Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
slawen 28 von 37, Polen 14 von
Rumänen ä von 5, Wilde
Bukowiner Ruthenen 5 von 3 4 von 13.
Italiener 12 von 15,
politische Tagesschau.
Ter mehrfach angckündigle Wechsel in den preußischen Lbcrpräfideuteustellen
wird, wie uix> von unbedingt .zuverlässiger Leite geschrie- den wird, sich im Herbst vollziehen. Ter Posener Ober Präsident v. Waldow sucht wegen seines iörperlichen Bc- sindens ein weniger aufregendes Amt, er wird deshalb als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Frhr. v. Maltzahn nach Stettin übersiedeln. .Voraussichtlich wird auch noch ein drittes Oberpräsldiuin frei werden, denn der Ober Präsident der Provinz Lachsen, Herr v. Hegel, ist zum Präsidenten der Oberrechnnngslammcr auserschen. Ter Wechsel int Posener Obcrpräsidium hat, wie versichert wird, teine v o 1 i t i-sch c-B i d e n t n n g , etwa in dem Sinne, daß dadurch eine Schwenkung in der Ostmarkenpolitik äußerlich cingcleitet werden soll. Tas wird auch durch die Wahl des Nachfolgers bclnndet werden, den man wohl in der Person eines der östlichen Regierungspräsidenten cr- blicten darf, der die schwierigen Fragen, an deren Lösung der Posener Oberpräsident in erster Linie mitzuarbciteu hat, vor allem die Polenpolitik, genau kennt, jn Posen wollen die Gerüchte nicht verstummen, daß ein Wechsel in der Lei lnng der Ansiedlungskommission bald zu erwarten sei. Vor- läufig dürste mit einem solchen Wechsel aber nicht zu rechnen sein. _Wic versichert wird, bestellen zwischen den maßgebenden Stellen der Regierung in Berlin einerseits, dem Posener Oberpräsidium und der Ausiedluugskommission in Posen andererseits keine Meinungsverschiedenheiten in der 6rage der Polcupo-litik. Ter Wechsel im Oberpräsidium und ein etwaiger Wechsel in der Leitung der AusiedlungT kommission würden also nicht ihren Grund Ijnbcn in Tisfc- rcnzen, die zwischen Berlin und Posen bestehen.
Erne Zumutung öes Herrn von heydebrand.
Herr von Heydebrand und der Lase iit nicht der Mann, ihm wrederfahrene Hnbotrnäßigteit ungeahndet zu lassen oder itd) nut Halbheiten zufrieden zu geben. Er betrachtet me H e r a n z c c h u n g der Sozialdemokratie in s a ch en d e r rei ch s l ä n d i s ch e n Versa s s u n g-r- reviizon bekanntlich als ein bitteres Unrecht gegen die konservative Partei, obgleich gerade diese es war, welche die Regierung zlvang, die Mehrheit zu nehmen, woher und wie i<e sie eben bekommen konnte Nun will cs dem Vorstcllungskrei-.' der Liouservativen nicht cingehen, daß eine Regierung mit denscnigen Parteien, mit wctcl)cn sic ein bestimmtes Gesetz nur zustande bringen kann, auch verhandeln niuß -£ic Presse der Rechten verlangte indes von Herrn von Bethmann Hollweg, er solle die „intimen Besprechungen", die er angeblich mit dem sozialdcmvira Aschen Aba. Tr. Frank gehabt, dementieren lassen. Tas geschah und konnte geschehen, weil nicht der Kanzler diese Beratungen gcpslvgcn hat, sondern Staatssekretär Telbrück. Indessen wurde dazu nicht die halbamtliche „Nordd. Allg. Zeitung", sondern die auch sonst vielfach offiziöse „Uöln. Leitung" benutzt. Tas aber genügt Herrn von Heydebrand offenbar nicht, denn er hat seinem Mißmut über das unbot- mäßigc Verhalten der Regierung in folgender Auslassung der parteiamtlichen „Zions. Lorr." Lust gemacht.
