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2.6.1911 Zweites Blatt
 
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«r. 128

Zweites Blatt

16t. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Gderhefjen

TieGiehener Familienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS ..Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

ßrettag, 2. Juni J9U

Rotationsdruck und Verlag der BrühNschen UniversitälS - Buch- und Sleindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Tnrckcrei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^A bl. Redaktionen 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Tagungen der deutschen vortrag§verbande§ und der verbände; Kaufmännischer Vereine.

Vom 27. bis 29. Mai fanden in Wiesbaden die Tag­lungen des Deutschen Vortragsvrrbandes und des Deutschen Per Landes Kaufmännischer Vereine statt, welchen Verbänden auch der Gießener Kaufmännische Verein angcbört, der Durd) zwei ferner Vorstandsmitglieder an den Verhandlungen teilnahm.

Der Deutsche Vortrags-Verband besteht jetzt 35 Jahre und ift die älteste Organisation auf dem Gebiete des Vortragsweicns in Deutschland. Ihm gehören 230 wissenschaft­liche, kaufmännische, Gewerbes er eine, sowie Privatgesellschaften an, die sich über ganz Deutschland verbreiten. Außerdem zählt der Verband eine Reihe deutscher Vereine int Ausland zu seinen Mitgliedern. Tic Rednerliste setzt sich aus etwa 70 Rednern und Rezitatoren zusammen und umfaßt alle Gebiete der Wissen' schäft und Kunst. An der Spitze des Verbandes stand 32 Jahre, seit der Gründung, Herr Edmund Lotz-Koburg: seit 1907 ist die Leitung an Direktor Josef Kinkel-Mannheim übergegangen.

Die Tagesordnung des Deutschen Verbandes Kaufmännischer Vereine war sehr umfangreich. lieberDie freien Hilfskassen" sprach Herr Ernst Vesper, Barmen, überErholungsheime für Kaufleute" Herr Heinrich Glücklich, Wiesbaden, überDie staatliche Pcnsionsversicherung der Privaiangestellten" Herr Earl Fischer, Offenbad) und überVorschläge zur Regelung der Frauenarbeit im .Handelsgewerbe" Herr Richard B a u m , Frank­furt a. M. Außerdem wurden Verbairdsangelegenheiteu erledigt.

Zu dem Vortrag überDie treten Hilfslassen" wurde eine Entsdzließung angenommen, in der es heißt:

Der Verband begrüßt die seitens der Reichs-Versicherungs- . kommission und in 2. Lesung auch vom Plenum des Reidistags an bent AbschnittErsatzlasscn" der Rcittis-Versichcrungsord- nung getroffenen Abänderungen als wcsentlid)e Milderungen der Regierungsvorlage. Gleichwohl muß er sein größtes Bedauern darüber aussprechen, daß durd) die Beschlüsse über die Mindest­mitgliederzahl eine ganze Reihe kausmännischer Krankenkassen, deren Tätigteil seither einwandfrei war und deren finanzielle Sicherheit gleichfalls außer Zweifel stand, ihres Ellaratters als Ersatzkasscn entkleidet und dadurch ihrer Lebensfähigkeit beraubt werden.

lieber die Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Errichtung von Kaufmanns-Erholungsheimen sprach der Verband seine Freude aus uird beschloß, oer Gesellschoit als Mitglied beizutreten.

Ferner gab die Hauptversammlung ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß der Entwurf eines Versicherungsgcsetzcs für A n g e st e l l t c nunmehr dem RcickfStag zugestellt worden ist. In der belresscuden Entschließung heißt es darüber weiter:

Tie Versammlung erwartet, daß der Reichstag den Entlvurs der kommenden Herbst-Session zur Verabschiedung bringt und bei der Beschlußfassung die Bcrbesserungsvorschläge des .»aupt- ausschusses, insbesondere die Bestimmungen über die Selbst­verwaltung bei den Entschließungen berücksichtigen werde. Tie anwesenden Vertreter des Verbandes nehmen mit Bedauern davon Kenntnis, daß die vercinigten Kommissionen für Sozial­politik uno für Klcinhaltdel des Teutsd-eu Handelstagcs sid) dem Entwurf so wenig srcundltch gegenüber gestellt haben. Die Ver­sammlung kann in diesen Beschlüssen eine maßgebende Kund­gebung der selbständigen kausmännisd>en Arbeitgeberlreise nidjt erblicken. Die dem Verband angehörigen seivsländigen und unselbständigen Kaufleute erklären sich wiederholt bereit, die durd) die vorgeschlagene gesetzliche Regelung der Privatangestell- ten-Bersicherung enr.adn'enbcn Lasten zu tragen.

