Ausgabe 
2.6.1911 Erstes Blatt
 
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kohlenstücken, in denen merkwürdigerweise Eisensteine

ein

gelagert sind.

Kreis Büdingen.

KA. Büdingen, 2. Juni. Alle Vorbereitungen

zum Am

be­he­be« des des

1 r

und gleichzeitig beschlossen, durch Bürgermeister Tr. Völsing Herrn Diegel Dank zu übermitteln. Weiter war von der Bürgermeisterei zum erstenmol ein Rechenschaftsbericht über das Rechnungsjahr 1909/10 saufgestellt worden, der mit einem Kassevorrat von

Der Palast und andere Gebäude sind beschädigt; es sollen viele Personen getötet worden sein.

Kreis Alsfeld.

1. Juni. Heute fand im Weinhause hier

Ausland.

Aus Managua (Nicaragua), 1. Juni, wird gemeldet: Tie Festung Laloma ist in die Luft geflogen.

Deutsches tterch.

, Der Kaiser hielt am Donnerstag vormittag auf dem Tempelhofer Felde die Frühjahrsparade über tue Berliner Garnison ab. Nach Abbringunader Fahnen lief; der Kaiser sich durch den Gouverneur Dr. Solf im Schloßhofe den samoanischen O b erh äuptlin g Tamasese vor stell en, der des Kaisers Hand küßte und als Ehrengeschenke samoanische Matten überreichte, deren Gewebe der Kaiser interessiert prüfte.

Der Bund es rat stimmte folgenden, vom Reichstag angenommenen Gesetzentwürfen zu: 1. betr. Gewährung einer außerordentlichen Entschädigung an die Reichstags- nntglieder, 2. wegen Aenderung des Zündwaren-Steuer- gesetzes, 3. betr. Handels-- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Schweden, 4. betr. vorläufige Regelung der .Handelsbeziehungen zu Japan, 5. betr. Beseitigung von Tierkadavern, 6. Reichsversicherungsordnung und Ein­führungsgesetz.

Die konservative Partei in Marburg erlaßt einen Wahlaufruf, in welchem sie für die demnächst hier statt- findende Landtagsersatzwahl Prof. Dr. Bredt als Kandi­daten empfiehlt. Dieser ist bekanntlich auch für die Reich s- t n g s w a h l aufgestellt. Ta die Nationalliberalen diesmal auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichten und die Kandidatur Bredt unterstützen, ist dessen Wahl gesichert. Wie die .Verhältnisse im Marburger Wahlkreise liegen, können die Kandidaturen des Bundes der Landwirte und der reis innigen nicht in Betracht kommen.

die Zweigvereine de§ V. H. C. untergebracht und in 14 Tagen in ihrem Besitz sein. Bei ganz schlechtem Wetter werden sie für eine spätere Aufführung gültig sein. Von Büdingen werden drei Nollen und vier Gesangschöre gestellt.

----- Nidda, 31. Mai. Der Musikverein Kaiser orchester unternahm heute einen Familienausflug nach Schotten auf dasPosthäuschen" und hatte die dortige Kasinogesellschaft eingeftden. Zahlreiche Musikfreunde fanden sich auch mit ihren Angehörigen ein. Die musikalischen Dar­bietungen des Orchesters bestanden in fünf größeren Musik­stücken für volle Besetzung und einem Solo für Cello, die bei den Zuhörern großen Beifall fanden. Hierauf wurden noch mehrere Tänze gespielt und man blieb bei sehr ver­gnügter Stimmung zusainmen, bis die Ausflügler mit dem letzten Zuge die Heimreise antreten mußten.

= Nidda, 1. Juni. Die Jnstrukti o nSstunde des Verbände? der Krankenkassen und der Gemeinden als

die Kurfremden NauheiinS ausgiebigen Gebrauch. Alle wunderten die schönen Epheuanlagen, die nun 80^ Jahre tehen. Freigelegt wurde im vergangenen Herbste auf anderen Befehl deS Landesherrn die auf der Ostseite Parkes sich befindenden Schießscharten. Von der Ostscite

findet Sonntag int Gasthau 8 straße, statt.

Ronneburg-Festspiel sind in vollem Gange.

