Zweites Blatt
161. Jahrgang
Nr. 26 Z
trlcfctnl ti-llch mtt Du«nähme bei Sonntag».
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1911.
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umiomehr tun zu können, als Herr uängipor ja seinen Mitbürgern schon feit Jahren bekannt isi.___________
Aus Hessen.
Zar Lanotazswahl in (Ließen.
Montag, 15. November 19U
JUtartonlbnid und Verlag der Vrübliche» Unuxrftiät» * Buch- und SttmbrudtttL R. Lange, Dießen.
Die „Gießener §a»lliendlSNer- werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich deigelegt, da» „Kreith la tl für de» Krtli Gießen" ,we,mal wöchentlich. Tie „randwlrtschaftlichen Lett- fragen" ttfdeinen monatlich zweimal.
Redaktion. Expedition und Druckerei; Schulstraße 7. Expedition und vertag: 5L
Redakiwn.^^llL. LeI.-Adr^ÄnzelgerDleßen,
Vie Kolonialvoranfailäge.
:: Berlin, 11 R>o
Im Nechnungsatisschusz des Jikckrsiags wurde b-nuter klage geführt, da» die Uebcrichreitungen in der kolonial Haue-Haltung von Jahr zu Jahr größeren Umfang annehmen, so baß sich eine Abänderung dieser MiKuände empfehle. Regierungsseitig luurbc daraus erwidert, daß nch diese liebel ftä nbe nur schwer beseitigen lassen, weil die Forderungen der Goiwctncments V—11 Monate vor dem Beginne des neuen Rechnungsjahres von den Gouvernements^ abgqänbt ro.rben müßten. Tre einzelnen Tienststcileii in den Schutzgcbictcn und baher gezwungen, über iin Jahr vor Beginn des betreffenden Rechnmrgeiahres ihren Bedarf nir dieses anzumelden. Innerhalb des Aussck-usses würbe vorgeichtagcu, ob nicht für Aufstellung der Voranschläge in den einzelnen Ionien ein nach dem 1. April des Vorjahres liegender Termin zu erreichen ist, so daß für "Aufstellung des Voranschlags einmal der Abschluß be-j Voranschlags des zivilen Vorjahres, dann aber auch die Bewilligung jur bas Vorjahr berücküchligt werden könnten, so daß em Oer Wirklichkeit mehr cm»predicnbcr Voranschlag ausgestellt werden könne. Vielleicht lasse sich die Lache dadurch bessern, das; eine ipalen Vorlegung des Voranschlags au den Reichstag und eine ipatcre Deratung des Budgelausschusies erfolge. Vom Reichslolonialamt mürbe hierzu bemerkt, das; ein späterer Termin der BvranschlagSaufstcllung sich zurzeit nicht erreichen lasse.
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t Mm »hlausschusz. nhorl icmber dsuppe fleisch mit »raut, bcnds 1 Mmtllvltj!-
Tie Nationaltibera.e Partei bcabjiajiigie, am fommen» Mittwoch eine öffentliche Versammlung abzuhalten, in ihr Kandidat, Herr '21b olf K1 ingspor, noch einmal Gesichtspunkte für sein politisches Handeln darlegen wollte. Ta Herr rtl i n g 1 P o r nun von seiner Erkrankung noch nicht so weit herge,relit ist, daß er sich den Strapazen einer öffentlichen Versammlung unierziehen kann, sicht ote Partei von einer solchen Versammlung ab. Sie g.aubt das
seiner Praxis in l:t
ebung.
i Kreisstraße c Machst bis M AN -beiten und Liefen:
Giehener Anzeiger
Seneral-Anzeiger für (Dberfjcfjen
Eine Kaiserrede.
