Zweites Blatt
161. Jahrgang
Nr. 166
Erscheint täglich mit Ausnahme de« Sonntag«.
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Tie ,,-Ießeaer $amilieiib1ärter" werden dein .Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleqt, da« „Kttisblalt fflr den Mrtis -letzen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeit- frage»" erscheinen monatlich zweimal.
Nachweisung über Den Stand der Maul- und flauen- scuche in Hessen vom 8. bis 14. Juli 1911.
Airche und Schule.
Zur Vorgesojichte von Iaidos Amt entlehung.
vier veutjche bei den Unruhen in Mexiko getötet.
Ter neue Präsident von Mexiko, Madero, muß die Erfahrung machen, daß es doch nicht so leicht ist, unangefochten in Mexiko zu herrschen Von neuem sind Unruhen hort ausgebrochen, bei denen au di vier Deutsche ihr Leben lassen mußten. Um etwaige schuldige festzustellen, hat sich der deutsche Gesandte nach Puebla begeben:
Puebla (Mexiko, 17. Juli. Der deutsche Gesandte v. Hinke ist gestern abend hier eingetrofsen, um über den Dod der vier Deutschen Erhebungen anzu ft el- len, die bei dem lebten Kampfe getötet worden sind. Madero, der sich ebenfalls hier befindet, besuchte den Gesandten aus dem deutschen Kvnsulat.
Puebla (Mexiko, 17. Juli. Tie in der Spinnerei Eovadonga getöteten Deutschen sind: Wilh. Kuhlmann und Peter Schmiß von der Söln-Tcubcr Gas motorenfabrik. Die Täter sollen streikende Arbeiter und räuberische Taglöhner sein Untersuchung ist eingeleitet. Die Regierung sandte am 14. Juli Verstärkungen; auch Madero schickte eine von seinem Bruder befehligte Al^ teilung.
Außer Kuhlmann und Schmitz wurden in der Cova- dongasabrik ermordet: Alfred Boer aus Lanban in Schles. und Gertrud Boer, während Heinrich Weidmann aus Mülhausen im Elsaß mit seiner Frau und den beiden Ärn- dem, Albert Bauniann und Fran, letzterer leicht verletzt, gerettet worden sind. Die vier Lpfcr wurden gestern bei- gesetzt. Bisher sind 33 Verdächtige inhaftiert worden. Tie Untersuchung wird energisch betrieben.
Gegenüber vielfach lautgewordenen Tarsteltung.n, als das Vorgehen gegen Jatho auf Grund von „dunklen Denunziationen" erfolgt fei, wird in einer halbamtlichen Auslassung der „Nordd. Mlgem. Ztg." folgendes fest- gestellt :
„1. In den Jahren 1905—1907 wurden aus der Gemeinde mehrere Beschwerden über die Lehrverkündigung des Pfarrers Jatho erhoben. Diese sind sämtlich Pfarrer Jatho zur Aeu- ßerung norgelegt worden, über einige hat der General'uperin- tcndent persönlich mit Jatho verhandelt, in einem Falle unter spaterer Zuziehung des Presbyteriums.
2. Wie die Verfügung des Evangelischen Lberkrrchenrats an Jatho vom 7. Januar 1911 und die inzwischen veröffentlichte Begründung der Entscheidung des Soruchkollegiums klar erkennen lassen, ist das im März 1911 eingeleitete Feststellungs- oerfahren, welches zu der Amtsentsetzung des Pfarrers Jatho geführt Hal, nickt durch irgendwelche „Denunziationen" veranlaßt worden. Lhne daß Beschwerden Vorgelegen hätten, kraft seiner Aufsichtspflicht hat der Evangelische Lberkirchenrat von Amts wegen eingegriffen, nachdem die von Pfarrer Jatho in den Evangelischen Gemeindenachrichten aus Köln veröffentlichten „Andachten" einen völlig klaren Tatbestand ergaben.