18. Juni wird die erste Kostümprobe auf der Burg sein; am 25. Juni, vormittags 10 Uhr, die für Zuschauer zugängliche Hauptprobe und nachmittags 3 Uhr die Hauptaufführung. Die Eintrittskarten zur letzteren werden voraussichtlich durch

zumGambrinus", Bahnhof

Landkreis Gießen.

T. Allcnd orf a. d. Lahn, 2. Juni. Gestern legte die hiesige Jndu slri e lehrerin Elisabethc Heep Witive ihr Amt nieder, das sie lange Jahre pflichtgetreii und mit größtem Fleiß auSgeübt hat. Der Vorsitzende des Schulvorstandes, Pfarrer Hainebach von Großen-Lmden, führte die Nachfolgerin, Marie Ulm von hier, in ihren Dienst ein, den sie heute zum erstenmal in der 2. Klasse ausübt. Die neue Lehrerin be­suchte einen Kursus m der Aliceschule zu Gießen. Nächsten Sonntag (ersten Feiertag) findet in dem Wäldchen Hopf en st ein" ein christliches Wald fest statt, bei dein der hiesige Posaunenchor und der christliche Gesangverein niitwirken.

0 Trais-Horloff, 31. Mai. In dem hiesigen Braunkohlenbergwerk stießen heute morgen Bergleute auf eine sogenannte Luftblase. Derartige natürliche Höhlen tief im Innern der Erde werden nur selten beim Bergbau gefunden. Tie hier angetroffene Luftblase ist etwa 1 Meter breit und über 4 Meter hoch. Ihre Wände bestehen aus Braun-

bisweilen prächtige Töne; Herr Stephani konnte die! ganze Tiefe und Stärke seines mächtigen Organs wirken lassen. Sehr hübsch war auch in der Einleitung das kleine Sopransolo der Frau S chu dt-Gies;cn.

Die Pause zwischen den beiden Chorwerken füllte Fräulein «'.eyer sb ach-Darmstadt durch Lieder von Liszt, Strauß und Wolff aus, und manchem mögen vielleicht diese fünf Lr-ider, namentlich aber die Zugabe,Heimliche Aufforderung" von Strauß mit den Höhepunkt des Konzertes bedeutet haben. Es war etwas vomj Gottesgnadentum der Kunst in der Art, tote dte Lieder die Seele gefangen nahmen, sic mit lauterer Schönheit erfüllten: und ein souveränes Können, eine solche Stimme darf es auch unternehmen, mit Stimmungen Fangball zu spielen und an ein Lied von der Tiefe des Strauß-DehmclschenBefreit/' unmittel­bar daS Mörike WölfischeMausefallensprüchlein" zu hängen. Die Begleitung führte Professor Trautnrann mit gewohnter Fcin- beit durch. Der Beifall des Publikums wollte nicht enden.

Das Konzert bildete den Abschluß eines Konzertjahres, das uns viel Schönes bcscheert hat. Als Höhepunkte treten, schauen uh: nochmals zurück, uns wieder vor Augen die prächtige Auf­führung des Judas Makkabäus; dann der Albend, wo wir einen unsrer lebenden Großen unter uns sehen und in seinem Geiste seine Werke hören durften, Max Reger. Das Streichquartett Redner, wie cs mit »gleich verständnisvoller Hingabe und Liebe Debussys feinneruiges G-moll-Quartett, Dvoraks gesunder Sinnen- sreude und Beetbovens herrlichem op. 132 gerecht wurde. Hugo Heermanns klassische Kunst und Gustav Havemanns ausgereistes Spiel, dem man den gleichen Ehrennamen kaunr wird verweigern vunncn. Tie seelenfeine Vortragskunst einer Susanne Dessoir, und noch so manches andre. Von Symfonien nur drei, Beethoven .wcimal, darunter die E-moll, und Haydü: keinmal leider Brahms, der überhaupt, von einzelnen Liedern abgesehen, nur mit einem Klaviertrio zu seinem Recht kam. Hoffentlich bringen uns die nächsten Jahre Wiederholungetr seiner Symfonien und Chor­werke, für deren Verständnis unb Kenntnis Professor Trautmann in den ersten Jahren seines gesegneten hiesigen Wirkens so un­ermüdlich zur Freude vieler gewirkt hat. Doch wenn's erst an's Wünschen gehl! Bescheiden .wir uns und harren der Dinge, die da kommen! [tu,

