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die vielen Auhnerk- .iten, welche uns anlä^, lernen Hochzeit ;pn wurden. sagen wir ^listen Dank.
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General-Anzeiger für Oberheffen
£ie „Gießener LamillrnblLtler" werden dem ,9Injciqere viermal wöchentlich beigelegt, da» „Kretsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschaftliche« Seit, frigen" erscheinen monatlich zweimal.
Nr. 141 Zweite; Blatt 161. Jahrgang
Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags. jfi® J .. A - - A T
Gletzener Anzeiger
Montag, 19. Juni WU
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitär- - Buch- und Sleindruckerei.
9L Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.-Adr^LlnzeigerGießen.
Die Sranffurtcr Univerfltätssrage.
Dir teilten schon l^rz mit, daß der für die Unioersitäts- frage eingesetzte Ausschuß der Skadtverordneten-Versamm lung zu »zranfsur^ die Vorlage des Magistrats über die Errichtung einer Stiftunysunlversitäi angenommen habe. Nachstehend geben wir die im einzelnen in dieser Cache gestellten Anträge wieder. Ter Ausschuß beantragt:
Tic Ctadtverordueten-Versammlung wolle zuslimmcn:
1. daß dicstädtischen Krankenhäuser in Sachsen- 9?uscn, das Siecke n h aus, sowie die Anstalt für -3rrc und Evilevtischc, das hngteiiifchc, das chemisch-phynologischc und palho^ logische 3n’iitut zur Mitbcnuvung für Universität-Zwecke dauernd jur Verfügung geltellt tverden und zwar unter der Bedingung, daß die für die Universiiätszreecke notwendigen Bauten und Einrichtungen — mit Ausnahme der unter 4 götianmen Polikliniken aut 11 niüeriitäldfollen, im Einverständnis mit den zuüänd.acn städtischen Behörden, hergestellr werden, daß ferner die städtische Verwaltung bei den Beruiungeu der Tirektoren der gedachten An- Halten und 3mtitutc in der in der Denkschrift 2. 27 bis 29 an- flegebenen Weise, jebod) mit der durch die Abänderung zu Antrag 12 vorgesehenen Maßgabe mitjuroirfen hat, und daß die Regelung der Hausordnung, sowie des Ärankenhausbetriebös, insbesondere auch die Bestimmilng über die Erweiterung des Ilmsanges der Universität zur Mitbenuvung zu gewährenden Anstalten, die Festsetzung der Verpflegungsstve, wie die Durchführung Dir erforderlich erachteter sozialer Einrichtungen den zuständigen nädtischen Behörden verbleibt, wobei vorzusehen ist, das; die Er- nillung der Mehrausgaben mit aller ersorderlichen Rücksicht auf die Mranfcii durchgeführt wird, insbesondere eine Vorstellung der kranken zu Temonstrationszweckcn nicht gegen ihren ober ihrer Angehörigen Witten vorgenommen werden darf:
-- daß die gegenwärtigen städtischen Aufwendungen für Gehalts-- und sonstige Bezüge der an den unter 1 und 4 genannten Anhalten und Instituten angestellten oder beschäftigten Aerztc, auch bei einer im Einverständnis mit den zuständigen städtischen Behörden vorzunehmenden anderweiten Ordnung des ärztlichen Dienstes, dauernd zur Verfügung gestellt und im Fall einer Er Höhung der städtischen Gehälter ober einer Ausdehnung des ärztlichen Dienstes, insbesondere bei Erhöhung der Bettenzahl, Entsprechend erhöht werden, wobei icdoch der Zeitpunkt und das Maß der Erhöhung und alle sonstigen Einzclbeiiimmungen der Beschlußfassung der städtischen Behörden allein Vorbehalten bleibt;
