Samstag, 20. Mai IW
Nr. 118
viertes Blatt
161. Jahrgang
Giehener Anzeiger
Erscheint köglich mü Ausnahme bc3 Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
49—51
88-90
60
89
35-87
48
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77—78
41
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i'Cinfte SViafifälbec
64—66
ÜJiittlere 'J)lau- und beste Saugkälber . 58—61
46-00 90—00
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58-59
45
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Es starben an . Zusammen:
KD
1(1)
Summa : 8 (2)
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Mcteorologischeveobachtungen der Station Sieben.
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Mai
1911
L
2 * 10
Kassensdiränke
Fr. Krogmann
Bahnhofstr&w»c 30
Fernsprecher 401
70—75
66-68
Bew. Himmel Beb. Himmel
9
10
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41
46—47
39-44
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37
82
72
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WKW
NNE
2 1
1
108 100
90 80
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50-52
2(2)
1
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80—84
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106-110
96-105
2
2
59—60
50-56
nur für (klagende Fälle sicher anzntreffen: I>r. Geyer, Seltersweg 64.
Sanitätsrat !>r. Zinsser, Goethestrasse 10.
Anm.: Tie in SUammern gcfetzlcn Ziffern geben an, nne viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf fron auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: A u g u st Goetz.
Bull en.
Vollfleifclnge, ausgewachsene, höchsten
Echlaclitiverfc-s
Poltfleischige, jüngere
Marien. Hübe.
L oli fleischige ausgemäslete Färsen höchst.
Schale. Weidemastschase ...... . Schweine. Vollfletfchige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht LoUfleisctiige Schweine übet 2 Zentner ^'ebcndgeivicht BoUNcijchige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht iZleifchige Schweine unter 80 kg Lebend- geivtcht Sauen
chaie 31, Schweine 235.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schale und Schweine P»eiS
Tie „Oietzener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» „Krtliblatl ftr den Krdi Eietzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Uebcrstand: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine geringer Ueberstand.
Geringere Masi- und gute Saugkälber 52—56 87—93
Geringere Saugkälber . .... 46—51 87—93
Redaktion, Expedition und Druekerei: Schul« (trage 7. Erpedition und Verlag: e^^Sl. Redaktion: e-^112.Tel.-Adr.:An-eiger«ietzen.
Blutvergiftung Atrophie Lungentuberkulose Herziehier Taiinverschluß Geschwulstbildung
Schlachtwertes. . 47—50
L oU'ieijchige ausgemästete Kühe höchst.
Schlacht wertes bis zu 7 Jahren. . 40—43
Aeltere ausgeinauele Kühe und wenig gut cntioidelte züngereKühe u. Färsen 35—39 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 30—34 Kälber.
Rotationsdruck xmb Verlag der BrnbFschen UnwersltätS - Buch- und Sleindruckerei.
R. Lange, Sieben.
Cdif en.
Dollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlack tivertes, höchstens 6 Jahre alt Junge, fleischige, nicht auflgcinauc und ciiicie auSgemästete......
Ungejochte...... . .
Kinder Erwachsene. nn vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr
Die nach- viiid am Sonntag dem LI. .Hai
stehenden MvXLlC von 12 Uhr mittasu bin 12 Lihr nachts
84
92
mittelmähig.
Durchschnittspreis pro lOOVlund vebenb.
vewichr
^NESTLE
j ÄUbewänrle Nahrund fürKinder und Kran Ke
pro 100 Vtd. tebenb« ^chiachk» «eivichr
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Märkte.
