Ausgabe 
16.6.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 159

Zweites Blatt

General-Anzeiger für Oberhessen

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

TieElehener ZamiliendläNer" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Mrelsblott für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Tierandwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Freitag, 16. Juni 1911

Rotation'druck und Verlag der Br ü huschen Universltäiü»Buch- und Slcindruckerei.

R. Lange, ®icjeiu

Redaktion, Expedition und Tnickerei: Schul-

strahe 7. Erpedition und Verlag:

Redaltion:e-^ll2. Tek-Adru AnzeigerDieft«^

Sitzung der Stadtverordneten.

-N i e tz e n, 15. Juni.

Anwesend: Cbcrbürgcrmeiftvr Mecum: die Beigeordneten Keller und Emmelms. die Stadtverordneten Tr. Ebel, Eichcn.iuer Faber, Frn-bbngcr, Grünewald, Habcnickt, Dr. Haberkocn, Zau­bach, S)cidKlrjcini, yelirid), Helm, Huhn, Jann, Jughardt, 51 nimm Jidbcv, Soo*, Orbrg, Petri, Plank, Linion, 2r. Sommer, Trotz' Uritadt, Vetters, Wallenscls, Tr. Wimmenaucr, Äinn.

Der Vorsitzende teilt zum Ableben des

Beigeordneten Georgi

Mik, datz er im Namen der Stadtverwaltung der Familie Georgi herzliche Teilnahme ausgesprochen habe. Tie Mitglieder der Stadt verordn^en-Bersammluug haben ihre Teunahme durch ihre voll- zähltge Anteilnahme an der Beerdigung erwiesen. Van dem Ehrcn- lttirger,der stabt Geheimerat Dr. Gaffky und Prov.u;ialdn.,lor tr. Usmger |mb der Stadtverwaltung Beileidschreibcn zugegangei, i! Wt'crburgcrmciuer Mecum zur Verl nnig bringt. Weiter ocr lictt er das Tantschrcibcn der Familie Georgi und Widmer dem verNorbcnen Bergeordneten einen Nachrui. Dessen Andenken werde ui der ganzen Bürgerschaft unvergetzlrch sein. Tie Versammlung ehrte das Andenken Georgis durch Erheben von den Sitzen.

Mitteilungen.

Tie Eingabe des Vereins weiblicher kaufmännischer Angestell ten, die jungen, im il auf m ann2beru f tätigen Al ädchen dem F o r t b i l d n n g s s ch u l z w a n g zu unterwersen, wurde an die vandclskaminer zur Aeutzcrung gegeben. Sie Hal sich dafür ausgesprochen, während der Tetaillistenvorein sich dagcgtu er llärre. Von der Lrlsgruppe Gictzen des Tcutschualivnalen Hand lungsgehilsenverbandeo ist eine Eingabe gegen die Ciinfüljrung des Fortbildungsschnlzwanges eingcgangcn. Tie Gutachten und Eingaben werden deut Schulvorstand und der Schuldeputcuion als Material übergeben.

Tie Beschlverde des Stadtv. Dr. Ebel wegen der von >t ehri ch t Haufe n am alten Feldweg herrührenden n hier. Gerüche g>rb Anlatz zu einem Bericht des Tiesbauamtcs, ivonadi städtische Arbeiter an der Sache unschuldig seien.

Baugefnche.

Samuel :H oienba u in will in seiner Hosrcite West-Anlage 4G rin Koiilorgebände und einen Stall errichten. Ti? für die An läge für Hintergebäude erforderliche befondere Genehmigung wird von b.'x Versammlung erteilt.

Die Witwe M emvfs will an Stelle ihres avgebrauulcn Wohn­hauses Marburger Ltratze 65 ein neues unter Benutzung der alten Fnndamentnmuern errichten. Tie Versammlung ist damit (inversrauden, datz der obere Stocl in Fachwerk ausgesührt wird und genehmigt den Wiederaufbau hinter der Baufluchtlinie.

B.'i dem Neubau des Tapeteuhändlers Höchst älter in der Schlotzgasse, der ün Stil dem gegenüber liegenden alten Schloß angeuatzl wird, sind zwei Erker nach der Zchlotzgasse zu vor geiel.cn, sowie ein Balkon nach dein Braudvlatz zu. Man ist damit einverstanden unter der Bedingung, datz die Erker nichl iiid.r als 40 und der Balkon nichl mehr als 75 Zentimeter Ausladung erhalten.

