161. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 201
Erlchetw tL-Iich mit Ausnahme bei ktnmtag«.
64; 16. 'Jllfreb Hahn, M. Tv. Gießen
Redaktion, Expedition und Tnicfetet: 54ul* flrafee 7. Expedition und Verlag: 6L
Redaktion: 112. leL-Slbr.: AnteigerGiehen.
Dünrberg. Turnfest.
Gießen, 28 Aug.
Ta» von den beiden hiesigen Turnvereinen gestern veranstaltete TünSbcrg-Turnsest für die Turner deS Gaues Hessen nahm bei dem sehr günstigen Wetter einen hvchbesricdigenden Verlauf. Ta schon bei den letzten gicick)- artigen Festen der Platz auf dem Gipfel des Berges sich als zu klein erwiesen hatte, mar er für diesmal an den Fuß des Dünsbergs, auf eine herrliche Waldwiefe, dicht oberhalb des Forsthauses Bieber verlegt worden. Eine wundervolle Aussicht >iach dem Städtchen Königsberg bot sich von dem von friidigrüncn Bäumen umstandenen Platz aus, der für ein volkstümliches Wctturnen wie geschaffen war. l
Ein Sonbcrzug der Biebertalbahn führte bie aus allen Teilen des weilausgedehnten Gaues gekommenen Wett- turncr und Kampfrichter früh morgens nach Bieber. Bon hier aus marschierten die Wetturner unter Führung des Gauschristwarls Wenzel- Gießen über den Tünsberg- abhang nach dem Turnplatz, während ine Kampfrichter sich direkt dahin begaben.
Um 11 Uhr wurde das Wetturnen durch eine Ansprache des Gauvertreters Hel in-Gießen eingeleitet, der u. a. auch der gorstbehörde für ihr Entgegenkommen dankte. Tann folgten die allgemeinen Freiübungen, die sehr flott gingen, und das Wetturnen in Hochsprung, Weitsprung, Hindcr- nislaufen über 100 Meter, Stemmen und eine Freiüvung. Tie höchsterreichbare Punktzahl war 90 und die Hälfte davon berechtigte zum Sieg. 232 Wetturner traten an, von denen 132 die zum Lieg berechtigenden 43 Punkte erturnten. Am Nachmittag fand noch ein Ltafeltenlauf statt, an dem fich fünf Mannschaften beteiligten.
Tic um 6 Uhr stattfiudende P r e i s v e r l e i l u n g, die Gauturnwart Will- Gießen mit einer die guten turnerischen Ergebnisse des Wetturnens hervorhebenden Ansprache eröffnete, hatte folgendes Ergebnis;
Einzelwetturner:
Montag, 28. August 19U
Rotationsdruck unb Der'.ag bet Brühl'schen Universität- - Blich* unb SteinbrudereL 9L Lange, Gießen.
Lie „Gletzeaer La«lltendlätter- werben dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegl, baS ..Kreisblatt für den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtschastlichen Leit- träges" erscheinen monatlich zweimal.
2lu» bepen.
T i e L a n d t a g S w a h l e n Tic Deutschsozialen beschlossen gestern in Nidda, für den LandtaaswahlkreiS Nidda den Landwirt Willi Dorsch H. in Wölfer-Heim auizustellen Weiter wurde beschlossen, im Landtagsbezirk Echzell-NeichelSbeim den bisherigen Abg Breidenbach-Dorheim zu unterstützen, nadtbem dieser die wesentlichen Forderungen deS deutschsozialen LandtagSpiogramms an erkannt hat — Eine Entscheidung über den Reichstag- Wahlkreis Friedberg-Büdingen wurde nodi nicht getroffen, diese vielmehr dem Landes- und Wahlkreisvvrstand der Partei übertragen.
