Ausgabe 
17.3.1911 Erstes Blatt
 
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Hn untere Wähler!

Der Kampf um das Gießener Mandat hat die Fortschrittliche Volkspartei nicht in die Stichwahl gebracht, aber wir dürfen trotzdem mit Befriedigung auf das erzielte Resultat schauen. Unser Kandidat hat kaum ein Drittel der Gemeinden des Wahl­kreises persönlich besuchen können, gegen ihn haben sich fast ausschließlich die Angriffe der Gegner gerichtet, und doch hat er den nationalliberalen Kandidaten weit überflügelt und unsere Partei sieht mit gutem Mute dem großen Kamps im Herbst entgegen.

Jetzt aber handelt es sich um die Stichwahl zwischen einem Vertreter des schwarz-blauen Blockes und einem Mitglied der Sozialdemokratie. Die Entscheidung kann für liberale Männer nicht zweifelhaft sein. Die Aufgabe der Gegenwart und nächsten Zukunft in der deutschen Politik ist es, die Mehrheit, die nach dem Ausspruch des Fürsten Bülow ein frivoles Spiel mit den Interessen des deutschen Volkes getrieben hat, zu zertrümmern. Darum hat die Sozialdemokratie bei den letzten Nach­wahlen mehrfach in der Stichwahl ihre Stimmen Kandidaten der nationalliberalen und unserer Partei zugeführt. Auch wir dürfen nicht kurzsichtig sein. Wenn es nicht unnational ist, von der Sozialdemokratie sich Stichwahlhilfe gewähren zu lassen, kann es auch nicht pflichtvergessen sein, ihr solche zu leisten.

Ueberdies ist der vom Bunde der Landwirte unterstützte Kandidat ein Antisemit und wir erachten es als eine dringende Pflicht, im Interesse des Ansehens unseres Parlamentes mit beizulragen, baß der Antisemitismus, den wir mit den Gießener Nationalliberalen von 1907 für eine Schmach unseres deutschen Voltes halten, endlich wieder aus unserem Reichstag aus­geschaltet werde.

Erleichtert wird uns die Entscheidung noch durch die Erfahrungen des Wahlkampfes. Die Sozialdemokratie hat mit uns scharf, aber anständig gefochten, die Antljemiten dagegen haben die widerlichste Judenhetze wieder aufleben lassen, und sie haben gegen unseren Kandldaten mit so gehässigen Mitteln gearbeitet, daß wir auch aus diesen Gründen erwarten, daß keine liberale Stimme dem Antisemiten znfällt.

Wir fordern unsere Freunde und Wühler dringend auf, am 21. März ihre Stimmen abzugeben für den Kandidaten der Sozialdemokratie,

Herrn Georg veckmann in Gießen

Den Kampf gegen die äußerste Linke geben wir darum nicht auf. Aber zunächst steht der Feind rechts, darin Nnd wir mit den hervorragendsten Führern der beiden liberale» Parteien gleicher Meinung.

Gießen, den 16. März 1911.

flie NeitrMMMMtt der FoiWritzAM llo'.hspHtti im Wahlkreise Sießen-Gmkerg-W«

Diejenigen Herren, die bereit sind, bei der am nächsten Dienstag statt- ftndenden Stichwahl freiwillig mitzuarbeiten, eventl. auch durch kostenfreie Stellung von Fuhrwerk, werden freundlichst gebeten, sich bis zum Sonntag mittag auf unserem Wahlbureau Friedrichstraße 4 ui melden. d17/.

Der Wahlausschuß

für die Kandidatur Dr. s

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Nur für Mdttuerkälistt!

Neue Zwiebeln (Aegvvtcr) sind eiugetroffen. (1819

Fritz Rumpf, Kietzen,

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Magen beseh werden! Sodbrennen! Nehmen Sie nurDr. Lufleb'S »Mir ist toobr. Bestes Magen- u.Verdauungssalz A Dose 50 Pf- Bei: Car. Seibel, Drog.

Kann ein Beamter sozialdemo­kratisch wählen? Bari er das?

Selbstredend darf er das, so gut wie jeder andere Staatsbürger auch. Bei den letzten badischen Wahlen haben die badischen Beamten bis hinaus zu oen höchsten (sowcil sie der nalionatliberal-freisinnigen Partei angehüclen) sozialdemokratisch gewählt. Es galt eben Baden vor einer, jedes freie Eemesleben bedrohenden Reaktion zu bewahren und da handelten die Beamten eben so, iuie es Idas Interesse eines modernen Staates erforderte. Tag der .Block- in Baden und der(Seift", welcher der badischen liberalen Beamtenschaft ihre Stimmabgabe für den Sozial­demokraten diktierte, ein Zeichen von Fäulnis sei, glauben doch nur ganz unerfahrene politische Kinder. d17/8

IMspppe fca t Fnsinlil. Donnerstag den 23. März 1911, im Saale des Hotel Schütz, abends 8*/, Uhr, OefiEentlicher Vortrag von Frl. Annie Furuhjelm-Helsingfors Das Frauenstimmrecht in Finnland Eintritt 50 Pfg. di7/8 Eintritt 50 Pfg.