Metzgermeister Euler ist jetzt bereit, an seinem Hause Hamm- stratze 15 eine Einfriedigung anzubringen, aber die von ihm vor gesehene ist viel zu lückenhaft. Ter Banausschutz fchlägl eine (Sr gänz'iug in der Art vor, datz die Einfahrt nno der Lodeneingang sr.i bleiben. Tie Bcrfammlung ist damit cinverslanden.

Schutzvorrichtungen an den Straßenbahnwagen.

Anlässlich der Borlage der Rechnung d<-> Eleltrizi lätswertes für 11)09, die nack> dem Bericht des Stadlv. Heichelheim in £ Tönung ist und genehmigt wurde, kommt Siadtv. Tr. Haber körn ans den bedauerlichen Unfall in der Eicher Strotze zu sprechen, der einem Muihc das ^eben kostete. Er habe schon bei der 'Jinlöge der clclrrischcn Slratzcnbahn die Anbringung von Schutzvorrichluiigen an den Wagen angeregt, die verhüten sollten, datz jemand unter die Räder lomme, aber damit leine Gegenliebe gefunden. Nicht nur Kinder, auch alt. X'entc würden leicht durch die elektrische Bahn geschädigt. Er wolle seine damalige Anregung wiederholen.

Ter Vorsitzende bctoiu, datz die Schutzvorrichtungen an den Wagen von der Aufsichtsbehörde als ausreichend onertannl seien. Eine frühere llmfrage bei den anderen Strassenbahn-Ver waltungen habe ergeben, datz Schutzvorrichtungen, wie sic Stadtv. Tr. Habcrlorn Vorschläge, eher die Zahl der Unfälle erhöhen als vermindern werde.

Sbodtv. Grünewald legt feinen großen Wert daraus, datz die Aufsichtsbehörde die Schutzvorrichtungen als ausreichend be­trachte. Für die Anregung des Tr Haberkorns müsse man dank­bar fein und ihr nachgehen. Unfälle würden am besten dadurch vermieden, datz das Publikum entsprechend erzogen werd.. Namentlich sollten die Kinder entsprechend belehrt um» nicht ohne Aufsicht auf die St ratze gelassen werden. Jetzt werde ein form kicher L>wrt damit getrieben, datz man der Stratzenbahn und . den Autos nicht auSweiche. ^Ten Wagew'ührer treffe an dem bedauerlichen Vorfall leine Schuld. Abhilfe werde am besten gefckiafscn, wenn die Eltern und die Lehrer die Kinder immer wieder auf die Gefahr des Ueberfahrenwerdcns Hinweisen.

Stadtv. Wallenfels ist mit der Anregung des Liadtb. . Tr. Haberkorn einverstanden. Man müsse alles tun, um lln glück Ställe, die zumeist durch Unvorsichtigkeit cnntäirben, zu ver­meiden.

Auch Stadtv. Tr. Ebel ist für erneute Prüfung der Frage. Wenn eine brauchbare Schutzvorrichtung gefunden werde, miu . sic eingeführt werden. Vielleicht könne die Bahn an der sicher Strotze cingesriedigt werden. Tie Schutzleute mülsten angewftien werden, Kinder, die die Stratzenbahn durch ihren Unfug be­lästigten, in der Schule zur Anzeige zu bringen.

Der Vorsitzende meint, eine niedrige uiniricbignng werde nichts helfen und eine hohe bringe die Leute in den Wagen in Gefahr, wenn sie z. B. bei einem Brand den Wagen rafü> ocr- Iassen müßten.

Stadtv. Tr. 5 onun er ist dafür die Lache gründlich zu prüfen. Man solle einen besonderen Ausschutz ur.i e Zuziehung eines Mechanikers beaustragen.

Stadlv. Tr. H a b e r i o r n möchte noch daraus Hinweisen, datz bei dem Unglück in der Li eher Ltratze die Mutter feine Schuld treffe. Denn das Kind fei unter '-.lumd-i größerer Kinder geiueicn. Ta die Büickc m der Nähe Der Bahn letzt entfernt leien, fei ein Geländer überflüssig.

