Ausgabe 
20.7.1911 Zweites Blatt
 
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sind, mit wenigen Ausnahmen, nur günstige Berichte erngelaufen. Frankfurt a. M., Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, (Sieben unt> Rüdesheim berichten über einen anhaltenden flotten Geschäftsgang in den Möbelschreinereien, nur für Bildhauer hat der Geschäfts­gang, wie aus Mainz gemeldet wird, gegen Ende des Monats etwas nachgelassen- hauptsächlich in den Fabriken muhten einige Leute aussetzen, während bei den Kleinmeistern das Geschäft noch gut ging. .Küfer wurden in Frankfurt a. M. viel verlangt.

Die Z i g a'r r e n i n d u st r i c hat sich von der Tabaksteuer immer noch nicht erholt. In Gienen wurden 2 Fabriken ge­schlossen und die meistert anderen Fabriken arbeiten mit Ver­kürzung von 1216 Stunden pro Woche. Bei den Metzgern konnten besonders in den großen Städten verhältnismäßig viele offene Stellen nicht besetzt werden, was aus die alljährlich in den Sommermonaten cintrctenbc rege Wanderlust der Gesellen zurück­geführt wird. Tie .Konservenfabriken stellten, wie alljährlich um diese Zeit, viele weibliche Arbeitskräfte ein. Tie Schuh­fabriken waren auch int Berichtsmonat sehr gut beschäftigt und nruntcn z. B. in Offenbach a. M. teilweise Ueberstuirden gemacht werden. Tie .K u n st s e i d e f a b r i k e n in der Umgegend von Frankfurt stellten Arbeiterinnen ein, wie Langen berichtet. Bei bett Friseuren und Barbieren wurden in Frankfurt a. M. für Samstags und Sonntags zahlreiche Aushilfen verlangt. Nur aus Mainz wird ein Abflauen int Bekleidungsgewerbe gemeldet. In- Offenbach a. M. ist in einer Gummifabrik Streik wegen Lohndifferenzen ausgebrochen.

Aus dem Baugewerbe lauten die Nachrichten, besonders aus den Kleinstädten, wie Bingen, Wildungen, Rüdesheim a. Rh., ungünstig, nur Langen meldet eine rege Bautätigkeit, während in den Groß- und Mittelstädten die Arbeitsgelegenheit anhaltend gut war. In Frankfurt a. M. wurden alle arbeitsuchenden Maurer, Zimmerer und Dachdecker untergebracht, auch für Glaser und Rahmenmacher war reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. In Kassel herrschte Mangel an Bauschlossern. In Mainz wurden Zimmerer vorwiegend aufs Land für Betonbauten gesucht. In Wiesbaden herrschte starke Nachfrage nach Bautaglöhnern und Erdarbeitern. In Darmstadt und Hanau a. M. ist der Streik der Glaser beendet, während in letzterer Stadt die Differenzen der Zimmerleute bei zwei Firmen noch fortbestehen. In Rübes- Heim a. Rh. waren viele Bauhanbwerker genötigt, auswärts Arbeit zu suchen. Im Buchdruckergewerbe war der Gef schäftsgang noch weiter flau. Frankfurt a. M. berichtet, daß die Aahl der Arbeitslosen allmählich steigt, obwohl verhältnismäßig wenig Neuanmeldungen zu verzeichnen warett. Es verblieben 73 Arbeitslose, das sind 9 mehr als im Mai. Zurzeit hat der Bezirk Frankfurt a. M. des Buchdruckerverbandes unter 1600 Mitgliedern 63 Arbeitslose, das sind 3,94 Prozent. Dieser Prozmtsatz wird, wie der Buchdruckerverband berichtet, im Laufe des Sommers erfahrungsgemäß, trotz teilweiser Ferien, bedeutend steigen, da die schlechte Geschäftszeit erst am Anrücken ist. Der Bezirk Frankfurt a. M. verausgabte int Juni Arbeitslosenunter­stützung an 82 Mitglieder für 1791 Tage = 3915,25 Mark, im Vorjahre an 50 Mitglieder für 968 Tage 2101 Mark, und Reiseunterstützung an 94 Mitglieder für 350 Tage = 424 Mark, im Vorjahre an 137 Mitglieder für 500 Tage = 591 Mark.

