16V Jahrgang
Erster Blatt
Die heutige Jtafirmer umsaht 14 Seiten.
Lahnen
Nach dem Dortrag, der vom jtaijer mit großem Beifall ausgenommen wurde, unterhielt sich der Kaiser längere Zeit mit Herrn von Gwinner und schüttelte ihm die Hand.
Das A a i s e r p a a r ist am Montag in Automobilen aus Berlin in Potsdam eingetroffen.
Der italienisch-türkische Krieg.
Tie Ausweisung der Italiener.
Köln, 11. Dez. Tie „*toln. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Es unterbleibt vorläufig infolge der Vorstellungen des deutschen Botschafters die Au s w c i s u n g der Italiener aus Smyrna. Die Ausweisung der Italiener aus befestigten Plätzen wie .Gallipoli wird von der Negierung ausrecht erhalten.
Tie Fruge der Lesfnung der Dardanellen für russische ^ricgssclstise ift hier nach einem Vorschlag des russischen Botschasters erwogen worden. Dieser Vorschlag laust tm wesentlichen aus die Wiederherstellung des Bet träges von Hunkiar Iskelessi vom 8. ^Iuli 1833 hinaus. Tic
Nr. 292
t« Wietzener Änjetgct etfdicmi läßlich, niieet Eoiuuaq-. - Beilagen: r i , m ct 1 wöd enkliU, tiche>ier§amiiiendlLtttr, tirrtmol rodeten il.Kt eis«
!att färben Kreis filtBcn (Iiriieinß nnbÄttiiM); vvennol rionnil taub» wirlsüsaftticheSeilttc e„ Rerniöied) - 'Jtnfdih'me; hit die Nedaklioii 112, i'frlaa u. ExpeDiton 51 5«Di ehe für Teveicbenr
ober tiatflaiir allein tm etrubcl der Erörterungen, oder der die ganze auswärtige und innere Politik Frankreichs in ihren Bereich ziehenden Anfragen zugrunde geht. Tas fühlt auch Herr Caillaur selbst, der auf einmal die Anfragen weiter hinaus geschoben zu sehen wünscht, weil er furchtet, daß die Aussprache über die Marokfopolitik die .'lummer derart erregen wird, das; er mit feiner Beantwortung der Anfragen aus fein Bettrauen in ocr Kammer mehr rechnen kann. Es sind formelle Gründe, wie bic Erledigung des Budgets, die Beratungen über die Privilegien' der Dank von Frankreich, über die Saisfabits- gc|en;diahen und über die franzöfisch-jar'atiiich.'u Handels» a'machungen, die Herr Caillaur jer.t vorsck icbt. um bic Beratung der Anfragen noch über Neujahr hinauszu.zö- gern. Und ebenso tst es wohl auch nur eine Ausrede, wenn Herr Caillaur, der dem Senat versorochen hat, ihm das Marokko-Abkommen unmittelbar naui seiner Berat' schiedung durch die Kammer ;u iitucrbrei en, es setzt als unmöglich bczeichuet, gleichzei.ig der Dera.ung des Ma- rotkovertroges im Senat uud der Anfragen ui der Kammer beizuwohnen. Dazu liegen die Gebäude der beiden Körperschaften viel zu nahe beieinander, jo daß sich. ro:nn Herr Caillaux wirklich wollte, leicht gewisse zeitliuie Vereinbarungen treffen l'.ßer..
