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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten,
ö f^ nur der Umstand, Part ien statt, um den Reichstagskanbida.en für den
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stamme aus Berlin
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Zur Ersatzwahl im Reichrtagrwahllrcir Kleben-Grünberg Niuda.
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daß. er früher Flügeladjutant des Kaders war. Und ob das ausreicht, um auf den heißen Boden St. Petersburgs zu treten, will uns doch einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Am besten wäre es schon, die Ehrenstellung eines Flügel- adsutanten des Zaren würde vö.lig von der ernes deutschen Militärbevollmächtigten getrennt.
Man schreibt uns: Es steht fest, daß für die unter dgx Bezeichnung Antisemiten zuiammenge,aßtc-n Partn- qnippen keiner der bis jetzt genannten Kandidaten (*£op/ Fenchel usw) in Frage kommt, sondern daß man sich> in den maßgebenden Kreisen bereits dahrn entschieden hat, daß Ob er lehrerDr. Werner für die Deutich-Sozialeri und Christlich-Sozialen kandidiert.
Von anderer Seite wird uns mitgeteilt: Dm 28 Januar findet hier im Lenzschen Felsenkeller eine Vertrauens- männer-Vcrsammlung der rechtsstehenden
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'«Sanier mit Herrn f Jj« em Lina etumr' rhausen.
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Der Slehener Anzrt-er erlchetni täglich, auyer SotmiaqS. - Beilagen: viermal roöcheiitli<h OietzenerLamllienblätter irorimal roödieniLKreis-.
lall für den Ureir Stehen (Dienstag und Freitag--,
Der neue Hauptmann.
Berliner Theaterbrief.
Man schreibt uns: Das neue Drama Gerhart Haupt- Manns, die Berliner Tragikomödie in fünf Akten „D i c Ratten" har bei seiner Uraufsührung im Lessing-Thea ter am Freitag ein cm mehr geräuschvoll-lärmenden, als innerlich tief ergreif enden Eindruck zurückgelassen. Das Zwiespältige bie) er Wirkung lag in den heterogenen und völlig entgegensetzten Elementen, aus denen sich dieses buntscheckigste und verwirrendste Werk des Dichters zusammensetzt. Es wallten in diesen an lebendigen Gestalten und überraschenden Episoden reichen Szenen deutlich zwei verschiedene Stiltendenzen, die miteinander zur Harmonie zu verschmelzen Hauptmann nicht gelungen ist. *so hat er denn Komödie und Tragödie gedichtet, ohne aus ihnen die höhere Einheit der Tragi-Komödie zu gestalten.
Der Lustsvielkern des Werkes, der leider oft bis zur tntnalen Posse herabsinkt, präsentiert sich in der Gestalt des Theaterdirektors Harro Hassenreuter, in der die Ansätze einer feineren humoristischen Psychologie nach Art des Kollegen Crampton im Verlauf der Handlung immer mehr von den platten Späßen des unsterblichen Striese vernichtet werden. In der Schilderung dieses pathetischen Histrionen und Lebemanns, seiner asthmatischen Gattin, seines himmelblauen Töchterleins, das mit einem idealistisch veranlagten und naturalistisch denkenden Theologie-Kandidaten sich zum Bund für Tod und Leben vereint, in der breiten Ausmalung des komischen dramatischen Unterrichts und der ßibe- leien des Direktors arbeitet Hauptmann mit den Misteln der Posse und zeigt dieselbe aequält-forcierte Lustigkeit wie in seinen so arg mißglückten „Jungfrauen vom Dischofsberg". Das Theatermilieu mit feinem von Ratten zerfressenen Plunder soll nun zu der Atmosphäre der nwralisch angenagten und zermürbten Lebens- kreise überleiten, aus der die Tragödie dieser „tragelaphischen" Arbeit geboren wird.
