Ausgabe 
21.11.1911 Erstes Blatt
 
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Beide Redner ernteten für ihre Ausführungen den

an.

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W olfram-Lampen

Act -Ges. Augsburg

Ständ. Lager u. Vertretung: Allgem. Elektro- u. Maschi­nentechnischer Ve: tr. Louis Geiershöfer, Frankfurt a.M-, Neue Mainzerstr. 11

Zunggeseüensteuer in Mecklenvurg.

Der mecklenburgische Landtag nahm bei der Beratung des Steuergefetzentwurses einen Antrag auf Einführung einer Junggesellen ft euer an. Es sollen unverhei­ratete, über 30 Jahre alte Männer um 2j Prozent höhere Steuern als verheiratete zahlen, wenn sie nicht für Fa­milienangehörige, die mit ihnen zusammenwohnen, gesetz­lich zu sorgen haben.

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eines Gnadengesuches verzichtet.

*' Der Borlrag über die Tätigkeit der Frau in W o h nu n gs a u fs l ch t und Wohnungspflege, der im Lagcskalender irrtümlich für gestern angezeigt war, findet am näch sten Montag, 27. Noveutber, statt.

"Der Bericht über die gestrige Bürgermeister­versammlung in Lich erscheint morgen.

Landkreis Gießen.

? Lang-Göns, 20. Nov. Heute nacht 12 Uhr wurde die Freiw. Feuerwehr alarmiert. Als Brandstätte war der höchst und äußerst gelegene Punkt des Dorfes aus­ersehen, das Anwesen der Frau Wentzel Wttv. in der Ober­gasse. Nach kaum 20 Minuten stand das Brandobjekt unter Wasser. Man sieht hieraus, daß unsere Freiw. Feuerwehr auf der Höhe ist und unsere Wasserleitung den höchsten An­forderungen entspricht.

x Tr eis a. d. Ld a., 20. Nov. Der hiesige Zweig­verein des Evang. Bundes hielt gestern abend einen in allen Teilen wohlgelungenen, zahlreich besuchten Fa­milienabend in Benners Saal hier ab. Mehrere schöne Chöre des Kirchengesangvereins, Deklamationen durch die Konfirmanden und gemeinsam gesungene Lieder um­rahmten die beiden Vorträge, deren ersten der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Walter hielt. Er sprach in eingehen­der und ansprechender Weise über die Tagung des Hess. Hauptvereins des Evang. Bundes in Butzbach und gab in fast einstündiger Rede ein klares Bild der dort gepflogenen Verhandlungen. Den zweiten Vortrag.hielt Pfarrer Böch- n er über die Vergangenheit unseres Dorfes. Er schilderte in klarer, leicht verständlicher Darstellung die politischen Schicksale unserer Gemeinde von Ansang ihres Bestehens

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und bie lieb wahrend des Kri.ges den die Vorgänge ... ..... . D. Keßler ge­

schilderten Erlebnisse unter besonderer Berücksichtigung des damaliaen Postwesens fanden ebenso wie die Ausführungen des Redners allgemeinen Beifall.

** Das Jubiläums fest .der hiesigen Metho­distengemeinde am Sonntag verlief, wie uns geichrieden wird, sehr schön. Die Solo-, Duett- und Chorgesänge wurden recht ausdrucksvoll und ansprechend zu Gehör gebracht. Die Festrede des Predigers S t r ä h l e - Marburg gab ein Bild von der Entwickelung der Gemeinde und zeigte, wie sich die Methodisten- gemeinden stets freundlich zu den Allianzbeftrebungen stellen. In kurzen, kernigen Worten lud hieraus Pr. Stieöig-Gießen zur Umkehr zu Jesu ein. Ter vollbesetzte Saal zeugte von Cer Be­liebtheit der hiesigen Merhodistengemeinde.