Miteide*
mSiBn-Favorh-Nchnli haitiicTS enlzürk' «J ' Salomon & Cie
Dampfer, Wetzlar Rieder-Girmes, .\)d). Dcchert, M. Tv. Gießen, ........ ' ’ ‘ ' i, 63' 2; 17. Paul Langer, Ang. Loos, Tv. Gießen,
Geld zuiücl ko-itn'rr _ bei umgehende Rückse'.duct Zusendung -m einficbs-cn pa Nachnahme ponofrei'« SNuminerBfüriMMy ß Nummern für 9 Nummern für12 Mk.»1
Die Geschastzergebnisie der deutschen Attien- gesellschastcn im Zahre 1909,10.
Das Kaiscrlidie Statistische Amt veröffentlicht in einem Ergänzungshefte zu den „BierteljahrSheften zur Statistik des Deutschen Reichs" eine eingehende Arbeit über die finan zielte Gebarung der deutschen Aktiengesellschaften im Fahre 1909 10. Tie Arbeit ist eine Fortsetzung der Statistiken für 1907,08 und 1908,09.,
Bon den am 30. Juni 1910 vorhandenen 3261 Aktiengesellschaften (mit Ausschluß der in Liquidation oder ui Kon- turs befindlichen kamen iur die Rentabilitätsstatistik für 1909 10 4607 jogenannte reine Erwerbsgesellfchaften in Be tracht. Tenn ausznscheiden waren alle Gesellschaften mit nicht-wirtschaftlichen Zwecken solche, die satzungsgernaß btc Gewinnerzielung ober Divibenbenverteilung ausschließen oder bcidiränlen, endlich auch solche, deren Bilanzen mdit oder lüdenbait veröffentlicht wurden, ohne daß durdi Rückfragen Aufklärung zu erzielen war.
Tas eingezahlte Aktienkapital der 4607 Gesellschaften betrug am Tage des Bilanzabsdstusses 13 721.04 Mill. Mark. Tie echten Reserven beliefen sid) auf 3013.10 Mill. Mark •= 22.0 v. H. des eingezahlten Aktienkapitals. Bon jenen 4607 Gesellschaften mareti für 3239.13 Mill. Mark Obligationen im Umlauf.
Tie Statistik iur 1909.10 verzeichnet: a> 3821 Gesell schäften mit Fahresgewinn, b) 707 mit Iahresverlust und c) 79 ohne Fahresgewinn oder -Verlust. Bet den Gefellfchaf- ten zu a.i belief sich der Fahresgewinn auf 1366.08 und bei denen zu b der Fahrcsverlust auf 78.44 Mill. Mark, so daß der Jahres mehrgewi nn von sämtlichen 4607 Gesellschaften 1287.64 Millionen Mark betrug. Vergleicht man diesen Betrag mit dem eingezahlten Aktien- kavitat, so ergibt sich eine R en t a b , l i t ä t sz i f s e r von 9.3 7 v. H. und wenn man zweckmaßigerweise das ganze Unternetniungskapital (Aktientapital echte Reserven be- ruckjichtigt, eine Ziffer von 7.82 v. H. gegenüber 7.03 d. >■>. im Fahre 1908 09 und 8.3., v H. im Fahre
-
Will man die Geschäftsergebniffe deckAttiengcsellschaften vom Standounkte der Aktionäre aus kennen lernen, so bieten die Zahlen für die ausgefchütleten Divio enden einen gewissen Anhalt. Von den Wi reinen Erwerbsgeselt- schaiten verteilten im Jahre 1909 1" 3319 Gesellschaften eine Tivldendensumine von 104:3.90 Millionen Mark. Auf das dioidendenberechtigte Aktienkapital aller reinen Erwerbs qesellfchaften machte dies 7.76 o. H. aus gegenüber 7.3.8 r. H. im Jahre 1908,09 und 8.7 o H i m Zähre 1907,08.
