Ausgabe 
15.4.1911 Erstes Blatt
 
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Nr. 89

Erstes Blatt

W. Jahrgang

Samstag, 15- April IW

Der Siebener Snzelger erscheint täglich, ander Sonntag-. - Beilagen: viermal wöchentlich GletzenerZamilienblStler; zweimal wöchentl.NreiS' blatt sür den Ureis Liehen iTienStag und ^rcünq); zweimal monail. Land wirtlchaftliche Seilfraren Kerniprcd) - Anschlüsse; für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberyessen

Nummer Bofaflons6ra(f und Verlag der vrühl'schen Unlv.'vuch. und Sttinbntderei H Lange. Redaktion, Erpeditiou und vruckerel: 5-nlstratze 7. bis vormittag- 9 Uhr. Büdingen: Zervsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhofstratze 16a.

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Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten.

Ostern.

» (SUfeen, 15. April.

Die Frühlings feier schüttet wieder ihren reichen Segen aus. Ein lachender Himmel schaut zwischen die druckbela- denen Alltage auf uns nieder. Ein wechselreiches Bild: gestern noch frostige Tage und rauhe Windstöße, heute die milden Lüfte, die in so 'kurzer Frist alles verwandeln, der Natur den schönsten Schleier überwerfen und schon die süßen Düste des Sommers ahnen lassen. Natur und Geist, so spricht man d o ch zu Christen ... Es ist ein weises Walten gewesen, daß das Fest der Auferstehung Christi auch das schönste und sinnreichste Erwachen der Natur symbolisiert. Ohne Ostern, wie hätte man's da? Wenn man die Botschaft nicht sinnenfällig hörte, da fehlte auch sicher aller Glaube. Denn der ist mit dem Leben verwachsen in dessen wechsel- vollen Gaben, und er muß sich alle Tage erneuen. Mehr als wisscnsstolze Pharisäer brauchen ihn die Mühseligen und Beladenen. Wie man die Gotteshäuser errichtete, damit die Andacht vor dem Ewigen die Gläubigen vereint und über das Gewöhnliche hinaushebt, so wandelt in der majestä­tischen Frühlingshalle der Natur sich auch das Herz des spröden, empsinüungsarmen Erdenpilgcrs, und er darf die Freuden genießen der gemeinsamen Feiertage, die ihn mit höherem Wellenschläge über sein Alltagsleben hinaus­führen.

Die aus Handwerks- und Gewerbesbanden flüchteten, sie find selber auferstanden! Wie die Natur die Erde verjüngt, so sprießt auch der Geist aus neuen Nahrungs- quellen. Wie viele Systeme und Lehrgebäude sind wieder auferstanden", nachdem sie einst vergessen worden oder zusammengestürzt waren! Und doch soll der Geist, die Er­kenntnis, dem Menschen Stetigkeit, ein Wachsen seiner Kultur, geben. Die milde Lehre des Erlösers ist aber von ) Bestand gewesen all die Jahrhunderte hindurch, während ! die Irrtümer undSysteme"- wechselten. Die christlrche Lehre steht in liebevollen Beziehungen zur Natur; so manches wissenschaftliche Beinhaus dagegen ist der Natur völlig ab- gekehrt. Abstrakte Grundsätze stürzen oder verirren sich in trauriges Oedland, während doch Geist und Natur nicht notwendig durch dieselben Formeln regiert zu werden brauchen.

Des Menschen Verstand vermag viel und ist eine un­schätzbare Gabe; aber er kann nimmer die Welt aus ihren Angeln heben. Darum soll er die Bilder der Natur nicht zerkrümeln; sie sind ewig und nicht in einemPrinzip" auslösbar. Auch der menschliche Geist ist nichts Selbst­herrliches. Er feiert seine tägliche Auferstehung im Wechsel 1

©ftcrblumen.

(Nachdruck verboten.)