«icke«, 20. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wochen-, markte kostete: Butter vr. Vld. 1,25—ILO TlL Hühnereier 1 St. ;—0 : sg., Enteneier 1 Stuck 9 -u Pkg^ Gänseeier 1 Stück 15 bis 00 Psg., Kose pr. St. I*—8 Psg^ Kasematte pr. Et. 5—6 Psg., Tauben pr Vr. 0,80—1,00 Mk„ Hühner pr. Et. 1,00—1,60 Vlk^ ahnen pr. Stuck 0,80—1.^0 Alk., Eulen pr. Et. 1,80 -2,20 <Dl£ Gänse da» Psd 75—80 P«g.. Echsen fleisch vr. Vsd. 86—94 Psg., 9lindsleisch vr. Pfund 86—90 Vig.. Mnhfleifd) 70 Psg., Edntxine-. fletsch pr. Viund 70—90 Vsg., Kalbfleisch pr. Psd. 88—92 Vsg., faninieljlcisch pr. Vid 60—88 Psg.. Kartoffeln vr. 100 Kg. 10.00 bis 12.00 Alk., Weißkraut das Stück 30 bis 40 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 10,00—12,Ou Alk.. Milch das liier 20 Pfg^ 2lepkel per Ztr. 20 bis 3u Mk., Russe 100 Stück 50—60 Psg., vor Ztr. 0—00 1UL. Bohnen per Pst). 00—00 Pig Marktzeit von 7—1 llbr.
1.0 Diedbaden. V ie h b o'-V! a r t t b e ri cht vorn 19. Mai. •Jlnftricb: Rinder 43 tSchfen 3, Kühe> 40, Bullen 00), Kälber 114,
Auöi'chußbcricht sei völlig obicfna gewesen, auch unetgennür-ig abgeiaßt, denn feine Partei bade keine Vorteile davon, lein Bci sitzer werde deshalb mehr bestätigt werden. Bei seiner lieber tinsunnnung mit der 3icgierungsvorlage befinde er nd) ia auch in sehr netter Gescllschan. Weiterleit Ter jetzt vorliegend: eine platonische Licbescrkläruiig Durch den weiten Teil des Antrags werde dem Unternehm it mehr geickiadet alS genützt, denn es würden dadurch nur gröbere Unkosten entstehen. Man wolle wohl nm dem Eintrag nur der Reg.ernng einen 'Sumdi zettel mit auf den Weg geben und ba durch ihn keinerlei Gefahr entstehe, wolle auch er den Antragstellern entgegenkommen und dafür nimm en.
Abg. M oltban Zcntr.) tritt dem Abg Stöpler entgegen, er lätinc nidn ctnfeb n, dass mit der Annahme der Vorlage nicht nur Cbcrbeifen, sondern dem ganzen Lande Vorteile -rwackfen würden. Weiter wolle tr fest stellen, bau die Unterzeichner des Antrags bürd1 hä seine prinzivicllcn Gegner der Sclbstausnutzung bieseS Unternehmens seien, innbern man wolle damit nur Wünsche äußern, bic geeignet erscheinen, das Unternehmen zu sichern
Roch einer turzen Richtigstellung schließt die Ausspridw
Ta*3 Haus nimmt zunächst einsiimmlg den Ausschußantrag auf Bewilligung der Regierungsvorlage an und stimmt dann ebenfalls einstimmig dem Antrag zu:
Tic Regierung wird ersucht, die Briketlsabrif nebft clchhfdrr Zentrale und den Betrieb der Grube Wölfersheim im Einv.r ständnis und gegebenenjallS unter Beteiligung der Provinz Ober Hessen einer Aktien- ober einer anderen Gesellschaft zu übertragen rber sich an einer so l dum zu beteiligen. Sollte sich diese Form des Betriebes nicht ermöglichen lassen, fo wird bic Regierung er sucht, bei Errichtung ber BriletNabril und ber Ucbcrlrndzcntrale burch Anstellung eines 2. sansmännifchcn Tirektors, sowie burd; getrennte fBudmihrung unb Bilanz für die einzelnen Zeile d-s Gcsamtmttcrnchmens eine größere G arantie für die Rcntabilir it ber staatlichen Anfivc neun gen zu f (haften. Tic Regierung bat nach einer Gründung bei v immer hiervon Mirtcilnng zu machen.