1. Preis Hans Thüt, M.Tv. Gieße», 84(2 Puntte: 2. Shit). Loos, Bubbach, 83; 3 Hch. Blank, Wetzlar, 76; 4. Fol. Fhlc- feld, Friedberg, 74'» ; 5. Herrn. Cbcrheim, Gedern 72'. 6. Wilb. Kod>, Fncdbcrg, 72; 7. Ernst Element, Butzbad), 71',; 8 Gg. Schab, Bupbach, 71; 9. H ^chimpti, Tv Marburg, >-1'. 10. tberm. Schirmer, Tv. Gießen, 68. 11. Zal. Mathaus, ilheder-Weisel,, >?. Rohrsherm, Mroibori, 66' -t; 12. Mart. Teator, To. Marburg, Th. Hauvtvogel, Tv. Marburg, 65' ■■: 13. Ph. Schivab, Tv. ifsteßcn, Friedr Schniidt, Tv. Marburg, 65; 14. H. Letdolf, Raunheim, Gg. Albold, Tv. Gießen, Werner Schulte, Großen-Linden, 64',; 15. Alb Schmidt, Heuchelheim, Hch. Schneider, Weilar, Hch.
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20. Alb Rinn, Heuchelheim, W Bolkmann, Heuchelheim, 60; 21. Hch. Braun, Tv. Taubringen, 59' ; 22. Aug. Schmidt, Ridoa, Starl Erb, Hungen, Frd. Möglich, Lsttzettuiden, 59: 23. R Dietrich, Tv. Marburg, Fr. Bill I. Waunliemi, 58',,; 24. Hch Mobs, Rieder- Mörlen, Will). Leib, Mroibori, Hch. Fckler, Tv. Gießen, Cito Tex- tor, AAarburg, Marl Buch, Aisicld, 38; 23. Wilh. Erl', To »bringen, Franz Schmidt, Wetzlar Rieder Girmes, Mari Bernharo, Tv. Gießen, 57' t; 26. Hch. Schneider, A.st To. Roohen», Henn. Möller, Lauterbach, 57; 27. Marl Geißler, Taubringen, W. Trcichcr, Mroibori, R. Mein, Tv. Marburg, Fak Hahn, Walia», Mvnr. Roth, Happel, Fak. Fischbach, Wetzlar Nieder öfcrmce, 56'.; 28. Wilh. Bolt, Groyen-Linden, JlDvIt '.'kandier, Krofbor-, Hch. Altenien, M-Tv. Gießen, 56; 214. Ph. Germer, Klein-Linden, 55' 2; 30. Fak. Boßbammer, Eölbc, Berrih. Wack, Bad-Rauheim, Will) "Gerhardt, M To. Gießen, Hch. Hauser. M.-Tv. Gießen, 55; 31. Tb. Wutenbechcr, Tv. Gießen, Wilh Fung, Lützkllinden, 54'.; 32. Fatob Fachem, T-Gm. Marburg, Marl Weis-, Großen- Linden, Marl Lamm, Laubach, Gg. Reinhardt, Tv. Gießen, 54; 33. Marl Terror, Leihgestern, Monr Kißler, Rieder-Wejicl, Wüh. Lang, Lang Gons, 53' t; 34. Fritz Welsch, Biedenkopf, Gg. Tret)er, M.-Tv. Gießen, Hch. Mandler, M.-Tv. Rovheim, Fi Bruckmann, Münchholzhausen, Marl Bolt, Mlnn-Lmden, Marl Moos, Ruttershausen, Friedr. Weller, Klein-Lrnden, 53; 35. Fr. Salomon, To <neßen, PH. Matthäi, To Marburg, Hch (Urtier, Lauterbach, 52' 2; 36. Ferd. Künstler, Rieder-Morien, H. Becker, Tv. Marburg, Hch. Becker, Tv. Gießen, H. Fung, Tv. Marburg, Traber, Bad-Rau heim, Marl Tamm, Lauterbach, Adols Rinn, Krofdorf, 52. 37. W. Euler, Tv. 2aiig <*tons, W. Enge, Tv Wetzlar Rrcoer-Girmes, E. Schwender. Grünberg, L. LelsMcr, M.-Tv. Esteßen, 51*»; 38. E Wornisbächer, Werda, Fritz Heck, M.-Tv. Greben, Aug Lehr, Ridda, Th. Becker, Bao^Rauheim, 51; 39. G Völker, Cölbe, W. Blum, ^Tv. «Reßen, C Bender, Krofdore E. Wagner, Arotbori, B. Schncroer, Mirchhain, H. Mantel, Welter, R. Traber, Bad-Rauheim, 50*40. H. Walz, Hungen, H. Gathe, Friedberg, Hch. Lang, Klem-Linderi,