3. daß das pathologische Institut gegen Zahlung von 220 000 Mark an die Tr. Scnckcnbergischc Stiftung von der Stabt in alleiniges Eigentum und alleinigen Betrieb unter ber Bedingung übernommen wird, daß dem ncurologifchen Institut die ihm zurzeit überlassenen Räume auch ferner in ber seitherigen Weise überlassen bleiben und zwar gegen eine Iahresmiele von 1 Mark;
4. daß auf städtische Kosten in dem jetzigen Hautlrankcnbaus an ber Gartenstraße eine ch i r u r g i s ch e und eine medizinische Poliklinik als Universitätsinstitnte eingerichtet uub dauernd betrieben werden;
5. daß die übrigen Räume des eben' genannten öauttranlen* Hauses ber T h. Cternschcn medizinischen 3 t i f t u n g unentgeltlich bauernd übergeben werden, um bann auf ihre Kosten ein phhsiologlfcheS Institut als Universitäts-Institut einzurichien und zu betreiben;
6. daß der Tr. Senckenbcrgifchen Stiftung auf dein Gelände des stadtifch.n Krankenhaufcs ein Bauvlatz für die .Erbauung einer Anatomie in Erb bau unentgeltlich und dauernd übertragen wird; ' >
7. daß der Universität für einen etwa zu errichtenden größeren medizinisch'n H ö r s a a l und einen Neubau für Mikroskopier- s ä l e und Bibliothek gleichfalls auf dem Gelände des stäb- tifchen Krankenhauses '-Bauplatte m Erbbau unentgeltlich und dauernd übertragen werden:
8. daß der E. Ehr. Iüge l-§ t i ftu n g das rocfhidi vom Iügclhause gelegene städtische Grundstück in Größe von 1793 qm zum Bau eines neuen Auditorieiigebäubcs unentgeltlich und dauernd lür Universitätszwecke übergeben werde;
!•- daß der Universität ober dem Vhysilalischeu Verein dis westlich von seinem Inniluts Gebäude bclcgene städtische Grund- Mick in Große von 237-7 Quadratmeter zum Bau eines neuen Instituts-Gebäudes unentgeltlich und bauernd jur Universitäts- zwecke in Erbbau übertragen werde;
10 a) daß ber ber A tadcmie für Sozial- u n b H a n- delswissen schäft en dauernd -ugesichcrtc Betrag von jänr- lich 75 000 Mk. mit ber Maßgabe der Universität übertragen wird, daß Vorsorge dafür zu trcrcii in, daß die «Alademie für Sozial- und Handelswisfenfchaften die ihr durch die oberen ftäbtifchen Behörden gemäß Beschluß ber Stadtverordneteii-Versammlung vom 23. April 1907 Bericht 8 419 auf erlegten Verpflichtungen weiter erfüllt, wie auch beim Physikalischen Verein unb ber Scncken- bergiidjen naturforfd euben Gesellschaft gemäß bereit Zusagen, zu cnvirlcn ist, baß die Berechtigung der hiesigen Lehrer uub Lehrerinnen sowie der Schüler und Schülerinnen zur luicntgeltlichm Teilnahme an Lehrgängen, Hebungen, Exkursionen wie bisher, auch die Abhaltung der gemeinverständlichen Vorlesungen unter Anpassung aii die Bedürfnisse ber erwerbstätigen Bevölkerung nach Inhalt und Zeit unverändert erhalten bleibt;
b- daß die zur Zeit ber Akademie gewährte Zulassung der Professor en, Dozenten und Beamten zur Pensions- und Hinterbliebenen Versicherung auf die Universität übertragen wird, wobei indes au erster Stelle zu vru'cn ist, ob die Pensions- und Vinterbliebenen-Versorgung nicht durch eine selbständige bu der Universität zu errichtende Kasse zu übernehmen ist, andernfalls Vorbehalten bleibt;
c> daß bei der Reviiwn der Dotierung ber stäbtischen P e n s i o n s ka ss en der vereinbarte Sah von 10 Prozent einer Revision unterzogen wird, baß bei dem Abkommen mit ber Universität darauf Bedacht genommen wird, das; dieselbe leine günstr goren Pensionsnormen als die für die städtischen Beamten unb Lehrer geltenden Säße für Ruhegehalt und Vinterblirbe.neii-Ver- forgung gewährt und bei Anstellungs-Verträgen bei etwaiger Anrechnung von früheren Tienftjahren die bei ber Stadt m dieser Beziehung üblichen Gevflogeiiheiten eingehalten werden, daß für einen etwaigen Fall des Eingehens der Universität die Mittel für die noch vorhandenen Pensions-Ansprüche sicherzustellen sind;