** V o g e ls ch utz tur s e. Auf Veranlassung des G r o ß. h e r z o g s ist in D a r m st a d t eine V o g e. 1 s ch u tz st a t i o n ins Leben gerufen worden, deren wefent.ichste Aufgabe darin bestehen wird, Kurse über Vogelschutz aozuhatten. Der erste Kurs, an dem sich 16 Herren beteiligten, fand in der Zeit vom 13. bis 16. November statt. Zwtt weitere Kurse sind für den Dezember vorgesehen. Im ganzen sind bis jetzt 53 Teilnehmer angemeldet.

** Der Raubmörder E r b e hat auf die Einreichung

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Ausland.

Einer Blättermeldung aus Teheran zufolge weigerte sich das Parlament, der Zusammen>etzung des neuen Ka­binetts, wie sie ihm unterbreitet worden ist, die Zustimmung zu erteilen, da es mit der Ernennung von Mohtescharn es Saltaneh zum 'JJtinifter des Aeupern nicht eurverstanoen ich.

Tie Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika ersucht den Kongreß um Zustimmung zum Bau zweier 'Panzerschiffe von 30 000 Tonnen, die mit zehn 14- Solligen Geichützcn ausgerüstet werden und große Kohlenvorräte fassen sollen.

Von der deutschen Mission in B o m b a y wird derKölnischrn Volkszeitung" gedrahtet, daß in Indien infolge der langen Dürre Hungersnot ausgebrochen und die ganze erste Ernte vernichtet sei. Tie Getreide- und Butterpreise sind um das Dreifache gestiegen.

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Innung Gießen.

Gießen, 20. Nov.

