einer Cholera Präservativ-Frau ncbit dem ähnlich ausgeüattcicn Ehegatten. Tic Frau trägt eine Flanellbinde, ein Mieder au>. Gummi elasticum, einen Gürtet von Ziegelsteinen und am Lchlei'e aus Wad'siait. In den baufdrigcn .lcrincln sind Bürsten und Sandsäcke, in den Haarflechten Eßigflaschen und Chlorkalt töv'c untergebrad.i. An der Spitze des öntcö ist eine kleirn Stnbntühlc zur L'uflrcinigung beseitigt, und auf der 2dnrmiDin trügt bic vorsichtige Tante eine ‘Jiotglodc. Ja fogar rhr Schoy- Hündchen ist öurd; eine Cl.olerabiud« und andere Utcniiliat ' < i ftunf rplatte mit b i Ausschrlst
nicht ängstlich!
Aber bester als alter 2pott ha! die großartige Entwidlung der wissenschaftlichen Kvgiene baut oeigetragen, dem Mensdnu auch bet drohenden Geial ren das < *utl der 3id\rbcit zu geben Wer die iuigicnt Ausilclinng in Tresdcn besucht, der erkennt staunend, wie erfolgreich man die •llnad’cn dec rfTonlbeitat er forscht und wie nüd’tigc Waffen man zu ihrer Bekämpfung errungen hat. Tr. 'S. >?.
— Erfolge des Deut sch sch wei-crifchen sprach Vereins Im Südwestcu des gcidioücncit deut'chen Sprach gebiete», in der Schwei;, hält seit 1UQ4 der Deutschschweireriicke
au' die Arbeit dieses Vereines schauen, ter nicht nur die Reinheit und Ml arbeit der deutschen Sprocke auf schweizerischem Boden fördert, sondern auch überall eort, wo das. Französische oder das Italienisdw das Modstbcreich des Teutfcheu bedrohen, man voll und nelbewunt für ■•iied,: unserer Svradrc cintnli.
Ta die Unsitte, m deutschem Sprachgebiet d c 3vetien französisch ju benennen, besonders in der deutschen Schweiz wuchert, sckidtc der Berein an die Gasthof besitzer der deut^cksprachtg.-n .".antvue ein Schreiben, in dein er ne ausiorderte, neben deut sränzösischen „Menu" and) eine deutsch» Svein karte amzulegn. Den mitt*
Kundschaft leben, cmpfabl er, überhaupt nur deritiche Marien amznlegcn. Tas Schreiben batte vielfach günstigen Erfolg, besonders am Vierwaldstätter Sce und in Graubünden. Ter herein verschaffte ferner dem inhaltrachen Borirage des Hairmannd Broddeer' ..Ist Tätlich eine Weltsprache?" eine weite Verbreitung und bali io an 'einem Teile mit, die mxn ui vielen Möpsen sputende Porstellung, nur Englisch und Französisch inen wirkliche
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au; schweizerisd)e Berhälmisse .ugrichn inerte ’-A cd täfel für Man- bietet. Mu einer Rutldirage an wichtige sch^veizcri'che Gcfchä't-. häuier hat der Verein bic Auimcrksamt.it oct Mau'leute aus die
deutschsprachliche Ausbildung der l'chrlingc gelenkt und dann auf Grund der cingcgaugcncii Antworten die Klage erhoben, dass eie deutsche Sprache in den Schulen der Schwei; zu Uicfmüttcr Jd) behandelt werde. Aus eine große Zahl deutscher Cnsnamat oer Westschweiz, denen dos Schidsal der Vergefwnheit drohte, bat der Verein mit Nachdruck huigewieien; bei dieser Gelegen Dtit kann man sehen, was eine kleine Schar ;i »bewusster Männer im Kampfe für eine gute Sache vermag: denn dem jungen Te,uschschwazerisd)en Sprachverein, der jetzt 130 Mitglieder zählt, ist es vor allem zu öcrbanfeu, baß viele Kartenwerke, amthd>- Fahrpläne und Fahrvlanbücker die bedauerltcl ■ llnmtc, selbst bei reindeutschen Erten der Schwei; nur französische Namen zu gebrauchen, ausgegeben,hab.n' ja sogar Nomen, die nur noch in einzelnen Teilen der Schwei; gebräuchlich waren, ipie Vielen und Offerten, und dank seinen Bemühungen zu neuem Leben erwacht. -- Im Gegensätze zum Allgemeinen Teutichen Sprachverein must der Teutschschweizerische, der Not gehorchend, nid’t dem eigenen Triebe, sich auch mit politischen Fragen beschäftigen und des öfteren seine Stimme zum Schule deunckei Minderheiten nn der Sprachgrenze und in den Sprachinseln wider oitcnstchttiche Bei lekungen der Rechte der deutschen Mehrheit erheben. Be, all scinem Tun leitet ihn feste Treue zur Eidgenossenschaft und warm - herzige Liebe zur deutschen Muttersprache. Mögen thm in diesem Wirken noch viele Erfolge beschicdei, sein! M. Rau stwidau.
