47
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82—87
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38
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40-00
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40
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66
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66—00
51
66
billä am Sonntag dem 22. Jan.
*»vl Zilv von 12 Uhr mittag* bis 12 Lhr nachts
Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen.
Wetter
Z
eo
Bed. Himmel
20.
Eine Gewichtszunahme
Zahn-Creme
Mundwasser
Chaafftarkarae.
41
48
80
87
78—83
85-87
62
58
53
49
104
97
91
83
100-108 94—100
87-96
80—84
Jcm.
1911
Höchste Temperatur am
Niedrigste „ ,
Schale. Weidemastschase ..... .
Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht.......• .
Rheinische» ----
Technikum Binnen MAa8tchlnej?!Lau’Elektroiechnik,aei, - —m 11 M111 y 11 Automobilbau. Brückenbau. Mc
VoUfleljchige Schweine über 2'/, Zentner
Lebendgewicht 51—00
Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend-
Zd K Z eo
•o.
-c.
Aläßig genährte junge und gut genährte ältere 39—43
Ungejochte 47—50
Färsen, K n h e.
Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 45—50
Vollsteischige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 37—40
'Hellere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 32—36 Kälber.
Feiiiste Mast- (Vollmilchmast) und beste
Saugkälber 60—65
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 56—60
Geringere Mast- und gute Saugkälber 52—55
Geringere Saugkälber . . .... 40—50
5 ä «•
sl|i SN-x^
Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 46—49 84—86
Zunge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 43—45
Ob Grund sinn Streik vorhanden wär, will ich ünb'ttWr? lassen, obgleich wohl man dient die Höhe der veröffentlichten Löhne zu denken gegeben haben mag, jedoch möchte ich nur die Art und Weise kennzeichnen, wie die Sozialdemokraten ihre Forderungen durchzusetzen versuchen, weil sich dieses Schauspiel täglich vor den Augen des Publikums abspielt.
Bis vor kurzer Zeit wurde von deut hiesigen Institut „Rote Radler" täglich ein Plakat in den Straßen herumgetragen, worin das Streikkomitee die Bürger auffordert, kein Boykottbier zu trinken. Sollte man es für möglich halten, daß es in der jetzigen Zeit kein Gesetz gibt, das diese öffentliche Aufforderung, die das Zugrunderichten einer Firma bezweckt, verbietet? Ich möchte einmal das Geschrei der Genossen hören, wenn ein Plakat wochen- lang herumgetragen würde, worin die Bürger Gießens aufgeforderk werden, nichts bei dem Institut „Rote Radler" zu bestellen ober einen Konsumverein usw. zu boykottieren? Ich glaube, die Polizei hätte dann mehr zu tun, als cs jetzt der Fall ist.
Einen weiteren Terrorismus möchte ich mit dem Streikpostenstehen vor den Wirtschaften erwä-hnen, wobei diese Menschen sich nicht scheuen, Kinder, die ich auf 15—16 Jahre alt schätze, hierzu anzuhalten. Täglich kann man sehen, wie die Streikenden das Publikum zu beeinftussen suchen, kein Bier von der betreffenden Brauerei zu trinken und damit natürlich auch die Wirte zu sckstidigen suchen. Sollte man glauben, daß eine solche öffentliche Schädigung erlaubt sei?
Ich stehe beiden Parteien fern, aber dieser Terrorismus übersteigt denn doch alle Grenzen und dabei rufen die Sozialdemokrat«^ sogar noch die Hilfe der Bürger Gießens an! Ein Bürger.
Vie Hcftorsgattin als Totschlägerin.
S. ü. H. Nürnberg, 20. Jan.
Der häutigen Verhandlung wohnt Erster Staatsanwalt Merkel bei. Die Angeklagte ist mit ihrer Pflegerin pünktlich zur Stelle. Sie hat sich von ihrem Fall durchaus erholt. Bors, (zu den Sachverständigen): Können wir uns über den allgemeinen Eindruck der Angeklagten mit den Zeugen nicht kürzer fassen? oder ibrauchm die Herren Sachverständigen dazu noch weiteres Material. Als die Sachverständigen dies verneinen, erklärt der Vorsi'.ende, er werde bann die Vernehmung abkürzen.