Der Kaiser erwiderte auf bic Rede des Oberbürgermeisters :
Mein lieber Herr Oberbürgermeister! Ich danke Ihnen und der Ltabt Kiel in meinem und der Kaiserin Namen herzlich für die Einladung zu i>er heutigen Feier und die freundliche Begrünung. Ihrem neuen Nathause die Weihe zu geben, in mir eine besondere Freude. Tie großartige Entwicklung, welche Ihre ehrwürdige Stabt mit ihrer mehr als tausendjährigen Beschichte in den lebten fünfzig Jahren erfahren hat, bangt mit dem Wachstum meiner Marine und dem Aufblühen der Schisf- daukunst und Industrie auss engüe zusammen. Hier an dem großen Hasen der deutschen Ostseeküste sind die mustergültigen Berstanlagcn entstanden, auf denen für deutsche Panzer der Miel gestreckt und der Körper gefügt und gesichert wird. Hier werden !ie nach glücklichem Stapellauf mit Ausrüstung und Bemannung »ersehen, hier ist der Mittelpunkt der rastlosen Arbeit, die bleien panzern Hieben einhaucht unb sie schliesslich zu bem macht, was He jein sollen: zu in starken Schutz und Schirm des deutschen Later!andes und Volkes. Es sinb wahrlich erhebende Vorgänge "unb Eindrücke, die Ihre Stabt erlebt Welches deutsche Herz sollte nicht höher schlagen bei einem Schauspiel, wie wir es erjt gestern wieder gesehen haben, als wir ein neues Erzeugnis der Vieler Werften seinem Elemente übergeben konnten! Als Wahr- seichen einstiger Zugehörigkeit zur Hansa führt Ihre Stadt nn Wappen ein Boot, als Wahrzeichen des engen Zusammenhanges mit ber^ö'lotte erscheint mir der weit hmausragende Turm Ihres neuen Stadthauses, dcr meinen Schiffen bei der Rückkehr m den veimatshafe» einen Wülkommengruß der Mieter Bürger chait zu-
Wirb. Ich beglückwünsche Sie zu dem neuen monumentalen Schmuck der Stabt. Möge das neue Rai Haus allezeit sein eine statte finiter Arbeit, unermüdlicher Pflichterfüllung und lieoe- °ollcr Fürsorge für die geistigen unb leiblichen Bedürfnifse ber echter beutscher Gesinnung, bic in der Gottes- urajt, der -iceue zum Herrscherhaufe unb ber XZiebc zum Vater- «nie wurzelt. Ich ergreif d.n Pokal unb irinfe den Saft
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emorben, wenig ober gar nichts mehr Dagegen
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der deutschen Rebe, gefpenbet von Bayern- treuer Hauptstadt, auf bat Wohl der Stadt ftiel!
Es schloß sich cm ausführlicher Runbgang durch die Raume des Rathauses an, währenddessen die Majestäten sich ins Goldene Buch ber Stabt Kiel eintrugen Um 121/a Uhr verließen bie Majestäten und Fürstlichkeiten unter Fansarenklängen unb Hurrarufen der Bevölkerung das Rathaus und begaben sich an Bord ber „Deutschland". ,
Ter Kaiser, bie Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise sind mittels Sonderzuges Sonntag abend 10 Uhr 45 Minuten nach Station Wildpark abgereist.
Der Katfer in Kiel.
Der Kaiser hat in Kiel den Stavcllauf eines „Tread- noughts" betgewohnt und bei der Einweihung des neuen Rathauses der Stadt Kiel eine Ansprache an den Bürger- meister gehalten. Troy des Ernstes der Zeit ist in dieser Ansprache keinerlei Andeutung politischer Art enthalten. Das ist lebhaft zu begrüßen, und man kann nur wünschen, daß Kaiser Wilhelm in diesen Tagen dem Volksempjinden nicht entfremdet werden möchte. Ter Kronprinz ist übrigens wieder nach Langfuhr abgereist.
Tie Einweihung des Rathauses.