Ms der liebe Gott die Blumen erscyaffen hatte, be­stimmte er sie für die Erdenkinder, denn er meinte, Blumen und Kinder gehören zu einander. Die Blumen freuten sich auf ihre neue Heimat, noch mehr aber freuten sie sich auf die -Ander, denen sie das Erdendasein verschönern sollten. Jede erhielt vor der Ausreise noch ein neues buntes Kleidchen und die Engel hatten alle Hände voll zu tun, um die verschiedenen Wünsche zu erfüllen, denn eines wollte immer schöner sein als das andere. Als alle eingekleidet waren rief Gott einen Engel namens Frühling, und befahl ihm, die Blumenschar auf die Erde zu geleiten. 9tun stürzte die buntgeschmückte Gesell­schaft zum Himmelstor hinaus, die kleinsten zuerst. Eines von ihnen, namens Schneeglöckchen, hatte in der Eile sogar ein neues Kleidchen vergessen und lief nun, nm zuerst unten zu sein, dem langen Zuge im weißen Hemdchen voraus. Auf der Erde angekommen suchte sich jede Blume ein passendes Plätzchen: Tas Schneeglöckchen, weil es fror, int sonnigen Laub Walde, das bescheidene Veilchen am Zaun, das blaue Leberblümchen im feuchten Dickicht des Eichenwaldes, das hellgelbe Pri­mel am Bach, das Gänseblümchen und die gold­gelbe Schmalzblume auf der Viehweide, die meisten und schönsten der Blumen jedoch suchten, weil sie viel­leicht aiich die eitelsten gewesen sind, die ?tähc des Menschen auf.

Ganz leise über Nacht waren sie gekommen, aber nicht unbemerkt. Die Vögel hatten ihre Antunst wahrgenommen und die Meisen riefen vom frühesten Morgen an immer­zuTie Blumen kommen, die Blumen kommen". Manche Menschen meinten *roar, sie hätten den Landleuten nur zugerusenSicheln feil, Sicheln feil", aber das war ein Irrtum gewesen, denn die Vögel kümmern sich um solche prosaische Sachen noch nicht. Der Buchfink hielt, als er das hörte, eine Weile im Hausbau inne, schwang sich auf den nächsten Ast und sang sein schönstes Liedchen, wahrend die Amsel oben vom Giebel des Hauses in den frischen Morgen hinein flötete, daß die Kinder darüber erwachten. Mit Jubelgefchrei begrüßten die Kinder die neu erschienenen Himmelsboten.

Aber nun begann für die armen Blumen eine bittere Leidenszeit, denn die Kinder begnügten sich nicht damit.

der Sinneneindrücke, int Auf und Nieder der Schicksals- strömungen, und auf seiner höchsten Stufe eint ec hie äußeren Sinneseindrücke und Schwingungen ber Seele zu harmoni­schem Einklang.

Darüber darf die praktische Arbeit und Not des Tages nicht vergessen werden. Die Mühseligen und Beladenen müssen in ihren Lebensbedürfnissen auch materiell gehoben werden; das ist nicht das geringste Gebot unserer Zeit. Völlig einander gleich können die Menschen nie werden, und ein solcher Zustand wäre ja auch erdrückend und unwill­kommen. Jeder Sck)afsende aber soll die Früchte seines Fleißes ernten können. Der Natur können in stiller Ge­lehrtenstube noch manche Geheimnisse abgelauscht und dem Leben nutzbar gemacht werden. Wenn wir bann die Werk­stätten wieder verlassen, so soll der frohe Geist Auferstande- ner uns umgeben.

Osterglocken und Osterfreude klingen heute in eine politisch arg gespannte Zeit hinein! Dem Tag der Auf­erstehung Viele denken sich darunter den Tag der Reichs­tagsneuwahlen sind wir noch nicht ganz nah. Es werden noch mancheohnmächtige Schauer körnigen Eises" auf die Flur geworfen werden. Aber einmal wird auch hier der Frühling wiederkehren. Wenn in der deutschen Volks­vertretung ein Ruck nach links, der unvermeidlich scheint, vollzogen sein wird und die heute unzufriedenen Geister wieder hoffnungsvoller an die Arbeit gehen.

