Angriffe als unberechtigt zurück und bedauert die Aufhebung der Einfuhr französischen Viehes mit der Bitte um schleunigste Abhilfe nn Interesse einer gesicherten Volksernähimig. Ein Antrag des Bezirksvercins Brannichweici verlangte eine Vorschrift, daß Magen milch zu Futlerzweckcn anö Molkereien nur abgegeben werden dürfe nach sorgfältiger Abtötung aller darin enthaltenen Kiankheitskeimo. Sämtliche Anträge luurDcn angcnominen.
Hinsichtlich der Geb ü hr e ii f r ei h c i t für Untersuchungen auf Grund dcS B i e h s e n ch e n g e s c r; e S forderte Hefter (Guben) die Uebernahiile der Kosten dieser Untersuch- uiigen durch Staat und Gemeinde. Ter Vorstand sagte 511, für diese Forderungen einzutrcten.
Uebcr V i e h :v ä h r s ch a f t svrach S t u c n z (Potsdam), über de»i Erlaß einer W i c g c v c r 0 r d ii u n g Lantz (Darmstadt), der verlangte, daß das Fleischergeiverbe vor Uebervorleilungen beim Schlachtoiehhandel nach Lebendgewicht geschützt iverde. Der Antrag wurde Angenommen.
Ein weiterer Antrag verlangte, daß bei der Revision der F l e i s ch e r c i b e t r i e b e den amtlichen Revisionsbeamten S a ch- verständige aus dem Fleischereigewerbe beigegeben werden sollen. Der Antrag wurde mit dem Beisatz angenommen, daß die Zulassung von Sachverständigen anzustreben fei, wenn die Revision als gesetzlich erlaubt durch gerichtliche Entscheidung anerkannt werden sollte.
Der Aiitrag, betreffend gesetzliche Ausdehnung der Fleischbeschau auf Hausschlachttlngen, und ein solcher, die Beschall auch anf Geflügel in»d Wild auszudehnen, wurde angenommen. Die Kosten der Fleischbeschau will em Antrag auf das Reich bezw. die Bundesstaaten übernommen wissen. Der Vorstand erklärt hierzu feine Zustimmung. Zur Finnenfrage wurde von Warnick e-Tessaii beantragt, einsinnige Rinder, mit Ausnahme von Kopf, Zunge unb Herz, freizugeben. Der Antrag wurde angenommen; ebenso die Ausdehnung auf schivachsinnige Rinder. Ebenso ivurde beschlossen, weitere Versuche zur Abtötung von Finnen zu machen. Verschiedene von B a u m a n n (München) beantragte Abänderungen des Fleischbeschallgesetzes wurde dem Vorstand als Material überivieseii. — Hieraus trat eine Vertagung ein.
Zu Beginn des zweitel, Verhandtlingstages regte Heede (Kiel) an, dltrch das Oberverwaltungsgericht den Begriff „Anlage kapital" hinsichtlich der S ch l a ch t h 0 s a n l a g e n sestlegen zu lassen. Erahn (Rammin) begründete einen Antrag auf gesetzliche Regeluirg des Eigentlimsrechtes der auf öffentlichen Schlachthösen gewonnenen T r i ch i n e n s ch a n p r 0 b e n. Tie Bestimmungen über die Venvendung der Fleischprobel, iverden sehr verschieden gehandhabt, weshalb eiiiheitliche Vorschriften sehr zu wünschen ivären. Es ivurde beschlossen, sich vorerst nicht im Sinne des Antrages fest» zulegen, sondern nur für die Selbstverwertung der Schlachtabfälle zu wirken.
Zur Gewerbeordnung lagen zivei Anträge K a m b a ch (Breslau) vor, den § 134 i der R.-G.-O. dahin zu ergänzen, daß dessen Vorschriften für handwerksmäßige Betriebe nur foiueit Geltung haben sollen, als die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in Frage kommt, und beit § 139 c dahin zu erweitern, daß für Fleischereibetriebe nur eine ununterbrochene Ruhezeit von 10 Stunden angeordnet werden dürfe ohne Rücksicht auf die Einwohnerzahl des betreffenden Ortes. Beide Anträge wurden an- genommen. 11 l l in a n 11 (Liegnitz) stellte den Antrag, es ntöchtel, bei Vergebung öffentlicher Lieferungen von den ans- schreibenden Behörden nach Anhören der Jmulng S a ch v e r ft ä n- dige ernanilt werden, ivelche das Recht haben, die Waren jederzeit auf Erfüllung der Lieferuiigsbediitgungeii 511 prüfen. Der Antrag imirbe dem Vorstand als Material überwiesen.