Kiel, 12. 9ioo. Heule mittag erfolgte in Anwesenheit der Majestäten die feierliche Einweihung des neuen Ratbaus es ber Stadt Kiel. Im großen itollegien* saal oeS Rathauses versammelten sich die städtischen Behörden und geladenen Gaste mit ihren Damen, unter anderen Staatssekretär v. Tirpitz, die Admiralität, Lber- präsident v. Bülow, ber Rektor der Universität Professor Tr. Fischer, Mitglieder des Adels ber Provinz, sowie Polizei- präsibent v. Schröter. Ferner trafen Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Henriette von Schleswig-Holstein und bie Prinzen Adalbert und Waldemar ein. Fanfarenbläser in mittelallerlicher Tracht kündeten das Nahen der Majestäten an. Der Kaiser, der 9JZ ar ine uniform trug, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise wurden am Portal des Rathauses vom Oberbürger' meister Tr. Fuß, Bürgermeister Lindemann und Stadt- verordnetelworfteher Ahlmann empfangen. Nach einem einleitenden Gesang eines Männerchors hielt der Oberbürgermeister eine Anspraä)e, in der er sagte:
Eurer Majestät bringen wir erneut unsere Huldigung als ocm Schirmherrn des Toutschen Reiches dar, der uns den S c g c n des Friedens seit nahezu einem Vierteljahrhundcrl erhalten hat, auf dessen Ruf wir aber auch bereit sein wollen, Opfer zu bringen und Not zu tragen, wenn dereinst des Reiches Sicherheit und Würbe es erheischen sollte. Wir huldigen Eurer Majestät als unferm König, als Erben der Geistes- und Seelengröße, die dem Geschlecht der Hohenzollern auf Preußens Thron in Glück unb Unglück zu eigen ist Wir huldigen Eurer Majestät als Herzog unseres Heimatlandes unb wissen Eurer Maieslat besonderen Tank dafür, baß wir heute auch die Kaiserin begrüßen dürfen. Werter führte der Oberbürgermeister aus: Tie deutschen Stabte, die vor kurzem in der Residenzstadt Posen tagten, sind einmütig beseelt von Treue gegen Kaiser unb Reich. Tort im Osten hat der Lberbürgermeifter der größten Stabt im deutschen Süden aus vollteilnehmenber Freude über den unserer nordischen Stabt verheißenben kaiserlichen Besuch aus eigenem Antriebe gebeten, für diese Feier den gleichen Wein bereitstellen zu bürten, den Eure Majestät vor wenigen Jahren mi Münchener Rathause zu kosten geruhten. Dieser Wein aber entstammt ber im Westen bes Deutschen Reiches von ber Sonne der Rheinpfalz gekochten Traube.
StapcHauf des Treadnoughts „Kaiserin".
In Gegenwart des Kaisers, der Kaiserin, der Prinzessin Viktoria Luise wurde am Samstag das Linienschifs '„Ersah Hagen" auf den Howaldts-Werlen in Kiel von Stapel gelassen. Die Taufredc hielt G r oH a d m i r a l v. Koester. Er sagte unter anderem:
Im Sinne ber licblidjen Kaisertochter, bie im Begriffe steht, dich deinem Element zu übergeben, sollst du bestimmt sein, den ehrenwerten Frieden, den unser Volk, wenn es auch den Krieg Nicht siirchtet, stets will, zu erhalten unb dadurch zur weiteren Förderung einer reich gesegneten Friedensarbeit, deren hohe Lei- stungssäbigkeit du darstellst, beitragen. Sollte es aber nach Gottes Ratfchluß anders bestimmt sein, so sollst du starkes Schiff, gleich den stattlichen, jugenbfriidien Söhnen der Kaiserin, die ihr Leben ber heiligen Sache unseres Vaterlandes stets freudig weihen werden, mutig in den Kampf ziehen unb als scharfe Waffe unter starker, kundiger Führung mit kriegsfertiger Besatzung den Feind vernichten und den Lorbeer des Sieges damr aus der Hand der hohen Frau empfangen, bereit Namen du führen sollst.
Die Prinzessin Viktoria Luise vollzog hieraus die Taufe. Bei dem Ablauf des Schisses, der sehr glatt von statten ging, präsentierte die Ehrenwache. Ter Kaiser überreichte einer Anzahl von Beamten und Arbeitern der Werft Orden und Ehrenzeichen und zog die Herren des Aufsichtsrates und des Direktoriums ins Gespräch. Von der Werst begab sich der Kaiser zur Vereidigung der Manne- rekruten nach dem Exerzterhause der erjicn Matrosendivi- sion. Nach den Reden der beiden Stationspfarrer hielt der Kaiser eine Ansprache an bic Rekruten. Der Kaiser hörte bie Vorträge beS Ehefs bes Marine- unb bes Zivilkabinetts.
bemüht sich vor allen Dingen nach wie vor fein Vorgänger, ber Äanbibat ber Linksliberalcn, Herr von Ger lach, seine verlorene Position wieber zu erringen. Ebenso eifrig am Werk ist ber frühere Begleiter Tr. BohmeS, ber deutsche soziale Kandidat, Sdjncibermeifter R u p p aus Nicberwal- gern im hiesigen Kreise. Gestern veröffentlicht nun auch der konservative Wahloerein einen mit zahlreichen Unter» schristen aus bem ganzen Wahlkreise versehenen Aufruf für ben früher bei ben Landratsämtern Marburg und Kirchhain bejd)äftigten RegicrungSassessor a. T. Professor Tr Bredt m Marburg, der auch bte Unterstützung der Natioualliberalen und des Bundes der Landwirte finden soll. Ob das Zentrum mit einer Sonberfanbibatur heroor- tritt, weiß man nicht. Tie Sojialbcmolraien haben einen Herrn Diehl auö Frankfurt als Kanbibaten ausersehen.