11. daß die Stadtbibliothet sowie die städtische Sammlung von Nachbildungen von Kunstwerlen zur Mitbenuttung für Universitätszwecke dauernd zur Verckigung gestellt werden:
12. baß die Stadt Frankfurt c. M. 'ich bereit erklärt, einem die Errichtung einer Stiftung-. Unioenuit in hiesiger Siabt bc- trefienöcn Vertrage beizutreten, ber auf der Grundlage der Denkschrift mit der Maßgabe aufgebaut ist,
a> daß die S t a d t v o r o r d n o t e n - V e r s a m m 1 u n g angemessene Vor tret ung im Verwaltungs-Ausschuß erhält,
bj das; int Vertrage wie bei den Verhandlungen mit dem Staate gefordert wird, daß das V o r s ch t a g s r e ch t bet Ernennung ordentlicher ober außerordentlicher Professoren m ber Form, w i c es beder Akademie für Sozial- und Handelswissenscha'ten gegeben ist, beibehalten wird,
c) daß in Erwägung gezogen wird, bei Gliederung der F a ku l tä t s - V e r f a i i u u g neben der medizinischen eine juristische
naat-wissenschaftliche, eine philosophische und eine naturreinen schaftlich-mathemati'che Fakultät zu bilden.
ck- daß Verpflichtungen ober finanzielle Leistungen seitens der Stabt über die zu den obengenannten Punkten 1—11 aufgeführten nicht übernommen werden, insbesondere für notwendig werbende Neu, Um- und Erweiterungsbauten für Universitätszwecke leine städtischen Mittel in Aniprum genommen werden dürfen, daß vielmehr der finanziellen 2lusstattung der SrfHimg3-Uniocriit.it übcrlaijen bleiben muß, bic geeigneten Garantien dafür zu finden — sei cs durch Bildung eines hinreichenden Rücklagefoiids, fei es durch anoere Mittel der Sicherstellung daß auch in Zukunft die wachsenden Bedürfniffe ohne Zuhilfenahme städtischer Mittel befriedigt werden können.
Der Zwcckverband Groh-Verlin vor dem Herrenhaus.
Die Kommission des Herrenhauses, die über die beiden Zweckverbandsgesetze zu beraten Halle, hatte ziemlich aus- gedehnte Verhandlungen gepslogen und an den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses eine Reihe von Aenderungen vorbenommen. In der Sitzung a>n Samstag, die eine rech! Harke Besetzung des Saales zeigte, erstattete zunächst Gras von der Schulenburg-Angern für die Kommission Bericht. Milberichterstattcr war Oberbürgermeister Köric-Kvnigsberg für die Minderheit in_ber Kommission, die den Entwurf ab- lehnt und an dessen stelle eine Eingemeindung sämtlicher Vororte in Berlin wünscht. In einer längeren, stellenwctsc ziemlich temperamentvolleit Rede setzte der letztere Redner den Standpunlt der Minderheit auseinander, die in dem Zweelverband, wie ihn die Vorlage vorsehe, den Anfang eines Verwaltungsbezirles Groß-Berlin mit einem Lber Präsidenten an der Spitze und darum einen schweren Eingriff in die Selbstverwaltung der Städte sieht. Herr Körte schloß seine Warnnngsrede mit dem frommen Wunsch: Behüte uns des Kaisers Hand — vor Groß-Berlin und Zweck- verband! Minister v. Dallwitz versuchte diesen Darlegungen entgegenztitrelen. Eine zwangsweise Eingemeindung der jetzt blühenden Vororte sei ein Schritt, den die Regierung nicht verantworten könne. Weiter bestritt der Minister, daß das Prinzip der städtischen Selbstverwaltung verletzt werde. Die Lpser, die von den einzelnen Gemeinden gc Pracht würden, würden nicht gebracht zugunsten des Staates, sondern zugunsten einer neuen Selbswerwaltungsresorm.