41 Gull. Pfer'er, Tv. (fsteßen, H. Bender, ttrofDon, Fr Bill II , Raunheim, H. Muskoi, Aßlar, Ludw. Mod), Endbach, Luow. Hemer, To.Greßen, 49*,: 42. Monr. Grabe, Fronhausen, Iohs. Prtz,W.'hrda, Hch. Haop, T.-Gm. Marburg, 49; 43. H. Wallauer, T -titon. Mar- bürg, Frz Schmidt, Heuchelheim, Hch. Keut, Aßlar, Fohanrns Terfch, 2arnau, Ludw. Grenz, Daubrrngen, W Zchioar», 2t Gießen, Tudw. Welten, Großen-Linden, 48> ?; 44. H Sack, X» udii; herm, 48; 45 Peter Rrtzert. M.-Tv. Gießen, H. Seipv, Ockers häufen, Christ Geißler, M.-Tv. Marburg, 47',,; 46. Wilh. Arnold, Lützelliiiden, Hch. Sprtznagel, Gießen, H. Duchare i.auierba±, Wilh. Lenz, Tv. Gießen, Hch. Jung, Tv. Heucl Leim, Rud. Leisler, M.-Tv. Gtetzen, Ernst Schmalz, Hungcn. 47; 47. Ph. Zeckler, Wetzlar, <^g. Hügenberg, Friedberg, Fa.' BiU, Raunheim, 46' t. 48. Fns Röder, M-Tv. Gießen, 1« V? Bcnih. Faede, T.-Gm. Marburg, Hch. Müller, Tv ; Adolph Xfupp, Rwba, Ludw. Zimmermann, Wetzlar, W. Rinfc , Wetzlar, Christ. Fshnm, Grarnmgen, Peter Hildebranm, Nieve-. Derlei, Düh. Roth, Langsdorr, 45' r; 50. Wilh Hebbel, Orten-
M.-Tv. Gießen, Mari Leib, Mroibori, . .. .
Fritz Brandt, Bad-Rauheini, 62'.. 18. Marl Meyer, Tv. Grimberg, W. Schnier, M.-Tv. Rodhcnn, 61'»; 19 Hch Roth, Langs- dort, Hch. Grölz, Tv. Taubringen, Ful. Schuster, Wetzlar, 60',;
gebt." ,
Ter Herr wird sein Tun üicllcidit zu bereuen haben. Fast die ganze dcutsdie Presse, von der ..Köln. Bolksztg." bis zur „Bosi. Ztg.", gibt eine Antwort daraus, die für den Engländer ind'l sdmteickelhaft hingt. Eine halbamtliche Notiz der „Üvlu. Ztg." sagt folgendes ba.su :
„Wir wollen uns vorlöuiig bi eie Ansicht nicht aneignen, beim wir fünnen nicht glauben, daß ein Staatsmann tu w hervorragender Stellung über die Politik einer Macht, mit der seine Regierung nidtt im Mricg steht, derartige Äeußerungen getan hat, die sicki sachlich als em Gemisch von Haß, Unke n n i n i s und Seiditfcrtigfcit darsteilen und ebenso gut in einem Pariser Hetzblatt hätten erscheinen können. Ist der Tiviomat der „Reuen Freien Preise" wirklich Herr Cartwrigbt und hat er iid) wirNich so geäußert, wie das Blatt sagt, so ge- iviiliil die Angelegenheit natürlich ein icbr ernstes Geiichi. Wir erwarten zuversid)tlidi eine baldige und grünölidic Ausklärung. "
Tann druckte die „Köln. Ztg." einen ivaltenlangen scharfen Artikel aus der „Rationallib. Morresv." ab, in dem es zum Schluß heißt:
„Eine M i l l i a r d e n l a st hat dos deutsche Bott iahrzebnte- lang auf sid) genommen, um sich in Heer und Flotte eine Rüstung ;u schaffen, die der Erhaltung des mit den Wasten gewonnenen Deutfdien Reichs und der Wahrung feiner Interessen
Die LntlchSdigung fcutfdilanös.
