Ausgabe 
23.6.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 145

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

TieGießener Hamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Krtisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlicb. Tie ..Landwirtschaftlichen Lett- lragen" erscheinen monatlich zweimal.

Zweites Blatt 161 Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Freitag, 25. Juni 19N

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'lchen Universität--Buch- tmb Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Erpedition uiib Druckerei: Schul« slraße 7. ilrpcdition und Verlag:

Redaktion: 112. TcU-Adr.: AnzeigerGießen.

Vie Verbesserung öe$ Kursftanöes der hessischen Staatspapiere.

Abg. *< o n d l;nt mit llnlcrftü^iiiifl der nationalliberalen Fraktion in der 2 hessischen Ma mm er folgende Öring I j rf) r '21 n i r a g e an die Regierung gcridib'1

Unter Kapitel 114 . Ausleihungen und Staatsschuld" ist unter 'sonstige Ausgab-u" in den Anlaacn ,um >?auptvorauschlag für das Ifitatsialn 1*111 ein Betrag non 20000 Mark gegenüber 1010 mehr emgesetu Tifi-: Mehr wird nach einer tfrläutmmg SU diesen Ausgabeposten dadurch beding,, daß man bcnbidingl, bent Beiichel an de ei Staaten iol r nd. Lchuldverichreibnngen des -LiaateS in mäßi zem llmiange zu geciguetem Zclpiinsr auzii kansen und iväter miebtr zu veräußern Ans den Verhandlungen der Zweite,t Man,mer vom 24. Februar 1911, insbesondere den Au-Zitihrungen d> s Herrn 2lbgeoroncteu Tu. Weber entnehmen wir. daß diese Tätigkeit bezweckt, dem Markt - der hessischen 2,.int obligalionen an den Börsen eine vermehrte Aufmerksamkeit zu für preußisch.- Monsols lut. in gecigukeu Zöllen durch Ankauf schwimmenden Materials einzugreisen, um dadurch dem Hur je gelegentlich eine größere Stütze zu geben.

Tiese staatliche Aufwendung laßt daran denken, private P f a ii o brie i a n st allen, deren Pfandbriefe in Hessen inünbei sicher Hnb, und deshalb unbestreitbar eine Monkurren; für das hessische Staatspapier insosern darstellen, als d.in Ab'ap des Staatspapiers inuerbalb des Großherzogtums '.'Ibbruch geschieht, zu jährlichen Beil r ä g e n für den neu zu schassenden Fonds heranzuzielten Tenn die Institute haben ohne jede Gegenleistung an den Staat von dem für sie wertvollen, iür den Staat aber nachteiligen Privileg einen doppelten Vorteil: erstens die Absap Möglichkeit ln-i solchen Anlagen, die sonst für sie verschlos'en blieben, dann aber and) den anderen zissernmaßig allerdings nicht zu erfassenden Vorteil, daß sie und ihre Vertriebsstellen aus die Tatsache der Mündelsicherheil verweisen können. Taß die Konkurrenz gegenüber dem Staalspavier tatsächlich besteht, ist ein Gcdanken.)ang, der wiederholt in ,3fld,blättern namentlich auch in der Zrankfurter Zeitung einleuchtend zum Ausdruck kam. Tie Heranziehung ,n Beiträgen scheint uns iomit kein unberechtigt Verlangen und jedenfalls derartigen Banken gegenüber die schonen bete Form zu sein, als lucmt man etwa in Aussicht nähme, das Privileg der Mündeliicherheil anzulasten. Ties für die alten Emissionen zu tun, möchte ja wohl überhaupt nicht angängig sein und vielleicht auch zu llnzulräglichteiten für die B-iitzcr führen: aber iür künftige Emissionen das Privileg nötigenfalls obzuschneiden, dürilc durch die Interessen des hessischen Staates ohne weitere- geboten sein. Es beucht ja nach dieser Richtung auch schon ein Vorgang insosern, als die sächsische Regierung für rin in Sachsen beuchendes Aktieninstitut von einer bestimmten Emission an die Mündelsicherheit nicht gewährte.

