Keilt SeheimveUrag mit Frankreich.
Tie „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Hier wird die Nachricht" Verbreiter, die Regierung wolle anläßlich der Marottoverhandlungen einen Geheimvertrag mit Frankreich schließen, sich aus die französische Eisenerz a u s s u h r beziehend, in dem Frankreich die Zusage inachcn solle, niemals einen Ausfuhrzoll auf französische (5rze zu legen. Nach der ganzen Art der Marokkoverhandlungen liegt es wohl auf der Hand, daß dabei Fragen, die sich ans die Bodenschätze beider Länder beziehen, nicht herangezogen werden können nnd daß schon aus diesem Grunde die Angaben auf Anstrebung eines Geheimvertrages unrichtig sind. •
Tie Eröffnung des französischen Parlaments.
Paris, 22. Sept. In Parlamentstrei,en zirkuliert das Gerücht, daß das französische Parlament für den 24. Oktober einberufen werden soll. Wie der „Figaro" meldet, begegnet dieses Datum bei vielen Mitgliedern des Senats und der Deputiertenkammer keiner großen Begeisterung. Man würde in diesen Kreisen lieber sehen, daß die Eröffnung aus den 6. N o v c m b e r hinausgeschoven würde.
Der Mörder Stolypin; zum Tode verurteilt.
Kiew, 22. Sept. Das Kriegsgericht verurteilte den Mörder Stolypins, Bagrow, zum Tode durch denStrang.
Die Verhandlung gegen Bagrow fand auf der Bastion der Kiewer Festung statt. Auch der Justizminister wohnte ihr bei. Das Urteil bedarf noch der Bestätigung durch den Zaren, die .bis zum 28. September erfolgen muß.
Der Zar ordnete an, daß unabhängig von der ganzen Untersuchung über den Anschlag auf Stolypin eine eingehende Untersuchung der Tätigkeit der politischen Polizei in Käew vorgenommen wird, mit der auf kaiserlichen Befehl Senator Trussewitsch betraut wurde.
Aus Hejjeu.
Zu den Landtagswaylen. Ueber die Landtagswahl in Nierstein-Niedersaulheim lesen wir im „Mainzer Tageblatt": Wie aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, beschloß der Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartei, Herr Bürgermeister Schuckmann -Bechtolds- heim, von seiner Kandidatur zurückzutreten zugunsten der nationalliberalcn Kandidatur Emil Schätzet- Selzen, um so einer Zersplitterung des Liberalismus im Wahlkreise vorzubeugen. Tie Nationalliberalen werden, wie man hört, im Wahlkreis Wörrstadt die Fortschrittliche Volkspartei unterstützen.
Auch im Gießener Wahlkreise scheint eine Einigung der liberalen Parteien bevorzustehen. Man nennt als Kandidaten für das zweite Mandat den Fabrikanten Adolf Klingspor, einen Mann, der Anklang in beiden liberalen Parteien finden dürste.
Deutsches Reich.
Auf eine Anfrage an unterrichteter Stelle teilt das Wolffsche Bureau mit, daß die Entlassung dec beiden in Emden wegen Spionageverdachts verhafteten englischen Offiziere verfügt ist. Als unzutreffend wird uns die durch die Presse verbreitete Nachricht bezeichnet, nach der deutsche Torpü>oboote die den beiden Offizieren gehörige Jacht bewacht oder sestgehalten hätten.
Ausland.
Die von Sachverständigen festgestellte Höhe des durch die Kündgebung en in Wien am Sonntag angerichteten Schadens. beträgt im Bezirke Ottakring 100 000, im Bezirke innere Stadt 40000 und im achten Bezirke .40 000 Kronen.
Aus Madrid wird gemeldet: Alle Zeitungen sind am 22. d. M. erschienen. Der "Ausstand dauert an in Gijon und in den Kohlenminen von Pueblonnevo del Terrible. Einige Zusammenstöße haben stattgefunden. Mehrere Hundert Personen wurden verwundet.
Aus Ts chung-king wird gemeldet: 1500 Mann ch i n e- sischerTruppensindvonTibetinTscheng-tuein- getroffen. Die Stadttore wurden ihnen geöffnet. Tie telegraphische Verbindung ist wiederhergestellt worden.
und Flotte.