Auch dNainz berichtet, daß bei den Buchdruckern der übliche sommerliche Rückgang Platz zu greifen scheine; 98 Durchreisende wurden gezählt. Die Lage im Gast- und Schankwirt­schaftsgewerbe wurde durch die ungünstige Witterung im Berichtsmonat sehr beeinträchtigt. Jüngere Leute, sowohl Kellner, als Haus- und L>ervierbnrschen, urtd weibliches Personal wurden stark begehrt, während es immer schwerer hält, ältere Leute in feste Stellen zu bringen. Frankfurt a. M. meldet noch Mangel an besserem Köchepersonal. Für ungelernte Arbeiter brachte der Berichtsmonat, wie Frankfurt a. M. berichtet, eine Abflauung. Nur bei jüngeren Leuten war der Geschäftsgang gut, sogar sehr stack, doch ist hier ntcht zu übersehen, daß der Wechsel bei jungen Leuten <ut und für sich schon groß ist. Bei dem Bau der Edertalsperre fanden fortwährend Einstellungen statt. Sowohl vom platten Lande wie von den Klein-, Mittel- und Groß­städten wird eine rege Vermitllungstätigkcit landwirtschaft­licher Arbeiter gemeldet. Es wird immer noch geklagt, daß viel mehr Stellen besetzt werden können, daß aber btc Arbeit­suchenden sehr oft nicht zu vermitteln wären, teils weil ihnen die. nötigen Kleider fehlten, teils weil sie die verlangte Arbeit nicht, leisten können. Aus den Weinbaugegenden wird sehr gute Arbeitsgelegenheil, hauptsächlich für weibliche Personen, gemeldet, da zurzeit das Abstichen des Heu- und Sauerwurmes vorgenommen wird. Auf dem weiblichen Tienstbotenmarkt übersteigt nach wie vor die Nachfrage das Angebot, nur in Wiesbaden .nachte sich ein Ueberangebot von jungen Mädchen bemerkbar, die infolge der Reisesaison nicht alle untergebracht werden tonnten.

Aus Stadt und Lano»

Gießen, 20. Juli 1911.

** DieSchauflüge des Architekten Kaynt - Leipzig finben am kommenden Sonntag nachmittag auf dem Trieb statt. Der Apparat befindet sich bereits im Flugschuppen und wird zurzeit aufmontiert. Tie Besichtigung des i'lppa- rates findet von Freitag ab statt. Herr Kähnt wird hierbei den Motor in Tätigkeit setzen und die nötigen Erklärungen geben. Dem Flieger ist als Erinnerung für seine hiesigen Schauflüge vom Sportverein Don 1900 ein Ehrenpreis ge­stiftet worden, der im Schaufenster der Firma Stückraty, Seltersweg, ausgestellt ist. Während der Schauflüge wird der Trieb vollständig abgesperrt, ist also für das Publi­kum nur durch Eintrittskarten zugänglich. Da der Zu­drang jedenfalls sehr start sein wird, wird gebeten, die Eintrittskarten möglichst im Vorverkauf zu lösen. Die Wagenzufahrt hat nur längs des Philosophenwaldes zu erfolgen. Während der Flüge ist das Rauchen wegen der damit verbundenen Gefahr untersagt.

" Steuerbefreiung während militärischer Hebungen. Die übungspflichtigen Reservisten und Land, wehrleute sind für die Monate, in denen sie zur Hebung bei der Truppe herangezogen werden, von der Steuer befreit. Wenn auch nur ein einziger Hebungstag auf den Monat ent» fällt, so bleibt doch der ganze Monat steuerfrei. Da jedoch ohne besonderen Antrag keine Steuerbefreiung eintritt, so müssen die Betreffenden unter Vorlegung oder Ein­sendung des Militärpasies sich bei der Gemeindebehörde ihres Wohnortes melden und die Steuerbefreiung beantragen.