Tie Kundgebung des Verbandes über Vorschläge zur Regelung der Frauenarbeit int HandelSgcwerbe lautet:

Ter Verband erblickt m der ernsthaften Erziehung nttb Ausbildung der weiblichen Handels-Angeitellten ein wirksames Mittel zur Regelung der ständig anwachsendcn Frauenarbeit im Handelsgewerbe und hofft, daß auf dem Wege der organisato- rischcn Selbsthilfe zusammen mit gesetzgeberischen Maßnahmen die vorhandenen salärdrückenden Tendenzen der Frauenarbeit beseitigt werden. Zu-diesem Zwecke empfiehlt der Verband: 1. Tie Durchführung eines obligatorischen Fortbil­dungs-Schulunterrichts für weibliche Ange­ste l l t e bis zum vollendeten 18. Lebensjahre, sowie eine staat­liche Beaufsichtigung der Handelsschulen für Mädchen iinb zwar in allen Bundesstaaten. 2. Tie Einführung einer praktischen Lehrzeit für weibliche Angestellte, die mit der, theoretisdwn Aus­bildung Hand in Hand gehen soll. 3. Gesetzgeberische Maß­nahmen, die das Verbot der Frauenarbeit in Betrieben mit gesundheitlichen oder sittlichen Gefahren herbeisühren. Tic Durchführung dieser Forderungen ist in erster Linie von einer ft r a f f c n £ r g a n i) a t i o n der w e ib l t ch en A n g e st e l l- ten zu unterstützen, die in eigenen Reihen, sowie bei Eltern und Vormündern aufklärend wirken muß.

Die tage der Tadak-Zndustrie.

Wir entnehmen derReuen Bad. Landeszeitung" folgenden Bericht:

Im Hotel Rational zu Mannheim tagte am 31. Mai die Abteilung 5 des Deutschen Tabak-Vereins, die sich, in der Hauptsache mit der gegenwärtigen Lage der Tabakindustrie be­schäftigte.

Ten Vorsitz führte Kommerzienrat Wellensiek (Speyers. Als Einleitung der Aussprache gab Fabrikant Julius Thorbeckc (Mannheim) zuuächlt einen kurzen Rückblick auf die Entstehungs­geschichte des neuen Tabalsteuergesetzes und auf die Vorgänge nach seinem Inkrafttreten. Infolge der Mangelhaftigkeit des Gesetzes leibst und des Fehlens jeglicher Motive gestaltete sich die Heber» führung in die Praxis, die Aufstellung brandroter Ausiübrungs- beftirnntungen nicht ganz einfach. Ter loyalen und aufopfernden Mitarbeit des Deutschen Tabak-Vereins sei cs in erster Linie zu danken, wenn die Härten des Gesetzes gemildert wurden, und cs sei wickstig festzustellen, daß die objektive Haltung des Vereins von den damaligen Dezernenten der in Betracht kommenden Re­gierungsstellen als solche gewürdigt wurde. Gegen die un­berechenbaren Wirkungen, die Sachverständige warnend ooraus- gefagt hatten, sei man aber machtlos gewesen. Um so schwerer müßte mait es empfinden, als nun plötzlid) im Reichstag und in der Presse die Klagen für übertrieben erklärt und die schweren Herzens nnternommcnen Arbeiterentlassungen als P r otestcnt- lassungen bezeick;nct wurden und das harte Wort siel, die ! Klagen der Interessenten seien, wie immer gefärbt und lediglich von der Angst vor einer neuen Tabakstcuervorlage eingegeben.