Die in Berlin erscheinende Zeitung „Fournal 1 d'A llemagnc" veröffentlicht einen angeblich von deutscher amtlicher Stelle beeinflußten Artikel, der eingehend den deutsckien Standpunkt in bem gegenwärtigen Abschnitt der marokkanischen Bcrhanblnngen zeichnet. Tanadi werden ( die deutschen EntschäbigungSaitsprüche wie folgt dargestellt:
Augenblicklich lind wir 1011 der Berstaiid^ung »och entfemi Ter strittige Punkt ist v, rößeb » Hinterla n b e 6 v 0 n Kamerun, das Frankeich aus btn T
Gabon und des Icrruoirc Militaire du I'dtad zur Abrundung der deutschen Kolonien Kamerun abtreten soll Für Tcutidiiano sind zwei Tinge von besonderer Wichtigkeit: ein ausreichendes 3iud Küstenland mit einem brauchbat unö der ungehinderte Zugang zum belgischen Mongostaat iorrie znin Kongosiaat selbst Diese Möglichkeit erwachst Tcuiidilanb aus dem Geknete, das öte natürliche Verbindung zwilchen Kamerun und dem jtbngo idjafien wurde Wciin wir uns schon mit der Konzession des französischen HiMerlanbes zufrieden geben wollen, muß bie Mgrcnzung in dem Umfange eriolgcn, bau die Kolonie Mamcriui ihre Abrundung längs des Scharifluises füblidi erfährt, in der Fortsetzung des Flußwstems bis zum Ubangi, der die Grenze gegen den Kongostaal bildet. Die Abtretung des sogenannten Enten schnöbe l s, der Rordostspitze i'.'ii Dentsch Kamerun int lidiabfec, die um des Prestiges willen von Fr.inkre,d, pcrinngt wird, kann um s 0 weniger e r s 0 l g e n, weil in diese vorgesdrlagene Abrundung da-, Gebiet von Binder, Lera unb Lai, bao unmittelbar an den „Emenschnabel" anstößt, miteingeschlossen Fm Lüben von Kamerun nntßte bie Grenze bis Eorlsco Bai gehen -- über bie Abtretung der spanischen Kolonie Rio Muni ließe sich ebenfalls
, um bann im Hinterlande von Französich-Kongo auf ben Ogowefluß zu stoßen, und in besten Fliißsystem bit ft jüblich bis Brazzaville an den Kongo zu gehen Somit behielte Fran kreid) bie Küste und ein immerhin breiies Hnlterlaild nebst dem 3ugang zum schiffbaren Konao Ter Sangaflutz würbe bann ' - - ; Die Mitte oe-> abzutrctenben Gebietes bilden Tiefe Kon auf den ersten Blick außerordentlich groß erfcheinen Man darf aber nicht vergessen, daß es heb zum größten Teil um unkultivierte und kaum unterworfene Gebiete handelt, die ern 111 Fahrzehnten dem Handel erschlossen werden können Fst dies i Preis zu hoch du Frankreich Mittel und 0|t
Marokko als politischen Interessenbereich erhalten wird, in dcm nerhalb des Rahmens der Akte von Algeciras schalten und walten kann ? Man 'oll in Frankreich nicht vergehen, daß seinc Rolle als „Mandatar Europas" in MaroNo anegeipiclt wäre, to?itn ihm nicht n a di 11 d g 11 di Indemnität fü r die zahl reichen ll e b c r i di 1 e i t u n g e 11 seiner Zuständigkeit erteilt wird Di maroklamsche Frage muß jetzt zu einer restlosen Erledigung kommen. Tic polnische Vormadttst.-llung, die Frankreich iidi durch seine militärischen Operationen g« wird Teulidiland anerkennen, wenn eimnal, wie schon dargelegt nurde, d>c freie Ausübung des deutfdien Handels in Marokko vci bürgt wird, ferner Südinarokko ein für Teiuidilanb bestimmtes hanbelsvoliiisches Reservat bleibt unb brittens bie territoriale Ent- 'chadigmig in bem angedeuteten Umfange geleistet wird.