Herr Caillaux will aber nicht, i ud ebensowenig wollen iln seine Gegner aus dcm Halseiien lassen, das sie ihm aus her Marolkooesvrechung und den Anfragen zu schmieden ge• denken. Nun dro. t zwar der Ministerpräsident, das; er, wenn b Kammer nicht in eine wettere Verschiebung der Ansragenberatung cinwiilige, die Vertrauensfrage, und zwar für das Geiamtlaoinett, ftc.ien würde. Ader soweit sm) die echt untlflre parlamentarische Lage heule üderblitten läht, dürfte et damit wenig Glüc! haben. Tenn man will ihn beseitigen, man will einen Mann stürzen, der bei den Ver- i aiiblungcn mit Dentschmud über bic Kongolonzelttonen angeblia) weniger patriotisches Ehrgeiühl gezeigt hat, als oer Minister des Auswärtigen Marauis de s.iücc, den man hier troj) oder in feinem Reu'ort vorgelommenen Unregel- inäßigi.itcn Legen Caillaur ausipsttt. Man w.tt ian ha>l bar machen bajur, daß er — ent Tiitator - durch per kuliche Cmifjäre in Brüssel AnttiupsUng suchte, um die Landung eines englischen Expedttionsio^ twrzubcreiten, wo ci ooch davon untertiüjict kin muhte, Daj mit der englisch u Bundeshilfe in jenen trihichen Tagen noch lange Wege ijatte. Und man will ihm schließlich auch ades das zum Borwurf nmdjeit, was sein Minister Dttcasss in früheren Bahren gesündigt hat, und was jetz. ein für grämend) günstiges Aoiommen mit Spanien aber Norowcstmarotto er» lujiDcrt.
Der Außenftehendtz vermag nicht zu erkennen, wieviel von diesen Dorwürsen gegen caillaux verechtigt ift. Daran, aber Lonimt es für diejenigen, die Catttaux uud sein Kabinett stürzen wollen^ natürlich gar nicht an. ty^r sie handeli es liüj nur darum, sich an die Lteile der jetzigen Minister zu setzen, sei es mtt Hil,e einer ausgiebigen Marollobesprechung, in es mit Hilfe bei Anirapen, die s u.-- reichen, ins Uferlose hinztehen werden. Caillaux ist nichts mehr als eine rebeiibc Leiche.
Die Beratung des Manne-Dudgetr.
Paris, 11. Tez. In bet Kammer erklärte im Verlause der Aussprache über das Marinebudget Dainlev 6 , es bc,tehc [eine Organisation des O derbefehls in der Ma- eine. Ter Diaiinemmiuec Telcajss enuibcite, alS bet Höchst- loinmcnDicmioe der gesamten 3cc,irci:truite sei van jetzt ao^Der Cberbeschlshaser der zwei Mittelmcergcsc. waDct benimmt. TaS brüte Geschwader irürbe sich in dem c.ncn Jyalle, der uns be- schästigte, unverzüglich mit den betoeu Geschwadern vere mgen.
saures berief sich auf eine Unterredung mit dem Kavilan schwerer. Tieier habe enlärt, daß funulnbe im Gebrauch be* fmdlichen Pulvervorräte schon ernmal zeruiahlen seien, ge-
Dienstag, 12. Dezemder 19U fitein abvret I: ntoTTOtlid)75 D’» fiertet»
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Bahnen und führte aus:
3m 3ahre 1888 geriet die von Haidar Pascha auS tührenbe -Zahn ist Zalstungsschwit-rigkeiten, und die Deutsche Bank kaufte ne hu entichloisen an unb baute sie aus. später wurden aum sranzoiiiclie uuo englische Flnanzkreiie beteiligt, ober das Deutschtum hat den wesentlichen Anteil an den l’al.nbai: Trotzdem ist die Bahn fein deutsches Unternehmen, i. rb.-i i ein türkisches, das mit deutschem uiid tciuv i,c Iran iü’Tac.ii .'tupitoi finanziert ist. 3m AussichtSrat der Lag •aiDuatn ,izen eis Deutsche, acht Franzosen und cm ^chlvcizcr Tie Bahn bringt der Türkei letzt ettva 18 Millionen Mark an steuern ein. Tie Dahn wird von Mofsul noch Dem stimm oon Bagdad geführt, von wo aus einige Abzweigungen gevlon! sind. Tie Gei'arntlosten der AnatoUschcn Bahnen bctrag.n em - albe Müliaroc Mark. Ter Vortragende gab xurn Schluß der ichecen Hosmung Ausdruck, daß die kleinaslatischen Bahnen, das smanzteile Nuckgrat der türkischen Staaten fein würden.