Die üblen Nachwirkungen der Steuererhöhnng sollten, so fuhr der Redner fort, also sozusagen auf einen Machtspruch hin überwunden sein, wie unter anderem auch in der offiziösen Rordd. Allg. Ztg. zu lesen mar. Vor allem seien, so argumentierte man, die Verzollungen gestiegen und es wurden am Rohtabakmarkte noch nie dageweseite Preise bezahlt. Demgegenüber muß zunächst bemerkt werden, daß die hohen Preise in der Hauptsache eine direkte Folge der Steuererhöhung und des Systems sind. Tie 40 Prozent Belastung nach dem Werte des Tabaks zwang die Fabrikanten, mehr billigere Tabake zu verwenden und infolge der vermehrten Nachfrage setzte eine erhebliche Preissteigerung «in. Ferner legen die Fabrikanten für Helle Tecktabake dic höch- "en Preise an, weil sie durch möglichst gutes Fabrikat ihrem

schlechten Absatz aushelsen wollen Allerdings sind im Zn und Auslande die letzten (miten verhältnismäßig klein gewesen. Also, so paradox es klingen mag: die hoben Preise sind nicht eine Folge des Umstandes, das; die Tabaiindustrie die Folgen der Steuer überwunden hat, sondern umgekehrt, weil es der Industrie nod) schlecht geht und sie noch unter der -.'Nachwirkung des Steuer- gesetzcS steht, muß sic hohe Preise zahlen. Das sind eben die von der Regierung sck;on 1905 vorausgesagten unberechenbaren Wirkungen des WertsteuersystemS. Ebenso suchlxütig sind die Behauptungen von einer Zunahme der Verzollungen und von unerwartet hohen Erträgnissen aus dem Tabak.

Ein Beweis für die Unrichtigkeit der Behauptung der Zu- naffiip der Verzollungen sei der Rückgang der pro Kopf und Jahr des beruü-gcnonenschastlichcn Pollarbeilens verzollten und verttcucrten Tabakmenge. 1900 bis 1904 waren es pro Kopf des Arbeiters 6,1 Tz. durchschnittlich, 1905 bis 1907 6,35 Tz. durchschnittlich, 1908, 1909, 1910 dagegen nur 5,9 Tz. Im Jahre 1910 wurden mir 5,5 Dz. pro Kopf des Arbeiters verzollt und versteuert, ttotz der zurückgegangcnen Arbeitcrzahl: ein Be­weis dafür, in welchem Umfang im Jahre 1910 die Arbeit eingeschränkt worden ist.

An der außerordentlick) lebhaften Aussprache beteiligten sich u. a. die Herren Hähnel - Tinglingen, Hauck- Heilbronn, A p se l - Mannheim, 51 r a n c f u 6 »Ceftringcn. Allen Aus führungen war gemeinsam, daß die Zigarrenindustrie sich immer noch in schwieriger Lage besinde. Ter Absatz halte mit der Produktion nicht gleichen Schritt, die Lager wüchsen von Tag zu Tag und durd) die großen Posten Ramschware, die von weniger kapitalkräftigen Fabrikanten zu Schleuderpreisen aus den Markt geworfen würden, sei in manchen Preislagen eine vollständige Absatzstockung eingetreten. Wenn nicht der gegenwärtigen lleberproduktion Einhalt geboten würde, seien schwere Rückschläge unausbleiblich. Sehr geklagt wurde auch über die geringe Verdienstmöglichkeit bei den derzeitigen hohen Tabak- preisen. Allgemein wurde eine erhebliche Zunahme des Zigaretten ko n sums festgestellt.

Aus dem Auöschus; der hessischen Ersten Kammer.