Gestern gegen abend hatten sich die Mitglieder der Gießener Fleischer-Innung mit ihren Angehörigen in Steins Saalbau ein­gefunden, um das Doppelfest des 25 jährigen Bestehens und die Weihe des aus diesem Anlaß der Innung von deren Damen ge­stiftete Fahne vorzunehmen. Als Ehrengäste waren anwesend: Der Vorsitzende des Deutschen Fleischerverbandes Marx-Frank­furt, als Vertreter der Stadt Beigeordneter Keller und -L-chlacht- hofsdirektor Liebe, als Vertreter des Ortsgewerbeoereins ©tabtö. Petri, als Vertreter der Häute- und Fellverwettungs-Geiiossenschaft Kassel Obermeister Schnell-Kasiel, als Vertreter des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau Obermeister Schwarz-Fulda und Ge­werberat Falk-Mainz. Den musikalischen Teil hatte die Weller- sche Kapelle übernommen. Obermeister Sack begrüßte die Er­schienenen. BeethovensDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre" leiteten stimmungsvoll zu der Weihe der neuen Fahne über. Vor der Bühne, zu der eine mit kostbaren Teppichen, von der Firma Bloedner Nachf. zur Verfügung gestellt, belegte Freitreppe in den Saal führte, sprach Ruo. Goll einen Prolog,^woraus der Festversammlung eine prächtige Gruppe vor Augen geführt wurde. Frau Pirr hielt die in poetischer Form getaute Stiftungsrede, worauf Gewerberat Falk die Weihe der Fahne vornahm. Frau Pirr überreichte bann die Fahne dem Obermeister Sack, der für das prächtige Angebinde, welches durch die Firma Fuhr von der Bonner Fahnensaöril' geliefert ist, den Dank der Innung aus- Iprach, er übergab darauf die Fahne an den Fahnenträger, Meister Louis Vogt und die Fahnenbegleitern K. Pirr und Meister Adolf Möhl fr. Hierauf führten 12 Meisterstöchler einen von Der Ballettmeisterin Oldini cingcübtcn Reigen auf, der wiederholt werden mußte. Obermeister Sack teilt mit, daß die Fleischer- Jnnung den BerbandsvorsitzLndcn Marx-Franl'futt a. M. und den Bezirksvorsitzenden beider Hessen und Nasi au Lautz-Darrn- ftabt zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. Marx- Frankfurt dankte für Die ihnen zuteil gewordene Ehrung. Als Vertreter des Deutschen Fleischeroerbandes sprach tut ar? bann der Innung dessen Glückwünsche aus und überreichte als Angebinde einen kunstvoll gearbeiteten Fahnennagel. Beigeordneter Keller sprach namens der Stadt der Fleischer-Innung herzliche Glückwünsche aus. Obermeister Schwarz überbrachte namens des Bezirks- oereins beider Hessen und Nassau Glück- und Segenswünsche. Als Angebinde überreichte er einen schweren silbernen Pokal. Der Vertreter Der Fleiicher-Jnnung Wetzlar überbrachte Grüße und Glückwünsche, inoem er einen silbernen Becher überreichte. Ober­meister Schnell-Kassel sprach für die dortige Innung und für den Vorstand und Äufiichtsrat der Häute- uno Fellverwertungs- Genossenschaft, er überreichte eine silberne Schreibtischgarnitur. Ferner überreichten Fahnennägel die SchlachtergesellenBruder- >chaft"-Gießen, die Fleischer-Innungen Limburg, Marburg, Dillen­burg, Bingen, die Bäcker-Jnmmg Gießen, der Gastwirte-Verein |ür Gießen und Umgegend und die Fryeur- und Perückenmacher- Jnnung in Gießen. Der Obermeister Sack dankte für die Glück­wünsche und die der Innung erwiesenen Aufmerksamkeiten. Gan- besonders aber spreche er den Vertretern der Gesellen, die heute am Ehrentage Der Innung sich unter den Gratulanten ein­gestellt haben, für ihr Kommen seinen Dank aus. Die Gießener Meister werden stets darauf bedacht sein, mit der Gesellen!chast in Friede und Eintracht zu leben, denn nur so könne das Hand­werk gedeihen. Die Festtafel wurde mit dem Walzer Herbst­blumen von Hofmetzgermeister Hanitein zu Friedberg eingeleitet. Bei dem Festessen hielt Obermeister Sack die Festrede, in der er ein Bild der Entwicklung des deutschen Fleischerhandwerks in den letzten drei Jahrzehnten und daran anschließend in unserer Stadt gab. Seine Rede klang aus in einem Hoch auf den Kaiser und auf Großherzog Ernst Ludwig. Meister Malkomesius toastete auf die Damen, Restaurateur JaSkowskh auf den Deutschen Flei­scher-Verband usw. Nach dem Festessen wurde von Mitgliedern des Neuen StadttheatersIn Zivil", ein Schwank von Kadel- burg, unter reichem Beifall aufgeführt. Frau Flimm jr. erfreute die Festversammlung mit einigen Liedern usw., worauf der Tanz begann.

Beifall der aufmerksamen Zuhörer.

Kreis Schotten.

R. Bobenhausen b. Mücke, 20. Nov. Heute wurde der älteste Einwohner unseres Dorfes Johannes Pabst zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der ein Alter erreichte von 91 Jahren, war bis zu seiner letzten Stunde körperlich wie geistig rüstig. Hier wird auf Anregung des hiesigen Pfarrers ein Posaunenchor gegründet.

Q Lambach, 20. Nov. Der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes hielt gestern abend imSchütz­hof" feinen ersten F am il i en a b e n d in diesem Winter ab, der recht gut besucht war. Der Kirchengesangverein leitete mit dem Lied:Herr deine Güte reicht so weit" die Feier ein. Nach einem DialogLuther und Melanch- t-on", gesprochen von zwei Schulkindern, hielt Psarrer V o lp eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß der Abend dem Gedächtnis des großen Reformators gewidmet fein sollte. Zu einem Vortrag über das Thema:Brauchen wir eine Kirche?" war Pfarrer Ho h g f e aus Gonterskirchen gewonnen worden. Die Ausführungen des Redners wurden mit großem Interesse aufgenommen. Noch weitere Chöre des Kirchengefangverems, als auch mehrere gemeinschaftlich ge­sungene Lieder trugen zur Verschönerung des Abends bei.

r. Ulrichste in, 20. Nov. Es hat geschneit. Wald und Feld haben über Nacht ein weißes Kleid bekommen. Es wird aber wahrscheinlich nicht lange so bleiben, denn es geht eben ein feiner Regen nieder.