Rücktritt öes amerikanischen Botschafters in Berlin.

Washington, 14. April. Der Botschafter Hill in Berlin ist zurückgetreten. Präsident Taft nahm das Rück­trittsgesuch an.

Botschafter Hill erinnert in seinem an den Präsidenten gerichteten Abschiedsgesuch daran, daß er bereits beim Antritt desselben, seine Absicht zurückzutreten, ausgesprochen habe, jedoch auf persönlichen Wunsch Tafts auf seinem Posten verblieben sei. Nachdem nunmehr die Hälfte der Amtsperiode des Präsidenten verstrichen sei, scheine es ihm angemessen, dem Präsidenten, indem er die ihm erwiesene Wertschätzung aufs dantbarste anerkenne, sein Gesuch um Verabschiedung zum 1. Juli einzuhändigen. Es sei ihm eine große Freude gewesen, seinem Lande auf einem ehren­vollen, verantwortlichen Posten zu dienen. In seinem Antwortschreiben erwiderte Taft: Nur höchst ungern willfahre er dem Gesuch, ihn von dem Posten zu entbinden, den er in einer Weise ausgefüllt habe, die er, der Präsi­dent, wertschätze, sowohl was die Tätigkeit der Botschaft betreffe, als auch die Beziehungen zur deutschen Regie­rung. Er sei erfreut darüber, daß Hill noch bis zum 1. Juli auf seinem Posten verbleibe und versichere ihn nochmals feiner Hochachtung.

Tie Tatsache, daß der Botschafter Hill noch auf seinem Berliner Posten bis zum 1. Juli verbleibt, wird dahin aufgesaßt, daß keine dringenden Gründe für seinen Rücktritt vorgelegen haben. Man nimmt an, daß der Rücktritt Hills auch mit dem bisherigen Brauch

sich an den bunten Farben der Blumen zu freuen. Arme­voll wurden sie abgerissen; oft gaben sich die Kinder nicht einmal soviel Mühe, fte zu einem Strauß zusammen zu fassen, sondern trugen sie lose in der Schürze auf den nächsten Spielplatz, wo sie bald zertreten auf dem Boden umherlagen. Da, die ungezogensten von ihnen rissen sie mit der Wurzel -aus dem Boden und warfen sie achtlos fort, sobald btc Blumen über die lieblose Behandlung ihr Köpfchen hängen ließen, ober wenn schönere am Wege standen, denen es ebenso erging wie den ersten, die nun welk die Wege verunreinigten.

Nach kurzer Zeit waren Gärten, Wiesen und Felder wieder verödet und den bescheidenen Bewohnern der Hecken und Wälder wäre es nicht besser ergangen, wie ihren eitlen Schwestern wenn der Zug des Frühlings mit feinem Blumengefolge nicht immerzu neuen Zuzug gebracht hatte.

Inzwischen war Ostern herangekommen. Tie Kinder waren durch das Suchen der bunten Eier von den Blumen abgelenkt und nun konnten sie wachsen, blühen und sich ungestört ausbreiten und vermehren. Diese Blumen nannte man, weil sie alljährlich zum Osterfest blühen Oster- bl u m e n.