R. B. D arm staö t, 1. Juni Der vierteAusschuß der E r st e n Kammer trat heute unter Vorsitz des Grafen Solms-Rödelheim zu einer Sitzung zusammen und erledigte eine größere Anzahl von Anträgen und Vorstel­lungen, indem er den darüber von der Zweiten Kammer gesüßten Beschlüssen zuslimmte. Erledigt iourden die Vor­stellung des hessischen L a n d e s - L e h r c r v e r e i n s, betr. die Abänderung der Ferienordnung, der Antrag auf Abänderung des schwedischen Handelsvertrags, der An­trag Ulrich, betr. die Ausbildung derLolksschul- l e h r e r, die Vorstellung des Zentralverbandes der Hand- lungsgehilfen, betr. Stellenvermittelung, die Vorstellung der technisch-industriellen Beamten, betr. Pensionsver­sicherung, der Antrag, betr. die Errichlnng eines Ge­werbegerichts in Weisenau, die Vorstellung des hessischen Gauverbandes gegen den Alkoholismus, betr. Winzer­unterstützung.

Aus Staöt unö Lano.

Gienen, 2. Juni 1911,

Bcrkaufstag der Großherzogin.

Die Vorarbeiten im Steins Garten werden bis Ende der Woche außerhalb des Saales beendet sein, so daß nach den Psingstseiertagen mit der Ausschmückung uiib Einrich­tung der Verkaussstünde im Innern des Gebäudes begonnen werden kann, -schon heute läßt sich ersehen, daß die An­ordnung des Ganzen den größtmöglichsten Verlehr gestattet und selbst bei startem Menjchenandrang hinreichende Sicher­heit für Aufrechterhaltung der Ordnung vorhanden ist. Mit der Einrichtung der Verlaufsstände sind durchweg hiesige Firmen betraut worden, die in entgegenkommendster Weife sich bereit erklärt haben, ihre Arbeiten zum Selbstkostenpreis auszuführen. Um das ReinerträgniS durch die entstehenden Unkosten nicht zu verringern, tragt der Großherzog die M oft en für die Einrichtung und Ausschmückung der ganzen Verkaufstagsanlage. Ein wirtlich hochherziges schönes Opfer. Die Stadt Gießen hat die Saalmiete und die Kosten für die Beleuchtung und deren Anlage übernommen. Sämt­liche Mitwirkende stiften kostenlos, entsprechend dem schönen Vorbild des Großherzogspaares und aller übrigen Fürst­lichkeiten, die Verkaufsgegenstände und leisten damit einen sehr anerkennenswerten Beitrag. Es darf darum wohl er­wartet werden, daß sich niemand beiseite stellt oder seine Taschen verschließt, sondern jedermann nach Kräften sein Scherflein zum Gelingen des Vertaufstages beiträgt.

*

** Eine Lehrerkonferenz der Lehrer aus den Landorten fand gestern unter dem Vorsitze des Krcisschulinspetiors Professor Dr. Alles statt. Die Lehrer Becker und Sch epp hielten Probelektionen über den Unterricht in Heimatstunde und Geographie. Beide Lehr­proben brachten viel Anregendes.

* Der Vorstand der Landwirtschaftskam­mer beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 31. Mai mit der Einteilung der Wahlkreise, sowie der Aenderung der Satzung und nahm zu dem Entwurf eines Verficherungs- gesetzes für P r i v a t a n g e st e l l t e Stellung. Weiter sprach er sich gegen den Erlaß eines Spezialg-setzes, welches den Verkehr mit Obstwein regeln soll, aus, indem er von der Ansicht ausging, daß auf Grund der jetzigen Bestimmungen des Rahrungsmittelgesetzes und des Weingesetzes Unredlich­keiten im Handel genügend begegnet werden könne. Tie Landwirtschaftskammer wird sich bei dem Landwirtschastsrat für die Festlegung des Osterfestes auf den letzten Sonntag im März aussprechen.

