Ausgabe 
23.9.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 224

Zweites Blatt

161. Jahrgang

LrfchetM lägst- mit Au-nahme bei bonnkagg.

Ttetestier .sinnkNendlätter- werden btm .Anzeiger^ viermal wöchentlich deigelegt. das Krtteblatt fir Im Kreilleben" zweimal wöchentlich. Die ..randwlrtlchatillchen leit» fragen" erfcheinen monaUich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

Samstag, 25. September 19U

Stoianonlbnxtf und Verlag der t*rflbHdxn UnioeriliäK $itd>» und GteinbrudeceL St. Lange. Sieben.

Redaktion, Grpebüion und Druckerei: Schul» ftrnee 7. öjpebihon und Vertag: bl-

Siedaktion: «^112. r«l.-SldruAnzeiger«ie»ett,

WfttV*»6N/v

Vt. 100 ttg. 8.00

,.n __________ yoritanbobeiilber sind M t r d) c n r a t T r

Schlosser «Gießen- und Tr. 21. Veop (Berlin

Als vauptaegenslanü der Tagesordnung wurce der D o r e n l - wurs j u rn Deutschen Reichs st rasgesetzbuck) und die 2l r m e n p s l e g e verhandelt. Dazu gab Landgerichtödirettor a. T. Tr. Aschrott, der Voriitzenbe des vor zwei Jahren vom Ver­ein aur seiner Münchener Tagung zur Vorbereitung der Be'chlmic eingesevlen Ansschusies, eine einleitende Uebcrsicht. Er behandelie die Entstehung und Bedeutung des Boreiuwurjs. der überiviegend günstig ausgenommen worden ici, bcivradi die maßgebenden Grnndgedant.ii ^Rücksicht aus die Person des Täters, udiernbe Maßnahmen, (itmcucrung der Beiugnisie der- Strasrichters in ihrer Beziehung zu den Berhandlungsgegennände^ und leylug al. allgemeinen Leitsatz vor, der Verein möge vom Slandpunkle der Arinenpilege aus den Vorentwurf als eine geeignet effli u n d' l a g e sür ein neues deutsches Strafrecht beicidmeiL .'öeüall

Als rrfic Frage aus dem Borentwurs des deutschen ^lra,- gcsctzbuches wurden behandelt: Tie Beslimmungen über T r u n len heil und Trunksucht. Tr. jur. W. Polligkert, Direktor der Zentrale sür private Fürsorge in ^ranliurl a. M gelangte zu dem Ergebnisse, daß zwar Einzelheiten verbesierungs bedüntig erscheinen, daß man aber grundsätzlich zustimmen und es als erireulich bezeichnen müsse, daß das neue Strafrecht iidi mu kräftigen Mitteln an dem allgemeinen Kampfe gegen die schaden des Alkoholismuv beteiligen will.

Direktor Professor Tr Telbrück in Ellen bei Bremen als Mitberichlcrstaller v.-rvollständigte die Tarlegungen durd) eine ttrilik dec Einzelbestimmnngen des Vorenttvurfs. Schon legt fordert er eine encrgifdic Abttinenzbehandlung in allen Gelang uissen, Zuchthäusern, Arbeirshäu'crn und Irrenanstalten, auch empfiehlt er, in Arbeitshäusern den Versuch zu machen, beiorchere ^offene'oder gdfajloncnc; Trinkerableilungen zu errichten.

3m Ansailuß hieran wurde aus Antrag des Lberregierungv rats v. Widmann Lubwigsdurg in Württemberg) beschloncn, den Zentralausschuß zu ersuchen, Verwaltung?.- und Ltraimav regeln gegen Wirte zu erwägen, die an offenbar Betrunkene oder an Zugendliche gelinge Getränke verabfolgen und dadurch fahrlässigerweise die von jenen in trunkenem Zustande begangenen Stra'lalen verursachen.

kennen die Vorzüge von

Palmin (vftrm-enkett) und Palmona (Pflanzen-ötTtter. Margarine) als Speisefett und ab Brotaufftrief), viele Pro» dukte Gnd von aMoluler Reinheit, leicht verdaulich (kein fiufftoßen, kein Sodbrennen!), (ehr preiswert und gänz­lich frei von tierischen Fetten. - Man vermeide die zahl- ©reichen Nachahmungen, betrachte ihr Vorhanden- fcjp vielmehr als einen Beweis für die

Qualißt unterer Produkte.

H.Sd)Und<4C!e.H.»O.

HB. PaWITl W su 6,weich** (Ichmateäbnlich) a teBen.