Frei*. Gailghe Feuerwehr. Ordentliche Haupt-Bersammiung Samstag den 18. März 1911, abends 9 Ubr, bet Uamcrad Sauer.

Tagesordnung: L Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Verleihung von Dtenstabzeichen, 4. Etwaige Liinrage, 5. Ersatzwahl des Vorstandes, tk Verschiedenes.

v1!» Der Porstand.

Uniform: Arbeitsanzug, volle Ausrüstung.

Sängerkranz Giessen.

Dirigent: Herr Albert Kasten.

Sonntag den 19. März 1911, abends 8 Uhr, in der Turnhalle (Steinstrasse):

KONZERT

Programm:

Gemischte Chöre, Männerchöre, Frauenchöre von

Schubert, Schumann, Meyer-Olbersleben, Podbertsky

_________u. a., sowie Sopran- und Baritonsoli._____

Bauer scher Gesangverein

Samstag den 18. März 1911, abends 8 Uhr, in der Turnhalle des Turnvereins v'

feier des 47. Stiftungsfestes

Konzert, Gesangsvorträge,Theater, Ball

Nur Mitglieder und eingeladene Gäste haben Zutritt.

Sonntag den 19. März, Ausflug nach der

Karlsruhe. Der Vorstand.

Eintritt

1472

Solisten-Orchesters 1

Leitung des Violin - Virtuosen

(teilt* taihuinii te Emgel, fctageagie Sonntag, 26. IViärz, abends 6T/4 Unr, in der Stadtkirche unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Prof. G. Trautmann, und unter Mitwirkung von Erl. J. Müller aus Wetzlar (Sopran, und Frl. E. Keichard aus Frankfurt a. M. (Alt), und des Henn Joachim Bi eiding aus Franklurt a. M. (Tenor) und des Herrn 11. Reinhardt aus Darmstadt (Bass), sowie des Herrn Organisten O.Görlach und der unter seiner Leitung stehenden Knabenchorschule

Programm.

1. Opselpräludinm.

2. Zwei biblische Szenen von Heb. Schütz

(1585-1672)

a) Pharisäer und Zöllner für zwei Männerstimmen, Frauen- u. gern. Chor.

b) Osterdialog für vier Solostimmen.

3. Knabenchöre.

4. Zwei Kantaten für Sonntag Estomihi v. Joh. Seb. Bach lür Soli, Frauen- u. gemischten Chor, mit Begleitung von Orchester und Orgel

a) Jesus nahm zu sich die Zwölfe

b) Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.

Eintritt frei. Eintritt frei.

Für die inaktiven Mitglieder sind Plätze am Altar, im vorderen Schiff und auf den Emporen reserviert.

Der Eingang am Turin ist nur 1ür Mitwirkende und für mit Karten versehene Mitglieder geöffnet. Kindern kann der Zutritt nur in Begleitung von Angehörigen verstattet werden.

Texte zu 20 Plg. sind an den Kirchentüren zu haben.

Freiwillige Gaben zur Deckung der Kosten werden in den Büchsen erbeten.D'%

Sonntag , e.. 19. März: Lad - 'JZaul)cim Winterslem .Kapersburg Lochinuhle Saal­burg. 'Abmurt nach Bad-Rnuheim 81'1 Uhr uorm. Lvanderzeu fünf Stunden.,(v2u/i

Täglich frische

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Gesangverein Heiterkeit

Die für beute abend angesetzte Singstunde im rFelsenkeller fällt umständehalber aus.

v>' j Der Vorstand.

Giessen

Direktion: Hermann Steingoetler. Srcitag den 17. März 1911 18. Jreiiag-Abonnem.-Vorstellung t'iovitätt 'Jioüität!

Herr und Diener Schauspiel von Ludwig Z-ulda.

Anfang 8 Uhr. Ende IO3/« Uhr. Sonntag den 19. A!ärz 1911

Sic güldene Merzest Burlesker Schwank v. Ptarlowe. Kleine Preise Kleine Preise Ans.öVsUhr. a17/a Ende nachOUhr Gewöhnliche Preise. Gulsäieinc haben Gültigkeit.

Schauspiel u. Herrn. Sudermann. Ans. 7l/. Uhr. Ende nach 10 Uhr.