^radtv. Trotz pilidiei Dem Stadlv. Tr. Haberkorn insofern bei, datz eine Schutzvorrichtung gesunden werden müsse, die wenig slens so lange Den mit Der Bahn kollidierenden Menschen von den Rädern fernhakte, bis der Wagen .-nm Steven gebrarbt sei.

Sradtv. Ä r it in nt ist ebensalls iur Tr. Habertorns Anregung. Wenn man erreiche, datz ein tödlicher Unglückssall nia-r vor­kommen könne, habe man schon viel erreicye. ic Kinder mutzten, ebenso wie manche Fuhrleute, an Die elektrische Bahn ge vöhnc werden, das; sie |tc nicht als Gradn. er für ihre G^chialiaft.s. benutzten.

L.adtv. Simon hält nicht viel von den gcfordcr.en Schu Vorrichtungen und Iriit >ür Schaf ung Vvii L>.c.p:ä-.ci em, Daan; Die Kinder itin/c aus Die mi0Cui-.vit seien. Für den

Plap an der Ercdncrstratzc, Der für eine Schule in 2lusfichv genommen sei, könne an der schönen Aussicht Ersatz gcsdxm'en werden, ebenso seien der Lchwcinemarktt'latz und Der Laaervlatz an der Lickc^ Stratzc dazu geeignet. Tw Spielplätze tönnt.-n innerhalb des Baublocks liegen und bei den Bebauungsplänen sei auf ihre Schaffung Rücksicht zu nehmen.

Stadtv. Winn stimmt dieser Anregung zu»

2er Erlatz einer

Arbeitsordnung für die städtischen Arbeiter beschäftigt die Ausfchüsfe schon längere Zeit. Ta gegenwärtig in Cncnbad) eine solche Ordnung in Borvercitung und bis zum Herbst deren Vorlage ;u entarten ist, wird vorgeschlagen, liier bis zum Herbst m warten, um sich das dort beschlossene noch ,i! Anpen innd-en zu können. Angesichts der gestiegenen Lebens mitlelprcise iollcu aber einzelnen ArbcitcrNasfen eine einstweilige Zulage gegeben werden.

Stadtv. Vetters spricht sich für sofortige Beratung der Arbeiisordunng ans, Da Die Sache doch nick't io nfnvicrig ,'ci. Tie Versammlung stimmt aber Dem gemachten Vorschlag zu.

Tie früher beschlossene

Polizeiverordnnng über die Beanssichlignng von Hunden

iir setzt tont Polizeiamt mit einigen AbLndcrnngSvorschlägen zurückgekommcn Wie der Vorsitzende nüitcUt, ist Die jurb Nische Kommjfsion Din'en Vorschlägen aijf 'Jlntrag Des SlaDlv. l'rüneirald beigctrc.cn bis aus einen. Tie Polizei will nämlich das jetzt schon bestehende Verbot, Hunde in Die Wirtschaften mitzubrjngcn, ansgchobe.i haben.

Stadtv. Krumm hat iur schon früher gegen die Verord­nung ausgeivrochcn, zumal inan den beabsichtigten Zweck nicht erreichen werde.

Stadtv Winn mochte bei dem Winshausverbot zwischen grofjen kinh kleinen Hunden unterschieden haben.

Stadlv. Wallenfels ist der Ansicht, datz Hunde nichts in den Antschasten zu suchen habe».

Stadlv. Heichelheim schlLetzt sich der Meinung Des Stadtv. GrüneiralD au und verweist darauf, das; auch die Stadl m die elektrische Bal'u das Mitbringcn von HuuDcu nicht zulasse.

Stadtv. Jugl ardt ist ebensalls dagegen, daß Hunde in Wirtschaften jngciaficu werden sollen: ebenso Stadtv. Petri, alb t v Stadt dir Hunde zu- gelassen haben will.

Stadlv. G r ü newald führt aus, seine .Anregung sei Haupt- sächlia'i cittstandcn, um dem Verwüsten Der Anlagen durch Die HunDe entgegenzuwirken. Schon seitl/cr habe inan den Ausenl- halt von Hunden in Die Wiri'cl.aslen verböten und sic gehörten auai nicht hinein. An die Wirtschaften autzerhalb Der Stadt deine Dabei niemand.