Eine solche Blume ist das Busch-Wind- röschen, weiße Anemone ober Hainblume, Anemone nemovosa. Tie braunen, wagrecht im Boden liegenden Rhizomen haben schon im Herbst vorgebildete Blätter und Blüten, die aus der Erde brechen, sobald im März die Frühlingssonne den Boden auf taut. Tie zarten Blättchen und Bluten würden aber den schweren Waldboden nicht durchbrechen können, wenn ihnen nicht eine Einrichtung

Hilfe tarne, die sie befähigt, den auf ihr lastenden. Druck zu überwinden. Sie sind nämlich an dem jeften Teil des jungen Stiles krückenartig gekrümmt. Die Span­nung an ber Krümmung wird mit zunehmender Wärme qrötjer, schiebt die Erde nach allen Seiten auseinander, bis sie schließlich nachgibt, und nun erst richtet sich der junge Trieb aufrecht und wendet Blatt und Blüten dem jeweiligen Stande der Sonne zu Man beobachte einmal beim Spaziergang, wie alle die weißen Brüten vormittags hauptsächlich naa) Südosten, am Nachmittage mehr nach Westen gerichtet sind. -- Das Buschwindröschen wächst hauptsächlich in Laubwäldern; es bildet in jungen Buchen­schlägen, z. B. im Philosophenwald, oft reine Bestände

im Einklang steht, beim Regierungswechsel aus allen wick' tigen Posten neue Botschafter zu ernennen.

Die Winzerunruhen in Frankreich.

In dem Weingebiet wurden am Donnerstag elroa 4 0 Ver­haftungen vorgenommen. Die Lage nrirb immer bcknohlicher

Es scheint, daß die aufrührerischen Winzer nach einem g c meinsamcn Plan handeln. Jn Pierry und Damem ist das Zerstörungswerk vollendet. In Epernay wurden zwei Häuser geplündert, ein drittes konnte von Dragonern, roddh1 gegen die mit Rebpsäblen bewaffneten Winzer blank ziehen mußten, bcjdyüfct werden. Die Menge stieß beleidigende Drohungen aus, ein Leutnant wurde aus dem Sattel gerissen, doch konnte er sein Pferd wieder besteigen. Mehrere Verl-aftungcn steigerte nur noch die Wut. Tic Winzer in A y demolierten das Champagner» haus vollständig; Die Trappen sind dem Aufruhr gegenüber mad>t- los. Das Haus des Bürgermeisters und zwei andere Häuser wurden geplündert. Die Winzer tragen nichts fort, zerschlagen aber alles, was ihnen unter die Hände kommt. Am Nachmittag und Abend des Donnerstag herrschte Ruhe. Gegenwärtig be finden sich in Epernay 15 000 Mann Militär. Starte Patrouillen verhindern Zusammenrottungen. Gegen 11 Uhr nachts gelang es den Truppen in 9t b r die aufrührerischen Winzer zu vertreiben, die einen Straßenzug in Brand gesteckt hatten, so daß in einer Länge von 800 Metern nur verkohlte und rauchende Ruinen übrig blieben. Bei einem Zusammenstoß wurden zahlreiche Meuterer verwundet und sodann von ihren Kameraden davongetragen; auch mehrere Soldaten erlitten ziemlich schwere Verletzungen. Die Jagd auf die Meuterer, die fisch zumeist in die Weinberge ge­flüchtet hatten, dauerte bis ein Uhr nachts fort. Die Untersuchung ergab, daß sich unter den Winzern viel arbeitsscheues Gesindel bciano und den Hauptanteil an den Plünderungen und DiÄ- stöhlen hat.

Die Deputierten und Senatoren der Marne hatten eine lange Besprechung mit den Mitgliedern des Ausschusses des Winzerverbandes. Das Ergebnis der Bespreclnmg und der Auskünfte, die sie erhielten, war der Eindruck bei ihnen. Daß bei den GewalttätigteUen von gestern die Helfershelfer und A n st i f t e r Leute gewesen sind, welche fremd in der Gegend sind oder die mindestens die Frage des Weinbaus in der Champagne Durchaus nicht interessiert. Am Nachmittag begaben sich die Parlamentarier nach Ay, um die niedergeürannten und zerstörten Häuser zu besichtigen. Der Munizipalrat von Ay zog seine Demission zurück. Die Delegierten ber Winzer von 16 an den Unruhen beteiligten Gemeinden erklärten, ihre Ausgabe wäre, zu protestieren, Brandstifter gäbe es unter ihnen nicht; die Plünderungen und Brände seien, wie man beweisen könne, das Werk von Anarchisten, die ans anderen Gegenden gcfomnvjn wären und sich unter die Winzer gemischt hätten.

