Ausgabe 
16.2.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

Partei.

Land in .Hand mit dreier äußerlichen Gestaltung, all deren Einzelheiten zu ertvähnen, hier viel zu weit führen würde, ging auch die innerliche, die Bearbeitung der Dichtung selbst, die mit gutem Geschmack und ohne Gewalttätigkeit maßvoll gekürzt war, wie es eben bei einer Aufrührung nicht anders möglich ist. Der ganze, ungestrichene Faust ist nicht für dre Bühne, der muß vor unserem geistigen Auge erstehen,weirn in unsrer engen Zelle die Lampe freundlich wieder brennt". Tamil ist zugleich getagt, daß die Darstellung auf den Brettern immer nur rein an sich eine bedeutende Leistung sein kamt, _ nicht aber unbedingt, denn die letzten leijLN Schwingungen zwischen Werk und -seele bleiben der

Alter wurde van Lore Scholz mit köstlicher Gefälligkeit ge­spielt Auch die anderen alle hatten ihr wohlgemestenes Anteil, namentlich noch Karl Do Ick, der den dämlichen Famulus mrt ganz hervorragend guter Maske wiedergab.

Aber auch das, was hinter der Bühne wirkt und webt, müßte hier genannt werden: Maler, Beleuchter Maschinist, kurzum alle, die an der Borstellung mitwirkten nach ihrem Terl. Erwähnt ei vor allein noch, daß die neuen Dekorationen von Dheater- meister Pra sch, Maler S ckw ed ler und Schnurmeister H ar p-- recht in den Theaterwerkstätten hergestellt wurden und daß öie Lichtsviele von Beleuchtungsinspektor Keim eingerichtet waren. Die Zuschauer harrten noch lange nach L-ckstuß der Vorstellung und riefen den Direktor und seine Künstler immer wieder an die Ramvc. * K"

Geehrte Redaktion! w ..,

Da mir 'zwei Gegner gleichzeitig die Ehre erweisen, fick acacii meine Auffassung vom sozialdemokratstchen Programm »u kveLn erlaube ich mir folgendeszu bemerken (da ick meinen Aktenschrank nicht mitiühre, beschränke ich mich vorläufig auf

werden.

Otxn übrigen ist uns heute wieder ein ganzes Bün­del von Zuschriften zuaegangen. Selbstverständlich waren imd sind wir gerne bereit, auf die gestrige Einsendung der wirtscha tlichen Vereinigung auch die beteiligte Forl- schrittspartei ,yunt Wort fommen zu lassen, aber wenn cm auswärtiges Mitglied dieser Partei auf eigene Verantt Wortung uns heute ein 7 lange weiten umfaßend Manuskript zuqehcn läßt, in dem namentlich die Vorgänge bei der Beratung und Ablehnung der Erbschaftssteuer noch einmal gar zu ausführlich besprochen werden, ,o glauben wir. nicht, daß der Abdruck solcher Zuschriften im Juteresfe ber Sache liegen würde. Eine andere Einsendung beschäf­tigt sich mit angeblichen Aeußerungen eines christlich- sozialen Führers, die dieser am Biertisch gemacht haben soll Auch auf deren Mitteilung werden die Leser hossent lieh amx Verzicht leisten. Im Zusammenhang damtt dürfen wir wohl mitteilen, daß nach unseren Informationen der Kandidat der wirtschaftlichen Vereinigung, Herr Dr. W e r - 'n er beabsichtigt, gleich den übrigen Kandidaten, hem nächst auch in der Stadt Gießen sich vorzn,teilen.

Zunächst also der erwähnte parteiamtliche Bericht über die nationalliberale Wühltätigkeit:

Nationalliberale Wahlversammlungen.

" Herr Krumm, der Gießener sozialdemokratische Führer, schreibt uns aus scheinlich auf einer Agitationsreife weilt.

U l r i ch st e i n , 15. Februar 1911.

Auö dem Reicbstag$roaf)lfampf in Gietzen-Grünberg-Nidda.