Nachdem sich noch die Ltadtv. Tr. Haberkorn, Han- b a di und Söber in ähnlicher Weise ausgesprochen haben, wird entsprechend dem Antrag Der lurifii'chcn Kommis'ion beschlossen.

Tie Blutläuse.

Stadtv. Lobet teilt mit, das; gestern in einem Vortrag iur Gartenbesitzer Tr. Hoffmann milgctcilt habe, in Gictzen fei die Verbreitung Der Blutläuse autzerordeirtlich stark, was Den Apfel bäumen sehr gefährlich sei. Er wolle Deshalb anrcgen. Die Blut kauskommifjion Durch Hinzuziehung Von SachverstänDigcn zu ver­stärken und Die Vertilgung dieser schädlichen Insekten mit Nach Druck zu betreiben. Tr. Hossmann habe sich auch bereit erklärt, int Herbst einen Vortrag über Diele Sacke vor Dtn StaDtvcrorDnelen äit halten.

Tic Stadtv. Krumm und Jann treten ebensalls nach Drücklich für die Bekämpfung Der Blutläuse ein. Da Deren cr- idiredenDc Zuiiahme in unserer (slemarkung zn einer grotzen Ge fahr für den Lbst- und Gemüsebau werde.

Tic Sacke wird an die forst- und landwirtschaftlichc Tcpu- lation verwicscn.

Verschiedenes.

~ Ter Männerturnvcrein hat ein Gesuch cingercicht. Die Turnhalle Des Realghmnasiums weiter benutzen zu können, unD bittet, in Zukunst von einer Miete abzusehen und Die Heizung und Beleuchtung aus Die StaDt zu übernehmen. Tcr Verein be­gründet dies damit, Datz Die finanzielle Belastung, Die der Stadt daraus erwachfc, kaum ins (Gewicht falle und die Geräte des Vereins von der Schule mitbcnutzt wurden. Ter Tirektor der Schule hat nichts gegen "Die vermehrte Inanspruchnahme der Halle durch Den Verein. Ein Teil von dessen Geräten würde allerdings von den Schülern mitbenutzt, aber nur, weil sie nicht gesondert ausocwahrt würden. Es wird beschlossen, dem Verein die Turnhalle im gewünschten Umfang zu der seitherigen Miete zu überlassen und ihm auszugeben, für eme entsprechende Unter­bringung seiner Geräte zu sorgen.

Tas eine Torhäuschen am Neuenweger Tor ist dem L esc halle v er e in schon früher cingcräumt worden. Um Da» Häuschen cntivred;enD herzurichteu, sind 1600 Mk. erforderlich.

Stadtv. Winn bittet, die Lache

die alte Klinik cntjchteden fei. Man fchafse mit der Einräumung des Torhäuschcns dodi nur ein Provisorium, während man viel leidn in zwei Monaten der Lesehalle ein anderes, besser ge­eignetes städtisches Gebäude auf Tauer überlassen könne.

Ter Vorsitzende, Tr. Ebel und Tr. Sommer sprechen für Die Ileberlassung Des Torhäuöchrns, Das den Zielen und Wünschen Der Lesehalle durchaus entspreche.

Gegen eine Stimme werden die 1600 Mk. bewilligt.

T ic U m g e ft a 11 n it g des Platzes vor der U it i d c r f ität hat Die Versammlung schon mehrfach beschäftigt. Tas Ministerium hat sich nunmehr bcreit^crklärt, .Die Halste Der entstehenden Kosten zu tragen, wenn die Stadt Die andere Hälfte übernehmen will. Nach Ausführungen der Stadtv. Tr. Wimm en au er und Tr. Sommerinbct der Antrag des Finanzausschusses Annahme, hd) grundsätzlich zur Leistung eines Beitrages bereit zn erklären, aber über die Höhe der Summe erft nach Vorlage der Pläne und des Voranschlags zu bcschlietzcn.

Tcr Bebauungsvlau zwischen Liebigstratzc. Ohlcnberg- wcg, Lcihgestcrncr Weg und Aulweg hat vor zwei Jahren offen gelegen, ohne Datz Euuvrüche erfolgt sind. Nunmehr, wo Die Fcldbcreinigung Das StratzcngclänDe ausscheiden will, sind solche Einsprüche von verschiedenen Seilen gelommen, u. n. von der Firma Hchligenstaedt, Die ihre Ausochnungsmöglichkeii durch den Bebauungsplan bedroht sieht. Es wird, da die Interessenten sich über Die ^adic nicht einig sind, vorgefchtogen und nach kurzer Besprechung auch bcichlossen, die Sache aui vdi beruhen zu lassen.

