161. Zahrgcmg
Zweiter Blatt
Nr. 41
Erschein! ISgUch mit Ausnahme deS Sonntag«.
helfen.
Professor Tr. Gisevius erinnerte daran, wie bas Jahr 1911 auch ein Jubiläum der Landwirtschaft sei, denn^vor 100 Jahren
Geschäftsbüchern vor, die der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen oder einzureichen sind.
siihrte heute zunächst die Beratung des ersten Absatzes des 8 2 zu Ende und nahm chn in folgender Fassung an: Tie im § 1 Absatz 1 bezeichneten Gewerbetreibenden (die nichtapvrobiertcn ge- werbsmäßigen Krankhettsbehandlcr) haben der zuständigen Behörde ihres Wohnortes innerhalb 6 Wochen nach der gemäß § 1 bewirkten Anzeige über ihre Vorbildung und Art und llmsang Örter seitherigen Tätigkeit, soweit sie auf die Behandlung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden an Menschen
gehenden Städte der Jungbrunnen darstellt, der ihnen ständig neues, frisches Blut zufüüri.
Die Versammlung zollte den Ausmbrungen des Redners den wohlverdienten Beifall, der von dem Vorsitzenden mit Worten des Dankes wiederholt wurde.
gerichtet war, aus Erfordern Auskunft zu erteilen.
Die folgenden Absätze des 8 2 schreiben die Führung von
Auch hierzu liegt eure lange Reihe von Anträgen vor. Ein Teil der Ausschutzmitglieder wünscht überhaupt leine illustunfts-
pflicht, weil das eine Gefahr für die Patienten bedeute: andere wollen die Buchführung zugestchen, ober dem Bundesrat nicht die Einzelheiten überlassen. Es müsse endlich einmal Front gemacht werden gegen die Hebung, daß der Bundesrat der oberste Regulator des gesamten wirtschaftlichen und gewerblichen Lebens sei. Tie Anträge bewegen iith zumeist in der Richtung, eine Kontrolle des Bchattdlers zu ermöglichen unter Vernreidung einer Kontrolle des Patienten. Ein Antrag der Volksparrei will die Zahntechniker und Bandagisten von der Verpflichtung zur Führung von Geschäftsbüchern ousnehmen, sofern sie sich in der Ausübung des Gewerbes auf die in ihrem Fache herkömmlichen Tätigkeiten beschranken. Ministerialdirektor Dr. v. I o n c g u i e- le» erklärte, daß die Bandagisten nicht unter das Gesetz fallen. Ob die D e n t i st e n unter das Gesetz fallen, hänge von dem Zufall der Bestimmungen der R e ich s v e r s i ch e- rungsordnuug ab. Werden die Dentisten zur Kranlen- kasselchehandlung zu gelassen, dann fallen sie nicht unter das Kur-
(PcridHsfaaL
EolMär t. Els., 16. Febr. yaifc verurteilte die Strafkammer de? Landg^richrs Colmar den 55 Jahre alten Kasseninspektor des Kreises Colmar, Wili.elm Mach wi rth, der an geklagt war, die staatlichen Vorschutzkassm in Egesheim und Neu-Breisach durch Voripstgelung falscher TaNachcn und gestützt auf seine Autorität als Kassen in ipeltor um 30 000 Marc betrogen zu haben, zu einem Jahr sechs Monaten Gc- ängnis. Der Derrrrteilte lvurde wegen Fluckrwerdachts losort
verhaftet.
Die „Sittzener Fauffliendlätter" werden dem „Anzeiger" Viermal wöchentlich beigelegt, vaS .Frettdlatt fir de» Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen 5<U» fragen“ erscheinen monallich zweimal.
Cufffcttffabrt
Zuvcrlässigkeitsflug durch die oberrherntsch-
Tiefebene.