Frau Kaufmann Schul Höfer schildert die Angeklagte wie die bisherigen Zeugen als sehr leicht erregt in den Vereinssitzungeln, ober nicht nachtragend. — Vors.: Aufgeregte Menschen müssen natürlich sehr leicht vergessen. Sie meinen aber wohl, daß ihr solche Szenen sehr schnell aus dem Gedächtnis entfallen? — Die Zeugirr bejaht dies.
Kaufmann Orden st ein teilt mit, daß die Angeklagte ihr Vorstaudsamt im Frauenstimmverein niederlegte, weil sie über Blutandrang klagte und sich der Sacha geistig nicht mehr gewachsen fiihlte.
Frau Bauamtmann U l lman n (München) hat die Angeklagte auch für^cme schwer zu behandelnde Frau gehalten. — Vors.: Hielten ^ie sie für normal? — Zeugin: Nein, wir hielten sie für nicht ganz zurechnungsfähig. — Vors.: Für so ganz un- zurechnungsfähtg hielten Sie sie wohl nickst?, sonst hätten Sie sie wohl nicht zum Vorstand« des FrauenstimMreckstsvereins gemacht. (Hetterkeit.)
Lehrer Johannes Wagner schildert den verstorbenen Rektor «Herbertch als vorzüglichen Vorgesetzten.
Der nächste 3euge ist der Lehrer Dor sch, den er wegen Misthandlung fernes Kindes bei der vorgesetzten Behörde angezeigt n 33 01).: Was hatten Sie stir Erfahrungen über Her- beruh? — Z e u gc: Er wollte wohl das Beste, dich war er etwas pedantisch und leicht geneigt, sich eher auf die Seite der Schüler zu stellen als auf die der Lehrer.
Von zwei Samariterinnen wird auf einer Krankenbahre die Errrehntn .Fttmlnn P r l g e r in den Saal getragen. Sie war von 1905 bt» 1906 Erzieherin ber Herberich. Die Behandlung war gut, das eheliche Leben, das die beiden miteinander führten, war aber nick)t friedlich. Dr. Herberich war nicht immer freundlich SU seiner Frau. Dte Zengin sagt weiter aus, die Frau sei auch elsersuchtig gewesen. Im Hmrshalt war sic aber fleißig- die Kmderwäsche erledigte sie selbst iinb sie kochte auch selbst Sie habe ihren Manu keineswegs schikaniert.
Frau Maurermeister Doll, die Besitzerin des Hauses, in welchem bic Tat geschah, bekundet, sie sei mit Professor Herberich sehr gut ausgekommen, aber bei der Frau kam ost ein zügellises Temperament zum Ausbruch. — Der Zeuge Kurhotelbesitzer Forme r aus Frerburg sagt ans, daß die Angeklagte ost Streit mit den Kellnern hatte.
Die Näherin Alberttne Müller hat öfter am Mittagsttsch teckgenommen und bekundet, Frau Herberich sei stets besorgt um ihren Mamt gewesen. — Schulhausmeister Viereck sagt aus daß Herberich zur Angeklagten nicht immer freundlich war die Frau war aber auch leicht aufbrausend. —Vors.: Litt der Rektor unter den leidigen Familienverhältnissen? — Zeuge- Jawohl er sagte, eine tüchtige Hausfrau sei sehr viel wert. Er war ost bis 1 Nhr nachts in dem Schulgebäude und war manchmal wie geistesabwesend.
Es tritt darauf eine kurze Pause ein.
Nach Wiedereröffnung der Sitzung wird der Zeuge Christian B ä n m l e r aufgerufen. Ehe er vereidigt werden soll, crklätt er er glaube weder an Gott, noch an ein Evangelium. Er wolle aber erst wissen, ob die Vereidigung für ihn strafbare Folgen haben könne, wenn er Falsches aussagte. — Vors.: Sie müssen die Wahrheit aüssagen, wenn Sie das nicht tun, so werden Sie wegen Meineides schwer bestraft. — Staatsanwalt und Verteidiger wollen den Zeugen in keinen Gewissenskonflikt bringen und verzichten tmf seine Aussage.