Kreis Friedberg.

L. B a d - N a u h e i m, 20. Nov. Durch die dem Verkehr übergebene neue Güterhalle nebst Abfertigungs-Ge­bäuden hier und die verschiedenen neuen Zufuhrftraßen zu ihr mußte die Kr eis ftr e Bad-Nauheim Röd­gen zum Teil anders gelegt werden. Dadurch ist ein Teil der früheren Kreisstraße zu dem neuen Güterbahnhof ver­wendet worden. Wiederum ist in einem Gehöfte hier die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Seit ein.'m halben Jahre ist dies bereits das vierte Mal^ daß die Krank­heit hier herrscht.

Starkenburg und Rheinhessen.

R.-B. Darmstadt, 20. Nov. In Gegenwart dc8 Grobherzogspaares, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen, des Prinzen und der Prinzessin 'Andreas von Griechenland, der Ntinister und der fremdländischen Vertreter mit ihren Damen, sowie des Offizierkorps und zahlreicher Vertreter von Kunst und Wissenschaft fand heute abend im Saale des Hotels ,zur Traube" eine größere Versammlung statt, die auf die zukünftige Gestaltung des hiesigen gesell­schaftlichen Ledens einen entscheidenden Einfluß ausüben dürste., Es wurde der Gedanke erörtert, in welcher Weise in Darm­stadt besser als seither für die Pflege des gesundheitlichen Sportes gesorgt werden kann, ähnlich, wie dies z. B. in Frankfurt und anderen größeren Städten schon längst ge­schieht. So wurden verschiedene Pläne erörtert und Projekte besprochen; man sprach sich besonders dahin auS, auf einem hierzu geeigneten größeren Platz in der waldigen Umgebung em allen modernen Anforderungen entsprechendes Klubhaus zu errichten, in dessen unmittelbarer Nähe sportliche Beran

L^eer und Flotte.

Aus Anlaß des Todes des Generals der Ka- ^te veröffentlicht dasArrneeverordnungs-

blatt eine Kabinettsordre, die bestimmt: Sämtliche Lf,izicre des rÜtfetor^ legen drei Tage Trauer an. An den Trauer- leierlichkerten in H <a n a u nehmen der kommandierende General des 8. Armeewrps und der Kommandeur des HufarenregimcntsKönig k » Am £' ^1. Tie Trauerparade wird aus Truppen

des Standortes Hanau gestellt.

für Greys Erklärun g en über die Marokko-Krisis. Sie wird, wie von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sehr umfangreich und detailliert sein und die gesamte Periode der jüngsten auf Marokko bezüglichen Verhand­lungen umfassen.

Die englische Territorialarmee und das Oberhaus.

In England mehren sich die parlamentarischen An­ragen über die Schritte, die gegebenen Falles derdeut- chen Gefahr gegenüber getan werden könnten. Denn, ; es sich bei der gestrigen Anfrage im Oberhaus in letzter Linie wieder um eine Maßnahme handelt, die sich gegen Deutschland richtet, geht aus der nachstehenden Mel­dung mit ziemlicher Deutlichkeit hervor:

London, 20. Nov. Im Oberhause stellte Earl of Portsmouth die Frage nach dem gegenwärtigen Zustand der Territorialarmee. Der Kriegsminister H a l - dan e sagte im Laufe der Erwiderung, es fei Aufgabe derer, welche für die Ausrüstung der Expeditionstyacht verant­wortlich sind, alle Umstände zu erwägen, worunter diese gebraucht wird. Wenn dieses Expeditionskorps für lange oder weit weggeht, sagte der Kriegsminister, wird eine ent­sprechend eingeübte territoriale Streitmacht da fein; denn fte muß an demselben Tage, an dem das Expeditionskorps abgeht, dem Heere einverleibt werdem

Zwischenruf des Earl of Portsmouth: Und Belgien?