Frankfurt a. M., 16. Febr. Die Vorarbeiten Tür den vom Kartell südwestdcutscher Luitschisicrocrcine in der letzten Mar- woche geplanten Zuverlässigkeitsflug durch die oberrhenutdv -Lief« ebene sind im besten Gang. Tie Orgamsation ist bis ms einzelne festgelegt. Der ganze Weg von Baden-Baden bis FrankTurl wird nut einem Netz von Beobachtungswarten überzogen, ein Luftschiff-Wetterdienst wird eingerichtet. Automobile mit Reparatur-- Werkstätten werben die ganze Linie bestreichen. ES wird allo alles geschehen, was dazu beitragen kann, Unfälle nach Moglicknev auszulchließen. Gerade bei dresem Dienst hofft man au, bu Mitwirkung von Privaten, von Automobillsten und Motorlahrern. Die Tagesleistungen der Flieger sollen 100 Kilometer nicht über schreiten: drei Ruhetage werden eingeschoben. Zwischenlandungen sind in folgenden Städten vorgesehen: Offenburg, Mülbeun a.RH., Colmar. Weißenburg, Bruchsal, D a r m st a d t, O f f e n b ä; öde Vonrburg. Die Zahl der Flugteilnchmer soll zwölf mcht über' schreiten, die Militärfahrer sind dabei nicht eingcrccnncr. Auch eine Art „Luftpolizei" wird währeno der Fluglage Dienst tun: von Baden-Baden nnb von Frankfurt and wird vorausnckttltch je ein Zeppelinschiff die Flieger „von oben herab" beobachte. Das ganze Unternehmen erfordert 300 000 Mark, die von der Städten, bic berührt werden, aufzubringen, sind.
Berlin, 16. Febr. Für bnS internationale Wett- fliegen Paris—Berlin, Tür das die „B. Z." einen 100000 Marl-PrciS gestiftet bat, stifteten für den Weiterflug über Brülsel nach London das Belgische Blatt „Petit bleu" vor längerer Zeit 25 000 Mark und nun der „Londoner Standard" 2500 Pfund, der an den Sieger ohne Unterschied der Nationalität verteilt werden soll.
Sreitag, 17. gebruar 19U
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
durch einen Vortrag des Professors Dr. Gisevius über „D i e Entwickelung der Landwirtschaft 18 7 1 — 1911" wirkungsvoll cingeleüet. Der Vorsitzende, Freiherr v. Liebig, wies darauf hin, daß in dem Jubiläums!ahr 1911 die innere Lage des Deutschen Reichs kein erfreuliches Bild zeige. Die zukünftige Gestaltung Elsaß-LothringenS, die Haltung der Regierung in der Polenfragc und ihre zuwarteude Stellung zur Anwendung des Entcignungsgesctzes in den Lstmarkcu, sowie die gänzlich unzulängliche Militärvorlagc, bereiteten jebem national denkenden Deutschen das Gesühl der Sorge. Er forderte sodann die Anwesenden auf, soweit das noch nicht der Fall wäre, dem Alldeutschen Verbände als Mitglied beyutreten, der unabhängig von allen Parteien bestrebt sei, die großen nationalen Ziele und Ausgaben in einem dem Deutschtum günstigen Sinne lösen zu
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5)tc „N orddeutsche Allg ent ein e Ze 11 u rt fl bc= I Jubiläum der Landwirtschaft sei, denn vor 100 Jahren 'werkt zu der von Staatssekretär Delbrück abgegebenen Albrecht Thaer durch seine bahnbrechende Schrift:. „Grund- Erklärung: satze der rationellen Landwirtschaft" bat Grund zur Wissenschaft»
Die Eicklärung soll einerseits den von Vertretern verschiedener lichen Landwirtschaft gelegt, die durch die Forschungen des großen Parteien wiederholt ausgedrückten Wünschen nach Mitteilung der Cl)emikers JustuS v. Liebig wesentlich unterstützt und gefördert Stellungnahme dar verbündeten Regierungen Rechnung tragen, wurde. Um nun den Zeitraum von 1871 bis heute zu verstehen, Andererseits drückt sie aus, daß die Reichsleitung nicht gesonnen sei es nötig, kurz auf die Vorgeschichte einzugehen. Bis zu AnTang ist, sich auf diesem für das innere Gefüge des Reiches und für beä 18. Jahrhunderts herrschte in Deut,chland die von Karl das Verhältnis der Bundesregierungen untereinanber wichtigen dem Großen begründete Agrarverfassung, die sich mit der Zeit Gebiete die Führung aus der Hand nehmen zu lassen. immer mehr überlebte. Ter Bauer erschien infolge deS Anteils,