Qauptocrlammlung der herdbuchgesellschajten für Aas Vogelsberger Rind.
th. Gießen, 13. Nov.
Tie gestern nach bem Hotel Kühne hicrselbst cinbcrufenc Hauptversammlung ber Hcrdbuchgesellschaften für bas Vogelsberger Riiid war auS allen Teilen des Zuchtgebietes sehr gut Iwsucht. Der VoriitzeiUe Kammerherr Landrat ton Heimburg erstattete Bericht über bic Gründung des Verbandes mttteldculscher Rotvieh- züchter, ut bem sich die gesamte deutsche Rowirhzucht vcreiniaen soll. Er legte die Vorgeschichte dieser Vereinigung dar. z\c Gründe, die zu einem Verbände der Züchtervereuiigungen aller deutschen Rowiehhöhenschläge geführt haben, sind dieselben, die früher für den Verband der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind maßgebend waren. Es war nicht leicht, eine Form zu unten, um für alle roten Hohenschläge ein gemeauames Zucht- zicl festzulegen. Man hat dabei auf das rote Keltenvich zurück^ gegrissen mit Außcrachilassung kleiner Unterschiede, wie sie bei ter Zucht sich cnuvidcU haben. Es hat Zeitraubender Verhandlungen bedurst, bis jung ft in Berlin der Verband gegründet werden tonnte. T.r Verband vertritt die gesamte deutsche Zucht des roten Höhenviehes uno erfliebt eine Zuiainmcnsassung dieser Zucht auf Gruiidlage eines gemeinschaftlichen ZnchtzieleS und die Unterstützung aller Bestrebungen, die geeignet sind, die Zucht, Haltung unb Pflege dcs dcutfckjen HöhenschlageS zu verbessern, feine Lei- Ilungssahiakeit zu erhöhen und seine Verbreitung zu fördern. Ties loll erreicht werden durch: 1. die Einführung eines in feinen. Hauptpunkten gleichmäßigen, im einzelnen ben Zucht- ßegenben angepaßtcu Zuchlzieles: 2. die Hebung und Vermittlung des Austausches n. Absatzes, von Zuchttieren: 3. bic Förderung einer geordneten Zuchtbuchiuhrung u Unterstützung geeigneter Einrick.tungen zur Leiiiungsprüfung: 4. die Führung eures besonderen Stammzuchtregisters des Verbandes; ö. die Schaffung ei.net Sammelausgabe oer Riiidviehherdbüchcr; 6. die Veranstaltung, Unlerstützuirg und Beschickung von Ausstellungen; 7. die Veranstaltung von Wettbetverben innerhalb benachbarter Zucht- gebietc usw.
Landrat von Heimburg veriveist auf das Zuchtziel und die Kennzeichen fik Mitteldeutsches Rolvieh hin, wie sie in den in der fBeiiämmlung zirluli.'renden Satzungen der neuen Bereinigung enthalten ist. Ter Bereinigung sollen angehörcn alle von Cer Teupcheii Landwirischafts-Gesellfchast und den zuständigen laiidU'iitsa-asilichen Körperschaften aneilannten Zuchtverbunde für Boaelsberger, Vogtländer, Harzer, Waldecker, Odemvälder, bähe- rische.-, weüfälisches und fehle isch.s Rotvieh. Ter 23.r.imgung haben ,lch bis jetzt dte Bayern und Waldeacr iwch nicht angcschlosseit. ebenso fehlen noch die Harzer, aber es sei zu hoffen, daß sie nicht außerhalb des Verbandes bleiben. Tie Waldecker wollen bei- treten, haben aber bisher noch keine Herdbuchgefellschast eingerichtet. von Heimburg teilt mit, daß ihm der Vorsitz des neuen Verbandes übertragen sei und der Ticrzuchtinspcttor Schwarz- Gießen Gesck^istssührer ist. Tie Wahl von je einem Mitglicde des Ausschusses sür Lberhessen, Rhernprovinz und Nassau, sowie von je 2 Mitgliedern für die Vertretcrversammlung, soll den betreffenden Gebieten überlassen werden.
