Ausgabe 
3.8.1911 Erstes Blatt
 
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Tas jetzige S erfahren laste

für St u n ft g e ro e £b e. Ein bemnädnt in der Schweiz

nur den preisgekrönten Bewerbern deutsamstcr Preis zufallcn darf, deren erworbene Rechte an.

Ein Wandcrmuleum

Die vorstehenden Ausführungen einer Zuschrift, btt» wir in derNationallib. Morröfp." sanden, find vielleickt etwas zu fchwarzsehertsch: der amtliche Bericht aus Bayern, der heute vorliegt, lautet günstiger:

/Ein Pictor-Hugo-Denkmal auf deut Schlachtfeld von Waterloo In feinen Schömunqen hat Bictor Huzo mehr als einmal mit dem SeherbUck oes DichtetÄ die gewalnge Tragödie geschildert, die auf dem Schlachriolde von Waterloo zmn Lustrag fam. Run hat sich in^Paris aus Be­treiben von Maurice Tubois und Hector FleNchmann ein Ausschuß gebildet, der dem großen französischen Dichter auf dem berühmten Schlachtfeld«: ein Denkmal errichten wüt. Der Grund und Lode» ist bereits, gesichert, und die Arbeiten für das

verdienstvolles Unternehmen wird ------------ _

seine Wirksamkeit beginnen: der Direktor der Züricher C6e- werbe schule, M. de Praetere, organisiert gegenwarchg ein großes Wandermuseum für ftlmftgemerbe, das bestimmt ist, den .Handwerkern der Heinen ProvmzNäbte anidwulirf) vor ».'lugen zu führen, was das nwderne Xunftgoverbe hervorbrrngt.. Tas Wandermufeum umfaßt eine große, leicht auseinander zu nehmende tolle, die 4.5 Meter lang und 30 Meter breit ist. Ta'' Gerüst besteht im wesentlichen aus Eifen, und der Wand- fchmuct in sehr etmadi gehalten. An der Außenseüe dieses Ge- bäudes können leicht Glasschränke ausgestellt werden, in denen Kun stgegcn stände zur Ausstellung kommen: das 3nney der tolle gliedert sich in vier Abteilungen, die je eine besondere Ausstellung vor Augen führen werden. Eine Reihe von Automobilen wird bei den (Vamvielfahrtcn des Museums die Ausstellungsgegen­stände, in denen alle Zweige des Kunstgewerbes vertreten jind> von Ort zu £rt befördern.

berichtet wird, sind die Rübcnselder vielfach durch Schad finge vernichtet worden Denn vermutlich auch der Zucker qeljalt der diesjährigen Rübenernte hoch sein ivirb, so kann doch nicht im mindesten damit gerechnet werden, daß der Ausfall der Ernte durch die Qualität der Rüben auch nur im entferntesten ausgeglichen werde Der völlig un­genügende Stand der Znckerrübenernte hat schon jetzt eine Steigerung der Zuckerpreise um etwa 40 v £. innerhalb weniger Wochen im Gefolge gehabt, und wenn mebt alles tauscht, haben die Zückerpreife ihre Auswärtsbewegung noch nicht einmal vollendet: jedenfalls berichten die Zucker börsen ilbereinstimmend von recht lebhaftem Geschäft bei steigenden Preisen

Aber weitaus bedenklicher als das steigen der Zucker preise erscheint uns die Futternot, die jetzt bereits dazu geführt hat, daß die Landwirte massenhaft Mast und sogar Rutzvieh zum Verkauf stellen Tie Berichte von den Schlacht viebmarlten lassen erkennen, daß der Viehaustrieb den Be darf bei weitem übersteigt: andererseits verlautet, daß Vieh vielfach nahezu unverkäuflich sei, namentlich Schweine. Be­rücksichtigt man dazu, daß zurzeit die Maul und Klauenseuche start in Deutschland verbreitet ist und erhebliche ipfcr fordert, so kann man sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß die Fleischverforgnng des Volkes ernstlich gefährdet ist und daß wir mit der Wahrscheinlich teil einer neuen Fleischteuerung rechnen müssen. Es kann desl.alb nur mit Genugtuung begrüßt werden, wenn das bäuerische Ministerium des Innern öffentlich vor einem überstürzten V i e h v e r k a n s w a r it t und gleichzeitig gewisse Maßnahmen zu haushälterischer Verwertung der Futtervorräte empfiehlt. Tas bäuerische Beispeil sollte überall in Deutschland zur Nacheiferung an- spornen, beim nur so können wir ohne die schwersten Verluste für Volksvermögen über den Rotstanb hinwegkoi/imen.