D-r Hmfthmnno in Knna&n rrn Tubhn "nd London abgeschnitten. . iaundnt

ver umillfwung in aunava.

Tie vorgestern ui Man ab d erfolgten Varlamcntswahlcnl.-'ir^^ von .tcuuorl und Boston anlamrn. konnten di. 3. >t Haben eine $|je Ueberraschung gebracht Sind doch bic I mdn verlassen Tie Öricfpoft muß ; en Umweg zu Wasser über Liberalen, bte mit den kühnsten Hoffnungen aut b.c (rr- Liverpool machen Deute werden Züge weder Queenstown ort Haltung, wenn nicht Vergrößerung ihrer Parlament/mehr»! lassen, nodi dort eintrcssen ,

beit in den Wahlkampf gezogen waren, von den Monferoa» ., Xu bl m, 22 cert. ^.ie , r i, chenE , f end a b n? eiet! «.n,n hie trott ihrer Verbruderuna mit den fraiuöiiichcn 4 a u c n mtt Aufnahme der Great <-outliern Batm haben t>eu..e U.rn ff 122 «Märt, daß ber Betrieb au, ihren Linien trotz der VroNin-.uiung

Nationalrsttn kaum auj -.tcg -u hoffen wagten, in einer 1^ Aue'.^ndcs in gewo.ulidier Weise auircdM erhalten ivu: Werse geschlagen worden, die das Verhältnis der beiden ^ic Leiter des Ausstandes erklären wogegen ihrerfl ; Parteien im Parlament zueinander geradezu umkehrt und haß die Eisenbahner in .omit befriedigender Weife der Arrfsordcrun damit nicht nur den Sturz des Kabinetts Lauricr herbei- der Einstellung der Arbeit enhpradjen

tegclmäsiigc Bud iubrung alS au' eine ßraibare Handlung des inzimichcu verstorbenen Rechners -urückzuiüb^n Aach dreier Ehrenerklärung zog. der Privatkläger den elraiantrag unter Uebernahme der Mafien zurück.

-undegebell.

Ter Reaicrun.'sl'ausübrcr D. £» in A s eid batte den dortigen Lberlehr.i Z L. brieilich ausgeforderr, er möge doch da'ür Sorac tragen, daß >ein lungtr Zagddund deö Rachts die ^adibaticbou nicht allzu sehr durch Bellen belästige Darau, antwonelc der Oberlehrer mit einem Schreiben, in dem in etwa- ivöUtlcher Wei e auf die emmindsanien Nerven deS anderen Teil» angespielt war 3 ar ob PrivalNage und schösfengerichiliche Berdanmui,. Zn der heutigen Bern ung-verhandlung etllärte der Angcllagr.. daß er den Brief in der ersten Aufregung geschrieben habt und bedauere, wenn der andere Teil sich dadurch beleidigt suhle: er erklärte nd) außerdem zur Uebernahme aller -osten bereit Dorau, zag der Verlebte die Privatllage zurück.

Tie Furcht vor dem Arbeitshaus

Ter P. 3d), von Ahrdt bei Wchlar nennt sich Arbeiter, hat aber offenbar wenig Lust zum Arbeiten, denn er in scl'o: des öfteren wegen Bettelns vorbestraft und auch schon zweimol wegen Arbeitsscheue dem Arbeitshaus überwiesen worden. Neuei vings in er n ieder beim Betteln abgefaßt worden und hat deshalb vier Wochen Hast erhalten, außerdem ist auf Ueberweiiuna an die Landesvolizcibehorde erkannt worden. Die daftstraie will n Dcrbübin, aber in dem Arbeitshaus muß es ,dm schlecht gefallen haben, denn von der erneuten liebe nvtiiung ^vill er burdiau - nichts wissen und bat Berufung eingelegt. Sem Rechtsmittel nübt ihm aber nichts, denn da die gchclufcfii Voraus,ehung n vorliegeil unb aud) nach Lage der Sad>e die Unterbringung de.- 'Angeklagten zu geregelter Tätigkeit angezeigt erscheint, so wird die Berufung als unbegründet »urückgewiesen.

Eventuell."

Tcr Dienstknecht St. S. von Frankfurt a. M. War mit einem Möbelwagen den Schellcnberg bei Vilbel hinaufgesahren und halt.- dabei bic Pferde mit der Peitsche in ärgerniserregender Wem traktiert Er wurde deshalb vom Schöffengericht zu Vilbel wegen Tierauälerc» zu 14 Mk. Geldstraie eventuell 7 Tagen hast vei- urliill Er meinte jedoch, er müsse sieben Tageheu unb legte Berufung ein Alv er aber heute darüber aufgeklärt wurde, daßeventuell" nur so viel bedeute, daß er im Falle der Nicht­zahlung der Geldstrafe eine vaitstrafe zu gewärtigen habe, erklärte er sich mit dem Urteil erster Znstanz einverstanden. Tic» wurde indessen nach üattgeljabter Beweisaufnahme aud) aus fachlichen Gründen bestätigt.