Da es für uns sehr schwer und oft unmöglich ist, mit unseren Berichterstattern alle Wahlversammlungen auf d'm Lande, genau zu verfolgen, um ein richtiges V/ld darüber geben zu tonnen, jo wollen wir heute dem Vorstand der national liberalen Partei wieder einmal : baä Wort geben, Her uns um Ausnahme der folgenden Einsendung über national liberale Versammlungen bittet. Wir tun dies umso bereitwilliger, als es von allgemeinem Interesse ist über die Bemühungen der Parteien ein zu,ammenfanendcs Bild ni bekommen. Wir erklären uns bereit, auch den anderen Parteien v o n Z e i t z n Z e 11 zu einer summari- sckien Berichterstattung das Wort zu geben, wobei wir nur wünschen möchten, daß diese Einsendungen recht kurz und ganz sachlich gehalten fein mochten. Wo diese .Haltung nicht vollkommen beobachtet wird, muffen mir natürlich etwa getroffenen Gegnern Gelegenheit zur Gegen äußerung geben. Es ist nicht unsere Absicht, das ut Wahl­versammlungen etwa Gestattete durchweg auch in uuicrem Blatte zuzulassen; nur der rein sachliche, auch in der Form einwandfreie Widerhall davon soll von uns imtgctcilt

Die zehn kostbarsten Bücher der wett.

In der Newyorler Sun beschäftigt sich R. H. Todd mit der Frage, welches wohl die zelm kostbarsten Druckwerke seien, die man gegenwärtig besitzt, und er stellt eine interessante Liste auf, in der er Die Bücher, die er fur die kostoarsten der Welt halt, ansührt. Tas wertvollste gedruckte Buch ist nach feiner Meinung Die Gutenberg-Bibel, die in Mainz herauskam das erste gedruckte Buch überhaupt. Ter gegenwärtige Wert dieser ehrwürdigen Incunabel läßt sich nur schwer bestimmen, benn m jüngster Zeit ist überhaupr lein Band zum Verkauf aiigebotein worben, unb die Preise sind in einem bestandigm voberittigen begriffen. Im Jahre 1884 brachte em Band in, London ^8 000 Mark: 1897 wurde das Asburnham-Exemplar für 80 OOO Alk. verlauft Ter jüngst verstorbene Bibliophile Robert fr, Hoe, dessen großartige Biblioihek demnächst versteigert wird nahm an, daß der Preis einer Gutenberg-Bibel, wenn eine solche ioieder auf den Markt kommt, heute wohl 200M0 Mk vetragen werde. Nach der Gutenberg-Bibel Mrt Robert H. ^odd, der eme lUto- rität auf dem Gebiete seltener Drucke ist den Pfalter van 14 5 7 an das erste Buch, das mit einer Zeitangabe gedruckt wurde. Auch der' Preis dieses Inkunabel kann heute auf wenigstens >00000 Mk beziffert werden. Ein Exeniplar desselben Pialters, ha« aber von 1459 datiert war, wurde von Quaritfch vor einiger Zeit in London gekauft Tas Buch ging damals tu den Bentz oon Theodore Irving in Oswego über und kam bann nut ieiner Bibliothek in die Hände von I. P. Morgan, dessen reichhaltige Sammlung es nun ziert. An dritter Stelle der^Liste erlernt ber Bericht von der Geichickite von -L r o i a', von xm ersten englischen Trucker William Caxton in den Jahren 14V9 bis 1471 gedruckt; es ist das erste Truckwerk, das in englischer Sprache erschien. Nur wenige Exemplare dieses Werkes sind bekamst, unb unter diesen wenigen ist wieder nur eine kleine

Gietzener Stadttheater.

Faust.

Der Tragödie erster Teil.

Gießen, 16. Febr.

