161. Jahrgang
Dritter Blatt
Grlchewl M-llch mit Ausnahme bei ScrmtegS.
Die „Oletzener KamilienblStter" werden dem ,91nieig<r' viermal wöchentlich betgelegt, daS „Krtilblatt fir des Kreis Siehen- zweimal wöchentlich. Die ..LandwirNchaftltchen Seit- fregtn“ erscheinen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
Eeneral-Aiizeiger für Gberhessen
Samstag, 18. Zedruar 19Y
RrlationSdruck und Verlag der Vrübl'schen UnwersitätS»Sud)- und -Steindruckerei.
R. Lange. Dieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckui- straße 7. ExpedlNon und Verlag: 51.
Redaktwn:«^ 112. LeU-Ad r.:AnzeigerG,eßen.
Kann uns heute, im 20. Jahr-
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icftentenJUreiien.
bacher bringen'?
In dem Bericht der Gladenbacher Versammlung heißt es, Bürgermeister Köhler berichtet, daß die Biebertäler mit der Versammlung in Hohensolms sich geeinigt hätten, um eine Stichbahn von Hohensolms nach Gießen zu bekommen. Falls diese Aeußcrung gefallen ist, sie entspricht nicht den Tatsachen imb entbehrt jeder Begründung. Wahr ist nur, daß mehrere Herren von Rodheim mit Herrn Bürgerineister Köhler über das Projekt Gießen—Gladenbach sprachen, wobei schließlich Herr Köhler sagte, uns ist eS einerlei, wo die Bahn herkommt, wenn sie nur in Gladenbach einläuft.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 18. Februar 1911.
** Gcschworenenliste. Behufs Bildung der Spruchliste für die am 6. März 1911 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts für das 1. Quartal wurden die Namen nachstehender Hauptgeschworenen aus der Fahresliste für 1911 gezogen: 1. Herrn. Seib, Bürgermmster in Lorbach; 2. Mfr. Kohlhage, Pachter in Büdesheim; 3. Christian Kalbfleisch, Bürgermeister in Billertshausen; 4. Karl Alt, Landwirt in Michelbach; 5. Louis Geiß, Rentner in Nidda; 6. Hartmann Stoll, Sparkassenrechner in Bad- Naubeim; 7. Joh. Konrad Weil, Beigeordneter in Bad- Salzhausen; 8. Jul. Kann, Kaufmann in Friedberg; 9. Dr Ludw. Tieffenbach, Forstrat in Lich: 10. Hch. Zimmer XI YNühlen besitz er in Lich; 11. Joys. Holl IX., Rentner in Rod- lieim v. d. Höhe; 12. Hch. Steinhauer, Gemeindeeinnehmer in Wisselsheim; 13. Karl Malkomesius^-Kaufmann in Gießen; 14. Christian Grünewald, Landwirt in Bad-Nauheim; 15 Karl Carl II., Pachter in Heegheim; 16. Adolf Spier, Kaufmann in Alsfeld: 17. Hch. Kneipp V., Bäcker in Langsdorf; 18. Crnst Karle DL, Landwirt in Nieder-Ohmen: 19. Karl' Henzel, Rentner in Büdingen; 20. Otto Weimar, Professor in Gießen; 21. Karl Bopp, Landwirt in Berstadt; 22 Gust. Steffan, Landwirt in Gettenau; 23. Wilh. Konr. Aörlach, Altbürgerineister in Eberstadt; 24. Christ. Zerb II., Gemeinderechner in Torheim; 25. Peter Karl Fauerbach, Rentner in Okarben; 26. Max Strack, Professor in Gießen: 27. Hch- -Lenz III-, Rechner in Atzenharn: 28. Aug. Birkenstock, Bürgermeister in Ranstadt; 29. Karl Gerhardt III., Kaufmann in Butzbach; 30. Beruh. Lichtenstein, Fruchthändler in Butzbach.
** Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung :>' )On morgen an wieder täglich geöffnet. Neu ausgestellt sink Kollektionen von Prof. Kuehl-Dresden, C. Block-Antwerpen. \ Kreyssig-München, Prof. Arp, Prof. Hagen, W, Hablik- BZermar und andere. Wecke der SUeuiploftif haben ausgestellt
Heizungsfrage.
Der richtig konstruierte ^auerbranboien bedarf bei allerspar» lamstem Kohlenverbrauch die wenigste Austnerksamkeit in der Bedienung. Richtig eingestellt brennt derselbe fortwährend gleich- mößiq, angenehme Wörme verbreitend. Es brannte zum Beispiel ein Tauerbranboien von dem Spezialgeschäft der Leien- und Herde-Jnbuslrie Gießen, Neuenweg 18 mit nur einer Füllung Kohle von Sonntag morgen bis Donnerstag nachmittag allo beinahe 5 Tage. Zn jeder Wohnung ein derartiger Oien macht alle Central- Heizungen überflüssig. Tas oben angeführte Spezialgeschäkt liefert amtliche Sorten Leien und Herde für Stadt und Land zu bllligst
Liscnbahnwünsche.
Aus Rodheim a. d. B. erhalten rvir folgende Zuschrift:
Werrn man bei beit jetzigen Bahnprojckten, die alle durch die Zeirungen ge^n, an die Summen benftz die
Wenn Sie Ihr Kind
gesund, munter und geistig frisch sich entwickel leben wollen, io geben Sie ihm Dr. Homrncl's Hämatogen. Warnung! Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. Hommell CD*/,
C. Luckscheiter-Cannstadt und Ida Schacr-Krause-Zug in ocu Schweiz.
•• lieber die Friedbossordnungcn erhalten mit vom Lande folgende Zuschrift: Vor einiger Zett ging die Mahnung durch die Blatter, c5 solle auf den Friedhöfen durcf) möglichste Anpflanzung von Buschwerk den Vögeln eine Nist- und Zufluchtsstätte geschaffen werden. Begründet wurde diese Aufforderung mit dem Hinweise darauf, vaß in den Gemarkungen die früher reichlich vorhandenen Hecken mehr und mehr verschwänden. Ein jeder Vogel- und Menschenfreund müßte die, Berechtigung dieser Mahnung ein» sehen. Sehen wir nun unsere Friedhöfe daraufhin an, ob auch dementsprechend gehandelt wird, so muffen wir fest- lellen, daß gerade daS Gegenteil der Fall ist. Nicht bloß ledes Buschwerk wird systematisch auSgerottct, sondern allem lebenden Gewächse ist anscheinend der Krieg erklärt. Die ,FriobhofSordnung* will e§. Der Verlust an herrlichem Baumschmuck, der durch diese unseren Friedhöfen schon zugefügt worden ist, ist gar nicht namhaft zu machen. WaS den nach dem Lineal schachbrettartig anzulegenden Wegen etiva in den Weg kommt, wird schonungslos .umgemacht". ES ist der Geist der „FeldbereinigungV der nun auch auf unsere Friedhöfe überlangt, und vor dessen Vordringen das, was man im gewöhnlichen Leben „GeinütSivert" nennt, Hals über Kopf auSreißen muß. Wird btc öffentliche Meinung so viel über sich gewinnen, diesem im buchstäblichen Smne verwüstenden Treiben der „FriedhofSordnung* Einhalt zu tun ?
Starkenburg und Rheinhessen.
----- Mainz, lb. Febr. Der Fast nacht Smo ntagS« Zug („Die Welt tm Schalksjahr 1911") liegt in feinen einzelnen Gruppen nun fertig ausgearbeitet vor. Die Teilnahme der hlesigen Vereine an dem Zug ist eine überaus rege, so daß noch einige Gruppen nachträglich eingesetzt werden konnten. Allen Vereinen ohne Ausnahme wird zum Wagenbau usw. seit Jahren eine größere Summe zur Der- fügung gestellt; dadurch behält sich das Komitee die Ober, aufsicht über die künstlerisch und humoristisch einroanbfrcü Ausgestaltung vor. Die Großherzogliche Familie wird voraussichtlich vom Kreisamtsgebäude aus den Zug ansehen.