Kriegsminister Haid ane erwiderte: Selbst wenn wir einen solcben hypothetischen Fall annehmen, ist es Aufgabe der für Die Verteidigung des Landes Verantwortlicyen, darauf zu sehen, daß geeignete Bestimmungen getroffen werden. Dies siird aber Aufgaben der Marine- und Milivär- strategie, welche in dem Augenblicke, in dem sie entstehen, behandelt werden müssen. Die für die Verteidigung ihrer Heimat während der Abwesenheit des ExpeditionSwrp-s ver­fügbaren Streitkräfte /eien für die Aufgaben, zu deren Erfüllung sie berufen sein könnten, genügend. Gleichwohl gebe er zu, daß es befriedigender wäre, wenn die territoriale Armee auf ihre vylle Frredensstärke ergänzt würde.

Aus Stadt und Land.

Giepen, 21. November 1911.

** Tageskakeder für Dienstag, 21. Nov. Stadt­theater:Tie Ahnengalerie". 'Anfang ti Uhr. Mlttwoch nach- mittag 3V, Uhr: .Charleys Taute".

Veränderungen im Kaiser-Wilhelm-Regi­ment. v. Sodenstern, Major und Bats.-Kommandeur, als Kommandeur des 3. Bats. in das Juf.-Regt. v. Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83 versetzt. Großmann, Major beim Stabe des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm, zum Bats.-Kom- manbeur ernannt. Der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Negimentsuniform be­willigt dem Hauptmann und Kompagniechef Busse im Inf.» Regt. Kaiser Wilhelm. Lllit der gesetzlichen Pension aus- geschieden v. Pentz (Hans), Oberlt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm, unter Verleihung des Charakters als Hauptmann. Claus, Hauptmann beim Festungsgefängnis in Spandau, als Kompagme-Chef in bas Jnfant.-Negt. Kaiser Wilhelm. Zu Fähnrichen beförbert: bie Unteroffiziere Clar, Hümme­rich, v. Zengen im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Groß- herzogl. Hess.) Nr. 116.

** Stadttheater. Der Beginn der Fesworstellnng zu Großherzogs Geburtstag am kommenden Samstag ist wegen ander­weitiger Verpflichtungen der Militärkapelle, die die Ouvertüre ausführt, auf 7Vz Uhr verlegt worden. In der Festvorstellung selbst, GoethesIphigenie auf Tauris", wirken mit Frau Baumeister (Iphigenie), Herr Baumeister vom Darmstädter Hof- lheater als Gast (Orestes), Herr Bakof (ThiUis), Herr Volck (Arkas-, und Herr Schröder (Pylades). Es sei heute schon darauf Angewiesen, daß am Dienstag, 5. Dezember, ein einmaliges Gastspiel der betännien sächsischen Hofschauspielerin Charlotte Baste in dem LustspielMrs. Dot" von M. S. Maugham flattfinbet.

** Vom Kinematograph wird uns geschrieben: Im Lause dieser Woche lommt das DramaIn dem großen Augen­blick" zur Vorführung. Asta Nielsen, die berühmte Tragödin in der Hauptrolle, bat es meisterhaft verstanden, die seelischen Qualen einer unglücklichen Mutter vor Augen zu führen, um ihr Kind zu behalten. In bitterster Armut und unter den schwersten Kämpfen entschließt sie sich, ihr Kind in fremde Hände zu geben. Von Sehnsucht ersaßt, will sie es sehen, aber sie findet das Schloß, das ihr Kind birgt, in Flammen stehen. Trotz aller Gegenwehr stürzt sie, der Gefahren nicht achtend, in das Schloß, sucht und sindet ihr Kind und rettet es unter den schwierigsten Um­ständen unter Einsetzung ihres Lebens.