Gewichtige Gründe sprechen gegen die Teilung eines Werkes, das als ein Ganzes zu sehen, uns Ueberlieferung und Gewohnheit gelehrt hat, aber wenn aus dieser Teilung ein schöneres. ge­waltigeres entsteht, als es sonst je möglich wäre, dann niuffen Heine Bedenken vor den großen Gesickstspmikten zurucktreten. Schiller hat die überguellende Fülle |eines, Wallenfteiudramas mit rasckstw Hand in zwei Teile geteilt, obschon der zweite die Lösung des ersten bedeutet: wievielmchr ist sie bei Goethes Faust gestattet, wo keinerlei Handlung unb feine Spannung zer­schnitten wird. Unb lucnn irgcnblvo, bann müfsen hier philologische Rücksichten vor den küiistlerischen schweigen, gleichwie des Famulus dürftig« Geschwätzigkeit vor der machtvollen Geifteskrast Wines grübelnden Meisters. Taß die Leitung einer Heinen Buhne diesen Schritt gewagt hat, ist nicht ihr geringstes Verdienst an der eindrucksvollen, bis ins kleinste ausgearbeiteten Aufführung, die gestern und vorgestern die begeisterten Theaterfreunde zu außerordentlichem, hier kaum gewohnten Beifall an trieb. Zwar unterliefen Heine Störungen, zu laute Anweisungen an Souffleuse und Beleuchter und bei den Arbeiten hinter der offenen Bühne ging es nicht immer mit der wünschenswerten Ruhe zu, aber solclfe zufälligen . Fehler sind bet der für unsere Verhält­nisse ganz außergewöhnlich glanzvollen Einrichtung unb- Aus­führung von herzlich geringem Belang. Was bühnentechnisch geleistet werden kann, das war geleistet worden und zwar mit einem Bedacht und einem Aufwand, die. der uneingeschränkten Anerkennung im vollsten Maße wert sind.^Bilder von wahrhafter Feinheit waren zusammengestellt worden, Ausstattungen von blen­dender Fülle unb Wirkung, wie der Himmel, der Spaziergang, Auerbachs Keller, die Hexenküche, Garten, Straße, Am Brunnen, Dom, und vor allem die fast sinnverwirrende Walpurgisnacht mit ihren Lichterspielen und ihrem glanzvoll üppigen Feuerwerk.

Vorigen Samstag fanden sehr gut besuchte nationalliberale Dählerversammlungen in Taubringen und Stauf e n - berg statt. In beiden entwickelte Herr Pros Dr. Gifeviu- in ruhiger, sachlicher Weise fern Programm und sand den Beifall eines größeren Feiles seiner Zuhörer. In Staufenberg sprach 'außerdem Prof. L u l e y, in 2 a u b r i n g en Herr Rechts­anwalt Kaufmann unb Herr Pro,. Krausm ul l e r unter bem Vorsitz des Herrn Forstassessor Baader ans ~ollar. Der Vor­sitzende wies einleitend darauf hm, daß aus dem an demfelbeii Tag im Gieß. Anzeiger erschienenen Treilinntgen Wahlaufruf für Herrn Psarrci. Korell zu entnehmen sei, daß öic <yort ' chri11licke Volkspartei anscheinend nur eine Partei fnr hic sie zu bekämpfen habe, die nationalliberale,

Ücher^ParlcLViogramm f vricht wohlweislich von k a V i t a - l i st i s ch c n Produkiionsmitteln. Hält auch nur ein bentenber Mcnfch die Betriebe der kleinen Landwirte Hand werter, G e w c r b e t r c i b c n b e n für kapital t ft 11 m Warum wollen wir beim enteignen? Dock nicht nur emer SchiuUe wegen ober aus Bosheit, mnbern um ben Arbeiter wilder n den Besitz der Arbeitsmittel zu fetzen. >ie oben genannten sind aber schon im Besitze ihrer Arbeitsmittel nnd bei idieii nrnri Enteignung einfach Berr ü ck t h c i t. ybnen burftc man gans ruhig überlassen, sich die Vorteile des gememichaftttchen Groß- betricbs anzusehen und nach meiner A"NKung wurden sie n d)t allzu lange zögern, sich freiwillig der oolltommenen nno pioduktiveren Arbeitseinteilung anzuschlietzen.