Streitigkeiten der Radfahrer.

Ter Znnallateur R. R. von Gießen hatte aehörk, daß der Weißbinder N. L. von Gießen aui dem Gautage des Gaues LX a des Deutschen Radfahrerbundes zu Stockheim als Fahnvart ge­wählt werden sollte. Um bic Wahl ju verhindern, erklärte er vor der Abstimmung, daß L. wegen bestimmter Handlungen belast worden sei. L. erhob Privatklage, R. aber wurde ,re,gesprochen, ba er unzweifelhaft in Wahrung berechNgter Znterc,,en gehandelt habe Ein heule neu voraeladener Zeuge konnte nicht bekunden, daß R die nach 8 199 StGB, erlaubten Grenzen überschritten habe. Man einigte sich schließlich dahin, daß L. feine Beru'ung zurückzog und die Gerichtskosten übernahm, während R. auf Ersatz seiner Auslagen verzichtete.

märtte.

«leben, 28. Sept. WlarftberidiL Auf heutigem Wochen« markte kostete: Butter pr. Psb. 1,25-136 TIU Hühnereier 1 St. 89 Big., Enteneier 1 Stück 9-tOPla, Gänfeeier 1 Stück 10 bi< 15 B'-i., Siä|e pr. St. bd ifg^ «äfematte pr. St. b6 Pg., rauben pr Pr. 0,801,00 2JiL, Hühner pr. St. 1,001,60 ^'(77, Mahnen pr. Stiick 0^01,80 3JIL, Unten pr» St. 1,802,20 Mk^ Ganse bas Pfb vO-l» Big, Lchsensleisch pr. PN). 82-90 Plg^ Riudsleisch pr. Plunb 86-90 Pfg^ «udfleifch 70 Pfg^ Echiveine- fleisch pr. Psuub 7090 Psa^ .kalbfletld) pr. Pfd. 7074 Big., vammellleisch pr. Blb. 60-88 Pfa., Hartoftet» yr. 100 Stg. 8.00 bii 9.00 Btt., Weißkraut ba8 Stuck 15 bi» 80 Psg* Zwiebeln per 4lc. 10,0012,00 U)irN Milch bas Liter 22 Psg* ^Uepsel per L'd. h di« Plg., Jlnffc 100 Stück 0060 Pfg., per Ztr. 000 '"tU Bohnen per Pkd. 2540 Plg, Gurken 100 Stück 2,003^0 '"tr., Birnen da« Pfund 13-20 Pfg., Zwetschen der Ztr. 8-10 Ml. Marktzeit von #2 Nhr.

Kanadas.

Deutschland ist an dem Umschwung in Maitaba nur insofern interessiert, als man nach dem Sieg der l)ochschuii- zöllncrtsck-cn .konservativen keine Hoffnung niehr hegen kann, m absehbarer Zeit mit Kanada zu annehmbaren Handels­bedingungen zu gelangen, worauf man auf Grund des GegenfeitigkeitsvertraaeS noch immer rechnen konnte. Ein viel größeres Interesse an dem Ausfall der kanadlschen Wahlen haben natürlich die Vereinigten Staaten. Man kann den Präsidenten Taft, aus dessen Schiedsgerichts- planen schon nichts zu werden scheint, nur bedauern, wenn jetzt auch sein zweites, eigenstes Werk, der Gegensciligleits. vertrag mit Kanada, zu Wasser wird, nachdem er ihn gluck- lich durch daS RepräientantenhauS und mit vieler Mühe auch dirrch den Senat gesteuert hatte. Nun scheitert er an der ^usatnmensetzung des neuen kanadischen Parlaments und das gerade in einem Augenblick, wo Taft sich auf einer ausgedehnten Rundreise befindet, um unter ^innrere, am feine Erfolge sür sich um die -weite Präsidentschaft zu werben. t , kt, ..