Radi einer längeren Pause crlcbigtc das HauZ noch mehrere Anträge von Kammcrmüglieocrn. Zu bem ZnitiatmanEag der Abg.-Brauer, 2r. Weber unb Genoiscn, betreffend die Ablösung der StcucrfTiibcit von gcmarlungselbstündigem Grundbesitz ist ein Antrag Lutz eingcgntgcn, den 2c- fachen Betrag für die Ablösung auf den 20 fachen Bcirag herabzusetzen. Ter Antragsteller führt aus, das; der 25 fache Betrag zu hoch fei und entschieden herabgesetzt werden müsse, denn bic Schulen hatten schon Lasten genug zu fragen.
Rach einigen Ausführungen des Abg. M o l t b a n ^Zentr.) als Berichterstatter, wird der Ausfckuf. «trag in Verbinbting mit dem Antrag Lutz, wonach die Ablösung der Steuerfreiheit zum 20 fachen Betrag erfolgen solle, einstimmig angenommen.
Es folgt bic Besprechung der Anfrage des Abg. Köhlcr- Langsdorf, betreffend bic Anwendung der Beni mm an gen des revidierten PolizcistraiLesetzbuchs auf ben Betrieb der Automobile.
Abg. Wolf-Stabeckcn Bbd) berichtet über bic Gefahren, die durch die Automobile auf den Landstraßen berDorgcrutcn werden. Ter Redner verliest vcn'c.icdrne Bestimmungen für ben Vcrleltr und weist baraui bin, daß der Bundesrat in der Rahe von Ortschaften eine Geschwindigkeit von 15 Kilometer festgesetzt bat. Er vermisse aber Bestimmungen darüber, wie sich der Ebauffcur zu benehmen habe, wenn durch bas schnelle Fahren andere Fubrwenc in Gefahr gebracht werden, lieber dos Ausweichen und lieberfa^cn von Fuhrwerken seien verkehrte Seit immun not getroffen, weil die Autos rechts überholen müssen, wahrend die Fuhrwerke links ausweichen sollen. Tic Autos führen nicht aus Zeitmangel, sondern nur um Benzin zu sparen, in einem jo rasenden Tempo. Ter Redner verlangt, daß Absatz 2 des r- 18 der Bundesralsordnung abgeändert werde.
Abg. Fenchel sBbd. * stimmt den Ausführungen des Vorredners zu und ersucht ebenso wie der Vorredner, die Regierung, den Wünschen des verstorbenen Abg. Köhler näher zu treten.
Abg. Breidenbach Bbd.) ersucht die Regierung, zu ber» anlaffcn, das', zwischen Friedberg und Bad-Nauheim Wamimgs- tafcln angebracht werden. »
Tic Besprechung ist damit erledigt.
Zu der dringenden Anfrage des Abg. Fulda, betreffend die Errichtung eines Trievwagenvcrkchrs zwischen Frankfurt und Langeii, verliest Oberfinanzrat Robde eine Regicrungsantwort, daß diese bem Antrag keineswegs ablehnend gegenuberstehe. Tic Einrichtung lonne icbodi erst in Frage kommen, wenn genügend Triebwagen vorhanden feien.
Abg. Orb iSoib.; «rill feststes len, daß er mit ber Antwort der Regierung cmDcrftaitbcn unb zufrieden fei.
Auf die Anfrage des Abg. Ulrich, berreffenb die Offenbacher Niveau Uebergange der Bebraer Ei'cnbabn, verliest
Oberfuumzrat Robbe eine Regicrungsantwort, wonach fest gestellt sei, baß ber in Frage kommende löbliche Unfall auf das eigene Verschulden des (Getöteten iiirüd geführt werden muhe. Tiefer habe die Signale nicht beachtet, wie durch die Untersuchung nachgewiesen sei. Ter preußische Gucnbahnminiftcr habe sich bereit erklärt, mit der Stabt Offenbach wegen Umbau ober weiterer Ver besferungen an ber Strecke in Vcrhaiwlungen cinjutrcten.
Auf Antrag bcs 9(bg. U l r i ck wird beschlossen, die Regicrungsantwort drucken zu lassen und bann in eine Besprechung darüber einzutreten.
Tie Sitzung schließt daraus gegen 1 Uhr. Nächste Sitzung: Ticnstag vormittag 10 Uhr.
hessische Zweite Kammer.