** Evang. Arveiteroerein. Am letzten Sonn­tag hielt Landgerichtsdirettor Schmeckenbecher einen Vortrag überErinnerungen aus dem Jahre 1866". Von der Kriegsgefahr ausgehend, in der unser «Vaterland in den letzten Monaten geschwebt hat, schilderte |ber Redner in humorvoller, schlichter Weise die Vorgänge,

Deutsches Reich.

Der Kaiser traf am Montag mittels Sonderzuges um 11 Uhr 35 Minuten in Baden-Baden ein und wurde am Bahnhof vom Großherzog empfangen. Kaiser und Großherzog fuhren im geschlossenen Wagen zum Neuen Schloß, wo der Kai,er durch die Großherzogin Hilda und Luise begrüßt wurde. Um 3 Uhr 20 Minuten erfolgte die Weiterreise des Kaisers, nach Donau­eschingen.

Tie bayerischen Landtagswahlen sind auf den 5. Februar 1912 .anberaumt worden.

Die Korrespondenz Hoffmann meldet über den bekannten Schritt des baijerifcben Prinzregenten: Gegenüber unzutreffenden Behauptungen sei festgestellt, daß die am 14. November ver­anlaßte amtliche Bekanntgabe des Allerhöchsten Handschreibens vom 10. November im Einverständnis mit dem Vorfitzenden im Ministerrat v. Podewils erfolgte.

TieTägliche Rundschau" schreibt: Man nimmt als sicher an, daß die Versicherung der Privatangestellten am 1. Januar 1913 in Kraft treten wird.

Einen Antrag auf Abänderung des § 1 93a der Gewerbeordnung hat die nationalliberale Fraktion des Reichstags eingebracht. Nach diesem Anträge soll dem § 193 a eine neue Vorschrift eingesügt werden, nach der für Betriebe, die in unmittelbarem Zusammenhänge mit offenen Verkaufsstellen stehen, in Abweichung vom § 137 Abs. 1 Die Beschäftigung von Arbeiterinnen mit Aenderungs- und Zurichtungsarbeiten für diese Verkaufsstellen an Sonnabenden sowie an Vorabenden der Festtage nach 5 Uhr nachmittags, jedoch nicht über 8 Uhr abends hinaus, gestattet werden kann, di-ach dem augenblicklichen Rechtszustande dürfen solche Arbeiterinnen nur bis 5 Uhr nach­mittags beschäftigt werden.

Tie Fortschrcktliche Volkspattei stellt für Duisburg- Ni ühlheim, vertreten bisher durch den Sozialdemokrat^ Hengsbach, den Arbeitersekretär Schmidt, den Vorsitzenden des Hcrsch-Dunckerschen Bergarbeiterverbandes, als Kandidaten für die Reichstagswahl auf.

Aus Nürnb er g wird gemeldet: Das Ergebnis der hiesigen Gemeindewahlen stellt sich wie folgt: Gewählt sind zehn Sozialdemokraten, 7 Liberale, je ein Demokrat und ein Mittelständler und ein Zentrumsmann. Die Liberalen ver­lieren 10 Mandate an bie Sozialdemokratie, diese hat nunmehr 20 Sitze von 60.

In Aachen wurde in einer vertraulichen Besprechung ein Komitee zur Vorbereitung und Förderung des Großschiff­fahrtsweges Rhein Maas mit dem Sitz Aachen ge­gründet. Die Vereinigung wird ihre Besttebungen über Aachen hinaus nach Köln und den oberrheimschen Jndustrieplätzen in Holland und Belgien erftreden.

Silbernes MMm und Fahnenweihe der Neischer-i^zu^Kri^^,^-

I in Hessen. Die von Oberbriefträger a.