** Ter Vorstand des Landesverbandes d'er Hausbesitzer-Vereine in Hessen hat dem Mini­sterium des Innern feine Eingabe hinsichtlich der Reform des Landcsbrandoersicherungsgesetzes einge­reicht, sowie auch den Kammern der 1. uns 2. Landstände: ferner noch der Landesbrandiammer. Auch sind beiden Kammern die nötige Anzahl der Abdrücke der Eingabe für die einzelnen Kammermitglieder zugegangen. Der Vor­stand des Landesverbandes hat weiter den einzelnen Ver­bandsvereinen ausgegeben, ihrem zuständigen Kreisamte und ihrer Bürgermeisterei je ein Exemplar nut kurzem Begleit­schreiben zur Kenntnis zu unterbreiten, das den Vereinen mit ber notigen Anzahl Exemplare für ihre einzelnen Vor­standsmitglieder im Drucke zugegangen ist. Ter Vorstand

des Landesverbandes bat damit seine zweite Aktion seit der kurzen Zeit seines Bestehens «die erste betraf den Gemeinde stcucrgcsctzcntwuri vollzogen, ausweislich der Akten zwei recht mühevolle Arbeiten, die erheblichen Aufwand an Zeit und Mühewaltung erforderten.

Befitzwechfel. Tie Besitzung der PaScoc'fchcn Erben an der Frankfurter Straße ist für 81000 Mk. in den Besitz des ProfesiorS Dr. Soetbeer übergegangen.

Landkreis Gießen.

= Grüningen, 1 Juni.Friede fei dein c r ft Geläut e", fo rufen dem heute mit 101 Stimmen neu - gewählten Bürgermeister Adam Lorenz B i n g e l seine Wähler glückwünfchend zu! Möge die Zeit für (Mnin* gen nie wiederkehren, in der Zwietracht, Reid und Streit wacherhalten wurden, damit einzelne Personen Ihrem chohlen Großtnertum und Eigennutze frönen konnten.

-V Leihgestern, 1. Juni. Zu dem nationalen Gesangs -Wettstreit, der am zweiten Pfingstfeiertag hier in Verbindung mit dem 5 0 j ä h r i g c n Jubiläum des GesangvereinsEint r acht" stattfindet, haben sich über 1000 Sänger angemeldet. Davon nehmen zwanzig Vereine mit etwa 500 Sängern am Wettstreit teil, der fünf Klassen- umfaßt. Die wettstreitenden Vereine sind meist aus der Frankfurter, Darmstädter, Mainzer und Gießener Gegend und ans der Wetterau. Tas Protektorat hat Pröviuzialdirektor Tr. Usinger-Gießen übernommen. Am 1. Pfingsttag findet eine Vorfeier zur Ehrung der Grün­der statt.

= Burkhardsfelden, 31. Mai. Am Sonntag sand die Einweihung des Ziegentummclplatzes des hiesigen Zuchtvereins für Saanerzicgen statt. Weit Über 500 Leute von nah und fern ivohnten der Feier bei. In dem oberen Teile vergnügten sich die Ziegen in freier Luft und Werdegang. Ter Vorsitzende, Peter Sche pp, begrüßte den Vertreter des Landwirtschaststämtner-Ausschusses Gio ßen und den als Gast erschienenen Kreisrat Krämer in Wall­dürn (Baden), den Lrtsvorstand, die auswärtigen Ziegen- zuchtvercine usw. Er schilderte die Entwickelung des Vereins. Im Jahre 1910 sei der Verein entstanden. Rur durch den Rat des Regierungsrats Tr. Merck, der Landwirtschafts- tämmcr und der Gemeindevertretung sei es möglich gewor­den, das Bestreben in die Tat umzusetzen, lieber die Ziegen­zucht früher und heute, die Entstehung der Saanerziegen- zucyt in Hessen, den Wert der Tummelplätze sprach der Ver­treter der Landwirtschaftskammer, Herr Kreutz-Gießen. Dieser übermittelte auch die Grüße des Negierungsrats Tr. Merck, welcher am Erscheinen verhindert sei. Herr Kreutz sprach sich anerkennend über die hiesige Anlage aus, be­sonders über den schönen und prattischen Bau der Halle in schweizerischem Stil.

Kreis Schotten.