In das fittlicbc Chaos einer Berliner Mietskaserne in der anrüchigsten Gegend wird die Gestalt einer Frau hineingestellt, die eine reife Meister leistung des Menschenkenners und Menschen- schilderers Hauptmann ist. Die Frau des Maurerpoliers John, die Staub, Motten und Ratten aus des Theaterdirektors zerschlissenen Kostümen fernhalten soll, ist nicht unberührt geblieben von der stickig-muffigen Luft, in der sie lebt. Wand an Wand mit ihr hausen Verbrecher, hausen Dirnen, und ihr Bruder, der
Schreib
Wie es heißt, soll nun Generalmajor v. Lauenstein, der augenblicklich die 38. Jnsanteriebrigade in Hannover tommandiert und der Suite des Kaisers angehört, Nachfolger des Herrn v. Hintze werden, sowohl als preußischer Flugeladjutant des Zaren, wie als deutscher Militarbevoll- mächtigter in St. Petersburg. Daß er sich für diesen Losten militärisch, wie kein anderer eignet, liegt aus der Hand, denn als früherer Militärs achee in Petersburg kennt er die militärischen Einrichtungen Rußlands zur Genüge. Hat er dach den Krieg gegen Japan un russischen Hauptquartier mitgemacht und später als Chef der ersten (russischen^ Abteilung des preußischen Generalstabs die russischen Militärangelegenheiten bearbeitet. Für seine
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durch den Tod des Reichstagsabgeordneten Kohler-Langsdorf erledigten Wahlkreis Gießen-Nidda crufzustellem Es kommen in Betracht Landwirt Dorsch-Wöliersherm, Oberlehrer Werner-Butzbach und Landwirt Fenchel-Oberhorgern. Als Kandidaten für den durch den Tod Köhlers erledigten Landtagswahlkreis Hung-n-Lich kommen in Se- tracht die Landwirte Fenchel-Oberhorgern und Philippi- Wohnbach. Durch den Tod Kohlers ist weiter eine Wahl zur Landwirtschaftskammer notwendig Landwirt Schneider-Utphe ist aufgestellt. Ebenso mutz für Köhler, der Vorstandsmitg i d der Landwirts^ aftskainmer h) t, em Ersatz geschaffen werden. Das Landwirt,chaftslammer-Mtt- glied Landwirt Hensel-Dortelweil ist da,ur auseilchen.
Diese Mutmaßunaen gipfeln darin, daß Herr v. Hintze seine schwierige Stellung als Flügeladjutant des Zaren und gleichzeitig deutscher Mi itärbevollmächt ater in einem Sinne crufgefaßt hat, der Reibungen mit dem deutschen Botschafter, Grafen Pourtales, nicht ausschloß. Er scheint in Petersburg den Diplomaten in sich entdeckt und gemäß seiner persönlichen Dienststellung zum Zaren Mittel und Wege gefunden zu haben, die politischen Pläne des deutschen Botschafters mehrfach zu durchkreuzen, wo nicht seine Persönlichkeit selbst in den Schatten zu stellen. Deshalb soll es ein offenes Geheimnis sein, daß Graf Pourta.'ös, der seinen Einfluß durch die diplomatische Gescl)ästigkeit des Herrn n. Hintze beeinträchtigt fühlte, mit seinem eigenen Rücktritt gedroht habe, falls nicht t^err v. Hintze Petersburg verließe.
Wie dem nun auch sei, jedenfalls hätte v. Hintze, der von 1903—1908 Marineattachee der deutschen Botschaft in
nischen „m" gezeichnet in den „Lustigen Blättern" gestanden und ihn zum Vater gehabt haben. Ein wahrer Verschwender an guten Einfällen und mühelos gegebenen Pointen hat er tn den 25 Jahrgängen des von ihm geleiteten größten und populänten norddeutschen Witzblattes, das so manche Konkurrenz lachend überdauert hat, einen wahren Schatz von Fröhlichkeit ausgestreut. Vom knappen Witz bis zur wuchtigen Anklage, von der pointierten Anekdote bis zur behaglichen Humoreske hat Moszkowski alle Humore gehandhabt und erschöpft. Zwei humoristische Figuren, die als Typen einfach Allgemeingut geworden sind, hat er ge- schafsen und mit seinem satirischen Witz ausgestattet: den „Latten- sritze", den mißvergnügten Berliner nörgelnden Nichtstuer und den samosen „Anton Notenguetscher". Eine stattliche Reihe von Humoreskenbändchen (darunter „Anton Notenquetscher", die „Lustigen Fahtten", „Das Ueberbüchel", „Das Freibad der Musen"! sind muntere Meilensteine an Moszkowskis ichnitstelle- rischern Lebensweg. Auch auf der Bühne hat er mit heiteren und Ausstattungsstücken Erfolge gehabt. In seinen Mußeitunden aber beschäftigt er sich mit den ernstesten mathematischen und philosophischen Studien, die einen sehr merkwürdigen Niederschlag gefunden haben in dem äußerst lesenswerten Buche „Die Kun,t in tausend Jahren", das den Moszkowskischen Skeptizismus in glänzen- der Darstellung on'cnbart. Geboren wurde Moszkowski — ein Bruder des nicht minder bekannten Komponiiten Moritz Moszkowski — in dem polnischen Pilica am 15. Januar 1851, hat daS Gymnasium in Breslau und Dresden betucht und dann an den Universitäten Berlin und Heidelberg ftubiert. Nach einer kurzen Zeft freier journalistischer Betätigung wurde er Mitredakteur der „Wespen". Als Dr. Otto Eysler im Jahre 1886 in Hamburg die „Lustigen Slatter" gründete, wurde Moszkowski ihr erster Chefredakteur, siedelte kurz darauf mit dem Witzblatt nach Berlin über und ist bis zum heutigen Tage der Leiter des Blattes geblieben, an dessen Ausschwung sein unverwüstlicher Humor der Löwenanteil beanspruchen darf.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der ernst hochgefeierte Wagnersänger Albert Niemann in Berlin empfing zu seinem 80. Geburtstage eine < besondere herrliche Blumenspende vom Kaiser sowie Glückwunschschreiben und Telegramme in großer Anzahl, darunter vom Reichs" kanzler und Grafen Hochberg. Graf von Hülsen-Häseler über" reichte eine Ordensauszeichnung Aus Hannover, der Wieg« des Ruhmes des großen einiger», wurde seiner ehrend gedacht.