Einige Blätter behaupten, das Blatt sei von einem Verwandten des Herrn u. .Miderlen Wachter inspiriert worden. Im allgemeinen wird es in der Berliner Presse bc zweifelt, daß es sich um authcutischc Ausführungen handele. Die „Informationen" über das „unmittelbar bevorstehend^ Ucbcreinlomrnen" schießen überhaupt arg ins Kraut. So hat am Samstag die „Ageucc Havas" folgeude Rote ver- öffentlich!; Alle heute abend iit den Blättern erschienenen Mitteilungen über die deutfdi-franzöfifchen Verhandlungen, besonders über den bcabjiditigtcn Gebictsaustausch, )tnö tendenziös oder unrichtig.
Ein englischer Hetzer in Wien.
„Tendenziös oder unrichtig" — wir können hinzufügen, daß die meisten Mitteilungen der auswärtigen Presse Hetzarbcit gegen Teutschland und seine Fntcresscn bedeuten. Ein in Wien beglaubigter Tiviomat — man zeigt mit Fingern auf den dortigen englischen Botschatter C a r t wright — hat in der Wiener „Reuen Freien Presse" fich über Teutschland in der Marotkofragc in einer Weise ausgelassen, die, sofern cs sid) ivirtlidi um Eartwright Händen, die Frage nahe legt, ob unser auswärtiges Amt nicht wird eiuschreiten mühen. Es hieß da nämlich:
„Fd> sehe also voraus, daß die dcutsdi. Regierung nur mit einem ärmlichen Resultat aus diesen Vcihaublungen zu- rudfehren wirb. Wenn Teutidilanb hd) bannt nicht begnügen, sondern Frankreid» große Zugeständnisse abnotigen mellte, so be- beutet das den Konslikt. Also: Tie deutsdic Regierung hat bic Wahl zwischen her Unzufricdenheil bei Alldeutschen ober dem Konflikt mit Frankreid), imb ich glaube, das kleinere liebel wäre die gerechte Zurüdnxisuilg der Alldcutidieii mit ihren den Müden gefährbenben Begchrlid)keilen. England in ganz aus -seue Frank- rcidiv. England ist jo gut wie Deutsd)lanb eine Lignatarrnadit des Vertrags von Algeciras. Diesen Berlrag hat Frankreid' nicht verletzt. Bkan hat allen ^Gruub, xeiitidilanb zur Mäßigung zu ermahnen und nicht Frankreich, bas in Ieiner Weise bie Gesetze ber Mäßigung überschritten hat. Man^ Hat bas Gejiihl, baß Deut sch land herausiordert. -tieieä ewige Herausforbern fängt an, bedenklich zu werden. Hiiilcr der Entsendung des „Panther" nadi Agadir unb butter ber ganzen auswärtigen Politik Deutsd)lanbs, irnoferii sie loldicn Provekalioncn huldigt, steht aber iür benienigen. der ^.euudManb kennt, nicht bas beutschc Volk, sondern nur eine gewuie Uliquc, die gleid) rücksichtslos in verschiedenen curoyän"d)en Zentren vor-
[iiiirt; ui tff! ;'Ä4*Ä*
Im ganzen werden verlost Ü« 1? liin m mit staatl Aufsicht u-Gtri Garantie:
gelten sollte. Man wirb im Volke erwarten bdritn, baß das Schwergewi cht dieser Rüstung auch bei bichn Ver- lanblunqcn in btc Wagidiale geworsen wird, unb man täte auch int Auslande gut, daraus 9lüdhd)t zu nehmen."
