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22.4.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 94 Zweites Blatt 161 Jahrgang

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Samstag, 22. April I9fl

Notattonsdruck und Verlag der Brühl'schen UntversuälS»Buch- und StembrucfereL 9L Lange. Dießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» strotze 7. Expedltton und Verlag: 5L

Nebaktwn:^^I1L^el.-AbruAnzelgerGletzen,

(Gin zweiter Artikel folgt)

Vom merikani'chen Nriegrschauplatz.

Newy or k, 21. April. Aus Texas wird gemeldet: Tie Auf ständigen griffen Parras und San Veare in Coahuila an. Viele mexikanische 8undessoldaten wurden getötet. In El Pase wurden in Erwartung eines Angriffes auf Juarez toeiten amerikanische Truppen konzentriert.

vom staatlichen vergwert.Lodwlgrhoffnung".

Aus Darmstadt wird uns geschrieben:

Tas staatliche KohlenbergwerkLudwigshoffnung" und die von der Regierung zu dessen Rentierung den Land­ständen vorgelegte Regierungsvorlage, wonach für die Er­richtung einer Brikettfabrik in Verbindung mit einer elek­trischen Ueberland-Zentrale nahezu zwei Millionen Mark angefordert werden, wird demnächst sowohl den Finanz­ausschuß der Zweiten Kammer, wie die Vollversammlung der Rammet selber in eingehender Weise zu beschäftigen haben, da die feste Absicht besteht, den Gesetzentwurf unter allen Umständen noch vor dem im Sommer erfolgenden Schluß des Landtags zu verabschieden. Inzwischen hat, wie wir berichteten, der Finanzausschuß an Ort und Stelle *'t>n der ganzen Sachlage Kenntnis genommen und die Ausschußmehrheit, die zuerst eine recht reservierte Stellung zu der Regierungsvorlage einnahm, ist dadurch, und dank der gründlichen sachlichen Aufklärungen und Erläuterungen der Regierungsvertreter zu einer dem neuen Plan wesent­lich günstigeren Auffassung bestimmt worden, während sich in verschiedenen Blättern eine, allem Anscheine nach von Interessenten direkt oder indirekt veranlaßte Opposition «egen die Regierungsvorlage geltend gemacht hat. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hier im Rahmen eines kurzen Zeitungsartikels dasFür oder wider" zu dieseZ bedeutungsvollen Vorlage näher zu erörtern. Dagegen dürfte es von allgemeinem Interesse sein, einen Blick auf die 40jährige Geschichte dieses Staatsbesitztums zu werfen und die wiederholten Kammerverhandlungen ins Gedächt­nis zurückzurufen, die sich mit dem Braunkohlenbergwerk beschäftigt haben. Das Interessanteste dabei ist, daß vor nunmehr 14 Jahren Regierung und Volksvertretung nahe daran waren, das ganze Besitztum für eine sehr mäßige Summe, 390 000 Mk., an das Fürstlich Solmssche Haus- bermögen zu verkaufen und daß es nur dem energrschen Auftreten des verewigten Abg. Köhler-Langsdorf zu danken ist, wenn dieser Plan vereitelt wurde. Er war cs, der damals im Finanzausschuß gegen den Verkauf des Werkes sprach und der dann in der Kammer, die sich dem Vorschlag der Regieruno sehr geneigt zeigte, in einer längeren temperamentvollen Rede am 25. März 1897 die geradezu prophetischen Worte sprach:

Sic behaupten, der ^Betrieb wird nicht rentieren, weil die Steinkohle das Feld behaupten wird. Das lasse ich nicht gelten. Man muß da noch etwas weiter denken und ich erinnere da an meinen Elektrizitätsan trog: Dort in der Wetterau liegt eine ?roße Kraft in biejen großen Braunkohlcnlagem, da vor Mil- ionen Jahren die Sonne da hineingeschienen hat: die werden foir seiner Zeit in Elektrizität um setzen können, vnd das nicht erst in hundert fahren. Die Welt schreitet heute schneller voran, wenn auch der -tag immer noch 24 Stturden hat. über wir schreiten schneller vorwärts, und es wird möglich sein, und es ist nicht ausgeschlossen, daß bereits in zehn Jahren der Herr Fürst von Solms-Braunfels uns dort in der Wetterau das elektrische Licht und die elektrische Kraft ver­kauft, die ernrit Hilfe derBraunkohlenherstellt. ?di habe mit Direktor Zschoktc von Trais-Horloff gesprochen. Dessen Lieblingsgedanke ist es, die Kohle nicht zu verkaufen, tie er graben läßt, damät sie auf den Wagen abgeholt nrirb, sondern sie auf dem Plcytz xu verbrennen und in elektrische Ära ft umzusetzen, die als Licht oder bewegende Kraft weitergeführt wird nach Frankfurt, Nauheim, Friedberg, Gießen usw. Sie lachen, meine Herren, und denken, das wäre Zukunftsmusik; das ist es aber nicht. In zehn Jahren ist das vielleicht schon Tatsache, wovon ich hier rede. Bei der Schnelligkeit, mit der heute die Elektrizität sortschreitet, treten diese Möglichkeiten gewiß ein. Und da wollen wir die enorme Kraft, die in unserm Boden auf- gespeichert ist, nicht für 390000 Mark jetzt leichtlen Herzens hingeben.