= Schotten, 31. Mai. Heute fand in der Turnhalle die 6. ordentliche Hauptversammlung der Spar­und D arl e h ns ka s s e statt, die gut besucht war. Karl Weitz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, konnte die Mitteilung machen, daß die Kasse aoermals bedeutende Fortschritte gemacht und zu den besten Hoffnungen berechtige. Rechner Stang erstattete den Geschäftsbericht des abgelaufenen Rechnungsjahres. Der GesamUasfenumsatz betrug 2410 289 Mark, der Reingewinn 4512 Mk., die Spareinlagen etwa 100 000 Mk. Tas eingeführte Heimspartassensystem zei­tigte günsttge Ergebnisse, die Einlagen betrugen 826 Mk. Wünschenswert ist cs, so führte der Direktor, Buchdruckerei­besitzer Wilh. Engel, aus, daß der Sparsinn schon von Jugend auf durch diese Einrichtung gepflegt werde, aus 61 ausgegebenen Sparbüchsen wurden durchschnittlich 13 Mk. abgeliefert. Die Milgliederzahl der Kasse beträgt jetzt 394 (bei Gründung 122;. An Dividende wurden 3 Prozent verteilt. Tie am 2. und 3. März durch l)cn Lberrevisor Lehr-Tarmstadl vorgenommenc Revifion der Bücher hatte ein äußerst günstiges Ergebnis, die Bücher wurden in musterhafter Srdnuug gesunden. Bei bir mit Stimmzettel erfolgten Wahl würbe ber Tircrtor Engel einstimmig wie- ber gewühlt. In ben Aufsichtsrat würbe wiebergewahlt Hch. Alt II.-Michelbach, neugewählt Ernst Schmtbt-Schotten unb Karl Hosmaun-Betzenrob.

Kreis Wetzlar.

i Greifenstein, 1. Juni. Tic Besucher unserer Ruine sinb erstaunt über bie einstige Herrlichkeit des Bau­werks, die im letzten Sommer durch Forträumen des Schut­tes sreigelegt wurde und nun den Besuchern des Greifen­stein veranschaulicht, wie gewaltig einst ber alte Tiuaitensitz sich ausgedehnt hat. Ter große gewölbte Vorratskeller der Burg, der burch eine bequeme Treppe mit den sreigclegtcn Räumen des Erdgeschosses in Verbindung steht, ist äußerst sehenswert, ebenso die Roßmühle mit ben bariim gruppierten Kasematten, in benen bic Geschütze stauben. Auch bie untere Kirche auf ber Burg, bic im gotischen Stil gehalten ist, soll restauriert unb ber Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Hessen-Nassau.

4+ Aus dem Dilltal, 1. Juni. Auf den Höhen unseres Tales hat man bereits mit dem Einfahren des Heues begonnen, während im Tale der erste Grasschnitt vor sich geht. Die Futterernte ist in der ganzen Gegend aus­gezeichnet.

wandern und Reisen, Bäött und Sommersrischen.

.Serienreifen nach England. Tie Rundschreiben über die öiC5jäi)rigeii Serienreifen in die englischen und schottischen Ferienhäuser Der Co-operative Holidays Association, uerausialtcr von der Ferlenheiin-Geselljchait Fianifurl, sind erschienen. Die Abreis- oon Franlüirt erfolgt slels am Freitag 2 Uhr LH Min. nachmittags, lind zwar am 16. und 30. Juni, am 7., 14., 21. und 2s. Juli, am 4., 11. und 2d. August und am 8. September. Run gilt es, sich rasch zur Teilnahme zu entschließen, und zwar spätestens bis zum 1. Juni, weil danach die Teilnehmerzahl für die englischen Jerieii- gaste ie'.'zulegen ist und hi jedem Heini mir eine bestimmte Zahl von Plätzen zur Veriügung steht. Es kommen zivött Ferienheime an den jchouiien Plätzen Großbritanniens in Betracht: Whitby, Row 'J?latlod, London, Paycockes, Bangor, Barnioutb, Newlands, Amblestde, Wharledale und Portballmtrae. Rach dem Au'enthatt ui den Ferienhäusern kann man gegen Erstattung der Selbsikoyen eine Woche in einer gut cmp'ohlenen englischen Familie zudnngen, gewiß eine Annehmlia.leü, Die man lontt io leicht nicht nnden wird.