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19.5.1911 Erstes Blatt
 
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Der »Ittel!er Anzeiger erscheint täglich, außer EonntagS. Beilagen: viermal wöchentlich »ietenerSamilienbläiltr, i i'enimlroödientUCrtis» Matt für ben Kreis »iefjtn (2ten6tng und Freitag);

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Erster Blatt

161. Jahrgang

Freitag, 19. Mai 1911

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Hotafionsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Voch- und Zlemdruckerel R. Lange. Nedattion, Expedition und Vnickerel: Zchulstrahe 7.

Vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschästrstelle vahnhofstratze 16a.

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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

3um Streit um die Theologische Satultät.

focrt Kirchen rat D. Schlosser sendet uns folgende Zuschrift:

ES ist nicht meine Absicht, auf eine Erörterung der durch die Eingabe derkirchlich-positiven Bereinigung" wieder ausgerollten Frage der Aufhebung dos Examens- .zwangs einzugehen. Es wäre ja auch vergeblich: Ter andre hört von allem nur das Nein

Ich kann jedoch nicht leugnen, daß mir in jener Ein­gabe die Worte nicht so sorgfältig abgewogen scheinen, als es um der Gerechtigkeit willen zu wünfclsen wäre.

1. Die Eingabe redet von derimmer deutlicher zutage tretenden Tatsache, daß in weiten .Hreifen unserer Landes- lirche eine vielfach vor den äußersten Konsequenzen nicht zurückschreckende liberale Richtung sowohl in das innere lirchliche Leben, in Predigt, Iugendunterricht, Kultus und Sccljorgc erfolgreich eindringt, als auch auf die äußere Regelung und Leitung der kirchlichen Angelegenheiten maß­gebenden Einfluß gewinnt".

Was zunächst den Einfl. auf die Leitung der Kirche anlangt: Wo fitzen denn diesevor den äußersten Konsequenzen nicht zuriickschreckenden" radikalen Leute? Im Oberkousistorulm, in der Landessynode? In beiden Körper- schäften wird es wohl kaum einen Herrn geben, auf den die Verfasser der Eingabe diese Charakterlstik ohne sehr starke Einschränkungen würden anwenden wollen. Sodann unsere G e i st l l ch e n.Radikale" Elemente hat es ja unter der jungen Geistlichkeit wohl immer einzelne gegeben. Aber in weiten Streifen"? Wer darf es bestreiten, daß wir beute unter unseren jüngeren Geistlichen ohne Unterschied der Richtung eine so große Zahl von ernsten, pflichttreuen und arbeitsfreudigen Leuten besitzen, wie kaum zu einer früheren Zeit? Sie bemühen sich in ihrer überwiegenden Mehrheit ernstlich, ihren Gemeinden das Evangelium nach dem Maß ihres Verständnisses schlicht und einfach zu ver- lundigeu, nicht aber theologische Kritik. Ja, es ist sogar i ine merkwürdige Tatsache, daß das.jüngste Geschlecht von Pfarrern den theologischen Streitfragen ein viel geringeres Interesse entgegenbringt als den Aufgaben der praktischen Gemeindearbeit. Das Studium der Volksseele, der Volks­sitte, der Eigenart ihrer Gemeinde, die Frage, wie man den verschiedenen Ständen und Altern mit dem Evangelium nahe kommt, beschäftigt sie in erster Linie. DaS ift eine geistige Veranlagung, die wenig Neigung zum Radikalis­mus hat.

2. darf doch ernstlich gefragt werden, ob die in der Eingabe enthaltene E h a r a ft c r i fti I unserer theo­logischen Fakultät selbst der Mehrzahl der Mitglieder der positiven Vereinigung als gerecht erscheinen möchte. Sie wird kurzweg alsTrägerin und Ausgangspunkt einer vor­wiegend negativ-kritischen und zum Teil bewußtunkirch- liehen" Geistesrichtung' hingcftellt Prof. Krüger hat sich schon selbst mit Recht darüber beschwert, daß man trofr seiner Richtigstellungen diesen seinen aller­dings sehr mißverständlichen Ausspruch doch immer wiedör in dem von ihm abgelehnten Sinn gegen ihn und tue Fakultät ausschlachtet Was die FaliUtal im allgemeinen anlangt, 10 darf sie von allen billig Urteilenden auch wenn sie auf anderem Stand­punkt stehen die Anerkennung in Anspruch nehmen, daß es ihr bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit nicht um Negation

Darmstadter Kunstausstellung 19U.