Diese Worte des verstorbenen Abgeordneten bilden uns die schönsten Dokumente für die tief in seinem Innern be­festigt gewesene Liebe zur heimatlichen Scholle, sie zeigen aber auch einen weiten, in die Zukunft ausschauenden Blick und eine kluge Beurteilung der realen Dinge, aus der viele unserer heutigen Parlamentarier etwas lernen könnten. Diegroße Krast", die in den dortigen Braunkohlenlagem vorhanden ist, konnte auch von diesem Redner nur vor­ausgeahnt werden, denn erst die später auf sein Betreiben von der Regierung angestellten Untersuchungen haben er­geben, daßdas fiskalischeFeld ca. 50 Milli o n e n ^ubil meter Braunkohlen enthält und daß die Braunkohlen zur Brikettierung geeignet sind. Und eine vor zehn Jähren von der Regierung ausgestellte Berechnung ergab folgendes: Das Kohlenlager hat eine Länge von 7500 Metern und eine mittlere Breite von 600 Metern. Die mittlere Deckgebirgsmächtigkeit ist 25 Meter, die mittlere ^ohlcumächtigkeit ist = 10 Meter. Die Menge der vor­handenen Kohle ist nach den vorgenommenen Bohrungen auf 50 Millionen Kubikmeter berechnet worden. Der Ab­bauverlust beim Tiefbaubetriebe ist infolge des notwendigen Stehenbleibens der Sicherheitspfeiler, der nicht gewinn­baren Kohle im Hangenden und Liegenden der einzelnen Abbauiohlen, sowie der im Ausgehenden nicht abbauwür­digen Kohle auf ein Drittel der vorhandenen Menge zu veranschlagen. Ein Kubikmeter gewaschene Kohle ist = 15 Hektoliter geschüttete. Es sind mithin gewinnbar 331,2 Millionen Kilometer, gleich 500 Millionen Hektoliter. Bei den der Rentabilitätsberechnung zugrunde gelegten Förderungen würde demnach die Kohle ausreichen: bei 5:>0 OUO Hektoliter jährlicher Förderungsmenge auf 940 Jahre,

, 832 500 , , , . 600 ,

, 1000 000 , . . 500 ,

1250 000 , , 400 ,

u 2 000 000 , , 250

internationale kriminalistische Vereinigung.

lFortsetzung des Berichtes im 4. Blatt.)

~ Berlin, 21. April.