Träger der Krankenversichnrung im Großh. Hessen für 1810/1 den 11. Juni, nachmittags, hie

der Verdienste des Jubilars um Hamburgs Handel und Schiffahrt einen im Hafen herzustellenden KaiBallin- K a i" ah benennen. Unter den zahlreichen eingegangenen Telegrammen und Schreiben befindet sich auch ein Tele- g r a m m d e s Reichskanzlers, das wie folgt lautet:

3h . >t Silber Jubiläum als Direktor der Hamburg- Awcri'.a Vtiiic sende iw Ihnen in aufrichtiger Wertschätzung meine herzlichsten. Diückwünschc. Wenn Deutschland sich mit vollem Recbt der Stellung freuen darf, die cs sich im Welthandel er- kämpft hat, so muß dabei immer dankbar der Arbeit gedacht werden, die Sie nn der Spitze der grüßten deutschen Reederei im abgelaufeue'.t Pierteljahrhuudert geleistet haben. Möge es Ihnen vergönnt sein, noch lange Ihre Kraft so erfolgreich wre bisher für di. großen Aufgaben cinzusctzen, die Ihr Amt einem Manne Ihrer Art immer neu entgegenbringt." .

Die . mburgische Handelskammer sandte ein Gluck- wunschiclegramm, ferner der Großherzog von Oldenburg. Schreiben liefen vom Staatssekretär des Innern, dem Staatssekretär des Reichspostamtcs ein, sodann gratulierten der Großadmiral v. Tirpitz, Fürst Bülow, sowie die großen deutschen, mit der Hamburg-Amerika-Linie in Be­ziehung stehenden Unternehmungen.

Generaldirektor Ballin wurde von der Technischen Hochschule C h ar l o t t c nb u r g zum Ehrendoktor ernannt.__

Französische Barbareien in Marokko.

Im englischen Unterhaus sind am gestrigen Donnerstag angebliche Barbareien der marokkanischen Truppen in einer Weise zur Sprache gebracht worden, daß die französische Regierung nicht umhin können wird, öffentlich sich dazu zu äußern:

London, 1. Juni. Im Unterhaus richtete Drl- lon an Grey die Anfrage, ob Grey seine Aufmerksamkeit auf die Berichte gelenkt habe, denen zufolge Sultans­tr u p p e n u n t e r d e m K o m m a n d o französischer Offiziere einen großen L a n d stri ch v e r w ü ste t hätten und 80 Frauen und Kinder auf dem Markte öffentlich verkauft worden wären; ob ferner in Anbetracht der Tatsachen, daß Frankreich den Anspruch erhebe, als Beauftragter Europas zu handeln und daß diese Expedition mit Zustimmung und Billigung der bri­tischen Regierung unternommen worden sei, er nicht in Erwägung ziehe, daß England wenigstens in gewissem Maße für diese 'Barbareien verantwortlich sei und daß as Haus über das Vorgehen der französischen und der Sultanstruppen unterrichtet werden müsse.

Grey antwortete, daß sicherlich die britische Regie­rung nicht verantwortlich sei. Er fährt fort: Ich muß ausdrücklich mißbilligen, daß eine solche Frage in der Form bestellt wird, die ein schlechtes Licht auf die Offiziere einer anderen Macht wirft, bevor die britische Regie­rung ü b e r h a upt v o l l e I n f o r m a tron e r l an g en kann. Was die Tatsachen anbelangt, so bin ich nicht im Zweifel, daß die französische Regierung selbst die erste sein wird, volle Aufklärung zu geben.

London, 1. Juni. Das Oberhaus vertagte sich nach endgültiger Annahme der Luftschifsahrt-Bill bis zum 20. Juni. Die Verhandlung über die Klauseln der Parlamentsbill wird nicht vor dem 28. Juni beginnen.

Parkes hat man eine prachtvolle Aussicht. Die Wälle führen unter dem Namen Zwinger auch auf der Nord- und Südseite um die Burg herum.