— Eine altper ua Nische Schußwaffe. Ter französischen Akademie der Inschristen wurden in einer ihrer letzten Sitzungen von Tr. Capita n mehrere höchst seltene peruanische Scbustwaffen vorgelegt Sie führ den Namen „ostolicas" und 'ind Surfbretter, die mit größerer Gewalt als die bloste .Hand den Wurfspieß ;u fchlaidern imnar.ee n-arnt: es iinb eine Art Holzmaschinen, die an dem einen Ende eigenartig geformte säten, ebenfalls aus Hol» oder Kupfer, tragen. 2er Zweck dieser Waiten, die nur hi der neuen Welt und in Australien sich itnbcn, ist sehr lange unbekannt geblieben Erst das Studium dec alten spanischen Chronisten und aztekischer Hanbschr'.iten hat im Zu iammenhanpe mit mirikanischen Funden das We>u> dieser Werkzeuge erklärt. Für Jetii gibt cs derartige ’ lrni‘C.iicHcn nidil, und nur Funde von Basen haben inUl™ Benvcndung der dort gefundenen Waffen —^nen loupei, Zwei solcher bisher unbekannter inalter 'T bestehe reine Gräbern itammen, hat Tr Capitander Ako' Grund ungenauer ihnen sieh: man peruanische u.rieget m-: cäsident TaN gegen svieste schleudern. sswn sein Beto etn*
— Kurze Nachrichten aus Kuns dtc Revision der schäft. Tie in Diesem Jahre von Dein Deut beide bereits vom Tür ärztliche Studienreisen r ransta. enonmiÖI den deutschen Nordsecbädern und nach Rorn am 27, August in Hamburg.
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und zwar bei btt Wu ständige Fleischbtsi^lle eischbeschauer für bit lic hr zu beziehen, mit fit ieh.
n aus dem Beobak.- n ein Gehösl außethaif ,d kann auch nicht gr- en aus einem Bestand ren Bestand innerhalb: :e Gemarkung tnnerhck ^reisamt ausnahmsivw! erzu ist jedoch stets nm lingung zu,crttllen, daz indet, unmittelbar vor d wird (Z'Ner 4). N gen Neischbeschautt^ Gemarkung DeWtn. iere zu den gaselu- ge" mit to * Ä
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Nr. 195
Ter Glehener Lnzelßer erscheint täglich, außer Sonntaqr. - Beilagen: viermal roödientlidi Sletzenet.^amlliindlStlet.
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Erstes Blatt
M. Jahrgang
8reitag, 18. August l9st
GieKenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberyeffen
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£eben$nütteltcucrung.