Darmstadt, 18. Mai.

In Gegenwart des Großherzogspaares und eines kleinen Greises geladener Gaste wurde heute früh uni 11 Uhr die Kunstausstellung auf der Mattnldenhöhe eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters Mud ter, des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses, besichtigte das Groß- herzogliche Paar die Ausstellung, die im allgemeinen sehr gut beschickt ist. DieFreie Vereinigung Darmstädter Künstler", die diese kunstschau veranstaltet bat, ist Heuer rum erstenmal aus dem engen Rahmen herausgetreten, den sie ihren früheren Ausstellungen gegeben hatte, indem sie den Kfeis der Gäste bedeutend erweitert hat. In der Haupte fache sind zwar nur Werke westdeutscher und rheinischer Künstler ausgestellt, aber es fehlen keineswegs bedeutsame Erscheiniingen aus anderen Gebietsteilen des deutschen Lan­des, so daß man einen schönen und erfreulichen Ueberblick über einen guten Teil unserer heutigen Künstler erhält Neben den alten Namen, die schon einen guten Klang und einen Wert haben, stehen junge, kaum bekannte Künstler noch bescheiden im Hintergrund und harren darauf, daß auch ihnen die Sonne des Ruhmes aufgehe

Beim Eintritt in die schlichten, gut beleuchteten Aus- stellungsräume fesselt sofort ein großes Gemälde von Karl Bantzer Es ist der schon längst bekannte Schwälmer Ernte arbeit er, eine kraftvolle Gestalt, die in lässiger Haltung scharf aus dem korngoldenen und himmelfarbenen Hintergrund hervortritt und fast den ganzen Raum des Bildes entnimmt. Mit besonderer Feinheit ist die flirrende, glitzernde Sonnenluft gemalt, die den Alten umschmeichelt unb auf der braunen Haut spielende Lichter wirst Von demselben Künstler sind dann noch die gemütvolle Engel- Wiese, eine lockende Frühlingslandschaft und zwei Bildnisse ausgestellt» tragen Brachi, der viel bewunderte Dresdener Meister, bat fünf Gemälde von sich ausgestellt, darunter das farbensatte Mo ab und das tote Meer, die große, in ihrer Farbengebung zunächst verblüffende Waldwi c s e. In.dem Bild hinter fonne behandelt er ein bedeutendes Beieuchtnngsproblem, bei dem jedoch dec sattblaue Sonnenschatteit einigermaßen verblüfft. Gleichzeitig hat Bracht 15 Landschaften des in jüngster Zeit vielgenannten Deutsch-Böhmen Wenzel L a b n s aus­

zu tun ift, sondern um die Herausarbeitnng der wirllickren geschichtlichen Gestalt und des Wesens des Ebristeutums, daß sie nicht einreißen, sondern aufbauen will. Davon hat auch unsere Gemeinde all die Jahre hindurch aus den gciftcrfüHtcn Predigten unserer Professoren ich will, um Von Gegenwärtigen zu schweigen, nur die Namen Köstlin und Drews nennen - etwas verspüren können.

3. schießt es über das Ziel hinaus, wenn von cincin Geistesbann, der sich von Gießen aus auf Kops und Herz unserer theologischen Jugend legt", geredet wird So stark kann doch derBann" nicht sein T-er Vorsitzende der positiven Bereinigung und nicht wenige ihrer Mitglieder, wohl die ineisten, haben ihre theologischen Studien und ihr Examen ui Gießen gemacht, und es hat ihnen nichts geschadet. Es geht auch heute Nicht anders. Ein nicht geringer Teil der jungen Tl-eologen wendet sich nach dem Verfallen der Hochschule einer ganz anderen Richtung zu. Dafür sind die Einflüsse des Elternhauses und ihrer späteren Umgebung neben der persönlichen Eigenart viel nachhaltiger bestimmend, als die paar Semester theologischen Studiums. Eine Gefahr, daß cs anpositiv" gerichteten Nachwuchs fehlen werde, ist darum tatsächlich nicht vorhanden.