Wenn wir her Ansicht sind, daß die Herren Großkapital sten allmählich den Nlcinbetrieb aufsaugen, den einen Ten mjneiicr, den anderen langsamer (Sehen <2ic M, die

Resuliate der jeweiligen Gewerbezahlungcn an), deswegen können Sie uns doch nickt vorwersen,. daß wir die Meinen TaS besorgen dieGroßen" heute ,chon mit Eifer und Geschick und alle die Klagen aus Mittel,tands- usw. Kreisen sind nichts wie Notschreie gegen die kapitalistische Umklammerung^

Sie fragen, wo die Grenze liege, wo dukapttalchNcke Betrieb anfange. Tarauf antworte ick: Wo er über da^, nach vernünftiger Lebensweise für die Familie Notwendige vroduzi-ert. Tas braucht man nicht zu eng zu fa,|en unb kann die Grenze recht weitherzig ziehen; um 1 o mehr, da ja alle§ genug da ist Wir leben ja in einer Zeit des Ueberfluiie;-', alle ~agcu Läden usw. sind überfüllt, die Grenzen müssen geschloiicn und bewacht werden, damit uns 'andere Lander nicht noch ihren Hebet fliiR heteinschleppen es fehlt also nur an K a n f k r a f 11 g e n und an diesen nur, weil die Bentzer der Arbeitsmittel ^ur fich einen recht großen Ertrag der Arbeitihrer Leute crnftccfai, ihr Kapital vermehren und ihr Heber,luB auf der anderen Seite als Manko den Warenmarkt ungünfhg beeinflußt.

Bon Jahr zu Jahr wird die Zahl der von ihren Arbeits- 1 Mitteln getrennten Menschen größer und mit dreier ^rennung ist dauernde Abhängigkeit, u"j!

Lage und moderne V e r s kl a vu n g. sicher verbunden. Es werden also immer weniger Leute sein, die Jnteresse^an der Aufrechlerhaltiing der Produktionsmittel in PrtvathMden haben und diese heuie schon m der Minderheit befindliche Volks- schicht kann sich auf die Tauer Nicht damit begnügen, die all­jährliche Vermehrung des Nationalvermögens aus der Ferne zu schauen. Gin Staat nut einer kleinen An-ahl Besitzer der Arbeitsmittel unb auf der anderen sette eni Milttonenheer abhängiger, besitzloser (d. h. der Arbeitsmittel) Menschen wird rettungslos dem Untergange zutreiben.

Wenn wirMarxisten" glauben, daß das Großkapital in seinem ununterbrochenen Siegeszuge nicht auizuhalten sei, waren wir Heuchler und Schwindler, wenn wir den kleinen BclitzLrn versprechen würden, daß toft ihnen dauernd helfen tonnten. Wo haben denn Ihre Parteien dem Mittel- und Kleinftande ichon wirk­samen Schutz angebeiben lassen? Ja, wenn mit großen Worten, mit glänzenben Persprechungen geholfen wäre, dann mailchierten die Äntisemiten sicher an der ispitze aller Mittelstandsfraundc. Haben wir ganze Schichten von Handwerkern durch technifche Ueberlegenheit der Großbetriebe ruiniert?, haben wir i- 23. Den mecklenburgischen Bauern ihr Eigentum ani Grund und Boden genommen'; haben Sie nickt durch 400 Millionen neuer in­direkter Steuern den kleinen Leuten in erster Linie IO Milliarden

Bühne stets versagt. Ihr Wert muß also gewisternuißen losgelost von dem Kunstwerk betrag et, muß mit dem .\tuiiltroerf ver- i glichen, an ihm gemessen werden. Tie beuge Tarsteilung braucht i diesen Verglcick/nickt zu scheuen, denn nur den ihr zur Verfügung . stehenden Kräften hat sie geleistet, was irgend nur damit geleistet werden lann. Der Erfolg war in allererster Lime ein Erfolg der Bühnenleitung, ein Erfolg Sireftor e>t ein g o et t er » , ber sowohl die Bearbeitung als auch die Emrichtung beiorgt hatte und nach Schluß der Vorstellung lebhaft gerufen und mit fast endlosem Beifall begrüßt wurde. Der Erfolg war in heißem Bemühen ehrlich errungen und wir wurden uns freuen, wenn er ein Ansporn zu weiteren Taten würde. Taten, über die auch die strengste Kritik nur Worte der Anerkennung sande, und für die jeder Kunstfreund von Herzen dankbar wäre.