** Erleichterte Ausgabe der Sonntagstarten. Der preußische Minister für öffentliche Arbeiten hat verfügt, daß auf großen Bahnhöfen die Sonniagskarten schon am Samstag auSgegeben werden dürfen, um das Gedränge an den Schaltern abzuschwächen. (Nun wird sich die Frage er­heben, was große Bahnhöfe sind. Die Red.)

Der Oberhessische Geschichtsoerein veran- staltet am Sonntag, 23 Juli, 1208 Uhr einen Ausflug nach Limburg, wo zunächst eine Besichtigung beS Domschatzes (in bec Stadtlirche) erfolgt. Nach dem Kaffee uu Schützengarten ge()t es mit Motorboot nach Dietkirchen zur Besichtigung der LubentiuSklrche. Um */25 Uhr mild die Rückfahrt nach Limburg angetreten und dort eine Besichtigung beS Toms unö der Stadtkirche slattfinden. Den Schluß bildet ein Abend- effen in der »alten Post". Die Rückfahrt nach Gießen erfolgt um 1023 Uhr.

** Schaumweinsteuer. Ter Bundesrat hat die Einführung von neuen ^.chaumweinsteucrzeichen beschlossen, dte eine Verzierung im dunkleren Tone der Grundfarbe

Kon ku rrenzklau sei und Ehrenwort. Wir lesen im Julrhest derWelt des Kaufmanns" (Verlag von

Georg D. W. Callwey in München): Das Konkurrenzverbot in Anstellungsverträgen wird häufig nicht nur durch Konventionalstrafen, sondern auch durch Verpfän­dung des Ehrenworts gesichert. Das Reichsgericht hat sich bereits i. I. 1908 dahin ausgesprochen, daß die Ehre als ideales Gut n i ch t o h n e w e i t e re s vermögens­rechtlich zugunsten anderer verwendet werden dürfe. Seien nicht besondere Gründe vorhanden, aus denen die Bin­dung mit Ehrenwort sech rechtfertigen lasse, so verstoße ein solcher Vertrag gegen die guten Sitten. Neuer­dings hat das Reichsgericht erneut die gleichen Grundsätze festgestellt. Ein Angestellter hatte sich ehrenwörtlich und unter hoher Vertragsstrafe verpflichtet ober verpflichten müssen, weder ein Konkurrenzgeschäft selbst zu betreiben noch in ein solches einzutreten, noch einem,solchen seine Geschäftserfahrungen zugute kommen zu lassen. Er trat nach seinem Austritt aus dem Geschäft gleichwohl bei der Konkurrenz ein. TaS Reichsgericht als letzte Instanz wies die Klage auf Zahlung der Konventionalstrafe ab. Die Bindung durch Ehrenwort lasse sich nur in Aus- nahmefällen rechtfertigen, z. B. für die Geheimhaltung von Fabrikationsgeheimnissen. Sonst verstoße sie gegen die guten Sitten und mache den ganzen Vertrag nichtig, da anzunehmen sei, daß er ohne die ehren­wörtliche Versicherung nicht zustande gekommen wäre.

**DieVerteilung vonTienstland an Eisen- bahnarbeiter. Tie Eisenbahnverwaltung hat seither das Gelände, für das augenblicklich keine dienstliche Ver­wendung vorhanden war, an ihre Beamten gegen einen äußerst mäßigen Preis verpachtet. Vom 1. November ab tritt nun eine Veränderung in der Verteilung ein, da auch Arbeiter dabei berücksichtigt werden sollen, die bis dahin feinen Anspruch auf Tienstländereien hatten. Den seitheri­gen Besitzern ist deshalb teilweise gekündigt worden. Ob in Zukunft die bislang gebräuchliche Versteigerung an den Höchstbietenden beibehalten wird, ist noch nicht bestimmt.