Sodann wird der Waffenhändler vernommen, bei bent sich die Angeklagte den Revolver gelaust hat, der nichts von Belang vorzubringen hat.
Jsan Anna Schneider war bei der gestern vernommenen Familie Bauer in München in Diensten und bekundet, es sei öfter Spektakel in der Familie gewesen. Das Dienstmädchen von Herbenchs erzählte, Dr. Herberich werfe seiner Frau, obwohl sie idnvanger Jet, Bücher an den Kops.
. Das Dienstmädchen Helene Drüber sagt wie mehrere Keu- gmnen vor ihr aus. Es sei in dem Hause oft Skandal gewesen. — Bor s.: Was halten ^ic von ber Hausfrau? — Zeugin Die Frau ist närio. iHeiterkeit.) — Realschullehrer Schnöbe [‘hörte am Mordtage um 7 Uhr abends mehre. Male einen Knall mw hs. Mnn euren Mann liegen jeben. Al-., er Daiut zutrat, habe er ausgernfeu: „.Um Gottes Willen, das ist ja Herberich'" —
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und - zuver-n-e« er l-Ägnl^ ciET^sMZöne ffsMugA, «eranda ZKS- N n b (eien.
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w Eingesandt.
(Sür Fonn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 11
Da man in jeder Zeitung, die m^/zu^Hanb^nim^°von Lohnbewegung, etrert, Boykott usw. aller Welt liest fetai mir Beobachter einige Bemerkungen zu cmem'^Mjt
CinC 6t€ligc Brauerei seit Wochen
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Die nachstehenden
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läßt sich beim Gebrauch von Scotts Emulsion bald feststellen, eine ganz besonders m der Genesungszeit, bei Abmagerung oder gestörtem Wohlbefinden wünschenswerte Wirkung. Erwachsene jeden Alters tun daher gut, in solchen Zeiten den Körper durch den Gebrauch von Scotts Emulsion zur Erhöhung seiner Leistungs- sahigkelt wieder aufzusrischen und zu krästigen.
-Scott» Emulsion wird von UN» auSichlicbltch IM qrotzen verkauft, und zwar nte lofe nach Äewicht oder May, sondern nur in versiegelten Oriainalflaschen in ^6Ts”nt“urcT54U6ma (5lfd,er mit bem Dorsch)^ Scott L Bown!, G. m.
' .. Bestandteile: Feinster Medizinal-Lebertran J50A prima Glyzerin &o,o, untcrphovphortgsaurer Kalk 4,3, unterphoöphorigsaure» Natron 2,0. vulo Tragant ..o setnster arab. Äummt pulv. 2,0. Wasser 129,0 Alkohol 110 ftieriu or mat.ichc Emulsion mit ^lmr-, Mandel- und WanltberiaSI ,e 2 T^vken. 6
egaNgHrß ein voller Erfolg ber Beranskaltting verbürgt Werden kann. So hat sich denn auch nicht nur hier in allen Kreisen der Bevölkerung das lebhafteste Interesse für das Unternehmen gezeigt, sondern auch von auswärts, insbesondere Frankfurt, Wiesbaden und Kassel, haben Sammler ihren Besuch in Aussicht gestellt. Gibt es doch auch eine ganze Fülle des Jnter- .'essanten und Lehrreichen zu schauen. Bor allem eine vollständige Sammlung unserer deutschen K o l o n i a l m a r k e n, wie sie ;öon einem Bereinsmitgliede „gebraucht" und auch „ungebraucht" ‘Dorgefübrt wird, dürfte noch nicht vielen von uns zu Gesicht gekommen fein. Daß die Marken altdeutscher Kleinstaaten, sowohl lose, als auch auf Brief, nicht fehlen, ist felbstv'erständlich. Hierbau kann man nicht nur die berühmte Sachsen „drei Pfennig rot" und die kostbare Baden „Landposl zwölf Kreuzer" zu sehen bekommen, sondern bat auch Gelegenheit, ein Stück zu bewundern, das „gebraucht" überhaupt sonst nicht mehr bekannt ist, nämlich den Fehldruck von Sachsen ,,''?Ngr. hellblau", dessen Wert in die Tausende geht. Dem Lokalpatrioten kommt eine fleißige Arbeit über die historische Entwickelung von Gießens Po st wesen entgegen, während der Freund von Europa- oder Ueberfeemarfen seine Lieblinge in den ausgestellten Spezialsammlungen von Belgien, Norwegen, Bereinigte Staaten usw. bewundern Fann. Ein Besuch der Ausstellung ist deshalb zu empfehlen. Zu der nachfolgenden Zusammenkunft von Vereinen des Rhein-Maingaues sind Gäste aus Sammlerkreisen willkommen. (S. Inserat.)