X Bad-Nauheim, 1. Juni. Heute abend fand toie* der eine L ampio nb eleu ch tun g der Terrasse statt. Dabei konnte man zum erstenmal oie im letzten Winteo, von der hiesigen Firma Imhoff angelegte Gasillu». miNation des Kurhauses bewundern. Tausende von kleinen Lämpchen, die ourch eine Gasleittmg miteinandcv verbunden sind, erstrahlten im prächtigsten Glanze. Das: Ganze gab ein bezauberndes Bild, das in seiner Farben-, wacht auf die vielen Zuschauer eindrucksvoll wirkte.

Starkenburg und Rheinhessen.

R. B. Darmstadt, 1. Juni. Die Chemische Fa-, brik von E. Merck hierselbst beging heute das 2 5i äd­rige Jubiläum des wissenschaftlichen Leiters dieser Weltfirma, Dr. Willy Merck, aus welchem Anlaß dem Gefeierten zahlreiche Ehrungen zuteil wurden. Der Groß--, Herzog verlieh ihm zu diesem Ehrentage die Golden« Verdienstmedaille für Kunst und Wissen­schaft. Bei der akademischen Feier, die am Vormittag,'-, int festlich geschmückten Verwaltungsgebäude stattfand, hielt. Dr. Ehren berg an den Jubilar eine herzliche Ansprache, und überreichte namens des gesamten Personals der Firma, eine kostbare Vase. Eine Abordnung der Arbeiterschaft, überbrachte eine prachtvoll eingerahmte künstlerische Erinne- rungsurtunde. Als Vertreter der Minister und der staats lichen Behörden erschien Provinzialdirektor Fey, der auch die Glückwünsche des Großherzogs überbrachte und dem Jubilar nicht nur als den wissenschaftlichen Leiter der Weltfirma, sondern auch als den eifrigen Förderer von Kunst und Wissenschaft feierte. Oberbürgermeister Dr. Gl äs sing überbrachte die Glückwünsche der Stadt Darm­stadt und dann erschienen zahlreiche Gratulanten der; großen auswärtigen befreundeten Firmen zur Beglück-, wünschung. Der Gefeierte dankte mit herzlichen Worten^ Den Arbeitern und Angestellten wurden anläßlich des Jubi-i läums von der Firma ansehnliche Geldgeschenke zuteil..

R. B. Darmstadt, 1. Juni. Der hessis che Auto­mobilklub hat sich dieser Tage auch mit einem Vorschlag, an die hiesige Bürgermeisterei gewendet, der allgemeinen. Beifall finden wird. Der Klub hat den Plan gefaßt, süo, die armen Kinder, die wegen körperlicher; Gebrechen nurp selten oder gar nicht in unsere Umgebung gelangen können^ mittelst der Automobile seiner Mitglieder Automobil­ausflüge zu veranstalten, um auch ihnen die Freude, an der herrlichen Natur und dem erquickenden Waldaufent­halt zu ermöglichen. Es wird beabsichtigt, bei jedem dieser Ausflüge etwa 4050 Kinder erst in langsamer Fahrt durch die Stadt und dann in die bewaldete Umgebung zu führen, und sie schließlich in einem schön gelegenen Lokal mit Kaffee und Kuchen zu bewirten. Die Bürgermeisterei hat sich zusttmmend zu dieser Anregung geäußert.

m. Osft nbach a. M., 2. Juni. Die Reichs gesund- heitSkommission aus Berlin wird heute hier eintreffen, um Feststellungen und Prüfungen über die hiesigen Ab-, wässerve haltnisse vorzunehmen. Den Anlaß zu diesen. Besuch dürften die letzten Reichstagsverhandlungen gegeben haben. Voraussichtlich wird auch ein Vertreter der hessischrr Regierung dabei zugegen sein- Der Direktor der Tech­nischen Lehranstalten,'Professor Hugo Eberhardt hat einen Ruf als Nachfolger von Baudirektor von Reinhardt auf den, ordentlichen Lehrstuhl für klassische und mittelalterliche Bau- kunst an der Technischen Hochschule in Stuttgart erhalten, aber abgelehnt.