** Blinde Hessen. Die Frage der Bedeutung der Be­zeichnungBlinde Hessen" hat schon wiederholte Erörterung in Fack)- und Laienkreisen gefunden. Vor einiger Zeit brachte auch dieTägl. .Rundschau" wieder Erklärungen dieses Ausdruckes, die ledeSrnal darauf hinausliefen, daß die Ursache zu der Be­zeichnung dadurch gegeben wurde, daß bei irgendeiner kriegerischen Gelegenheit die Hessen die Augen schlecht gebraucht und darauf­hin eine Torheit begangen hätten. Gegen diese Unterstellung werden jetzt die Hessen von einem Landsmann Keim (vermutlich der Generalmajor K.) in Schutz genommen. Er verweist auf die bekannten Deutungen Mösers und Jakob Grimms und hält es für sicher, daß der Beinamen von den Feinden der Hessen her­rührte, die sich mit der Bezeichnung rächen wollten für die Schläge, die sie von den Katten erhalten hatten. Eine hübsche bildliche Auslegung des Beinamens führte er übrigens noch an, die weniger bekannt sein dürfte: ,^Jm siebenjährigen Kriege fochten die Hessen zusammen mit Hannoveranern und Braunschweigern ruhmvoll unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig. An der Tafel des letzteren wurde eines Tages auch von denblinden Hessen" gesprochen, woraus der Herzog das Wort ergriff:Ja, sie heißen so, weil sieblind" auf den Feind losgehen, ohne danach zu fragen, wie stark er ist."

*-* Sommergetränke. Wie man ans Erfahrung weiß, ist im Sommer die Eßlust nicht sehr rege, desto größer aber ist an heißen Tagen der Durst. Unterwegs auf Reisen hat man oft nur am Abend ein ausgeprägtes, fühlbares Bedürfnis zur Nahrungsaufnahme, aber trimen möchte man eigentlich während des ganzen Tages. Man ist oftmals im Zweifel, welches Getränk, von den vielen, die angeboten werden, man vorziehen soll, wird aber, wenn man Versuche macht, finden, daß kohlensaure Getränke den Durst am nach­haltigsten stillen, ohne den Körper zu erschlaffen. Gut gepflegtes Bier schmeckt im ersten Augenblick ausgezeichnet, man wird aber sehr bald finden, bay der Durst nicht ge­ringer, sondern eher heftiger geworden ist. Außerdem stellt sich nach ganz kurzer Zeil eine Abspannung, eine Mattig­keit ein, die Frische und Beweglich reit ist merklich herav- gemindert. Kuhle Milch erfrischt ebenfalls wunderbar, aber nicht jeder Magen kann sie vertragen, den meisten Erwachse­nen liegt der sich alsbald ausseyeidende Käsestoss schwer im Magen. Am ehesten ist sie mit Selterswasser gemischt für jedermann bewrnmlich. Nach kohlensauren Getränten, Selters und Limonaden, beobachtet man keine dieser un­angenehmen Nebenwirkungen. Selbstverständlich dürfen derartige Getränke nicht zu kalt verbraucht werden, ein ange­messener Wärmegrad ist 8 bis 10° C. Leider werden aber viele Getränke, vor allem Bier, viel zu kalt verabreicht. Man lann mitunter fest.eilen, daß gerade die leichten h.llen Schankbiere dura- E^tühlung bis aus 2 oder 3,J gebracht worden sind. Wenn der Körper nicht in Bewegung bleibt, kann derartig kaltes Bier leicht .Gesundheitsschädiguugen zur Folge haben.

Landkreis Gießen.

8. Ettingshausen, 19. Juli. Bei der herrschenden Maul- und Klauenseuche gingen einem hiesigen Land­wirt wieder zwei Stück Vieh ein. Aussehen erregte es, daß trotz telephonischer Anmeldung das erste Stück Vieh 54 und das zweite 84 Stunden liegen mußte, ehe es von der Ab­deckerei abgeholt wurde.

