m. Jahrgang
Viertes Blatt
Nr. 254
G^chetni täglich mit Ausnahme bei Conntag*.
®le n#i<6citer KamilieadlLNer^' werden dem E>njeiaer' viermal wöchenllich betg*legl, bo8 „Krdibleti ftr de> Kreis ftiefien“ imetmal wWjenfltd). Die „LandwlrlfchastllcheN Sell- fragte" erscheinen nwnallich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhefjen
Samstag, 28. ©Habet W
Rotattonlbrud »mb Vertag der VrüdNch« Unwersuäis - Butts- und StetnbmdectL 9L Lange. Dießen.
Rebaftion. Expedition und Druckerei: Schick* ftraBe 7. Ervedikian und Verlag: &!•
RebatriBrc€^118. reü-Adru Anzerger^when.
Kuranstalt Hofheim
-------(1 2 Stunde von Frankfurta. M.'. für Erholungsbedürftige, Herven- und innere Kranke. Sommer und Winter
■<■■■«■ -------- Prospekte durch--
XlflEHMi Dr. M. Schulze-Kahlcyss, Nervenarzt
Hutterund. Kinder
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luten Sinne tun. Jetzt kommt China nicht als eine Drohung undzwanzig Stunden wurde Regenmenge von 1,10 3°Ö w . . . . rx v . <. : -r_ ... ♦ -u * a*. > n \ \ ♦ hem 1 i. Mlhril tanrt A An 'IrthTtSÄ
presse und Eisenbahn im modernen Lhiiia.
ür den Westen, sondern als ein Land, das friedlich Anteil
nehmen will am Fortschritt der Welt.
en Regierung mcht ousDlctDen tonne seine Beliebtheit bei der Mandschuherr
nachts in de Dräutti,
Sils Bei
De Wcllingtonicfamc.
iE Erlebnis vorn ohle .Schäfer*) ich vor etwa 30 Jahr meinem Lob' rn flaiisaS «vor,
Ain Helle Tag, nachts in de Dräutti, Sah ich nur Wellingtonie-Bäum l Wie ich zwei lange Jahr' 'etz' noch Hier bleiwe könnt', hing m'r zu hoch; Doch alles nimmt ernal e End • So auch mei' Reis' in’« Jänki-Länd
amtlich fcftgcftcUt. Seit dem 16. April vorigen Iachrech wo London eine Regenmenge von 1,19 Zoll verzeichnete, ha1 sich noch teilt so heftiger Regenguß in der englischen Haupb
kennen die Vorzüge van
Palndh (Pflanzenfett) und PalmOIia (PflanzcfieBrrtter» Margarine) als Speifefett und als Brotaufftrkb. viele Produkte Ond von abfoluter Reinheit, leicht verdautkb (kein Huf flößen, kein Sodbrennen!), (ehr preiswert und gänzlich frei von fletifchen Fetten. - Man vermeide die zahl- reichen Nachahmungen, betrachte ihr Vorhanden« lein vielmehr als einen Beweis für die varbüdhehe Qualität unlerer Produkte.
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ttß, Pätodh letzt ttuch „welch" (fchmalzäbnllch) a 6D®U
ladt eingestellt.