Die eigentliche Oppositionsrede hielt dann der Ober bürgermeistcr der Reichsbanptstadt. Herrn Kirschners Darlegungen gipfelten in einer schweren Anklage gegen die Regierung, die seit 1893 den Eingemeuidungsgedanlen über Haupt bctämpst habe, wodurch Berlin erst in seine prekäre Lage gebracht worden sei. Das Berliner Stadtobcrhaupt bezeichnete die jetzigen Zustände als kaum noch erträglich und meinte sogar, daß die Zustände im jcligcn römischen Reich demgegenüber noch ideal gewesen seien. Herr Kirsck'- ncr plädierte dafür, daß man der organischen Entwickelung ihren freien Laut lassen solle. Sei erst ein Anfang zur Eingemeindung gemacht, dann würden die anderen Gemeinden, die sich jetzt noch weigern, von selbst nachsolgcn. Er lehnt zwar einen Zweckverband an sieb nicht ab, aber in der Vor läge siel t er nicht nur keine Lösung der Schwierigkeiten, sondern geradezu ein Hemmnis. Der Redner wendet sich sowohl gegen die räumliche Abgrenzung des Gebiets wie auch gegen die fachliche Abgrenzung der Aufgaben und be mangelte, daß die notwendigstem Uebelstände nicht beseitigt würden. Man bedürfe vor allem einer Einheit für die Wasserleitung, die Kanalisation und die Beleuchtung. Auch eine anständige Bodenpolitik könne solange nicht getrieben werden, als nicht ein einheitliches Gemeindewesen geschaffen sei. Zum Schluß i,iclt Oberbürgermeister Kirschner öer Regierung eindringlich entgegen, das; in ihrer Schätzung der Selbstverwaltung in Theorie und Praxis ein gewaltiger Unterschied sei. Schritt für Schritt würden immer mehr Gebiete der Selbstverinattung entzogen, und es sei zu fürchten, das; der Grundgedanke der Seinschen Stadteordnung gefährlich ins Wanken gerate.
Dem Stadtoberhaupt von Berlin folgte das von Ehar- lottenburg, Herr Schustehrus, Der natürlich den entgegengesetzten Standpunkt vertrat und sich stark zur Wehr setzte, das; die Vororte zu Berlin geschlagen werden. „Nicht von Berlins Gnade sind wir groß'und stark geivorden, sondern von des Reiches Gnaden", das war der Kernpunkt der Rede des Eharlottenburger Oberbürgermeisters. Als vierter kam dann Oberbürgermeister Adickes zu Wort, der in einer ausgezeichneten Rede die Slädtepolitik der Großstädte beleuchtete. Die Frage des Zweckvcrbaudes sei überaus schwic rig, und er würde fast wünschen, daß man jetzt noch nicht vor die Entscheidung gestellt wäre . . .
