Haltung Oesterreich-Ungarns in dieser Frage ist ablehnend, indessen liegt keine amtliche Aeußernng vor.
In dem Vertrag von Hunkiar Jskelessi ging dre Pforte mit Rußland ein Desensivbündnis ein und verpflichtete sich, keinem fremden Kriegsschiff dre Durchfahrt durch die Dardanellen zu gestatten.
Deutscher Reich.
Der Kaiser verlieh dem Für freu zu Schaum- burg-Lippe den Schwarzen Adlerorden.
JnderbadischenZweitenKammer wurde über die Anträge der Nationalliberalen und Sozialdemokraten auf Einführung der Verhältniswahl für die Wahlen zur Zweiten Kammer verhandelt. Minister v. Bodman äußerte, gewichtige Bedeitten gegen den Proporz und behielt sich die eirdgültige Stellungnahme vor, bis sich beide Kammern über die Frage ausgesprochen Patten. Dre Vertreter aller Parteien erklärten sich indessen wegen der Vorteile des Systems für dieses. Tie Anträge wurden einstimmig angenommen. Mit Rücksicht auf die Rei ch s t a g s w ah le n vertagte sich das tzaus auf Dienstag den 23. Januar 1912.
Ausland.
Das englische Ob^r-aus ijat in der zweiten Lesung die Versicherungsbill einstimmig angenommen.
Aus Sradt und Land.
liegen, 12. Dezember 1911.
Zur Eröffnung der neuen Gießener Bncherhalle.
Mit der am Sonntag erfolgten Eröffnung der neuen Bücherhalle hat diese, seit etwa 13 Jahren bestehende gemeinnützige Anstalt seit ihrer Gründung den wichtigsten Fortschritt gemacht. Es ist deshalb begreiflich, daß der Vorstand des Lesehallevercins gerne die Gelegenheit benutzte, um den Vertretern der Behörden und den sonstigen Freunden einen Einblick in das neue zweite Heim des Vereins zu geben. Erschienen waren zu der schlichten Eröffnungsfeier u. a. Regierungsrat Welcker, Beigeordneter Keller, Stadtv. Petri als Vertreter der Gewerbevank, Lehrer Müller für den Bürgerverein, einige Stadtverordnete, Professoren usw. Ter Vorsitzende des Vereins, Rektor Prof. Dr. König, warf einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Lesehalle, die in ihrer Entwickelung durch^die räumliche Beschränkung auf das eine Torhäuschen am Selterstor sehr gehemmt worden sei. Es sei deshalb außerordentlich dankenswert von der Stadtverwaltung gewesen, daß sie nach verschiedenen anderen Versuchen zur Abhilfe der Raumnot, die aber ergebnislos waren, dem Verein auf sein Gesuch hin nicht allein das Torhäuschen am Theater überlassen, sondern dieses auch für die Zwecke der Bücherhalle eingerichtet habe. In dem anderer: Torhäuschen bleibe nur die eigentliche Lesehalle, die jetzt ebenfalls vergrößert und besser eingerichtet werden könne, wobei der Verein wiederum auf die Hilfe der Stadtverwaltung rechne. Aber auch zahlreicher: arrderen Körperschaften und einer Anzahl hiesiger Bürger ist der Vereir: zu Dank verpflichtet. So vor allem dem unermüdlichen Förderer der Lesehalle, Herrr: Schuchardt, der die ganze schöne und zweckmäßige neue Einrichtung der Bücherhalle gestiftet habe, Herrn A. Klingspur, der für eine Reihe von Jahren größere Beträge zur Ergänzung des Bücherbestandes gegeben habe, dem Kre^s- amt, der Bezirkssparkafle und der Gewerbebank für ihre Beiträge, dem Bürgerverein für die Ueberlassung seiner Bibliothek kommunaler Werke usw. Für eine Reihe von Jahren sei jetzt dem Bedürfnis genügt. Die Büchergestelle böten noch viel Platz zur Aufnahme von Büchern, so daß für Freunde der Anstalt noch immer Gelegenheit zur Betätigung sei. Geh. Hofrat Pros. Dr. Haupt dankte im Namen des Vereins dem Vorsitzenden, Prof. König, der niemals den Mut verloren habe und dem es zu verdanken fei, daß die Lesehalle erhalten geblieben und sich so günstig weiter entwickelt habe.