Ne t oll T1L2.— viert rt- jdbiL ai. td)L B< tr.la. 3eilenoxe:4: lokal 15 liC» aiHUnarti 20 i'*cnmq. G hdrebafteur: A fiter aiitrocrtlid) int den polinscheu Teil: Auou't . General-Anzeiger für Gberhessen SSL
Auzetger ttlcxcu. v » * ' ’ _ . . « raih. tiit ,stdöi unb
Lnnahme von anjeijen nofofionsbrucf und Verlag der Vrühl'schen l!nio.-Vuch- und Steinörudertt H. tauge. Redaktion, tlrptöthon nno vruaerei: .chuipraye r. uan6-. oe-i'. «Ui den b!s MmUtS^Tub“ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftrpelle vahnhofpratze 16a.______________ unyrnteik H- V-«r.
Laillaux und die teputiertenfammer.
Schon als Ende Cliobcr die französischen Llbgeordneten aus den Ferien nach Paris zurückkeurten, schien die Stellung des Kabinetts Caillaur, daS tm 3uni infolge des Uiigläcksfallcs von Jfsn das habineit Monis abgelost hatte, erschüttert. Ja, man glaubte sogar, mit der ihquibation bce radikalen Regimes überhaupt rechnen ?u müssen. Die Haltung Caillaux in der Marolkofrage, namentlich hinsichk- lid) der die sranzöfifche Eitelkeit verletzenden Kongoab- tretungen an Deutschland, die unalaublichc Nachlässigkeit in der Marine, die das Unglück des Panzerschiffes „Liberia" verursacht hatte, die Lchiebpulverfrage überhaupt und auch die Streitigkeiten zwischen der Militär- und Zivil- bchörde in lldscha waren für die Franzosen Grund genug, mit einem Ministerium ober wenigstens mit feinem Präsidenten unzufrieden zu fein. Tennoch gelang es Herrn Caillaux, am 14. November von der Kammer ein Vertrauensvotum zu erhalten, frei.ich nicht aus eigener ftrait, sondern nur, weil der Marineminister Telcasse durch cm ruhiges, selbstbewußtes Austre^cn allen Gegnern des Ministeriums innerhalb der radilal-sozia.isti^'en Regie- rungomchrheit mit Ausnahme der Sozialisten imponierte. Schon damals fragte man sich, auf wie lange wohl Caillaux durch Delcasss gerettet sei. Denn daran ist kein Zweifel: Caillaux besitzt persönlich keine Freunde. Seine Ma^jl- begierde, sein um )Cben Preis Herr,chenwollen tonnen weder seine Mi.iistertollegen, noch die Abgeordneten vcriragc-:, die übrigens, wenn sie selbst den Ministerprasidcntenj.uhl bestiegen, genau dasselbe tun würden.
Die französisckze Kammer hat sich seitdem in der Hauptsache mit der Beratung des Budgets beschafiigt, so daß der kritische Tag für Herrn Cai laux uno vie.leicht aua für sein Gesamtministcrium erst der kommende Tonnerc- lag sein wird, wo endlich nach langem Hinauszögern seitens der Regierung das deuisch-franzö,ische Marotte-ttvkommen und die Kongoabtretungen zur Erörterung stehen. Tie beiden Verträge sind nun zwar im Ausschuß anstandslos angeiwmnten worden, so daß an ihrer endgültigen Sanktionierung durch Kammer uno Senat nicht zu zlvei- • dji ist. Aber cö gab Streit iß reiten genug zwisKeu der Re- gterung und der Kammermehrhett (mit Ausnahme der deinen, Caillaux stützenden Gruppe), ehe man sich darüber einig war, in welcher Weise das Abtommen genehmigt werden sollte.