d. Bingen, 16. Febr Die Arbeiten zur Regn* lierung der Nahe auf der Strecke von Bingen bis Kreuznach werden demnächst ihren Anfang nehmen. Bei der Regulierung kommen sechs preußische und acht hessrsche Gemarkungen in Frage und zwar in Hessen Büdesheim, Dietersheim, Sponsheim, Grolsheim, Gensingen, Ippesheim, Planig und Bosenheim, in Preußen Münster, Sarmsheim, Laubenheim, Langenlonsheim, Bretzenheim und Kreuznach. Die Kosten werden teils von den beteiligten Gemeinden, teils von den Regierungen Hessens und Preußens getragen. Die Näheregulierung bedeutet ein Kulturwerk ersten Ranges, das den an der unteren Nahe liegendes Gemeinden großen Nutzen bringen wird.
zur Verwirklichung aller dieser Dahnen nötig sind, so muß man annchmen, der Schatz des Eisenbahnministers toürbi nie alle. Das bat freilich vorläufig gute Wege, denn noch ist keine dieser Bahnen gebaut und für alle Projekte wird es heißen, „erst wägen, bann wagen" und „prüfet alles und behaltet das beste". Gerade dieses Wort ist es, was ich den Bewohnern von Gladenbach und Biedenkopf ans Herz legen möchte. Der Kreis Biedenkopf hat zwei Bahnen, aber keine ist in der Weise gebaut, um den Kreis richtig aufzuschlicßen. Es ist gerade ein Bedürfnis, den Kreis Biedenkopf von Norden nach dem Süden zu erschließen und die einzig richtige Lösung wäre Gießen—Biedenkopf.
Nun wird von Aufschluß des Kreises geschrieben, von einer Bahn Biedenkopf—Gladenbach—Wetzlar. Was alles will man denn da erschließen- Hier ist cs Herr Kern, der berufen erscheint, für Wetzlar die Kastanien zu holen, und das muß man sagen, er greift zu, ungeachtet, ob er sich die Hände dabei verbrennt. Aber ich muß sagen, welche Gemeinden hat dieser Herr hinter sich, sind es vorwiegend Gemeinden seines Kreises ober des Kreises Wetzlar. 'Sonderbar, Herr Kern sitzt im Kreistag des .Kreises Biedenkopf und arbeitet für Wetzlar und Dörfer des Kreises Wetzlar. Fast die meisten Einwohner von Waldgirmes und Naunheim wollen keine Bahn. Bemerkenswert ist noch, daß Waldgirmes, als der Bahnhof Dorlar erbaut wurde,^die Haltestelle dicht an das Torf bekommen konnte. Sie wurde aber abgelehnt, jetzt will man nach dorten eine Bahn bauen.
scheu" leicht üu finden, was „kapitalistisch" sei. Mir scheint aber, daß er es selbst nicht sagen tarnt ober wenigstens nur durch Phrasen antworten kann. Er antwortete: „Ter kapitalistische Betrieb fängt da r.n, wo er über das, nach vernünftiger Lebensweise für die Familie nötige produziert". Herr Knumm: Was ist die hernüitfligc Lebensweise? Rechnen Sie da bei sich, d. h. für Ihre eigene Familie so viel als für die eines Ihrer Arbeiter? Oder wird da ein neuer Maßstab, ein Normalmaßstab gefunden? Wie viel ftinber darf die Familie da haben und ernähren? Wenn Sie bem Bäckermeister, dem Sckstossermeister, dem kleinen Bauern seine Produktionsmittel lassen wollen, »nie wird es da mit den Gesellen, den Knechten usw., die dock auch in bat Besitz entweder von eigenen Betriebsmitteln gesetzt werden müßten, oder von solchen, die der Allgemeinheit gehören. Wie viel Schraub- stöcke laften Sie dem Schlosser? Wie viel Hobelbänke dem Schreiner? Ist Schreinerei mit Alotorbetrieb kapitalistisch? Wie viel Pflüge, Eggen, Kühe, Pferde, Schweine bem Bauern? ’ Wie viel Land darf Der Bauer int Vogelsberg als Produktionsmittel behalten und wie viel ein Bauer in der Wetterau? Und was machen Sie, toemt das, was Sie am Eitde des 2. Absatzes Ihres Artikels annehmen, mit den Personen, die sich nicht fieiwillig „der voll- tommentn unb produktiveren Arbeitsteilung unterorbnen", mit denen, die trotz Ihrer Verelendungstheorie „immer noch ein Interesse |ant der Aufrechterhaltung der Prichuktionsmittcl in Privat l-änden haben?"