Petersburg war, Zeit und Gelegenheit finden können, sich über die Tragweite seiner Handlungen klar zu werden. Daß aber der Zar in Potsdam beim deutschen Kaiser etwa * .3.-~ v
Wünsche nach einer Abberufung des Herrn v. Hintze geäußert hauptung einer Berftner Depesche der „Jcorooie ^jranja hätte, oder daß diese irgendwie mit der Neuorientierung aber, der Artikel der „Evening Times" stamme aus Berun, ser russischen Politik zu^ammenhängt, läßt sich nicht an- müssen wir als absurd zurückwersen.
Eine widerspruchsversammwng öes Sundes der Landwirte.
sc. Frankfurt a. M., 14. y°n. Der „Bund b« Sani. Wirte" und die „Vereinigten Landwirte von Frankfurt <l M. mit» Umgegend" batten heute im Börsensaal eine „Proteiwermmmlung gegen die Fleischnothetze" einberufen. oOO Lauerte aus Grost- Frankfurt, den Kreisen Wiesbaden-Land, Höchst, Obertaunus, Usingen, Weilburg, Limburg, Hanau, Gelnhausen, Wetzlar, Gtttzen, Friedberg, Büdingen, Schotten, den Provinzen etartenburg uni Rheinhessen, sowie aus der bayerischen Pfalz, hatten sich ernge- funben. Unter den Anwesenden waren die heftischen Landtag-- abgeordneten Bähr und Breidenbach. Der Vorsitzende Oekon^mie- rat L u ck e - Frankfurt a. M., stellvertretender Vorfttzender bet, Bundes der Landwirte, eröffnete um 2Vs Uhr die Versammlung, Er widmete zunächst dem verstorbenen Reichs- und Landtags- abgeordneten Köhler-La nasdorf, .dem „freien Franken , der mutig und kühn zugleich, die JMerenen der deutschen Land- wittschaft stets vertreten habe, einen Nachruf und hob hervor, datz die Presse aller Parteirichtungen die Tätigkeit des Verstorbenen rühmend anerkannt hätte. Nur eine Bemerkung sei falich, daß Köhler seiner Zett den Mitteldeutschen fBauenweretn an ben Bund der Landwirte verkauft habe. Der Redner fuhr bann fort: Die heutige Versammlung soll Widerspruch bagegen entlegen, batz Die deutsche Landwirtschaft, die schon Vergil ein adeliges Gewerbe nannte, verteuernd auf alle Lebensrntttrt wirke. Die deutsthe Landwirtschaft sei imstande, das deutsche Volk zu muchren. Bedauerlich sei, daß von gewissen Setten eine tiefe Kluft zwischen Stadt und Land auf gerissen roerbe, uni) er erinnerte an bie in Marienburg gesprochenen goldenen Worte Stauer Wilhelm»: „A>er Landwirt schlage in bie Hand bes Kaufmanns und des Gewerbetreibenden". Landwirt Hensel- Dortelweil ließ sich dann über „Landwirtschaft und Viehzucht" aus. Er verwahrte sich dagegen, daß die Landwirtschaft an den hohen Vieh- ober Flenchpreise, schulb sei. Der Seuchenschutz würbe noch zu wenig Itreng gehandhabt, wie bie jetzt grassierende Maul- und Klauenseuche zeige. Eine Viehrnappheit sei allerbmgs vorhanden, infolge der schlechten Futterernte im Jahre 1909. Die Viehteuerung werde mit hnovr- gebradjt durch den Zwischenhandel und den übertriebenen Lupus öer Metzger in ihren Läden. Er habe festgestellt, daß der Landwirt in der Zeit vom 1.—15. Dezember 1910 für Ochsen erster Qualität 44,8 Pfennig pro Pfund erhallen, während der Metzger in derselben Zett 95 Pfennig eingenommen habe In Metzger- treifen werde vor allem gegen die Landwirte gehetzt und bieiti als begehrliche Agrarier und Ostelbier, mit welch letzteren wir Mittel- und Kleinbauern uns allerdings solidarisch erklären, be-
„prusti Wgeladjutant".