Die neue Bücherhalle macht einen sehr freundlichen Eindruck. Die Innenwände sind herausgenommen und der recht beträchtliche Raum ist ganz mit neuen Patent- büchergestellen angefüllt, deren sich keine große öffentliche Bibliothek zu schämen hätte. Freundlicher Wandschmuck macht die hell getünchten Wände recht behagttch. Elektrisches Licht vervollständigt die zweckmäßige Ausstattung. Das Dachgeschoß ist als Re,erveraum vorgesehen. — Wir möchten diese Zeilen nicht schließen, ohne auch unsererseits aus diese moderne Einrichtung aufmerksam gemacht und fte der eifrigen Unterstützung — sei es durch Geld, sei es durch Bücherspenden — empfohlen zu haben.
*
Tageskalender für Dienstag, 12. Dezember: Stadttheater: „Uriel Aeosta." Anfang ö Uhr.
— In Audienz empfangen wurden vom Großherzog am Samstag u. a. Lehrer Becker von Dorn- Assenheim, Oberamtsrichter Dr. Fuhr von Orlenberg und der Rektor der Ernst-Ludwig-Schule in Bad-Nauheim Pros. Dr. Zimmer.
** Landeshypothekenbank. Der Großherzog hat den Gerichtsassessor bei der Landes-Hypothekenbank Herm. Hesse aus Gießen zum ständigen Hilfsarbeiter bei dieser Bank unter Verleihung des Amtstitels „Fiiurnzamtmann" ernannt.
** Hess. Jung-Deutschland. Ter Großherzog hat den Generalmajor ä la suite Frhrn. v. H e y l xunt Vertrauensmann für die Organisation der Jung-Deutschland-Bereine in Hessen bestimmt.
** Prof. Marcell Salzer, der üderall beliebte und stets jubelnd begrüßte Vortragskünstler, der uns schon so manche vergnügte Stunde bereitet und sich hier einen großen Freundeskreis erworben hat, war gestern aoeno m unserem Stadktheater zu Gast. Trostz der schon mehr auf Weihnachten gerichteten Stimmung der Zeit, war bas Theater sehr gut besucht und folgte den ständig sesselnoen und sein pointierten Vorträgen bis zum Schlüsse mit unvermindertem Interesse. Prof. Salzer wartete diesmal mit einem völlig neuen Programm auf, und hatte schon mit den ersten Worten die Zuhörer ganz aus seiner Sette. So ging es von Anfang bis Ende mit sieghaftem Hun:or dahin, und wenn uns auch der Vatenttöfter von Rioeamus etwas gar zu geräumig schien, das Haus jubelte ununterbrochen. Sebr sein gab Prof. Salzer die Kleistsche Aneioole aus dem Krtege 1806 und mit unheimlich packender Wucht formte er die erschütternde Novelle „Die 11. Kompagnie" von H. L. Rosegger, in der der junge Steiermärker ein gewaltiges Gemäloe von der Fremdenlegion des Jahres 1870 entwirft. Von den übrigen Vorträgen, die alle mit schier grei:zenlosem Jubel ausgenommen wurden, erwähnen wir wegen des beschränkten Raumes nur noch die Rede des Abg. Frlser über die ihn: ft, die Frankfurterin, die Geschichte von bei: Pantoffeln, die Autofahrt von Wolzogen, lülüic die beiden köstlichen Aufsätze oes Karlchen Mtes- nick (Pros. Salzer) über Kaisers Geburtstag und die Entwickelung der .Fahrzeuge.
- Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaft! iche Abteilung. Am Mittwoch abend findet im Hörsaal des Medizinischen Instituts im Kollegienhause, 1. Stock, eine wissenschaftliche Sitzung statt. Prioatdozent Dr. Meyer wird über „die Entstehung der deutschen Kalisalzlagerstätten" sprechen. Bei dem großen Interesse, das sich politisch und technisch den wertvollen Salzen zuwendet, erscheint es von Bedeutimg, auch einmal weitere Kreise mit den wissenschaftlichen Ergebnissen dieses ausgedehnten Bergbaues bekannt zu machen. Wirtschaftliche und koilimerzielle Fragen sollen dabei ganz ausgeschaltet sein. — Gäste sind willkommen.