„Wir hatten immer gehofft, daß ein offizielles Tcmcnli dieics uns recht wenig wahrscheinlich dankenden Vorgang-.- er folgen würde. Hat es doch schon viel Uoptichüttcln und Be- denken erregt, daß der Sir.ii.'Rrcl.ir Telbrnt tiirüich bei der Veriassungslraae für Elsas; Lothringen, wie behauptet wurde, bi: Praxis eingciührt I al, auch nut den Milgliedern jener staats feindlichen Richtung in vertrauliche geschäftliche Beratungen einzutreten. Es muß doch einen eigenen Einbruch aus die lon.ile Bevölkerung des Landes machen, le.-itn ji liefet, daß die höchst n Staatsbeamten gegenüber einer Partei, die offen den Umstur', cben dieser Staats und Gci'ellschaftsordnung betreibt unb erü-irt, gleichwotü den Slandvunlt einer Älcichberechtigung mir den übrigen bürgerlichen Parteien zu beobachten scheinen."
Herr von Heydebrand scheint hiernach ernsthaft nichts Geringeres als einen Widerruf der amtlichen Besprech tngcii mit der Sozialdemokratie im „Reictzsanzeigcr" zu Der langen, der das einzige offizielle Organ unserer Regie rung iß: eilten Widerrus, der augenscheinlich weniger die tatsächlichen Vorgänge in Abrede stellen, als für die jufunft das feierliche Versprechen ablegcn solle, daß dergleichel- nie wieder Vorkommen werde. Anders scheint uns dieses Eommnniquö der „>lons. Korr." keinen Sinn zu haben: denn was der Wahrheit gemäß dementiert werden konnte, ist bereits dementiert worden. Es muß nun Herrn von Bethmann Hollweg natürlich überlassen bleiben, ob überhaupt und ivie er auf diese Jumutnng antworten will. Uns ist es einstweilen um dte Feststellung zu tun, daß die vorliegende Forderung des Herrn von Hevdebrand an Anmaßung, aber auch an Flloyalität, vor allem auch dem Träger der Reichsgewalt gegenüber, alles übertrifft, was er bisher geleistet: selbst jene Szene, da er sich im Par inment vor den Reichskanzler hinstellte und ihm drohte, die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie dem lonscrvativcn Begehren nach Äusnahmeaesel en wider die Sozialdemokratie nicht a tempo Folge gebe. Tiefer neueste Utas des Herrn von Heydebrand ist deshalb von so erstaunlicher Arroganz, idciP er selbst, wie gesagt, die Re gicrung des Herrn von Bethmann Hollweg zur .vicran-
Eichung der Sozialdemokratie für die Mchrheitsbildung gc zwungcn hat: aber auch deshalb, weil er den „Eindruck auf die loyale Bevölkerung" zum Schwurzcugcn ausruft, nachdcui der Meifer selbst die Verabschiedung der clsaß lothringischen Verfassung ausdrücklich als eine solche be- zeichnct har, welche den Interessen des Reiches entsprach. Wir haben hier tvieber einmal den Beweis, wie wenig es der Hcydebrandpartei im Grnndc um das Wohl von Kaiser und Reich zu tun ist, wenn die konservativen Parteiegoismen dabei nicht aus ihre Kosten kommen. Und der 'häßliche Eindruck dieses Verhaltens wird nur verstärkt durch die illoyale Unterstellung, die Regierung habe die „Praxis vertraulicher Bejvrcchungcn" mit der Sozialdemokratie „ein« geführt", womit nur die Verdächtigung beabsichtigt sein kann, Herr v. Bethmann habe eine dauernde, programmmäßige -Zusammenarbeit mit der Revolutionspartei ins Äuge gefaßt. Wie tief muß die konservative Partei unter der jetzigen Führung gesunken sein, wenn sic solche Mittel nicht mehr verschmäht! Wie aber der Eindruck alles dessen ans die loyale Bevvllerung und aus die nationale Seffent lick leit draußen im Lande ist, mag Herr von Heydebrand aus einem Worturteil entnehmen, dem wir in der „nöln. 2t|l" begegnen: „Wenn die >ton,ervativcn einmal die Sozialdcinolratcn ihren besonderen Parteizwecken gefügig fänden, so würden sie sich auch ohne alle Schwierigkeit zu dem Satze bekennen, daß Paris eine Messe wert ist, und Herr von Heydebrand würde wahrscheinlich, wenn er dadurch der Feuerbestattung oder dem Gesetz für die Reichs lande hätte ein Bein stellen rönnen, unbedenklich mit Bebel oder einem anderen Sozialistenführer einen Händedruck gc tauscht haben."