Ein neues französisches Panzerschiff. Das -JLcho de Paris" macht folgende Angaben über das neue Panzerschiff „Jean Bart", dessen Stapellaus heute in Brest; stattfindet. Der „Jean Bart" ist das erste Muster des neuen Typs für die französische Kriegsmarine. Er übertrifft an Mächtigkeit die stärksten englisch en „Dreadnoughts". Die Wasserverdrängung beträgt 23467 Tonnen, die Länge 166 Meter, die größte Breite 27 Meter, der mittlere Tiefgang 8,85 Meter. Die Hauptartillerie besteht aus zwölf 30 Zentimeter-Geschützen, die in sechs Türmen, Awei vorn, zwei hinten, zwei seitlich, verteilt find. Der Panzergürtel erstreckt sich um das ganze Schiff und zwar 1.70 Meter oberhalb und 2.35 Meter unterhalb der Schwimmlinie. Die Geschwindigkeit beläuft sich auf 20 Knoten. Am Samstag wird in Lorient das Bruderschiff des „Jean Bart", der „Courbet", vom Stapel gelassen. Die Bauzeit dieser beiden „Dreadnoughts" hat kaum ein Jahr gedauert.
Aus Stabt unb Land.
Gießen, 23. September 1911.
Die Stadtverwaltung und das Feuerlöschwesen
In der vorgestrigen Sladtveroronetenvcr,ammtung hat, wie wir schon berichteten, Herr Oberbürgermeister M e c um zu dem Brand in der Marburger Straße erklärt, der „Gieß. Anz." habe eine „mißliebige, wahrheitswidrige Kritik" geübt. Wir müssen diesen Vorwurf auf das entschiedenste zurückweisen und darum nochmals turz auf den Sachverhalt zurück- t'ommen. Auch wir haben den Leistungen unserer Feuerwehrleute Tank und Anerkennung ausgesprochen. Unsere Bedenken haben sich lediglich auf das bisherige System bezogen. Aus der Erklärung des ■£6er6ürg:rmiifter5 klingt
heraus, als Hütten wir aus :u RörgeJnc-t die betreffenden Artikel ausgenommen. Tas alles trifft nicht die Sache selbst, und wir hätten gewünscht, daß die für wcice Kreise unserer Bevölkerung wichtige Angelegenheit in der Stadtverordnetenversammlung eingehender gewürdigt worden wäre. Unsere Kritik und die Aussprache, die wir dadurch herbeiführten, haben ergeben:
1. Tie Alarnwoccichkung, Die schon seit langen Jahren zweckmäßiger gestaltet werden sollte, entspricht noch immer nicht den Äniorderungen der Zeit. Jnsolgebe,sen ist zu spat eingegriffen worden. An allen öffentlichen Gebauten uiu> an allen entlegenen Stellen könnten Feuermelder angebracht oder FeuermeldesleUen eingerichtet werden, die sich sofort mit der Polizeiwache und dem Wasserwerk in Verbindung setzen können.
2. Tie Brandwache wuroe an Sourl- mrd Feiertagen nur von nachmittags 3 bis abeirds 8 Uhr bereit gehalten. Unsere' Kritik hat hoffentlich zur Folge, daß die Brandivaaie an Sonntagen bt» nach Mitternacht bereit gehalten wird. Tie Begründuitg bi.auchrn wir nicht zu wiederholen.
3. Eine Reform des Prämienwesens erscheint sehr empfehlenswert. An die Leute der freiwilligen Wehren, die sich durch besondere Schnelligkeit, Tatkraft nnd Besonnenheit anszeichnen, sollen besondere, nicht zu niedrige Prämien anegczahlt werden.
4. J6icUeia)t cnipucu't ;im hie Aw bil u.ig c.ncr a: f eine kleine Mannschaft beschränkten Berufsfeuerwehr, deren Mitglieder städtische Beanue uno &iigcimui: o^ <je.iu.iti: <ciue, hie
immer verfügbar iino und c.nc iiUjprct.,eiir.: Vergütung erhalten. Durch eine solche Schulung und Organisation konnte vereinzelten Mißgriffen, wie sie bei dem letzten Lranoe beobachtet und vom Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr zugegeben wurden, künftig oorgebeugt werden.
5. Unsere Lojcheinrichtungen brauchen nicht suennütterlich behandelt zu werden, da die Brandversichernngskasse jährlich 16 000 Mark Vergütung gewährt, wovon bisher von der Stadt für Löschzwecke nur etwa 5000 Mark ausgegeben wurden.