Als Ort für den 1912 stattfindenden Vcrbandstag ivurde Trier beftimmt.
Zentralstelle für Volkswohlfahrt.
S. u. H. Elberfeld, 22. Juni.
An die Verhandlungen der 5. Konferenz der Z e n t r a l ste l l e für Volkswohlfahrt schloß sich ein gemeinsames Essen. Die Generalversammlung der Zentralstelle fand unter dem Vorsitz des Staatsministers a. D. v. Möller statt. Nachdem der Jahresbericht betannt gegeben worden war, nahm der Vorsitzende die Zentralstelle gegen die in jüngster Zeit von Dr. Tille erhobenen Vorwürfe in Schutz und schloß mit dem .Hinweis, daß die Zentralstelle ein neutraler Boden für die Erörterung von Fragen der Volkswohlsahrt sein wolle, deren Tätigkeit von vielen Seiten anerkannt werde. Nachdem sodann die Wahlen vorgenommen worden waren, wurde für die nächstjährige Tagung Danzig gewählt und der Voranschlag für 1911 12 festgestellt.
In der zweiten Sitzung hielt Fortbildungsschuldirektor Haese- 'Charlottenburg einen Vortrag über „Tas gewerbliche Schulwesen, namentlich die Fortbildungsschule und ihre Bedeutung für die Berusserziehung".
lieber das zweite Thema „Berufswahl und Lehrst e H eno e nn i 111 u n 9" sprach der Direktor des Statistischeil Amtes der Stadt Halle Dr. Wolff. Der Vortragende besprach die verschiedenen Arten der Stellenvermittlung und empfahl zum Schluß ein Berufsamt, wie er eins in Halle eingerichtet hat.
In der Aussprache wurde betont, daß die Fortbildungsschule die jungen Leute für die Praxis des täglichen Lebens ausbilden solle, nicht aber in einer bestimmten religiös-kirchlichen Richtung erziehen darf. Gewarnt wurde davor, die Anforderungen an die Fortbildungsschule zu hoch zu schrauben. Direktor Schulz verlangte, daß die Leiter der Fortbildungsschulen in dauernder Verbindung mit Kaufmannschaft und Handwerk bleiben sollten. Spelz 'Elberfeld» wies aui die Notwendigkeit einer strengen Disziplin in der Fortbildungsschule hin; andererseits müßten die Lehrer Rücksichten auf die Neigungen und Fähigkeiten der jungen Leute nehmen. Oberregierungsrat Kälber (Stuttgart) machte Mitteilungen über die in Württemberg durchgeführte Reform der Fortbildungsschulen. Oberbürgermeister Cuno (Hagen) wies auf die Notwendigkeit eines guten Zeichen- und Handfertigkeitsunterrichts in den Volksschulen hin, der die Grundlage für das Zeichnen in der Fortbildungsschule bilden müsse. Schließlich erklärte sich die Versammlung im großen und ganzen mit den Ausführungen der Vortragenden, die in mehreren Leitsätzen zusammengesaßt wurden, einverstanden.
Damit war die Tagesordnung erledigt und der Vorsitzende Süäatsminister a. D. v. Möller schloß die Tagung. Die Versammlungsteilnehmer besuchten <am Nachmittage mehrere Fab r ikwo hlf a h rtscinri cht ung en.
Universitäts-Nachrichten.
Hk. Marburg, 22. Juni. Dr. meb. Oskar Bruns, Privatdozent an der hiesigen medizinischen Klinik hat die einstimmige Wahl zum Chefarzt der inneren Abteilung des unter dem Protektorat der Königin von Württemberg stehenden „Karl Olga" (Rote Kreuz) Krankenhaus in Stuttgart abgelehnt.