Und glauben Sie, daß der Antrieb zur Arbeit in Ihrem Staat so groß sein werde wie fitzt, Ivenn das persönliche IMeresse an der Frucht der Arbeit fehlt? Ihr Parteigenosse Bernstein fabelt am Schlüsse seiner „Grundbetrachtungen, des Wirtschaftslebens" von einer solchen Umgestaltung in dieser Beziehung und meint, au die Stelle der cgoisttscheu Motive, bk heute antreibend int Wirtschaftsleben die große RoUe fpielen, werde bann das Bewußtsein der allgemeinen Solidarität des gleichen Rechtes und bet gleichen Pflichten treten. „Forderung der gleichen Rechte", das möchte fd»on fein, aber Drang nach gleichen Pflichten! Das kann nur ein Illusionist sagen. Und nun noch eine Frage. Wenn Sie, d. h. Ihre Partei, demnächst die Herren des Staates werden würden und ben neuen Staat einzurichten hätten, was würden Sie da mit den „eigensinnigen Besitzfanatikem" machen? Ihr führender Genosse, Reichstagsabgeordneter Dr. Frank, sagte vor zwei Jahren in Leipzig:
„Wir wissen nicht, wie die Zukunftsgescllschaft aussehen wird, aber darin sind wir alle einig, daß in der sozialistischen Zutunstsgesellschaft cs ein kapitalistisches Privateigentum an Produktionsmitteln und ein Privaterbrecht nicht mehr geben wir d." (Zuruf: Sehr gut.)
Er fuhr dann fort, deshalb könne man eine Erbschaftssteuer doch nur im kapitalistischen Staat verlangen.
Nun, wie wird es da, wenn der Bauer, der Handwerker stirbt? Erben die Kinder? Wer garantiert ihnen das väterliche Erbe? Wer schützt sie vor dem Raub, den Personen ohne Produktionsmittel etwa an ihrem Erbe begehen wollten? Heute reifen Ihre Genossen, auch Herr Beckmann herum, und predigen den Bauern und Gteroerbetreibenben, daß sie ihre Lage verbessern wollten.
Wie o er trägt sich das mit dem Worte Kautskys: „Für die Erhaltung des Bauernstandes einzutreten haben wir keinen Grund, denn das könnte nur geschehen,indcmwirsieinihremBesitzbefe st igen, also ganz entgegengesetzt verfahren wie sonst." Herr Kautsch ist Marxist wie Sie, er ist Ihr Parteipapst. Wie verträgt sich das, was Sie unb Ihre Genossen hier im Wahlkamps reden und schreiben mit den Worten Ihres Meisters? Um die zur Erlangung der Macht notroenbigen Stimmen der noch am Privatbcsitz festhaltelcdcn Bürger in Stadt unb Land ru gewinnen, verschweigt man ihnen die ihnen im Zukunftsstaat drohende Expropriation. Herr Kandidat Beckmann sprach in Rödgen nur von der Expropriation der Großgrundbesitzer-, und Sie suchen auch den städtischen Bürger vor bem „Wauwau" der Expropriation zu beruhigen. Sagte aber nicht Kautsch 1909 in Leipzig, daß die Sozialdemokratie die Bourgeoisie zugunsten des Proletariats expropriiere n wolle, und die „Neue Zeit" schrieb einst: Die Bauernwirtschaft verewigen wollen, heißt die Barbarei verewigen wollen. Machen Sic, Herr Krumm, doch einmal einen Plan über die in unserer Stadt zu vollziehenden Expropriationen, vielleicht auch einer solchen für ein paar Dörfer. Denken Sie doch einmal, im nächsten Winter bekäme Ihre Partei das Staatsruber in die Hand. Da wären Sie als Führer doch berufen, Ihr Rezept durcbzufnhren. Ich bin mit der Gießener Bürgerschaft auf Ihre Staatsorganisation gespannt. L.
nochmal; die Verstaatlichung der Produktionsmittel.