Der Ausblick in die nahe Zukunft ist deshalb, was die Preise für die wichtigsten Nahrungsmittel betrisst, wenig ersreulich. Reben hohen Preisen für unser Brotgetreide haben wir eine Fleifchlcuerung zu erwarten, die vermut­lich alle vorausgegangenen Teuerungsperioden in bezug auf Preishöhe übersteigen wird. Daß sie gerade in die Zeit her Reichstagswahlen sällt, dürfte den radikalen Ele­menten zustatten kommen.

nur noch größere Wirrnis stisteten.

Zu den gegen Ende des 18. und zu Anfang des 19. ^ahr- hunderlZ anerfaiuUen Sprachmeistern Adelung rntij S- .Eh. A.

Tie neue Konkurrenz für das Bismarck- Nationaldenkmal auf der Elifcnhöh Ter Adün- chener Rechtslehrer Professor Loewenfelo erftärt c in emer Zuschrift an dieMünchener Neuesten Nachrichten" für imzulünig- daß der Tenlmatsausschuß für das Bismarck NationaUxnkmal zur erneuten Durcharbeitung der Entwürfe auch fünf weitere Künstler aufgefordert hat, die nicht in die engste Wahl gekommen und daher von der Denkmalsausführimg aiiegcfdiloiien find, da der Denkmalsauftrag als be-*

Das 100 jährige Jubiläum ter Breslauer UnioerMt.

Breslau, 2. August.

Mit zwei Fengottesdiensten in der evangelischen (Hifabetlw und katdol'sLcn Matidiaskirck'e setzte beute früh der VauptieUttag der Brr. lauer Iahrbundertfeier ein Am dem >-vvrtvlatz tvrun- , td>c nahmen die turnerischen Borfudningen mit leicutnihlehlcht» Wettkämpfen und einem Tcnni-?u)urnicr ihren Fortgang

Nach Beendigung des Gottesdienstes begann

die Feier in der Aula dec Universität.

Nachdem der Kronprinz Platz genommen hatte, begrüßte der Rektor Geh Rcgicrungsrat Dr Hill cd raubt den Vertret« des Maliers sowie die übrigen Füriilickkcitcn, Würdenträger, (.Inen-- und Festgäste mit einem historischen Rückblick, wobei er dann u. a. ausführ le: 1Q1 f

tonderl Jahre sind seitdem vergangen. Im Zavre trni war Preußen ein zcrsckl eigenes Vanb. ein zerrissener ^taot, der .Vintmel über ihm mit Wolken bedeckt Seutc Haben wir ent ge- eiutes Reich, dessen soziales Wirken von Vanb -» Land dringt. Unsere Universität zeigte im ersten Ledrplan -,l Dozenten, Studeiitcn und einen Etat von 180 000 Mk heute hat bue Universität 2U0 Te;cnteu und erfordert eine Ausgabe von uihrlid) Dm Millionen Mark Wir dürfen in Dankbarkeit bekennen, daß mir im Segen unseres Vaterlandes linier eigenes Wohl gefunden haben Tic 'Jluiqabe her Umncriitot kann nicht gcirennt bleiben von ihren Schwellern, denn alle bleiben Töchter derselben '.'.'lütter Wisienichaft. Wilhelm von Humboldts Meinungen, bnnj)er ^taat fein bessere- Mittel habe, sich auszuzcickin n, als durch Aütbcrung bei- Wissenschaft, iit heute in Erfüllung gegangen. Tic Universitäten müssen «national, ober auch m ge­wissem Sinne Welt Universitäten sein, -i; müßen i ich 'ilahrung holen aus ben Forschungen bc-J internationalen Geiste-. 'Tlit benfcii mit Stolz daran, dap» unter den Namen beirr, eenen mir jüngft honoris causa unsere Höchücn Ehren verlieben haben, iirii berühmte Gclehne des Auslandes bemibciu ^ic neue Zeit wirb neue Kämpfe finben. Der heutige «lag gehört dein Tank.

