Zu gleicher Zeit gingen auch die Türken zum Angriff auf den rechten italienischen Flügel über. Es gelang den Italienern zwar, den Angriff abzuwehren, doch erlitten sie schwere Verluste, die sie darüber belehrten, daß dieser Stellung nicht nur keine Kräfte für den Vorstoß ins Innere entzogen werden können, sondern daß sie, bei der heutigen Lage wenigstens, eine Verstärkung dringend nötig hat,
Ztatieuische Grausamkeit?
Der sozialdemokratische „Avanti" meldet, daß die italienischen Soldaten die arabischen Gefangenen sehr grausam behandelt hätten. Diese Meldung des sozial^- pemokratischen Blattes wird durch einen Bericht, den die konservative „Stampf, ein Giolitti nahestehendes Blatt, veröffentlicht, bestätigt. Der Berichterstatter der „Stampa" gibt eine herzzerreißende Schilderung der Art und Weise, wie die italienischen Soldaten die arabischen G reise,FrauenundKindersplitternacktaus- gezogen und in diesem Zustande fest aneinander- gebunden durch die ganzeStadtbis in die Gefängnisse getrieben hätten. Die unglücklichen Menschen hätten mehr vor Scham als vor Furcht gezittert. Der „Stampa"-Korrespondent erzählt, daß er sich selbst ins Mttel gelegt habe, um diese unmenschliche Behandlung, die von dem Vorgesetzten befohlen worden sei, zu verhindern. Eine gewisse Entschuldigung der fürchterlichen Erbitterung der Italiener kann in dem Umstande gesehen werden, daß ihre Kameraden von den Arabern in ebenso grausamer Weise hinterrücks niedergemetzelt wurden. So weiß der „Avanti" zu berichten, daß infolge des Rückangrifss von drei Bersaglierikompagnien nur 125 Mann Und von zwei Jnfanteriekompagnien nur 60 Mann kampffähig geblieben seien, während alle anderen entweder tot oder verwundet seien. Für die Erbitterung des Kampfes spricht auch noch eine andere Episode, die die „Stampa" mitteilt: Der Bersaglieri-Hauptmann Bucchio wurde von Arabern umzingelt und sah sich in der fürchterlichen Lage, keinen Widerstand mehr leisten zu können. Um der Ge- ^mtgenschaft zu entgehen, schoß er sich selbst eine Kugel durch
vie Wahlkampagne der Herrn v. Sethmann-hollweg.
Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen die von verschiedenen Blättern verbreitete Nachricht, wonach an die Landräte eine Anweisung ergangen sei, die diese zur nachhaltigen Orientierung über schwerwiegende Angriffe gegen die R e g i e r u n g in der Presse oder in Flugblättern, die auf die Reichstagswahlen einwirken könnten, auffordert. Die „Nordd. Alla. Ztg." stellt demgegenüber fest, daß der preußische Minister des Innern lediglich die Regierungspräsidenten und zwar bereits am 12. September ersucht hat, ihm über die in der Provinz gegen die Politik der Staatsregierung gerichteten, auf wirkliches oder angebliches Tatsachen- oder Zahlenmaterial gestützten Angriffe schwerwiegender Natur, welche die kom- Urenden Reichstagswahlen zu beeinflussen vermögen, Bericht zu erstatten, um so eventuell Gelegenheit zu haben, in sachlicher Form gehaltene Erwiderungen zu veranlassen. Von einem Ersuchen um Angabe der Kosten der betreffenden Erwiderungen, sowie von einem Rat an die Landräte, sich die Flugblätter der Parteien aus vertraulichem Wege zu beschaffen, enthalte der Erlaß kein Wort. Wie man der Regierung wegen dieses Erlasses ein unzulässiges Eingreifen in die Reichstagswahlen zugunsten bestimmter Parteien vorwerfen könne, fei unverständlich. Es sei nicht nur das gute Recht der Negierung, die aus unrichtiges, Tatsachen- oder Zahlenmaterial gestützten Angriffe gegen ihre Politik sachlich zurückzuweisen, sondern, sobald solche Angriffe nach Art und Inhalt dies erforderlich machten, auch ihre Pflicht.