— Oeffentli che Taktlosigkeiten, ftcrbinanb Avo nariuS schreibt im „Kunstwort": Angenehm zum Aniasien sind fit ja nicht. Aber ich möchte heut boch zwei von jener großen Straße ausheben, über die so viele Leute laufen. Rur als Beispiele. Die Leidensgeschichte bes Ingenieurs Richter kennt jeder, schon aus dem Inhalt seiner wenigen ersten Telegramme war so viel zu lesen, daß ein Mensch von Takt wußte: zieh dich von dem» Geretteten mm zurück Das einzige, was verständigerwnse getan werden formte, hat die „Frankfurter Zeitung" getan, indem sie wiedergab, was Richter wiedergegebeit wünsätte. Wünschte Richter auch, für die Sensationspresse mö ilidnt frisch nach der Entlapniig photographiert zu werden? Wünschte er, als er, uach dieser Trennung, zum ersten Male wieder neben seiner Gattin tm Wagen saß, so „klischiert" zu werden? Unsere Reporter-Pbotogravden werden nachgerade ausdringlich wie die Schweißfliegen. Slver and) der Empfang selber und die Begleitung vom Bahnhof hetm- wärts burdi die „begeisterte" Menge muß, nach den Subern, ein Muster von Taktgefühl bes Publikums gezeigt haben. Zweitens: Für nächsten Frühiabr sieht eme beliebte Prinzessrn lvieder einem: „freudigen Ereignis" entgegen, für nächsten Frühling, und letzt schon erfahren wirs. Bon jetzt bis zum nächsten Frühltng werd die juttge Dame den Blicken der Interessierten, als nunmelwigen Eingeweihten, schaugestcllt bleiben. Um einen Thronfolger handelt ficfyi nicht, welches Interesse hat die Oefsentlichkeit betron, „das" zu erfahren und schon jetzt? Ist dieser HofNalsch widerlich taktlos ober gibt es jn seiner Bezeichnung ein IwflichereS Wort?
Morrison spricht mit Begeisterung von der neuen Armee mit ihren Schnellfeuergewehren, ihrer deutschen Disziplin und der Luftballonabteilung, von der völligen Veränderung der Stellung der Frau, von der Leidenschaft für westliche Erziehung. Die größte Bedeutung für die Auflockerung und Auswühlung des so lange erstarrten Bodens der chinesischen Psyche schreibt er aber der Presse und den Eisenbahnen zu. ,Lch bin gewiß," so äußerte er sich damals, „daß erst eine konstitutionelle Regierung in China die Reform der Verwaltung durchführen wird. Das alte, verrottete und verderbte Regime konnte nur solange unerschüttert bleiben, als es nicht dem Licht der Oefsentlichkeit ausgesetzt war. Der glückliche Zustund, da nichts nach außen drang, mußte beim Bekairntwerden dieser Mißstände einer ftrenaen Kritik und Verurteilung durch die Oefsentlichkeit weichen. Das Wachsen der volkstümlichen Presse — an und für sich eins der wichtigsten Zeickjen der neuen Bewegung — hat schon diese Wirkung hervorgebrachl So reißend schnell hat die Presse Einslug gewonnen, das; die Beamten vergebens versucht haben, den freien Ausdruck der öffentlichen Meinung zu unterdrücken und zu kontrollieren." zkeine geringere Wick>- tigkeit für das Erwachen der Geister und das Entstehen eines starken Rationa.lgefiihls hatten die Eisenbahnen. „Ein freundlickn's Verstehen der fremden Einflüsse ist unterstützt worden durch den sichtbaren Nutzen, den die Neuerungen der Kultur für das materielle Wohl des Lundes brachten. Die Chinesen fangen an, uns besser zu verstehen. Eisendahnen waren eine fremdländische Neuerung, die lange auf das Bitterste bekämpft ivurde. Nun spricht der aufbluhendc Wohlstand, der sich längs der Eisenbahnlinien entwickelt, für sich selbst. Die Züge sind mit Passagieren gefüllt. Gust- Höfe, Herbergen, Karawansereien schießen wie die Pilze empor. Wird ein Haus niedergerissen, so geschieht es nur, um ein größeres an seine Stelle zu setzen. Die Eisenbahn hat das Landvolk zu Reisenden gemacht. Reisen bedeutet ein Ausbreiten der Ideen und das Niederbrechen alter Vorurteile. Eine Gegend sieht, welche Wohltat eine andere von den Eisenbahnen hat, und verlangt auch nach ihnen. Daher die heiße Begier nach Eisenbahnen, die in allen Teilen des Reiches entstanden ist. Viele Linien sind gelegt, noch viel mehr sind im Entstehen. Aber die Eisenbahnen haben noch mehr getan, als daß sie das Vorurteil gegen die Fremden zerstörten: sie haben geholsen, ein neues Nationalgefühb zu schaffen und die Zentralregierung zu stärken. Früher ruhte die tatsächliche Macht wegen der weiten Entfernung, der Langsamkeit und Sckpvierigkeit der Verbindungen fast völlig in den Händen der Vizekönige und Provinzgouver- ncure. Es hatte sich ein mehr provinzieller als nationaler Patriotismus entwickelt. Heute ist dank den verbesserten Verbindungen keine Porvinzhauptstadt, mit Ausnahme einer einzigen, tveiter als 21 Tagereisen von Peking entfernt. Tie Sitze der Provinzverwaltungen stehen zu Peking durch den Telegraph in ständiger Beziehung. Tie Chinesen sind zu einem Bewußtsein ihrer Nationalität erwacht."