4 Nach dem letzten Absatz könnte es so scheinen, als ob die Einrichtung und Erhaltung des theologiichen Fakul tälsexamens im Belieben der Fakultät selbst stehe, und als ob sie dafür auS dem eigennützigen Trieb der 5cfbTi­erhaltung cinlrete. Dem gegenüber ift festzustellen, daß diese Einrichtung von der Regierung im Zusammenhang mit der Errichtung des Theologischen Seminars in Fried­berg getroffen worden ist. Damit wurde die wissenschaftliche und die praktische Ausbildung der Theologen voneinander getrennt, jene der Universität, diese dem Seminar zu- jewiesen. Jene schloß folgerichtig mit einem Examen vor >er Fakultät, diese mit einem solchen vor dem Lberkonsi- lorüim und den Professoren des Seminars ab. Um diese klare und sachentsprechende Einrichtung ist unsere hessische Landeskirche schon vielfach beneidet worden, wie es mir noch vor kurzem einpo|itiDer" Professor aussprach. Daß sich unsere theologische Fakultät um Erhaltung dieser viel- bewährten Einrichtung bemüht, ist ihre einfache Pflicht, und man sollte gerechter Weise den leisesten Schern ver­meiden, als wolle man ihr dabei selbstsüchtige Beweg­gründe unterschieben. Ich würde es ebenso mißbilligen, wenn jener Eingabe die Anerkennung verweigert werden sollte, daß sie au-5 redlicher Sorge um das Wohl unserer: Kirche geflossen fei.

Gießen, den 18. Mai 1911. D. Schlosser.

Der deutsch schwedische Handelsvertrag

ist nunmehr dem Reichstage zugegangen. In der Be­gründung wird daraus hingcroiefen, daß Deutschland unter den schwedischen Einfuhrländern mit 34,6 Proz. der Gesamteinfuhr an erster Stelle steht, gefolgt von Grvß- Britannien mit 26,2 Proz. Von der schwedischen Gesamt­ausfuhr entfallen 21,4 Proz. auf Deutschland, dagegen 35,1 Piwz. auf Groß-Britannien. Auch im Schissahrtsver- kehr Deutschlands mit Schweden zeigt sich seit Jahren eine aufsteigende Richtung.

Der neue Handels- und Schiffahrtsvertrag besteht aus dem Vertragslext nebst Schlußprotokoll sowie 2 Anlagen, deren eine die vertragsmäßigen Zölle bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet, die andere die Bertragszölle bei der Einfuhr nach Sckjweden enthält. Im großen und ganzen

gestellt, die trotz ihrer kleinen Abmessungen von ganz über­raschender Ausdrucksfähigkeit sind. I. V. C i s s a r z hat die Küste bei Lohme auf Rügen und das lichtvolle Bild Dünen, Heide und Wolken gesandt Sehr gut ver­treten ist die Münchener Künstlervereinigung Die Scholle. Von Fritz Erker ist der bekannte, seine weibliche Akt mit dem Spiegel, von Erich Erker ein Still­leben und das köstlich-intime Blumenbild Vor dem Gartenhaus ausgestellt. Von Adolf Münzer ist fein großes, edles Bild Goldene Tage uiü> der im. ge­brochenen Licht am Waldbach kauernde Mädchenakt vor­handen. Walter Pnttner bringt sechs Bilder, von denen das Figurenbild Hof rat Koch in Darmstadt ausgestellt hat, der auch Bilder von Erler und Münzer hergeliehen hat.

