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17.5.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. U5 Erster Blatt W. Jahrgang Mittwoch, \I. Mai \<)\\

Ter Ätefjener Anzeiger > ,iwiw Äk Ä Bezugspreis.

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wirtichatllicheZeittragen M M B B B M M B ~ Chefredakteur: AGoey.

Nerufprech - Anschlüsse. M M MM Verantwortlich für den

sur hie Redaktion 112, 1}*^ politischen Teil: August

BLW General-Anzeiger sur Oberhessen LMM st^Ä^r^nmnmer Rotationrdnlck und Verlag der vrijhl'schen Univ.-Vuch- und zieindruckerei H. Lange. Redattion, Expedition und vruckerel: zchulftrahe 7. L°and-:^.Hch^sür den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhofstratze l-s. Auzeig'enteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfafct 12 Seiten.

Der Kampf um die Vetobill.

Nachdem Ende Februar die Vctobill in erster Lesung Dom englischen Unlerhausc mit 351 gegen 227 Stimmen angenommen worden war, ist cs am Montag gelungen, sic in dritter Lesung sogar-mit 362 gegen 241 Stimmen im Unter- zu l crabsck)iedcn, trotzdem die Konservativen sich mit ihren 000 2lbändernngsanträgen alle Mühe gaben, das große Werk der Vcrfassungsrcsorm, bas das Einspruchsrecht des Lberhauscs gegen Beschlüsse deS Unt« in finan zielten Angelegenheiten beseitigen und bei den übrigen Gc sepesvorlagen beschränken rnili, zu verschleppen. Wie eilig es vielmehr das liberale Kabinett Asquith mit der Abünde rung der feit 1689 bestehenden Verteilung der gcsetzgeber ischen 61cmalt zwischen Lords und Gemeinen hat, geht zur Genüge daraus hervor, daß es den Versuch machte, die Vetobill noch in der Nacht den Lords zugchcn zu lassen, doch hatten sich diese in konsequenter Einhaltung ihrer Vcr schleppungstaktik bereits vor 10 Uhr abends vertagt, nach­dem lic in zweiter Lesung über den Nesormvorschlag Lord Lansoownes beraten hatten. Dieser Reformvovscylag ^.'ord L a n S d o w n c s, der von ihni wiederholt angekündigt wor den war, aber ei ft am 8. Mai dem Oberhaus vorgelcgt wurde, will das Lberhausz in dem jetzt nur erbliche und vom König ernannte Mitglieder sitzen, wobei der König an eine bestimmte Zahl nicht gebunden ist, derart umgeftol icn, das; cs in Zukrtnft nur aus 350 Lords bestehen soll .hiervon sollten 100 erbliche Peers sein und von den übrigen Peers gewählt werden, aber nur dann wählbar sein, wenn sie beftimmte Voraussetzungen hinsichtlich ihrer Befähigung tu öffentlichen Stellungen erfüllt hätten: die Wahl von 120 Lords dagegen sollte den Mitgliedern des Unterhauses in den von ihnen vertretenen Bezirken anvcrtraut werden, während der König nach Maßgabe der Verteilung der Par­teien im Unterhause 100 Lords zu ernennen hätte, alles aber nur, ob gewählt oder ernannt, auf die Tauer von 12 Jahren. Lebenslänglich dagegen sollten im Oberhaus nach dem Vorschläge Lord Lansdownes. sitzen: 7 königliche Prinzen, 16 Oberste Richter, die beiden Erzbischöfe von Eantcrburh und Pork und aus der Gesamtzahl der Bi­schöfe gewählte Vertreter.