Das große Wollen der Leitung hatte auch die einzelne iUcit= wirkenden zu einheitlicher Durchbildung begeistert, und wenn im Einzelnen dies oder jenes zu beanstanden ist, io beeinträchtigt das nickt das große, wohlgelungene Ganze

Tas Vorspiel auf dem Lheater eröffnete den Abend mit verheißungsvollem Ton. Hermann Bakof war ein praqtiger Direktor, Karl Marx, in zu lugendttcher Maske em warm­blütiger Dichter. Mehr Beweglichkeit hätte btto schwarz als luftige Person zeigen dürfen. Der Prolog litt etwas uttter der zeitweisen Unverständlichkeit des Herrn, den Hermann B a k o f mit vorzüglich anaepaßtem Pathos iprach, und an dem allzulauten Auftritt des Mephistopheles, der auch darsteltcrifch Abhängigkeit von der Gottheit nicht außer Acht lassen darf, bic drei Erz­engel wurden von Eva Guhne, Hilde The de und Olga Nie tz schm a nn sehr hübsch gegeben.

Richard Bruno spielte den <yault. Er spielte ihn gut, klug im Geiste, zerrissen, grübelnd, suchend, hoffend, lauchzenb, aber er spielte ihn. Ein wenig weniger Lviet wäre mehr «eben gewesen, obgleich er als Ganzes betrachtet, gewiß kemc unebene Leistung war unb namentlid) in seiner Sprache prächtige Wandlungsfähigkeiten bewies. Kurt Gühne, schon am ersten i Abend offensichtlich unpäßlich, hatte sich am zweiten wegen Heiser­keit entschuldigen lassen. Sein Mephisto war aber trotzdem eine Leistung von blutvoller Lebendigkeit unb sckielendem Hohn, brr abS Leiter unb Lenker über allem schwebte. Ein lieber, schüchterner Schüler war Kurt Goldberg, voll naiver Grazie. Trrektor Steina o ett er wrack den Erdgeist markig und emdrucksvoll. aber der zischende Dampf ließ nnch kaum die Hälfte feiner Worte verstehen. Allerliebst und innig beseelt war Franzi Ä oj als Grethchen Ihre Erscheinung unb der Schmelz ihrer ^timmc naüten vorzüglich zu dieser erhabendsten aller dichterischen grauen- glatten die so ganz in ihrer Liebe lebt und leibet Kernhaft roar Karl Ac a r x als Valentin, ganz Soldat unb Ghrenmann. Die Nackbarui Mcartche Schwerdtlem, die Frau un gefährlichen

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..X X., »rfiht't*,, Hnin ttttit Steindruck»« R. Hange. Rcöatiion, Lrpedilion und Drucker.« Schulftratze 7. Land": E-Heß; für den

Annahme von Anzeigen Rotationsdruck und Verlag der vruh! schen Umv.-Vuch: und btemoruaerei n. Lange. nevu» , v Anzeigenteil: H. Beck,

für die Tagesnum.ner vüdinaen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhosstrahe Iba. _____________ _

bi5 vormittags 9 Uhr. 9 " ----- ----;

Di° AusMdru^H^ »Urten sehr beiiHIin antwort üi-r die B.rft-aU.chun, der Prt>du.ti.n--ttM>.

genommen. In der Diskussion, die von trenmmgen dubrerrt in Ta ick ringen eröffnet wurde, stellte sowohl ^rr.Prof.I. Gisevius als auch die anderen Redner verschiedene persönliche Vorwürfe, die schon wiederholt bei anderen Gelegenheiten bi l richligt worden waren, hier aber trotzdem wieder voraebracht wurden, nochmals richtig. Unter anderem wurde ^brudhd) festgestellt, daß Herr Prof. Gnemus keinem soirtschasi ickun Jnteresfenverband iBund der Landwirte, Bauerii-, Hm.|abund' als Mitglied angehörc, daß er ickon,letzten Gommer ber Jia lonal- liLcralcn Partei gegenüber fick ichrutttch bereit erNart, der Natio­nalliberalen Reichstagsfiaktion beizutretLN. Im -aufe, bii batte erklärte der freisinnige Redner aus ^.aubringcn, bQl> 11 n .

leinen Uniitänöcn die n a 11 o n a 111 b e r a le * a r 1 auf bic Stichwah 1 hilfe des Fortschritts gegm die Sozialdemokratie zu rechnen habe.