Iür die sreitzandige Beschesiung eine» Ärastwagens für das Elektrizitätswerk, der Durch Die werdende Uebcrlandzentrale notwendig ivird und für Personen und 100 Kilogramm Material dienen soll, u. erden 6000 Mk. bewilligt. Es 'vll von der Iirma Kronenderg ein Türkopvwagen bezogen werden.

Für Den Neudruck der Zntsscheinbogen sür die Anleihe von 1895 aui Die Tauer von 1" Jahren werden 340 Mk. bewilligt und die Lieferung der Brühlschcn 2ruderet übertragen.

Ter Bicnenzü-chterocrein hat für fein 50 jähriges Jubiläum Die Stiftung eines Earenvrei es erbeten. Man be- idiliem, i.ierair 30 Mt. zu bewilligen. Stadtv. Löber hätte Die BLiviltigung von 50 Mk. gcwünicgt. Ta in letzter Zeit die ekiucijc um Ehrenpreise üoerhanD genommen haben, wird grano-

sätzlich beschlossen, in Zukunft solche Bewilligungen nur noch in Ausnahmejällcn zu bcidilicBcn.

Stadtv. T r oft regt an, iur solche Zwecke eine Medaille mit der Inschrift Ehrenpreis Der StaDt tiieycn zu bcfchafscn.

Stadlv. Jann bittet um baldige Vorlage Der Pläne für Den Neubau der Cbencalitbufe, Damit noch in Diesem Jahr damit begonnen werden könne.

Tcr Vorsitzende sagt zu, hast die Sache nodi vor den Ferien jur Verhandlung kommi Er wolle aber mittcilcn, datz neuerdings Bedenken gegen den Bau entstanden seien. Da vom Ministerium eine Anfrage gekommen sei, deren Zweck noch schleier­haft fei.

(ßeridiUjanL

R. B. Tarin stadt, l«i Zuni. Vor dem Schwurgericht der Provinz Starkenburg begann heute unter starkem Andrang Des Publiiuins Die Verhandlung gegen den M öbel- tran Sporte ur H c inri ai H e n wegen 7 odschlags T ic Greucllal des Angclkagten erregte im Januar Diei cs Jahres längere Zeit die allgemeine Aufmerliaiilkcil. Am l'i. Januar vericluvand plötzlicki ivurios Die neuniährige Tochter des Zimmermanns Graub in der Bcssungcr Stratzc aus der Wohnung ihrer Familie. Tic Hausbewohner ivaren zu jener Zeit iinttlid) auf Arbeit, nur der 32jährigc, in einer Kammer ves oberen Liockrverls wohnend,'. Hetz war anwesend. Als am Abend Die Eltern von der Arbeit nnd) Hause lamen, vennitztcn sie Das Kind und erstatteten Anzeige bei Der Polizei Am attDeru Morgen unternahm Dann ein Schutz - mann mit Hilsc eines PolizeihunDes eine Untersuchung im Hause und sand auf dem über der Wohnung her Eltern befindlichen Speicher, Der nur nach Anlegung einer Leiter >n erreichen ist, einen grotzen Lack mit Der Leiche. Tie von einem schnell herbei gerufenen Ar,: ang, geilten Wiederbelebungsverfuchc blieben er solglos, cd stellt, sich heran:-, das; das Knid erwürgt worden war: ein Littlichlcitsvcrbred.en konnte nickt festgcstellt ivcrbcn. Tic ersten Gnnitthingen nack der Lwar des Mhrders blieben ersolglos und der herbeigcholtc Palizcihund vermochte feine weitere Witterung zu nehmen, n-eil die Leiche inzwischen gebadet worden war. Verschiedene Verdachtsnwmenle, wie die alleinige Anwesen­heit des Hctz im Hause und Der Umstand, Dost er Das KinD kurz vor dem Verschwinden zum Mouiniann geschickt hatte, um sich KaulabaL besorgen zu lassen, sührlen und) längeren Erwägungen zu seiner Verhastung. Ter Angeklagte, der nd; nun säst iüm Monat in Uittersuchungshast besindet, leugnet trotz «allen ßt Mahnungen noch immer hartnäckig ine Tat, Doch haben Die sehr ilmsassenden Erniitlcluiigen der Ltaatsauwaltskl)asi io viel schwere VerDachlsmomcitle ergeben, datz daraufl in Die Anllage vor den Geschworenen erhoben werden tonnte. Ta zur Ucbersührung, des Angellagten mau nimmt nn. Das; er das Kind initzbraukbcii