Auf den ersten Blick scheint diese Frage nur formelle Bedeutung zu besitzen. Und doch hing von ihrer Beantwortung die Existenz Herrn Caillaux aiS Miniüerprasident mehr oder weniger al'. Er setzte deshalb alles daran, die Parteien davon zu überzeugen, daß eS für das Ansehen Frankreichs am besten sei, wenn das MaroNo-Abkommen debattelos angenommen würde, während feine Gegner sieg die Gelegenhett nicht entgehen lassen wollten, durch Auf- rollung einer großzügigen Aussprache die Lunocn Eaü- laux in dieser Angelegenheit an den Tag zu siegen. Herr Caillaux hat dabei den kürzeren gezogen. Tenn die Kam- merkonsnenz hat vor einigen Tagen beschlossen, bie Ma- rattoaussprache in aller Ausführlichkeit stattftnden zu lassen, und sich hinsichtlich der Anfragen, die Caillaux mit der Marolioangelegenheit zunächst vereinigt zu sehen wünschte, um den Kampf gegen seine Gegner auf breiterer Grundlage führen zu können, dahin entschieden, daß die Anfragen von der MaroNoangelegenhcit aetrenni werden, ihrer Beratung aber unmittelbar folgen sollen.
Diese Enticheioung ist natürlicg der Existenz der Ministerpräsident! cyast Caillaux' ungünstig, wenn sich aud) heute noch nicht sagen läßt, ob das geiamte Mintitenum
wisst Vorräte ingar mtiircre Mo!c Faur^S crHärti- rotV.tv, S • <F?.nifin habe Briese erhalten, in denen bie Amust'i"unst an scheinend irischer Pulvcrvorrük? nerlangt locrbf. Xtr’f Br"' könnten nur oon den Kommandanten der GriiNwabei herrudrin. die wegen bei Puiorrirage in Unruhe geraten feien Vjrm
te 1caff6 iefite auseinander. Admiral Boud X'dprr rc die Meinung ausgebrücki. baß cs gut wäre. Pulvervrob.n zu H t ü i u » p ui die ^euerrocrMaboiatoncn zu geben, omr u .r.- den vom Kaoiton sAiocrcr gricriiencn Maßnahmcu habe b Admiral seinen Wunsch zurückgezogen. Teleai'e erbeb meiii • gMfn b-n Ausdruck „in Unruhe geraten' Einspruch, liniere fecclaüe, ’ogte er. finb feine Lerne, bic ut Uiuuhc^geidtcn. bdmti ferner die Richligkert bes ZnrervieioS mü -thronet unb verlas einen Bericht Schwerer-;, au- bem heroorgebf, bast öl'. Maßregeln Tür bi* Sicherung der Schiffe getroisen feien obn gegenTJrtig au-geführt mürben. v w e
3üurc fragte Ielcaff6, der Voriivenber des Ausichunes zur Untciiumunp des Unglücks aui oer „3cna" war. wesvalo c. nicku die Ergebnisse der Untersuchung berückstchligl habe, unb schloß: .,T re toten Seeleute klagen Sic an. Glauben sie. baß es genügt, als Antwort an da- Vaterland »u appell liercn '' iSärm.) t
t etc a f f 6 ctroibertc: „Ich glaube, Sie ronien nicht mehr. waS Sie sprechen!", moraul 3 aurd - entgegnete: „Unb .sie haben die Kühnheit, die Ihnen da« Gefühl gibt, in bic Enge getrieben zu fein."
Alle Kapitel des Marinebudgets würben angmommen.
Lm Vertrag vor dem Kaifer über bic vagdaddahn.
In Berlin hielt am Montag in Gegenwart dc. Kaisers der Generaldirektor der Deutschen Bank, Hcri v v n G w i n n e r, im Sitzungssaale des Hcrrcnhau es einen Vortrag über Die Bagdadbahn. Unter den zalii- reichcn geladenen Gästen beranben sich fast sämtliche preußischen Minister, viele Oenci.de, Tiplomaten und Bettre.ce bec Hochfinanz. Herr von Gwinner jcvildcrte zunächst bic i.istorifche Enitvictlung der orientalischen und analolischcn
NechtZ iUfliuoenben,
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(Eine Unterredung mit Max Reinhardt in Conöon-
Reinhardt iit nun in London eingetrof e.L um die Inszenierung seines großen Legcnbcnspiels „Tas Wunder", das am WechnachlSabeno im slynivia-Thiat^r se ne Er.aus ü r. nj erl.b.n soll, selbu zu leiten. Ter Lcrireter eine» lührc.wcn Conooucr Blattes hatte eine lange Unterredung mit ihm, in bet sich der Meiner ber tRcgielunit auch über feine Art bei Schaftcns ge- äußert hat.