Auf seinen Reisen durch alle Teile des Riesenreiches konnte Morrison feststellen, daß sich das Empfinden der Chinesen gegen.die Fremden seit der Zeit des Boxerauf- slandes völlig verändert hat. _ lleberall kam man ihm nut größter Freundlichkeit und Höflichkeit entgegen. Im ganzen blickt Morrison freudig in die Zukunft Chinas. Zwar Gibt es noch manches zu tadeln, die Verwendung der Eunuchen, die Anerkennung der häuslichen Sklaverei, die Art der Gefangenenbehandlung und vieles andere, aber weit mehr ist in diesem aufstrebenden Lande zu loben. „Der bedeu- tenbe Fortschritt, der sich in vielen für eine größere National- Wirksamkeit bedeutsamen Dingen äußert, ist eine Tatsache, die nicht bestritten werden kann. Das Erwachen des National- gefühls und das Entstehen eines eigentlichen Bewußt, eins für Nationalität, die Ausbreitung westlicher Erziehungsmethoden, die Macht der eingeborenen Presse, die Steigerung des militärischen Eifers und die bessere Organisierung der chinesischen Armee, der natürlich noch unvollkommene Versuch, in manchen Teilen der Verwaltung Reformen durchzuführen, all das sind Erscheinungen, die viel für die Zukunft des modernen China versprechen. Tie Zivilisierung dieses großen Volkes kann nicht anders, als die ganze Welt in Mitleidenschaft ziehen. Sie wird es, glaube ich, in einem
Die gewaltige Krisis, die jetzt im chinesischen Millionen «ich hereingebröchen ist, kommt den genauesten Hennern des Reiches der Mitte nicht unerwartet. So hat der ausge- yidpwte Korrespondent der Times in Peking, Dr^ G. E Morrison, in dem die Engländer nicht mit Unrecht ihr Orakel für alle chinesischen Probleme verehren, seit langem vorausgesehen, daß ein blutiger Zusammenstoß der fort* schriftlichen Streife mit der noch im mittelalterlichen Anstauungen befangenen Regierung nicht ausbleiben könne. Immer wieder hat er seine Beliebtheit bei der Mandschuherr- schast aufs Spiel gesetzt, indem er eine Revolution für unausbleiblich erklärte. Seine Anschauungen über die erstaun lichen Fortschritte der sozialen Resormbetvegung und über die Momente, die eine völlige Umwälzung im ganzen Lande hervorgerufen haben, hatte er vor kurzem in einer Unter« rodung niedergeleigt, die daS London Dtagazine veröffentlichte, und diese Beobachtungen erscheinen uns heute schon pielfach im Lichte eingetroffener Prophezeiungen.
Ta hott' ich |o bei mir gedacht: Jetzt' mtrb nett ehnder eeimgemocht. Bis daß bersch qrnb so, tote der's vaßt, Amerika oclebc last.
So sein, die Ltüwwel-ei'geichnuert, M'r in dem Land erumvagierl: Heut' hämmer uff em See geluh't, Tags brcinf in die Prärie gemuhst; Durch Wnbds and Kamps sei' m'r gerahnscht, Un DaiS and Rechts Hammer vertschänscht! De biiitifull Reijegereh, Ten hotvtue m’r und a'oeseh — Kurzum, es gab fei’ Blätzche nett, Was ich m’r nett besichtigt Hott'.