Mus öcr Sejchichic öcr dculschcn Rechtschreibung.

In Konrad Duden hat die deutsche ReckTttckreibung ihren Schutzpatron und cigcntlübcn Repräfenteinten verloren, '.(bet in lernen Buchern lebt der Geist her Orthographie, den^ er ver­körperte, unter uns fort und wird so lange wirksam und mächtig bleiben, bis etwa eine neue Revolution die jetzigen Regeln und Gesetze umstößt und neue an ihre totell? fetzt Cmen ähnlichen Schriftensturm" haben wir ja erst vor kurzem erlebt, als^mmi bic deutsche Schrift aus den 6dTulcn_vcionunnt ipofltr. -solche Äämöfe, wie sie diesmal unter dem Schlachtrufvre Untiqua', Vic Fraktur" entbrannten, hüben sich noch viel erbitterter inw hitziger um die Dcuttcbe Reckitfchreibimg abge>vielt, als um oic Mitte des vorigen Jahrhunderts Reformer aller Art austraten und schließlich das allgemeine Ehaos in der Kinseren- von loco eine neue Forni der Rechtschreibung gebären sollte.

Tie Rechtschreibung, die wir Heute in der Schule erlernen, ist ja nichts notwendig Geworbenes, sondern etwas willmrluv Festgesetztes. So alt wie der schriftliche Gebrauch ber deutichen Sprackn', ist auch bei Kamps um die Schreibung, mochte er nun ui gelehrten Moftcrsttiben mit spitzfindigen Gründen ausgerochten ober non naiveren Gemütern mehr insttuktiv entschieden werden. Tie Mönche von St. Gallen haben dereinst gcglaicht, die cmzig riefrtige Schreibung zu besitzen, und haben die rhcinrraiuiicbe und die niederrheinische Rechtschreibung tzr falsch und sinnlos er­klärt Immerhin machte sich doch das Streben bemerkbar, nwg- lickst plwuctisck getreu, d. b.wie man spricht", ju lehr eiben. In der Blütezeii der mittelalterlichen Literatur, im 12. und 13. Csabrhunbrrt, war dieses Ideal fast erreicht: aber als um,nun im 14. und 15. Jahrhundert in den Gärungen einer phantaNNck wirren Uebcrgangszcit die neubockbemsche Sprache zu bilden be gann, ba marine sich in Schrist imb Schreibmig cnic gewiNc Zuchtlosigkeit bemerkbar: eine Unzahl wunderlicher ^Wvrte und Wortformen taudite auf, die der Willkür Tür und -tor bnnelc. Luthers einzigartige Svrariigewalt erlangte zwar einen ben Einfluß, aber in der Rechtschreibung schwankte aiid) der Schöpsei unserer neuhockbeurfcken Sprache, und die auf seiner Grundlage wcitcrbauenben Sritriftstellcr und Grammatiker suchten nur in ganz oberflächlicher Weise aNerlei Unbeholfenheiten und Roheiten auszuglcirinm, allzu idnvierigc Lautverbindungen zu Der einfachen. Jedenfalls wurde unsere Rechtschreibung icit J?ulbcr mehr und mehr historisrii, drängte zu einer prinzipiell etmnolv- gijdcii Schreibung hin, wie ne das Französische und Engliichc haben. Allerlei Theorien tauchten auf, die aber keine allgemeine Anerkennung crlaugten, sondern von Eigenbrödlcrn aufgenommen

U ober den Saaten st and im M ö n H) r c i d) Bayern berichtet das Statistische Landesamt unterm 1. Auguu: W inter- flctrcibc gibt einen guten Ertrag an Moment, einen mittleren an Stroh- Sommerroggen und Hase r find notreif. Gerste fallt sehr bririebiaenb aus. Tie Ernte der tolnürüchtc iit bereits weit Dorgcidirittcn ftartoiieln und Ruben leiben unter ber Troricnhcit. Trockene Wiesen sind ausgebrannt. Ml ec und Luzerne geben nur einen geringen Ertrag. Tabak und Hopsen sind in der Emwicklung ,',irrürf. Ter Stand der Reben ist günstig. Tie Bcgutachttmgsnoten lauten wie lolgt: WtiUer- weizen 2,1 1. Juli 2,0), Sommerweizen 2,3 2,0 , Wintcnoclz 19 \,\V, Winterroggen 2,1 2,1 , Sommerroggen 2,2 2,0 , Gerste 1,7 .1,7), Hafer 2,3 2,1 , Raps 2,5 :2,! , Üartoncln Mi il,71 Ml ec 3,3 .2,2), Luzerne 3,3 (2,2, bewa" rte Wiesen 26 (1,8), andere Wieicn 3,4 (1,8), Tabak 3,8 .2,0', Hopfen