Der nationalliberale Politiker, der neben dem Reichs- tagskandidaten Dr. Werner die Bemerkungen Krumms über die Verstaatlichung der Produktionsmittel richtig zu stellen sich bemüht hat, schreibt uns nochmals:
Herr Krumm hat sich in seiner Erwiderung, auch^wenn sie „ohne seinen Aktensck>rank" gemacht werden mußte, die -Lache doch etwas zu leicht gemackst. c , <_
Für ein Geständnis |ci ihm mdes dankend auittrert, nämlich dafür, daß er erklärt: „Den kleinen Besitzen,, können wir nicht dauernd helfen." Er ist also der Meinung, daß der Handwerker, der kleine Kaufmann, der Bauer u. a. ban Untergang geweiht seien.
Die Berufsstatistik weist für die Zeit von 189a bis 1907 eme Zunahme bet Klein- unb Mittelbetriebe von etwa Million unb von 13/j Millionen darin beschäftigten Personen auf. Wenn aivtf die Großbetriebe der Zahl nach stärker gewachsen sind unb ebenso die in ihnen beschäftigten Personen, so ergibt sich doch, baß die in Kleinbetrieben beschäftigten Personen prozentual fast so stark zngenommen haben, als die Gesamtbevölkerung und die in Mittelbetrieben Beschäftigten etwa dreimal so stark. Daneben steht allerdings eine nod) stärkere prozentuale Zunahme der in Großbetrieben Beschäftigten. Diese anscheinend ungereimten Prozent zahlen erklären sich an» der Tatsache, daß die Zahl der im Hauptberuf beschäftigten Personen viel stärker gewachsen sind, als die Bevölkerung selbst, ein Beweis, idaß der „Ta pitalistische Staat" e s verst a n d e n hat, zahlreichen neuen Millionen Menschen Arbeit zu schaffen. Festgestellt ist ja auch aus den verschiedenen Statistiken, daß die Einnahme und Ler- mögensverhältnisse der breiten Masse besser geworden sind. Man beachte nur die gewaltige Steigerung der Einlagen in Sparkassen. Also Leichengeruch ist bei solchem Leben und Entwickeln nicht vorhanden. Herr ftrumm unb seine marxistischen Freunde »verden also noch lange warten können — vielleicht geben sie allmählich das Watten auf bis die übrige Menschlwit von den Großbetrieben aufgesaugt ist. Er vergißt auch, daß zahlreiche Angehöttge der mittleren und unteren Schichten durch Anteilscheine und Spareinlagen Mitinhaber großer Betriebe sind.
Herr Krumm meint nun, es sei für einen „denkenden Men-
Gingesaiidt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, den 18. Februar 1911.
Es ist schon so viel darüber geklagt worden, daß an Straßen mit offener Bauweise so häßliche, eine ganze Straße verhunzende Hintergebäude erbaut werden dürfen. Leider ist wiederum die Genehmigung erteilt worden, auf einem Grundstück in der Bis- marckstraße bis etwa 10 Meter an die Straße heran ein Hintergebäude mit häßlichen Brandmauern nach zwei Seiten zu er« ttchten 3n einer Gegend, wo so viele öffentliche Gebäude, wie RealschrUe, Universitätsbibliotliek, Universitätskanzler, chem. Laboratorium, physikalisches Institut, Hochbauamt usw. sind, hätte sich wohl doch ein Weg siirden brüten, die Verschandelung eines ganzen Stadtteils zu verhindern. Warum hab man das Otts- baustatut nicht dahin erweitert, daß in solchen Stadtteilen überhaupt keine Hintergebäude errichtet werden dürfen? Hatte man den Genehmigungsuchenden nickt dahin bringen können, daß er fein Hintergebäude wenigstens so stellt, daß es von der Straße nicht zu sehen ist unb sollte das nicht jetzt noch zu erreichen fein, wo kaum der erste Spatenstich getan ist?