* * Gießener Militärtonzerte. Am Sonntag nach- mittag hatte Obermusikmeister Löber wiederum zum Konzert auf Der Liebtgshöhe eingeiaben. 'Der Besuch war der.gewöhnliche; es ist immer dasselbe damöare Publttum, das b<nt Daroietungen mit Interesse zu lauschen versteht. Tie Zusammenstellung des Programms, wie überhaupt die Abwickelung, desselben, n>ar recht gut. Ausnahmsweise wurde em nicht allzuoft oorkommeuves unb mit solcher Fertigkeit und Geschwindigkeit im Ton vorgetragenes Oboe-Solo zu Gehör gebracht. Man darf Herrn Löber zu solcher Kraft gratinieren. Vorteilhafter wäre eS gernejen, wenn die Begleitung d.r Eharakteriitit des Jnjtruinems beiser angepaßt würde. ioei derartigen Vorträgen dürste eine einfach besehe Begleuung erhöhte Wirkung zeitigen. Auch die beioen Flöiiiten kamen inu ih.er Konzertpotta recht zur Geltung. Der Deifatt brachte d>es allgemein zum Ausdruck, >o daß Herr Looer mn Zugaoen nicht geizte. Ter bekannte wcichtand, dag eine „rocht ost benutzte ±iir“ auffallend itörcnb anschlägt, ist leider immer noch nicht obgefteilt.
* *100 Mark Belohnung. In letzter Zeit sind mehrfach die Erker sch eiben von hiesigen Geschäftshäusern mittels eines scharfen Jnfirumentes zerkratzt und beschädigt worden. Emer der Geschädigten sichert 100 Mk. Belohnung dem zu, der den oder die Täter so namhaft macht, daß sie gerichttich belangt werden können.
* * Verhaftet. W egen Verbrechens gegen die Sittlichkeit wurde geiiern ein junger verheirateter Mann von hier in Untersuchungshaft genommen.
* * Am kupfernen Sonntag yaoen, wie uns mitgeteilt wird, auch Geschäfte- am Seltersiveg usiv. bereits recht flotte Umsätze erzielt.
Landkreis Gicszcn.
----- Wieseck, 11. Dez. Am Mittwoch, 13. Dezember, abends 8 Uhr, findet Gemelnderatssitzung mit folgender Tagesoronung statt: 1. Nachträgliche Genehmigung von Arbeiten für den erhöhten Fußsteig in der Schulstraße. 2. Erlaß der Gebühren für Arbeiter-Fahrkarten. 3. Wahl von drei Mitgliedern zum Schulvorstand. 4. Errichtung einer Wasserleitung nach der Marburger" Straße. 5. Kanalanschllisse und Einfriedigungen in dec Grabenstraße; hier: Herstellung durch die Hausbesitzer. 6. Reinigung der Schulen.
= Londorf, 11. Dez. Die sehr schadhafte Orgel, die 46 Jahre lang im Gebrauch der hiesigen eoang. Kirche war, ist von Der Firma Gebr. Link in Giengen a. b. Benz umgebaut worden und wird zurzeit von bieier Firma wieder aufgestellt und montiert. Tas neue Prachtwerk wird künftigen Sonntag nachmittags geweiht und am Montag der Kirche übergeben. — Kirchenorgeln unserer Nacybargemeitwcn Geilshausen und R ü d d l n g s h a u s e n werden ebenfalls von der Firma Link umgebäut und voraussichtlich Mitte Februar k. I. dem neuen Gebrauch übergeben. — Ter hiesige Radfahrer- Fest-Ausschuß hat mit den Vorarbeiten zum Stiftungsfest 1912 begonnen und ist beitrebt, auch wirklich ein zweckentsprechendes Fest zu arrangieren. Mehrere Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt.
Kreis Büdingen.
(O.) Ortenberg, 10. Dez. Dieser Tage scheuten auf der Straße Bleichenbach — Ortenberg die Pferde eines hiesigen herrschaftlichen Fuhrwerks vor einem Automobil. Ein Pferd stürzte. Ter Kutscher spannte es aus und führte es nach Ortenberg, wo zwei Veinorüche festgestellt wurden. Das wertvolle Tier wurde sofort enchossen. Personen wurden bei dem Unfall nicht verletzt.