Das Mißtrauensvotum gegen Stolypin nicht angenommen.

Der russische Reicysrat verhandelte am Freitag über das gegen den Ministerpräsidenten Graf Stolypin eingebrachte Mißtrauensvotum. Nach einer längeren Verteidigungsrede des Grafen entstand eine lebhafte Aus­sprache. Bei der Abstimmung erklärte der Reichsrat mit 99 gegen 53 Stimmen die Interpellation durch die Erklärung des Ministerpräsidenten als nicht erschüt­tert und ging zur Tagesordnung über. Die anwesenden Minister, die gleichzeitig Mitglieder des Reichsrates sind, enthielten sich der Absttmmung. Da bei der Abstimmung die Zahl der von der Erklärung Stolypins nicht befrie­digten Reichsräte Zweidrittel nicht erreichte, so

und verschwindet wieder, wenn der Wald sich dicht belaubt. Es siedelt sich auch bisweilen in Gärten an und eine ge­füllte Form des Buschröschens ist als eine seltene Zier­pflanze geschätzt.

Eine andereCfterblume" ist die gelbe Anemone, A. ranunculoides. Sie ist der vorigen sehr ähnlich, trägt aber anstatt weißer Blumen gelbe Blüten. Sie ist weniger häufig, und kommt um Gießen, außer im botanischen Garten, wo sie im Rasen massenhaft verwildert ist, wocd im Hangelstein und am Dünsberg vor.

Eine dritte, vom Voltsmunde alsOsterblume" be­zeichnete Pflanze, ist die gemeine Küchenschelle ober Wolfspfote, Puisatilla vulgaris. Sie gehört zu den Ge wüchsen, die noch zu Dillenius Zeiten am Gießener Stadt walbe häufig vorkamen, die aber, gleich den Schneeglöckchen, im Hangelstein seit etwa 50 Jahren vollständig ausgerottet sind. Die herrliche Frühlingsblume, blau mit goldgelben Staubfäden, kommt aber noch vereinzelt vor in der Um­gebung von Lich, bei Annerod, Münzenberg und bei Nau­heim Aber wie lange noch! Dann wird auch diese Perle aus unserer einheimischen Flora verschwunden fein, weil es leider immer noch unverständige Menschen gibt, die meinen, sie könnten die Blumen im Garten fortbringen. Tas ist ein Irrtum. Sie wächst verpflanzt ebenso wenig weiter, wie der Frühlingsenzian von den Wiesen bei Rödgen, dessen Vorkommen durch das unsinnige Aus­graben, namentlich aber durch das Ab reißen der Blumen durch Bauernkinder, die Sträuße nach Gießen zum Verkauf bringen, ernstlich gefährdet ist.

Von Gartenpflanzen ist aUaemein alsCfterbüime" bekannt die gelbe Narzisse, Die man in manchen Ge­genden auch Märzbecher ober Osterglocken nennt. Sie wächst wild: in ber Eifel, im Schweizer Jura, sowie in Italien, Südfrankreich und Spanien. Sie ist eine ur­alte Gartenpflanze, und wahrscheinlich durch die Römer nach Deutschland gekommen. An manchen Orten, oft fern von jeder menschlichen Behausung, findet man sie massen haft verwildert, und bann meistens in ber gefüllten Form. Man sagt, baß da, wo die gefüllteOsterb.ume" anschei nenb wild vorkommt, man die Stätte verschwundener schäften zu suchen habe, die in den Kriegen vergangener Jahrhunderte dem Erdboden gleichgemacht worden sind.

F. R.