In bet heutigen Bormittagssitzung sprach Professor M i 11 e r maier (Gießen) überb ic Behandlung der un sozialen Elemente im Vorentwurs". Ms unsozial, so führte der Redner aus, sind alle zu bezeichnen, die wegen ihres inneren Zustandes durch unser Strafrecht nicht von der steten und nicht bloß gelegentlichen Wiederholung von Straftaten ab­gehalten werden können. Zweckmäßig werden diese unsozialen Elemente in vier Klassen geteilt: 1. die geistig Abnormen, die nicht oder minder Zurechnungsfähigen, 2. bic Bettler, Land­streicher und Arbeitsscheue, 3. bic sehr große Zahl der haltlos Schwachen, aber nicht abnormen Bcrbrechenraturcn (sogenannte Gewohnheitsverbrecher, bic oft harmlos, aber meist ganz un­verbesserlich sind), 4. die energischen Berufsverbrecher, bic so­genanntengewerbsmäßigen Verbrecher". Was die strafrechtliche Behandlung dieser unsozialen Elemente betrifft, io stellt sich der Vorentwun auf den Standpunkt: die gewerbs und gewohnhcits mäßigen Delinauentcn sind erhöht schuldig und müssen daher mit erhöhten Strafen belegt werden; der Gegenenlwurf vertritt den Standpunkt: Gewerbs- und Gewohnheitsmäßigkeit sind die M mnieichen der unsozialen Elemente, gegen die ich mich sichern muß, gegen die ich also Sicherungsmatzregeln anzuwendcn habe. Ich glaube, daß hier der Standpunkt des Gegen ent- wurfs der richtige ist. Gewerbs- und Gewohnhcitsmäßig- feit sind nicht ohne weiteres Momente erhöhter Schuld (Zustim­mung). Als Sicherungsmaßregeln sind zu fordern: 1. gegen geistig Abnorme die Anstaltsverwahrung, wie sie auch der Vorentwurf Vorsicht; 2. gegen Bettler, Landstreicher und Ar­beitsscheue das Arbeitshaus mit möglichst unbestimmter Dauer; völlig verkehrt wäre cs, 'bad Arbeitshaus als kurzwährende Besse­rungsmaßregel gegen alle Arbeitsscheue einzuführen, wie dies der Vorentwurf tut; 3. gegen Haltlose und Gewerbsmäßige shste- matisch zu verbindende Sicherungsnachhast, aber nur bei Gemein­gefährlichkeit. Ter Gedanke der Sicherungsnachhaft gewährt als besonderen Vorteil die dringend notwendige mildere Behandlung der Verwahrten, namentlich nach dem Vorbilde Englands bei Kulturarbeiten, die Möglichkeit der durchaus zu fordernden un­bestimmten Dauer und Der weitgehenden vorläufigen Entlassung. Im übrigen muß entschieden verlangt werden, daß bas Strafgesetz­buch selbst neben der Vergeltungsstrasc auch Sicherungsmaßnahmen gegen Unsoziale aufnimmt; es muß daher beide Maßnahmen svste- matischer verbinden, als bies der Entwurf tut, es müssen beide in die Hand eines Organs, nämlich des Strafrichters, gelegt werden. Neben diesen Maßnahmen i'st noch zu fordern eine Vorbeugung gegen progressiven Strafvollzug durch Ausbau der vorläufigen Entlassung und durch eine dem Strafvollzug an- gegliederte Entlassenensürforge mit Einrichtung von Uebergangs- mftituten. (Beifall.)

In der Aussprache befürwortete Professor Goldschmidt (Berlin) ebenfalls, das Arbeitshaus zu einer Besserungsanstalt auszubauen. Tie Schwierigkeit liege darin, zwisch.m Besserungs­fähigen und Unverbesserlichen zu unterscheiden. Geh^ Oberregie­rungsrat Kröhne bezeichnete es als Aufgabe des Staates, die Menschen, nachdem sie ihre Strafe abgesessen, wieder in die soziale Ordnung einzureihen. Dazu gehöre, daß wir die Ver­urteilten heraussührten aus den Anstalten und sie in Arbeit unter freiem Himmel brächten, wie dies mit Erfolg bereits auf der Halb­insel Hela geschehe. Man wende nicht ein, daß es sich hier um Utopien handelt, ohne Utopien und gewisse Ideale gibt es eben fein Weiter kommen. Man wende auch nicht ein, eine Strafe dürfe nicht in eine Wohltat verkehrt werden. Wir bedürsen alle der Wohltaten, auch wir, die wir noch nicht gesessen haben. Mit den Sicherungsmaßnahmen wollen wir die Strafe nicht noch verschärfen, wir wollen sie einführen aus Barmherzigkeit. (Beifall.)

In seinem Schlußwort drückte der erste Vortragende feine Befriedigung darüber aus, daß keine Stimme für die Deportation eingetreten sei. Morgen werden die Verhand­lungen fortgesetzt und zu Ende geführt.

Luftschiffp. 6 gestrandet.

Hannover, 21. April. Das LuftschiffP. 6" ist um 12i/4 Uhr zwischen I senbüttel und Leiferde, in der Nähe von Bronneckenbrück, niedergegangen. Das Luftschiff hängt an einer Birke.

Berlin, 21. April. Das LuftschiffParseval 6" stieg heute vormittag 4Ü3 Uhr zur Fahrt nach Amsterdam unter Führung des Oberleutnants a. D. Stelling auf. Die Besatzung, ein­schließlich der Bedienungsmannschaften bestand aus zehn Mann, darunter zwei Offiziere vom holländischen Kriegsministerium. Es sollte versucht werden, die Fahrt ununterbrochen bis Amster­dam durchzuführen.