3. Eine gewisse Rolle spielt in der Leffentlichkeit die Niedev- schriit einer Predigt des Pfarrers Jatho vom 10. Juli 1910, welche dem Evangelischen Lberkirchenrat eingereickr wurde. Sie ist verfaßt worden von einem evangelischen Geistlichen in einer anderen Landeskirche, welcher, auf einer Reise begriffen, in Köln an dem Gottesdienste teilgenommen hatte. T,e eingereichre Niederschrift ist von dem Evangelischen Lberkirchenrat in loyaler Werse Pfarrer Jatho vorgelegt worden, zu „einer Erklärung über die richtige Wiedergabe des Inhalts". Nachdem Pfarrer Jatho die Kenntnisnahme und Anerkennung abgelehnt batte, ist die Niederschrift als solche als Beweismaterial ansgeschieden worden. Ms Pfarrer Jatho dabei von „anonymen Denunziationen" sprach und hervorhob: „Spionage hasse ich und die Spione baju", ist dem Pfarrer Jatho seftens des Evangelischen Lberkirchenrats in einer Verfügung vom 16. Februar folgendes eröffnet worden: , Dabei darf aber nicht unwidersprochen bleiben die Art und Weise, in der Sie cs Mehnen, von der Ihnen vorgelegten Skizze der am 10. Juli v. I. gehaltenen Predigt KenM- nis zu nehmen. Die letztere war uns weder anonym noch aus
Redaktion, (Frpebition und Druckerei: €cbu!« straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 12. Tel.-Adr.: AnzelgerGießen.
M strafte alle bteicnigr- 1 nietet, Laize-.Ntt» mflbenm». wirkenden
Germania Carl teibel
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50. Jubiläumsausstellung der obcrl). vienenzüchter.
.A Gießen, 17. Juli.
Tie Hauptversammlung begann Montag vormittag 11 Uhr auf der Liebigshoh,' und war von rund 100 Vertretern der Zweigvereine besucht
Den Jahresbericht erstattete der Vorsitzende Die Mit- glicbenabl ist auf 1114 gestiegen, die Zahl bei Zweigver.ine bc trägt 26 Lbwobl 1910 ein geringes Honigjahr Ivar, wurden b>- b 64 000 Zentner Honig gefchleuderl 1911 ist ein gutes Hou ' ,ahr Leider gebt die Bieuenweide infolge d.<> alhn nitnuicllrii Forstbetriebs zurück, dock greift die Balmbehörde hier 'ordernd ein ourch Anbau von Honigkräutern nn Bahndämmen .Hurte für Imker sind seit 1891 eingerichtet: die „Biene" erscheint al» Vereinsorgan seit 1863.
Tic R c ck nu ngSablage erfolgt1 durch Rechner Hon Nidda. Die Einnahmen betragen 3404 Mai
2997 Mark, Ta» Vermögen beläuft sich aus 2100 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt Ter Vorst n ' ck l a g sür 1912 mit 2947 Mark wurde genehmigt. Tn< Miiiisterinm hat zur Förderung der Bienenzucht wiederum 1800 Mk. bewilligt.
„Ter Bienenhonig als Nahrungsmittel" hieß der Vortrag des Lehrers S o m m c r - Inheiden, der lebhaften Beifall erntete.
Der Vortragende faßte seine Ausführungen zu folgend?!' zehn Leitsätzen zusammen:
1. Honig ist Blulennektai von den Bienen gesammelt, “er arbeitet und zur Reise gebracht. 2. Farbe lind Geruch sind bei verschiedenen Honigen verschieden und ohne Einfluß aus seine. Echtheit und Güte. 3. Honig ist ein Heilmittel. 4. Honig in eines der vollkommensten und besten Nahrungsmittel. ■> 3urv.t betinben sich eine Menge Honigsälschungen und Honigersatzmitttt im Handel. 6. Echter Honig ist durch kein Zuckcrfabrikat zu ti setzen und wird nie von den Fabrikaten an Wert und Wirkung erreicht. 7. Imker bleibe ehrlich! 8. Honigesser, kaufe b"im Bienenzüchter oder beim Kaufmann, der nachweisen kann, daß er echten Honig vom Imker hat! 9. Mehr Honig in Haus und Küche! 10. Von der Natur gcspend^, vom Bienlein bereitet, vom Imker gewonnen, verteilst der Hott'g Kraft und Gedeihen dem Gesunden, Linderung und Hilfe dem .stranken, eine edle Gabe der Götter, geschenkt zum Heile der Menschheit.