Unsere Anregnng geht nicht etwa von Besürchtungeii bin sichtlich der Sicherheit derartiger Bauten aus, cs handelt sich vielmehr darum, den hessischen Staat wenigstens teilweise schad­los zu hatten iür den Nachteil, der aus Grund eines von ihm verliehenen Privilegs ans der Montur reu,; zwischen den dergestalt ausgezeichneten Pfandbriefen mit seinem, eigenen Papier erwächst. Was die Höhe einer solchen Beitr^gsleistung seitens der in Be tracht kommenden Institute anbelangt, so möchten wir uns eines Vorschlags dieserhalb enthalten.

Ein Recht auf dauerndes Belassen der Mündelsichcrheit würde dann, natürlich nicht zugestaud.-n werben.

Wir gestatten uns Großherzogliche Regierung um geneigte Aeußerung zu bitten, ob und wie weit sie geneigt sei, in der hier angedeuteten Richtung vorzugehcn znr Gewinnung weiterer Mittel iür die Verbesserung des M urssrand's der Hessischen Staats- vapicre.

Ans Liessen.

R. B. Tarmstadt, 22. Juni Ter Finanzausschuß der Zweiten Mammer setzte heute seine Beratungen 'ort Finanzminister Tr Brau n machte zu Beginn der Beratung die Mitteilung, daß zlt der für nächsten Montag einberufenen gemeinsamen Sitzung der Finanzausschüsse beider Ltändelammern bezüglich der Tisferenzpunklc zwischen ihnen hinsichtlich des Geien entwurfs über die G c nt e i n d c u in l a g e n von der Regierung weitere VermiltlungSvor f di läge vorgelegt werden würden. Im Berlattf der Sitzung wurde dann nod) einmal über die Regierungsvorlage, betreffend die Nachträgssorderung von 12 000 Mark zu den Mosten der h c s s i s ch e n Gesa n d t ich a i und Bundesral-suertreluug. in D.-.it testenmib.dmec.lidi die Vorlage abgclehnt: der Ausschuß glaubt in Ieiner '.Jepr.,cit, daß es nicht angängig sei, jetzt nnni u Id-n rar dem .tbimlm;

der Tagung und außerhalb des Budgerrabmens eine solche Forde­rung zu genehmigen. In einem Initiativantrag von 19 Mik gliedern der Ersten Mantmcr ivar eine Abänderung de» Gesetz.., belr. das Be st e n e ru n g s r e ch t der Ä i rche n und Rel , gionSgc se l l s ch a f t e n , in dem Sinne beantragt worden, daß hinter Art. 6 dieses Gesetzes als Art. «i.3 eine Bestimmung ein gefügt wird, wonach auch Aktiengesellschaflen ustv. zur .Mirrfien steuer herangezogen werden sollei' Tie Antragsteller machten es bei der steigenden Tendenz, die die .Üirchenumlagen zeigen, als ein (*>ebm der Gerechtigkeit, den selbständigen gewerblichen Mittelstand durch Heranziehung des Einkommens aus Aktien' geseNschaften nsw zu entlasten, wie dies auch in anderen Staaten geschieht Ter Jinan-ausschuß desckiloß, der I-ordcrung dieses Initiativantrages zuzustimmen. Eine längere Aussprache ent spann lick» über den Verkauf des B o r h e i m e r Hofes bei Lampertheim. iMcgcn diesen Berkatif wurden versd'.icdcne (Gründe ins Feld geführt. Es wurde gerügt und für ganz ungewöhnlich erklärt, daß die Regierung mit zwei Bewerbern .Mauiverträge abgeschlossen hat, die nun beide auf der Erfüllung des Vertrages belieben. Weiter falle ins Okividit, daß die Pachterträgnisse bisher in die Staatskasse flössen, während der Kauferlvs die Kaufverträge lauten auf 330000 und 360 000 Mark) an den Tomänen Akquisilionsfonds abgeführt werden würde. Für den Staat liege durckmus kein Bedürfnis vor, das Gut jetzt zu per faulen. Es fei mit Sickierheit anzunehmen, daß künftighin ein wesentlich höherer Pachtvreis daraus erzielt werden würde und damit steigere heb auch der Verkaufswert des Besitztums. Zudem bestehe schon längst in der Marn in er die Absicht, die Bestimmungen über den Tomänen Akguisitionsfonds einer gründlichen Durch sicht zn unterziehen. Aus allen diesen Gründen beschloß bet Ausschuß, die Vorlage ziir-en ab-.ulelmen.

hessischer verein für Errichtung billiger Wohnungen.