Sonst hat der Reichskanzler bei Anfragen im Reichstag immer sorgfältig die preußischen von den Reichsan- gelegenheiten zu unterscheiden gewußt. Es bleibt dabei, daß die Anweisungen, in dieser oder jener Form, unklug waren. Sie werden das Gegenteil von dem bewirken was ihr Zweck sein sollte. 4
auch den neben Vorsitzenden ab mit der Bemerkung, er wolle sich hier doch nicht zum Klown der Versammlung machen lassen; er weiche nur sprechen, wenn Herr Prof. Urstadt selbst den Vorsitz übernehme. Dies geschah nicht, und so mußte Prof. Urstadt das Schlußwort erteilt werden.
Deutsches Reich.
Das viele tausend Mitglieder zählende Kartell der VerbändePreußisch-hessischermittl. Staats^ eisenbahn-Beamten hat an den Minister von Breitenbach in Berlin eine Eingabe gerichtet, mit der Bitte, den durch die Teuerungsverhältniffe schwer betroffenen Beamten durch besondere Maßnahmen zu,helfen, da die aanze Hoffnung der Beamtenschaft auf ein tatkräftiges Eingreifen der Staatsregierung gerichtet sei. Es wird hin- gewiesen auf das Beispiel zahlreicher Kommun alverwal- tunaen und industrieller Unternehmungen. Eine durchgreifende Hilfe könne jedoch nur in der Gewährung allgemeiner einmaliger Zulagen erblickt werden, die ohne besonderen Antrag jedem Beamten bewilligt werden müßten.
Aus M ü l h a n s e n i. Els. wird gemeldet: Am Montag nachmittag verschied im Hospiz Sankt Peter auf dem Ottilienberge Prälat Kanonikus Ladolin W i n t e r e r, Stadtpfarrer der Sankt Stefanienpfarrei in Mülhausen. Prälat Winterer war eine der markantesten Persönlichkeiten int elsässischen politischen Leben. Er vertrat seit einer langen Reihe von Jahren den Bezirk Altkirch im Reichstag und im Landesausschuß.
Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Mörs: Die Nationalliberalen stellen im Reichstagswahlkreis Mors-Rees den Staatsanwalt Tr. Rosenfeld- Berlin auf.
Das Zentrum stellte anstatt deS zurückgetretenen Negierungsrates Klocke den Rechtsanwalt B e e r a n - Hamburg als neuen Kaiüüdaten für den Wahlkreis O s n a brück auf.
rSuslaud.
Vor dem Geschworenengcricyt der Grafschaft De'oonchire begann am Montag das Verfahren gegen den Deutschen Schultz wegen Vergehens gegen das Gesetz zur Wahrung des Amtsgeheimnisses. Der Lord-Oberrichter führte aus, Schultz sei angellagt, durch Bestechung versucht zu haben, Informationen über maritime und militärische Angelegenheiten zu erlangen, deren Bekanntwerden gegen das Interesse Englands verstoße.
Im englischen Unterhaus fragte der Abgeordnete Pcase an, ob die Handelsbeziehungen zwischen Deutschl and und Englarzd durch den Vuudesratsbeschluß geregelt seien, der lediglich nach Belieben Deutschlands umgestoßen werden könne, und ob G r c y eine Erklärung aogebeir wolle, worin die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen über den dauentdeu Moistbegünstiaungsvertrag mit Deutschland beständen. Der neue Unterstaatssekretär des Aeußeru, A e l a n d , erwidert, die 5>andels- beziehungen zwischen Deutschland und England würden durch das Gesetz geregelt, das periodisch durch den deutschen Kaiser mit Zustimmung des Bundesrats und deS Reichstags erlassen werde. Dieses Arrangement, das den britischen Produuen Meistbegürtsti- gung gewähre, erscheine vom englischen Standpunkt ausreichmd, um gegenwärtig Vertragsverhandluugen unnötig zu machen.
Deursche Aolonien.
Hamburg, 30. Okt. Der ^Direktor des hamburgischen Institutes für Schiffs- und Tropeitkrankheitm, Medizinalrat Professor Tr. Nocht> ist im Auftrage des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes zum Studium der sanitären Verhältnisse und zur Erforschung der Schlafkrankheit nach Deutsch-O stafrika labgereift. Er wird dort mit dem Generaloberarzt Prof. Dr. Stendel-Berlin zttsammenarbeiten, der die Reise im August angetreten hat.
Aus Stadt rrsed Land.
(Stegen, 31. Oktober 1911.