Oberleutnant Stelling, der Führer des Ballons, gibt folgenden Bericht: Wir erlitten etwa fünf Kilometer westlich bes Bahndammes von Isenbüttel dadurch einen kleinen Defekt, daß sich ein Tau, in einer Kiefer verstrickte. Namentlich wegen des plötzlich auftretenden ftarfen böigen Westwindes direkt gegen die Fahrtrichtung, wurde sofortige Landung beschlossen, die glatt und ohne die Reißleine sich vollzogen hätte, wenn sich nicht unmittel­bar unter uns ein yroßer Sumpf gezeigt hätte und wenn irgend­welche Leute zur Hckfeleistung in der Nähe gewesen wären. Ich zog die Reißleine und die Gondel landete sehr glatt auf trocknem Gckriet, mitten im Niederholz der Gifhorner Schweiz, während die große Bailonhülle sich zum größten Teil in den Sumpf legte. Wir alle tzchn Personen sind unverletzt und wohlauf. Tie Fahrt ging anfangs gut von statten. Mittags kamen böige Westwinde auf, welche die Fahrt etwas erschwerten. Trotzdem kam das Luftschiff noch 32 Kilometer in der Stunde vorwärts. Es war beabsichtigt, in Minden eine Zwischenlandung zu machen, um dort zu übernachten und morgen ftüh weiter zu fahren. Westlich vom Bahnhof Isenbüttel entstand im Lcinen- system eine kleine Unordnung. Ich beschloß, zu landen, um den Defekt wieder zu beseitigen; wegen des ungünstigen Geländes war die Landung sehr schwierig. Ms eine plötzlich einseyende heftige Böe den Ballon breit saßt, sah ich mich genötigt, die Reißleine zu ziehen, um die jDüIIe zu entleeren. Tie Maschinerie ist intakt geblieben, nur die Stabilisierungs flächen wur­den eingeknickt.

Braunschweig, 21. April. Das LuftschiffP. 6" wird abgerüstet und mit der Bahn nach Bitterfeld gebracht werden. Tas Luftschiff beschrieb zum Zeichen der beabsichtigten Landung drei große Schleifen und ging bann glatt nieder.

LllstfchiffahN

Dresden, 21. April. Ter Sächsische Landesdienst meldet: Das preußische Kriegsministerium setzte für den Rundft ug durch Sachsen einen Preis von 5000 Mk. für den Sieger aus: außerdem wurden 28000 Mk. für die Anschaffung des siegreichen Flugzeuges bewilligt. Als Be­dingung für die Gewährung des Zusatzpreises wird ver­langt, daß der Flieger eine Teilstrecke mit einem Passagier ;urücklegt und während des Fluges eine Höhe von 400 Me­tern überschreitet. Das Flugzeug muß deutschen Ur­sprungs sein. __ _ __

Arbeiterbewegung.

Hamburg, 22. April. Gestern abend traf ein etwa 20 Mann starker Trupp Arbeitswilliger aus Kiel hier ein. Sie mürben sofort von dem Posten ber seit Mitte März streikenden Tischler angehalten, und als deren Aufforderung, gemeinsame Sache zu machen, Ablehnung fand, sielen die Streikenden übet bic Arbeitswilligen her. Es entstand auf dem Platze vor dcmi Tammtorbahnhof eine allgemeine Schlägerei, an der sich auch Passanten beteiligten. Tie Polizei verhaftete sämt­liche Streikposten. Zahlreiche Personen sind verletzt worden.

Dcrmifcbte».

* Ein C n w C ibli che N Küster kann ErowlandAbbey aufweisen, da eine Dame, Miß Sarah Jane Hill, dieses Amt eben angetreten hat. Bemerkenswert ist ber_ Umstand, daß sich das Amt eines Küsters seit dem Jahre 1792 bereits in den Händen der Familie befindet, der die nunmehr zu dieser Würde ernannte Tarne angehön, und daß bic Tamc gleichzeitig auch das Amt eines Totengräbers zu bekleiden hat. Einer ihrer Vorfahren im Amte sowohl als in ber Familie crblinbetc tit vorgerückten Jahren vollständig, war aber stets in ber Lage, jebermann zu irgenb welchem Grabe hinzuführen.

Kieme ckaaeschroiilt.

Ter verürißle Usedomer Bürgermeister Trömel ist bei seiner Familie in Usedom wieder eingetroffen.

In Livenmore iStenturfl)) wurde ein des Mordes an einem Weißen angcllagtcr Neger vom Pöbel zum Opernhaus geschleppt, auf der Bühne an einen Pfahl gebunden unbi darauf von Weißen vom Parkett aus erschossen^

Im Königlichen Forst zwischen Petersdorf und Saarew ent­stand aus unbetännter Ursache gestern ein Waldbrand, der dreißig Morgen Waldbestand vernichtete. Auch bei Rifsian in Süd­tirol entstand gestern ein Waldbrand von großer Ausdehnung.