Hensc traten im Lause des 19 Jahrhunderts immer neue Apostel neuer orthographischer Evangcli-'it Wie der Teutschc daniats die Qualen der allgemeinen Sd'.eibunsicherheit empfand, das irinldcrr ergötzlich ein braunirfuur: giieber Eisenbahnbeamter, der ]X63 in einer Schristlieber bic Ü.nbilduug der deutschen Recht­schreibung" fein Lied klagte. ^Na:') dem System Heyse war er ei >ognt morben; auf eigene Füße gestellt, wählte er crlt K F. Becker unb ipäterhin Jakob Grinint, den Merster der beutidiai Sprachgeschickte, der aber in allerlei Wunderlichkeiten und ^ckrul len einer historischen Rechtschreibung verfiel, zum Führer nnb Lat» stern Da er in seinem Beni' bieie seltsame Rechtschreibung nicht anmenben konnte, mußte erid) in amtlichen Aktenstücken einer oniHelleren Schreibung becucmen, während er in lernen privaten 'Jtrbcucn eine mehr reformierte durchführtc.Tanken aber", fo fiagt er,muß ich verfckiebene andere Rechtichrcünmgm ein lernen, um meinen Mindern in ihren Schularbeiten nachhelsen zu lonncn. Die Nachhilfe ist dann zugleich mit einer Warnung ver­bunden, ja nicht zu jchreiben, wie Papa td>TS, 2/ sondern lediglich wie der zeitige Lehr« und d,e zeitige ^prariilchrc will." Um die deutsche Welt vor einer Verwirrung der Reckt" id.rcibung jii berühr en, die die Zustände beim Spracbenckaos be » Turmbaus zu Babel nrieber beraufbejefamöre, ttat nmi Marl W e in h o ld in die Schranken: als treuer Schüler Jakob Grimms und der jungen deutschen Sprachwisscnschast verlangte er, bau man ,bcr geschichtlichen Entwicklung des Neuhockideutichcn" genüge. Zurück zum 13. Jahrhundert? lautete seine Parole: man könne gar keine bessere Schreibung sinden, als sie die cbcjüni iuw gebildetsten Kreise des 13. Jahrhunderts befaßm. ,^xtcic Re- iornt", die eigentlich nur von ©ermannten burckgcmbrt werden konnte und deren wunderliche Eigentumliriikeiten aus den ^rimrten ber Grimm, Weinholds und anderer beute nur noch wie kleine altväterische Zöpfchen hervorlugen, mußte den Widcrwrudi wei­tester Kreise bcrDorrufen: sie brachte im Laufe ber iunrüger Jahre eine allgemeine orthographische Bewegung erst recht in 'ttutz. O[[5 bcruicncr Sprecher aller Gegner ber tomanmef' hiitorncbcn Methode trat Rudolf von Raumer auf, der einen gcmar.igtm Dbonctiidicn Standvunkt vertrat: er wendete ftcü lotoobl gegen bic 3uriicfid)Taubung unserer Reckt,chrcibung ms Mittelalter, wu , auch gegen eine übertriebene HervorkcHnmg des PbonetNchen, acaen dieFi-Partei", rote s,e weherer nach ihrer Schreibung des Vieh" nannte. Raumer arbeitete auch denc ntivur: ans, ber dm Vcrhmst>lungen ber Berliner Monieren; zu (Grunde gelegt mürbe, die endlich ün Jahre 1876 zusammentrat,iur Einigung über die C*nmbiäpc der deutschen Recht,rineibung" melier flon^ , ßbreirz gehörte auch Konrad Duden an, unb bet ihren -Sc* icklüifcn trat er, w nn auch nicht völlig ihrer '.'Iniicht, bet .Jctitil Partei bet, deren Vorschläge bann im Wesentlichem m der ,og. Putkammertzchen LecheschrcEvmg zur Geltung kamen. Doben ttdltc

nr. 180 Erstes Blatt 161. Zahrgang Donnerstag, 3;lngun W

Der «ietzener «nzelae, B nwnaiid)%VL oiert*

SS Aff All il ff A A4I äSE

(Iienstag ,-reHo.- wLF tij 'V1 M « - Q DR, M ^L. a| auömärti 30Bienmg.

tane B M W V M Lbelrebatteur-.A Goetz.