Bei dem Punkt Hauptversammlung 1912 bewarb sich Vilbel, das sie auch erhalt. Ter dortige Zwcigvercin verbindet damit sein 2 5. Stiftungsfest.
Ter Prämiierung ist noch nachzutragcn, daß außer bat im Festbnch genannten Preisstiftern anck noch der L o k o m o t i o - führcrverein einen Preis zur Versügnng stellte.
Für Geräte erhielten Preise: Schminke-Sachsenberg, Hübner- Nidda, silberne Gedenkmünzen steck-Gedern, Seibert Götzen^ Wef« nert-Butzback, K. Buß-Wetzlar, Nees-Frankfurt und Bolle-Traisa; für Literatur Ehrenpreise Hensel-Hirzenhain und Kumpf-Gießm.
Tas Festessen schloß sich an die Hauptversammlung. Tos Hoch auf Kaiser und Großherzog brachte Lehrer Bttß aus. Dekan Wahl-Beienheim tränt auf die ^Behörden und den Provinzial- Direktor, Lehrer Weil auf die Stadt Gießen, in der der Vcre n zum neunten Male tagt, Lehrer Töll auf die Preisrickstcr.
Ter H o n i g m a r k t begann um 3 Uhr. Leider war er nickt sehr stark besucht.
Die Verlosung von 2 Bienenvölkern, Honigschleudern, Bienenwohnungen, Sckwarmfängcrn und einer großen Zahl von gefülllten Honiggläsern begann ebenfalls um 3 Uhr. In der Ausstellung herrschte am Nachmittag lebhaftes Treiben. Geg n 6 Uhr begann die Abräumung
So hat denn die 50. Jubelfeier der Lberhessischen Jmk?r, dank der schweren Arbeit des Festausschusses und der Rührigkeit feines 1. Vorsitzenden, einen recht günstigen, würdigen Verlauf genommen.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberheffeu
Landtagsabgeordneter Hammer sprach über „Tie gei'etz gebcrische Behandlung von T c t a i l h a n d e 1 s f r a g e n t m preußischen Abgeordnetenhaus e".
Ter Vorsitzende dankte dem Redner und bemerkte: Zu Eingang seiner uns >'o intercs'anten dankenswerten Auslassungen erwähnte Hammer die Gegensätze zwischen den beiden großen wirtschaftlichen Zusammenschlüssen, dem
Bund der Landwirte und dem Hansabundc.
Um auf keiner Seite eine Mißdeutung zuzulassen, halte ich es für richtig, zu crflärcit, daß wir uns glücklich schätzen, von beiden Seiten Sympathien zu genießen. Mit dieser Erklärung verbinde ick den Wunsch, daß man von weiteren Aeußerungen zu den oben erwähnten Auslassungen im allseitigen Interesse Mstai.d nehmen möge. Zustimmung.»
Lberbürgermeister Knoblauch verzichtet daraus mir feine Wortmeldung.
Der Verbandskonsulent Rechtsanwalt Tr. Lemke Bremen hielt daraus einen Vortrag über „Tas GcsellschaftSrecht f ürHandel- und Gewerbetreibende".
Der Vorsitzende Nicolaus Bremen» behandelte die yragc: „Wie stellen mir •uns zum Entwürfe des
Versichernngsgesetzes für Angestellte?"
Der Verband stehe einem solchen Gesetz trotz der dadurch bedingten erheblichen Steigerung der schon beute vielfach als sehr drückend empfundenen Versickerungslast nickt ablehnend gegenüber. Es sei zu verlangen, daß aus dem Gesetz alles ansgeschalict werde, was einem besonderen Druck des Kleinhandels gllichlomme. Na- mentlidt müsse die Tvppelvcrsickerung fallen, auch müsse der Staat die Kosten der Verwaltiing tragen.
Zum Schlüsse gab Handelsrichter Wolters Hannover) einen Ueberblick über die Sterbckasse des Verb.rndes.
Darauf wurden die Beratungen vertagt.
bin Köhler-Denkmal.