Auf eine Anfrage des Vor ätzenden der Oberhessischen Herd- buchgcsellschaft für das Vogelsberger Rind, Regierungsrat Tr. Merck, ob durch die neue Bereinigung nicht die Selvnandigütt der einzelnen Verbände berührt wird unb wie es bei Ausheilungen mit ber Prämiierung gehen werde, ertlärt Landrat von Heimburg, daß die Selbständigkeit der einzelnen Verbände durch den Zusammenschluß aller Züchter des Mitteldeutschen Rotviehes ui feiner Weise berührt wird. Bei den Ausstellungen konkurrieren die cm- Seinen Tiere ui'w. wie seither unter sich, auch bei ben Veranstaltungen der Deutschen Landwirtschasts-GeseUschaft. Wie bie Kollektionen bcS gesamten Verbandes bei großen Ausstellungen konkurrieren werben, müsse man abwarten.
Hierauf sprach Trerzuchtinspcltor Schwarz-Gießen über bic Erstehung und den Aufbau der Raffen unb bie neueren Stamm* baunuoridjungen. Er er Härte, baß bisher alle derartigen Arbeiten von den Hochfchulen als Toktorarbeuen mdjt angenommen wurden, obgleich bie Ergebnisse solcher Forschungen für die Tierzucht von grcßcr vrafttfcher Bebentung sind. Es sei baljer Pflicht aller Licrzüchiervereuilgungen, bei Den maßgeben beit Stellen dcr Hoch- f dm kn vorstellig zu werden, damit em Wandel emtrete. Beim lanLwirtschaftlicheii Institut unserer Gießener Hochschule hat Tr. Klein bereits übet das Vogelsoerger Rind eine S'tiiertanon geliefert, die einen überrafchcnden Blick über geroiffc Seiten der Zucht gegeben hat 2iifertaiionen über Simmemaler unb über Das Edelfchwein werden folgen. Interesfani ist, baß sich das vorhandene beste Zud/tmaterial des Vogelsberger Riiides und sogar der 300 Tiere ausmacyende Bestand otr Vogelsberger Bullen ccui 8 männliche Stammvarer zurückfuhren läßt. Es laßt sich rtad)roetienz baß dte wertvollen eigeniebaften dieser Väier sich auf Die besten vorhandenen Fainilicn der Vogelsberger Rasse vererbt haben. Es iei also nuchgewiefen, baß in Cberhelfen Verwand tichafrszuchr getrieben wird und daß Dabei bie Eigentümlichkeiten der Rasse herausgezüchtet und ausgeglichen worden find. An Haiid einer Tabelle, Die den Stammbaum Der Vogelsberger in Rüdingsham emhalt, ist die luibeabi'ichligte Verwandicn zücht nachzuweiien. Ter Redner stellt fest, das Rübingshatn uoer cme Hochzucht verfügt. Herr Schwarz erklärt, der Beweis der VerwanDtenHucht beim Vogelsberger Vieh könne auch bei anbcrui Gemeinden genchtt werden, die ebenfalls auf einer höheren Stufe Der Zucht angelangt feien. Nicht der engeren Verwandt wolle er das Wort reden, wohl aber der Berwandtcnzuchi in weiterem Grabe, bie geeignet fei, eine Rasse io zu Verteilern ur.o au’ die Hohe zu bringen, wir dies unbewußt in Cbettelfen r. >a ehen ist. 2er Ptattiker uno auch der Tier zücht Inspektor köni. Diese Tinge nicht im Auge behalten, da es zu innitanoltd) ;.i, Die Stammbuchteglstct zu Durchiotichen. Hierzu müsse Die Wißen schatt ihren Arm leihen und zwar auf ollen Gebieten c r Ster-ii. in ganz TemschlanD, Damit zahlrciche Mitteilungen über d . Stair-.neiaufbau unseres druhpiehes den Praktiker in Die Lage Ptr 1 etzcn. Dies bei bet Paarung ccr Tiere zu verwerten. Es gehöre cm gewisser Mut bazu, teuit der Ve.ii.anblen;iuyt das Wort zu recen, aber es lic" ihm daran, Forschungen auf diesem Gebiet Die Wege zu ebnen.
Lewliomierat. Hofmann- Hofü^üll erklärt, baß er aus
Aus dem Rei(i)$tagsu)at?ltreis Marburg-Airchhain- zrankenderg.