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 20. Jan. Unsere Brauereien wie die Bierniederlagen fremder Brauereien haben nun ihren Eisbedarf gedeckt. Während in früheren Jahren man hier auf das Eis des Nauheimer Teiches angewiesen war, haben wir dieses Jahr schon frühzeitig von hiesigen und benachbarten kleinen Teichen Eis erhalten. Hellblinkendes, 8 Zentimeter dickes, Eis zum Preise von 20 Pfennig für den Zentner lieferten Ockstadt, Ossenheim usw. Manche Orte haben einen Eiserlös von 700 Mk. für zugefahrenes Eis nach Hause gebracht. — Heute tagte hier die Versammlung der Bürgermeister des Kreises Friedberg und besprach interne Angelegenheiten. Vor der Versammlung hielt der Denkmalpfleger Pros. Walbe seinen angekündigten Vortrag über Land- friedhöse, in dem er namentlief) wünschte, die mitunter schönen altertümlichen Grabsteine und Denkmäler zu erhalten.
>< Bad-Nanheim, 20. Jan. Recht fleißige Arbeit hat für die Erweiterung des Bahnhofsgeländes seit vergangenen Herbst ein Löfsebagger geleistet, der ununterbrochen tätig ist und das für die Erweiterung des Schienengleises nötige Gelände vollständig abgehoben hat. In ungefähr 14 Tagen wird die Baggermaschine ihre Arbeit, dte in der Zeit wohl kaum durch Erdarbeiter hätte ausgeführt werden können, beendet haben.
Studienrat Fährwalb wähnt in b5dttfeT5en Hältst Itrtti schildert die Auffindung der Leiche ebenso. .
Es wird darauf die kommrssarnche Aussage der erkrankten Lehrerin Dr. Kits müll er verlesen. Sie betimbet: Ich habe beide Ehegatten als nett und liebenswürdig kennen gelernt. Tic Angeklagte ist herzensgut, aber wenig diszipliniert, und besitzt Mangel an logischem Denken. Ich hatte die Angeklagte für krankhaft überspannt, schon wegen ihrer fixen Idee über die Männerwelt. Gegen mich war sie während meiner Krankheit sehr aufmerksam. — Zeugin Frau Sela Dillinger, die jetzt in Amerika weilt, ist ebenfalls kommissarisch vernommen worden. Sie gibt an, sie sei die 29jahrige Tochter der Angeklagten ans erster Ehe. Die Ehe mit Dr. Herberich sei anfangs sehr glücklich gewesen, die Mutter hatte aber Wutanfälle, unter denen die Kinder viel zu leiden hatten, aber auch der Stiefvater war oft sehr aufgeregt. — Ebenfalls kommissarisch vernommen ist der Krankenhausdirektor Boes, ein Schwager der Angeklagten, der zurzett ht Ungarn weilt. Er bekundet, es seien in der Familie öfter Fälle von Geisteskrankheiten vorgekommen. Die Angeklagte hätte ein sehr herrisches Wesen und duldete keinen Widerspruch. Eine Schwester der Angeklagten sei wegen unheilbarer Geisteskrankheit in einer Anstalt interniert. Ihre Kinder habe die Angeklagte schonungslos mißhandelt.
Es tritt darauf die Mittagspause bis 4 Uhr ein«
Ein neuer Zwischenfall.
Bald nach Beginn der Nachmittagssitzung, vor der Damen den Kordon der Gerichtsdiener und Gendarmen durchbrachen, ereignete sich wiederum ein Zwischenfall. Während der Vernehmung des Dienstmädchens Lina Aedtner, die am Tage des Totschlags im Hause Herberich tätig war, zuckt die Angeklagte konvulsivisch zusammen, fällt zu Boden und wird von den Aerztan und der Pflegerin hinausgetragen. Der Vorsitzende muß die Sitzung auf unbestimmte Zeit unterbrechen.