Am gestrigen Montag nachmittag sand auf dem Festplatz in Bettenhausen unter dem Vorsitz des Landtagsabg. Bähr eine Sitzung des engeren Ausschusses für das Kohler-Tenkmal statt. Es wurde beschlossen, daß jetzt mit der Sammlung begonnen und daß an den Ge- meindcrat in Langsdorf das Gesuch gerichtet werden soll, einen geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen. Tie eingehenden Gelder sollen bis zur endgültigen Verwendung bei der Spar- und Tarlehnstasse in Langsdorf angelegt werden. Von einigen Landtagsabgeordncten [inb bereits 280 Mk. gezeichnet worden: außerdem haben verschiedene Gemeinden schon beträchtliche Beträge angemeldet.
1C) Vund Ä'A" Neue Vollheringe
3 Stück 25 ?<-. =- Nene Zwiebel]
3 I-hmb 27 4-ig.
100 tmni 7^0 XL
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10 Stück 7v Psg. y ft Ä lelterswe^ß W
in Gasherden, ;u WlKllM . .es»
Liu Verbandstag der Rabattsparvereine Deutschlands.
-^Braunschweig, 17. Juli.
Unt« zahlt idjer Beteiligung von Vertretern aus allen T.-iicn bei Reiche: trat heul? vormittag hier der Verband Deutscher tsparvereim Deutschlands, bei in 37 n ül r 62000 Kaufleute und Gewerbetreibende umfaßt, zu seinem bieviahrigeit Verbandstage zusammen. In bem Verband? per bei größten Mittelstandsvereinigungen Trutid- lande Der Vorsitzende E. A Nicolaus < Bremen, der die Verhandlungen eröffnete, betonte, die Feinde, mit denen der Kleinhandel auch im letzten Jahre wieder zu f.nnbrcn gehabt habe, seien vor allem Konsumvereine, Warenhäuser und her gc- sen Gegen diese Fernde des Mittel Hanfsei ein unablässiger Kampf geführt worben. ES folgten Begrüßungsansprachen. Dabei ergriff auch
Lberbürgermeister a. T. Knobloch vom Hanfabund
das Work und führte aus, daß der Bund den Arbeiten des für die Gesundung des Mittelstandes so hoch erfreulich wirkenden Verbandes der Rabattsparvereine das größte Interesse und di.' größte Wertsckwyiing cutgegenbringc. Wir alle wissen, welch iDOitcn Raum im Hansabunde unsere Tätigkeit für den Mittelstand und den Kleinhandel einnimmt. Wir haben einen bt- sonderen Ausschuß gegründet, dessen Arbeiten von gründlicher und obieltiver Sachkenntnis getragen sind, zum Wohle des deutschen Mittelstandes Wir haben das Bestreben, dem Mittbelstande den Weg zu bahnen, damit er mehr als bisher Berücksichtigung bei den Behörden und im öffentlichen Leben finde. In Ihrem Verein erblicken wir die wichtigste Stütze zum Aufbau des Mittelstandes. Wir begrüßen jeden, der ohne Rücksicht auf politische und re» ligiöfc Unterschiede den Kampf un Altung dos Mittel
standes mitmachcn will. «Lebhafter Beifall.)