Vom Rothenburger C. C. Man schreibt uns: In Rothenburg 0. d. Tauber tagte zum vierten Male der Rothenburger E. C. iber Verband schlagender nichtfarbentragender Stu- denten-Korporatioiten mit Maturitätsprinzip). Seine Korporationen, von denen einige schon mehr als 50 Jahre alt sind, gehören den Universitäten und Technischen Hochschulen in Berlin, München, Leipzig, Halle, Bonn und Gießen an. Neben alten studentischen Sitten pflegen sie die Freundschaft und huldigen der Körper- und Geistespflege, ohne jedoch ut die Auswüchse des Mensur- und Trintwesens zu verfallen. Ein gesunder Fortschritt auf allen Gebieten des Studentenwesens wird von ihnen eifrig gefördert. Das Vevbandsfest war von etwa 260 Personen besucht, darunter viele Alte Herren aus allen Gauen Deutsch l a nds.
(5crid?t$iaal.
rb. Darmstadt, 22. Juni. Mit einem komischen Gauner- ssreich hatte sich heute die Strafkammer zu beschäftigen. Der 24 jährige Müllerbursche Wilhelm § ch a l l e r aus Pommern war aus den Einfall gekommen, sich au mehreren Orten des Odenwaldes als Sergeant Schmitt vom Luftichifferbataillon auszugeben, der die Landung eines Militärluftschiffes erwarten und vorbereiten sollte. Es gelang ihm nicht nur, die betreffenden Orte in große Spannung zu versetzen, sondern auch Zechprellereien nebst Dieb
stähle auszusühren. Zuletzt faßte man ihn mit einem gestohlenen Fahrrad am Neckar ab. Ter Angeklagte erhielt wegen Diebstahls und Betrugs im Rückfall ein Jahr Gefängnis, abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft und wegen des anderswo sich zn- gelegten Titels Fähnrich v. Heller eine Woche Haft.
[] Marburg, 22. Juni. Wahrung berechtigter Interessen. Vor einiger Zeit richtete eine hiesige Firma ein Schreiben an die Redaktion der Hess. Landesztg., in dem sie dieser nahe legte, gewisse Artikel, die und) ihrer Ansicht Marburg schädigten, nicht mehr zu veröffentlichen, andernfalls seien sie genötigt, dem Blatte die Anzeigen und das Abonnement zu entziehen. Die Landeszeitung veröffentlichte diesen Briefwechsel und auch einige Zuschriften aus dem Leserkreise, welche die Zumutung der Firma abfällig beurteilten. Die Folge war eine Klage gegen den verankwortlicheu Redakteur der Zeitung. Das Schöffengericht, das sich heute mit der Sache beschäftigte, billigte dem Beklagten den Schutz des § 193 (Wahrung berechtigter Interessen) zu und erkannte auf Freisprechung.
nationaler Deutscher Rundflug.
Kieler Flugwoche.
Kiel, 22. Juni. Tie Kieler nationale Flugwoche hat heute mit dem Ausstieg aller anwesenden Flieger einen äußerst wirkungs- vollen Abschluß gesunden. Abends als ein Böllerschuß den Schluß des heutigen Fliegens ankündigte, strebte Schall mehrere hundert Meter hoch dem Flugplätze zu, um zu landen, als plötzlichsein Motor aussetzte, anscheinend infolge Benz in - mangels. Schall ging im Gleitsluge mit gefahrdrohender Schnelligkeit nieder, landete aber unversehrt nach einem geschickten Manöver, unter dem großen Beifall des Publikums, wenige Meter von der Barriere. Auch heute wohnten die Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie die Prinzen Waldemar und Adalbert den Flugveranstaltungen bei. Nach den bisherigen Berechnungen erhält Hirth den großen Preis von Kiel und den Gesamtpreis der Flugwoche. Gegen 8V2 Uhr abends stieg Kapitän zur See P u ft a u mit dem Flieger Hirthzu dem ausgesprochenen Zweck eines militärischen Er ku n d ig u ng s slug es aus. xa3 Flugzeug ging etwa 900 Meter hoch über den Kriegshafen, wo es Pustau gelang, sämtliche dort liegenden Kriegsschiffe mit etaier- beit zu beftimmen und die genaue Lage in die Karte eluzuzeichnen.
Lustschiffahrt.