” Tageskaleder für Dienstag, 31. Okt. Stadttheater: „Die Haubenlerche". ^Anfang 8 Uhr,
** Kon troll Versammlung en. In der Presse sind in der letzten Zeit Artikel erschienen, die eine kürzlich gegebene Verfügung des Kriegsministeriums behandeln. Nach diesen Artikeln wäre es den Kontrollpflichtigen frei- gestellt, von den betr. Versammlungen fernzubleiben, wenn irgendwelche beruflichen oder häusliche Verhältnisse da- ßegen sprechen. Diese Auffassung ist vollkommen falsch. Die Verfügung des Kriegsministeriums ist lediglich an die Bezirkskommandeure gerichtet und gibt diesen Anweisung für die Beurteilung von Besreiungsgesuchen Kontrollpflichtiger. Besreiungsgesuche sind daher nach wie vor so frühzeitig einzureichen, daß den Kontrollpflichtigen, Nachricht gegeben werden kann, ob ihr Gesuch genehmigt oder abgeschlagen ist. Unpünitliches Erscheinen und Versäumnis einer Kontrollversammlung werden wie bisher mit Arrest bestraft.
** Die Reihe der r e li g i o n s wi s s e n s ch a f t- lichenVorträge setzt morgen aoend Proseisor Dr. Balde n s b e r g e r mit einem Vortrag über das Thema „W a r Jesus eine geschichtliche Persönlichkeit?" fort. Da das Vortragsthema in der letzten Zeit vielfach erörtert tvurde — es sei nur an die Stellungnahme des Professor Drows-Karlsrithe zu der Frage erinnert —, wird der Vortrag wohl bei allen religiös Interessierten auf besondere Beachtung Ansprua) machen dürfen.
** U n i v e r s i t ä t s - B i b l i o t h e k. Die ständige Ausstellung wird während des Wintersemesters Montags von 11—1 Uhr und Dontierstags von 3—5 Uhr jedermann zugänglich sein. Den Gruuostock bilden wertvolle Handschriften aus dem Besitze der Bibliothek, darunter das gotisch- lateinische Bibelfragment und der Papyrus mit den Resten einer griechischen^Uebersetzung des samaritanlschen Pentateuchs. Es schließen sich an Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks und Holzschnitts und aus der Blütezeit der Illustration im sechzehnten Jahrhundert. Die jetzt noch ausgestellten Autogramme von Schriftstellern und Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts sollen im nächsten Monat erlesenen ex libris, diese nach Neujahr Taschenbüchern und Almanachen den Platz räumen. Hervorragende Handschrif- fremder Bibliotheken — so jetzt Miniamren des Britischen Museums — werden durch Lichtdrucke veranschaulicht.
.-k* ©ine Probealarmierung hielt gestern abend Die Gl senba hn-Sanitätskolonne .Greße n im Verein mit
s r e No l l l i g e n S a n i t a t s k o l o n n e vom Roten Kreuz Gteßen—Klem-Ltndeir ab. Es wurde angenommen, daß bei ?.en/.”uic? au der Bahnstrecke Giegen—Fulda ein Zug entglcift sei, wobei es zahlreiche Schwerverletzte gegeben hatte. Um 8.05 Uhr verließ der Eisenbahn-Hckfszug den Bahichof Gießen, um 8.2o trat er in Großen-Buseck an Der Unfallstelle ein. Hier
Aus Hessen.
ließ er eine Wähle roeciammlung in Klein- öxnhen schreibt man uns: Am Sonntag abend sprachen im Saale der „Deutschen Eiche" hier der Kandidat der geeinigten Fortschrittler und Natwnalltöeralen, Bürgermeister Kreilina- Hsichelheim und als zweiter Redner Professor U r st a d t - Gießen in einer von etwa 80—90 Teilnehmern besuchten Wählerversamm- Itatg. ^n, dn Aussprache griff der antisemitische Agitator, Herr Reuther, die hes,ischen Lehrer an. Vom Leiter der Versammlung, einem Lehrer, wurde dies mit EntMung zurückgeiviesen. Daraus Miternahm Herr Reiither Angriffe gegen den Vorsitzenden der Versammlling. Die Folge davon war, daß ihm das Wort entzogen wurde. Da sich sonst niemand zum Wort meldete, bedauerte Herr Prowisor Urstadt den vorzeitigen Sästuß der Aussprache und forderte Herrn Reuther auf, doch noch einmal das Wort zu ergreifen unter Vermeidung aller persönlichen Angriffe. Herr R e u - t h e r lagte zu unter der Bedingung, daß man einen Wechsel im ^Jlß nemtTe'tCn Dies wurde bereckwillrgst zuaesagt. Aber unter allgemeiner Hnterkeck der Versammlung lehnte Herr Reuther
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