Das Ergebnis der österreichischen Neichsratswahlen.
Wien, 13. Juni. Tas vorliegende Gesamtergebnis der bisherigen Re ichs ratswahlcn ergibt für 449 vorgenommene Wahlen -31 endgültig gewählte Ab geordnete, 171 Stichwahlen und 11 zweite Wahlgänge, letztere in Galizien mit zusammen 27 Mandaten. Zur Vervollständigung des Hauses auf 31 ; Mandate sind noch 67 Man date in Galizien und Talmatien zu besetzen. Ter Besitz stand der Parteien üellt sich bisher folgendermaßen- Tic Ehrißlichsozialcn besitzen 6s von 96 int letzten Reichs rat inncgehaotcn Mandaten, nie Tschechen 33 von 84, die Tcutschfreiheitlichen 47 von 79, Die Sozialdemokraten 41 von 87, darunter 12 im Besitze von Autonomisten, Süd-
3,«tt M Zchrgmg Stettag, (6. Juni 19«
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.-'erlag u. Expedition 61 ZU a • f» •• zi* < •• poln.kchen Teil: August
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" H' c- Lndü'gen: -i-rnsprecher Nr. 50 Seschästtftclle vahnhosstrahe i6a. ' '
neues zur llioroffofrage.
Paris, 15. Juni. Tic „Agencc Havas" veröffentlicht folgende h n l b a ni 11 i d) c R otc: Tie nach Berlin telegraphierte Note über die Erklärung EruppiS in der Kammcrkommission, die b'1’ BcMQ'kimg Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" dci - am atzte, beruht augenscheinlich auf einem Irrtum ober einer wlschcn Auslegung der Erklärung des Ministers. Man weiß ui Der Tat, daß alle Mom'uln ausnahmslos dem General Monier bei der Anknnst in Fez Den besten Empfang bereiteten unb daß einige von ihnen, insbesondere Der englische und Der österreichisch - ungarische Viom'ul in Nebereinstimmuitg mit ihrem französischen .Nollegen die schwierige Lage Der europäischen Molonicn anerkann ten. i Tie „Norddeiiisdie Allgemeine Zeitima" bemerkte gestern ■iit der Erklärimg Ernppis, daß die M o tt | u I n E it g l a n D s unb T c u t f chlaNds die Expedition n n dt Fe z ge -
'' c!' i hätten: Tiese vi nycrung beruht offenbar auf einem r r t u in.1
Die Lage in Albanien.
Einem B c r (i n e r Telegramm der „Möln Ztg." zufolge setzte die tü r ki schc Regi c r 1111 g Die Großmächte von den in Albanien getroffenen Maßregeln auf diplomatischem Wege in M e n it tnis und ließ daher den Wunsch ausdrücken, die Mächte möchten nunmehr in Ectinje aus eine korrekte 11110 y.11 bigeHalt 11 u g M 0 u t c 11 e g r 0 s hinwirken. Tcm türkischen Wunsche wird deutscherseits Aolge gegeben werden.
Ter „Pcstcr Lloyd" bringt eine aus Wiener diploma ttscher Quell« stammende Darstellung der ßage in Albanien, in Der es heißt Die Türkei zeigt bezüglich Albaniens nunmehr g it n sti g c T i s p 0 s i t i 0 n c n. Tic Albanesen wer den hoffentlich das türkische Entgegenkommen aus Die rieb tige Art erwidern. Ter Schwerpunkt der Situation liegt jedoch tit Montenegro Tic Regierung in Ee! inje muß ihren ganzen Einfluß auf die Ausständtschcit Qiifbictcii und ihnen Die Rückkehr zu normalen Zuständen nachdrücklich empfehlen. Tie Mächte Europas erwarten ohne Unterschied, daß Montenegro in dieser für die Wiederherstellung des Friedens entscheidenden Stunde Korrektheit beweisen wird.
Ter Mali von Mouastir ist angewiesen, zur Aus- piirung der Eutsührer des Ingenieurs Richter in seinem Tistriit e 11 e r g i s cherv 0 rzu g eh en und verdächtige Per- onen durch Ausübung eines entsprechenden Truckes zu Aussagen zu veranlassen, wodurch Anhaltspunkte für den Aufenthalt Richters gefunden werden sollen. Wie Verlautei, haben die Räuber den Behörden bekannt gegeben, die Freilassung des entführten Ingenieurs Richter werde durch Erstattung eines Lösegeldes von 5U0H0 türkischen P i 1111 d erfolge». Einzelheiten fehlen noch.