R. B. Darmstadt, 21. Juni.

Ter Ernst Lu d w i g - V e r e i n, Hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen, trat heute zn seiner JOauul Versammlung zusammen. Von der Regierung waren Geh. Staats rat M r u g v. N i b b a und Regierungsrat Pfxisfer erschienen. Der Vorsitzende Frhr. Hehl zu Herrnsheim wies darauf hin, daß durck) den jüngst abgehaltenen Deutschen Wohnungs kongreß das soziale Gewißen geschärft worden fei und in weiteren Kreisen Interesse für die Wohnungsfürsorge erweckt wurde. Es beständen aucki in oe» ländlichen Gegenden Bedürfnisse, die In rücksichtigt werden müßten Aus dem vom Verein herausgegebenen Merkbüchlein gehe hervor, daß die Bautätigleit eine wesentliche Unterstützung durch die Gemeinden erfahren habe und namentlich durch Hergabe von der Gemeinde gehörigem Oielände zu billigem Preise, ourcki Erwerb von Geschäitsanteilen bcs Gemeinnützigen Bauvereins, durch llcbcrmibmc der Bürg'chait sür über die Mündel ijcherheil hinausgeheiche'Darlehen ui'w. könne noch viel geschehen 1909 feien in Hessen 41 gemeinnützige Bangenof'enschanen vor­handen gewesen, im vorigen Jahre tonrde eine weitere gegründet. Bis 1909 waren 709 von diesen errichtete Häuser vorhanden mit einem Wert von 71 . Millionen Mark, 1910 tarnt u 32 incitere hinzu int Werl von 100 000 Mark Hessens Wohnungsgcjcy gebnng sei mustergültig; sie sei weitergehend als m den an bereit Staaten und pou '-oapcui g. rabezn ab.,- dtricbcn worben ^jnr Wohnungsvervesseruna fei vor allen Dingen (>>clb notwendig. Alle Fürsorge iür die Säuglinge und Tuberknlosenkranke nütze nichts, wenn mdit die Quelle der Nebel, die schlechte Wohnung beseitigt werde. Tic Regierung habe die Bestrebungen des Vereins nicht andauernd in der Weise unterstützt, wie es der frühere Finanzminisler Müdiler angeregt hätte. Er erstrebte in erster Linie, die Landeslrcditkasse zu befreien unb für bie Zwecke der Kleinwohnungsfurforge nutzbar zu niadiai. Tic Laudeskrcdil- kaffe ici bisher nicht in der Weife in Tätigkeit getreten, wie dies im Interefic bet Wohnungsfürforge nötig gewesen wäre. Dagegen hätte die Lanbesversidierungsanstalt in Hessen den Wohnnngobau gefördert. Sie hätte seit 1897 süni Millionen Marl hergegeben und beleihe bis 60 Prozent zn 31 ; Prozent mit Tilgung von 1 Proz., während die ^andeshhvothekenbank bisher vier Millionen ne'geliehen hat zu 4 Proz., 1 Prozent Tilgung und 11 Prozent iür Proviiwn berechne. Am fchwersten fei die Beschafsung der zweiten Hripolhek: da rnäfse der Arbeit geber, der Privatmann oder ancki die Gemeinde eüttreten und das Geld möglichst zu 3 Pro^ geben. In Preußen und auch sonst im Reick, würden Staatsgelbcr viil leichter für zweite Hhvothcken hergegeben. Wenn Privatleute bereit seien, die Wolmnngsfürforgc mit der Hergabe von Geldmitteln^ zn unter stützen,, dann müsse man ermatten, daß auch der Staat inchl zurückhalle. Ter in Aussicht stehenden neuen Banordnnng müsse neuer Bestimmungen zu verhinderu nidjcit, die ein, Verschiech

tcrunfl barftelltcn. Ter Verein könne feine Ausgabe mit dann erfüllen, wenn er für feine Tätigkeit auch die richtige Unter­stützung finde.