Es läßt sich nicht verkennen, daß der Vorschlag des Lord Lansdowne ein gewisses Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Liberalen bedeutet, insofern er das Prinzip der Erblichkeit des Obcrhaussitzes für die Peers beseitigt, ihm auch andere Elemente zusührt und der Ernennung von Oberhausinttgliedcrn durch die Krone eine beftimmte Grenze zieht. Auf der anderen Seite aber bedeute: diese Reform infolge der 100 Peers die Erhaltung der lvnfervativen Mehrheit im Oberhause, so daß man es voll und ganz verstehen kann, wenn Lord Mörlen sie in Bausch und Bogen als unzulänglich und trügerisch bezeichnete und außerdem erklärte, die Regierung werde nicht zulassen, daß die Reform, da sie nicht als Ersatz für bte Vetobill gelten könne, im Oberhaus endgültig, also noch in dritter Lesung, behandelt würde, bevor die Lords zu der Vctobill Stellung genommen hätten. Wahrscheinlich stimmt Lord Morien, nachdem heute die Vetobill dem Oberhaus unterbreitet ist, hier mit den Wünschen vieler Lords überein. Denn die Aufnahme, die der Resormvorschlag Lord Lansdownes im Oberhause fand, war bei beiden Lesungen eine so laue, ja eisige, daß es wohl kaum noch zu einer dritten Lesung kommen durfte Der Grund dafür liegt natürlich darin, daß viele Lords es gar nicht einsehen, weshalb das Oberhaus sich aus freien Stucken selbst verstümmeln sollte. Lord Lansdowne dagegen bezweckte mit seinem Antrag zweierlei: einmal wollte er

Nietzsche über Bismarck 1866.

(Aus unveröffentlichten Briefen.)

Eine neue volkstümliche Ausgabe von Nietzsches Briefen, die soeben Tr :)iichard Oehler im Insclverlage heraus- gibt, veröffentlicht auch zum erstenmal eine Reihe von interessanten Briefen des Philosophen. Zwei, die an seine Mutter und Schwester, die jetzige Verwalterin des Nietzsche- Archivs, gerichtet sind, schrieb der Leipziger Student 1866 beim Ausbruch des Krieges, in der Aussicht, nächstens als Einjährig-Freiwilliger eingezogen zu werden. Zm Mai reimt er:

Grüßt alle die Bekannten Mit einem Gruß von mir. Und sagt den alten Tanten, Ich kam einmal abhanden Als preußischer Grenadier.

In ber zweiten .Hälfte des Zuni heißt es:Tie Ge- f ah r, i n d e r P r ß e n ft c cf t, i st u n g e Heuer groß: daß es gar durch einen vollkommenen Sieg imstande wäre, fein Programm durchzusetzen, ist ganz unmöglich. Auf diese revolutionäre Weise den deutschen Einheitsstaat zu gründen, ist ein starkes Stück Bismarcks: Mut unt* rücksichts­lose Konsequenz besitzt er, aber er u n t c r s ch ä tz t d i e m o - ralischen Kräfte im Volke Immerhin sind aber die letzten Schachzüge vorzüglich: vor allem hat er cs verstanden, auf Oesterreich einen gewaltigen, wenn nicht den größten Teil der Schuld zu walzen. Unsere Lage ist sehr einfach. Benn ein 5iaus brennt, fragt man nicht zuerst, wer den Skanb verschuldet hat, sondern löscht. Preußen steht in Stand. Jetzt gilt es zu retten. Tas ist das allgemeine Qefühl. Mit dem Moment, wo der Krieg begann, traten eile nebensächlichen Rücksichten zurück. Ich bin ein ebenso enragierter Preuße, wie z. B. der Vetter ein wachse ist. Für GiUe Sachsen ist cs aber eine besonders schwere Zeit. Zhr Üanb vollkommen in Feindesland. Fvhre Armee ruhig und untätig. Zhr König fern von den Seinen. Einem anderen iiönig und einem Kurfürsten hat man einfach den Garaus tficmad)t. Tas ist die neueste Erklärung des Fürstentums

dem englischen Volke den guten Dillen des Oberhauses »eigen, sich selbst zu reformieren, um dadurch die Anhänger der Vctobill zusainmenschmelzen zu lassen, und zweitens wollte er mit seinem Antrag die Entscheidung über die Vcto­bill verzögern Sorb Morley aber gcin von dem Gedanken aus, bag vorläufig die Vctobill schon genügt, um die Macht des Oberhauses auch in seiner jetzigen Zusammensetzung zu brechen, und daß man über feine innere Reform zu gc legener Zeit Beschluß fassen könne.