Das „Militärwochenblatt" meldet: Generalmaior v. Lauen stein wurde zum Mil-tarbevollmächtigten am russischen Hose ernannt und dem russischen Kaiser attachiert. Kapttän zur öte von Hintze, wurde von feiner Stellung als Militärbevollmächtigter am russischen Hofe, attachiert dem russischen Kaiser, enthoben und ist in bie Reihen ber bienfttuenben Ilügelodiutanten des Kaisers unb Königs übergetreten.
Dazu wird uns aus Berlin geschrieben:
Die verwanbtschastlichen Beziehungen des Preußischen und russischen Hofes und bie Waffenbrüberschaft beider Völker fanden im Jahre 1817 darin ihren Ausdruck, baß in Berlin ein russischer, in Petersburg ein preußischer (Pruski) Offizier der Person des Monarchen äls^ Flügel abjutant beigegeben wurde. Als man es in der Folgezeit zur Beobachtung der militärischen Einrichtungen für zweck dienlich hielt, den Botschaften und Gesandtschaften Militär- bevollmächtigte zu attachiercn, wurde dieser Clarak er auch den zunächst nur zu persönlichem Dienst b.i den Monarchen in Berlin und Petersburg bestimmten Flüaeladfutanten bei gelegt, wenngleich man es aus praktischen Gründen für richtig hielt, noch spezielle Militär- und Marineattachecs zu ernennen, um die höstschc Stellung der Flügeladiu tauten nicht durch die den Militärbevollmächtig en ober Militärattachees obliegenden Meist a.igeleg?nh.iten, z'.i denen auch — horrible bictu — die natürlich sehr vorsichtig vorzunehmende Organisation der Spionage gehört, komplizieren zu lassen.
Preußischer Flüoe'adjutant und deutscherMilitärbevoll- mächtigter in Petersburg war seit 1908 der Kapitän zur See v. Hintze, der jetzt, wie es heißt, eine andere Dienst- Verwendung finden und durch den Generalmajor v. Lauenstein ersetzt werden soll. Mußte es schon einigermaßen befremden, daß ein Seeoffizier, und noch dazu ein ursprünglich bürgerlicher, auf den Posten eines preußischen Flügeladjutanlen und deutschen Mift ärbevollmachtig en in Petersburg gelangte, so gibt auch der jetzt bevorstehende Rücktritt des Herrn v. Hintze zu mannigfachen Mutmaßungen Anlaß, die durch die offiziöse Darstellung, daß Herr d. Hintze Petersburg nur deshalb verläßt, weil ihm gemäß seiner Tüchtigkeit eine andere Verwendung zugedacht sei, keineswegs entkräftet werden.
Nachttänge zu der deutsch-russischen Annäherung.
Unwahrscheinlich, und nicht gerade sehr ernst klingt folgende Meldung der „Libertö":
Paris, 14. Jan. Die „Liberte" veröffentlicht folgende, aus Petersburg datierte Meldung: Auf persönliche Initiative des Kaisers Nikolaus wird die Pariser Reise des Ministers Ssasonow durch einen Aufenthalt des russischen G e n e r a l st a b s ch e f s und mehrerer russischer Offiziere in Frankreich vervollständigt werden, die damit betraut werden sollen, gemeinsam mit hem französischen General st ab verschiedene militärische Fragen zu regeln, welche Die beiden Verbündeten interessieren.