Land'Sivohnungsinspektor Gretzfchel erstattete den Ge­schäftsbericht. Er führte aus, daß udi nu verstossenen Jahre bie Tätigkeit bcs Vereins wesentlicki in den Bahnen t*es Vonabre» bewegte. Tas Wohnungsangebot Kat sich in Hessen wenig gnnstig gestaltet, weil die Bainat,gleit nod' immer sehr darniederliegt Taran tragen nun Teil die Lohiilänipse vom Anfa ig de - Jahre.. 1910, zum Teil aber sidier and» die nurlidiafilidie Loge idnilb, die iwdi immer nidrt ihren i'unfcfduiiit ftaiib erreidu 1ml. Wahrend in ben früheren Jahren bie Zahl der nur ans einem Raum deß lienden Wohminien immer eine 'Kleinigkeit abnahm, hat im Jahre 1910 bi ie Wohnnngsart um 560 zugenommen, and, waren die Fälle non Wohnungsübersüllungen und sittlidieii Mißstäudeu in den Kleinwohnungen nod, nie so groß, wie nit Vor,al>r cs mußten 556 Wohnungen lgegen 37" i I. 1909, wegen Uelvr 10111111, und 332 Wohnungen gegen IM wegen Geiährdnng der Sittlick'keit b.austandet werden. Wie IkiIc die Verhältnisse liegen, zeigt der Umstand, daß früher durchfchnitUid, l Million tu Hessen verbaut wurde, 1909 dagegen nur für ! Million und 1910 nur 400000 Mark Trotz her geringen ^lainätigkeit haben iid, alxr die Banvercine innerlich recht gut entwickelt. Die Mitgltederzahl stieg von 2552 auf 2751, das gezeichnete Geschäftskapital ist um 23<>00 Mark ans jiinb 1 275 000 Mark gestiegen. Mit Aus- nahme von zwei Fällen haben die Banvcreine die Höckistdividendo bezahlt, die weist 4' beträgt Die im vorigen Jahr in Grün - berg entstandene Baugeuosfensckiast, die von der Stadt sehr unterstützt wird, hat bereits zwei hübsche Häuser errichtet, wozu die Pläne vorn Kreisbauamt Gießen ausgearbeitet imirden. In Darmstadt ist eine Gartenstadt Gcnossenschast entstanden, die GrundstückSprcisc seien trotz der lauen Bantätigkeit recht hoch. Die vom Vorstand gegebenen Anregungen sind meist auf guten Boden gefallen. Die WohnnngSreform Bewegung ist lebhaft Der Redner schloß mit Dankes,vollen an bie Behörden und die Presse, die dem Verein ihre Unlcrstntznng angedeihen ließen Ans dem dann vom Gülerverwallcr Tret er erstatteten zlaiienbericht ist zb. erwähnen, daß das Vermögen Ende 1910 4540 Mark betrug tnv luqvbcnnu *P»< iwunpuiur, jiq qnn 5574 Mark beliefen Die satzungsmäßig ausidKibrnben Mit­glieder Frhr. v H c n I, Oberbürgermeister Dr. Gläsiing und Geh. Justizrat Dr. Gutflei sck) wurden wicbcrgcn>äl,ll und em Antrag auf Abänderung der VereinSsatzung ohne Widcrfpruch angenommen.