Aus diesen poiiiLcii Vorlagen <)i schon zu entnehmen, daß uns eine gute Absicht bei unserem Vocgchen le.tete, nur dem Oberbürgermeister scheint es Vorbehalten gewesen zu sein, uns eine „mij,l.eb<g: und wahrheitswidr.ge Kritik" zu unterschieben. Sonst hatten wir, wie auch aus den zahlreichen von uns veröffentlichten Einsendungen hervorgeyt, Anklang und Zustimmung gefunden. Der Schrichführer der freiwilligen Feuerwehr ist denn auch fachlich und mit Verständnis auf unsere Artikel cingegangen. „M^liebig" sind unsere Ausführungen wohl nur dem Ooerbürgeriüchster gewesen. Statt nichrssagenoer Reden.a:. vn. hui. «ich auf einen Artikel in ocr HFuschen I'n weh " in zu stützen, der nur sehr unvollkommen auf unsere Erörterungen ein- geht, sollte der Stadtvorstand lieber an eine gründliche und unvoreingenommene Prüfung des von uns erwähnten Materials herantreten. In dem Artikel der Feuerwehrzeitung, der uns soeben erst zu Gesicht kommt, wird durchaus bestätigt, daß die Alarmvorrichtung emer schleunigen Besserung bebarf und daß eine ständige Feuerwache ebenso nötig sei, wie „die Beschaffung einer Gerätebespannung'. Außerdem wird Gießen die Einrichtung anderer z. T. kleinerer Städte als Muster vorgehacken. Wir werden nach wie vor unserer Aufgabe, öffentliche Angelegenheiten öffentlich zu besprechen, pflichtgemäß nachgehen.
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” Tageskalender. Kinematograph: Täglich Vorstellung.
Biograph: Täglich Vorstellung.
Zirkus M a r k: Täglich zwei Vorstellungen.
A n l a g e ui u s l k am Sonmag vormittag 11 Uhr in der Süd- Anlage, ©pielplan: 1. Er weicht der Sonne nicht! Marsch von E. Kaiser. 2. Ouvertüre zur Operette „Tie Amazone" von Fr. v. Blon. 3. Wer kann dafür?" Walzer aus der Operette „Tie polnische Wirtschaft von I. Gilbert. 4. Armeeniarsch Nr. 9, Herzog von Braunschweig. .
** Erledigt sind: Tie mit einem epang. Lehrer äu besetzende Lehrerstelle zu Reich los. Tem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt werden. Tie mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle zu Unter-Mossau. Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu O b e r »jp a i n b r u n n. Tas Präsentationsrecht steht dem Grasen zu Erbach-Fürstenau zu.
** Herb st anfa n g. Heute hält der Herbst seinen kalendermäßigen Einzug, man bezeichnet die,en Tag als Herbst-Tag- und Nachtgleiche. Herbstanfang ist immer von einem besonderen Beigeschmack und gewöhnlich nicht vom freudigsten, sicher weniger behaglich, als wenn der Frühling ins Land zieht. Denn nun gehen die Gedanken unwillkürlich voraus auf die rauheste der Jahreszeiten, den Winter. Die Blätter verfärben sich, das gelbe Läub fallt herab, ein Bild des langsamen Absterbens. Aber auch der Herbst hat seine Annehmlichkeiten. Wie reizvoll ist doch der erste Anblick der Landschaft mit den gold- und tupfer- durchtränkten welligen Abstufungen des Laubwaldes. Für den Weidmann gilt der Herbst als die schönste Jahreszeit, dem Landmann aber bringt er eine Fülle von Arbeit, es gilt die Wintersaat auszustellen.
** Vom Zirkus Ar a r t. Was der Zirkus Mark bietet, ist in jeder Beziehung sehenswert. Tas Programm bietet in bunter Reihenfolge Pserdeoresturen, Kraftakte, Elownszenen und Gauklerlünste. Unter den Pjerdedressuren steht die Dressur des Hengstes Solimann, der von Herrn Gevrgie in alcen^ Gangarten der hohen Schule geritten wirb, besonders hervor. Ihm würdig zur Seite steht der von den Geschwistern Mark im Verein mit Herrn Altstoff gerittene Jockeialt. Viel Heiterkeit erweckt die von Clown Taiüne gerittene Jackei-Parodie. Sehr gut sind die Sisters Schaffeur in iyrem Trahtseilakt und Clown Tassine mit seiner brenieucn .uiiilChicuL. ...........r.i-.i' i.t Trenim-er-
heit legen die mexikanischen Kunstschützen und Lassowerfer an den Tag. Zwilchen ucii riazemeu ^cvgrummuummern machen die Clowns ihre Witze, die manchmal grüble Hcittnteit erregen. Alles in allem, ein Bc,uch des Zirtus ist lohnend. Heute, Samstag und morgen, Sonntag, finden zwei Vorstellungen statt.