Ter Vorsitzende E. A. Nicolau- Bremen^ erilattde den Jahresbericht. Tas Vcrbandsiahr stand unter dem Zeichen langsamer wirtschaftlicher Besserung Der Verband führte einen erfolgreichen Kamps gegen die wirtschaftlichen Gegner des Detail- Handels. Tie gemeinnützigen Rabattsparvereine entwickelten sich immer mehr zu Handelsschutzvereinen, die in erster Linie die Selbsthilfe viiegen. Im Berichtsjahre traten 33 Bereute nut ca. 2400 Mitgliedern neu dem Verbände bei, der bannt 373,-yc^1l?lc mit über 62 000 Detailkaufleuten und Handwerkern als Mitglieder zählt. Er ist damit der weitaus 9 rotzte detail- kaufmännische Z u s a in m e n s ch l u ß d e s Reiches. Seine Mitglieder zahlten int Berichtsjahre
über 3 2 Millionen Mark Rabatt als Anerkennung der Barzahlung an die Bevölkerung aus. Seine Arbeit sand bei Regierungen, öffentlichen ftorper'ckaften und in den Parlamenten viel Aiierkennung. Von den Verbant^zettungen erschien die „Rabattsparoereinszeitung",das Mttglledsorgan, in 793 000 Exemplaren, das sind im Durchschnitt o3 000 Ltuck pro Monat. Tas au die Bevölkerung verteilte Abwehrblatt tvider gegnerische Angriffe, „Jedem das Seine", erschien in .über 1 Million Eremplacen Ter Verband gab zahlteickte Broichuren über Tetailhandelskragen heraus. Er bekämpfte Mit Ersolg die Rabatl- verwilderunü. nahm den Erwerbs-Nabattgeiellschatten das oelp, hob die Barzahlung und bekämpfte die Borgwirtsckwft, trat tut reellen Wett>werb ein, schaffte das Zugabeunwe'en und in vielen Städten die Sonderrabatte ab und sorgte für »luftlarung der Bevölkerung zu Gunsten des mittclftaubhdtcn Geschäfts, ^te .itage der Warenhäuser gegen die Flugblattverteilnng durch die Rabattsparvereine wurde durck Reicksgerichtsurteil endglltig abgewieien. Die neugegründete Revisionsvereinigung umfaßt bereits die „ccpr* zahl der bedeutendsten Verbandsoer eine.
Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten nahm Generalsekretär Beyl hi en Hannover) das Wort, um unter dem Thema
Viel Ehr', viel Feind
eine Rundsckxm über das bisherige Wirken der gemeinnützigen Rabattsparvereine zu geben. Ter Redner tritt u. a. dem Vorwurf entgegen, daß der Rabatt durch Aufschlag aut den Warenpreis wieder her eingeb rack: würde. Der Warenpreis bestmrmt sich nach verschiedenen Vorbedingungen und zwar bei den .Mitgliedern ebenso, wie bei den den Vereinen sernftehend^i Geschäften. Den Marltvieis muß aus Konkurrenzrücksichten auch unser Mitglied halten. Bei uns sind die Preise nicht höher als bei der Konkurrenz, vielfach niedriger als bei Konsumvereinen. <jn München wurden 21 Firmen wegen unlauteren Wettbewerbes an- getiagt. Bei dem einzigen davon zum Rabattsoarr^rem gehörigen Geschäfte beantragte die Anklagebehörde selbst Freisprechung. Ter von den Warenhäusern gegründete Antirabattverband ist eingegangen. Jedock versuchen die 53aren^5uier durch _ihrc Presse die Rabattsparvereine weiter dauernd zu schädigen. Ihre Behauptung, der Rabatt nmrbc satzungsgemäß von den Vereinen nur auf Verlangen gegeben, ist unwahr, vielmehr besteht überall die Verpflichtung der Rabattgabe.
Bei den Konsumgenossenschaften
beklagt der Redner die Gelwssigkeit der Agitation gegen die Rabatt- iparvereine, and) die Vermengung von Politik und Wittschaft- iichkeit, die das nüchterne Käuscrutteil trügen müsse. Tas Kvnsum- nercinsrcqcn steigt im Verhältnis zur Zimahme der Bevölkerung nicht erheblich. Hieran Ijiben die Radattsparoererne Anteil.
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in SVFtvTJuL hB* w.
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2li<s heften.
Zu den Landtagßwahlrn.
In ber soz. Wahkkreiskonferenz, die am Sonntag in Rüsselsheim stattfand, wurde beschlossen, wieder den seitherigen Abgeordneten B c r t hold als Manbümtcn auf- zustcllen, nachdem der von anderer sozialdcmotratischcr Seite ausgestellte Kandidat Jung in Rüsselsheim nach einer Aussprache von seiner Kandidatur zurückgetreten war.
Ta? Bauernfest in Bettenhausen.