Walter Georgi bringt vor allem zwei große freund­liche Wandfriefe in Tempera: von den übrigen neun Bil­dern erwähnen wir das gleichfalls in Tempera gemalte Bild Ernte, das den Lesern des Gießener Anzeigers besonders bekannt vorkommen wird. Es ist derselbe Vor­wurf, den der Künstler im Jahre 1903 zu dem Kalender des Gießener Anzeigers verwendet hat. £tio H. Engel hat fünf Bilder ausgestellt, von denen namentlich die Drei Fries in neu, H e r b ft s o n n e und Am Ausgang des Dorfes zu erwähnen sind. Ludwig von Hoffmann ist mit einer großen Anzahl von Werken gut vertreten: wir nennen nur das symbolische Reife Früchte, Zwei Frauen am Meer, Letzte Sonnenstrahlen, so­wie das große Pastell Die Ni ob id en, ohne damit ein Werturteil abgeben zu wollen. Graf v. Kalckreuih ist mit einem kleinen Bilde von Aras herbem Liebreiz Kinder am Klavier, trugen Kampf mit zwei großen, stim­mungsvollen Landschaften Torf st raße in Flandern und Märzstimmung vertreten. Ludwig Keller hat Die Tochter der Herodias, einen weiblichen Akt, in neuer ck>arakteristischer Darstellung gegeben.

Bon ungemeinem malerischem Retz lind Weiße Ro­sen von Schmoll von Eisenwerth. Ein lustiges Selbstbildnis hat HannsSprung gemalt, in dem er sich -in fideler Weinftimmung vereroigte. Walter Strich- Ehapelk hat ein reizvolles Bild Nebliger Mor­gen, Wilhelm Steinhausen ein Hünengrab auf Sylt und Tröstung ausgestellt. Von Hans Thoma sind meh­rere .Bilder vorhanden, darunter ein Märchen vom

schließt sich der Tert des neuen Vertrags an den Text des L-andels- und Schiftahrtsvertrags vom s. Mai 1906 an

lieber den Inhalt des neuen Handelsvertra­ges ist folgendes zu sagen Man hat die Zusage erreicht, daß rn Zukunft die nachträglidic Einbringung des fehlen­den Importvermerkes gestattet wird, sofern dies nach An­sicht der zuständigen Behörde möglich In diesen Fällen wird also künstig eine Konfiskation der beanstandeten Sen­dung nicht mehr erfolgen Allerdings nrirb eine Strafgebühr zur Erhebung gelangen, welche jedoch im allgemeinen nicht über 10 Pro; vorn Werte der Waren betragen soll. Ferner hat man erreicht, daß die königliche Verordnung vom V. November 188b, die Schweden betreffend das Verbot der Einfuhr von Daren mit irreführender Ursprungsbezeich­nung erließ, so abgeänbert werden soll, daß sie für den deutschen sandel wesentliche Erleichterungen herbeigeführt. Von dem Grundsätze der Nettogewichtsverzollung ist Schwe­den in verschiedenen Fällen abgegangen Die Bestinimung des alten Vertrags, welche die zotlireie Ausfuhr der Eisenerze für die Vertragsdauer fcftkgt, ist im neuen Vertrag wieder aufgenommen unb dahin ergänzt worden, daß während der Vertragsdauer in den zwtichen dem schwedischen Staate und einer Reihe schwedischer Gesellschaften geschlossenen Ver­trägen leine Aenderung eintreten darf, durch die die Erzans- sührung über den Inhalt dieser Verträge hinaus beschränkt oder erschwert werden könnte. Im neuen Handelsvertrag sind Schweden zu 93 Nummern unseres allgemeinen Tarifs Bindungen, Zollbefreiungen ober Zollermäßigungen zuge­standen worden. Es handelt sich hierbei um Waren, für Die unsere Statistik im Jahre 1909 eine Einfuhr von Schwe­den nach Deutschland überhaupt nicht oder nur in gering­fügigen Mengen nachweist Die schwedischen Forderungen wegen Bindung der Zollsreiheit für frische Milch und Sahne, wegen Festsetzung ermäßigter Zollsätze für sogenannte Magerheringe, mechanisch bereiteten und chemisch bereiteten Holzstoff, für Zeitungspapier, wegen Zollfreiheit von un- glasierten Klinkern aus Ton sind abgelehnt worden, ebenso im Hinblick auf die in den beteiligten Erwerbskreisen und im Reichstag zum Ausdruck gelangten Wünsche das .Ver­langen der Bindung des Zolles für Röhren und gewisse andere Waren aus Ton oder gemeinem Steinzeug. Bei den Verhandlungen ist mit allem Nachdruck versucht worden, dem in zahlreichen Eingaben aus den kreisen oes Stein­bruchgewerbes ausgesprochenen und noch in jüngster Zeit im Reichstag lebhaft vertretenen Wunsche nach F-esthaltung eines Zolles auf Pflastersteine gerecht zu werden Wenn diesen Bemühungen der Erfolg versagt blieb, so ist zunächst zu berücksichtigen, daß diese Ware für die Ausfuhr Schwe­dens von größter Bedeutung ist Von allen nach Deutsch­land eingeführten schwedischen Waren weisen nur längst gesägtes Bau- und Nutzholz und Eisenerze höhere Werte auf.