B e r f l o s s e n e n S o n n t a g hielt die hiesige Natton'', libe­rale Partii sechs Verfaniniliingen m R u d din gl)a u | 'n., Weitershaiifeii, Bernsfeld , Atze n ha i n , Stang en r o d und L c h nhei m ab. In lüm. dieser Seranftaltunaen bii durchweg gut, zum Teil vorzüglich besucht waren, entwickele Herr Prof Gifevin» fein Programm. Er erntete reichen Beifall. Zumeist schloß sich noch eine Aussprache an infolge -ln,ragen politischer und wirtschaftlicher Art aus.der .^otcr)djart. * ipigtc es sich, daß der Kandidat einesteils vielsach das Bertramn voll Wählern aus bisheriger Bekanntschaft besitzt und andernteile durch feine gerade dem Landwirt wertvollen Mcnntniiie, bic u in schlichter Form darzubieten versteht, das vertrauen der Land- beöölterung gewinnt. Ansprachen hielten in dtei«m Beuamm- langen noch die Herren Rechtsanwalt Kaufmann, Prof, .trau» müiler, Redakteur Ackermann und Proi. Lulen.

Gestern sDienstaa) fand in R ö b g c n eine ^alüerDcriamnt- lung statt, die von der Natlib. Parier veranstal et war. ^cr Be uch litt etwas unter einer vorangegaugeneii Holzvetstergerung. Prof. Lulen entwickelte für den verhinderten Kandidaten, Herrn Prof. Gisevius, in 1'ststundrger Rede denen Programm ier unter starker iozialdemokratrscher Begleitung erichienene , o ^a l^ demokrati s.ck eKandi d a t He r r B edm an n, griff bann in bic Tiskussron ein, die sich brs l-1 i Uhr hinzog.

5)crr Beckmann, der alles Mögliche in die Debatte jog, unter- lien namentlich, wie das ja so ort uortontmt, öo-j wrrticksasi- sichc Programm der Sozialdemokratie, die Verstaatlichung von Grund uni) Boden, Maschinen, Werkzeuge usw., darznlegen. -as wurde bann von der Gegenseite unter Bezugnahme auf einen gleichen Tage im Gießener Anzeiger erschienenen A>ttkel, von dem Referenten nachgeholt. Herr Beckmann 'uchte sich wteb hinter das Worttavitalistisck" zu verschanzen, >r st^ertteß - aber ivieber, die Grenze zwncken tapitalistnch und nicht taprta- listisch anzugeben. Mit einigen Phrasen ging er darüber hinweg. Auch spielte sich der Vertreter ber Sozialdemokratie, die ja b"nder­mal erklärt hat, ausschließlich A r b e i t c r u a r t e Vertreter der anderen Berufs,tanoe, n: ?ock, nach der Manschen Lehre rettungslos dem Untergang geweiht sind, aus. Als otr Referent das Schlußwort begann, zog Herr mit feiner ßskreuen Schar von bannen. Wenigstens m einem Punkt aber, in dem Herr Beckmann die Ricktigieit der Ausfulsrungen de^, Redners Beitritt, sei für die Zuhörer in Rödgen und andere, die etwa nicht völlig unterrichtet sind, nachstehende Abschrift aus dem Bericht der Ersten Kammer mügetcilt. ,'ocrr L. betritt, daß bei Meinungsverschiedenheiten in hessischen Budgettragen auch nach erfolgter zweiter Zurückweisung eines Punktes an die Zweite Kammer diese die Entscheidung über den betreffenden Posten im Budget habe. In dem Bericht'steht ausdrücklich Seite o Unb 6:Tie Entscheidung liegt, sofern mit bieien Re- fommunifationen eine Verständigung zwischen beiden Kammern nickt herbeigeführt wird, in den Bc s chlü s s en d er Z w e i- ten Kammer Tie durch übereinstimmenden Beschluß nicht er­ledigten Punkte werden in den Hauptvoranschlag s o ernge- st e i 11, wie sie sich aus d e r ^B e s ch l u ß f a s s u n g der Zweiten Kammer ergeben."

11 r t d) ft c i it, wo et äugen-