Tas Mißliche bei der Durchsetzung ber Vetobill ist nur, daß sie wegen ber im Juni bevorstehenden Krönungs­feier int englischen Volke nicht nur an "Znteresse verloren hat, sondern auch vertagt werden muß. Tenn das Ober hcrus wird sich mit ihrer Turchberatung gründlich Zeit lassen, und ihre Ehanccn stehen dort wie 1:5. Es ist deshalb eigentlich fclbstvcrstäiiblich, das; die LorbS die Vcto­bill ablehnen werden, so daß damit die Frage, was bann eigentlich bei diesem Verfasfungskampfe geschehen soll, nicht von der Tagesordnung verschwindet, die ja schon feit dem November 1909, wo die Lords das Budget ablehuten, im Vordergrund steht. An die Auflösung des Unterhauses und die Ausschreibung von Neuwahlen wird schwerlich zu denken sein, weil sowohl die Januarwahlen, als auch die Dezember' wählen von 1910 gezeigt haben, daß das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Liberalen und Konservativen ziemlich beständig ist, und die Fiktion von der liberalen Mehrheit nur durch Hinzunahrnc ber Arbeiterparteiler und Iren mit 124 Stimmen aufrechterhalten werden kamt.

Mögen auch Liberale, Arbeiterparteiler und Freu in der Frage der Vetobill einig fein, jedenfalls dürfte König Georg aus dieser Parteikouglomcration feine Veranlassung nehmen, sich völlig auf den Standpunkt der Vetobill zu stellen und Asquith zu ihrer Durchsetzung im Oberhause schon die Garantie dafür zu geben, daß er mit Hilfe der Ernennung ton 500 liberalen Peers die Opposition im Oberhaus gegen die Vetobill beseitigt. Tiesc Maßregel hat ihre Lächerlich- feit schon vor ihrer Anwendung getötet, so daß man in höchstem Maße gespannt fein darf, welche Lösung die eng­lische Verfassungssrage schließlich findet. Ihre Krise ist jedenfalls erst int Juli zu erwarten, also nach den Krö- nungsfeierlichkeiten vom 22. Juni. Heute nehmen nur diese das Zntercsse des englischen Volkes in Anspruch.

London, 17. Mai. Zm Oberhaus brachte Viscount Morley die Vetobill ein; sie wurde in erster Lesung formell angenommen.

London, 16. Mai. Im Unterhaus erklärte bei der (Erörterung ber künftigen Ausgaben in Verbindung mit dem Versicherungsentwurs Lloyd George, dies sei ein Jahr mit ausnahmsweise hohen Ausgaben Kein vernünftiger Mensch könne die Fortdauer des gegenwärtigen angeschwollenen Heeres- und Flottenbudgets wünschen. Lloyd George nahm sodann Bezug auf bte nach bem Flottengesetz erfolgende Verminderung der Zuwendungen für die deutschen Schistsbauten und sagte, dies mache auch die Verminderung der englischen Flottenrüftungen notwendig, wenn nicht eine neue Drohung, die man nicht voraus- fehen köiiiie, dazwischen kommen sollte. Er hoffe, daß das für das Derficherungsgefetz notwendige Geld in den folgenden Jahren ohne Steuererhöhung beschafft werden könne.

Kaifer Wilhelm in England.

London, 16. Mai. Ter Kaiser machte heute vor­mittag einen Spaziergang durch den Garten des Buckingham- Palastes mit dem Generaladjutanten v Müller. Teii Rest des Vormittags verbrachte das Kaiserpaar mit der Königs - familie. Als bic Majestäten sich nachmittags zum Gartenfest bei Earl Eounteß Lvndsborough begaben, wurden sie von einem vieltausendköpfigen Publikum aufs herzlichste begrüßt. Ter Kaiser verlieh zahlreiche Lrdensauszeichnungen.

von Gottes Gnaden". Ta begreift man eS, wenn d e r a 11 e Verlad) mit einigen westfälischen Borneos gegen den Bund mit der gekrönten (Victor Eman. und nicht gefrönten Demokratie schimpst. Am Ende ist diese p r cu ß i s ch e A r t, die Fürsten 1 o s z u io c r b e n , die bequemste von der Welt. Es ist geradezu ein Gluck, daß sich Hannover und Kurhessen nidit an Preußen anschlossen: sonst wären wir in Ewigkeit nicht von diesen Herren losgekommen. Wir leben also in ber preußischen Stadt Leipzig . . Ick) bin mir immer bewußt, das; der Tag sehr nahe ist, wo ich einberufen werde. Dazu ist es nachgcradc unehrenhaft, zu Hause zu sitzen, wo das Vaterland einen Kamps um Leben oder Tod beginnt."