8 d : 'm!, woraus es von ihm erwürgt unD in den Lack gesteckt wurde ein umfang reicher Indizienbeweis erforderlich ist, und sür die Verl-and hingen zwei Tage in Aussicht genommen Tie Anklage vertritt Slaalsanwalt Tr. Leoni, die Verteidigung Des Angeklagten führt Redstsanwall Rohd«. 'Aach Verlesung der Anklage und Feststellung Der Personalien sanD .unädift eine Besichtigung des Taiortos in Der Bessunger Ltratze statt.

Leipzig, 15. Juni Bor Dem vereinigten Zweiten Und Tritten Lirafseuak >. Aeick- zerickls begann Der Lvionage- pro ; est gegen Den 2!j ihrigen Pap!,-rwarenzuschueider R 0 m n n 0 aus Breslau und dessen ck',,ährig, Lckwoicr Atarie. Beide sind angeUagt, sich in den Besitz inilnaiiid.cr Zeichnungen und Ge heiinnissc gefeit und fie fremben Mächten ausgclicfcrt zu haben. Es fint- 17 Zeugen und Drei Lackoerständige geladen. Tie Le'fenllichkeft ist ausgeschlosfeu.

Vcrantwortlidi sür den politisdicn Teil i. V.: R. Lange.

kirchliche Nachrichten.

Loaugrüsche Gemeinde.

Sonntag den Itz. Juni, 1. nach Trinitatis, öotterdiensl.

3n der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Psarrajsislcnt Schorle in m e r.

Zugleich Lhristenlehrc sür hie Neukonfirmiettcu nu5 der Malthäusgemeinde.

Vormittags 9V; Uhr: Pfarrer S chwabe.

Vormittags 11 Uhr; Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Schwabe.

3n der Johannerkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ä c eh t o l s h c i in e r.

Vormiitags 0*/. Uhr: Professor D. Schian.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für Die Johann es gemeinde.

Pfarrer Ausfcld.

Nachmittags 1 Uhr im Qonfitntanbenfaal der S n t aS g e m e i n b c : Gollesdieiftr kür otc Taubstuniiiien.

Pfarrer B e ch i o l s h e i in e r.

AbcndS 8 Uhr im KonsirinanDensaal der Johanneskirche: Vci- ftimmlung und Bibelbesprechiing.

Nächitkünstigeii Loiiniag beit 25. Juni wird nach allen 6>oticsbiciuicii eine Kollekte hir das Ijelnidjc Krüppclheim erhoben werden.

Uatholische Gemeinde.

EottrLdirnst.

Samstag den 17. Juni 1911:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: öclegcntjcit zur heil. Beicht.

Sonntag den 18. I u n i, 2. Sonntag nach Pfingsten, Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichu

, uni 7 Uhr: Tie erste heil. Wlefjc.

, um 8 Uhr: 'Austeilung bei" hl. ilomnuinioiu

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. 'Messe mit Predigt. Mililärgottesdienst.

Nachuiiilags um 2 lltjt: Lyristenlehre; daran' falrameiitalische Brnderld)astS-'Andacht mit Legen.

□sraciiüfdje nrNtztousgemrinde. tsoitcsvienii ui oer t^üd-Anlage),

Samstag b e n 17. Juni 1911;

Vorabend: 7.4» Uhr.

Jlorgend: 8.30 Uhr.

Nachmittags: 4.00 Uhr Predigt.

Sabbatausgang: 9.40 Uhr.

Bei den neuesten von Professor >iunghahn und Dr. Säbefer vorgcnommcnen Untciiuchungen der bclanntcifen Kohlensaurebädcr des Handels erwiese.i sich 11 r. Zucker s Kohleniäurevaoer mit den Klssen a i ~ eie'.idüu iifii u. vnLci nn '»cbrnudi cuvatfriien.

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