Starkenburg und Rhein Hessen«

I Mainz, 19. Juli. Vom Schicksal verfolgt ist der b'ei dem Mainzer Vermeffungsamt beschäftigte 24jährige Meß­gehilfe Peter Müller. Nachdem ihm in kurzer Zeit seine Frau, seine 2)lutter und sein Bruder durch den Tod entrissen wurden, betraf ihn selbst bei seiner Arbeit ein schwerer Un­fall. Bei Absteckung einer Gleisanlage wurde er durch einen von hinten kommenden Zug beiseite geschleudert und erlitt einen Beinbruch und schwere Verletzungen am Kopfe.

! Mainz, 19. Juli. Ein von dem Biebricher Ma­gistratsbeamten Noll erbauter Apparat, der die tödlichen Unglücksfälle von Fliegern verhindern soll, ist von der Mainzer Automobil, ach, chule, die schon vor längerer Zeit eine Abteilung für Flugschissahrt eingerichtet hat, erworben worden. Der Apparat, oer bereits patentiert ist, trennt im Falle eines Absturzes sofort den Flieger von seiner Maschine und läßt ihn durch eine sinnreiche Vorrichtung in müßigem Falle zur Erde sckstveven. Gestern abend gegen 11 Uhr sprang ein Mann in seiner Trunkenheit in den Rhein wurde jedoch, ba er durch das Wasser rasch ernüchtert Hilfe- ru)e auöstieß, von zwei Schiffern gerettet, die ihn durch eine tüchtige Tracht Prügel von seinen Selbstmordgedanken befreiten und nach Hause brachten.

Wandern und Heijen, Lader und Sommerfrischen.

Vad Neundvri bei Hannover. Namhaite Ber- bef)erungcn Und hier gemacht worden, in erster Linie etn Anbau an öas grotze ^chlammbadehaus, dec 17 neue, sehr elegante octüa.iunbnb^edai enthalt, jo daß jetzt jedem Bedari entsprochen und tägluf) ouo ?d)(ammooUbai)cr und 180 Teilschlammbader ae- geben werden können, d. K bedeutend mehr als alle anderen Schlamm, und Moorbäder Deutschlands. ccu

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 19. Jun.

Tie Gießener Promenade nkonzertc.

Zu den Annehmlichkeiten Gießens hat es bisher gehört, daß es wie andere größere Städte wöchentlich einmal eines |ogenannten Promenadenkonzertes der MilltaAapKle jich erfreute, der Tat sind die Süd-Anlage und die Ost-Anlage wie >zu ge­schaffen, Sonntags der Schauplatz eines solchen zwangto, en muu- kalischen Genusses zu werden. c$on ift

nun die alte Gepflogenheit auf gegeben worden, ohne daß man erfuhr, welche Gründe dafür maßgebend waren. >> etzt hort miau sogar, der neue Herr Oberst werde anordnen, daß die neuen Promenadenkonzerte künftig überhaupt auslallen Einsender dieses möchte dagegen rechtzeitig protestieren und.daran h'nweiseu, das; durch eine solche Matzregel .zweisellos die bisherige große Sympathie unserer Bürgerschaft für das Regiment cuugermafjtm getrübt werden könnte. Ter einzige Einwand, vaß andere Konzerte durch dieses Freikonzert linanztell gelcbabigt werden, ist so kleinlich, daß es sich gar nicht verlohnt, darauf ^Uäugehen. Einen anberen Grund, von dem bisherigen Brauch abzuweichen, können wir uns aber gar nicht ausdenkcn. Es mag wohl hier und da vorkommen, daß die Kapelle zu der angesetzten Zelt des Sonn- tags aibnoärtigc Verpflichtungen oder Verabredungen getrogen hat, die den Ausfall des Promeuadeulonzertcs einmal recht,ertujen. Die Bürger Gießens dürfen aber wohl erwarten, daß der Regi­mentskommandeur derartige Verabredungen in den engsten Grenzen hält. Einer unserer Mitbürger hat das Promenadenkonzert früher schon einmal poetisch besungen, sollten die alten Zecken denn wirklich verklungen fein? Wie sagt doch Luther: Mustkatst das beste Labsal eines betrübten Menschen.X.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 19. Juli. Ausgetrieben waren 1646 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge>vicht 41.0049.00 Schlachtgewicht 59.00 - 61.00 Alk., vollfleischige Schiveine unter 80 kg Lebendgewicht 46.0049.00 Alk., Schlachtgewicht 5961J-0 Alk.; vollfleischige Schweine von 100-120 k<? Lebendgeivicht 46.0049.00. Mi., Schlachtgewicht 59.0001 Alk.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 45.0a48.50 Alk., Schlachtgewicht 56.00-60 Alk.: Jettschweine über 150 kg Lebendgewicht 00.00 bis ou.00 Mk., Schlachtgewicht 00.00-00 Alk. Sauen 00-00 Alk. Geschäft mittelmäßig, verbleibt Ueberftanb.