Die Versicherung der Privatangestellten
wurde am Sonntag auf den Tagungen zweier großen An gestcllten-Vsrbände besprochen und führte bei beiden zu entsvrechenden Entschließungen. Aus dem von dem dcutsch- naltonalen Handlungsgehilfen - Verband abgehaltcnen 12. deutschen H a n d l u n g s g c h i l s e n t a g zu Breslau wurde dazu folgende Entschließung angenommen:
..Der 12. Tcntiche Hanblungsgchilfcntag begrüßt ben dem Reichstag vorgelegten Entwurf eines Berficheiungsgefeves für Angestellte, bei geeignet ist, die langjährigen Angestelltenreünicke nach ihrer und ihrer Angehörigen Versorgung ber Erfüllung näher zu bringen. Ter Handlungsgehilfentag erkennt dankbar bic rer- fchiebenen Verbefserungen an, bic biefen Gesetzentwurf gegen den vorigen Entwurf auszeichnen, bedauert dagegen, baß wichtige Ior berungen des Hauvtausfchuffes Berficherungsgrenze, Anrechnung bei Stellenlosigkeit, Beiträge unb Leistungen, Ausdehnung ber Verfichernngspflicht u. a. für die staatliche Pen stonsverficherung noch nicht verwirklicht werden. Der Handlungsgehilfentag schließt sich biefen Forderungen an und bittet den Reichstag unb Bundes rat, sie bet^ ber eiibgültigcn Gestaltung des' Gesetzes zu berücksichtigen. In der Zulassung von Erfatzkassen erblickt der Hanb- lungegehilfentag eine überaus bedauerliche unb cinfdmcibctibc Verschlechterung des Gesetzentwurfs von weittragender Bedeutung und ersucht den Reichstag auf das dringendste, die Paragr. 367 bis 377 jii streichen. Tie Zulassung derartiger Ersatzkaifen wird zu einer Risikenauswahl führen, die bic davon betroffenen Angestellten und die Gesamtheit der übrigen Versicherten in Der Reichsanstalt emp'indltch benachteiligt. An den Reichstag und den Bundesrat richtet der 12. Deutsche Handlungsgehilfentag bas bringenbe Ersuchen, alles daranzusctzen, die nach seinen Forderungen verbesserte AngestclltenversichLrung noch vom gegenwärtigen Reichstage verabschieden."
Die zu Nürnberg tagenden deutschen Sanfbcam* ten beschlossen dazu folgende Entschließung:
„Tie am 18. Juni 1911 in Nürnberg tagende 10 ordentliche Hauptversammlung des Vereins deutscher Bankbeamten bankt der Reicksregierung für ben Plan, bei bei Einführung der allgemeinen Privatbeamtenverficherung jene Kaffen als Erfatzinstitute znzulasfen, die ben Nvrmativbestinimungen ennprcdicn. Die Ver- tammlung richtet die dringende Bitte an Die gesetzgebenden Körperschaften, biefen Vorschlägen zustimmen zu wollen und erklärt, daß es ein Gebot bei Billigkeit ist, den ermähnten Mafien bic Annahme neuer Versicherungen auch nach Verkiinbigung des erwähnten Gesetzes zu gestatten. Tie Bersammlung hofft, daß auck bicicmgeii Firmen, bic der allgemeinen Bankbcamtenkasse noch nickt angeboren, sich mit ihren Angestellten nunmehr der segensreichen Einrichtung ansckließen werden, unb begrüßt es lebhaft, daß sich diese letztere so segensreich entwickelt hat."
politische Tagerscliau.
Tie Ernctierung des Privilegs der Bank von Frankreich.
Da das französische Banlprivileg in nächster Zeit abläuft, hat fielt der französische Handelsminister veranlaßt gesehen, eine Umfrage zu veranstalten, nackt welcher Richtung im Handelsverkehr ck.rlcichterungen eingeführt werden könnten für den Falt, daß das Privileg erneuert wird. Das Ergebnis dieser Umfrage, die an die bedeutenderen Handelskammern und Interessengruppen gerichtet war, ist kurz folgendes:
Von 148 Hanbelskaminern haben sich 102 kurz und bündig für die Aufrechterhaltung des Privilegs der Bank von Franireich, so, wie es zurzeit ist, ausgesprockten; 40 Kammern erklärten sich zwar im Prinzip ebenfalls für die Aufrechterhaltung, knüpften aber an diese bestimmte Wünsche und Forderungen. Im gleichen Verhältnis stand die Zahl der Antworten der verschiedenen Interessengruppen. Dte Forderungen und Wünsche, die geltend gemacht wurden, erstreckten sich in der Hauptsache: 1. auf die Verlängerung der Dreimonatssrist bei der Diskontierung von Wechseln, die. in den französischen Kolonien und in überseeischen Lätü' beim zahlbar sind: 2. auf die Einschränkung der Zahl der notwendigen Unterschriften auf den Diskontpapieren, sowie auf die Möglichkeit des Ersatzes einer Unterschrist durch die Deponierung von Wertpapieren; 3. auf dte Erleichterung der Lombardierung gewisser an der Börse eingesührter Industriepapiere, sowie gewisse ausländische Valeurs. 4 auf die leichtere Abwicklung des Scheckverkehrs für den kleinen Handel und die Heine Industrie; 5. auf die Vermehrung der Zahl der Filialen und der Hilfsbureaus.