»irtschaftllcheSeittraae' MM Bern iitn, örtlich für ben

Fernlprech - Anschlüste R > XX polittschen Le«: «otz»st

für*die Redaktion 112, M /< Goetz; für ,6euuk-

sÄä General-Anzelger für ©berbeffen

ftnietflcr Wiefcni. ' ' 7 rath; für »Stadt imb

annobme von Mnj<igen Nolatfsnrdruck unb Derlaa der vrühl'fchen Univ.-vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion. Lrpedliion und vruaerel: d«uinra«r u 2<mb.; Ldeb: für den M =önnm94n9mü% Büöingen: Sernlprfd)« Hr. 50 »kschLstrftelle BaDnbofttraV ,5-

Die Äabincttsordrc be» Kaiser-.

Sodann verlas der Kronprinz Die nachstehende fta- binettSordre:

Der Universität zu Breslau entbiete ich zu Ihrer Jubelfeier meinen königlichen Gruß unb Glückwunsch Hervorgegangcn aus der Bereinigung der alten furbrauCciiburniidicii Biabrina mit der fai,'erlich Levpolginisckcn Universität- war bi? neue Hock'ckutc oa;u bestimmt, bie Traditionen ber beiden altcn^BildiMiisii itten auuu nehmen und deren Ausgab- zu erfüllen. _So wurde nc Preußens erste varitatiscke Universitäi und damit Führerin aut dem Wege zum fricblidicn Neben- und Miteinander Wirken der vonscnionen zum Wohle des Vaterlandes. In ber ollen Piastcnsrabt, wo örn ,'laviicken Völkern zuerst die Sonne des Christentums Imditctc und die Grenzpsählc deutscher Muitiir sich nadi tuen ücrirfwbnt, in der hochragenden deutschen Schöpfung Mai,'ei Marl. I\ , die an (ijlan; und Bürgerstolz mit dem goldenen Prag ivettcncrte, in der allen S'aiifaftabt Breslau, in der Hauristadt des ickonen Schlesicrlaudes, ist noch dem Willen meine- in Gott rnbenben Bo, fahren, des Mouigs Friedrichs W i 1 h e i n: s Hl h; neue Universität ein Brcnnvunlt geworden regen geistigen Leben- unb steigender wissenschaftlirii-.r Kultur.

Die ernste, strenge Arbeit, die hier geleistet wurde, hat ihre Fruckit getragen; nicht nur der Uiuucriiüt, die bald in die Reihe der ersten Hochschulen Europas einlrat, dem preußische» Vaterlande uno dem ganzen deutichen Reiche ward sic zum Legen Bor einem Jahre, als ick bei Jubelfeier der - Bi-rliner Universität Dcrfönlid, beigewohnt habe, ivrad, id, cs aus daß die Berliner llniccriitni, in schwerer Zeit begründet, die .Pflanzstätte ,enos Geistes zu werden bendcit mar, aus dem Preußen? Wiedergeburt hernorgeben füllte Breslaus hohe Schule verdaut: ihr dem gleirfjcn Wunsche ihres erhabenen Stifters. Daß bic Universität bcs tönialidnii Bcrtrauens in vollem Maße würdu, mar, zeigte sich bereits an jenem Tage, als der König denÄujrui'.'In man Volk" erließ und bic Breslauer Studciiicn, ihre» >' .> umiUtvnen bamals seine Anschauungen in einem Buck ..Die Jufunft'»* orthogravhic" aus, bas in diesen Tagen ocs Kampfes um btc Waimcrschc Zukunftsmusik Nickt wenig verspottet wurde. Diese Zukuitftsorthographie ist nun heute aber dock zur (4eg( moarte^ Orthographie geworben, nackbem im Jahre 1903, uidt ,unn ge^ ringpen Teil durch Dudens Wirken, -ine wiederum rciormirrte Reck,t,chrcibung von den Behörden und Sckulen für bas ganze deutsche Sprachgebiet durckgenihrt ist.