(n.) Vad-Salzhause n, 11. Dez. Das zu erbauende Kaufmannserholungsheim ist nun von der Firma Trott in Nidda in Angriff genommen. Der Bau muß so rasch gefordert weroen, daß seine Einweihung bestimmt im August 1912 erfolgen kann.
Kreis Schotten.
() Laubach, 11. Dez. Ter Erweiterungsbau des Grast. Solms-Laubachschen Johan n-Friedrich-Stists, der den Zweck haben soll, älteren, seldstzahlenden Männern und Frauen ein Heim zu bieten, wurde kürzlich vollendet. Gestern nachmittag fand in: Beisein des Grasen Wilhelm, des Kreisrats Kranzbühler, des ^kreisbauinspektors Witzler, der gräsl. Beamten, der Pfarrer unb Aerzte, die Einweihung statt. Ter Bauleiter, Kreisstraßenmeister Sommerkorn, ließ dem Grafen durch einen kleinen Zögling des Stifts den Schlüssel überreichen. In einem als Speise aal vorgesehenen größeren Raume fand sodann der Weiheakt statt. Graf Wilhelm sprach zunächst über die geschichtliche Entwicklung der Anstalt, die schon 1700 als Armenhaus begründet wurde. — Im Lause der Zeit wurde daraus ein Krankenhaus, dem sich in einem besonderen Bau später eine Kinder sch ule anschloß. Nachdem durch bet: Genannten Der Neubau dem Gebrauch übergeben worden war, fand die allgemeine Besichtigung statt. Ter Neubau enthält in drei Stockwerken eine Reihe von Einzel- und Doppelzimmern, einen gemeinschaftlichen Speisesaal, Schlafsaal für Kinder, Schwestern- zimmer, Baderäume usw. Pfarrer Nebel sprach den an dem Bau Beteiligten seinen Tank aus. Zweistimmige Gesänge des Jungfrauenvereins verschönten die Feier. Zum Schlüsse fand ein gemeinschaftlicher Kaffee für die Teilnehmer statt.
Starkenburg iuiö Nl)..nm'sten.
(W.) Darmstadt, 12. Dez. Prinz Ludwig von Battenberg hat der Erdbebenwarte Jugenheim, deren Seismograph durch die Nähe der Landstraße unb ber Eisenbahn störend beeinflußt wird, Räume auf dem Schloß Heiligenberg zur Aufstellung von Seismographen zur Verfügung gestellt, wo die Fundamente auf festerem Grunde aufgeführt werden können. Es soll im Laufe des Winters mit der Einrichtung des neuen Observatoriums begonnen werden.
Hessen-Nassau.
[j Marburg, 11. Dez. Die Persönlich keilen der beiben scstgenommenen Berliner Äutomobtldiebe iinb jetzt sestgefiellt. Der eine ist der 17 Jahre alte Aitto- mobitichlo,,er Eafimir Fsiz.ack aus Posen, fein Genosse der etwas ältere Fournier Paul Bachtel aus Berlin. Beide ent» oeckten am Donnerstag, als sie sich arbeitslos in Berlin umhertricben, an der ^cke Friebrich->Behrenstrajze bas vor einem Hause stehenoe Automobil bes praktischen Arzies Dr. Heilborn, das sie bann bestiegen unb über Torgau nach Kassel snhren. Bon Dort aus fuhren sie nach Marburg, wo sie uyr Schiasctt ereilte. Da bie beiben Autofahrer völlig mittellos waren, erschwindelten sie sich unter allerhand Vorspiegelungen unterwegs Benzin, Lebensmittel unb Quartier. Der benachrichtigte Arzt Dr. Heilborn traf heute früh hier ein, um fein uorigens recht böse zugerichtetes Auto wieber in Empfang zu nehmen.