Das Dienstmädchen Lina Aedtner war bis zum Mordtage bei Herberich in Diensten. Sie sagt aus: Herberich war oft sarkastisch und spöttisch seiner Frau gegenüber; die Frau aber war sehr leicht gereizt.
Vors. (zur Angeklagten): Sagcln Sie, Angeklagte, wissen Sie von den Vorgängen am 27. April gar nichts mehr? — Angekl.: Ja, ich weiß, daß mich mein Mann zu Boden geschlagen hat. — Vors.: Wissen Sie, daß Sie am Vormittag einen Spaziergang mit Ihrem Manne unternommen haben? — Angekl.: Ja, das weiß ich, aber nur aus der Anklageschrift. — Staatsanwalt und Vorsitzender bemühen sich vergeblich, aus der Angeklagten etwas herauszubekommen. Sie erklärt immer wieder, fte wisse alle- nur aus der Anklageschrift. Der Sachverständige Dr. Kl üb er erklärt darauf, die Sachverständigen glaubten durchaus, daß die Einzelheiten hei der Frau Rektor sich öfter) verwischt hätten. — Vors.: Sind alle der Herren Sachverständigen dieser Meinung? — Sachverst. v. Gudden: Ich glaube, daß wir, wenn wir die Angeklagte fragen, überhaupt nicht weiter kommen. — Sachverst. Dr. Frickinger: Es kommt mehr auf die Tatzeugen an, nicht auf die jetzigen Aussagen der Angeklagten.
Der Vorsitzende fragt darauf die Zeugin 2lebtner weiter: Am 27. April Tarn es mittags zu einer Szene? — Zeugin: Ja, der Herr Professor sagte: Gemeine, rücksichtslose Bande, als ich gerade das Essen auf trug. Die Frau Rektor rief: „Ich will in diesem Hause nichts mehr genießen!" Der Sohn Leo hotte später citwas Essen für die Mutter. — Bors.: Gesehen haben Sie wohl nichts mehr? — Zeuge: Nein. — Vors. : Wann trugen Sie den Kaffee auf? — Zeugin: Um 4 Uhr. — Bors.: Wann ging Rektor Herberich? — Zeugin: Das weiß ich nicht, aber fort war er. — Vors.: Wissen Sie noch, ob die grau ms Wohnzimmer ging? — Zeugin: Ich glaube: dem Tritt nach ging die Frau Rektor hinaus ins Wohnzimmer und gmg dann in die Speisekammer. Ich horte dann später vier Schüsse, doch weiß ich bie* Zahl nicht sicher. — Vors.: Fielen me Schüsse rasch hintereinander? — Zengin: Erst fielen drei Schüsse schnell, daim der eine etwas später. — Vors.: Sie eilten wohl rasch hinaus? — Zeugin: Ich mußte erst etwas wegschaffen und lief dann hinaus. — Vors.: Wie lange nachher war bn§9 — Zeugm: Es mögen vier Minuten vergangen sein. — Vors • Was dachten Sie de.nn? —. Zeugin: Ich dachte mir gleich, die Frau Rektor hat geschossen. In der Haustür stand die Frau; te sah sehr verstört aus. — Vors.: Sagte sie etwas? — Zeugin- Sie sagte: Ich habe meinen Mann und mich geschossen. Sie hob den Rock hoch und wollte mir die Stelle zeigen, doch lief ich an ihr vorbei. Als Frl. Schmidt fragte, was ist passiert agte die Frau Doktor: „Mein Manu hat mich in Gegenwart meines Kindes geschlagen, das dulde ich nicht; ich habe geschossen — Vors.: Welchen Eindruck machte die Frau? — Zeugin- Sie war geistesabweisend. — Vors.: Früher sagten Sie, ihre Sprache klang fremdartig, es kam Ihnen so vor, als wäre sie es selber mcht? — Zeugin: Ja, das stimmt auch. — Bors.: Was sahen Sie dann? — Zeugin: Der Herr Rektor lag schon im Hausflur. Er lebte iioch; ich hotte rasch etwas Wasser und er trank noch. (Große Bewegung.)