Berlin, 22. Juni. Nach einem bei beut Berliner Verein für Luftschiffahrt eingegangenen Telegramm ist auf den Ballon „Berlin", der am Dienstag in Schmargendors anfge- ftiegen war, beim Passieren der russischen Grenze am .Mittwoch eine große Anzahl von Schüssen von den russilwei^ Grenzwachen abgegeben worden. Die Insassen wurden nicht verletzt. Die Laiibung vollzog sich Mittwoch mittag glatt in der Nähe von Sensbur g. „, _ „
Ofenpest, 22. Juni. Rittmeister v. Ilm lauft ilt heute morgen 4,40 Uhr in der Wiener Neustadt,zum Ueberland- flug nach Osenpest aufgestiegen und ohne Zwischenlandung um um 6,58 Uhr glatt -auf dem Rakoezer Flugfelde in Ofenpest gelandet.
Dcrmücbtes.
* Feuersbrün st e. Mehrere große Brände ereigneten sich ini Laufe des gestrigen Donnerstags. Aus Eberswalde wird gemeldet: In der Ortschaft Neudorf e l d setzte ein mit Streichhölzern spielender Knabe eine Scheune in Brand. Infolge des herrschenden Windes verbreitete sich das Feuer derart, daß, obwohl die.Feuerwehren schnell zur Stelle waren, drei Wohnhäuser, zwei Scheunen und ein Stall vollständig niederbrannten. Eine alte Frau, die krank im Bett lag, verbrannte. — Aus Saalfeld (Ostpreußen) wird gemeldet: Auf dem Rittergut Posorten zerstörte Großfeuer zahlreiche Baulichkeiten, wobei sehr viel Vieh um kam. Während des Brandes setzte plötzlich ein starker Gewitterregen ein. Vier Arbeiter suchten injter einer Mauer Schutz. Ein Turm stürzte ein und begrub die Leute unter sich. Zwei wurden getötet, zwei schwer verletzt. — In Galatz steht'das B ör s en g e b äu d e in Flammen, die Bureaus der Rumänischen Flußschifffahrt sind fast vollständig zerstört.
*DerStraßburgerS. C. suspendiert. Aus Straßburg wird uns unternt 22. Juni gemeldet: Gegen den hiesigen S. C., die vier Korps, Palatia, Alsatia, Rhenania und Suevia, ist unter dem gestrigen Datum seitens des Senats die Suspension bis zum Schluß des Wintersemesters verfügt worden. Ten Anlaß zu dieser Maßregelung hat eine Verrnfserklä- rung gegeben, in der der Akademische Senat die Ausübung einer nach den Satzungen der Universität verbotenen Gerichtsbarkeit erblickte. Mit den bekannten Vorgängen bei der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals steht die Suspension in keinerlei Zusammenhang.
* Wer kommand iert im Kriegsfälle die französische Armee? Eine seltsame und überraschende Tatsache wurde in diesen Tagen den französischen Senatoren mitgeteilt: bem berüchtigten Hofkriegsrate von Wien, der noch heute bei allen Militärnationen als ein Musterbeispiel schlechter Komrnaudo- organifatioit berühmt ist, erlebt int 20. Jahrhundert seine Wiederauserstehung, zwar nicht in Wien, aber in Paris. Im Senat hatte Herr von Treveneuc nn den Kriegsminister die Frage gerichtet, wer den Oberbefehl der französischen Armee im Falle eines Krieges übernehmen solle, und mit begreiflicher Verblüffung erfuhr man hierauf, daß ein Oberbefehlshaber der französischen Armee gegenwärtig n i ch t v 0 r h a n d e n ist und auch int Kriegsfälle nicht ernannt werden soll. Wahrend man bei allen Kultur- nattonen heute der Anschauung huldigt, daß die Vereinigung der Oberbesehlsgewalt in einer Persönlichkeit im Interesse der Einheitlichkeit der militärischen Operationen eine der wichtigsten Grundlagen des kriegerischen Ersolges ist, gab der französische Kviegs- ntinifter General Gisiran die verblüffende Erklärung ab, daß er es vorzöge, eine Reihe von Oberbefehlshabern zu ernennen, daß aber die höchste Kommandogewalt im Falle eines Krieges in den Händen des Ministerrats bleiben werde. „Es ist unmöglich," so erklärte der General, „das Schicksal eines ganzen Landes in die Hand eines einzelnen Mensckfeit zu legen. Dies System führte zu dem Zusammenbruw von 1814 und 1815, und wir können nicht vergessen, daß der erste Napoleon, ein wie großer Feldherr er auch geiveseu ist, Frankreich geschwächt und verkleinert zurückließ. Und daher wiederhole ich, daß ich cs ablehnen muß, das Schicksal eines Landes in die Hände eines einzigen Menschen zu legen." Diese ungewöhnliche Mitteilung hat natürlich in Paris das größte Aussehen gemacht. Es galt früher für feststehend, daß im Falle eines Krieges der französische Vizepräsident des obersten Kriegs- rates den Oberbefehl über die Armee übernehmen wird. Nun aber behält sich der zum größten Teil aus Zivilisten bestehende Ministerrat das Recht vor, den Operationsplan auszuführen, und jeder Armeeführer soll die empfangenen Weisungen nach seinem besten Ermessen ausführen.