Sonderbar berührt es den Frager, daß dieser theatralische Weltbürger weder iranzösisch noa) englisch spricht. „Aber ich will mir viel Mühe geben, englisch zu lernen, so lange ich h.er bin", tagte er. Mit den Borbercirungen, bie bisher für die Aui- lührung getroisen sind, in vttmyarbt sehr iutrieben: bc onoers die Umbauten in dem Rieienraum Der Olpmota bernebigen ihn. „Trotz ferner gewaltigen Größe mit er einen E.noruck hervor, den man am benen mir bem französtichen Wort intim umschreibt. Ich seh: dann das ideale Theater der Zehntausend, daS zu schaffen stets eines meiner Ziele gewesen ist. Tie ungeheure Arena eignet sich trei lich zur Gruvrsterung unb B.wcgung g.oßer Mas,en. Deren natürlicher AusDruck, ioroeu der Boichauer aus einiger Enticrnung in Betracht kommt, das Pantomimische iit. Und Die Pantomime ift Der eigentliche Wesenszug in bet Aufiuhrung des Bor vier Tagen war bie Llpmpia noch em Raum wie eine Esten- tabnballe; ui zehn Tagen wirb sie eine weite gotische Kathedrale tariteilen. Ter Eindruck wird, soweit ich Das beurteilen kann, vollkommen fein. Es ist Dicie Stimmung einer unwirklichen, vhantaneeriüllten Schönheit, mit der wir unser Werk zu Durch- Dringen hoffen. Ja. das „Wunder" ift die größte Ausführung. Die ich unternehme. Neben anderen singen will ich Den grössten 'öcri auf Die archäologi'che (wumigfcit legen. Tie Entwün'e für die Szenerien unb die Kostüme sind wundervoll.
Sie wollen etwas über meine Methode wissen? Ich habe eigentlich Icxne besondere Methode. Zuern ftuoiere ich das Mewu- sknot des Autors mit der größten 2-orgm.t Durch, jeoe Eiiizelhcü DeacbtenD, jcDe Situation foweu als möglich ausaroeuenb. Aoer Damit iit bic Aroeit kaum halb getan. Run komme ich in Die Ssene, von Den Se^ausp.^eni. oon Den oerjcpicbemn ^cnxgangen meine'Eingebung. Li- zum letzten Augenolick but ich mit Du>en Ideen beschäftigt. 6ö wird Sie vielleicht überraschen, zu Horen,
Die Verteilung der Nob.lpreise.
Tie feierliche Verteilung ber diesjährigen ^Nobelpreise fand am Sonntag nachmittag im großen Saale Der Muitkakabemie in Ltockholm statt. Tort hatten «ich die Vertreter dec Negierung, de^ Divlomatifchen Zrvrps, von Wistcnichaft uni) Kunst ver- ianimdt. Nachdem der König mit Familie emgttrosfen war, hielt Tr. Terncbdadh, Mitglied des Voruandes dos Nobclini.i. luts. eine Rede über die Bedeunmg der Nobelpreiie. L.«r Hraii- bent der Alademie der Wüsenschattcu a.ah'goen teilte mit, datz der Preis für Physik Projesior Wilhelm W i e n - W u r z du r g füc die Entdeckung der Gesetze der Warmeausurahlung, der Preis I2r Chemie Madame Curie in Dicrkennung ihrer Berdienite um die Entwicklung der Chemie durch bic Entdeckung der Grund- Elemente Radium unb Pclonium iuerfannt worden jet xer Nestor des Carelimichen IniNtuts Proienor Marner tetlle mit, MB «ullftranb für bk flrbeuen uba
Des Auges Den Preis für Medizm erhalten habe., gab der Sekretär ber schwedischen Akademie ii- ^men bekannt, datz der Preis für Literatur Maurice Maeterlinck verliehen irurde. Ter stiinig überreichte den drei erftgenanntat ^LnCrciS. 2a Maelcrluick durch Krankheit rerhindcrl ist, nahm der vet- gische Gesandie in seinem Flamen den Preis entgegen.