Kreis Wetzlar. .

Z-Dorkar, Kr. Wetzlar, 1. Juni. PfarrerSohnrus. der seit November 1905 der Pfarrei Atzbach-Dprlar Vorsicht, tritt im Nachsommer nach Hannover über.

Hessen-Nassau.

() Marb'ura, 1. Juni. Die Flers ch er i n nung. setzte den Preis für Schweinefleisch herab. Ge>. wöhnliches Schweinefleisch kostet jetzt 60 Pfg Bratenstuckc, 80 und Koteletts 90 Pfg. das Pfund. (Unb in Gießen?; Red.) In Cappel gerieten gestern zwei kleine Mädchen beim Anzünden eines Spiritus-Puppenwch- Herdes in Flammen. Beide erlitten solche Brandwun-, den, daß man sie sofort in die hiesige Klinik ubersuhrerl mußte.

)( Alsfeld, _ ...

eine Stadtvorftandssitzung statt, zu der der Bürger­meister, die zwei Beigeordneten unö 11 Stadtvorstandsmitglieder erschienen waren Unter Mitteilungen wurde u. a. dem Ge­meinderat hur Kenntnis gebracht, daß FabrikaM Otto Diegcl anläßlich der Geburt seines jüngsten Sohnes der Stadt Alsfeld einen Betrag von 1000 Mark vermacht habe. Die jährlichen Zinsen sollen durch den Bürgermeister an bedürftige Stadtschüler durch Beschaffung von Milch und Brötchen während der Winter­monate verwandt werden. Die Schenkung wird angenommen

11009 Mark gegen 4000 Mark im vorher^elendem Jahre ab­schließt. Zunächst bemt Herr Ramspeck dem Bürgermeisicr für die Ausstellung des Berichtes und beanstandet gleichzeitig u. a. hauptsächlich die Position Oktroikontrolle. Er zieht Ij'erbei in Erwägung, daß diese Konttolle in letzter Zeit evvas mangelhaft gewesen sei. Der Vorsitzende teilt hierzu mit, daß eine schärsers Maßnahme gegen diese Mißstände bereits int Gange und haupt­sächlich die Gendarmerie hiervon Kenntnis habe. Auch hält der Vorsitzende die Ausübung der Pachtkonttolle durch ältere Personen ür die jetzige Zeit nicht genügend entsprechend, da sie trotz ihres Diensteiscrs allen evtl, vorkommeuden Zwischenfällen nicht Stand halten könnten. Ter Rechenschaftsbericht wurde ge­prüft, die Anzahl der Auslände durchgenommcn, ge­nehmigt und der Bürgermeisterei Cmtlaslung erteilt. Nach der letzthin vorgenommnen Wasserkonsumcnteuein- schätzung waren im ganzen 11 Reklamationen eingelaufen. Hiervon wurden 7 als unbegründet und 1 als zu spät eingelaufen zurück- gewiesen und 3 befürwortet. Der Stadtvorstand beschließt dem­gemäß. Ferner beschließt der 'Stadtvorstand, zu dem Betreff Geländcerwerb zum Bahnban AlsfeldNiederaula, den Vor­schlägen, die in der Besprechung in der Krone vom 19. Alai 1911 bezüglich des Erwerbes fraglichen Geländes gemacht worden sind/ zuzuslümmen. Lluch lag eine Liauidation von 440,51 Mark über den durch Wolkenbruch vor 14 Tagen entstandenen Salden am Anwesen des Bäckermeisters B. vor. Dm Vorsitzende schlägt nach reichlicher Bespreck>ung dieser und ähnlichen Angelegenlielieu. vor: Es soll zunächst eine bessere Regulierung des Bachbetts deZ Liederbachs in der Hohl vorgenommen werden, um einen, besseren Abfluß des Wassers nach der Schellengasse zu ermöglichen. Wetter soll am Mainzer Tor bei benti B.-Hause der den M.^Garten durch­ziehende Kanal in zweckmäßiger Weise verbreitert und vertieft werden. Ob dies durch Einlage weiterer Rohre ober durch Her» Rettung eines gemauerten, mit Betondeckung versehen geschlossenen. Kanals geschehen soll, soll je nach der Höhe der vorzulegendei, Kostenanschläge entschieden werden. Gesuche, um MeLerstattung von Krankenrassenheiträgen, um Aufhebung eines Pachtvertrages und Anträge auf Zwangserziehung wurden genehmigt. Zu tttzteren wird jedoch der Wunsch geäußert, die Kinder nicht in Besserungs^ Häuser, sondern wenn möglich in Familien unterzubringen.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 1. Juni. Laut einer Verfügung deg^ HosmarschallamteS in Darmstadt dürfen von heute an bie, Bewohner Friedbergs, wie auch Fremde, den Schloßparh Montags und Donnerstags besuchen. Von dieser Er-. laubniL machte heute die hiesige Bevölkerung, wie namentlich