* Vor Gericht. Richter (zu einem Bauern -: „Und wegen dieses einen Scherzwortes gaben Sie dem Kläger gleich eilig Ohrfeige?" — Bauer: „Ja, ich war zu heiser, um ihm meine Meinung sagen zu können!"
Kleine Caaeschronik.
InRixd 0 r s versuchte ein Maurer einen von einem Beamten feftgenommenen anderen Maurer zu befreien, so daß der Beamte gezwungen wurde, von der Waffe Gebrauch zu machen. Inzwischen war ein zweiter Schutzmann zur Hilfe geeilt. Auf die Schutzleute wurden aus den Fenstern der umliegenden Häuser Flaschen und andere Gegenstände g e w 0 r s e n. Einer der beiden Arrestanten wurde schwer verletzt.
Tie Durchstechereien im Moabiter Üntersuchungs- gefängnis, oie zur Verhaftung eines Gefangenenaufsehers führten scheinen weitere Kreise zu ziehen. Es sollen an
geblich gegen eine Anzahl anderer Gefangenenaufseher Ennitteo langen schweben.
In Schneidcmülil ist die Zahl der Erkrankungen an Typhus auf über 150 gestiegen. Am Mittwoch ist der e r st e T 0 d e s f a l l zu verzeichnen gewesen. In der Kleinkinder- schute wird ein Heim für diejenigen Kinder eingerichtet. Deren Mütter wegen Typhus im Krankenhause aufgenommefi worden siud^
In Magdeburg bat der verstorbene K 0 inmerzien- rat Polte 100000 Mark für Beamte und ebensoviel für Fabrikarbeiter der Uitterstützungskafse feiner Fabrik gemacht,
Ter am letzten Sonntag in Paris veranstaltete Blumen- t a a zugunsten der in Marokko verwundeten französischen Soldaten hat einen Ertrag von 160 000 Franken ergeben.
Der Leiter des Pariser Krankenhauses „Hotel de Dien" erhielt in den letzten Tagen mehrere Briefe, in denen verschiedene 91 erste dieser Anstalt mit dem Tode b e dr 0 h t werden. Da man befürchtet, daß der Mörder des Professors Guinard Nachahmung finden könnte, beschloß die Polizei die Zugänge zu dem Krankenhaus streng zu überwachen.
handel.
§ Buderussche Eisenwerke in Wetzlar. Von der Gesellschaft lujrD mitgetcilt, daß alle Nachrichten über den erfolgten Abschluß der Fusionsverhaudlungen Buderus-Massen fürs erste unzutreffend sind. Tie VcrhanDlungeri schweben noch urü» dürften vor Monatsende nicht zum Abschluß kommen.
B e r li n, 22. Juni. Tie Verhandlungen zwischen der A. E. G. und der M i 11 e t b e u t f rf) c n G um m i w a r e n f a b r i k Louis Peter-Frankfurt a. M. wegen Fusion des Gummiwerks Oberspree mit der Frankfurter Gesellschaft führten zu k e i n c m Erge b n i s. Tas Gummiwerk Obersvree beschloß behufs Ausdehnung seines. Wirkungskreises umfangreiche Erweiterungen der Fabrikanlagen.
— 4 0/0 Deutsche Schutzgebiets anleihe von 1911 im Betrage von 38 Millionen Mark unter Bürgschaft des Deutschen Reiches. Die Zeichnung findet am 28. Juni 1911 zu 101 0/0 bei diversen Banken, am hiesigen Platze bei der Darmstädter Bank statt.