Der MUitarhaushalt im Budgetausschuß. den die Gemeinde -m Grund und Boden hatte, als unfrei, aber
_. „ . a , .. . , , - . r ,. er hatte sich vielfach so Mit seinem Los abgefunden, datz die
Die Beratung des Militarhaushalts wurde heute fortgesetzt A ben ^st damaliger Zeit bedingte ^Bauernbefreiung viel- zcr den Ttteln der Verwaltung der Bekletdungs ämt.er. feinen Willen geschah. Das Verständnis ging ihm
sBonl Zentrum wird die Umwandlung der Oekonomre-daß die Befreiung von dem Zwang rhm irgendwelchen Handwerker m Zrvllhandw erker bedauert Der I bTäc6tc Diese Kämpfe erstreckten sich bis in die Mitte $r Kto®0/? 1 n ^^osoerwaltung habe nur vorigen Jahrhunderts, aber im freien Spiel der Kräfte ent-
den Wünschen des Reichstags nach gegellt. Sie habe von vorn- st sich allmählich die Keime und Ansätze von gewaltigen
g?Fclt! d^auT hingewiesen, datz die Sach: teurer werden wurd^ I -^ccn unö Säften, die nur eines äußeren Anstoßes bedurften, um Die verschicdcnart^e Gestaltmig der Beklechungvamter ist sehr ,ur vollen Entwickelung und Eiitsaltirng auszurciTen. Wir ungünstig. Im Mobümachung^sclll muß Mit Großbetrieb an- heute noch in dieser Bewegung drin, bedauern es zugleich, daß gelangen werden und dazu braucht die Dvwcsverwaltung anZ e{nc ^igc dieser Bauernbefreiung der Umstand angesehen gearbeitete Fabrcken. Es wird angestrebt, daß lebe» Armeekorps lrerfecn. baß der nicht grundbesitzendc Arbeiterstand die nn m^u>uitg3arnt rti i i nnfihPr tnn f tnn »ä, und Neigung hat, sich der Industrie zuzuwenden und in die Stadt p m ftavüel öar n i >on s bet toattungd- und ab.uroanbeTn Wenn nun auch zugegeben werden mutz, daß viel- «er "a nt i >,7nw es-n die Scaünfiigunr, Set P-ich^ Ncin-»t ©tot-
durch Uebertragung einer größeren Anzahl von Kantinen nni kl hurdi bic Jer?chlaauna
finen der Wrofcbetrieb, so weit nröglich, verhindert werde. Aus standes geschaffen wird. ,
iben Trupvenübungsplätzen liegen jedoch manchmal besondere Ver-I Als treibende Kraft zur Hebung der Landwirtichaft ist die hällnisse vor. Aus dem Truvvenübungsplatz Arhs hat die Der- Förderung und AusbildunA der Intelligenz d e r L a n d- pachtung an einzelne Heine Leute nicht eine gute Verpflegung «bevölkern ng durch die Schule und Fortbildmigsichule an- ldurch die Kantinen zur Folge gehabt und alle Vorstellungen zusehen. Es muß anerfamtt werben, datz Hessen nach dreier «hatten keinen Erfolg. Aus dein amtlichen Bericht der Gemeinde Richtung hin mit an der Spitze der deutschen Staaten marichiert. Arhs geht hervor, daß die Stadt seit der Errichtung des Truppen- Welch mächtiger Hebel die Bildung zur Förderung der Volks- übungsplayes sehr aufblüht. Von fortschrittlicher Seite Wohlfahrt ist, kann man an Dänemark und -Lchweden wahrnehmen, wird ang es ragt, ob auch in der preußischen Armee die Bestre- wo durch die in letzter Zeit geschaffenen Volkshochschulen eine tnmgen des bayerischen Kontingents, die O b st b a u z u ch t an geradezu wunderbare Entwickelung der Landwirtschaft zu beobach- -ren Dienstgebäuden zu pflegen, Berücksichtigung gesunden habe, ten ist.