•• D t e Woche »Märkte weisen gegenwärtig einen außerordentlich starken Verkehr auf, besonders Samstags ist der Brandplag unb Kanzleiberg bis zur Sonnennraße nut Gemüse- und Obstuänden ganz besetzt, llnliebiani bemerkbar macht sich hierbei m letzter Zeit die Störung, durch dort verkehrende Fuhrwerke. Geradezu lebensgefährlich ist öS für Marktbesucher uno Passanten, wenn schwer belaßene Wagen ober gar Lastautos sich durch die SDlenge winden.
Im eigenen Jukereffe dec Fuhrleute liegt e5, an Marktlagen diesen Weg zu meiden, da doch leicht eine andere Fayrrichtung gewählt werden kann. Strenge polizeiliche Maßnahmen sind au erwarten, falls die Fuhrleute künftig nicht rücksichtsvoller handeln sollten.
•• Ermittelt. Die Diebe, die in einer der letzten Nachte mittelst Einbruchs aus emem Lagerhaus sechs Säcke Kartoffeln stahlen, sind ermittelt und verhaftet worden. Es waren zivei Handiverksburschen, welche bei dem Be- ttohlcncn kurze Zeit gearbeitet hatten. Einen Sack hatten lie an einen Arbeiter verkauft. Ter Verbleib der übrigen fünf Säcke ist noch nicht fesigesiellt. Tie Käufer tun gut, sich bei der Polizei zu melden, andernfalls sie sich »vegen Hehlerei zu vcraulivorten haben iverden.
Landkreis Gießen.
A Grünberg, 23. Sept. Ter hessische Lehrerturnverein hi.lt hier seine 5. H a u p t v e r s a m m l u n g ab. Gestern njenb 7 Uhr land unter dem Vorsitz des Turninspektors Schulrat E. Schmuck-Darmstadt im „Wilden Mann" eine Sitzung des Gesamtvorstandes statt, dabei wurden interne Angelegenheiten bc- sprocheu. Au der Spitze des Ehreuausschusses zur Haupivecsamm- limg standen Provinzialdirelkor Tr. Usiugec-Gießcu, Kreisschul- ilispek.or Proseffor Tc. Alles, Rektor Angelberger, Bürgeraieister Zimmer u. a. Ter Lehrerturnv.rein beitcljt jeyt 10 Jahre. Er zählt 11 Bezirksvereine und zahlreiche Einzelmi.glieder, insgesamt sind es rund 220 Mitglieder. Oberh.ssen zählt 6 Bezirksver^ine, den grössten Verein hat Groß-Gerau mit 62 Mitgliedern, dann solgcn Grünberg unb Worms. Letzterem Verein gehören auch eine Anzahl Lehrerinnen an. Tas Turnen mehrerer Schulkcassen schloß sich an. Tie Vorfeier fand gestern abend in der Turnhalle statt. Tie Grünberger Eimvohnerschast nahm zahlreich daran teil. Lehrer Roth- Grünberg hielt die Eröffnungsrede. Darauf trug der Sängerchor des Lehrerbezirks Grünberg den Chor vor „Nun lasset freudig fromme Lieder schallen". Lehrer Wolf-Bersrod, der Vorsitzende des Turnbezirks Grünberg, hielt die Festrede, in der er die hohe Bedeutung des Turnens für die Wahrhaftigkeit unferes Volkes hervorhob. Lehrer Törr-Lehnheim begrüßte die Festversammlung namens des Lehrervereins Grünberg. Namens des Gesamwereins sprach Schulrat Schmuck-T-arm- sladt. Zur Verschönerung der Feier trugen die turnerischen Ausführungen des Turnvereins, die Gesangsvorträge der beiden Gesangvereine unb des Kirchenchors, sowie die Musikvorträge der Ouartettvereinigung bei.
Kreis Büdingen.