Es tritt darauf der oben erwähnte Zwischenfall ein, bei welchem die Sitzung auf unbestimmte Zeit unterbrochen wird i In der Pause m der die Angeklagte in ein Nebenzimmer gebracht wurde, erklärte sie ihrem Verteidiger: „Verschaffen Sie nm meine Pistole tvieder, dann werde ich Ihnen allen meinen Mut zeigen!"
Nach der Pause wird die Vernehmung der Zeuain Aedtner fortgesetzt Das Mädchen erzählt die Frau Dottö? sei an de! Lerche ihv«s Mannes nieder gesunken und habe laut geweint O« rtOata immer aus: „So weit mußte es kommen, so weit mufcte es tommdn.!" ES ergibt sich, bah die Zeugin d e Angeklagte dreimal im GesangniS besucht hat und auch einen Bries Sef’UÄen ’ ,ot,3ctoi<t- “»
ES war em sehr alkoholreicher SB ein und es sehlte au der SWaWie -Liter Die Angeklagte folgt apathisch liegend öhn" iekäuß
Anteilnahme der Verhandlung b
„ KLulein, Schmid t die im inrittefn Stockwerk desselben Saufes wolmte und gerade zu der Tat hmzukam, schildert den Vorsall solgendermahen: Die Angeklagte sah hochrot aus und swrrte mich an. Sie sagte zu mir erregt: „Ich habe eben meinm ”nbe",9uÄ ™
den l\$emnÄT - st °n d i g en-Gu tu ch t e n über
Der prakt. Arzet Dr. Scheiter wurde kurz nach 7 U hr von ^ncm<n®»,u6?l-nn- 9“nfclk, Tie Angeklagte lag jammernd auf dem Bett. Sie sagte: Ich wollte, ich hätte miri'i kpccl, troffen. Die Angeklagte war sehr errfgt? schlug an den Kops und nef immer aus: „Gott, was habe ich getan! Ez muhte aber 10 kommen!" Spater trat der ßnfin binn. r» UB!C und küßte ihn. Zwischendurch fragte fic, ob es 'ihrem Mame besser ginge Dann riet Jte aus: „Retten Sie ihn^ Lassm Sie Autoritäten holen, und wenn es 20 000 Mark koste,."
Inzwischen ift ba5 Dienstmädchen Aedtner mit dem Brief zuruckgekommen Dieser Bries wird nun durch den Vorsitzenden Äu^t bcIangte'«ä
m L'Le^Ä'LL r Issa auch völlig unerheblich - Da'r^s wi^'-nach'?'uhr L nds'dch Sitzung auf morgen früh 1'.9 Uhr vertagt. no-) Oie
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Markte.
Gießen, 2l. Jan. Marttt'ericht. Auf beuügem Wocben- inarkte kostete i Butter pr. Pfd. 0,90—1.00 Alk., Hühnereier 1 St. 10—11 Pfg., Enteneier 1 Stück 0 Psg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Käsematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk^ Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. St. 1,80-2,20 Mk., Ganse das Pfd. 75-80 Pfg., Ochsen- fleisch pr. Pfd. 84—92 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 84—88 Pfg,. Knysleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—8» Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—84 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Alk., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 8,00—10,00 Mk^ Milch das Liter 20 Pfg., Birnen per Pfd. 15—20 Mk., Aepfel per Ztr, 10 bis 15 Mk., Nüsse 100 Stück 50-60 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk., Bohnen per Pfd. 00—00 Pfg. Marktzeit von 8—2 Uhr.
fc. Frankfurt a. M., 20. Jan. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren Wagen Heu und 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,00-3,-50 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 2,50 bis 2,9j Pik., Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. — Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreise Dieburg.
F.C- Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 20. Jan. Auftrieb: Rinder 53 (Ochsen 11, Kühe 42), Kälber 101, Schafe 61, Schweine 232.
Tendenz: Rinder ruhig, Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. Preis Dnrch-
pro 1OU Pfd. schnittspreis Lebend. SLlacht. pro 100 Pfund r,. . Qen’idjt lebend. Schlacht.
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