(23.) Frankfurt a. M., 11. Dez. Im Hauptbahnhof wurde die Gouvernante Hartmann verhaftet, die in den letzten Monaten durch Diebstähle erwa 20 000 Mark erbeutete, Obgleich sie schon mehrfach mit Zuchthaus bestraft
ist, gelang es ihr, fte-s aus Grund, gefälschter Dienstbücher .Vertrauensstellungen zu finden.
w. Wiesbaden, 11. Dez. Bei der heutigen Stichwahl zur dritten Klasse der Stadtverordneten wurden drei Bürgerliche und zwei Sozialdemokraten gewählt. Bisher hatten die Sozialdemokraten nur einen Sitz gehabt.
Line feige Bluttat in Metz.
lieber einen im Streit erfolgten Mord an einem Hoboisten, der mit dem Vorsitzenden ber Lorraine Sportive in Zwist geraten war, wirb uns aus Metz gemelbet:
Metz, 11. Dez. Der Hoboist Marsch vom 130. Inf.« Regiment war mit Samain, bem Vor fitz enben ber Lor- raineSportive, in ber gestrigen Nacht in ber Römerftraße in Streit «geraten, wcftrcnbbessen schlich ein anberer uei vier Leute, oie sich in Samains Begleitung befanden, von hinten an den Hoboisten heran, hielt ihm einen Revolver ins Ohr und schoß ab. Tie Kugel ging dem Mann durch das Gehirn und führte nach wenigen Minuten den Tod herbei. Samain und sein Bruder wurden verhaftet. Es wird vermutet, daß der Bruder der Täter ist.
Im Lause des Vormittags sind auch die drei Gefährten ber Samains verhaftet worben. Alte fünf sinb heute nachmittag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in Unter- suchungs.-ast äbgesührt worben. Einer ber Beteiligten namens Martin giot zu, geschossen zu haben, will aber in bie Lust gefeuert haben. Die Sttvbt ist in größter Aufregung.
Brand eines Uineniatographen-Theaterr.
Paris, 11. Dez. Wie hiesigen Blättern aus Lüttich telephoniert wird, entstand gestern abend in einem Kinema-Thea- ter infolge eines B o m b e n - At t e n t a ts eine Explosion. In dem Theater befanden sich an 3000 Personen, lieber vierzig Zuschauer wurden verwundet, darunter acht lebensgefährlich. Unter der Menge entstand eine furchtbare Panik und in dem Gedränge erlitten zahlreiche Personen Verletzungen.
Von den im Kinematographen-Theater Verwundeten ist einer gestorben. Auch die anderen schweben in Lebensgefahr. Tas Gericht hat die Sicherheit gewonnen, daß es sich bei der Explosion um einen Bombenanschlag gehandelt hat, dessen Urheber nach $JJtclbungen einiger Blätter der Verstorbene gewesen sein soll.________________________________________________________________________
Welterculsilciuen m Venen am Mittwoch, oen 13. Dezember 1911: Wolkig, meist trocken, kühl, slrichweiie Morgennebel.
Letzte Nachrichten.
Vom hessischen Ltberalismus.
bs. Darm stabt, 12. Dez. Die Forb erun g en der fortschrittlichenVolkspartei an bie nationalliberale Partei wegen bes nochmaligen Einigungs- Versuchs lauten:
Der Landrsausschuß sieht sich so lange außerstande, auch nur einer fortschrittlichen Wahlkreisorganisation die Zurückziehung lhres Kandidaten und bie Unterstützung bes nationalliöeralen Kaiwidaten mit irgendwelcher Aussicht auf Erfolg zu empfehlen, als sich nicht die nationaUiberale Partei durch öffentliche Aufforderung an ihre Organisation im Wahlkreis Bing en —Alzey für Zurückziehung der dort aufgestellten Kandidatur und Unterstützung des sortfchrittlick)en Kandidaten ausspricht, als deutlichen Beweis dafür, oatz es ihr mit dem gemeinsamen Kamps in: Interesfe Der liberalen Politik ernst ist und sie die anttliberalen Tendenzen in ihrer Partei nicht billigt.
Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei beschloß daraufhin, daß zu seinem lebhaften Bedauern die fortschrittliche Volkspartei durch diese Erklärung wieder den Standpunkt vettrete, daß die gesamte Einigung in Hessen Von Dem Wahlkreis Alzey-Bingen abhänge. Es sei der nationaUibt» raten Partei aus Den schon früher mitgeteilten Gründen unmöglich, auf diese Beengung einzugeyen, die noch weitgehender sei als die früher gestellte. Auch die Einigung wegen Der Wahlkreise Gießen und Alsseld scheine angesichts der Haltung Der fortschrittlichen Volkspartei nicht zustanDe zu stimmen. Die nationalliberale Parteüeituug bedauere dies lebhaft, wolle aber feststellen, daß sie nicht an diesem Aus gang schuld fei.
Petersbur g, 11. Dez. Die Reichsduma hat die Gese^esvorlage betr. die Reorganisation der Stadtverwaltung in Polen nach längeren Erörterungen angenommen, ebenso einen Artikel, nach welchem sämtliche seitens Der Stadtverwaltungen mit den Regierungsbehörden zu wechselnden Schristsrücke in russischer Sprache abzufassen sind. Äründliche Auseinandersetzungen in einer Stadtduma oder Stadtverwaltung können je nach Wunsch in russischer oder polnisch« Sprache geführt werde::. Der PräsideM einer Stadtduma mufc bie Sitzung in russischer Sprache leiten. Ferner wurde ein Artikel angenommen, nach welchen den Geistlichen das Wahlrecht zugesprochen wird. j
Bekanntmochuttg.
B e tr.: Maul- und Klauenseuche im Kreise Gießen.
Nachdem die Maul- uns Klaueuseuche tu Ronneuroth erlojcheu ist, werde» die über diese Gemartuug angeord- ueteu Spcrrmagregeln hiermit aufgehoben und oteselve in das bestehende Beobachtuugsgcbiet eiubezogen. Für da» Beobachtiingsgebiet gelten die Besttmmuugeu unter IV, V n,ib VI unserer Be.autltuiachuug vom 11. v. Mts. (Gießener Anzeiger Nr. 267) uns die hierzu erlasseucu Ergänzungen vom 30, November 1911 (Äreisvlatt Nr. 94).
Gieße», den 11. Tezernver 1911.
Großherzogtiches Kreisamt Gießen.
I. B.: langer mann.
Amtliche Mlllltmchnllgeil öer Stallt Gietzea.
Zur Bekleidung armer Konfirmanden zu Ostern 1912 sind folgende Lieferungen zu vergeben:
1. fertige Knabcu-Anzüge aus schwarzem Stoff
2. jltzwarzer Kaschmir ooer and. Stoff zu Mäbchenkleideru
3. farvigcr Ftauetl zu Unteirdcten.
Angebote sind unter Beifügung von Mustern, auch zu dem Futter für die Knaveuanzüge, und mit cutivrechender Auffchrift verseheu, verschtoiien v»S iväteitcns 21. Dezember 1911 ans Armenamt, Anerweg 9, einzureicheu. _________ B1»/»
Die ErDarveueu für den Ausbau der Damm- und Schiller- ftraße bis zum Lamm der Mam-Weser-Bahn und der diese beiden Straßen verbindenden Straße näcUn der Bahn sollen Montag, oc» 18. bs. Mtö., vormittags 11 Uhr, auf unserem Tiefbauamt oev geben weiden. Die Berotngungsuntertagen liegen daselbst offen und find Angebote aus Bororuck dahin elnzureichen. — Zuschlags ttlst 4 Wocven.___________________________________________________ B1J/n
Fn den Wagen der städtischen Straßenbahn wurden in Der Zeit vom L bis 30. Nov. d. I. uachiotgende Gegenstände gesunden: 1 Paar KinderhauDschuoe, 3 Herrenschirme, 1 Damen- voitemonnaie, 3 Damenschirme, 1 Zeitschrift „Daheim", 1 Patel Fleisch.
Die Sachen tdunen aus dem Bureau des Elektrizitätswerkes und der Slrayenbahn, ^aynstraße 28 sZimmer Nr. 4j in Empfang genommen weiden. _________________ ________
(Lon heute ab verkaufe meine Reisekasse-Kollektion in Spiel- u. Galanteriewaren zu staunend billigen Preisen, darunter auch eine Anzahl besserer Puppen, Festungen, Kaufläden, JPuppeiiziiumern usw. 010084) A. Scheid, Sctülierstr. 23 p.