Der Einzug der Sieger in Berlin
(3 u 111 16. I u n i
Tie ergreifende festliche fttönung der Sieg: und Großtaten, die vor 40 Jahren ganz Tcutschtand mit Jubel erfüllten, war der Einzug der siegreichen Truppen in Berlin, an Dem Vertreter des ganzen Heeres leilnahmen. Tie Stadt war festlich geschmückt, und eine in vier Hauvtteilc gegliederte Siegesslraße lief vom Halleschen Tor bis zum AskanifcheuXPlatz, von diesem bis zum Potsdamer, vom Potsdamer bw zum Brandenburger Tor und von dort bis zum töiiigtidicii Schloß. Ein Wald von Mastbäumen, dessen Jahnen, Wimpel und Wappenschilder lustig int Sonnenlicht flatterten, zwischen grünen Lanbgewinden auf ragend, fchmückte die Straßen. Berlins Künstler hatten ihr Bestes getan.
Schon vor dem großen Tage wimmelte es überall von fröhlichen Festteilnehmern, die aus der ganzen Wclt^zu- fammcngelotnmen waren; auch Die d)ankces loarcn zu Tau senden erschienen. Soldaten und Ossi,ziere aller Wassett- gaitungeii, viele mit dem eisernen Kreuz geschmückt, leider auch manche als Invaliden am Stabe hinkend, wollte:: die Gefährten begrüßen und ihren Anteil nehmen an dem Siegesjubel. Am lautesten war natürlich die liebe Jugend, Die ein paar schulfreie Tage erhalten hatte. Aus jedem Rohr der zahllosen Kuuoneu, über deren Lafetten man mühsam hmwegstieg, ritten Die Jungen und untersuchten den Mechanismus Der gefährlichen Mitrailleusen, die nun alle Schrecken verloren hatten. Nachdem es die Tag: vorher noch viel geregnet hatte, brach endlich der 16. Juni an, ein echtes HohenzoUeruwctter, das die Hoffnung bestätig.: auf „das Glück Kaiser Wilhelms", dem von der ersten Fahnenweihe an zu alten seinen Festtagen unter freiem Himmel die freundlichste Sonne geleuchter. Es war ein schöner, klarer, aber überaus glühender Tag, so daß von mancher Lippe das Wort fiel: „Heißer als bec St. Privat!", wie Fontane berichtet. Um 11 Uhr erschien der Kaiser vor Der Front Der auf dem Tempel ho fei Felde cnrgcitcKtcn Truppen, Die ihn mit Dreimaligem Hurra empfingen, in das Der jauchzende Zuruf der Menge einstimmte. Hm IIV2 Uhr begann der Einmarsch.
„Unter Glockengeläut und Musik tarnen sie herein," so erzählt Der bekannte Historiker Alfred Tove, Der Damals in Der Wochenschrift „Im neuen Reich" eine eingehenDe Schilderung des festlichen Tages veröffentlichte, „Die Tribünen wogten 1111D brausten mit Tüchcrschwenken miD Hochrufen wie ein unruhiges Meer, von allen Seiten flogen'Lorbeer- lränze und Laubgewindc herab. Boran Die lange Kavalkade Der Führer, abteilungsweise geordnet. Hier ersah man sich einen Der Generalstabschefs, Der stillen Lenker Der Schlachten, zu jubelnder Begrüßung ans, dort traf Der jauchzende Zuruf einen Korpssüyrer. Vor allem aber genossen, nebeneinander reitend, die Drei Schöpfer unserer Erfolge in Rat und Tat, Bismarck, Moltke und Roon unermeßliche Ehren; nur der Kaiser und Die bcLDcn Prinzen, Die feierlich ihre neuerwor- bcneu Marfchallsstäbe trugen, erregten, wo es möglich war, noch lautere Begeisterung. Es gefiel, Daß Der Kaiser, Der sehr stattlich zu Rosse saß, gleich von Den Iungsraucn zu Den verwundeten Ossizieren hinüber ritt, ihnen die Hand zn drücken." Nach der Anrede Der städtischen Behörden unter oem Baldachin ging cs frisch und flott weiter. Die Linden herunter. Vor Dem Rauchschen Tcnlinal zu Füßen FricDrichs Des Großen orDneten sich die Bataillone und zogen in breitem Aufmarsch an Dem Kaiser vorüber. Einen bc- sondcrs großen Eindruck machte cs, als Die erbeuteten französischen ADlcr dahingetragen wurden, in langer Tovpel- rcihe, mehr als achtzig an Der Zahl, einst Der ganze kriegerische Stolz des Feindes.