() Marburg, 11 ^v. Tie Agitation der verschiedenen 'Paneien für Die nächste Rcichstagswahl in bem zuletzt von Tr Böhme (Wirtschaftl. Bereinigung vertretenen Wahlkreise Marburg-Kirchhain-Frankeuöcrg Hal fetzl mit allem Nachdruck eingejc:;r. Von dem seitherigen Vertreter hört man, seit dieser Syndikus des mauern-
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Konzerte
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Sonntag 5 Uhr ■
l beionber^eiknori I icub nohDcnüi». 6» f bemaliQe Gbondiulrt XACidincien anmelba« Kag von.8 Ubr mi litimmen sind noi eu» j cht. ' i
Pie Aeichsversicherungsordnung.
:: Berlin, 11. Nov.
Ter ReickjSveisiü'.tuugSauSschuß stellte heute den Bericht über das Gesetz, tetr essend Aufhebung D.s Hilfslassengesetzes, für Die zweite Lciung im Plenum fest. Mit Mcksicht auf ben frühen Beginn der Plcnatsitzimg trat bet Ausschuß in die zweite Lesung bcs Privatbeamtenversichetungsgesevcs noch nicht cm. Es sutden noch andauernd Votbeiptcchuiigcii zwischen ben Parteien unb Rcgicrungsveitretetn statt. Man nimmt an, daß bie zweite Lesung im Äusfchnß nicht mehr als Drei Sitzungen erfordern wirb. Ta bic Mitglieder bcs ReichsvctsicherungSausschuiies zum großen Teil auch dem Budgelausschuß angcljdren, bei in bet nächsten Woche über bic Marotlvangclcgenteit unb bic bamil iuiäininenl’angcnben vcrfassuugsiechtlichcn Aniräae zn beraten hat, steht bic Sitzungszeit Der Ausschüsse noch nicht fest.
Teuerung unö Detailhandel.
Man schreibt uns: Tic Leitung bis V e r b a n b e s d e r Rabattsparvereine Teutsd)lands (E. V--, Sitz Bremen (387 gemeinnützige Rabattsparvereine mit GöUOU Detaillaufleuten als Mitglicber) hatte vor einigen Tagen ben Reichskanzler um eine Audienz gebeten. Bekanntlid) hatte dieser in seiner Reichstagsrcdc dem Tetailhandel die Teuerung mit zur Last gelegt, und diese Anschauung suchte obige Tctaillistcnvcrtretung zu lvioerlegen. Der Staatssekretär des Innern erklärte )id) telegraphisch zur Audienz gern bereit. Ter Vorsitzende des Verbandes, E. A. Nicolaus-Bremen, und Generalsekretär B e h th i e n-Hannover wurden am 4. November 1911 im Reichsamt des Innern von dem Unlcrslaatssekrctär Exz. Rickn er empfangen. Sie iigicn dar, daß Die Aeußerungen des Reichskanzlers in der Lcffeiuliojlcu den Glauben erwecken mußten, als sei der Dclailhandel mit Lebensmitteln vreisvertcuernd und suche aus der Not der Zeit für sich oesondere Vorteile zu erzielen. Demgegenüber war die Abordnung in der L.ige, an Hand von Preisvergleichungcn aus den vcrsd)iedcusieu Gegenden des Reiches nack-zuwcifen, daß der Tctailaufschlag auf den Einkaufspreis gegen fünf Jahre früher zum Teil sogar erheblich geringer geworden sei, daß ferner der Kleinhandel bei freigenben Einkaufspreisen nur langsam und zögernd die Preise erhöhe. Umsoweniger dürften die wirtichaftiichcn Gegner des Detailhandels jetzt mit einem Schein des Rechts aus den Aeußerungen des Reichskanzlers für sich Kapual schlugen. Exz. Richter erklärte, daß es dem Reichskanzler durchaus serngelegen habe, bem Tetaillisienstanbe als solchem unb im allgemeinen den Borwurf der Ueberteuerung zu machen, er anerkenne dessen gute Wirksamkeit durchaus und verstehe seine vielfach schwierige Lage. Nur bezügäd) der Karlo f f e l p r c i s c habe er die Spannung zwischen Produk- tions- und Tetailvreisen in Berlin groß gefunden, aber das sei nicht Schuld der durck) den Verband m der Hauptsache vertretenen Kleinl-andelskreise. Der Unterflaatssekre- tär äußerte sich ferner erfreut über die Selbsthilfebcstrc- bungen des Tetailhandelsstandes und erklärte sich bereit, Die Verbandsleitung bei Tctaillistensragen, wo es zweckmäßig erscheine, mit zuzuziehen.
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Wettbewerbs vergib
d Bedingungen.^' i vormittags ^ t Angebotsubeckt Selbstkosten erb^ portofrei und ntu vormittags 11"