Sine Ableugnung de» englischen Botschafter» in Wien.
enalifche Botschafter in Bi
lieben Korresponbenz" auf bi telegi Anfrage, ob er sich zu ber Anschulbigung, bie bewußten bciitidi-feitib' hdicii Anfdiulbigungen ber „Reuen Freien Presse veranlag zu haben, äußern wolle, teleg 1 p '
zösischer Spradie gcantiüortet, btc in cer lieber- etzung solgendcrmaßcn lautet:
Hingen ericheinenbe Artikel, deren Ursprung id'fcdu unterrichtete Leute mir zuschreiben, ab. Fairfax Eartwright."
Zu biejrr höchst gerounbenen unb dehnbaren Erklärung bemerkt bn< Wölfische Burc 1 ,
behauptet demnach, daß er mit dem 1.1 Frage stehenden geyäsjigen Artikel nichts zu tun habe Das tu sehr merk- roürbig unb ivirb vielleicht nicht überall Glauben finden Aber wenn Herr Eartwright ben Angriffen wirklich fern sichen sollte, bann umso besser für ihn
Herr v. lliderlen von einem Franzosen auSgrsragl.
Run hat Herr v. Ktberlen einem Vertreter der Presse boch Rebe stehen müssen Es ist aber ein französisch t Zei tungsmann, unb nicht einmal einer, ber eilt maßgebendes Organ bedient:
Pari -, 27 Aug Der Staatssekretär v K'iderlen Wächter wurde kurz vor seiner Abfahrt von Ehamonir von einem Vertreter der Pariser Zeitung „E^cel- f i 0 r" interviewt.
Ter Journalist fragte den Staatssekretär; „Gestatten Eure Exzellenz, das; ich einiges irage ?" Ter Staatssekretär antwortete: „Beginnen Sie ruhig." „Wann geben len Sic nacv Tcntschlaiib zurückzukehren?" „Rionlog ober Dienstag Fd) bc- inbc mid) uidit auf einem ofnzicUcn Urlaub. Fch habe gewußt, baß Herr Tambon am Montag abcub nadi Berlin abreifen wirb unb ui' gebente on biefem Tag ebenfalls näh' Bcrhu zurückzuk hren Fn Genf werbe id> mid) nur einen Tag unb in Bern ebenfalls nur einen Tag auihnltcn, so baß ich benfe, Dienstag mittag in Berlin zu sein!" „U n b b i e m a r 0 k k a n i s ch e F r a g c?" ,,T t e lasse 1 d) ruhig b i s Mittwoch s ch l a s e n!" „Was beulen 2ic über bic Situation?" „Fdi beule, baß sich alles sehr gut arrangieren läßt. W11 wollen bic Unterhandlungen auf neuer Grunblage nneber auf nehmen!" „Glauben Sie, daß die Aussichten gut sind?" „Fa!" „Glauben Sic, daß der Krieg ver- mieden wird?" „Es find wenigstens viele Aussichten dafür vor- 1 anbei. Weber Teutschland nodi Frankreich wünschen einen Krieg, das ist meine ernste Uebtricugnng ’" „Welches find die genauen Forderungen Teutschlands?" „Der Staatssekretär antwortete daraus: „Wir verlangen nur Würdigung unserer 0 k 0 n 0 m i s ch e n F n t e r e s s e n , aber wir wünschen keinen Landbesitz bort. Wenn Frankreich die Algeciras- a f t c respektiert hätte, würde alles vorzüglich gegangen fein. Aber es Hat zu sehr zu Ungunften Deutschlands ben französischen Hanbel favorisiert. Der Korrewonbent fragte bann: Unb? Herr von Kibcrlen-Wachter sagte; „Fch bemerke, baß wir zu sehr ins Plauber» geraten unb. Sic sehen, ich bin heute sehr liebenswürbigDamtl stellte iid) ber Staatsscftrctär ui Positur, um sich von einem Photographen aufnehmen zu lassen. Aus bem Bahnhof begrüßte ben Staatssekretär ber Prä- Ubcnt bcs Departements Haute-Sapom unb teilte ihm mit, baß bic Eisenbahnvcrwaltung ihm einen Spezialwagen zur Bersü- gung gestellt habe. Der Staatssekretär bankte perbinblidift unb suhl bann nach Gens ab, wo er abends um 9 Uhr eintraf.