Ter diesfährige Sommer war und nicht ßunitia Bis Anfang Juli hevrfchte zwar in Nord- und Ostdeutschland die der Ictstreezeit zukommeude Temperantr, in 2vest und Suddeutschland aber zumeist Äälte und Regen. Und dann mehr als vier Wochen lang eine <?tbc, wie sie Deutschland in dieser endlosen Dinier seit Iahrliunderten nicht gekannt l at, und die erst leit Dienstag einer normalen Temperatur gewid)en ist. Eine solche Witterung kann feine gute Ernte- au-sichten gezeitigt staben. Abgesehen vom Wein, der aller- dings prämlig steht, staben wir beim Getreide höchstens auf eine Durchschnittsernte zu rechnen, Kartoffeln und S?ad> frischte stehen schlecht, und von einer zweiten freu mite konnte schon deshalb nicht die Rede fein, weil der durch die Sonnenglut versengte Boden kein neues Wachstum mehr aufkom- men liest.
Das bedeutet für das deutsche Volk höchstwahrscheinlich eine Lebensmittelteuerung, lote wir sie lange nicht gehabt haben. Wir find zwar — auch in guten Jahren - an hoste Lebensmittelpreise gewöhnt, und alle Anfragen iiber die Lebensinitteltenerung der letzten Jahre haben bei den deutschen Regierungen wenig verfangen. Nur das eine wurde im vergangenen Jahre erreicht, das; die süddeutschen Staaten zur Linderung der Fleischteuerung die Einfuhr französischen Viehs, wenn auch nur in beschränktem Maste und unter gewissen Vorsichtsmastregeln, gestatteten.
Nur unter der Voraussetzung, dast keine unvorhergesehenen Ereignisse, wie Krmtkherteu unter dem Viehstande und schlechte Ernten, cintreleit, sann man behaupten, dast Deutschland sich selbst ernähren könne. Mankhctten bat inmt durch Absperrung der Grenzen zu verhüten gesucht, leider nur mit dem Erfolge, das; nm 1. August dieses Jahres die Zahl der verseuchten Gehöfte 17 699 in 3269 Gemeinden betrug, also gegenüber dem Stande vom 1. Januar d. I. (4091 Gehöfte in 1900 Gemeinden» ivesentlich zugenommen statte.
Tas zweite Moment, das für die Ernährung Deutschlands in Betracht kommt und mit dem ersten in engster Belebung stellt, ist die Viehhaltung au sich Wenn wir in <v et reibe aller Art heute nur auf eine Mittelernte rechnen können, so ist das zwar eine Sache für sich, wenn sic eben auch höhere Brotpreise im Gefolge hat, die die ärmere Bevölkerung, die viel Brot istt, empsindlich belastet. Sie wirkt aber insofern auch auf bic Viehhaltung ein, als von Mrafi- sutter für das Vieh nicht viel die Rede sein kann, wirklich gemästetes Vieh also nur äusterst selten zum Markte kommen dürste. Ja. wenn es nur das wäre? Aber wo der zweite Schnitt bet Wielen ausfallen mustte und alle ipad- irüchte, Ivie Kartoffeln und Rüben, nur einen sehr geringen Ertrag versprechen, kann der Landmann, wenn er nicht ,i ■ früheren Jahren Futterreserven besitzt, feinen biSheri gen Biehstand nicht ausrechterstalten und nocl» weniger daran denken, Jungvieh ausziiziehen oder Mastvieh zum Markte ;u treiben. Er wird durch Futtermangel gezwungen fein, einen großen Teil seines VtestS zu verkaufen, und zwar, waS die EngroSviestständler anbelangt, weit unter dem bisherigen Preise, llnb waS der Landwirt im Winter dnrch- iüttern kann, dürfte kein Qualitätsvieh werden, er kann damit seinen Stall nur in bescheidenem Umfange aufrechterhalten und mir in geringem Maste Jungvieh steranzüch. ten, um für die Zukunft vorzusorgen Ta nun der Viehgroßhändler trotz der geringen Qualität des auf den Marli getriebenen Viehs unter den gegenwärtigen Umständen, wo
das Vieh doch längere Zeit hindurch knapp sein dürfte, gegenüber den Jwiichenhändlern und Fleischern in der Lage ist, auf Preise zu halten, ja, sie sogar zu erhöhen, so dürften die Fleischpreise bei uns in einer Weise steigen, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben, und zwar ohne daß die Landwirt'chaft den geringsten Nutzen davon bitte, weil dieser eben nn den Jmischenständlern hängen bleibt, die bei der Futternot den Landwirten jeden Preis diktieren können.