Als Der Vorbeimarsch beendet war und der Kaiser samt seinem Gefolge auf Dem Lustgancn erschien, fiel die Hülle von Der Reiterstatilc FricDrich Wilhelms III., Die an diesem festlichen Tage enthüllt werden sollte. So gestalteie sich Der Schluß Der Feier zu einer HutDigung für Den Vater Des Kaisers, Der Den Niedergang Preußens erlebt, aber au di Die GruuDlage für feine Eryebung geschaffen hatte. Ter FclDprobst Der Armee, Thielen, trat an Den steinernen Unterbau Des Denkmals unD ivrad) Des Gebet: „Allmächtiger, barmherziger, guöDigcr Gott'. Wir stehen vor Deinem heiligen Angesicht nieDergebengt von Der unermeßlichen yidle Deiner (xnabc, mir der Du uns gesegnet haft, unb loben und preisen Deinen .a tilgen Rainen, daß Du unser Volt so hods erhöhet hast. Was unsere V.iler gehos t unD er .invt, wonach sic in vielen hei’??ii Kämpfen Jahrhnnd.rte lang
gerungen, Das Lat Deine groye Barmherzigkeit ims weit über Bitten und Verstehen gegeben: ein wieder geeintes, großes, Dcntsd)es Vaterland, ein Bollwerk des Friedens, einen Hort der Freiheit nnd Des Rechts . . ."
„Was soll ich nod) vom Abend sagen?" schließt Tove seine Erzählung. „Ter leise Wind, der tagsüber mit Den Fahnen gespielt, hatte sich gelegt nnd ruhig ergoß sich ein Meer von Licht über Die breiten, geschmückten Plätze nnd Straßen, durch die in musterhafter Ordnung und Haltung Hunderttausende genießender Menschen dahinwallten. Wie tropischer Mondschein, silbern aber von blendender Helle, strönltc Der Glanz Des elektrischen Feuers vom Brandenburger Tor herab, Das Blau Des Dämmerigen Himmels, das Grün der regungslosen Baumsroncu unb das prächtige Rot und Gold des Baldachins zu milder Eintracht verschmelzend. Tie Säulen erglüntcn in bengalischem Rot, hoch oben in den Lüften schütteten Die Rakcrcn ihre bunten, fanstfallenden Garben aus. Tic farbigen Kaiserkronen um Das Friedrichsdcnlmal schienen zu schweben; die colcii Profile der ionischen Säulen am Museum stachen von den geisterhaft bclcud)tcten Sdnnkclschen Fresken Dunkel ab; aus Dem Tache erschienen die Tiosmren in rö-.lichem Lickst, mit flammendem eiern auf Dem Haupte, wie sie iimt rettend zu den Schlachicn Der Alten herniedergestiegen. Wie im Märchen, hoch über Dem Tnnkcl, crgli^tcn luppeln 1111b Türme. Es war ein Schauspiel einzig wie Die Taten, Die es verherrlichte; c- waren Tage geDantcnvollcr Luft unD ernster Freude, eine große und blutige Zeit verklärend, im Herzen Der seiernden Menschen aber neren sie das Beu-ußtsein unseres Wertes wach, unseres Wertes und unserer Pflicht."
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— Kurze Nachrichten aus Kunst und Aisfen- impettor uiw £bctl.-lr?L o.t o.r , ..i-Schule, Vroiciwr Fedur Airxis Fl inz er im 80. L.üensjn ncnarben. Sein „Lehr- bueb. bev .',ri7j .ruiucriT ir- an ..... a .ii cn" erschien in
mehreren vi in Ingen. Eine rcid-c irnftifn'an Tätmk.n .nks.ntet« er als Illustrator von Reit- unD IugenDsa-ri'l.-::. - 3h j; a r i ö
g c st 0 r b c n.