+ Büdingen, 22. Sept. Tie Kartoffelernte ist wie die Zwelschenernte dieses Jahr sehr reichlich ausgefallen. Auch in Bezug auf Quantität lassen die einzelnen Kartoffeln nichts zu wünschen übrig. Es sind Kartoffeln im Gewichte bis über 2 Pfund zu Tage gefördert worden.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 22. Sept. Dem Bauunternehmer Bonn acker aus Heblos waren in den letzten Nächten mehrere Bohlen und Handwerkszeuge aus einem von ihm am Südbahnhof hier errichteten Nerchau entwendet worden. Auf erstattete Anzeige nahm die hiesige Gendarmerie bei dem in der Nähe wohnhaften verheirateten Fabrikarbeiter H. B., den Bonnacker als vermutlichen Täter bezeichnete, eine Haussuchung vor. Das Ergebnis war überraschend. Außer den bei Bonnacker gestohlenen Sachen förderte die Polizei eine Menge aus dem Möbelmagazin von H. Kramer hier herrührende Gegenstände, wie Bilderrahmen, gedrehte Stuhlbeine, Werkholz u. bergt zu Tage die der Täter, wie er selbst zugab, nach und nach bei Kramer, wo er vor seiner fetzigen'Beschäftigung in der Hutfabrik zu'Blitzenrod, als Schreiner beschäftigt war, mitgenommen uni) zum Teil zu Hause verarbeitet hatte. Der bestohlene Kramer hatte von den ihm entwendeten Sachen keine Ahnung, nur der Umstand, daß aus verschiedenen Bilderrahmen dessen Namen stand, führte zur Auftlärung des Tiebstahls.
~ Angersbach, 22. Sept. Infolge der hier immer weiter um sich greifenden Maul- und Klauenseuche, — es sind jetzt acht Gehöfte davon befallen — ist die für den 26. September angesagte PferdevorMusterung aus veterinärpolizeilichen Gründen a b b e st e l l t toorben.
Starkenburg und Rheinhessen.
w. Darmstadt, 22. Sept. Der sozialpolitische Ausschuß dec Stadtoerorbnetenversammlung hat zur Abwen- bung bes Jtotstanbes beschlossen, einen direkten Engrosbezug von Kartoffeln unb Weißkraut durch die Stadt zu veranlassen, eine Verkaufsstelle für billige Seefische einzu- richten unb wegen ber Abgabe von Kohlen zu reduzierten Preisen an die minder bemittelte Bevölkerung mit hiesigen Firmen in Verbinbung zu treten, auch wegen billiger Abgabe von Brot die geeigneten Schritte einzuleiten. Sieben dem durch freiwillige Spenden aufgebrachten Betrag soll die Stadtverordnetenversammlung um Bereitstellung eines Vorlagekredits von 30 000 Mk. ersucht iverden.
R. B. Darmstadt, 22. Sept. Ter Streik der Angestellten der S p e d i t i o n s -, Möbeltransport- u u ö Fuhrgeschafte nahm heute verschiedentlich recht ernste T i m e n s i o n e n an. Schon gestern nachmittag war es zu einem lebhaften Handgemenge zwischen Streitenden unb Arbeitswilligen gekommen. Heute vormittag versam- Hielten sich viele Streitende vor dem Geschäftshaus der Firma Paul Wolf u. Sohn in der Rheinstraße, wo eine Anzahl Arbeitswilliger eingestellt worden war. Als heute mittag wieder ein Trupp auswärtiger Arbeitswilliger bei der genannten Firma Aufnahme finden sollte, wurden sie von den Streikenoen mit Stein cnbeworfen und mit drohenden Zurufen empfangen. Ta die anwesenden Schutzleute zu schwach waren, wurde Vecstärlnng herbei- geholt, worauf die Streikenden mit der flachen Kcmge aus* linanbergetrieben wurden, ohne daß es zu schweren Verletzungen kam. Heute nachmi.tag wurden Verhandlungen mit den Arbeitgebern cingcleitet.
ch. Bingen, 22. Sept. Eine der volkstümlichsten Gestalten des NheinlaubeS begeht morgen ein dreifaches Iubiläum. Es ist dies der Schützeumeister Karl Gräff, 'ber frühere Inhaber der Tabakfirma Karl Graff in Bmgen,
s Biocitin enthalt uie wichtigsten Stoffe für die Kräftigung und Auffrischung des menschlichen Organismus. Neben den concentrierten Nährstoffen uus
| Eidotter und Milch ist hier in erster Linie das physiologisch reine Lecithin zu nennen, j durch welches Kraft und Frische der Nerven bedingt und erhalten wird. Biocitin ist ££
| daher das wirksamste Nerven-Nähr- und Kräftigungsmittel. Geschmacks-
l' muster und wissenschaftliche Abhandlung gratis und franko von der Biocitin-
| fabrik G. m. b. H., Berlin S 61. . .. : ,Wss
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