Die fleißigen Bauern werden, weil ihre Vieh Haltung verhältnismäßig größer ist, auch hier wieder mehr geschädigt werden als die Großagrarier Vor allem aber find die minder begüterten Mreife der Konsumenten zu bedauern, wenn, wie vorausgc agt wird, der Mindestpreis für das Psund der bisher billigsten Stücke Fleisch — gleichviel, ob Schwein, Hammel, .Halb ober Rind — aus über eine Mark steigt, bessere Stücke natürlich ent sprechend höher. Wohin soll das führen, wenn her hart arbeitende Mann, dem schafft durch die letzte Reichsfinanz reform pekuniäre Leistungen genug aufgebürbet sind, unter diesen Umständen für gewöhnlich auf Flei chnahrung ver richten muß und bann nur die Wahl hat, zum Pferde fleisch unserer Vorfahren zurückzukehren oder Vegetarier zu werden ? Eine solche Unterbindung seiner Lebensgewohnheiten dürste ihm den roten Stimmzettel bei den Reichstagswahlen umso leichter in die Hand drücken, als auch schon sonst int deutschen Volle die größte Unzufriedenheit herrscht hin.ichtlich unserer inneren und äußeren Politik.
Tic Reaierilngen der verschiedenen Bundesstaaten, so vor allem Preußens, suchen nun der drohenden Lebens- mittellcucrung, wie das auch ihre Pflicht ist, vorzubeugen, jlber ihre an die Landwirte gerichteten Mahnungen, die in ausgedehntestem Maße im Erlaß des preußischen Land- wirtschaftsininisterS enthalten sind, packen die Sache nicht von der richtigen Seite an. Zwar gestehen sie die Lcbens- mittcltcucrung und Fleischnot ohne weiteres »u, aber wenn Sachsen warnt, das Vieh voreilig zu verkau;en, so löst es damit nicht die Futterfrage, wenn Bahern die Landwirte ermahnt, viel mehr Kraftfutter zu verwenden, um mit den vorhandenen Rauhfnttcrvorräten auszukommen, fo gibt es keine Antwort darauf, woher das Geld für das teuere Korn lommcit soll, und wenn Preuße» die Lage als „immerhin nicht hoffnungslos" bezeichnet, so liegt in diesem „immerhin" recht viel uueiugeslandenc Verzweiflung.
Tast die preußisdn'' Regierung gewillt iji, in Erwa gungen über eine vorübergehende icerabsetzung der Eisen- bahntarife für Futter- und Streumittel einzutreien, ja, sogar den Landwirten empfiehlt, Futter aus dem Aus- laude, vor allem aus Steiermark, zu beziehen, ist an sich erfreulich. Nur bedeutet das bei der voraussichtlichen Lage der Landwirtschaft und der drohenden Lebcns- mittelteucning nicht viel. Deutschland wird an seiner schlechten Ernte uno dem Rückgang seines Viehbestandes lahrelang zu tragen haben, bis cs ivicdcr die alten, auch nicht gerade erfreulichen Verhältnisse erreicht hat. In diesem Jahre aber muß dem kleinen Landwirt, wie Dem Konsumenten geholfen werden. Dem elfteren vielleicht durch Steuererleichterung, dem letzteren durch vorsichtige und mäßige Lessiiling der Grenzen und durch eine zeitweise Herabsetzung der Getreideeinsuhrzöllc. Ter Umstand, daß der preußische Landwirtschaftsminister sich zu Maßrcgrin gegen die bevorstehende Teuerung aufrafft, gibt zu denken, da die preußische Regierung bisher immer Stein und Bein schwor, daß in Preußen bei seiner landwirtschastlichcn
Produktion von einem Notstände überhaupt nicht bic Rebe fein könne Die '^esahr von Notstanbsjahreu muß sehr aroß sein, wenn Herr v Schorlemer-Liescr hdi m seinem Runbcrlatz gezwungen sieht, nach Vorveugungsmastregeln auszuschauen. _____________________________________
Der allgemeine Gifcnbafinausftan) in England.