Ani Abend fand ein Festbankett finit, an dem etwa 300 'Bet» wncn teilnahmen, darunter Prinz und Vnnzesim Carl.und Prinz Cu.aen von Schweden, loime Prinz Gustav unb Lrin»einn von Tänemar!. Ter Unweri'itätslanzler Graf Wack'tmeiuer brack'iü cm Hoch aus König Gustav,. Prinz Carl aur Altred Jtobd auS Professor Mörner ersuchte die belgiichcn Geianbien, ..taet^linck einen Gruß zu überbringen und trank auf die anweienden Preis- t ager. Tor belgische Gciandte dankte irn Namen Prolmior Bai- lincks. Professor Gullstrand, Madame Curie und Prof. »ien drückten persönlich ihren Tank aus.
Ten Nobel-friedens orels erhielten ber hcbatimr <11 frei) Fried in Wien und Staatsminister A s s e r, Sutglteb des r.iedcrlänDischen Staatsrats im y a ag.
Tas Mitglied dec- holländiichen Ltaatsrates, staat-mi. nier ^lsser, soll Die Ab ich: geaußett haben. Den ihm ?urallenoen Betrag (70 000 Mk.) nach Abzug Der Abgaben iur s:aar und (jemeinbe Arbeiterinstitutionen zur Förderung des Imernanonaten
daß bei einet meiner Aufführungen wichtige Aendetungen noch eine halbe Stunde früher oorgenommen wurden, als Die Vorstellung begann. Aber das ift Tatsache."
Reinhardt hat bereits mit den Berliner Künstlern, Die mit ihm gekommen sind, geprobt und alles ist bereit, daß nun bic Proben in Der Arena Der Llymvia beginnen können. „Ici persönlich rechne nicht Damit, eine einzige richtige Nachtrutz zu haben, bis bie Olympia zur Premiere ihre Pforten öffnet."
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— Ein hinterlassenes DcrSbrama von Francois Copvse. Aus Paris wird berichtet: Ein bisher un- :tcnnt£3 Versdrama von Francois Covpee, von dem man bisher nichts gewußt hatte, wirb bemnädiit in bei Revue der Lcst.ntliLieit übergtten weroen. Tie hinterlassene ürceu des oabingegangcnen Lichters führt den Tuet „Ter Gefangene": Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert.. Tie Heldin des Werks ist eine berühmte Favoritin Ludwigs XV., bic Coppse in seiner Liastung als einen gütigen unb rnnen ^Charakter ichilbett. Bei einem Tode hat Coppsc bad vollcnbete s^nanum Dieses Werkes $urüdgciQn'cn: zwei Trittei bcs Stückes traten bereits gci'chricbin unD zeigen bic schmiegsame unb zarte Vctskunit des Tichtecs ui ihrem besten Liafte. Ter Entcl d.-s verstorbenen Poeten, Jean chlonval, hat es üoettwrnmen, das fehienoc letzte Trsttel zu er- ganzen und io Die Arbeit seines GioSparers zu Ende zu führen. „Ter Gefangene" iriro auch das Licht ber Rampe erblicken: bereit» Ende Dieses Monats wird das Werk tm „Th<ätte Francois Loppse" aufgefühtt werden.
— Kurze Nachrichten au5 Kunst und Wissenschaft. In Jlunaen ut am tf. c -X. bet Prioa^dozent jai Gcburtchllic unb Gynäkologie an brr doriigcn Unioenüüt 2t. mcö. Karl Hörmann im 37. Lebensjahre gestorben. — Tr: Geheime Iusrizrat Tt. jur. Siegfried Brie in Breslau bc gebt am 13. b. M fein 30lähtiges Tokroriubiläum. Ter G- lehrte steht im 74. Lebensjahre. — In London ist der Bota nilcr S.r Joseph Talton Hocker im Alter von 94 Jahren gestorben. — Zu auswäntgen Mitgliedern Der Lanbwit- ichaftlichen Akademie in Stoctholm nrurcen P: - 3 c
ring- Berlin, unb von der Akademie der Witten" - a borg Die Pro'efiorLN o. Wüatnowttz-Mollendott unD Xici&- 3.dm, iemet Madame CuriS-Berlin gewählt,