In Guttentag sind zwei Mädchen tot aufgefunden worden. Sie hatten vergiftetes Konsekt gegessen, welches das eine von Beuthen mitgebracht hatte, wo sic bei Verwandten zu Besuch weilte.

Das Dorf Wykswice-Koscielne an ber russisch­schlesischen Grenze ist durch Feuer zerstört worden 30 Häuser sind niedergebrannt.

In Transkaukasien ist ein starkes Erdbeben von drei Sekunden Dauer verspürt worden.

Märkte.

Gießen, 22. April. Heu- und Str oh markt. Tie Umlatze in Heu auf Oswalds Garten werden sich in diesem Jahre infolge des Ausfalles der Viehmärkte, falls deren Sperre anhalt, auf 100 C00 Zentner weniger belaufen als in sonstigen Jahren. Infolgedessen sind die Zufuhren auch nut mäßig. In der letzten Zeit wurde für gutes Heu Mk. 3,003,20 der Zentner bezahlt. Strohzufuhren sind sehr seilen; der Zentner wird mit Mk. 2,75 bt5 Mk. 2,80 bezahlt.

Gießen, 22. April. Marktbericht. Auf heutigem Wockeu- markte kostete: Btttter pr. Pfd. 1,201.25 £Dlf Hühnereier 1 St. 78 Psg., Ganseeier 1 Stück 1520 Psg., Käse pr. St. 68 Ps., Kasematte pr. St. 56 Psg., Tauben pr Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Pik., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. St. 1,802,20 Mk., Gänse das Pfd. 7580 Psg., Ochsen- steisch vr. Pfd. 8896 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 8690 Psg., Kuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 7090 Psg., Kalb­fleisch vr. Psd. 8892 Pfg., Hauunelsteisch pr. Pfd. 6088 Pfg., Kartoffeln vr. 100 Kg. 8.00 bis 9.00 Mk., Weißkraut das Stuck 30 bis 40 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 10,0012,00 Mk^ Milch das Liter 20 Pfg^ Birnen per Psd. 0000 '.DIL, Aepfel per Ztr. 10 bis 20 Alk., Nüsse 100 Stück 5060 Psg., per Ztr. 000 Mk^ Bohnen per Pfd. 0000 Pfg Marktzeit von 71 Uhr.

kirchliche Nachrichten

der evangelischen Gemeinde Büdingen.

Sonntag Quast modogeniti, den 2 3. April: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden.

Vormittags 10 Uhr: Knabenableilung. Pfarrer Schäfer.

Nachmittags 2 Uhr: Madchenabteiluug. Pfarrer Göbel. Tie Amtswoche hat Pfarrer Schäfer.

Die nach- A pr7tp sind am Sonntag dem 23. April stehenden avl utv von 12 Uhr mittag* bis 12 Lhr nacuts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen: D I?/4

Dr. Mueller, Liebigstr. 47. Dr. Stuhl, Seltersweg 79 a.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

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Höchste Temperatur am 20. bis 21. AprU -ft 26,6 e 3. Niedrigste , , 20. , 21. , ==" 4- 3,7 eC.

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Zur Pflege des Haares wird neuerdings das nachstehend verzeichnete Rezept empfohlen, da es sich vortrefflich zur Förderung des Haarwuchses, zur Be­seitigung der Kopfschuppen und damit zur Vorbeugung der Kahl­köpfigkeit eigne.

1 Gramm kristallisiertes Menthol wird zunächst in 85 Gramm Bay-Rum aufgelöst, alsdann füge man 80 Gramm Livola de 1 omposee hinzu und falls man einen Wohlgeruch gern hat ein xeelöffelcfjen voll eines besseren Parfüms. es1*/*

Tas Ganze wird tüchtig durcheinandergeschüttelt und ist dann nach etwa halbstündigem Stehen gebrauchsfertig. Tie Anwen­dung geschieht durch leichtes Einreiben in die Kopfhaut, morgens und abends.

Ta vielleicht andere Leser dieses Rezept gerne auch probieren möchten, fei hier noch erwähnt, daß dasselbe von jedem Apotheker ober Drogisten nach obigen Angaben leicht zusammengestellt wer­ben kann. Bei Bertvendung ber richtigen Bestandteile in beit genannten Quantitäten sollte die Mischung von klarer, goldgelber bis lichtbrauner Farbe sein und ihr Herstellungspreis ungefähr 3 Mark betragen.

Kassensdiränke

Fr. Krogmann

ßMhnhefrtrasee 30 D10/, Fernsprecher 401