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Das Ergebnis der englischen Volkszählung.
Die nunmehr bekannt werbenden Ergebnisse der englischen Volkszählung berichten über einen Zuwachs der Bevölkerung von 10,9 Proz. Seit der letzten Volkszählung im Jahre 1901 ergibt sich ein Zuwachs von 3 547 426 Personen. In auffallender Weise macht sich der lieber- s ch u s; d e r w eib l i ch e n B e v ö I k e r u n g über die männliche in Etigland geltend. Im Jahre IbOl betrug die Gesamtzahl der männlichen Personen im Vereinigten Königreich » 254 735, die der weiblichen 4 637 801, woraus hervorgeht, daß auf ie 1000 männliche Personen 1057 weibliche kamen. Hundert Jahre später, im Jahre 1901 betrug die Gesamtzahl der männlichen Personen 15 728613, während sich die Gesamtzahl der weiblichen Beoölierung auf 16 799 230 belief. Hiernach kommen auf je 1000 männliche 1068 weibliche Personen. Nach der gegenwärtigen Zählung beläuft sich die Gesamtzahl der Bevölkerung aus 36075 269 Seelen. Hiervon gehören 17 448 476 dem männlichen und 18626 793 dem weiblichen Geschlecht an, was eine Mehrheit an weiblichen Personen von 1 178317 ergibt, ein Umstand, der den englischen Soziologen zu denken gibt. Aber noch andere Perspettiven eröffnen sich ans den Ergebnissen der Zählung. Vor 30 Jahren noch betrug die Beoölleru'.ig der Städte 68 Prozent der Gesamtbevölterung, nunmehr ist sie auf 78 emporgeschnellt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 19. Juni 1911.
" Landes Universität. Ter Großherzog hat den Sekretariats-Assistenten Wilh. E r l e in Gießen zum Universitäts- Sekretär an der Landesunioersität ernannt.
** TaS Personalverzeichnis der LandeS- universität für das Sommersemester 1911 ist erschienen und für 20 Pfg. zu haben.
” S5e(tätigtet Beigeordneter. Ter Großherzog hat die Wahl des seitherigen Stadtbauinspektors Ernst Weil zu Sst'enbach zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach bestätigt.
” Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu AnnL- rod, eine mit einem ltith. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Genieindeschule zu WeiSkirchen, eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstelle an der Gemeinde, schule zu Bieber (Rr. Offenbach), die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Petterweil. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden.
** Kreisamtspersonalien. Der Großherzog Hot den Kreisrat des Kreises schotten. Geh. Regierungsrat Karl Theobald Schön selb, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an m den Ruhestand versetzt unb ihm aus diesem Anlässe die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, den Vorstand des Polizeiamts Darmstadt, ' Regierungsrat Tr. Eng. Kranzbuhler, zum Kreisrat des Kreiies -Schotten, den KreisLintmann bei dem Kreisamte Mainz, Regierungsrat Hch. Genu es, 5um Vorstände des Polizeiamts Darmstadt unter Belassung des Titels „Regierungsrat", den Kreis amtmann bei dem Kreisamte Worms, Regierungsrat Ernst Werner, zum Kreisarntmann bei dem Kreisamte Main; unb ben früheren Kreisarntmann bei dem rfreisamte Alsfeld, Paul Emmerling, zum Kreisarntmann bei dem Kreis- amte Worms ernflssi.