ZurGesellschaft der Freunde Wilhelm Raabcs" ist dieser Tage in Braum'chwcig, wo der Dichter die texten 40 Jahre seines Lebens verbridu hat, die Ortsgemeinbe begründet worden. Die Gesellsdjait hat sich das Ziel geicyt, alle Verehrer des Tichtcrs in gan; Deutschland zu vereinigen und überall durch Ort-gemeindcn tub deren Veranstaltungen Raabes Werf ai; fern Volt ;u bringen, seine Lebensanfckau'Mg auszu- breiten. Arn Verlause der Verhandlungen nahm bic sehr zahlreich besuchte brannschweiger Versammlung u. a. einmütig Stellung gegen das nachträgliche Unternehmen eines ..Wilbelm-Raabe- Bundes", wvnir die Berliner Schriftsteller Elster und Fechner augenblicklich in Deutschland >verben. Wilhelm Brandes, der lang­jährige Freund des Dichters, konnte mitteilen, daß die Familie Raabe das Vorgehen dec Genannten gleickstalls auf das cnt- fdnebenfte mißbillige, und daß in Berlin selbst eine Ortsgemcinde betG. esc 11 ichait" in der Bildung begriffen sei, für die 'ich bereits eine Anzahl hervorragender Pcrsonlichkeitcn angcmeldet habe. Auch sonst feien Anmeldungen zu der Gesellschait von allen Seiten bet dem Leuer der Zentralstelle Zusnzrat Engelbrecht, Braumckweig, Wolfenvütteler Str. in großer Zahl eingegangen und gmgen fortgesetzt ein, fo daß die erste Nummer der Mu- tcilungcn der Gesellschaft bereits im Juni werde aus gegeben werden können.

_ Gin Shakespeare-Ball. Eine der glänzendsten geseUschaftlichen Begebenheiten der diesjährigen Londoner Saison wird der Shakefveare-Ball bilden, der anläßlich der Krönung am

Tie Enthüllung bc8 Denkmals für die Königin Viktoria.

Tas imposante Tcnkrnal für bic Königin Viktoria, das unmittelbar vor dem Gitter des Buckinghamvalastcs er­richtet worden ist, wurde heute mittag von König Georg in Gegenwart des bcutfdicn Kaiscrpaarcs, einer Anzahl Minister der Kolonien, bic sich jetzt zur Teilnahme an ber Reichskom'crenz in England befinden, des biplomatifdicii Korps und einer glänzenden Zuschauerversammlung sei erlitt) enthüllt. Ter größere Teil des Tenkmals war den Blicken schon vor einiger Zeit freigegeben worden Verhüllt blieb bisher nur noch bic Statue der Königin selbst. Tie Ent­hüllung erfolgte burch Elektrizität. Um 12 Uhr sckiloß König Georg durch Truck auf einen Knopf den elektrischen Strom, meld;er den bic Verhüllung scsthaltendcn Draht verbrannte. Als bic Hülle fiel, würben von einer im St. Jamespark auf- gcstellten Bakterie 41 Schuß Salut abgegeben. Die Truppen, bic in einem weiten Halbkreis vor dem Palaste standen, präsentierten.

Eine Ansprache deS Köuigs.

In Erwiderung auf eine vom Discount Esher über­reichte Adresse hielt der König eine Ansprache, in der er zunächst auf König Eduards Anteil an ber heutigen Gedenkfeier hinwies, des Königs, der heute mehr als je in dem liebenden Gedächtnis der Engländer lebe. Der König wies auf den Anteil hin, den die Tominien und Koloniear ait ber heutigen Feier hätten und hob Ijeroor, das Denkmal stelle einen Tribut von Raffen und Ländern größerer: Verschiedenheit ^in Charakter und Lebensweise dar, als sie jemals zuvor zu gcmcinfanicin Zweck vereint gewesen seien. Der König fuhr fort: Es ist für mich und meine Familie eine Quelle tiefer Befriedigung, daß mein lieber Vet­ter, der deutsche Kaiser, begleitet von ber Kaiserin, bei der historischen Feier anwesenb ist. Der Kaiser ist der älteste Enkel ber Königin Viktoria, bic er immer mit natür­licher Zuneigung geliebt und verehrt hat. Seine Anwesen­heit unb die Sympathie, die er uns in den letzten Tagen ihres Lebens unb später ciitgegengcbrachl hat, werden vonmirundmeine m Volke nicmalsvergesfen: starke, lebendige Bande der Verwandtschaft und Freundjck;ast vereinigen unsere Throne unb Personen unb mein Volk freut fick mit mir, baß er heute hier ist, um an der EnG hüllung des Denkmals teilzunehmen Zd) bitte Gott, daß das Denkmal in London immerbar den Ruhm der Regierung der Königin Viktoria künden und zukünftigen Geschlechtern die Liebe und Verchruüg bartun möge, die das Volk für sie und ihr Andenken hegte. Der König schloß, indem er der Hingebung gedachte, die die Königin ihren öffentlichen Pflichten gewidmet habe.