Zu dem Thema:W ohnungssragc und gemein­nützig e B a n t a 11 g k e, t" foradi zuerst Bürgermeister Traut- lii a n n - Riniback, i. £ , der ein umfasfeubes Bilb vou ber Bau- lätigfcit iit seinem Heimatort gab Den zweiten Vortrag zu demselben Thema hielt Pfarrer Loos Butzbach, der in iuter- effauleu Ausführungen bie erfolgreiche Bautätigkeit ber Bau­genossenschaft in Biitzback, beleuchtete. Ium Schluß sprach noch Lehrer Storck Altenstabt überW ohnungsfrage unb Cxugcnb" Der Rcbncr wies nach, daß die Wohnungsvcrhalt- nissc ans die Pchche des Kindes von großem Einfluß ist und schon deshalb am eine Wohnungsverbesserung hingearbeitet werben müsse.

Deutscher Zleischer-Verbandstag.

4. Al ii n d) c ii, 21. Juni.

Unter >ablrcicbcv Beteiligung finbet hier die Tagung des 2. tschen Fleifcher-Berband tageS tait.

grsißmiqsansprachen wnröe ber gedruckt vorliegende Jahresbericht ohne Debatte zur Reimhns genommen.

Ten ersten Vortrag hielt Falk (Mainz) über Fürsorge für die g e w e r b l i ch c I n g e n d. Er ging von der Tätigkeit aito, die die Sozialdemokraten entfalten, um bie Jugend für sich zu gewinnen in ber Erkenntnis, daß, wer die Jugend habe, Herr der Zukunft sei. Die bürgerlichen Elcmciite dürsten daher nicht mehr langer die Hände in den Schoß legen. Ten gefährlichen sozialdemokratischen Einrichtnugcii müßten entsprechende Jnstitn- tionen seitens der bürgerlichen' Gescllschah entgegengejetzt werden. Auch die Regierung verkenne den Ernst der Lage nicht unb habe im preiißi'chen Etat eine Million Mark zur Förderung der Pflege der niännlichen geiverblichen Jngciid eingestellt. Es handle sich nicht ansjchlievlich uni die Lehrlinge, sondern and) um bic jüngeren Gehilfen. Die einzelnen Innungen müßten hier die eigentliche Arbeit in die Hand nehmen. (Beifall).

, lieber die .frage der Fleisch v ersorgnng iprack) W e i d- in a ii n (Wiesbaden), der eine erweiterte Biehemfuhr verlangte. In einer1 vom Vorstand enigebrachten Entschließmig wird auf bie mißliche Lage desJJletjgergewcrt'cs sowie Car am lmgcwicfen, ban iid) die Svannung zwischen Ein- und VerkanfspreiS des Schweine- sleifches m biitdiniis norinalen Grenzen bewege, ^.ie Entschließung! weist sodann verschiedene gegen eaS Metzgergewerbe erhobene

Unttrirdischc £uftid,iffl,a!len.

In ber ..Luitilotte , bcrtl amtlimcn Blatte bcs beulschen Luftflottenvereins erörtert G. SI : rl die «yragc nid) ber vral Hid-cii Veneendbari eil der LuftichiffhAlcn und erlaulen, nadi dem er die llnbraiidibarlcit der heute üblichen Hallen fcstgeitclU hat, die Anlage von unterirdischen Luftschiffhallen.

Angesichts ber iid) iminer wieberholendeu bcbaucrlia;.*» 11 n glüdsiälic ber Zcppelm Luitichine beim Ainilieg oder Lauben bic stets in einer Kolliiion mit den Luil,chi''halten ibic llrwche haben drängt iid) einem unnnlllunid) bic .yiage^am: unb bie heutigen Hatten wirklich prallück? und bicic tvragc mutz nach den bisherigen Eriahrilug'» unbedingt verneint werben.