Was will Gladenbach und Biedenkopf in Wetzlar? Ist mit dieser Strecke auch nur irgend ein richtiger Bahnknotenpunkt erreicht? Jeder Rechldenkende muß sich sagen: Gießen ist Knotenpunkt aller Richtungen und schon im Jahre 1866 war die Bahn von Gießen nach Alte-Hunde geplant, warum baut man diese nicht aus? Preußen übernahm die hessischen Dörfer, warum blieb das Bahnprojekt liegen und noch heute, nach 44 Jahren, erinnert sich vialleicht mancher alte Hesse der einstigen Hoffnungen auf die damalige Bahn. Aber lassen wir den Michel träumen, kehren wir zur Wirklichkeit, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um einigermaßen das versäumte nachzuholeu. Bei einem Projekt müssen großzügige GedLnken uns leiten, aber leider scheint man im Hinterland in diesem Punkt nicht richtig zu denken. Wemr man auch zugibt, Gießen sei der richtige Knotenpunkt für eine Bahn bis Biedenfiips, aber man hat das Versprechen gegeben und hält es hoch, ganz einerlei, ob dem großen Ganzen gedient wird oder nicht. Bemerkenswert ist es, daß das Komttee der Bahn Wetzlar— Hohensolms seine Sitzung in Gießen abhielt, man erkennt hieran, daß Gießen doch ein passender Treffpunkt ist. Nun meine Herren, warum so kleinlich, heraus mit der richtigen Meinung! Besonders den Herren des Hinterlandes muß man sagen, was kann euch Wetzlar bringen? Die Orte Herrmannftein, Naunheim, Waldgirmes sind in Gerichtssachen schon bei Wetzlar, was kann Wetzlar und die Dörfer bis hinauf nach Erda, namentlich euch Gladen--
Jch meine, daß es eines jeden Pflicht ist, am großem Werke mitzuarbeiten. Kann uns heute, im 20. Jahrhundert, vielleicht der Gedanke beherrschen, Gießen ist hessisch? Nein, beide kann im Interesse der Industrie, im Interesse des Verkehrs ein solcher Gedanke nicht leiten, er wäre verwerflich. Wissen wir doch, daß es heißt: „Ob Preuße oder Hesse, ob Sachse, schlaget ein, wir sind ja alle Deutsche und wollen Deutsche sein. Bender.
Mit Einnahmen und Ausgaben
läßt sich der Stoffwechsel im Körverbarrshalt vergleichen, lieber« wiegen letztere, d. h. ist der Verbrauch von Nährstoffen großer, als er durch die gewöhnliche 9ighrungszufuhr gedeckt werden kann, so muß das Fehlende durch den Gebrauch eines leichtverdaulichen Kräftigungsn^lltels ersetzt werden. In jeber Beziehung geeignet hierzu ist Scotts Emulsion. Dieses Präparat i;t ungewöhnlich nährkrästigend, ganz leicht verdaulich, habet bte Eßlust unb die Verdauung anregend.
Scott» Emulsion wird von un» auSsLltrßlich tm grohen eerfeuft, und »wat nie lose nach Gewicht ober Matz, sondern nur in versiegelten Originalsiaschen in Karton mit unterer Schutzmarke «Fischer mit bem Dorsch). Scott k Sorone, <L. m. b H, Frankfurt a. M. ,
Bestandteile: finster Medizinal-Lebertran 150XL prima ©lajenn 60,0, iir.:er»bo6ohortqfQurcr Kalk 4,3 unterp6oipborigfaure8 Natron ZA pulo Tragant ■ n feinster arab (Summt pulv 2/). Wasser 129,0. Alkohol 11A Hierzu ar mansche Tmnlsion mit Zimt-, Monbel- uno (Sanltheriaöl ,e z Tropfen.