Die Wochenschrift „Opinion" schreibt: Man muß anerkennen, daß die praktische Bedeutung der rusftlch-deut- schen Abmachung über Eisenbahnen tn u r k i sch - Asien und Rordpersien eine beträchtliche ist. Bon dem Erfolg, welchen die deutsche Presse nach der Potsdamer Zusammenkunft verkündet hat, b.cibt jedenfalls etwas fehr Greifbares: Die Arbeit Deutschlands in Kleinasien, die durch ihre Zähigkeit und Zielbewußtheit alle Achtung verdient, hat aus ber mit Rußland abgeschlossenen Vereinbarung Nutzen gezogen. Die deutsche Eisenbahn hot jetzt eine weitere Aussicht mehr gewonnen, in nicht allzu langer Frist Bagdad zu erreichen. Die türkischen Regierungsmänner wünschen im wirtschaftlichen Interesse chres Landes sichtlich diese Bahnlinie, Rußland legt endlich die Waffen nieder und England zeigt rern Widerstreben niehr. Tie Franzosen sollten die Angelegenheit mit dem Blick guter Geschäftsleute ansehen und verlangen, daß ihnen als Gegenleistung für die Zustimmung zur Verwendung des dreiprozentigen Zvllaufschlags ein gleicher Anteil tn wirtschaftlicher Betätigung zugesagt wird.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ,chrecht noch über die schwebenden deutsch-russstchen Verhandlungen: Zum Ausgleich der Interessen beider Kreise in Nordperiien daben sich während der abgelaufenen Woche die Blatter in Paris und Ändon viel den Kopf zerbrochen. In einem Londoner Abendblatt war ein Artikel mit Angaben über die Einzelheiten der zwischen Deutschland und Mißland beabsichttgten Verständigung erschienen Franzo Yche„und englische Zeitungen wollten wissen, daß diese Veröffentlichung dem Inhalt einer russi.chen Note an Deutschland entspreche. Das mag auf sich beruhen bttiben. Die Be-
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L vEtt^'u'h? Expedition für Südingeu: vahnhofstratze - Telephon Nr. 50. Anzeigenteil: v. Beck.
auf lichtscheuen Abwegen in die schlimmste Gestlllchaft geraten ist, übt einen unheilvollen Einfluß auf sie aus, da sie ihn.trotz feiner Gttneinhcit mit einer fast Mütterlichen Neigung, einem Seitentriebe des in ihr lebenden übermächtigen Liebesgefühls umftmg.. tat nun mit bewmiderungswerter Kunst ge
schildert, wie in dieser durchaus nicht mehr reinen Seele, bereu praktische Verschlagenheit zunächst an bie Mutter Wo Men bes Biberpelzes erinnert, eine gewaltige Leibemchaft alle schlacken des allzu Menschlichen vernichtet, aus der ganz alltäglichen ^rau die Heldin einer Tragöbie emporwachst. Es war nicht notig auf biete Entfaltung ihres Innern tn einer der komnchen, fast wie Parodie klingenden Szenen erst noch huizudeMen. ^er un Innersten ihre Natur aufwühlende Mutterinstinkt laut bie alleriche Aau nach knem fremben Kinde, gleichsam ichon im Mutterleibe greifen um auf dicke Weife das Gluck zu erhaichen, das ihr selbst versagt. Das polnische Mädchen, dem fte bas Kind ablockt, ringt verzweifelt um dies Fleisch von ihrem ttleilch. Die Qipf.» iU ihrem Mann, dem sie alles verheimlichen will, drängte die Frau zu Gewaltmaßregeln: ber Bruder soll das Mädchen zum Schweigen bringen unb — ermorbet es. Mit einer schaurig baladesken ^timmungskunst ist bas ^stänwiis biefft» Morbes, das Zufammenbrechen bie)er unglücklichen Frau unter schwerer ^"^ler'ftanb* Hauptmann in einigen wenigen Szenen des lang- ausgefponnenen Werkes auf feiner Höhe. Aber lonst ließ bas beständige Dazwischenreden der komstchen Perionen trotz einer ausgezeichneten Aufführung, in ber Elife L e h m a n n hervorragte, keine reine Wirkung auftommen. In unerträglicher und un- hpoiTTflicber Weise sind poftenhaste unb ttagische Elemente buich- ew^dngewürftlt unb vernichten ben edlen dichterischen Gehalt, der sich im Kern des Werkes verbirgt. Dr. P. L.
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— Lattenfritze als Jubilar. Alexander Moszkowski" einer unserer bekanntesten und beliebtesten Humoriiten unter denen, die diesen leider viel mißbrauchten Namen wirklich verdienen, feiert am 15 Januar feinen 60. Geburtstag Molz- kon^ki, seit üirern Besteven Chefrebatteur nnb unermüdlicher Mtt- arbetter ber „Lustigen Blät er", ist ber typische Vertrete deö sck/lag- sertigen Berliner Witzes und eS wäre wi.ver lenzwiellen, wieviel gute und trefienbe Scherze, bie beute ein ach dem Berliner Volksmund zugeschrttben werden, ursprünglich mtt dem kleinen latei-
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