R. B Torrn nabt, 13 Mai.
Am Ministertische: Finanznnnincr Braun, Geheimrat Wilbranb, Reg,erungSbaurat Schöberl, Finanzrat Bal° s e r, Bergrat Schulz.
Ter zweite Bizepräsibent Tr. Schmitt eröffnet die Sitzung um 9i. Uhr. Tas HauS tritt sofort in die Tagesordnung ein, Fortsetzung der Beratung über bic Regierungsvorlage, betr. ben
Ban einer Bnkettfadrik mit elektrucher Zentrale in Oberhessen Es ist ein neuer, non 19 Mitgliedern verschiedener Fraktionen unterzeichneter Antrag cingcgangcn, in welchem bic Regierung ersucht wirb, bic Brikettsadrik nebst elektrischer Zen tralc unb den Betrieb her Grude Wölfersheim einer Aknen- ober Anderen Gesellschaft 1 it, oder, falls sich bu*.
Form des Betriebes nicht cnnöfllidicn lassen feilte, einen zweiten kaufnumnischen Tirrftor anzusteUen unb getrennte Buchführung und Bilanz aufzustcllcn.
Abg. Tr. Weber Bbd spricht zunächst dem Finanzministcr Braun seine Glückwünsche aus, baß ihm seine Wiedcrgeneiung bi ■ Vertretung der vorliegenden wichligcn Regierungsi mogUcht habe Ter Redner bespricht dann erst die verschiedenen früheren Projekte für Oberhessen, wie die Wasserversorgung vom 3nlx*ibeiier Gebiet aus und das Elektrizitätswerk von Lißberg, um nachzuweisen, wie vorsichtig gearbeitet werben muß, um Fehler zu verhüten. Im Jahre 190 ) würbe von Lißberg Wasser nach Frankfurt verkauft, weil man bies unbedingt nötig hätte, und im Februar 1906 war von Herrn Baurat Schöberl ein Gutachten vorgelegt worben, baß man für ein Elektrizitätswerk für 6—8 Jahre große Zuschüffe brand)cn würbe. Um hierfür Geld zu schaffen, würben die Inhcidenei Wasserwerke befdilofien und dem Elektrizitätswerk zur Verfügung gestellt. Ter Betricbsüchi schuß, der auf 200000 Mark geschätzt war, kann sidi aber leicht bis zu 300 000 Mark steigern^ Von einem Millionengcschenk an die Stadt Frankfurt könne aber nicht die Rede sein, denn die Vorteile kämen nur der Provinz Ober Hessen zugute. Im Jahre 1907 würben .aus technischen Grünben bic Anlagen in Lißberg unb Inheiben getrennt, bod) würben bamals die ver- lmigtcn kosten von 70 000 Mark nicht bewilligt Erst 1910 wurden die ersoroerlichcn Summen genehmigt, doch wurden die Pläne zurückgestcllt, weil inzwischen die Idee mit ber Grube Wölfersheim entstanden war. Tic jetzige Vorlage sei ein Produkt langer, sorgfältiger Erwägung, und er hoffe, baß ber Gebern kc einer Ablehnung dieser Vorlage alS auSgcsdilosscn bctradi- tft werde Turcf) eine Ablehiiung würden das Land und die .(dämmer in zwei Teile getrennt werben unb bic oberhessischen Adgeorbneten würben das so bald nicht vergessen und zwar mit Kodein Recht SR ebner erörtert bann bic Vorteile, bic burd) Annahme ber Vorlage für Provinz und Staat erwachsen werben und äußert sich über die beiden' Anträge Tr. Oiann Molthan dahin, dost und) seiner Meinung der Hinweis auf die Notwendigkeit einer kaufmännischen Handhabung ber Geschäftsführung gar nicht nötig gewesen wäre Provinz und Staat müßten sich die Hand tcidirii zu gemeinsamem Handeln, wie dies ja aud) im Vertrage sestgesetzl sei. Tu* Provinz werde voraussjchtlid, bald an den Staat he rau treten und die Gründnilg einer Akt,engesedschnft onregen, aber so rasch, wie man glaube, werde dies doch mdit geben: es würben doch Wohl immerhin erst einige Betriebs- ial,re darüber vergehen, aber das, was der Antrag Osann wolle, werde sicher von selber kommen.