WaS zu besürchten war, ist nun Tatsache geworben Eng lanb hat ben al.gemeinen Ausstanb der Ei'enbahnange- stellten:
Loubon, 17. Aug Tie Eisenbahnangcstellten haben ben allgemeinen Ausstanb erklärt.
In ganz Englcmb bcrrid'l Panik Aus allen Seebädern findet eine flud» lar11gc Rückkehr der auf Ferien bc- findlichen F amitien nadb i h । c n He> mo i Bst>> bi eu l.alt. Ti • Truppe i m r ->cit 46 ' M ilenEifenbabnlinini zu beinadicu baden. Lange kann aber, io heißt es, ein Ciinibal.nansiicuib in England mdu bauern, ohne dast unter den Ausständigen fei bst wirifchastliches Elend anobrirtu Ter große Verband d r Elfen babnonqrheinen hat bei 90(KH» Mitgliedern ein Streikkasse von neun Millionen Mark, was bic Zahlung von Ausftanbsgelberii für die Tauer von adu Wochen ermöglicht. Ta aber infolge des allgemeinen Ausstandes in einer Woche schon Hiingcrsnotprciia herrschen müssen, fo ergibt sich, daß in hin eiter Frist auch die Ansstandigcn dem vimgcr ausgesetzt sein werden.
In Leeds wurde heute morgen h Ul)t auf alten Eisenbahnlinien b i e Arbeit eingestellt. Ter Londoner Eisenbahnverkehr wickelt sich wie gewöhnlich ab, aus;er auf der Strecke St. Paucras-Manchester, auf der der Betrieb ruht. Tie direkten Züge der Lancashire-'florkshlre Railway liegen auch still.
Sheffield, 17. Aug. Die erregten Ausständigen griffen in der vergangenen Nacht zwei Signa! hän scheu der Midtandbahn au und bewarfen fic mit riefiacn Steinen. Eines wurde vvllstanbig zertrümmert. Polizei zerstreute die Angreifer. Heute morgen kam e-5 zn Unruhen vor den Lagern der Genossen schastsverciuc, wo sich die AnSständigeu bemühten, die Ab- liescrung von Waren zu verhindern. In Sheffield sind T r n p p e n zum Sckuitz der Eisenbahnen eingetrosfen. Heute sind noch bedentend mehr Angestellte und Fuhrleute der Great Central-Eisenbahn ausständig, um die Ausstäubigen ber Miblanbbahn ui unterstützen. Alle Züge bieser Bahn Hult-Shessielb fallen aus. Es mad)t sich ein allgemeiner Mangel an Lebensrnitteln, besonberS an Fleisch, bemc’.'tbar.
Liverpool, 17. Aug. Tic hiesigen R e e b c r erließen eine M u n b g c b u ii g, in der sie sich bereit erfläricit unter gewissen Bedingungen bic von ihnen ausgesprochene Sperre aufzuhc be n. Tie Kundgebung hängt mit dem von dem Exctntivlomilee verschiedener Eiseubabuerver bande gefaßten Besd;lnß zusammen, den gegenwärtigen Kamps nicht eher anszugebcn, bevor nicht bic über ihre Arbeitskollegen wegen Uuterstütznng ber streikcnben Eisenbahner in Liverpool imb anbereit Qrtcn verhängte Sperre aufgehoben unb bic davon betroffenen Leute wieder ein gestellt seien.