Daß es nick': autstarren Svstcm liegt, bewcut ber tungite Unfall bcs PariemckLmtid'incs ,.P. 2" m Bittenelb, ver beim Einbringen m die Halle mit bieser kollidierte, woburd). abgt- ,ehen von bem '.yfatcrialidiaben, verichiedene Pa'iagiere ni;l)L ober weniger schwer verletzt wurden! Dm; bei dem letzten Stoßen Unglück betDeutid'laub" nicht iamtlidic Pai'agiere ihr -eben einbüßtcit ober zu Krüppeln würben, unb nut dem bloßen schrecken davongekommeii sind, ist nur als ein Wunder z.t betrachten. -i-mur liegt aber das stolze Lufstchis!Tcuudiianb ' ium jivcitcn JZak in-Zrümmcrn, nm» einen Scrlun 'in -ne u.iemdun von 2UU000 Mark bedeutet! Unb wie iticbcröriidenb munen wiche JuididUag. auf den genialen, greifen Erfinder, Grafen Zeppelin, einwirken: gerade, als gönnten ihm die Gei'rcr des A-ib.:- nicht wi>n n Ruhm

Tic große Begeisterungür d:c Lmtidmiahrt hat idincll alle erfinderischen Mrcjtc des In uub Auslandes zu ueberbaitcr Tätigkeit auf bicicm Gebiete angeregt mW Die,er Weltkamv, ha: zu llcbcrcilungen geführt, denen naturgenuir,\'i angel an haft u, bic bann auch in den meisten Fällen als bic llriadien aller vi. her igen Lustschisfkatastrophen au Zusehen lind.

Im Interesse unserer, in so iriwnem Aufblühen begriirenen Luitsd-iifahr: liegt cs aber, nicht weniger als im 3ntcieiie um er cs Ansehen-' beut "Auslände gegenüber, baK wir mogltdut große S i di e rh e 11 in den B e t r i e b unb unbedingtes Vertraue n in die Zuverlässigkeit oe r I u h r u n g bincinbrmg.cn

Wie bei alloi LnftichiNen, efingieugcn und Ballornu, )inb bekanntlid) das gute Abkommen und die Landun g die beiden wichtigsten unb zugleid) gefahrlid neu qajia bewnbers für bie großcit Lmtkreuzcr. icbcr Jjum icö-r Strauch kann ihnen hier Mim Veryangms werben. Hub nun crit diese Hallen!!

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aud) bei ruhigem Winde, eine HUsbrechcnbe Arbeit fein, unb_nun er ft bei unruhigcin ober gar böigem Winde! Dabei tanii schiff und Halle zugrunde gehen! Und damit komme id) zu einer V c r- urteil u n g d e r o b e rirb iche if H allen unb Emmchlung unterirdischer, wirklicher Luftfchiffhäfen!

Diese Hallen sind folgenbermaßen gcbad)t:

Teni Umfang unb ber Lange bes Luftschiffes entwrechend wirb <nif einer mögtichst ebenen Hochftäck,e hod, genug, um entmäifcrt werben zu lonneu eine Erbaus'chad'tmig vorgenommcn unb bjeie Grude etwa in halber Höge bes Schifistörv.rs ausgehoben.^Der Erdaushub dient zur Anschüttung über Gelände, so daß das 2dmi halb in der Erbe, halb über ber Erbe zu liegen kommt.

Auf bem Grunde ber Erbe wirb ein schweres Gleis eingebaut, welches fjch über bic geneigten Ebenen hinweg über Gelände nach Belieben weiterführeu läßt. Ti.' s Gleis ist ienfredu unb wag> recht üarl verankert, auf bicfcr.i bewegt iid» am kleinen Rädern ein eisernes Wagengestell: lang und 'chwcr genug, run auch bas größte Luftfänff baian in gefülltem Zmtandecit unb:dKr »er* arJern zu können: nötigenfalls Wirb der '.lntcrmagcn durch Q>c iraditc weiter belastet. Tiefer Wagen wirb an feinen LängS* scilen mn leicht auslösbaren Taukoppelungen verfehen.

noch eine der Größe des Ankerwageus entfprechende Tr.'fr'dieibe anlfgi, io ivarc man in der Lage, das Luftschiff schon weit vor bem Hafen, ganz unabhängig von er jeweiligen ind i i ch t u n g, ohne vieles Lavieren, Drehen unb Wenden, cimangcn zu iöiincn; da fiel» die Trchidieibc mit öcm .inferwagen leid;-t der Richtung des Luflkreuzers anpaffen läßt

Auch beim Ausbringen des Luftfchiifes aus Lern Hafen hat cs r Führer in ber Hand: entweder ganz im Freien aufzm.cig n, unter Benutzomg des Glcifes: ober aud) aus bem yaicn durch aHmähhdn's Nachlassen der Änieitaue: je nachdem die Wmb^- verhältnif'e günstig ober ungünstig sind.