'21bg. St ö ol er f9latl bemerkt, daß er als Mitglied des Provinzialausschuffes von Oberhessen nid)t unterlassen wolle, mit allem Nachdruck für die Annahme der Vorlage einzutreten. Ter Abg. Ulrich habe ja gestern schon die Vorteile derselben nad) allen Seiten hin bargetan Ter Umstand, daß gerade dieser Abgeordnete so sehr für ine Ausführung des Projektes eintrat, fdiente bei manchen bürgerlichen Parteien einen gewissen Zweifel au der Güte ber Sache hervor gerufen zu haben, aber diese Zweifel loärcii unberechtigt. Tic beiden gestrigen Redner aus Rheni- beffen batten in ihren Ausführunmn betont, daß man mit Annahme der Vorlage der Provinz Oberheffen ein Geschenk mache. Das gehe aber bod) zu weit. Ter Gedanke, bafe der Staat nicht im Stande iväre, die Werke nutzbringend zu leiten, sei unangebracht: die schlechten Erfahrungen, die mau mit ber Fabrikation von Preststeinen machte, wären icbetn Kaufmann auch passiert. In ben Verhandlungen zwischen Staat und Provinz hätten die float heben Vertreter fo bedeutende faufmännifebe Kenn: Nisse unb Talente beiviefen, daß die Herren von der Provinz- berwaitunq in allen Punkten hätten imcbgcbcn müssen. Redner empfiehlt schließlich noch eingehend die Annahme der Regicrungs- vorlaac.
Baurat Schöberl legt bar, baß durch bic Grünbung einer Brikettiabrik in Vcibinbung mit bem Elektrizitätswerk bem Staate ein gutes Geschäft allein ober in Verbindung mit anderen Faktoren gesichert werde. Man dürfe ,edod) nicht erwarten, um gleich zu Anfang große Verdienste zu haben: es müßten natürlich erst bi.* Einführungsjahre überwunden werden 2u* Hauptsache sei, baß das Elektrizitätswerk bald fertig werde, bei welchem aud) gleich ein bedeutender Absatz zu erwarten sei. Gegenwärtig werde ganz Teutfchland allmählid) rwn elektrischen Leitungen durchzogen und Hessen dürfe nicht Zurückbleiben: es sei auch in Hessen ein großes Abiapgeviel porbanben. llcbrigens habe die Regierung die Sache nicht zu glänzend dargestellt, sondern in her Begründung auSdiücklick) betont, daß cm gewisses Risiko vorhanden sei. „ , .
Abg. Breidenbach iBbd. will nur.kurz erwähnen, daß er es für aufeerorbcntlicb tvichtig halte, daß Hessen ein eigenes elektrisches Werk erhalte. Tic Gemeinden wären nur deshalb so leicht für das Projekt zu gewinnen gewefen, weil sie fick gesagt hätten, daß sie es mit bem Staat und nicht mit einer Privadviellschäft zu tun hätten
Abg. Tr. Osann N-itlib.) wendet 'ich gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. lllrid) als Aussdnißbcrichtcrstattcr und bcmerki, daß darin von einer objektiven Berichterstattung feine Rede sein Tonne Sic war vielmehr der subjektive Ausdruck der Anschauungen eines Parteimanncs, und nicht das, was man von einem 'Ausschußbericbterstaner verlangen müsse. Er protestiere vor allem gegen ben Vorwurf Ulrichs, daß bic Nationalliberalen bas Privvtkapital zur Ausbeutung mit heranzicben wollten. Ter Abgeordnete habe den nationalliberalen Antrag überhaupt nicht verstanden: anstatt gleich gestern zuerst dagegen anzustürzen, wäre es besser gewesen, erst die Begründung zu hören. Ter Redner beleuchtet dann den Standvunit ber nationalliberalen Partei. Auch der Rcgicrimgskvmmissar habe audgerührt, baß man nicht mit übertriebenen Hoffnungen an die Sache berantreten, sondern das Rechne« nicht vergessen solle. Nur iniolgc der Verknüpfung der beiden Unternehmungen sei er mit seinen Freunden in der Lage, dem Projekte zuzustiminen. Man sei am Regierungstische nicht fo feurig für die Sa die eingetreten, wie der Abg. Ulrich dies getan bebe. Das Ersuchen an die Regierung, sie möge eine Aktiengesellschaft gründen und fid) selbst daran beteiligen, müsse nadi- bui(flieh betont werden. Gegen die Vorlage selber sei nichts cinziuvendcn, ober man müsse alles tun, um bei solch großen Unter- iichnnrngen, bei denen es sich um Millionen handle, die möglichste Sicherstellung zu erreichen.