Die Sache fei nicht bloß vorn landwirtschaftlichen, sondern auch Die Grundlage der Landwirtschaft ist die P sl anz enpro- vom Itaiidpunkte des Vogelschutzes von Bedeutung. Oberst buktion, durch die neben der Möglichkeit her ViehHal- Hof sm a nn bemerkt dazu, daß es den Truppen erlaubt ist, t u n g die Gewinnung der Rohstoffe für die Nebengewerbe ermög- Obstanpflanzungen an den Kasernen vorzunehmen. Das Obst ^cht ist. Indem der Landwirt freier Herr des Bodens wurde, ver- gehört dem Truppenteil. schwand die Dreifelderwirtschaft. An ihre Stelle trat dieFrucht-
Beim Kapitel Festungen, Ingenieur-, Pionier- und Verkehrs- wechselwirtschaft. Neue Kulturpslanzen wurden eingeführt, wesen wünscht der Gegenberichterstatter Äusklärung über die VorZ hie als Tiefwurzler eine bessere Ausnutzung des Bodens möglich -gange beim Weilburger Unglück von ZU. Es seien machten. Eine weitere Idee war die Lehre Liebigs über den 'ihm von verschiedenen Seiten Äereinstimmende Mitteilungen Raubbau und das Gesetz des Minimums. Die Chemie gibt dahin geworden, daß von der Militärverwaltirng nicht alles Kenntnis von den im Boden liegenden Nährstoffen und der Mengen, getatn worden sei, was zum Schutze des Luftschiffes notwendig die zur Bildung der einzelnen Pflanzenteilen nötig sind. Sie gewesen wäre. Ein Kommissar des Bundesrats gibt ein- lehrt auch, daß eine Bodenverarmung stattfinden muß, wenn nicht gehende Auskunft über die stattgehabten Ermittlungen. ‘Der cin (Jrfaß der Stoffe erfolgt. Dieser Ersatz darf nicht in ein- .Kriegsm in ist er erklärt: Aus die Preßäußerungen ist feiner fettiger Weise erfolgen, denn wenn es der Pftanze an einem >zeit nicht eingegangen, weil die Vorwürfe gegen die Heeresver- Stoss fehlt, kann sie sich nicht entwickeln, wenn auch die anderen ivaltung zum Teil in ungehöriger Weise gemacht worden wären. I HDCfi fo großer Menge vorhanden sind. Ein Tett der Wachs- Der Kaiser habe die Fahrt nicht besohlen: die Entscheidung sei rumssaktoren ist in imsere Hand gelegt, nur das Klima läßt sich von ben Instanzen überlassen gewesen. Es fei nachgewiesen, daß uv:- nicht ändern. Ihn sich aber wenigstens ihm anpassen zu die Besetzung im Lustschiss genügend io ar. Ter Führer hatte tonnen, sucht man in das Geheimnis der Wettervoraus- siebzig Fahnen gemacht: er sollte das Schiss auch im Mobtt- bestimm ung (Meteorologie) immer besser cinzudringen. Ein machungssaile führen. Die Militärverwaltung steht netterer Gedanke war, die mechanische Kraft an bic Stelle der in keinem Gegensätze zum Grafen Zeppelin. Tie tierischen und die tierische an die Stelle der Menschen zu setzen. Kommission war ganz neutral: in ihr war kein Vorgesetzter l in der Landwirtschaft angewandten Maschinen sind der beste der Verkebrstruppen: ne war in keiner Weise beeinflußt. 6^ I ttj.mmb des Arbeiters geworden. Eine wettere Steigerung der liegt ein bedauerliches Unglück vor, an dem die Schuld irgenb | grafte ist zu erwarten durch' die Verwendung der elektrischen einer Persönlichkeit nicht beizumessen ist. I Energie , durch die zugleich ein Ausgleich zwischen Stadt und
Weiterberatung: Freitag. iLand, zwischen Industrie und Landwirtschaft hcrbeigeführt wird.
Der Ausschuß für das Gesetz gegen die Kurpfuscher I Die tierische Produktion, die man früher als notwendiges Uebel anfah, erweist sich immer mehr als ein Mittel, bic Landwirtschaft gewinnbringend zu machen. Man wendet das Gesetz des Minimums auch bei der Tierhaltung an und sucht bic Tiere nicht mehr nach ben Lehren der Erfahrung, sondern rationell zu ernähren. Man gelangt dadurch zu weit größerer Produktion. Man sucht die Viehzucht auf alle mögliche Weise zu heben durch Leiftungsprüfungen, Arbeitskonkurrenzen, sportliche Veranstaltungen, Probeschlachtungen, Probeschur der Schafe und bessere Rassenzüchtung. Auch in den N e b e n g e w e r b e n mie: Molkerei, Zuckerindustrie, Brauerei, Spiritus- und Stärke- fabrikation, die |kh von der Landwirtschaft mehr ober weniger abgelöst haben und selbständig geworden sind, wird beute anders gearbeitet als vor 50 Jahren.