Bei der Tenkmalseuthüllung trug der Kaiser ebenso wie der König die englische Fcldmarfchalluniform mit dem Band des Hosenbandordens. Nach der Enthüllung legte der Kaiser an bem Denkmal einen schönen Lorbeerkranz nieder, ebenso eine Abordnung des Gardcdragonerregiments Königin Viltoria von Großbritannien unb Irland.

Nach ber Denkmalsenthüllung formierten die Truppen einen Vorbeimarsch und defilierten vor dem Koni g. Alle Truppen des Londoner Bezirks waren zu- saminengezogen. Audi von Aldershot waren viele Abtei­lungen nach London befohlen worden.

Nad) dem Vorbeimarsch stellten sich die Truppen am Wege auf, woraus, der Kaiser und der König nach dem Paiaste zurückkehrten.

Der Kaiser hatte bereits heute morgen Staatsgeschäfte erledigt Nach der Denkmalsenthüllung fand bei den eng­lischen Majestäten Familien-Frühstückstasel statt. Abends war größere Aöcndtafel. Ter König schlug den Schöpfer des Dcntmals Thomas Brock nach der Enthüllung zum Ritter.

20 Juni in her Albcr! Hall flattiinbcn wird. Die Eintrittskarte kostet 81 Mark und cs wirt» :Haum für 4000 Sitze geschasst. Tie Karten werden nur an bclannte Miiglieder ber Gescllschasr zur Ausgabe gelangen. Es ist eine bewndere prächtige Aus­schmückung des weiicn Santes vorgesehen worden. Namentlich wird der Beleuchtung beiondere Aufmertiamkeit geschenkt. Während cs draußen Nacht ist, wird inr^Balliaal eine leuchtende Sonne am blauen Himmel erscheinen. Tie Ausstattung wird uns in die Zeit der Tudor zuruckiühren. Zn einem Garten, der dem Gc- fchmackc dieser Zeit entspricht, werden die verschiedenen Grupven Shakespearcichcr Gestalten ihre Ouadrillen tanzen. Wenn alle Masken vcrfammclt i.nd, ro.rh Königin Elisabeth mit ihrem Hof­staat erscheinen und durch die Halle schreiten. Dieser Umzug erhält ein besonderes Znteres^e durch bnt Umstand, daß jebe Hofdame und jeber Edelmann, der an ihm teilnimmr, wirklich in direkter Linie von einem Mitglied jenes berühmten Hofes abstammen wird.

Eine Vortrags reife Karl Schönherr s. D« Dichter vonGlaube und Heimat" hat nd) nunmehr entschlossen, eine Vortragsrcife durch Deutschland und Oesterreich zu unter­nehmen, die 'ich in der Zeit vom 10. November bis Mute Dezember erstrecken wird. Er hat, nach dem B T. bis heute 370 Ein­ladungen aus 134 deutschen und ausländischen Städten erhalten.

-- Phototelegraph. Der Lehrer des Spezialfaches der Klischee-Herstellung an der K. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt m Wien, Ludwig Tschörner, hat, wie die Um'chau" meldet, einen Pholotelegraphen erfunden, mittels dessen man Bilder beliebiger Art telegraphisch übertragen kann. T'ckwrners Avoarat unterscheidet stm von den bekannten haupt­sächlich dadurch, daß er auf jeder Telegraphenleitung verwendet werden kann und wirkliche Rasterbilder liefert, wie sie für den Buchdruck benötigt werden.

Dem Germanischen Museum der Universität Berlin sind von Mrs. Sears in Boston auf großen Tafeln unter Glas befestigt Handschriften Goethes und Schillers aus den verschiedenen Zeiten ihres Lebens, Prosa und Verie nebst den Locken der T chter

Schenkende bestimmte, tr, oi :h . jui n tn feiner Bibliothek grub wahrend ihrer Arbeiten auf dem Gebiete deuf'cher Sprache und Literatur anregend vor Augen stehen fallen. __ .