Nur so, denke ich mir, können Kollisionen und Katastrophen, wie wir sie nun «du?ii io oft erlebt haben, vermieden werden! Tic sind bann überhaupt nidn mehr möglich!

Gs liegt auf ber Haiid, daß das Luftschiff, das unter Be- lüiFung bcs Gl ei'es den Hafen verlaffen will, dies bei der <rdwvcrc bei" Ankerwagens nicht ans cigenci ^raft tun fann; cs

bebürfte zn diefeni Zioeck alks einer Hilfskraft: welcher Art diese fein müßte, baiü'oer büriitii Scrchverständige ndi halb tlar sein.

And) bariibi'i- tann kein Zro. cl sein, dob >.d) bas Innere einer solchen Erdbälle ebenso i ckmäßig entrichten läßt, als eine oberirdische Halle: uiid was an Tageslicht verloren geht, lößr iid) durck, elektrisches ob.. ' .isgiöhlicht ? ersetzen.

Tie Abbeckung der Halle müßte meines Erachtens aus ge­wölbtem, Hartem Wettblech vestchen, aus zukanimcnscknebbaren Teilen, bic m ihrer Längsrichtung bewegt werben lönnen, ähnlich wie Roll- ober Schiebetüren an Gebäude» Taburth ist man immer in ber Lage, den Innenrauin gznügenb lüften und bet schönem Wetter auch erleuchten zu komicu «sw.

Was bic ztosten aiibctrifit, so ergibt eine ungeähre Berechnung, daß man iür . die obcruLndc Lu'nchi-'iialle, wie sic z. B. in Königsberg i. Pr. setzt erbaut worden in, bcauem drei gleichgroße Lufrfchiff'häsen in der von mir gedachten Weife her stell en könnte!

- Das I o ha n n is k r a u t spielt aus bem Lande am Johannistage immer noch eine große Rolle Um die Mittags­stunde stehlen sich in vielen deutschen (Gegenden Frauen unb Bauernmädchen aus dem Hause, um ein Sträußchen von den dunkclgelben Blüten bes Johanmskraules u pflücken Tas muß freilich vorsichtig geschehen. Stillschweigend und lautlos und ohne sich iimzuseheu, muß der Strauß gepflückt werden Zn Hanfe wirö ber Iohannisstrauß bann an den Balken in Die Wohnstube gehängt, damit er gegen Unglücksfälle fcknitze Wenn er das ganze Jahr bis zum nächsten Johannistage grün bleibt, so tritt Lotteriegcwinn Die jungen »jOc nehmen den Iohannisstrauß in ber Silvesternacht, genau beim Anbruch bes neuen wahres, gehen ganz allein und ungesehen in eine leere Dachkammer und rufen dreimal laut ihren )?amen Hierauf suchen sie eiligst bic Sch-afkammer auf, und im Traum erscheint ihnen dann ihr Zukünftiger Es gibt bei uns mehrere Johanniskrautforten, b» i it gewöhnlidxs bas punktierte, audi Hanheu genannte, eigmi(td) Johanniskraut ist. Es erhebt sich bis zu fußhohen Büschen unb ist an feinen Blättchen zu erkennen, die, gegen bas Licht gehalten, regelmäßig punktiert erscheinen Die dunklen, golbgetdcn Blüten tinben mir cud) am niebrigen Johanniskraut und am Berg* Harlheu. Alle orci Arten wacw'ci'. auf trockenen Rainen unb in Micfcrngebüidjcn. In früheren Setten würbe aus bem Johanuis- kraut ein Tel gezogen, bas -um Heilen von Wunbcn benutzt rouroc.