^n England wird man der Wahlentscheidung eine große Bedeutung beimessen. Und tatsächlich verdient sie eS auch, der Untenverfung der Lords unter die Vetobill politisch vollgültig zur Seite gestellt zu .»veroen. Tenn man muß berücksichtigen, das; die Ablelinung des Gegen» | seüigkeitsvertrages nut der Union einen eieg des wirt- schafuichen Imperialismus CliambcrlainS darnellt, gegen din sich -war daS englische Boltin zahlreichen Parlaments, absrimniungen ausgesprochen bat, der ^aber in (nigland immert-in noch genug Anhänger besitzt. Durch Ausfall der lanadischen Wahlen werden diese in ihrer Haltung offensichtlich bestärkt werden und iwckr iDcucreu Zuzug er­halten, )0 daß damit die Stellung des liberalen Kabinetts Asquith einigermaßen gefckpvächt wird. Aut der andern Seite aber bietet das Nichlziistandekommen des Gegenseitig- keitsvertrages -ivischen Kanada und der Union England auck wirtschaftliche Vorteile, die cS schon verloren glaubti. Behält es doch Kanada alS Absatzgebiet für seine nnus tri ek­len Erzeugtiisse in vollem Umfange. vsn Etigland nnrd man daher den Ausfall der fanadi.chen Wahlen mit einem tränenden und mit einem lachenden Auge oeiraauen.

führen, sondern auch die Annahme des bekannten Gegen---------------------------- 7T

seitigkeitsverträges mit der Union durch das kanadische l DeUkjcher DCFCtn fÜk AkM(Npstegk Urtö u)Oi)l.ütigKlt. Karlarnent verhindern wird. Dresden, 22. September

TaS biShertae kanadische Parlament setzte sich aus 133 3um 31 maIc vereinigte am Mittwoch der Verein, dessen Lrberalen und 88 Konservativen zusammen, so daß..daS segensreiche Arbeit tn allen mit her ölfemlichen unb brr privaten Kabinett des Premierministers eie Wilfried Lanner über I Armenp lege vertrauten Mreiicn die Haupte tticrudiütiung genießt, eine Mehrheit von 4b Stimmen gegenüber der unter Fuh- seine Mitglieder zur Jubrc.veriammlung, dem sogenannt ;t Teut rung Sir Robert Laird Bordens slehetwen konservativen schen Armenvilegetongiesie. Ter Tagung war eine stpiing oe-. Opposition verfügte. Gestern aber sind 13 Wahlerged- Zcntralausschusseü des Vereins vorausgegangcii Tcr nunmeotigr nisse stehen noch au» 12V Konservative und <9 Liberale Vorsitzende R uland begrüßte die Versammlung, ne Ge,cha,te gewählt worden, so daß damit das Kabinett Lauricr einem I Leitung wurde ihm von Der ött | am ml u n g über trage n, bre Silll- Robinett Borden wird weichen müssen, bic Poiitir >!anod-io ' J? rtent t>=« äyrütiührcnuni bem iuk

nach 15 liberalen Zähren wieder im koniervativeii ^nuic I rQ^ p Franlenbcrg Braunschweig) uno dem 2tabtamtmann Wie geführt werden wird. TaS für die Liberalen beschämendste bui(l ' fxruben . Vorstanbobeuwei sind m tr d?cn r at Tr ist es jedenfalls, daß, mag auch Lauricr selbst zweimal - ' - - gewählt worden sein, acht seiner Minister nicht wieder- gewählt wurden. Tie konservative WahlparoleGegen den Reziprozitätsvertrag mit der Union" hat sich also in einem Umfange als wirksam erwiesen, der geradezu verblüffend ist. Allerdings fällt dabei sehr ins Gewicht, daß die Konservativen sich unlauterer Mittel be- oienten, indem sie den im Lande umgehenden Gerüchten, die Union beabsichtige eine Annexion Kanadas, in keiner Weise eiitgegcntraten, sie vielmehr noch bet ihrer Wahl­agitation ausschlachteten.

Zweifellos hat Sir Wilfried Lauricr mit dem Gegen- seitigkcitsvertragc, durch den die Kanada und die Vereinig­ten Staaten trennenden hohen Zollmauern in beiderseiu- bem Interesse niedergelcgt werden sollten, das beste ge­wollt. Aber die Art und Weise, wie die gelbe Presse Nord­amerikas tm Ansckstuß an diesen Vertrag die Zdcc einer Aiinerion Kanadas propagierte, hat den Liberalen in Kanada jedensalls viele ihrer politischen freunde entfremdet. Es wäre sonst nicht verständlich, bau voraestcry ganze In­dustrie bezirke und auch ein großer Teil der Farmer mit den Konservativen gegen den Vertrag gestimmt hätten, der- ihnen nicht nur den billigeren Bezug von Rohmatc» Italien, sondern auch den von landwirtichastlichen Ma- schincn aller Art sichern sollte, ganz abgesehen von der Er­schließung des weiten Gebiets der Union für die Produkte

Tic Versammlung wendet« sich hieraus der zlveitcn armen- rechtlich bebeunamen Frage des Boremwurfs zu: Tie Behanb lung bet Landstreicher, Bettler unb Arbeits­scheuen. ~ ,

Irrster Berichterstatter hierzu in stadtrat v. Franken berg Braunschw«ig, ber die juristische Seite der Frage an der Land seines gedruckten Borberichtes beim ad), wahrend der Mu- bcriducriiotter daupiiachlich bic Turchiührung der sttaien, ins­besondere bic Unterbringung im Arbeitshaus« zu behandeln batte.