Trübe (Erntcau$fid)ten.

Schwere Besorgtiissc verursacht zurzeit ber Aussall der dkesiährigen Ernte Die letzthin veröffentlichten Saaten 1 standsberichte des Maifcrlicfien Statistischen Amtes sowie des Deutschen Laudwirtschaftsrates stellten für Winlergcticide noch eine Mittelernte in Aussicht: die nachfolgenden Witte rirnqsverlstiltnifse, besonders die andauernde tropische Hitze, haben indessen den Stand der Felder so nachteilig beeinflußt, ban beim o>esamtertrage von einer Mittelernte kaum noch bic Rede sein kann: höckLtens in Flußniedeningen, auf schtveren Bodensorten und einigen durch RegenfaU bevor zugten Landstrichen Das Getreide ist vielfach zur Rot reife gelangt nnb hat unter Befall stark zu leiden gehabt, so daß die Etdruschertrüge hinter den Erwartungen zurück bleiben iverden Jedenfalls kann schon, heute mit Sicherheit behauptet werden, daß der diesjährige Ernteertrag hinter ban Bor fahre erheblich zurückbleibeu wird und zwar für alle Getreidesorten: und diese Tatsache erscheint um so bedauerlicher, als der durch die Bevölkeningsvermchrung bedingte Mehrbedarf an Getreide starke Ansprüche an die mnfuhr stellt. Bon ton anderen wichtigen Getreide Produk tionsländern verheißt zurzeit lediglich A r g e n t i n i c n einen guten Ernteertrag: wohl aber werden sich auch bic Bereinigten Staaten von Amerika sowie Australien an der Versorgung des deutschen Marktes bc t eilig en lieber aus ungünstig lauten infolge Dürre btc Mitteilungen von den europäischen Getreideländern, namentlich Rußland, das nach wie vor dazu ausersehen ist, Deutschland in ansehnlichem Umfange mit Getreide zu ver­sorgen. Nach rufsischen Meldungen muß man annehmen, oaß in weilen Landesgebieten 9tußlands Mißernten ver­zeichnet Iverden Auch die B a l t a n l ä n d e r dürften Ans fälle zu verzeickmen Haven und nur geringfügige Mengen nach Deutschland ausführen können

Wenn auch Befürchtungeu etwa wegen einer Hungers not nicht am Platze sind, so kann doch nut Sicherheit darauf gerechnet tocrton, daß die Getreidepreise beträchtlich steigen, möglichenveise sogar einen besorgniserregenden Hochstand annehmen werden. Fast gewinnt es den Anschein, als ob bezüglich her Preisbildung die Verhältnisse des Jahres 1.991/92 wiederkehren sollten, als infolge der Dürre die Ernteansfälle gegen das Vorjahr 20 bis 35 v. H. erreicht muten. Selbstverständlich wird die Spekulation zunächst noch 'die Erdnischertrage fvährend der nächsten Wochen ab märten müssen, bevor fic die Versorgung des deutschen Ge in-rtomarktes auf lauge Fristen ernsthaft in Angriff nimmt Es wog aber «darauf hingewiesen werden, welchen Beschwer nissen und Besorgnissen die deutsche Boltsernähriing aus gesetzt lwerden kann, iuenn nicht rechtzeitig Vorsorge getroffen wird. Ctegentoärlig bewegen sich die Getreide inreifc noch in angentefsenou Grenzen.

Schwerer noch als auf dem Getreideinarkt, dürfte sich btc Ungunst des Wetters auf dem Fleischmarkte ans prägen, denn was jetzt über Den Stand der Wiesen, Futter pflanzen und .Hackfrüchte berichtet wird, lautet geradezu trostlos. Die Wiesen sind ausgebrannt, ebenso die MIee selber: bic Futterpflanzen und Hackfrüchte find nicht nur im Wüchse ganz beträchtlich zurückgeblieben, sondern' haben auch unter ben Schüblingen, welche sich bei fortdauernder Hitze unmäßig vermehrt haben, stark gelitten. Ganz be deutende Ern büß en wird tiad) aller Voraussicht unsere Zuckerrübenernte zu verzeichnen haben, denn wie uns