Doch mos mich noch de ollermcift Bon oll’ dem Scheene hott’ sörpreist, Das ivor’n im Port von IelloNon Tie große Bäum vom Wellington. Io. dos sm' Bäum, so imposant War m'r bisher noch nix besonnt! Tnrmhoch un' schlank, so stehn sc da, Tie Rieie von 'Amerika! Un’ jedermann, das is' gewiß, Selbst wenn's de größte Teeskopp iS, IS ganz emeef, wenn er die Pracht Bon vorn bis hinne sich betracht! — Wie arm sehn dach degege anS Tic grüßte Bäum bei unS ze frauS I Rum Bcisviel: dranße an der Loh' Tic Babbele — seht se ench a’i Gleiche se nett in aCem ganz 're Fedber aus em Rawcschwanz, Tic m’r gezoge kurz zevor E paarmal durch e Petserohr? — — Te erseht' Gedanke, den ich hott', Ter war an mei' lieb Vadderstadt Ich dacht', ivarutn sollt’ m’r die Bääm Nett siehe tonne nach dehärn? — T's Rußland un d's ahle Feld Mit Wellingtonie-Bäum bestellt — In 20, 30 Jahr — Tas wär', Ganz obgesehe von d'e Ehr', E' Rapiöal, aui das am End M'r neue Schulde mache könnt' I — Un wenn dereinst bann Jung un Alt Spaziert im Welliugtonie-Wald; Und Alles kömmt von weit un breit Zu schaue' all die Herrlichkeit!----
M'r ward ganz schwinnelig ze Mut Bor lauder Stolz! Un’ kurz un’ gut, Ich halt’ fei Ruh', bis daß ich halt' Te Same für mei’ Vadderstadt Un* schickt'eii without onymore Noch Gieße a’ de Lordmajor, Ter, wenn 'ersch sieht, wie ich m’r dacht», Bor Heller Freud' en Lustsprung macht!--
Do da ab war'sch mit meiner Ruh Total vorbei, denn immerzu,
Alter Erfahrung gemäß bildet Scotts Emulsion bei Entkräftung, Abmagerung,Appetitlosigkeit u.den damit zusammenhängenden ' Beschwerden eine schätzenswerte Zugabe zur täglichen | Nahrung. Die Wirkung zeigt sich denn auch bald in einer Steigerung des Gewichtes verbunden mit einer nachhaltigen Hebung d. Allgemeinbefindens u. der
Erhöhung der Leistungsfähigkeit. J
IIn eines Tag« tonnt m’r mich seh' Zum Gießer Bürjermeister geb’! Ter macht znerscht e dumm Gesicht, Als er se hört, die Bäum-Geschtcht'. Dann wandle er sich hinnerücks Un’ sagt zu mir, er wißt vo’ nix! Nu war an mir d'S dumm' Gesicht, Un als er das ze sehe kriegt, Ta lagt’ er : ,,S' beste is, mein Liewer, Se gehn emal zum Moll enieroer !•' Gesagt, gedah', ich ging zum Moll. Ter sogt: „Mir is' de flopp so voll, Taß ich mich arab, mein liewer Mann, Awweil nett druff besinne kann!" Doch als ich mich halb lahm geschwätzt, Ta siels 'em ei’ ze guter letzt: „War 'sch," fegt er, „nett e Päckelche „In so ’me graue Säckelche?" „Jawohl", sagt ich, „Tas slimmbl genau, „Tie Färb vom Säckelche war grau!" „War 'sch nett-, sagt er, „etwa so dick?" „Jawohl!" sagt ich, mit frohem Blick. „War nett en Stempel druff gedrückt? „Jawohl!" sagt ich, scho' ganz entzückt! Jetzt kam 's em ivibber in de Sinne: „Ja, ja, da war de Same brinne! „Nu sage se, mei’ liewer Moll, „Is bas iür mich nett ehrenvoll?" „Ja", meint er, „freilich, boch inbefle, „Ten Same---hunn bie Mäus griresse!"
Vermischtes.
Acht Millionen Tonnnen Regenwasser find während des Mittwochs und der darauffolgenden Nacht über London niedergegangen. Innerhalb vier-
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