Limburg a. d. Lahn, 19. Juli. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebautc Fremdsorte) 16,50 Alk., Korn 12,50 Alk., Gerste: i'Uttergerfte 00,00 Mk., Braugerste 00,00 Alk., Hafer 'Ulf. 9,00, vrblen 0,00 Alk., Kartoffeln neue 12,00 Alk.

F.C. Wiesbaden. B 1 ehh o'-sUl ar Übend): vom 19. Juli. 'Huftrieb. Rinder 106 (Ochsen 30, Kühe 76, Bullen 00), Kälber 252,

Schase 27, Schweine 427.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe unb Schiveine mittelmäßig.

Preis Durch- pro 100 Pfo. schnittspreij

t,eoeh£ f pro 100 Pfund

_ r . P?'ud,t ... neoeiit» i)c.

Ochsen. von-biSvoil-bls

Dollfleischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 4951 8893 5j 90 Junge, fleischige, nicht au§gemä|te unb

ältere ausgemästete 4548 8487 46 85

Ungejochte ... 5053 9096 51 98

Bull en.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlachtivertes ....... 4447 8084 45 82

Vollfletschige, jüngere 4044 7580 42 77

b a r e >i, K ü h e.

Vollsieischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtivertes 4852 3692 50 89

Vollpeiichige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu «' Jahren. . 4044 7780 42 78

keltere ausgemästete Kühe und loenig

gut entwickelte längere Kühe u. Färsen 3539 7075 37 72

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2932 65-66 30

st äl bec.

Feinste Mastkälber 6062 100-104 61

Mittlere Map- und beste Saugkälber . 53-56 89-93 54

Eermgere Mast- und gute Saugkälber 4852 80-87 50

Geringere Saugkälber 4749 7881 48 o dj ae.

Weibemastschase . 43-00 8600 43

Schweine.

Pollfieischige Schiveine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 4849 6163 48

Bollfleischige Schiveine über 2 Zentner

Lebendgewicht 48-49 6163 48

Pollfieischige Schweine über 21/, Zentner

- Lebendgewicht 4547 58-60 45

pleischige Schweine unter 80 kg Lebend­

gewicht ........... 47-48 6061 47

102

91

83

79

86

61

61

58

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Spielplan Oes Nmhaus-Lheaters Lad Nauheim.

Direltion: vermann 'olemgoetter.

Montag den 24. Juli:Tie geschiedene Frau." Mittivoch den 26. Juli:Taifun." Freilag den 28. Juli: ,Ter Graf von Luxemburg/' Samstag den 30. Juli:Alt-Heidelberg."

kirchliche Nachrichten.

jbluratiiuK aellglvnißCivMjWUltc Gottesdienst.

Sabbat ieier a in 22. Juli 1911-

Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 9.20 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 0.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.

Verantwortlich fürAus Stadt und'Laub" i. B?~Meu r a th

Müller'sche Badeanstalt.

Wasserivärme b er Lahn am 20. Juli: 18° R.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.

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