Im roeucren Verlaus ber Verhanblnngen erstattete Amts- gerichlsrat Tr. Fricdeberg (Weißensee) einen Vortrag über bas Thema:Tie Versäumung ber Unterhalte* pfliebt. Nach einer lebhaften Aussprache einigte man ,ich auf folgende Leitsätze: ..

1. Tie Versäumung der Unterhaitsp,licht in als Verletzung ber Familienpflicht, al io nicht nur bei Gewährung einer Armen- Unterstützung, zu gewahren. 2. strafbar ist auch deriemge, der fick) durch Trunksucku außerstande,etzt, der UnterhaltSpslid't zu genügen, oder seinen eigenen Unterhalt icinschlieglich etwaiger «urkosten, ohne Inanspruchnahme öneiylidicr Armenmittel ju bestreiten Ferner ist zu bestrafen, wer es böswillig unterlmjt, einen iom im Wege der öffentlichen 9Irmcn|ur|orge ober bei Durchführung ber Fürsorgeerziehung au,erlegten Unterhalte- beitrag zu entrichten ober eine gewährte Lemung zu er,epen. 3 Ti- Straitat ist nicht alS Uebcrtrctung, wnbern als Vergehen ui behandeln und ist in der Siegel mit Ge'ängms zu be,tra,cn 4. Ist bic Tat aui Arbeitsscheue zurückzuiübren, io Ui bei Rücktall Ueberrociiung in ein Arbeitshaus zulanig. o. Zn besonders leichten Fällen kann von Ltraie abgeichcB wero n, insbeiondere kann dies geschehen, wenn ber Unterhaltsberechiigte burd) fein eigenes sittliches Ver'chnlben beburrtig geworden in

3u der Frage der Behandlung der Bettler unb Landstreicher wurde eine Reihe von Leitsätzen angenomm.n, tn beiictt geiordert wird, daß Betteln, Landureichen und Arbeit scheite nicht als Übertretungen, ionbern Vergehen zu behandeln find. Als H ö ch st st r a, e unb lechs Monate Geiangni- anzubrohen. Das Verleiten oder Aus>chickcn lugendlicher Ver ionen bis 511 16 Faoren ist bem Steil In gleichiunellen.

I Tie Versammlung erklärte am Schluß ihrer ^^l"subluligcn, daß ne vom Standpunll der Armenpflege aus den ^ntrour' Kum bciiticben Strasgeietzbuch al», eine g ujnete »runblwc ui ein neues Straireal erklärt, datt lie es aber iur er weder l.^.

I hall Ihi der iunstocken Vorbildung Theor.c und Vrar.-- ber Armenpflege unb sozialen- ; '

Die Vorgänge in Persien.

Barferusch, 22. Sept. T.c Abteilung unter Solar ^atikh trat eiligst, jedoch in Ordnung den Ruckzug nach Teheran an au5 Furcht vor einem UcberjaU durch Mirza Mehdi Sultan, der auf seinem Zuge durch llheroS eme neue_____

beträchtliche Truppenmacht ouS Reitern des Berg. Gicßcner «traskammcr.

landes gebildet und sich von Amol nach lluchur gewandt hat. , Gießen, 22. Levi.

Der Eimr Molarem, der Mohammed Ali verraten hat, vt] folgen ber B ü r g e r rn e i ster w a h 1.

in Teheran bcgr.aoi0t worben; er W "<**»«« ÄÄ

-^Täbrie. 22. Sept. GineSenbung uon 2uO ÜUU Son;one::, L.r bie für die hiesiae Niederlassung einer Bank bektnnmt >var, i i-r^/vir v <\ 111. mir. solle : n 1 - unter der Bew-ch- einer Äo|.tenabl«lim8. lie M n.kS .

«ener-U<>'>,ul deglrilrle. .h-rZw'jqe»!-ll ,m «rnstw-gen »on , .

Sjul'a liierter geb:.~ : -'-ben. ' ,7

Der Hisftanö i, 3rla.ö.

t X^i. m 0.. «---mbel.. : mehr °m u°-