Diesen bahnbrechenden Ideen war seit 1871 die Möglichkeit gegeben, die Landwirtschaft in die Höhe zu bringen. Da trat mtolge des Wettbewerbes Deutschlands mit ben Nachbarstaaten renb durch die Verkehrsverhältnisse tm Jahre 1880 eine schwere K^ifts über die Landwirtschaft herein, die sich immer mehr steigerte, bis der Reichskanzler Fürst Bismarck durch einen Zollschutz ben wetteren Anbau des Getreides, sicher stellte. Eine stetige Steigerung der Produktion, Selbsthilfe und Anwendung aller der [für die Landwirtschaft förbertidjen Ideen hat über die Zeit und Not weggeholfen. Der Auffchwung ist also cin Produkt der Not aeweien. Tre Aufgabe war schwierig, aber sie wurde glänzend gelöst. Man pftanzt ht Deutschland fast sämtliches Brot, 9 i Prozent Fleisch werden im Inland erzeugt, und im Fall eines Krieges darf die Gefahr der Aushungerung als ausgefchlosseti angefeben werden. Aber auch nach 2 anderen Seiten hin bat ^ie Landwirtschaft ih en Tank abgestattet: 63 Prozent der ein» sufmidu/c.. Mcfnuxn liefert das Land, das für die trotz aller I hygienischen Schutzmaßregeln in ihrer Bevöllerungsztfter zurück-
I pfuschergesetz. Im übrigen müsse erst der Begriff Dentist fest-
21 US ÖCU Beia)stagsaus|a?unen. I gestellt mcrden. Die Beratung wird nächsten Mittwoch tart-
i :: Berlin, 16. Febr. I geführt.
Das VerfastungSgesetz fnr stlsatz-Lothrinqen. ^ct WahlprufangSanSschuß ~
In der heutigen Sitzung des Reichstagsausschuffes für Elsaß-1 erklärte die Wahl des Abg. Kölle (wirtsch. Vp.) für gültig. Lothringen bat Staatssekretär Delbrück den Ausschuß mit Rück ____»-■■■»■■ _____ .
W aus die veränderte Sachlage, die Beratungen so lang- txZa eflnAmirtfthdft 1R71 —1011
«auszasetzen, bis die Stellungnahme der verbun- Vie 4.unviVlll,UjU|i
teten Regierungen erfolgt ist. Er sagte: I Gießen, 16. Febr.
Den Beschluß, ^"^othr rng en zu einem selb- Die Reihe der von der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen ständigen Bund es staat zu machen, mtt ollen sich hierai^^^^ nächste Zett vorgesehenen Vorträge routüc heute ergebenden Konsegucmzen, mutzte ich entsprechend den ,chon tmi - - - - - - - ---
Pleiurm abgegebenen Erklärungen als unannehmbar für die verbündeten Regierungen et Raren. Auch die noch zur Beschlußfassung stehenden Anträge liefen, wie die gestern dazu gegebenen Erläuterungen erkennen lassen, jensetts der Grenze, 'innerhalb deren nach meiner persönlichen Auffassung vielleicht eine Verständigung möglich wäre. — Unter diesen Umständen erscheint es mir im Interesse einer Erfolg versprechenden Fortsetzung der Beratung notwendig, daß die verbündeten Regier rungen zunächst zu der durch die Beschlüsse geschaffenen Lage Stellung nehmen. Ich habe daher den Reichskanzler gebeten, eine so l che Stellungnahme herberzu- führen, und der Reichskanzler hät mich beauftragt, Sie zu bitten, die Beratungen auszusetzen, bis sich die verbündeten Regierungen schlüssig machen fbraten. Ich hoffe, daß dies in Bälde geschieht.