An» StaOt und Land.

Gießen, 2. Juni 1911.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die gestrige Tagung unserer Stadtväter war nur von verhältnismäßig kurzer Dauer und von den behandelten Gegenständen machte nur der Verkauf der alten Klinik Anspruch auf weitgehenderes öffentliches Interesse. Bei der gestrigen Verhandlung darüber handelte es sich darum, estzusetzen, welcher Teil des Kliniksgeländes zum Verkauf ausgeschrieben werden soll. Man entschied sich nach ein­gehender Beratting dahin, daß nur der Hintere, etwas über die Hälfte des ganzen Geländes umfassende Teil zum Ver­kauf ausgeschrieoen und dafür eine Frist von zwei Monaten estgesetzt lverden soll. Ter nach der Liebigstraße zu ge- egene Teil des Geländes soll aus hygienischen und ästethi- chen Gründen in einen Schmuckplatz umgewandelt werden. Aus der Aussprache ging auch hervor, daß bis jetzt ein Verkaufsangebot aus b'ie KliniL noch nicht gemacht wvrden ist.

*

** Der hiesige Nationalliberale Verein hielt, wie man uns schreibt, am letzten Dienstag imKaiser­hof" einen weiteren Diskussionsabend ab. Herr Redakteur Henrich aus Wetzlar setzte zunächst seinen Vortrag über unsere Handelspolitik fort. Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache, an der sich eine größere Anzahl der Vereinsmitglieder und der Mfer-ent beteiägten, als deren Ergebnis zweifelsohne ein vertiefter Einblick der Teil­nehmer in unsere Wirtschaftspolitik hervorgegangen ist. Wie die gesamte nationalliberale Reichstagsfrattion stellte sich auch die Versammlung auf den Standpunkt: Erhaltung unserer bisherigen bewährten Wirtschafts­politik, die den einzelnen Ständen unseres Volkes Le­bens- und Entwickelungsmöglichidit gewährleistet nach dem Prinzip des Ausgleiches der Interessen der verschiedenen Stände, also wo es nötig ist eine Gewührung des Schutzes durch die Gesetzgebung ohne einseitig andere Stände stark zu belasten. Tie rege Aussprache dauerte bis Mitternacht.

** Landwirtschaftslehrer. Der Großherzog hat den Dr. Joh. Kissel zum Landwirtschaftslehrer an der Wein- unb Obstbauschule Oppenheim ernannt.

** Schlägerei. Auf dem Brandplatz kam es in verflossener Nacht zwischen jungen Kaufleuten und Arbeitern zu einer Schlägerei. Da es blutige Köpfe absetzte, auch Stöcke und Mesfer eine Rolle spielten, dürfte es zu einem gerichtlichen Nachspiel kommen.

** Wegen fortgesetzter Ruhestörung mußten in vergangener Nacht die Schutzleute fünfjunge Herren in Polizeigewahrsam verbiiugm. Alle Verwarnun­gen waren erfolglos geblieben.

** Diebstahl. Die in den neuen Abortanlagen des hiesigen Bahnhofs angebrachten G e l d au t o m at e n wur­den in vergangener Nacht erbrochen und beraubt. Etwa 20 Mk. in 10-Pfennig-Stücken fielen dem Dieb in die Hände.

Nicht 535000 Mk., sondern nur 53 500 Mk. be­trägt die Summe, die bei dem letzten Verkauf desWindhofs^ erzielt wurde.

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