London, 17. Aug. Heute uad)millag hat bas Ansstauös- komttcc bet 91 uß lab er zu einer Beratung zusammen unb nahm eine Entschließung an, wcldic alle Mitglieder ber Vereinigung ber Auslaber amveist, sofort zur Arbeit z u r ü ck j n ke hren.
Beratungen tut Handelsamt.
Lonbon, 17. Aug. Bei ber heutigen Konseren H im Hanbelsamt legte ber Hanbelsminifter Bnxtotc ben Arbeitern eine Reihe Fragen vor. Tiefe crwiberten.
Die Angst vor Kranflieitcn.
Tie Sorge des Memd'en für seine Gesundheit hol ;u allen Zeiten, auch als man von einer wissenschaftlichen Hygiene noch nichts wußte, eine große Rolle gespielt. Ja man mar ui früheren Tagen, die keinen Begriff vom Wesen ber »trankhciten unb feine Waffen zu ihrer Bekämpfung hatten, viel ängfiltdKr als hentc. Schon dem Heinen Menschenkind, bas noch m der Wiege tag und venrauensvoll in die Welt blidt?, stellte man das Horoskop, am zu sehen, welche Krankheiten im Verlauf des Lebens über das Nind herciiwrechen würden. Aus der Stellung der Gestirne konnte man das deullidi erkennen, aber man erweichte angst hd) nodi andere Tinge, um die gesahrdrohenden Lcidcn im voraus u iinbat. Man prüfte die Linien ber Hand und in ben allen Anweisungen ber Chiromantik stehl beutlid» zu lesen, welches Ungcniad) diese oder jene Linie für den Körper bedeutet Wie olltc man sich aber schützen gegen die lancrnbtn Feinde der Zrankbeit? Ta gab es Heilipriiche, mit denen man das Unheil ab wenden wollte, aber wichtiger noch waren bic Amulette, bic ia heute noch in manchen Ländern getragen werden. Eine un- gemein reiche Sammlung davon hat die Historische Ableitung der Internationalen Hngicne-AuSstcUuiig in TreSden zusammen gestellt. Die vbantastlicbsten Tinge hing man sich um den Hals, heilige Münzen, aber auch seltsame Tieraugen, merkwürdige Steine unb Pflanzen und wndcrbare Hände Tas sollten vor allem Sd'utzwaffen lein gegen den bösen Bild, der ja nach dem Wahn vergangener Zeilen für du bare jßrankheitcn, wenn nidn gar bcii Tod bringen tonnte. Ein besonders gutes Mittel dagegen mar die Nachbildung eines Basilisken. Tas war sonn ein reckt unerfreuliches Tier, denn nach der Sage mußte icocr üerben, den er anfah, und nur Alexander der Große Lmiue ück ui Indien gegen das Untier helfen, indem er mächtige Spiegel ’jeranrollen ließ, die dem Bafilislen fein eigenes Bild zeigten unb fo ben idjlciimgen Tob brachten.
Wie die Angst vor .Hranfbeiicn die Phantasie der Mensckcn • i regte, so wühlte sie besonders die Leidem'chanen aut, als große Cptdcmien durdi die Landc^ zogen und man iicn nickt zu i ’tten rußte. Tiefe gewaltige Furd r vor Erkrankungen muß man id) aiisiualen, um zu verliehen, daß bic marktickrricr.schen Quadsalber und Scharlatane so mawrig ihr Seien treiben konn ten unb daß die Allheilmittel, Panaceen und Theriake io reißen »en Absatz fanden Tie übertriebene Angst vor Krankheiten ist tiud) in neuerer Zeil bei Epidemien noch häufig beebamici worden And hat den Witz der Humoristen angeregt, die lustig satirische Porträts von allzu furchtsamen Memchen mir Höch» drolliger Schuxllc'.dung entwarfen. In der populären Abteilung der .internationalen Hygiene Ausstellung zu Tresden sind 'tiucr «sstmte Proben btwon zu sehen, so die gwtest-komischen Bilder