* A e l t e r e P 0 st n a ch n -a h m e f 0 r ni u l a r e. Tie Frift Ur den Aufbrauch der von der Privatindusttie hergestellten älteren Nachn-ahmekarten und Nachnahmepaketadressen läuft mit Ende I u ni d. I. ab. Vom 1. Juli ab dürfen deshalb derartige Formulare mit angeklebter Zahlkarte oder mit einem daran befestigten; losen Postauweisungsformular nicht mehr benutzt werden.
§ Aus der Tapetenindustrie. Ter Verband deutscher Tapeteiisabrikanten war jüugst in Frankfurt a. M. versammelt, um mit den Vertretern der deutschen .Händlerorgani-i Nationen dem Landtagsabgeordneten Max Langhammer, früherer Topetenfabrikant, zu ersuchen, die Organisation der Branche im Sinuc seiner früheren Tätigkeit zu unterstützen. Er hat diesen Antrag angenommen unb wirb im Interesse der Branche, obwohl er ihr nicht mehr angehört, wieder mitwirken.
8 P s ä l z i s ch e B a n k. In der außerordentlichen Generalversammlung wurde der Fusiousvertrag mit der Süddeutschen Bank und die Interessengemeinschaft mit der Rheinischen Creditbank einstimmig zum Beschluß erhoben. Die JnteressengemeinschafL wird, wenn sie nach 29 Jahren nicht gekündigt wird, jeweils um 10 zu 10 Jahre Wetter laufen. Der Vorsitzende der Versammlung! erklärte, daß sich die Leitung der Bank mit allem Nachdruck gegen den bei Besprechung des Projektes gebrauchten Ausdruck „Sanierung" wende.
8 O st a s r ik a ni s ch e E i s enb a h n g e sc l l s ch^a f t. In der Generalversammlung wurde festgestellt, baß vom Erlös ber zu grünbenben Lanbgefellschaft ber Gesellschaft ber Deutsch-Ost- afritanifdien Gesellschaft Vs Prozent zu fallen. Die Landgesellschaft soll die der Eisenbahngesellschaft zustehenden Ländereien bis 31. Juli 1919 auswählen.
8 Kleine Finanzchronik. Die Schnellpressen-Fabrik Frankenthal Albert u. Co. A.-G. wird die Verteilung einer Dividende von 14 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahre Vorschlägen. — Der Inhaber ber Firma Jttmann in Frankfurt a. M. macht einen Vergleichsvorschlag von 40 Prozent. Nack einem borgen legten Status betragen bi« Passiven 1526 000 Mk., die Aktiven 434 000 Mk.
Spielplan öes RurhauL-Theaterr Bad Nauheim.
Direktion: Hermann Steingoetter.
Montag den 26. Juni: „Die lustige Witwe." Mittwoch den 28. Juni: ,Alt°Heideloerg." Freitag Den 30. Juni: „Der Graß Don Luxemburg." Sonntag Den 2. Juli: „Taifun."
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag den 2 5. I u n i, 2. nach Trinitatis. Kollekte für das hessische Krüppelheim.
Gottesdienst.
In der Ztadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Psarrer Schwabe.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Markusgemeinde.
Voriptttags 9^ Uhr: Psarrassisteitt Schorlemmer.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrassistent Schorlemmer.
In der Zohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u S f e l d.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten auS der Johannesgemeinde.
Vormittags 9‘/2 Uhr: Psarrer Adolph.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer A d 0 l p
Katholische Gemeinde. Gottesdienst.
SamStag den 2 4. Juni 1911:
Nachmittags um 5 Ühr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 25. Juni, 3. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6*/2 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.
, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht mit Segen.
Israelitische Reltgtonsgemeinde.
Gottesdlenst in der Synagoae (Süd-Anlagch
Samstag den 24. Iuni 1911:
Vorabend: 7.45 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Uhr Jugerrdgottesdieust.
Sabbatausgang: 0.40 Uhr.
kirchliche Nachrichten
der evangelische» Gemeinde Büdingen.
2. Sonntag nach Trinitatis, den 25. Juni: Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Göbel.
Katechismuslehre (Mädchen).
Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Schäfer.
Katechismuslehre (Knaben).
Die Amtswoche hat Pfarrer Schäfer.
Katholische Gottesdienftordnung.
Sonntag den 25. Juni 1911: Nidda: 8^ Uhr.
Büdingen: 10 Uhr.
Lindenfels i. O. Hotel Odenwald
Pension Mk. 4.50. ss17A Ad. Vogel.