Wenn auch der Wunsch der Pflastersteinindustrie un­erfüllt bleiben mußte, so ist es andererseits gelungen, 3um Vorteil der einheimischen Steinbruchbetriebe und des ihnen nahestehenden Steinmetzgewerbes an anderer Stelle Verbesserungen gegen den bisherigen Stand zu erzielen. Betreffs der schwedifchen Zugeständnisse sei bemerkt, daß die Verhandlungen dadurch außerordentlich erschwert waren, daß Schweden ui den Sätzen seines neuen Autonomentarifs im allgemeinen das Mindestmaß an Schutz sah, dessen seine Industrie zu ihrer Entwickelung bedürfe, unb beshalb im allgemeinen Bedenken trug, auch nur geringe Adbröckelun- gen der neuen Gesetze vorzunehmen, während wir anderer­seits jede Erhöhung derselben bekämpften Eine Einigung

Löwenzahn, Frühlingssreude unb Brunhilde. Sehr schön ift Ubbelohde mit beit kraftvollen Gemälden Melibotus, Waldrand, Winterabend an der Lahn, herbstsonne unb Winter vertreten, sowie den Zeichnungen zu dem Märchen vorn Eisen ha ns Hans von B o l k m a n n bringt ein sehr nettes Landschaftsbild Beim Wegweiser unb eine großzügige deutsche Waldlandschaft. i

Von den Darmstädter Künstlern sind die Landschafts­biiber von Georg Alt heim zu erwähnen, von benen namentlich bic Wiese bei '21 r heil gen, bic Schnee- lands ch a f t und die M a u I b e e r a 11 c c hervorzuheben sind. Wilhelm Bader ist mit einem Damenbildnis und zwei Landschaften gut vertreten, ebenso der verstorbene August Wondra mit orei großzügigen Landschaften. 'Adolf Beyer zeigt sich als vielseitiger Künstler! von ihm sind ein Bildnis, em paar Landschaften und ein Genrebild aufgehängt Anna Beyer Hal außer T er­stund e ein paar tüchtig gemalte Blnmenstudien aufzu­weifen.

Auch sonst sind noch viele gute Arbeiten vorhanden, aber es fehlt hier an Raum, um näher auf sie einzugehen.

In dem graphischen Kabinett sind vor allem die Ar­beiten von Heinrich Kien zu erwähnen, des bekannten 'JJhindtener Satyrikers, der über eine außerordentliche Phan­tasie und einen äußerst gewandten Griffel verfügt. Eine reiche Auswahl von Aquarellen englischer und schottischer Meister, an bereit Beschaffung sich bei Großherzog leb­haft beteiligte, gibt der iniereifanten Ausstellung, die bis £ Kober geöffnet bleibt, einen besonderen Reiz. K. N.

Gustav Mahler f.

Dien, 19. Mai Der Todes kämpf Gustav Mahlers dauerte von vier Uhr nachmittags bis elf Uhr nachts Gegen 8 Uhr versuchte seine Frau ihm etwas Nahrung einzuflößen und es gelang, ihm etwas Suppe und Kaviar über die Lippen zu bringen Dann ging es rapide zu Ende. Mahler starb ohne achtbaren Tooeskampf und sich,- lich ohne Schmerzet Im Krankenzimmer waren die ganze Familie und die nächsten Freunde des Berblichenen ver- | sammelt.