Ab.,. Ulrich -Sozd.) verteibiat sich gegen bic Vorwürfe des Vorredriers. Er habe allerdings bei der Kritik über den national- liberalen Antrag feine eigene Mcimutg ausgesprochen, aber sein,
licrmiicbfcs.
* Eine Ausrede. Tiefer Tage besuchte der französische Unterstaatsfekrelär ber Künste. Tufardin-Beaumetz, den Salon ber Unabhängigen in Paris. Eine ganze Schar von Ausschußmitgliedern heftete sich an seine Sohlen und ließ ihn während des ganzen Besuches nicht los: Maler und Bildhauer, die ein Lob einzubeimsen und womöglich ein Derk an den Staat zu verkaufen hofften, hingen an den Lippen des Ministers, der für alle französischen Künstler ein gutes Dort findet. 2(1)er an diesem Tage war Tujardin- Bcaümey nicht in der Laune, die gewohnte Begeisterung zur Schau zu tragen. Vor einem Bilde, dessen Schöpfer feine Unabhängigkeit allzu stark betont hatte, rief er en: setzt aus: „Tonnerroettcr' Das für eine Sudelei!" Um ihn herum trat ein beklommenes Schweigen ein So fort bemerkte er, daß er stark angestoßen hatte, und ohne int geringsten verlegen zu werden, fragte er: „Der ist denn ber Urheber dieses Bildes?" Ein Mitglied des .Komitees stellte ihm einen Kollegen, der eine Leichenbittermiene aufgesetzt hatte, als den Attentäter vor. „Kränken Sie sich nicht über das, was ich gesagt habe," meinte Dujardin- Beauwetz mit liebenswürdigem Lächeln. „Dissen Sie, wenn id) die Lust verspüre, ein Kunsttverk zu k a u f c n , dann mache ich es wie die klugen Kaufleute, ich kritisiere das Ding in Grund und Hoden . . ." *2llles atmete erleichtert auf, und am vergnügtesten war der Urheber der „Sudelei" Am nächsten Tage prangte auch wirklich unter seinem Bilde das Täfelchen, das die Träume der Künstler erfüllt: „Pom Staate angekaust."
Wochen!!. Uedersicht öerGoOesfäBe 16.Statt Sichen.
19. Woche. Bom 7. bis 13. Mai 1911.
Einwohnerzahl : angenommen zu 31,300 linkt. 1600 Mann Militär.)'
Sierblichkeitszissei.- 13,30
nach Abzug von 2 Crtsfremben: 10,0 ü/y.
Höchste Temperatur am 18. bis 19 Mai — -f- 15,5*0.
Niedrigste , , 18. , 19 , =■ + 8,0 eü,
LUederjchlag: — 0,0 mm,
Kuranstalt Hofheim TX3
--------(1 3 Stunde von Krankt, - a.lt.*. für Erholungabedtirftige,-------- Herven-und .nnere Kranke. Sommer und Winter besucht.
--------- Froepekte durch --------- Dr. M. Schulze-Kehleyss, Merwnvzt
Teniperalur i der Lust \
Absolute Feuchtigkeit
ipjO|)(piia8 sa>lvi»tü
Winb- richlung
V«
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(Drob btt BrwSlkung' In grdni«) brr
R*tb.
Wett«
19. 2“
744,1
13,2
7,1
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19. 9*
744,9 |
745,6
11,7
8,6
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20. 7“
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