Zu deni Bericht über das Lberhessische Volks und Bauernfest ist, so schreibt man uns, noch ergänzend zu bemerkeu, daß während des sonntags eine Abordnung der Gießener Sauitätskolonne auf dem Festplatz stationiert war, die auch in Tätigkeit treten mußte. Abends brannte Herr Bourgeois-Gießen ein Feuerwerk ab. An verschiedenen Stellen des Fe st Platzes waren für die Wafser- beschädigten in MiNellGruudau Sammelbüchsen nuigcftclli. Auch gab Dr. Werner noch die Anregung, für die durck die Klauen- seuche geschädigten ärmeren Beoölkerungskreise der schwer betroffenen Gemeinden eine Sammlung in die Wege zu leiten. — Am Montag fanb das Fest als Lokalfeier, an der sich noch die Bewohner der nächsten Umgebung beteiligten^ieinc Fortsetzung. Nachmittags bewegte sich ein Festzug mit der Schul- jugciib, dem Festausschuß und den Vereinen, nach dem Festplatz, wo Redakteur Reuter eine kurze Ansprache hielt. Landwirt Bvm m e r sHeim-Langsdorf gedachte der Schwierigkeiten, die sich der Abhaltung des Festes durch die Seuche cntgcgenftellten: er dankte Herrn Neuler für das treffliche Arrangements mit einem Hoch. Unter Leitung von Lehrer Dietz führte die Schuljugend noch Reigen aus, die viel Anklang fanden. Eine Reihe Jugend- spiele, wie Wettlauf, Sackhüpfen, Wurstfangen ufro., schlonen sich an. Ten Erwachsenen boten drei Tanzböden Tanzgelegenheit.
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den Greifen Ihrer O^eni ude, vielmehr von einer Seite vav** gangen, der jeb.- Einmischung in bi .''.ulner Verhältnis'.' voll i „anomnucn Denunziation" ober einer „Spionage" reden .‘i e auck hiervon abgesehen, per liebt cs fick von selbst, daß tz i Pr • biger für jedes auf der Aanzel geredete Wort rückhaltlos .:i ■ zutreten bat, und ebenso seiner Gememb. wie seiner Behörde auf ihre Fragen Rede ,;u TtebA bereit fein muft Wenn n .. daher, um Ihnen die Möglichkeit genauer Prüfung und voll t Gehörs zu bieten, zuttt Zwecke ber Anerkennung obci Ablehnung lebe Skizze selbst Ihnen vorlegten, so durften n t wohl ertnar: >, baß Sie Kenntnis von ihr nehmen und nicht lumcr jene an sich schon unzulässige Ausrede sich zurückziehen würden. Ta in dessen her von Ihnen gegebene Aufriß der fraglich u Predigt in haltlick mit. jener Vorlage übereinstimmt, io entfällt für uns der Anlaß, von Ihnen noch weiter eine .Erklärung über letztere zu verlangen."
Dienstag, 18. Juli 1911
Rotationsdruck und Verlag der Brubl'schen Universttäl)»Bilch» und Steindmckerei.
R. Lange, Gießen.
Kreis:
Am 8. Juli waren verseucht:
hont 8. Juli bis 14. Juli sind neu vei- seuckt:
Vom e. Juli bis 14. Juli ist die Seuche erloschen in :
Darmstadt .
Griesheini
—
Bensheim .
Biblis, Schlvanheim, Fehlheim, Bensheim, Reichenbach
Biblis, Reichenbach
Dieburg . .
—
—
—
Erbach . . .
—
—
—
Groß-Gerau
Biebesheim, Tornheim, Leeheini, Trebur, Nauheim, Tarn berg
Wimpfen, Viernheim
—
Heppenheim
—
—
Lffenbach. .
Rnmpenheim, Duden-
—
—
Gießen . . .
Ettingshausen, Holzheim
Eberstadt, Lberhörgern
—
Alsfeld . . .
—
—
—
Büdingen. .
—
—
—
Friedberg .
Nieder-Erlenbach,
C färben, Dortelweil, Nieder-Eschbach, Harheim, Klein-Karben
Nieder- Erlenbach, Cfarben, N.-Efchbach
Lauterbach.
—
—
——
Schotten . .
—
—
—-
Ttainj . . .
Bretzenheim
—
Bretzenheim
Alzey....
Wendelsheim, Weinheim
—
—
Lppenheini
Bechtolsheim, Dolgesheim , i'lackenheim, N.-Saulheim, Selzen, Dald-lleloersheim
—
Nieder- Saulheim
WormS. . .
Bechweim, Offstein, Talsheim, Mörstadt, Pfeddersheim
Eich
Bechtheim, Offstein