Dcrinifcbte»,
* Der „Königstlub". König Manuel von Portugal ist in den Londoner Marlborongh-Klub aufgenommen worden, den man den „Königstlub" nennt, well ihn König Eduard gegründet hatte iwr unter seine besondere Dbhut nahm 5etM Gründung geht auf einen Vorgang im Jahre 1866 zurück. Eines Tages faß der damalige Prin.^vow Wales mit einigen Begleitern im Vestibül des Whites Klubs, und während des Gesprächs zog er eine seiner berühmten Zigarren heraus und begann zu rauchen. Ein Diener näherte sich mtt tiefer Verbeugung seiner Königlichen Hoheit unb erklärte, daß er ihm zu seinem größten Leidwesen Mitteilen müsse, das; das Hausgesetz des Klubs das Rauchen im Vestibül verbiete. Tarauf verließ der Prinz von Wales mit einen Begleitern den Klub und gründete den Marlborongh-Klub, der seinen Sitz in einem bescheidenen Haus in unmittelbarer Nähe des Marlborough-Palastes, in dem der Prinz wohnte, erhielt. Eduard fümmerte sich um alle Einzelheiten dieser von ihm gegründeten Gesellschaft: seine Fürsorge erstreckte sich bis aus die Dienerschaft und die geschäftliche Verwaltung. Auch als er König geworden war, durften die Mitglieder nur nach seiner besonderen Auswahl und mtt feiner Genehmigung gewählt werden: nur die Elite der Londoner Aristokratie fand Aufnahme in diesem „Klub des Königs", der sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hofgesellschaft und der Gesandtschaften rekrutierte. König Eduard war, wenn er in Lontwn residierte, saft täglich in diesen bescheidenen Räumen, in denen er gern seine Mahlzetten einnahm und nach der Mckkehr vom Theater noch eine Partie Billard spielte oder etwas plauderte. Der jetzige Präsident und Patron des Klubs ist König Georg: er ist zwar kein so häufiger Gast wie fein Vater, aber auch er bringt dem Marlborough-Klub das höchste Jntereste entgegen und hat besonders als Prinz von Wales dort viel verkehrt.
* Die vierjährige Ethel war bei ihren beiden Vettern, zwei ausgelassenen, wilden Knaben, zu Besuch gewesen. Sie kletterte ihrem Vater aufs Knie und erzählte ihm von diesem Besuche. „Papa, jeden Abend, wenn John und George ihr Gebet sprechen, bitten sie den lieben Gott, daß er sie zu guten Jungens macht," sagte sie. — „Das ist nett," versetzte Papa. Dann fügte sie nack, kurzem Nachdenken hinzu: „'Er hat es aber noch nicht getan."
Kleine Tageschronik.
Cosima Wagner Hal nach einer Meldung aus Rapallo einen bedrohlichen Anfall von Herzschwäche bekommen, so daß Professor Schönburg drahtlich an das Krankenbett gerufen worden sei. Auf eine Anfrage in Bayreuth wurde geantwortet: Nachrichten aus Santa Mar- guerita zufolge gibt das Beftnden der 74jährigen Witwe Richard Wagners zu Besorgnissen keinen Anlaß.
Bei den Abbruchsarbeiten eines Hochofens der Dortmunder Union stürzte ein Gerüst zusammen. Drei Arbeiter wurden getötet und zwei lebensgefährlich verletzt.
In Geroldshausen (Oberbayern) brachen zwei Brüder auf dem Eise ein; einer arbeitete sich heraus und holte den 82jährigen Großvater, der, bis am Halse im Schlamm und Wasser versinkend, mit eigener Lebensgefahr seinen Enkel rettete.
An der rufsisch-schlesii'chen Grenze wurden zwei Gefährte von russischen Räubern überfallen. Der Kutscher wurde ermordet und die Insassen ihres Bargeldes im Werte von 12 000 Mark b e r a u b t.
Unweit der russischen Hafenstadt Kertsch sind acht Personen erfroren aufgefunden worden.
Gestern brach nach einer Meldung aus Petersbitrg in den Putilow-Eisenwerkcn Feuer aus, das einen großen Umfang anzunehmen drohte; es konnte aber auf zwei Abteilungen beschränkt werden. Ter Schaden beträgt 30000 Rubel.
Der portugiesische Kriegsminister ist bei dem Einsturz des Fußbodens in der Kaserne zu Guard a un verletzt geblieben. Die Gesamtzahl der Verwundeten scheint geringer als zuerst angenommen wurde. Es ist nur ein Teil des Fußbodens des Empsangssaales ein-
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